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Samstag, 25. August 2012

Fotogalerie Deep Blue Sea

Von der Tour selber, d.h. der Deep Blue Sea (7b+) am Genfer Pfeiler / Eiger wurde bereits an dieser Stelle berichtet. Die Fotoapparate meiner beiden Kameraden haben noch einige tolle Bilder hergegeben, welche ich an dieser Stelle veröffentlichen darf. Wenn schon ein Bild mehr als Tausend Worte sagt, dann will ich jetzt nicht mehr viel tippen, sondern lasse die visuellen Eindrücke sprechen.

Den Text unten hatte ich in 20 Minuten gelesen, als ich per öV zum Treffpunkt fuhr...


Doch der Eiger stand zum Glück solide wie eh und je da. Im zentralen Wandteil allerdings sehr stark ausgeapert. Die drei Eisfelder sind praktisch verschwunden, und auch die Spinne schmilzt rapide dahin, Sturzbäche entleeren sich von dort über die Wand.


Den Abseilstand für die alte Piste und die Freakonomics zu finden, ist nicht schwer. Das überlasse ich jetzt einmal dem Spürsinn jedes einzelnen. Hier aber noch eine Bemerkung zur Frage, ob man in der Falle sitzt, wenn man auf das Band abgeseilt hat:

Ein Rückzug aus dem unteren Teil der Route erfordert Abseilen auf das Einstiegsband, eine Traverse auf dem Band (teilweise Fixseile und einige BH) und danach ein Hochklettern der alten Abseilpiste. Diese umfasst 3 SL (35m, 35m, 10m) mit Schwierigkeiten von ungefähr 4a. In den steilen, schwereren Abschnitten ist der Fels meist fest, in den flacheren Abschnitten hingegen von viel Geröll bedeckt. Auch ist die Wand oft nass. Fixe Zwischensicherungen sind keine vorhanden, in der untersten SL sind aktuell (Sommer 2012) einige Seile in desolatem Zustand präsent. Der erste und der zweite Stand weisen je 1 Inox-BH auf, plus NH, sowie alte 8er-BH. Fazit: im Notfall machbar, aber nicht wirklich empfehlenswert! 

Wenn mir jemand 50 CHF für die Bolts und zwei, drei alte Kletterseile spendiert, dann werde ich das nächste Mal, wenn ich vor Ort bin, die Fixseile ersetzen und den alten Gerümpel ins Tal tragen. An den 3 Ständen würde ich sicherstellen, dass je 2 zuverlässige Inox-Bolts stecken, und auf den unteren beiden Seillängen je 2-3 als Zwischensicherung für einen Aufstieg im Notfall. Auch die Traverse vermag noch 2 zusätzliche Bolts vertragen. On verra, wenn sich etwas tut, so wird auf diesem Blog sicher darüber berichtet...


Die beiden Bilder oben und unten zeigen das steile Abseilen über die Freakonomics. Beide sind am selben Ort aufgenommen, d.h. in der zweiten Seillänge jener Tour, bewertet mit 7a.


Damit man dann tatsächlich in die Deep Blue Sea startet, muss man auch noch ein bisschen aufpassen. Auf dem Einstiegsband befindet sich ganz rechts, nahe der grossen, fast schluchtähnlichen Verschneidung, die Freakonomics mit 1 Inox-BH am Einstieg (Plättli mit grosser Öse, Marke Cassin). Geht man nach links, folgt erst ein noch nicht fertiggestelltes Projekt mit ebenfalls 1 Inox-BH am Einstieg (nicht-kommerzielles Plättli mit grosser Öse, Typ Irniger) und Schlinge drin. Die nächste Route links ist dann die Deep Blue Sea. Auch da steckt am Einstieg 1 BH (verzinkt, nicht kommerzielles Plättli mit kleiner Öse, siehe Foto unten). Noch weiter links beim angelehnten Pfeiler startet dann die Spit Verdonesque Edenté.  


Unten auch noch ein Blick auf den Start in die erste Seillänge vom Einstieg. Das kleine Dächli ist auch sehr charakteristisch und kann helfen, sich ganz sicher zu sein.


Bild unten: der Autor im Nachstieg, in der Crux von SL 1 (6b+). Da ist durchaus etwas Finesse erforderlich. Hans hinten hat (noch) gut lachen, er ist noch auf ein paar einfachen Metern unterwegs.


Von der dritten Seillänge (7a) kann ich gleich mehrere interessante Shots präsentieren. Im ersten faltet sich Dani unter das Dach, dessen Überwindung die Crux dieser Länge präsentiert... 


Hier nun me myself im Nachstieg auf den letzten Metern, wo es nur noch ein bisschen Ausdauerkraft braucht (die zu jenem Zeitpunkt noch reichlich vorhanden war, wie man dem Blick entninmmt).


Das Video von derselben Stelle mit Hans als Akteur vermittelt dann einen guten Eindruck der Kletterei. Zur Audiospur sage ich jetzt mal: no comment...


Das folgende Bild zeigt gut die Steilheit zu Beginn der 4. SL (7b+), und dabei ist der Horizont erst noch ein bisschen schief. Einfach saumässig drückend die Wand hier. Gute Krallerleisten zwar, aber Rumtrödeln liegt ganz sicher nicht drin.


Das nächste Bild ist aus der kühnen, dynamischen Stelle am Ende von SL 5 (7a+). Von den beiden Griffen, die ich hier halte, muss an den Henkel hochgeschnappt werden. Freude macht mir hier (im Gegensatz zu diesem Bild), dass die Finger- und Handstellung nun optimal passt. Sowas macht man in dieser Situation natürlich nicht bewusst, doch im Boulderraum hatte ich stundenlang geübt, um präzise eine effiziente und möglichst wenig verletzungsanfällige Position automatisch einzunehmen.  


Die 6. SLhat sich als nicht sonderlich fotogen entpuppt, darum geht es hier nun gleich mit der kühnen 7. SL (7a) weiter, von welcher gleich mehrere Shots folgen. Es handelt sich um technisch anspruchsvolle Kletterei, welche einfach richtig Biss braucht.


Diffizil ohne Ende, zwischen mir und dem Wandfuss, der mehrere Hundert Meter tiefer liegt nur Luft...


Die Länge bleibt anhaltend bis ganz zum Ende, wo noch eine Querung auf Reibung und an Slopern wartet. Mehrere Meter über dem Haken natürlich, es gilt, kühles Blut zu bewahren.


Der Start in SL 8 (7b+), kompakte Wand, technisch und kräftig zugleich.


Die letzten Meter dieser SL dann gemütlich und an der Sonne genussvoll.


Das war's! Der Autor vor dem Abstieg über die Westflanke. Hinten die Jungfrau (4195m) und ihre Trabanten. 


Montag, 20. August 2012

Eiger / Genfer Pfeiler - Deep Blue Sea (7b+)

Den Eiger mit Sportklettern zu assoziieren, da denken viele, das sei grundfalsch. Doch dabei ist es gerade anders herum: wenn man es nicht tut, so verpasst man etwas! Nämlich zum Beispiel die Deep Blue Sea. Ich habe ja nun wirklich schon sehr, sehr viele MSL-Touren in vielen verschiedenen Gebieten beklettert. Doch nicht nur aus einer Laune heraus, sondern nach reiflicher Überlegung kann ich sagen: die Deep Blue Sea ist echt das Beste, was mir bisher unter die Finger gekommen ist. Ambiente, Linie, Ausgesetztheit, der gerade im richtigen Mass griffige Fels mit Leisten, Löchern und Querschlitzen, die beständig athletisch-anhaltende Kletterei, das wird einfach kaum mehr zu toppen sein!

Übersicht und Fototopo mit Routenverlauf der Deep Blue Sea am Genfer Pfeiler des Eigers 
Bei all dem Lob, um die Route zu wiederholen, müssen die Bedingungen gegeben sein. Das heisst, eine stabile Wetterlage, ohne Gewitter, hochsommerlich warm (>= 30 Grad im Flachland, möglichst hohe Nullgradgrenze und wenig Wind), und auch möglichst trocken im Vorfeld, denn sonst könnte noch Nässe drücken. Und nicht zu vergessen: "Strom i dä Hosä", sprich Fingerkraft, Ausdauer, technische Fertigkeit und eine solide Vorsteigerpsyche.

Da kam das Weekend mit der perfekten Wetterlage, mit Hans war auch ein motivierter Tourenpartner bereit. Obwohl die Route schon lange einen Traum von mir darstellt, entschied ich mich nach reiflicher Überlegung dagegen - ich schien einfach (noch?) nicht bereit, die ganze Herausforderung im Vorstieg zu meistern. Geändert wurden die Pläne dann mit einen SMS von Dani, der kurzfristig einen Partner für den Eiger suchte. Statt einem einzigen konnte ich ihm nach kurzer Rücksprache mit Hans zwei anbieten, und nach einigen Telefonaten war es dann gebongt, und der Aufbruch schon nahe.

Doppelter Eiger. Von oben gesehen ist das Beschneiungs-Reservoir allerdings keine Zierde.
Wir entschieden uns schon am Vortag anzureisen. Einerseits, um genügend Zeitreserven für die Tour selbst zu haben und sie auch sicher zu Ende klettern zu können. Andererseits erwarteten wir auch mehrere Seilschaften mit dem gleichen Ziel wie wir, und so wollten wir uns mit einem frühen Aufbruch die Pole Position sichern, um nicht ins Gedränge zu kommen. Weil das Guesthouse am Eigergletscher nicht mehr geöffnet ist, muss entweder auf der Kleinen Scheidegg übernachtet werden, oder dann ist ein Biwak fällig.

Der aussichtsreiche und komfortable Biwakplatz auf dem Rotstock (2663m) ist erreicht.
Wegen dem perfekten Wetter entschieden wir uns für das Biwak. Unmittelbar oberhalb der Station Eigergletscher gibt es sehr gute Möglichkeiten dazu, und bei entsprechendem Verhalten wird dies auch toleriert. Man kann aber gut auch noch weiter oben schlafen, eigentlich auf dem ganzen Zustieg zum Genfer Pfeiler findet man geeignete Möglichkeiten. Wir stiegen schliesslich auf den Rotstock und legten unsere Matten und Schlafsäcke auf die flachen Platten an dessen Gipfel. Hier gab es Abendsonne und Panorama satt, einfach perfekt!

Sonnenuntergang, danach Tausende Sterne und Sternschnuppen satt. Fantastico!
Nach einem Travel Lunch legten wir uns schon bald aufs Ohr. Am nächsten Morgen brachen wir um 6.40 Uhr auf und erreichten in ca. 30 Minuten den Fuss des Pfeilers. Wir entschieden uns für das Abseilen über die Freakonomics. Hier erreicht man in 3 steilen, ja gar überhängenden Abseilern das Einstiegsband. Meines Erachtens die viel bessere und auch schnellere Option als die alte Piste weiter westlich, da nicht geröllig und von Steinschlag gefährdet, besseres Hakenmaterial, und die lange Querung zum Einstieg entfällt auch. Bis wir aufgerödelt und zum Einstieg bereit waren, verging nach unserer Ankunft nochmals rund eine Stunde, d.h. um ca. 8.10 Uhr konnte es losgehen.

So sieht es am Einstieg aus. Wenn man über Freakonomics abseilt, muss man nur etwa 40m weit queren.
SL 1, 6b+: Die Einstiegsplatte ist für alle Touren am Pfeiler ähnlich. Die Kletterei knapp senkrecht, mit guten Horizontalleisten gespickt und genussvoll. Während der Beginn gut abgesichert ist, wartet nach dem 5. BH ein 15m-Runout. Die Kletterei dort ist aber recht easy (ca. 6a+) und man kann auch mal einen zweifelhaften Camalot in einen Querschlitz stopfen. Ein Sturz ist aber keine Option. Die Crux dann vom letzten Bolt an den Stand, technisch anspruchsvolle Wandkletterei, mit den schwersten Moves etwa 2-3m über dem Haken. (50m, 6 BH, xx).

Blickt man vom Einstieg nach oben, dann schluckt man schon leer. Sieht irre steil aus die Wand...
SL 2, 6b+: Hier wird das Gelände nun schon überhängend. In einem geschickten Rechtsbogen führt die Route aber noch mit gemässigten Schwierigkeiten hoch. Der Fels ist recht gut, rötlich und mit Tropflöchern. Wohl ist nicht alles zu 100% solide, aber für einen geübten alpinen Sportkletterer sollte das total problemlos sein. (4 BH, 35m, xxx).

Die ersten beiden Längen sind ideal zum Aufwärmen. Dani in SL 2, 6b+.
SL 3, 7a: Achtung, nicht nach links zum Verhauer-BH klettern, sondern rechts über das Dacherl hinweg. Es ist gar nicht so einfach, den Henkel an der Dachkante zu erlangen, danach gilt es, sehr athletisch und powerig darüber hinweg zu kommen. Am einfachsten geht es, indem man in den Spalt eines etwas abgetrennten Blocks greift und volle Pulle dülfert. Man versucht ihn so nun aber wirklich, mit voller Kraft aus der Wand zu reissen. Zum Glück aber blieb er dort..., denn die Nachfolger-Seilschaft war gerade mit der Einstiegsplatte beschäftigt und exakt in Schusslinie (!!!). Nach der Dachcrux geht es erst etwas einfacher und griffig dahin, vor dem Stand fordert dann eine athletische Passage an Leisten und Seitgriffen nochmals Power (6 BH, 35m, xxx).

Kleiner Stunt zu Beginn von SL 3, 7a. Aber kein Problem für ihn, er putzt ja jeweils seine Zähne auch in dieser Stellung ;-)
SL 4, 7b+: Vom Stand deutlich nach links queren und dann gerade hoch. Hier folgt gleich die Cruxzone mit sehr athletischer Kletterei an eigentlich ganz guten, aber kleinen Leisten und ordentlicher Steilheit. Saumässig pumpig, und so muss ich mich prompt kurz bevor es wieder etwas griffiger wird ins Seil setzen - schade, mit dem kompletten Flash-Nachstieg wird also nix. Anhaltend kräftig geht es weiter, wer Reserven hat, kann hier und da etwas schütteln. Nach einer Rechts-Links-Ecke wird es kurz nochmals markant schwerer, bevor es dann etwas einfacher, zuletzt einem Riss entlang (dort weiter Runout, aber gute Cam-Möglichkeit), zum Stand geht (7 BH, 35m, xxx(x)).

Hans steigt nach in SL 3, 7a. Nach dem Dach zu Beginn hier nochmals kräftig. Unten die Nachfolger in SL 1, genau in Schusslinie.
SL 5, 7a+: Man schaut hoch, sieht die weiträumige Absicherung und denkt "dann wird es vermutlich nicht so schwer sein". Ist nicht ganz falsch, die 15-20m bis zum 3. BH sind ca. 6c+, griffig-steil-anhaltend, runterfallen ist eher weniger empfehlenswert. Vom 3. BH geht es dann nur 1m zum 4. BH, über den Wulst hinweg folgt die erste Crux, powerige Leistenkletterei. Nach 2-3m wird es wieder griffiger, aber es bleibt anhaltend (ca. 6c+/7a-Gelände) und der nächste Bolt folgt erst etwa 6m später (!!!). Ein Sturz wäre ungefährlich, aber weit. Dann nochmals ein weiter Abstand in Henkelgelände, etwas rechts halten, BH klippen, athletisch hoch, nochmals klippen und dann die zweite, kühne Crux: nach rechts traversieren, dynamisch hochschnappen (BH ist ca. 1.5m links bei den Füssen), auflösen und an griffigen Leisten anhaltend hoch zum bequemen Stand in der Nische. Das Beste vom Allerbesten: einfach der Oberhammer, diese SL (7 BH, 50m, xx)!!!

Anspruchsvoll, aber der Oberhammer: SL 5, 7a+. Dani auf dem weiten Weg zum 2. BH dieser Länge. Bitte nicht runterfallen...
SL 6, 7a+: Linksquerung aus der Nische raus, und athletisch-griffig über den Wulst hinweg. Es folgt athletische Ausdauerkletterei an schönen Leisten, Löchern und Querschlitzen. Auch hier muss deutlich über die Haken gestiegen werden, jedoch ist das hier für die Psyche deutlich komfortabler als die SL zuvor. Die Crux folgt dann vom letzten BH zum Stand: entweder rechtsrum an Seitgriffen oder gerade hoch an kleinen Leisten mit Abschlussschnapper. Beides geht, Dani schien es rechtsrum logisch/einfacher, mir hingegen direkt (30m, 5 BH, xxx).

Quergang zu Beginn von SL 7, 7a. Hier kann auch der Nachsteiger einen ordentlichen Sturz hinlegen. Aber Hans packt's!
SL 7, 7a: Vom Stand weg mehrere Meter nach rechts-abwärts queren, hier muss auch der Nachsteiger parat sein, auch wenn es nicht so schwer ist (ca. 6b/c). Danach geht es los, und es hört bis zum Stand nicht mehr auf mit der anhaltend anspruchsvollen Kletterei. Erst athletisch an Leisten, dann einem kniffligen Riss entlang, schliesslich etwas weniger steil und technischer/feiner werdend an Tropflöchern, mit einer kühnen Surprise zum Schluss, wo ein Dach in einem Linksbogen um- bzw. überklettert wird. Die Absicherung auf der ganzen Länge voll obligatorisch und teilweise richtig weit! Gut, ich bin ja im Nachstieg, muss mich aber an einer Stelle wegen ausgehendem Saft ins Seil setzen, wo ich kaum daran zu denken wage, wie weit da ein Sturz geworden wäre. Aber, das muss man auch sagen, er wäre ins Leere gegangen und ungefährlich gewesen. Auch schien mir diese SL im Vergleich zum Rest hart bewertet, sprich sogar schwerer als die beiden 7a+ zuvor. Dieser Eindruck liegt aber vielleicht daran, dass ich die beiden 7a+ mit vollem Einsatz auf dem letzten Hemd geflasht hatte, und nun bereits platt war (50m, 8 BH, xx).

Die letzten Meter von SL 7, 7a. Hans steht schon über dem letzten BH, und zum Stand hin ist es noch echt schwer!
SL 8, 7b+: Hier hat sich wohl schon manch einer gedacht "würde die Route doch dem einfacher wirkenden (dafür wohl etwas brüchigen) Riss entlang führen". Aber nein, die Erstbegeher haben den schweren Weg links durch die kompakte Wand gewählt. Und da wartet nochmals eine Stelle im Grad 7b+, pressig an Seitgriffen, schwer zum Hinstehen, kräftig und technisch zugleich. Erst ganz gut unterwegs, flatze ich doch plötzlich ab... wird wohl schon manchem so gegangen sein. Nach dieser Passage quert man an guten Löchern in den Riss, folgt diesem kurz und hält dann rechts in die leicht splittrig/schuppige Wand hinaus, wo nochmals eine athletische Passage über 2 BH (ca. 7a) folgt. Dann erreicht man endlich weniger steiles Gelände, quert nach rechts hoch (!!!) und klettert über eine Reibungsplatte mit schönem, rauhen Fels zum Stand (7 BH, 50m, unten xxxx, oben xxx).

Hier darf die Anspannung nun abfallen. Gemütliche Reibungsplatte mit Tiefblick zum Schluss von SL 8, 7b+.
SL 9, 4c: Abschlusslänge zum Gipfel. Der Beginn in einer engen Rissverschneidung gar nicht so einfach, ob das jetzt wirklich eine 4c ist? Keine Ahnung, ist aber auch egal. Danach wird das Gelände markant einfacher, der Fels ist nicht mehr so solide, insgesamt aber problemlos. Weit oben steckt nochmals ein BH als Zwischensicherung, ganz oben einer zum Nachnehmen. Diese sind offensichtlich gesetzt und gut auffindbar (2 BH, 50m).

Top of Geneva Pillar, ein wahrer Rummelplatz. Die werte Dame in Strassenschuhen hat eben ihren Basejumper-Freund zum Pilz begleitet.
Um 16.30 Uhr erreichen wir begeistert das Top. Das war jetzt einfach genial! Wir haben wohl viel Zeit gebraucht, aber sie uns (vor allem im oberen Teil) auch genommen, denn es war klar, dass es auf den letzten Zug um 18.10 Uhr reichen würde. So haben wir uns an den Standplätzen stets etwas verpflegt, und Unterarmen und Bizeps die nötigen Ruhepausen gegeben. Wie vermutet waren die Kletterbedingungen sehr angenehm. Zum Sichern war eine Softshell auf jeden Fall dienlich, geklettert bin ich jeweils im leichten Faserpelz-Pulli. Und ja genau, ich hatte mich für eine dünne, lange Unterziehhose entschieden, was goldrichtig war. Für "Hitzige" wäre es bei diesen Rekordtemperaturen auch ohne gegangen, denke ich.

Die Abstiegsrinne mit den Fixseilen. Diese und die Personen sind mit scharfem Blick knapp erkennbar.
Etwas verblüfft sind wir zu sehen, wie viel Volk sich in der Eiger-Westflanke tummelt. Bergsteiger im Abstieg vom Mittellegi, Base-Jumper und ihr Anhang, teilweise Leute die null Alpinerfahrung haben und mit Halbschuhen unterwegs sind! Aber OK, es ist auch niemand in Schwierigkeiten und wir selber sind auch nicht viel besser, machen wir uns doch in den Kletterfinken auf den Weg zurück zum Depot. Das geht problemlos, natürlich muss jeder für sich selber entscheiden, ob er (Turn!)schuhe mit die Route hochnehmen will, nötig ist es auf jeden Fall nicht. Erwähnt sei hier auch noch, dass die Route auch gut mit Hilfsseil und Haulbag gemacht werden kann, ausser in SL 1 und SL 9 ist es stets überhängend.

Für den Abstieg quert man etwas in die Westflanke hinein und hält dann sobald wie möglich nach unten (Steigspuren und Steinmänner vorhanden). Dies führt einen zur Rinne, wo ein Fixseil ein rasches Absteigen bzw. Abseilen erlaubt, so dass man vom Fuss der Westwand des Genfer Pfeilers in einer kurzen Traverse rasch das Depot beim Freakonomics-Abseilstand erreicht. Man könnte scheints auch weiter in die Westflanke hineinqueren und dort in etwas einfacherem, aber unversichertem Gelände absteigen - dazu kann ich mich aber nicht genauer äussern.

Der m.E. beste/einfachste Zu- und Abstieg zum/vom Genfer Pfeiler, ca. T5, Fixseil-Rinne ist gepunktet. Andere Varianten sind auch möglich.
Wir indessen machen uns an den Abstieg, laden unterwegs noch unser zurückgelassenes Biwakmaterial auf und wünschen der Seilschaft, die mit dem gleichen Ziel wie wir dort inzwischen Lager bezogen hat, für die morgige Tour viel Glück. Mit komfortabler Reserve erreichen wir die Station Eigergletscher, es reicht noch für einen Most zu trinken und ein Souvenir für die Familie zu kaufen. Die Kinder müssen zwar heute leider nochmals ohne Papi ins Bett, bzw. er muss das Schlaflied via Telefon singen, doch für diese Tour hat sich jeder Aufwand und jede Unannehmlichkeit mehr als gelohnt!

Mein Traum, mein Ziel und gleichzeitig mein Vorsatz ist es, Kraft, Technik und Psyche weiter zu verbessern, so dass ich diese Route dereinst komplett im Vorstieg Rotpunkt werde meistern können! Mal sehen... und ab in den Boulderkeller.

Facts

Eiger - Genfer Pfeiler - Deep Blue Sea (7b+, 7a obl.) - 9 SL, 320m - Ruhstaller/Rathmayr 2001/2002 - *****, xx-xxx
Material: 12 Express, Camalots 0.3-1, evtl. 2. 2x50m Seile reichen gut, ein Rückzug ab Stand 7 erfordert 2x60m oder Bastelei.

Mit Sicherheit eine der besten und eindrücklichsten MSL-Touren im ganzen Alpenraum, besser geht es kaum mehr. Die Kletterei ist fast durchgehend überhängend und athletisch, der Fels vorzüglich und griffig mit Henkeln, Leisten, Tropfloch-Kratzern und teilweise grossen, sloprigen Löchern. Linie, Erlebniswert und Ausgesetztheit sind einmalig. Die Absicherung ist als eher fordernd zu bezeichnen: es stecken solide Bolts, welche die Schlüsselstellen gut absichern und für Wiederholer fair platziert sind. Den Grad 7a sollte man allerdings auch 3m über der letzten Sicherung draufhaben, sonst kann man sich auf viele Flugmeter einstellen. Dank der steilen, kaum gegliederten Wand würden aber auch weite Stürze bei entsprechend dynamischer Sicherung vermutlich glimpflich ausgehen.

Wissenwertes

  • Der Einstieg der Route befindet sich zentral am Genfer Pfeiler und ist mir einem einzelnen Bohrhaken (verzinktes, nicht-kommerzielles Plättli mit kleiner Öse, wo nur 1 Karabiner Platz findet) markiert. Von Westen her kommend passiert man zuerst den Einstieg der Freakonomics (1 Inox-BH, Cassin-Plättli mit grosser Öse), und danach 1 Projekt (1 Inox-BH, nicht-kommerzielles (Irniger)-Plättli) mit grosser Öffnung.
  • Eine in Stil und Sicherungsabständen ähnliche Route finde ich die Sternschnuppe an den Wendenstöcken. Auch dort will im einfachen, griffigen Gelände oft weit über die Sicherungen hinausgestiegen werden, die Bolts kommen aber zuverlässig, bevor es wieder schwer wird. Man beachte bei diesem Vergleich: die Sternschnuppe ist 2 volle Buchstabengrade einfacher (6c+, 6b obl.), also eine ganz andere Schuhnummer.
  • Der Fels ist wie erwähnt fast durchgehend sehr gut, und Steinschlag aus höheren Zonen droht ob der Steilheit keiner, d.h. die Route ist mindestens ebenso sicher wie jede Tour an den Wendenstöcken oder im Rätikon. Man beachte jedoch, dass in den SL 2-3 gelöste Steine exakt die Einstiegslänge bzw. den Stand am Routenanfang treffen. Klettert jemand dort, ist es durchaus denkbar, dass in den SL 2-3 ein Griff oder Tritt ausbricht.
  • Obwohl nur 9 SL, bzw. sogar nur 6 schwere SL warten, braucht eine Begehung ihre Zeit. Die Schwierigkeiten sind anhaltend und die Seillängen lang. Die 10 Stunden von Ankunft der ersten Bahn auf Eigergletscher (8.10 Uhr) bis zur Abfahrt der letzten (18.10 Uhr) sind für schnelle Seilschaften gut machbar. Grosse Verzögerungen und Wartezeiten liegen aber nicht drin, denn der Zustieg zum Depot dauert etwa 1 Stunde, Bereitmachen und Abseilen etwa 45-60 Minuten, und der Abstieg auch nochmals etwa 1 Stunde.
  • Ein Rückzug aus dem unteren Teil der Route erfordert Abseilen auf das Einstiegsband, eine Traverse auf dem Band (teilweise Fixseile und einige BH) und danach ein Hochklettern der alten Abseilpiste. Diese umfasst 3 SL (35m, 35m, 10m) mit Schwierigkeiten von ungefähr 4a. In den steilen, schwereren Abschnitten ist der Fels meist fest, in den flacheren Abschnitten hingegen von viel Geröll bedeckt. Auch ist die Wand oft nass. Fixe Zwischensicherungen sind keine vorhanden, in der untersten SL sind aktuell (Sommer 2012) einige Seile in desolatem Zustand präsent. Der erste und der zweite Stand weisen je 1 Inox-BH auf, plus NH, sowie alte 8er-BH. Fazit: im Notfall machbar, aber nicht wirklich empfehlenswert!
  • Wie oben im Text erwähnt, ist es nicht hochsommerlich warm, windstill und mit trockenen Vortagen, so ist die Kletterei höchstens für Hartgesottene geniessbar. Die Sonne bescheint den Genfer Pfeiler erst ab dem späteren Nachmittag (ca. 17.00 Uhr), man wird also praktisch den ganzen Tag im Schatten klettern.
  • Im Zu- und Abstieg von dieser Route befindet man sich im Gefahrenbereich des grossen Hängegletschers, der immer wieder Brocken abwirft. Daher ist ein Abstieg über den Klettersteig Rotstock keine dumme Idee. Man kommt so auch wieder in der Nähe des Einstiegs vorbei und kann ein allfälliges Depot aufheben. Mein Beitrag gibt noch mehr Hinweise.
  • Hier geht es zur Galerie mit weiteren Fotos und einem Video aus der Route.

Dienstag, 14. August 2012

Rätikon / Schweizereck - Schatila (7c)

Nach seiner Hochzeitsreise soll es heute die erste MSL-Tour der Saison zusammen mit Dani werden. Während es ihn immer magisch an seine Hausberge zieht, kann ich ihn dann doch für das auch nicht ferne Rätikon begeistern. Ans Schweizereck soll es gehen, dort haben wir zusammen schon die Solo Para Locos geklettert. Da er die Lilith kennt, und ich bereits Intifada und Schweizerzoo gemacht habe, ist die Schatila die logische Wahl.

Auf gut ausgeebneter Piste erreichen wir den Melkplatz und im Nu über den kurzen Drahtseil-Klettersteig den Einstieg. Regenfälle in den vergangenen Tagen hinterlassen in den Wänden ihre Spuren in Form von schwarzen Wasserstreifen. Für uns sieht es aber recht gut aus, soweit man die Linie verfolgen kann, ist es trocken. Die Intifada andererseits, die wäre nicht gegangen. Aber logo, irgendwie müssen all diese Tropflöcher ja auch entstehen. Als wir am Einstieg sind, macht die Schatila ihrem Namen alle Ehre: die Sonne kommt hier erst nach der Mittagszeit um die Ecke, und dementsprechend etwas frostig-kühl ist die Atmosphäre. Der hartgesottene Sportkletterer würde von idealen Bedingungen sprechen, der Geniesser zieht seine Softshell an. Angemerkt sei an dieser Stelle auch noch, dass die Route ihren Namen nicht wegen ihrer Lage, sondern wegen diesem dunklen Kapitel der Zeitgeschichte erhalten hat.

Die Wand am Schweizereck mit Routenverlauf und Schwierigkeiten
Ich beschliesse schon am Einstieg, mich heute für einmal mit dem Nachstieg zu beschränken. Es wäre schade, im Vorstieg etwas zu "verheie", denn Dani hat hier Chance und Ambitionen für den kompletten Onsight-Durchstieg. Ausserdem kenne ich die Wand, und von der Intifada her weiss ich, dass auch die einfacher bewerteten Längen Knacknüsse sind, die mit manchmal weiträumiger, ganz sicher aber obligatorisch gehaltener Absicherung fordern. Um etwa 9.30 Uhr sind wir bereit und steigen ein.

SL 1, 45m, 6c: noch recht gemütliche Seillänge mit plattiger Wandkletterei in einigermassen strukturiertem Fels. Die Absicherung kann man als einigermassen gut bezeichnen, zwischen dem zweiten und dritten BH ist der Abstand allerdings so gross, dass man durchaus einen Bodenleger fabrizieren kann, wobei man dann sicher nicht mehr auf den eigenen Füssen ins Tal gelangt. Sechs Bolts auf 45m Kletterstrecke sind halt nicht der Luxus, zumal die Kletterei jetzt nirgends wirklich einfach ist.

SL 2, 25m, 7a: vom Stand ein noch gut gangbarer, plattiger Quergang nach rechts, dann nach links, entlang einer schwach ausgeprägten Schuppe hoch. Die Crux, ein Gegendruck-Bewegungsproblem folgt schon bald, ist aber mit nahe steckenden BH gut abgesichert. Hier hänge ich dann schon das erste Mal im Seil... Im Vorstieg richtig fordernd ist auch der Schluss, wo es etwa 7-8m im plattig-sloprigen Runout an den Stand geht. Hier sollen sogar schon 8B+ Boulderer gescheitert sein...

Sieht einfach aus, ist aber die erste sackschwere 7a-Stelle in SL 2, der kritische Blick ist voll berechtigt
Reibung total auf glattem, abschüssigem Fels: der Runout zum Schluss von SL 2.
SL 3, 25m, 7a+: gleich vom Stand weg richtig schwere, technisch äusserst anspruchsvolle Kletterei. Vernünftige Griffe und Tritte gibt es hier kaum, dennoch kann und muss man sich irgendwie hochzaubern, was mir an einer Stelle nicht auf Anhieb gelingt. Die Absicherung an dieser Stelle +/- wie im Klettergarten, ob der anhaltenden Natur der Sache aber ziemlich obligatorisch. Oben raus dann nicht mehr ganz so schwer und natürlich wieder plattig-sloprig. Einfach? Denkste!

Abadakabra Simsalabim... Hypertechnisches Geschurbel zu Beginn von SL 3, 7a+. Magische Kräfte könnten nötig sein.
SL 4, 35m, 6c+: sehr schöne, steilere und nun auch endlich etwas griffigere Seillänge. Weitgehend ist die Kletterei recht gemütlich im 6b+/6c-Bereich, nur die Crux will natürlich auch wieder deutlich über dem Haken bewältigt werden. Alles safe hier allerdings, und im Nachstieg kann ich hier auch problemlos durchsteigen.

Poweriger Kreuzzug, aber wenigstens mal sowas wie richtige Griffe. Crux von SL 4, 6c+.
SL 5, 25m, 7c: Achtung, hier muss man links halten, rechts führt eine im neusten Panico-Führer unverständlicherweise nicht mehr verzeichnete Verhauer-SL in die Sackgasse. Die Kletterei auch hier extrem technisch, die Wand schon steil, aber doch nur knapp senkrecht. Man muss an kleinsten Schüpplein moven, die Füsse meist auf Reibung, oder vielleicht mal an einem Tropfloch. Die Crux dann an einem leicht überhängenden Wulst, kleingriffig, athletisch und sehr untrittig. Im Prinzip gut und eigentlich klettergartenmässig abgesichert, aber sehr, sehr verpflichtend. Wer 7c in diesem Gelände nicht sauber draufhat, kommt hier nicht hoch. 

Man sieht's: Sloper soweit das Auge reicht, wenige Tropflöcher. Aber Henkel? Fehlanzeige. SL 5, 7c.
Zu sagen das seien die besten Griffe der Tour wäre übertrieben. Aber endlich was zum Halten am Ende von SL 5, 7c.
SL 6, 25m, 7a+: ab hier klettern wir nun endlich in der Sonne! So steil wie hier ist die Wand sonst nirgends, und tatsächlich gibt es nach dem Stand mal ein paar etwas grössere Griffe - allerdings alles Sloper, und gut hinstehen kann man auch hier nicht. Am steilen Wulst (d.h. der rechten Verlängerung des New Age Daches) setzt ein cooler Handriss an, wo man gar einige Klemmer benötigt. Diese SL kann ich nun recht easy durchsteigen, für mich fühlt sich das deutlich einfacher an wie SL 2 und 3. Auch die BH-Absicherung ist prima.

Eigentlich die einzige überhängende Stelle der Route, der Beginn von SL 6, 7a+.
SL 7, 35m, 7a: sehr schöne, plattige Kletterei in nun ausreichend strukturiertem, etwas kantigerem und rauherem Fels, so wie man es sich z.B. von den Kirchlispitzen gewohnt ist. Die Schwierigkeiten auch einigermassen überschaubar, gefühlt (bis auf SL 1) die bisher einfachste Sequenz. Unter dem Stand dann aber der Stopper: das grasige Gelände, wo sich der Stand befindet, sifft hier die ganze Wandpartie voll. Weil das öfter der Fall sein dürfte, ist der Fels belagig und daher alles super-glitschig. Der Hakenabstand ca. 8m, mit ungünstigem Sturzraum auf ein Bändchen. Schwierigkeit vielleicht so 6b - Dani meint, für ihn unpassierbar, er habe Angst um seine Fussgelenke, und kommt runter.

Endlich etwas rauherer und kantigerer Fels in SL 7, 7a.
Ich will mal den wesentlichen Teil dieser Länge noch klettern und oben nachschauen, ob ich mit mehr Reichweite vielleicht etwas ausrichten kann. Das scheint ganz und gar nicht der Fall zu sein, und ich sehe mich vor dem geistigen Auge mit kaputten Füssen in Kalymnos am Strand sitzen, während meine Freunde alle am Klettern sind. Dieses Risiko ist es mir dann doch nicht wert. Zuletzt probiert es Dani nochmals, mit dem gleichen Fazit: unpassierbar. Schade, so geben wir halt 25m unter dem Ausstieg auf. Dani baut die SL tschechisch ab (wuuaaahhh!). Mit 4x Abseilen sind wir danach zügig am Wandfuss und treten den Heimweg an. Schweizereck, du hast es mir wieder mal gezeigt!

Bye bye Schweizereck. Das nächste Mal dann die Lilith?!?
Facts

Rätikon - Schweizereck - Schatila 7c (7a+ obl.) - Wyser/Tischhauser/Steiner/Morel/Götz 1992 - 8 SL, 240m - ****, xxx
Material: 10 Express, 2x50m-Seil. Keile/Friends nicht nötig bzw. nicht Nutzen bringend einsetzbar.

Sehr anspruchsvolle, alpine Sportklettertour mit anhaltenden Schwierigkeiten. Auf den ersten 3 plattigen SL ist der Fels abschüssig-glatt und weist nur mässige Reibung auf, diese sind noch nicht so das Gelbe vom Ei. Danach wird die Kletterei etwas steiler, der Fels bleibt aber knapp strukturiert: häufig kleingriffig, schwer zum Stehen, Henkel und richtige Füsse gibt es nicht, insgesamt sehr anhaltend. Die BH sind an den schweren Stellen nie weit auseinander bzw. fast wie im Klettergarten vorhanden, die Sache ist aber dennoch sehr verpflichtend. Man kann sich hier halt einfach nicht an den Bolts zum nächsten guten Griff hochziehen, sondern muss praktisch jeden Meter ehrlich klettern. Bei wenigen einfacheren Stellen im Grad 6b, immer noch im plattig-anspruchsvollen Gelände, gibt es Runouts von bis gegen 8-10m, wo man sich bei Stürzen weh tun kann. 

Wissenswertes

  • Ein dem Führer Schweiz Extrem (Edition Filidor, 1994) entnommenes Topo, das von alpinrouten.de stammt, ist unten 'verhotlinkt'. Auch wenn nicht viele Details vorhanden sind reicht es für eine Wiederholung der Route problemlos aus.
  • Die Sonne bescheint den Einstieg ab ca. 12-12.30 Uhr, die steilen Längen im Mittelteil der Route sind sogar bis gegen 14 Uhr im Schatten. Ausser an hochsommerlich heissen Tagen mit >= 30 Grad im Flachland ist es im Schatten eher ungemütlich, und man steigt besser erst mittags in die Wand ein.
  • Achtung, bei Südwind (Föhn) bildet das nahe gelegene Schweizertor den einfachsten Übergang für die Luftmoleküle und entfaltet so eine Düsenwirkung. Dies ist bei der Wahl des Begehungszeitpunktes nebst dem Sonnenstand auch noch zu berücksichtigen.
  • Ein gutes Trainingsgebiet für die Anforderungen in der Schatila ist das Schibenchnölli oberhalb von Amden. Es wurde auch vom Duo Götz/Wyser erschlossen und bietet ebenso technisch anspruchsvolle Kletterei mit verpflichtender Absicherung.


Montag, 13. August 2012

Pizzo Badile - Via Cassin (6a)

Bereits auch schon wieder 4 Jahre ist es her, seit ich mit meiner Frau Ricardo Cassins berühmte Route durch die NE-Wand des Pizzo Badile begehen konnte. Ein unvergessliches Erlebnis und ein perfekter Tag. Selber mit diversen Topokopien unterwegs, und mit keiner davon restlos zufrieden, fertigte ich in den Tagen danach selbst eine Skizze an. Wir hatten mit eigenen Augen einen üblen 20m-Sturz mit anschliessender Helikopter-Rettung beobachten müssen, weil sich eine Seilschaft in ungutes Gelände verstiegen hatte. Meine Hoffnung war ein Stück weit, derlei Missgeschick zukünftig verhindern zu können, und dem Kletterer eine möglichst akkurate Vorstellung des Routenverlaufs zu geben. Im Laufe der Zeit erreichte mich hin und wieder ein dankendes Feedback, und ich nahm auch wahr, wie meine Skizze auf diversen Portalen Verbreitung fand. Heute erreichte mich nun dieses Mail von Roberto, einem italienischen Kletterer.

Nach der Via Cassin, kurz vor dem Gipfel. Dem Himmel näher als der Erde, so fühlte es sich an!

Many years ago I climbed the north ridge of Pizzo Badile. It was the day that Ricardo Cassin repeated his own route and I saw the great man reach the summit and fly away in a helicopter. I had no clue of what was going on and it felt like seeing a ghost! Anyway, I decided that I had to do his route some day.

It has taken 25 years for that wish to be realized: I climbed the Cassin route last Saturday. It was a beautiful day and in spite of some waiting at the hard pitches all went perfectly. In the documentation phase I had come across your topo and I had it on the route, together with several other descriptions. I found it to be the most useful by far!

Waiting on the cengia mediana I watched one party - who evidently did not have it - overshoot the left dihedral and then struggle to reach the right one. Talking to other parties at the Gianetti hut, I met another Italian who had the same map and he had also come to the same conclusion. I thought you might be pleased to hear that. In fact, from the above you should be able to make an educated guess of the number of people that you have helped in this way. On behalf of us all, thank you for the accurate information.

Best wishes, Roberto

Darum präsentiere ich an dieser Stelle gerne nochmals mein Topo (PDF) zur Cassin-Route am Pizzo Badile. Für weiteres Bildmaterial und etwas Text dazu verweise ich an jene Stelle, wo ich früher markante Routen dokumentiert habe. Viel Spass Euch allen, die Cassin ist echt eine Traumroute, welche eine Begehung auf jeden Fall lohnt!


Sonntag, 12. August 2012

Paschga - Früchte des Zorns (8a)

Nachdem ich am letzten Wochenende meine Sammlung der schweren Paschga-Touren in der linken Wandhälfte (Big Ben 7b+, Gore Tex 7b+, Hooligan 7c, Anatexis 7b, Ramadan 7b+) rasch und beinahe mühelos hatte komplettieren können, schien es wie die logische Fortsetzung und Steigerung: die Wand rechts, mit den drei steilen und harten Routen Galgenvögel (8a), Früchte des Zorns (8a) und Nessie (8a+). Also wollte ich heute einmal einen Augenschein nehmen, ob sich auch da etwas machen liesse...

Doch ich muss leider berichten, dass mir die Früchte des Zorns und ihr Hakenmaterial das Fürchten lehrten. Ich kämpfte mich im Vorstieg nach oben und räumte dann Toprope aus, doch das war es für mich mit diesem Sektor: praktisch dieser ganze rechte Wandteil besteht aus hohlen, brüchigen Schuppen an denen teils auch noch volle Pulle gedülfert werden muss. Noch beunruhigender ist, dass die Bohrhaken ebenfalls in diesen Schuppen mit drin stecken. Das ist aber noch nicht alles: die Bolts sind alt, aufs Übelste verrostet, teils stehen sie sogar schon ein bisschen raus, alles in allem: ziemlich ungeschmeidig...



Wer jetzt sagt, statt motzen kannst Du ja sanieren: gut, schöne neue Inoxbolts in hohlen Schuppen ist sicher besser als alte rostige Bolts in hohlen Schuppen. Aber in diesen Bruch werde ich persönlich ganz sicher keine Haken setzen, denn sicher ist das nach meiner Meinung und meinem Gefühl auch dann nicht. Fazit: auch wenn es von Moves und Schwierigkeiten her interessante Projekte wären, ich werde in Zukunft die Finger von den Routen im rechten Wandteil lassen. Dieses Posting soll übrigens Information, und nicht Motztirade oder Beschuldigung sein. Wer die Touren klettern will: viel Glück und Erfolg, Routen und Haken existieren seit rund 20 Jahren, scheinbar hat bisher alles gehalten...

Freitag, 10. August 2012

Bockmattli - Prachtsexemplar (7a)

Für einmal nichts Neues, nur ein Bericht von unserer Wiederholung des Prachtsexemplars am Bockmattli. Der gestrige Tag entpuppte sich als ideal dazu: wir planten eine Begehung in der Abendsonne. Als wir um 14.00 Uhr im Innerthal aus dem Auto stiegen, stand eine fette Quellwolke über dem Berg, welche noch keine Sonne durchliess. Mit dem Bike strampleten wir bis oberhalb der Schwarzenegg hoch. Das geht gut, die steile Schotterstrasse braucht aber Kraft!

Crux-Plattenboulder in SL 3 (7a)
Nach kurzem Fussmarsch waren wir am Einstieg. Die Sonne machte sich immer noch rar. Wegen Durst, leicht gummigen Beinen und einfach weil die Fahne aufgezogen war, gingen wir die 2 Minuten rüber zur Hütte, um ein Cola zu trinken. Das gab Kraft, und der Sonne die Zeit, zum Vorschein zu kommen. Die Taktik ging auf! In der ersten Seillänge erfuhren wir noch, wie kalt es im Schatten und dem zügigen Aufwind hätte sein können. Danach gab es dann Sonne satt, so dass man bei Top-Bedingungen im T-Shirt klettern konnte. Simply perfect!

Mit +/- einer halben Stunde pro Seillänge rechneten wir. Dieser Zeitplan ging auf, auch wenn ich in der letzten 7a das Budget ob einigen Schüttelpausen bereits für den Vorstieg aufbrauchte. Für mich war es, so wie gedacht, eine super Trainingstour. Ich konnte die Rotpunktbegehung wiederholen, geschenkt war es allerdings gar nicht, ich musste mich richtig anstrengen. Auch wenn es meine Route ist, die ich an den meisten Stellen auswendig kenne, Langeweile kommt da keine auf - und ich werde ganz sicher weiterhin 1-2x pro Saison in die Tour gehen. Von wegen Rotpunkt: die SL 1, 4 und 6 machte Basti im Vorstieg. Souverän hat er geführt und sich den Katerflash geholt - vom letzten Mal blieben ihm kaum mehr Erinnerungen an die Kletterei, sagte er.

Am Top auf der Westschulter. Basti macht die Pose mit Fug und Recht: super geklettert heute!
Bezüglich der Schwierigkeiten gab es bisher ja etliche Rückmeldungen, und die Sache hat sich auf 6b / 6c+ / 7a / 6c / 7a / 6c / 5c eingependelt. In SL 2 musste ich aber auch gestern wieder fighten und es hat mich gepumpt. Für mich ist das der härteste Brocken in der ganzen Route, Basti ging es gleich. Sein O-Ton: "Das ist ganz sicher nichts mit einer 6 vornedran!". Fand ich bisher auch immer, etliche Wiederholer haben es aber anders gesehen. Spielt ja auch nicht so eine grosse Rolle. 

Um etwa 19.15 Uhr erreichten wir den Ausstieg. Wir wählten den Fussabstieg, in 15 Minuten waren wir retour am Einstieg, nach dem Zusammenpacken in 10 weiteren Minuten bei den Rädern, und von da in rasantem Downhill in 7 Minuten in Innerthal. So gesehen lohnt sich das harte Hochtrampen eben schon sehr! Auf jeden Fall war es ein super Tag in einer super Route. Ich weiss, Eigenlob stinkt und ich sollte mich mit dem Preisen der Tour zurückhalten, aber sorry, anders kann ich es einfach nicht ausdrücken. Auf jeden Fall, das seit einige Wochen wieder installierte Wandbuch zeigt, dass die Route regelmässig Besuch erhält und mittlerweile runde 20 Begehungen auf dem Buckel hat.

Wissenswertes

Bockmattli - Kleiner Turm Nordwand - Prachtsexemplar 7a (6b obl.) - M. Dettling et al. 2011 - 7 SL, 240m - ****, xxxx
Material: 10 Express, 50m Seil, evtl. Camalots 0.3-0.75 (nicht zwingend nötig)

Freitag, 3. August 2012

Chli Glatten - Erstbegehung von Uristier (6c+)

Welcher Kletterer aus der Region kennt sie nicht, die Felsmauer des Chli Glatten oberhalb vom Klausenpass? Ein dank kurzem Zustieg und sonniger Lage gern gewähltes Tourenziel mit gegen 40 MSL-Routen in steilem, griffigem Kalk. Nachdem ich alle Touren am markanten Südpfeiler wiederholen konnte, fiel mir in dessen rechtem Bereich eine noch unberührte Zone auf, welche eine vielversprechende Möglichkeit für eine Erstbegehung bot. Bereits im Herbst 2010 machte ich mich das erste Mal ans Werk, nun, im Sommer 2012, konnte ich das Projekt mit der Rotpunktbegehung abschliessen.

Wo soll es langgehen? Topostudium bei einer Wiederholung der Route Herbstwind, gedacht als Rekotrip für die neue Linie. Die 4. SL von unserem Uristier sollte dann wenige Meter rechts durch die kompakte Wand hochführen. Bild: J. Leuzinger.
Herzlichen Dank gebührt meiner Familie für die Unterstützung: insbesondere meinem Vater, welcher sich bereit erklärte, mich beim Bohren zu sichern. Vom festen Grund aus ginge das ja noch, doch mit dem Fortschreiten der Linie kämpfte er sich mit Haken und Ösen über die für ihn viel zu schwere Kletterei hoch, und obwohl die Standplätze recht bequem sind, gibt es dort dann natürlich auch keine Fauteuils. Dann weiter meiner Frau Kathrin für die Begleitung bei der Rotpunktbegehung und die intensive Bewertungsdiskussion, und meiner Mutter für das Kinderhüten bei dieser Angelegenheit, die wir am 1. August 2012 erledigen konnten. Ich fahre fort mit einem Bericht zu dieser Begehung, respektive einer Beschreibung der einzelnen Seillängen.

Yours truly am Bolten, bzw. im Cliff, bevor gebohrt wird - prima Fels in SL 1, 6c.
SL 1, 6c, 50m, 9 BH: Sehr schöner Auftakt in griffig-rauhem Fels. Eine erste Bewegungscrux an Slopern folgt schon beim zweiten BH, danach geht es in anhaltender Kletterei an kleinen Leisten nach rechts hoch an eine stumpfe Kante. Hier wartet die athletische Schlüsselpassage dieser Seillänge. Danach ist es noch nicht ganz gegessen, die folgenden Meter sind immer noch anhaltend, bevor die Kletterei auf den letzten 15m einfacher wird. Zuletzt erreicht man über das Grasband den Stand. Während ich die Seillänge beim Einbohren für eine 6b hielt, musste ich mich beim Durchsteigen jedesmal zusammenreissen um sie zu punkten. Somit stand 6b+ oder 6c zur Diskussion, weil Kathrin es richtig schwer fand, schlage ich jetzt mal das letztere vor.

Vamos! Auftakt zum kompletten RP-Durchstieg, hier in SL 1, 6c.
SL 2, 6c+, 50m, 10 BH, 1 NH: Die Seillänge startet mit sehr schöner Wandkletterei. Es gibt viele Aufleger, aber hier und da auch eine griffige Leiste. "Nur zum säge", den kleinen und einfachen Runout nach dem dritten BH habe ich so eingebohrt und danach 4x auf diese Weise geklettert. Um die Stelle komplett harmlos zu machen, habe ich beim Abseilen nach der RP-Begehung dann noch einen NH geschlagen. Bald darauf kommt die Crux, ein athletischer Zug über einen Wulst hinweg, gefolgt von überhängender Ausdauerkletterei. Zum Schluss noch einige einfachere Meter dem Riss entlang zum Stand. Dort sind die BH eher auf der linken Seite an der Seitenwand zu suchen. Die Schlüsselstelle dieser Länge hielt ich immer für eine potentielle 7a. Doch beim kompletten RP-Durchstieg fiel sie mir so leicht, dass ich zu 6c tendiert hätte. Kathrin hat mich dann auf den Kompromiss von 6c+ eingeschworen.

Kathrin folgt in SL 2, 6c+. Sorry für die schlechte Qualität, leider den Föteler vergessen und somit nur mit der Handykamera geknipst, und dort dann dummerweise auch noch eine hundslausige Auflösung eingestellt gehabt. Für einen Eindruck reicht es aber trotzdem...
SL 3, 6b+, 30m, 7 BH: Vom Stand nach rechts hinaus in griffig-rauhem Superfels. Leicht überhängendes Gelände, wo man dranbleiben muss. In der Mitte der Länge folgt dann ein etwas kniffliger Riss. Hier bin ich beim Bohren ganz rechts auf der Platte geklettert. Das ist schön, aber mir kam es beim Punkten selbst etwas unlogisch vor, so dass die meisten wohl den Riss klettern werden. Die BH können aber auch so gut eingehängt werden, somit null Problemo. Als Challenge wartet dann ein weiterer Überhang, erst die letzten Meter zum Stand hin versprechen etwas einfachere Kletterei. Insgesamt wohl zu hart für 6b, zu einfach für 6c, also 6b+.

Aus SL 3 ist kein Livebild verfügbar, dafür dieses sehr schöne Stimmungsbild vom Bohren im Oktober 2010.
SL 4, 6b, 20m, 5 BH: Super geniale Kletterei im Wenden-Style. Die leicht überhängende Wand ist fast unverschämt griffig, weist Schlitze, Rillen und Tropflöcher auf. Da muss man über einige Meter durchaus dranbleiben. Die Schlusspassage ist dann auch sehr originell: athletisch geht es über einen Wulst hinweg, als Griffe dienen mehrere grosse, etwas runde Löcher - fast wie in einem Emmentaler Käse. Obwohl nicht geschenkt, geht das wohl als eine 6b durch!?!

Super kompakter Fels und Kletterei im Wenden-Style: SL 4, 6b.
SL 5, 6b, 30m, 7 BH: Die ersten Meter dieser Seillänge führen durch für die Zone typischen "Klötzlifels". Ich habe hier mit etlichem Aufwand sämtlichen labilen Fels entfernt und sehr gut mit BH abgesichert, die auch alle in gesundem Fels stecken. Somit kann diese kurze, weniger schöne Passage problemlos und sicher beklettert werden. Die Crux dann erst athletisch mit weiten Zügen, schliesslich wird es feingriffiger und man muss technisch sauber manteln - hier ist der Fels übrigens schon längst wieder prima. Da ich kurz vor der RP-Begehung hier alle Griffe sortiert und studiert habe, fällt mir der Bewertungsvorschlag schwer. Ich denke, es könnte schon auch 6b sein, oder doch nur 6a+?!?

Manchmal ist durchaus etwas Biss nötig, um durchzusteigen!
SL 6, 6b, 20m, 3 BH, 1 SU: Obwohl man mit 50m-Seilen die beiden SL 5 & 6 verbinden kann, empfiehlt sich dies wegen Seilzug und Kommunikationsproblemen nicht, daher habe ich einen Zwischenstand eingerichtet. Die Crux geht nämlich aus der Nische/Höhle hinweg stark überhängend über den Wulst. Die BH-Abstände sind dort wohl kurz, der Sichtkontakt zum Belayer am Zwischenstand ist aber für eine zuverlässige Sicherung dennoch von Nutzen. Zuletzt dann erstaunlich anhaltend und ausdauernd zum Stand (mit Wandbuch) unmittelbar vor der flachen Wiese. Dieser ist bis zuletzt nicht so gut ersichtlich, im Zweifelsfall nach der Sanduhr auf der rechten Seite suchen! Direkt über die Haken geklettert würde ich hier sicher nochmals 6b vorschlagen. Evtl. kann der erste Wulst linkerhand etwas einfacher bewältigt werden, wie gut man von dort die BH klippen kann, weiss ich aber nicht. Diesen linken Weg habe ich bewusst vermieden, weil der danach in weniger schönes Gelände führt, und der Ausstieg aus der Nische toll, athletisch und in bestem, griffigem Fels ist.

Es wartet auf Deinen Besuch! Allerdings muss man bis zum letzten Meter dranbleiben!
Die RP-Begehung gelang mir mühelos, ohne dass ich je Kämpfen musste. Wie oben erwähnt war ich deshalb darauf und daran, alle Bewertungen nach unten zu korrigieren. Weil Kathrin vielerorts aber ganz schön am Anschlag war, hat sie sich hier etwas dämpfend auf die Bewertungsdeflation ausgewirkt. Wie immer bin ich natürlich sehr gespannt, wie die Wiederholer die Linie erleben werden. Zuletzt noch ein Wort zum Abstieg: dieser vollzieht sich durch Abseilen. In vier gestreckten Manövern erreicht man bequem wieder den Einstieg. Die Stände unserer Tour sind alle dafür eingerichtet und geeignet. Noch einen Tick bequemer ist es, wenn man als letzten Abseilstand denjenigen der Yog Sothot wählt - wer sich das nicht zutraut oder ihn nicht findet, kann aber problemlos den ersten Stand vom Uristier benützen.

Wissenswertes

Chli Glatten - Uristier 6c+ (6b obl.) - 6 SL, 200m - Marcel mit Sepp & Kathrin Dettling 2010/2012
Material: 12 Express, 2x50m-Seil. Keile und Friends sind nicht nötig und kaum einsetzbar (Absicherung: xxxx)

Alle weiteren Informationen kann man dem Topo entnehmen, das hier unten zur Illustration in Bildern verfügbar ist. Das PDF-Original mit hoher Auflösung steht natürlich ebenfalls zur Verfügung: klick!