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Montag, 12. November 2012

Warum sind Kletterhallen so teuer?

Der Aufschrei der Entrüstung war gross, als das Kletterzentrum Gaswerk im Jahr 2011 seine Preise erhöhte und den Einzeleintritt auf stolze 36 CHF festlegte. Für viele aus der Szene war das Mass des Zumutbaren damals definitiv überschritten, die Suche nach Alternativen begann und wohl manch einer träumte von einer modernen, grossen und günstigen Kletterhalle in seiner nächsten Umgebung. Mittlerweile kocht die Diskussion nicht mehr auf ganz so heisser Flamme. Dennoch züngelt da und dort wieder die Idee hervor, es doch mit einem eigenen Projekt versuchen zu wollen.

Immer wieder hörte man im Zuge der heiss geführten Diskussion den Vorwurf, dass sich hier jemand auf dem Buckel der Kletternden eine goldene Nase verdienen würde. Doch stimmt das wirklich? Für mich selbst machte ich eine überschlagsmässige Erfolgsrechnung, die mich gleich von allen Illusionen beraubt hat: Kletterhallen sind keine Goldgruben. Und das selbst jetzt nicht, wo der Klettersport unzweifelhaft am boomen ist. Was die Zukunft bringt, ist erst recht unsicher. Jetzt mische man noch das Fakt dazu, dass für den Bau einer Kletterhalle erst Millionen investiert werden müssen. Und fertig ist der Mix, welcher viele Projekte schon in der frühesten Projektphase killt. Machen wir also einmal eine Aufstellung von im Laufe des Jahres anfallenden Kosten und Erträgen:

An einem regnerischen Novembersonntag, 17 Uhr, subjektiv stark frequentiert: wie viele Leute sind wirklich da?
Kapitalkosten und Abschreibung: 350'000 CHF

Der Bau einer Kletterhalle ist teuer, ja sehr teuer. Dem Projekt Wallhouse in Uster ist zu entnehmen, dass für den Neubau einer mittelgrossen Halle mit 2'000m2 Kletterfläche (zum Vergleich: Milandia hat 2'500m2, Gaswerk über 4'000m2) inklusive Infrastruktur (Parkplätze, Garderoben, Bistro, ...) ein Betrag von 5 Millionen CHF nötig ist. Die Investition in eine Kletterhalle ist keine sichere Anlage, sondern ist als Risikokapital zu bewerten. Kapitalgeber werden also einen anständigen Zins wollen. Rechnen wir einmal mit 5%. Somit betragen alleine die Kapitalkosten rund 250'000 CHF pro Jahr. Zudem sollte man die Halle wohl über die nächsten 50 Jahre auf null abschreiben. Somit kommen nochmals rund 100'000 CHF dazu.

Gut, jetzt kann man argumentieren, ein Neubau sei nicht nötig. Ich denke, die Suche nach einem für eine Kletterhalle geeigneten Gebäude an zentraler Lage in den Ballungszentren des Schweizer Mittellandes ist sehr schwierig. Mit Miete, Kapitalkosten für die nötigen Umbauten und der Abschreibung kommt man wahrscheinlich auch nicht wesentlich billiger weg wie die oben erwähnten 350'000 CHF pro Jahr. Und sollte einmal der Mietvertrag nicht erneuert werden, steht man erst Recht vor einem Scherbenhaufen.

Personalkosten: 450'000 CHF

In einer mittelgrossen Kletterhalle kommt man wohl nicht darum herum, ein Zweierteam für Kasse, Empfang und Aufsicht zu beschäftigen. Eine Kletterhalle ist 12 Stunden pro Tag geöffnet, an 7 Tagen pro Woche und in der Regel (fast) 365 Tage pro Jahr. Das ergibt bei 2000 Jahresarbeitsstunden pro Beschäftigten (2*12*365/2000=) rund 4.38 Vollzeitstellen alleine für Empfang, Kasse und Aufsicht. Auch wenn diese Jobs üblicherweise nicht allzu gut bezahlt sind, inklusive Sozialleistungen, etc. sind dafür auch rasch weitere 350'000 CHF pro Jahr notwendig. Darin sind noch keine Personalkosten enthalten für Reinigungspersonal, Routenbau, Administration undsoweiter. Da kann man wohl nochmals gut und gerne 100'000 CHF pro Jahr mit einrechnen.

Diverses: 200'000 CHF

Was fehlt noch, damit die Kletterhalle betrieben werden kann? Strom, Heizung und weitere Gebühren. Neue Griffe wollen ja auch hin und wieder angeschafft werden, Reparaturen sind nötig. Eine Haftpflicht-Versicherung ist ebenfalls fällig. Etwas für Werbung und das Weihnachtsessen für die Belegschaft wollen wir auch nicht vergessen. Wie viel das genau ausmacht, ist für mich nicht ganz einfach abzuschätzen. Sicher sind es nochmals einige Zehntausend CHF pro Jahr, vielleicht sogar noch mehr. Um schön runde Zahlen zu erhalten, rechnen wir pessimistisch mal mit 200'000 CHF pro Jahr.

Insgesamt fallen in einer mittelgrossen, professionell geführten Kletterhalle im Laufe eines Jahres also Kosten von gegen 1 Mio CHF an. Damit die Geschichte nicht defizitär ist, muss dieses Geld mit den Besuchern wieder erwirtschaftet werden. Welche Möglichkeiten bestehen da?

Auch das ist Realität: Nicht immer sind viele Kunden da, die Geld bringen.
Jahresabos: 600'000 CHF

Die Million ergäbe sich z.B. aus 1'000 Jahresabos à 1'000 CHF. Die muss man allerdings erst einmal verkaufen. Schafft man dies, so ist die Halle bereits ziemlich voll. Gehen wir mal davon aus, dass jeder Abobesitzer im Schnitt 2x pro Woche vorbeischaut. Also 2000 Eintritte pro Woche durch Abobesitzer, macht rund 285 pro Tag. Sagen wir mal 200 davon am Abend. Eine mittelgrosse Kletterhalle fühlt sich dann bereits an wie ein Bienenhaus, ist sicher im Vollbetrieb, wenn nicht sogar schon überfüllt!

Jetzt bedenke man, dass also trotz (zu den neuralgischen Zeiten) voll ausgelasteter Kletterhalle und einem teuren Abo von 1000 CHF noch kein einziger Franken verdient wurde, der zu den Reserven gelegt werden kann. Oder dem man dem Geschäftsführer auszahlen könnte, der gemütlich in seiner Villa Däumchen dreht, wenn er nicht gerade seinen Porsche Cayenne ausfährt. Realistischerweise muss man wohl eher von nur 700-800 verkauften Jahresabos und nur 800 CHF Jahregebühr ausgehen. Das macht dann 600'000 CHF.

Einzeleintritte: 365'000 CHF

Der Löwenanteil der restlichen Erträge muss aus Einzeleintritten akquiriert werden. Gehen wir mal von im Schnitt 40 Vollzahlern pro Tag aus. Klar, an einem regnerischen Novembersonntag sind es wohl mehr, aber was ist am sonnigen Samstag in den Schulsommerferien? Von den Vollzahlern nehmen wir 25 CHF, das gibt pro Tag einen Tausender und übers Jahr gesehen 365'000 CHF.

Bistro: 100'000 CHF

Weitere Einnahmen können aus dem Bistrobetrieb und aus allfälligem Sportartikelverkauf generiert werden. Ich wage jetzt mal zu behaupten, dass die Umsätze in diesem Geschäft eher bescheiden ausfallen und daher netto auch nicht allzu viel in der Kasse bleiben wird. Weitere 100'000 CHF pro Jahr liegen aber vielleicht drin?!? 

Den Ausgaben von 1 Mio CHF stehen also Einnahmen von gerade einmal 1.065 Mio CHF gegenüber. So kommt man auf einen bescheidenen Betrag von gerade mal 65'000 CHF, den man zu den Reserven legen kann. Für jene Zeiten, wo sich die Jahresabos mal nicht mehr wie frische Weggli verkaufen, oder wo beständig schönes Wetter die Frequenzen der Einzeleintritte kompromittiert, grössere Reparaturen fällig werden oder gesetzliche Auflagen Umbauten verlangen (Quelle), etc..

Bistro: ausgiebiger Getränkekonsum dürfte vom Betreiber höchst erwünscht sein!
Was tun?

Die Rechnung geht nur knapp auf. Wir brauchen also ein Massnahmenpaket, mit welchem die Kosten gesenkt und die Einnahmen erhöht werden können. Die meisten Kletterhallen wenden wohl einen Mix der folgenden Aktionen an.

  • Kapitalkosten senken: durch Zuwendungen von Gönnern (Alpenvereine, Sportförderung) und zinslose Darlehen versucht man die Kapitalkosten so tief wie nur möglich zu halten. Das klappt vermutlich meistens zu einem gewissen Teil, aber nie vollständig.
  • Personalkosten sparen: die Ausgaben können tief gehalten werden, indem man Kasse, Administration, Routenbau, Reinigung etc. in Personalunion macht. D.h. in schwach frequentierten Zeiten schiebt das Personal keine ruhige Kugel, sondern erledigt die sonst anfallenden Arbeiten. Dies erfordert Idealismus und Einsatzbereitschaft, wahrscheinlich sind bei der Qualität einige Abstriche zu machen. Klappen tut das wohl nur in Kleinbetrieben richtig gut.
  • Jahresabos verkaufen: ideal ist es natürlich, eine grosse Anzahl an Jahresabos zu verkaufen. Die sichere Einnahme ist schon da, ob der Kletterer dann kommt, ist ja egal. Man könnte z.B. auf die Idee kommen, durch geschickte Preispolitik auch Gelegenheitsbesucher in ein solches Abonnement zu drängen. Vielbesucher sind hingegen weniger attraktiv, die (über)füllen bloss die Halle...
  • Kursbetrieb: was oben auf der Einnahmenseite noch nicht erwähnt ist, sind Kurse. Hier kann man, zumindest in Zeiten des Kletterbooms, nochmals einen schönen Obulus einfahren.

Disclaimer

Zum Schluss möchte ich deklarieren, dass die Mathematik und damit die Zahlen zwar meine Welt sind, ich aber in Sachen Betriebswirtschaft kein Spezialist bin. Ebenso wenig habe ich je Einblick in die tatsächliche Buchhaltung einer Kletterhalle gehabt. Sämtliche Zahlen in diesem Artikel beruhen auf im Web gefundenen Informationen (z.B. hier und da) und Schätzungen aufgrund eigener Beobachtungen. Der Artikel ist somit Zahlenspielerei, bildet aber die Realität hoffentlich doch vernünftig ab. Ein Nachtrag: mittlerweile wurde ich bereits von 2 Kletterhallenbetreibern persönlich lobend auf meinen Artikel angesprochen. Beide haben sich für den Beitrag bedankt und dabei bestätigt, dass meine Angaben absolut stimmig seien.

Mein Fazit zum finanziell erfolgreichen Betreiben einer Kletterhalle fällt relativ pessimistisch aus. Ich hoffe, ich halte damit niemand vom Bau einer Kletterhalle ab. Mutige Macher braucht das Land. Wer es schafft, eine grosse, gut funktionierende Kletterhalle aufzubauen, administrativ gut zu führen und die Sache für die Zukunft auf finanziell sichere Beine zu stellen, der hat sicher unser Lob und einen anständigen Zahltag verdient - wohl mehr, als viele andere. 

Falls ich irgendwo einen Fehler gemacht haben sollte, so bin ich dankbar für Korrekturen. Genauere Infos und Kommentare zu diesem Blog sind natürlich ebenso erwünscht: bitte benütze das Kommentarfeld unten!

Kommentare:

  1. Ciao Marcel

    Tip Top. Habe neulich ebenfalls schmunzelnd von Kletterhallenprojekt-Gelüsten gelesen. Im Internet recherchierend bin ich dan tatsächlich auch auf eine entsprechnede Kostendarstellung gestossen. Ich kann deine Kostenauflistung nur bestätigen.

    Gruss, Megge

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  2. Hi Marcel,
    Sorry for writing in english but if i can from one side read in german my german writing skills are very limited so far. I am italian and i have been living in austria and Switzerland for years.
    I am climbing since years now and I have seen many changing things concerning the "sport".
    You are right, climbing gyms are expensive, very expensive, and this despite the fact that more and more people are entering the game as customers. Space is limited and price seems to rocket. I agree with you when you say that the country needs courageous creators who manages to build well-functioning climbing gyms but i rather think this will NOT reduce the entrance fee at all, expecially in Switzerland. I must admit that the space rocket high prices are all geographycally concentrated in CH and around its borderds (Basel (K7 and B2), San Gallen, Zuerich and so on are rather expensive places compared with any of the similarly big gyms in Austria or even in Italy. So I rhater think that climbing Gyms in Switzerlan are expensive as the general market prices (commisurated to the general market/income probably)

    Austria
    example 1: 1 year entrance 483 Eur (no OAV member) less for a Alpenverein member...
    example 2: 1 year entrance 407 Eur
    example 3: 1 year entrance 490 Eur

    Switzerland and borders:
    example 1: 1 year entrance 560 Eur (german border)
    example 2: 1 year entrance 730 CHF (608 Eur approx).....
    example 3: 1 year entrance 795 CHF more than before...
    example 4: 1 year entrance 1099 CHF ...WOW

    and all this with the fact that most of the time SAC or öAV membership does not give rise to any discount....

    So the problem you discuss here is rather limited to Switzerland and personally i think that for 1099 CHF a year i rather rent a small dusty place with some friends and build a small (but not less effective) boulder wall...(this is in fact what has been done)
    just for these few months in which there is absolutely NO WAY to get anything regularly done outside....

    Sorry 1099 CHF are too much to pull plastic in a crowded place
    and according to your calculations (which i agree with) my expectation is that the offer will soon equilibrate with the request, more people, more gyms, more concurrency and opefully less price...at least until the bubble of sport climbing will explode reducing again the amount of people doing it....

    Riding the climbing wave at the moment is still a good deal but what about in few years?

    compliments for your nice blog and keep going

    Regards
    Stefano


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    1. Deine Rechnung mag schon ungefähr stimmen, aber: Ziel eines Geschäftes muss es sein den optimalen Preis zu bestimmen den die Kunden gerade noch bereit sind zu zahlen für eine Leistung.
      Einfach alle Kosten zusammenzählen, geteilt durch die zu erwartenden Eintritte, dann hat man die Preise, so einfach ist das nicht. Wenn die Preise von den Kunden nicht akzeptiert werden hast du (normalerweise) schnell ein Problem. Es wird, wenn möglich, sofort ausgewichen.
      Aber in gewissen Regionen in der CH existiert praktisch ein Monopol in Sachen Kletterhallen. Wenn einer klettern will und nicht bouldern bleibt ihm nur: zahlen oder aufhören!
      Und noch etwas: wenn 38.- für einen Kindereintritt am Abend fällig sind ist das eine Frechheit. Wenn Einer die Kundenkarte nicht dabei hat sind 5.- Bearbeitungsgebühr fällig----nicht mit mir.

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    2. Ciao Stefano,

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Natürlich ist er auf Englisch sehr willkommen. Ich nehme mir die Freiheit, hier nun doch auf Deutsch zu antworten.

      Der Vergleich zum Ausland ist natürlich eine Sache für sich. Diesen Aspekt möchte ich lieber aussen vor lassen. Zudem darf man natürlich nicht nur den Preis betrachten, sondern muss auch die Qualität des Angebots mit einbeziehen. Für gewisse Dinge (z.B. eine freundliche, geräumige Halle, professionell geschraubte Routen/Boulder, regelmässiges Umschrauben, immer wieder neue Griffe) bin ich auch gerne bereit, einen etwas höheren Preis zu zahlen. Klar, der Gelegenheitsbesucher mag hier anders argumentieren.

      Anderer Meinung als Du bin ich bzgl. einem eigenen Boulderraum: ich für meinen Teil war längere Zeit Mitglied bei einem privaten Boulderraum. Für einen Jahresbeitrag von 600 CHF gab es da rund 50m2 Kletterfläche, kaum je neue Griffe und man trainierte meist für sich allein im stillen Kämmerlein. Das fand ich eine Weile lang nicht schlecht, heute bin ich dort nicht mehr Mitglied, weil ich umgezogen bin. Aber ich muss sagen, die 900 CHF Jahresgebühr (mit SAC-Rabatt) für den Grossbetrieb im Raum Zürich sind da deutlich das bessere Angebot. Viel Auswahl, mit anderen Leuten bouldern, etc., da wäre das eigene Kämmerlein für mich nur eine unbefriedigende Notlösung.

      Womit ich mit Dir einig bin: falls der Klettersport einmal nicht mehr so boomen sollte und die Hallen nicht mehr so stark frequentiert sind, so kann es ziemlich schnell kritisch werden...

      Gruss, Marcel

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    3. Lieber Anonym,

      Klar kann man wenn möglich mehr Geld aus den Kunden pressen. Mein Beitrag soll aber zeigen, dass die Spanne zwischen Einkünften und Ausgaben viel kleiner ist, als man erst denken mag. Sprich, die Preise, die heute verlangt werden, sind eben gar nicht dermassen überrissen, wie viele vermuten.

      Als Alternative im Raum Zürich böte sich z.B. die Kletterhalle in Winterthur an. Die ist billiger, weil die Infrastruktur veraltet ist, die Atmosphäre unschön bis schmuddelig und die Aufsicht quasi inexistent. You get what you pay for, oder anders, Qualität hat eben seinen Preis.

      Möglicherweise könnte man einen Mittelweg zwischen total Low Quality und den (aufgeblähten?) Strukturen eines Grossbetriebs beschreiten und würde so dem Kletterer den besten Dienst erweisen. Man kann nur hoffen, dass dies bald einmal von jemandem angepackt wird, ich würde es sicherlich begrüssen. Aber wie beschrieben, die Hürde ist halt hoch.

      Zur Gestaltung des Einzeleintrittspreises kann man natürlich erst recht Überlegungen anstellen. Kurzfristig hat man denselben Ertrag wohl lieber bei einem höheren Preis, weil dann weniger Leute in der Halle sind - angenehmer und sicherer. Ob dieses Denken auch langfristig aufgeht und als sinnvoll/fair zu betrachten ist, ist natürlich eine andere Frage. Und ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, dass man mit der Tarifgestaltung Familien/Kinder zu gewissen Zeiten als Kunden quasi ausschliesst, ist auch ziemlich fragwürdig. Ich erachte das auch als unfair, und langfristig als Eigengoal.

      Gruss, Marcel

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  3. Hallo Marcel

    Vielen Dank für deinen interessanten Bericht. Ich klettere seit zwei Jahren regelmässig zwei mal in der Woche in der Halle. Auch mir ist bewusst, dass ein Jahres-Abo nicht ganz billig ist. Aber ich bin der Meinung, dass man auch bereit sein muss etwas zu investieren, wenn man einen Sport betätigen möchte, auch wenn es nur zum Spass ist. Ein Fitness-Abo zum Beispiel kosten meistens auch nicht viel weniger und da wird auch nicht wegen dem Preis reklamiert. Zudem glaube ich auch nicht, dass die Betreiber einer Kletterhalle wirklich viel Profit machen. Also sollten wir Kletterer dankbar sein, dass es überhaupt Kletterhallen gibt, sonst würde das Sportklettern vermutlich nicht halb so viel Spass machen.
    Schöne Grüsse
    Chlättermatthi

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  4. Hallo zusammen

    Danke für die tolle Aufstellung. Zwischen jetzt und dem ersten Post ist zwar einige Zeit vergangen, aber die Idee einer Kletterhalle hat mich gerade in Beschlag genommen.
    Ich sitze hier in Finale Ligure und überlege mir wie es in der Schweiz mit Kletterhallen aussieht.
    Tatsächlich gibt es z.B in Morschach den Swiss- Holiday-Park, wobei das einfach eine einfache Kletterwand und keine wirkliche Kletterhalle ist.
    In Zürich und Umgebung gibts zwar die oben genannten Möglichkeiten, aber dann ist bald Ende im Gelände.
    Ich denke da an Einsiedeln. Ob das ein guter Standort ist... Ka.
    Da die Kosten wirklich krass sind, habe ich mir noch einige Zusätze überlegt:

    1. Zuwendung aus Stiftungen und Clubs: SAC wurde zwar schon genannt, aber wenn man die Sache aufbläst, kommen auch noch andere Vereine (Turnverein, usw). Dann stellt sich mir die Frage, ob es Stiftungen gibt, die eventuell einen Beitrag oder ein Zinsloses Darlehen gewähren. Ich denke da an die Förderung auf nationaler Ebene (für den Klettersport auf Profiniveau/ Meisterschaften usw.)
    2. Werbung und Sponsoring: Nicht vergessen; die Ausgaben für Verschleissmaterial (Seile, Sicherheit usw) sind enorm. Mit Werbung und Sponsoring ist heute einiges zu machen. Das fängt bei Plakaten an, geht über Material und hört bei der Internettplatform auf..
    3. Öffentliche Hand: War es nicht so, dass auch der Pappa Staat in Punkto Gesundheitsförderung usw. ein paar Rappen springen lassen könnte? Gerade, wenn man z.B anbietet, dass zu gewissen Zeiten die Halle von Schulklassen besucht werden darf...
    4. Organisation von Klettertouren, Vermittlung von Kletterferien, Kletterführer usw. bringt vielleicht auch noch ein wenig Geld. Z.B könnten Bergführer, die vermittelt wurden ein kleiner Vermittlungsbonus springen lassen (Obwohl auch die nicht viel verdienen).
    5.Eine Kletterhalle ist eine ziemlich statische Sache. Das ist nicht wie in einer Mehrzweckturnhalle, die man zu den Randzeiten vermieten kann. Eine Möglichkeit wäre, dass man die Sache so gross aufzieht, dass noch andere Sportarten oder gar ein Kraftraum platz hat, oder dass man vorige Räumlichkeiten als Geschäfts-Büro- oder Gastrofläche vermietet.
    6. Sonstige Events: Meisterschaften, Spezielle (Benefiz-)Events, Spezielle Routen als "Lockmittel" für ein grösseres Einzugsgebiet, Mountainbike-Vermietung, Workshops usw.
    7. Zu den oben genannten Zahlungsmethoden: Ein Modell wäre es, wenn man Eintrittskarten auf eine gewisse Zeit beschränkt. Z.B sagt man, dass ein normales Ticket für 2h gültig ist. Dann kann man vielleicht den Preis fordergründig ein wenig attraktiver gestalten. D.h, dass wenn man länger bleiben will, sich ein entsprechend teureres Ticket kaufen muss, bzw. pro Stunde z.B nachbezahlt. (Zahlen mit Badge).
    8. Dann stellt sich mir die Frage wegen den Angestellten. Die Kasse könnte man automatisieren, das würde bedeuten, dass man da längerfristig Arbeitszeit einsparen könnte. Dann die Frage: Braucht man eine Aufsichtsperson? Klar, es muss ein Erste-Hilfe Plan vorhanden sein. Aber man könnte ja die Benutzung auf "Eigene Gefahr" gewähren. Das ist Versicherungstechnisch vielleicht günstiger.

    Ich finde die Idee einer Kletterhalle sehr interessant und werde mir noch einige Gedanken diesbezüglich gönnen.
    Für weitere Anregungen usw. bin ich dankbar :D

    Viele Grüsse

    A.

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  5. Hier noch ein interessanter Artikel zum Thema: Kletterhallen boomen doch Geld verdienen sie kaum. Ebenso interessant ist die Zahl, welche ich kürzlich gelesen habe: in der Kletterhalle St. Gallen wurden im letzten Jahr 56'000 Eintritte verzeichnet. Also gut 1000 pro Woche oder 150 pro Tag - vermutlich inklusive der Jahresabonennten.

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  6. Mathematisch mag es richtig sein aber eigentlich ist es für mich wichtiger gerne da hinzugehen und ich finde die neue Kletterhalle super cool in Uster, eben auch weil die Leute nett sind und der Preis ok ist für mich. Ich gehe auch nicht in eine Bar oder in ein Restaurant welches den Charm hat einer Kantine.

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  7. Interessanter Artikel und eine noch interessante Diskussion. Der Einzeleintritt bei den Kletterzentren Milandia und Gaswerk liegen nach wie vor unverändert auf astronomischen CHF 36. Lange hatte ich gedacht das der Indoor Klettersport nun einmal einfach so viel kostet. Im Herbst 2014 eröffneten in der Region Zürich zwei neue Kletterhallen.
    Der Einzelpreiseintritt CHF 27 in der Kletterhalle Griffig und im 6a+ zeigen, das es auch anders geht. Beide Hallen bieten sogar noch ein 11er Abo für CHF 270 an, wonach der Eintrittspreis auf faire CHF 24.50 "fällt".

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    1. Hallo Michael,

      Danke für Dein Update zur Situation im Raum Zürich. Völlig korrekt Deine Betrachtung! Die 36 CHF für den Einzeleintritt dünken mich vor diesem Hintergrund auch astronomisch, das bezahle ich persönlich nicht. Erst recht nicht zum Bouldern, wo man bei der Konkurrenz für 20 CHF oder knapp darunter und damit grob die Hälfte des Preises vergleichbares geboten kriegt.

      Andererseits: überdenkt man nochmals meine Rechnung im Beitrag oben, so fallen die 9 CHF Unterschied beim Einzeleintritt vermutlich in den Rahmen der betriebswirtschaftlichen Freiheit in der Preisgestaltung (d.h. lieber etwas mehr Volumen, dafür weniger Ertrag pro Kunde). Würde ich als Newcomer auf dem Markt bestimmt auch so machen. Andererseits sollte man der Fairness halber vielleicht noch erwähnen, dass in Milandia und Gaswerk zu Randzeiten auch für 28.80 CHF pro Einzeleintritt geklettert werden kann. Und auch, dass sich der Preis für ein Jahresabo in all diesen Hallen grob auf einem ähnlichen Niveau bewegt.

      Zusammenfassung: mein Artikel und die dortigen Zahlenspielereien passen nach wie vor vernünftig, finde ich. Natürlich, es ist etwas Bewegung in den Markt und die Preise gekommen, und das ist gut so! In diesem Sinne danke fürs Update und herzliche Grüsse,

      Marcel

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  8. Update: Ich habe einen Nachtrag im Disclaimer hinzugefügt, nachdem ich in der Zwischenzeit von zwei verschiedenen Kletterhallenbetreibern persönlich auf diesen Artikel angesprochen wurde.

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