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Freitag, 24. Juli 2015

Sportklettern am Mokollen bei Sandefjord

Unser Weg sollte uns von Oslo (siehe vorheriger Beitrag) weiter nach Westen führen, wo wir in der Region Telemark im Gebiet Nissedal zum MSL-Klettern gehen wollten. Der nächste Zwischenstopp auf der Reise erfolgte auf dem schönen, am Oslofjord gelegenen Camping Furustrand bei Tonsberg. Von dort war es dann gar nicht weit zum Sportklettergebiet Mokollen bei Sognefjord, um den weiten Weg ins Telemark nochmals etwas aufzulockern. 

Das Gebiet Mokollen bei Sandefjord bietet leicht bis mittelstark überhängende Granit-Wandkletterei.
Beschrieben ist dieses Gebiet wie auch jenes von Hauktjern im Führer "Climb Norway", wobei die Erschliessung hier noch im Gange ist und die neusten Topos auch vor Ort aushängen. Wer hier einen Besuch machen will, ist mit den Koordinaten des Infoboards beim Parkplatz also auch schon relativ gut gerüstet. Nachdem wir uns vom Aussichtspunkt einen Überblick verschafft hatten und die Kletterei an den südwestlich ausgerichteten Wänden unmittelbar darunter identifiziert hatten, brauchte es dann noch etwas Spürsinn, um den mit einem Fixseil eingerichteten Abstieg dort hinunter zu finden. Nach etwas hin und her gelang dies, und wir konnten folgende Routen klettern:

So sieht es aus, wenn man in Richtung Sandefjord Zentrum und dem Meeresarm blickt.
Dani, dra da, 6b, **: Etwas plattige Wandkletterei, die jedoch an entscheidender Stelle ein paar gutgriffige Leisten bereithält und somit eine ideale Aufwärmtour hergibt. Keine besonders schwierige, sondern eine eher gutmütige 6b.

Slipp deg los, 6c, ***: Die Route führt durch eine überhängende Wand ohne viel Struktur. Ohne dass im Topo eine 6c stehen würde, hätte ich das a priori viel schwieriger eingeschätzt. Tatsächlich sind dann sehr weite Züge an durchaus passablen Leisten erforderlich, 6c ist's jedoch höchstens für grossgewachsene Leute bis zum Umlenkkarabiner im letzten Bohri. Bzw., auch bis dahin ist's schon eher 7a/+. Dann folgt noch ein knallharter Boulder und ein paar Züge zum Top, alles zusammen eher 7c wie 6c.

Die ganze Familie klettert Slipp Deg Los. Erst yours truly im Onsight...
Dann die Tochter in der für sie perfekt geeigneten Route... ein paar Mal hiess es "Papi, ufelaa!"
...und schliesslich Mama in der Route und die Tocher am Fotoapparat.
Eggens Overraskelse, 7a, ****: Inzwischen schien die Sonne schon stark und selbst auf dem 60. Breitengrad war es eher mehr als genügend warm zum Klettern. Diese Route verläuft jedoch links (und damit schattig) einer ausgeprägten Kante. Sehr lässige, anhaltende Kletterei mit immer wieder bouldrigen Zügen und Schüttelpunkten dazwischen. Machte mir sehr viel Spass!

Look Around, 7b, **: Von der Sorte kurz, dafür heftig. Überhängende Wand mit diagonal verlaufenden Rissen und schlechten Trittmöglichkeiten, hier ist viel Power aber doch auch Technik erforderlich. Das Einhängen der Haken ist zudem auch ziemlich diffizil, da man kaum eine stabile Position dafür findet. Mein Onsight-Versuch endete am vorletzten Bolt und der Rest der Zeit war von meinen Bemühungen gezeichnet, hier noch den Rotpunkt zu holen.

Topo-Update, das vor Ort am Infoboard um am Wandfuss aushängt. Achtung, die Schwierigkeitsangaben sind norwegische Grade.
Das war es dann gewesen, nun ging es endgültig durch die endlosen Wäldern und an unzähligen Gewässern vorbei nach Westen ins Telemark an den Nisser-See. Das Fazit zum Gebiet Mokollen fällt etwas gemischt aus. Es hat zwar durchaus ein paar gute Touren, das Topgebiet ist es jedoch sicherlich nicht. Wenn, dann bietet es sich für einen Zwischenstopp in dieser ansonsten eher flachen Gegend an. Dank der SW-Exposition kann man hier auch bei kälteren Temperaturen und Sonnenschein gut klettern, im Sommer wird's bei Sonne hingegen auch hier im Norden eher zu heiss. Nichtsdestotrotz, wir hatten hier grossen Spass gehabt und zum Stählen von Bizeps wie Fingern hatte es sehr gut getaugt.

Hier am Furustrand bei Tonsberg am Oslofjord gelegen bezogen wir unser Nachtquartier. Schöne Gegend!
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