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Montag, 18. Juli 2016

Engelhörner - Queen of Desert (7a+)

Mitten im Winter 2015/2016 entdeckte ich das Topo zur Neutour Queen of Desert (7a+) in der Westwand der Gertrudspitze in den Engelhörnern. Sogleich wurde dieses natürlich auf der Festplatte gespeichert und eine Begehung hoch oben auf die Wunschliste gesetzt. Tja, um aber im Winter dort oben anzurücken, müsste man ganz schön verwegen sein, weshalb vor allem Geduld gefragt war und der Fokus auf das Vorhaben nicht verloren werden wollte. Nach dem regnerischen Vorsommer 2016 kam mit den ersten Julitagen aber schliesslich Gelegenheit, um dort oben anzugreifen. Soviel vorweg, eine geniale Route, welche mir ein tolles Erlebnis beschert und meine Erwartungen auf ein Abenteuer voll erfüllt hat!

Situation im Ochsental mit einem Teil der Engelhorn-Kette. Gepunktet der Zustieg durch die dritte Rinne und zum Fixseil.
Nach gutem Zureden konnte ich schliesslich meinen Seilpartner die Idee vom MSL-Sportklettern am Hintisberg ausreden und ihm einen Versuch in den Engelhörnern schmackhaft machen. Generell war es so, dass sich die Partnersuche für die Queen of Desert nicht gerade einfach gestaltete. Entweder schien das Verhältnis zwischen Zustiegs- und Routenlänge unattraktiv, oder dann herrschen generelle Vorbehalte gegenüber dem Klettern von (Neu)touren, über welche man nicht schon im Internet alle Details nachlesen kann und genau weiss, ob sie sich lohnen oder nicht. Da verfolge ich selber hingegen lieber den explorativ-abenteuerlichen Approach und freute mich, an eine mir noch unbekannte Wand vorzustossen, wo noch nicht alle Pfade bestens ausgetreten sind. Anyway, nach den Efforts vom Vortag in der La Trahison war zuerst einmal gütliche Nachtrühe und ein gemütliches Frühstück mit der Familie angesagt. Da ein mit Sicherheit gewitterfreier Tag prognostiziert war, wollte ich die Route angenehm in der Nachmittagssonne klettern und auf das frühmorgendliche Schlottern in der schattigen Westwand verzichten. So war es schliesslich 11.05 Uhr, bis wir uns wenige Meter unterhalb von Grossrychenbach auf ca. 1540m auf die Socken machen.

Unterwegs am Fixseil, das Gelände ist einfacher wie man meinen könnte, aber extrem exponiert.
In zügigem Anstieg war in wenig mehr als einer halben Stunde bereits die Engelhornhütte (1901m) erreicht. Bisher hatte ich zu diesem Ziel immer den klassischen Zustieg von der Rosenlaui gewählt, der ist aber eindeutig länger und irgendwie auch ein bisschen mühsamer. Ohne Rast ging's gleich weiter hinauf ins Ochsental, wo ich noch ein wenig den Erinnerungen an längst vergangene Kletter- und Lebenszeiten mit unvergesslichen Biwaks und dem Klettern verschiedener Engelhorn-Klassiker schwelgen konnte... Bald galt es aber, in den Kletter- und Spürmodus zu schalten. Die Passage durch die dritte Rinne hinauf Richtung Vorderspitze mag einen auf den ersten Blick erstaunen. Wenn man hier schon ein paar Mal durch ist, dann weiss man aber, dass doch geht, was zuerst beinahe unmöglich aussieht. Im ziemlich glattgewaschenen Schluchtgrund geht's auffi, akrobatisch im Bear Hugging Style wollen zwei Klemmblöcke überwunden werden und die Querung rechts raus erlaubt dann schon keine Fehler mehr - hier allenfalls Seilsicherung in Betracht ziehen, obwohl für den Vorsteiger wenig Sicherungsmöglichkeiten existieren.

Blick vom Ende des Fixseils und der nachfolgenden 25m-Querung zum Beginn der Route beim letzten roten Punkt.
Danach kraxelt man im einfachen, aber exponierten Schrofengelände aufwärts zum Fuss des Vorbaus der Vorderspitze Westkante. An dessen unterem Ende quert man nach rechts zur Abbruchkante und tatsächlich, da ist es - das Fixseil, das eine bequeme Passage über eine felsige Zone hinauf in das Kar unter der Gertrudspitze Westwand erlaubt. Nach 25m endet das Fixseil, aber ein schmales Grasband ermöglicht das Fortkommen hinauf zum unteren Ende des Kars - eigentlich easy, aber superexponiert, einige BH zur Sicherung sind vorhanden. Im Kar selber geht es dann über plattige, wenig gestufte Felsen hinauf, wobei man sich immer an den linken Rand hält. Man passiert 25m nach der Mündung einen Einzel-BH  mit Schlinge, danach folgen in 50m-Abständen 3 Standplätze mit jeweils 2 BH bis zum eigentlichen Beginn der Route. Die ersten zwei dieser Teilstrecken erledigten wir noch in den Zustiegsschuhen und seilfrei, das letzte Teilstück hinauf zum eigentlichen Routenbeginn wäre mir in diesem Modus aber definitiv viel zu haarig gewesen. Die plattigen Felsen werden immer steiler, die Kletterschwierigkeit am Schluss würde ich als etwas zwischen einem Dreier und Vierer einstufen - ich fand's schon am Strick und mit Kletterfinken nicht ganz unbedenklich, denn Möglichkeiten zur Zwischensicherung habe ich bis auf eine alte Rostgurke keine finden können. Bis zum Wechsel auf die Kletterfinken brauchten wir etwa 1:45 Stunden Zustieg, wobei hier das Anziehen des Klettergurts auch schon inbegriffen ist. Um 13:45 Uhr und somit 2:40 Stunden nach Aufbruch bei Grossrychenbach starteten wir schliesslich mit der Kletterei in L1.

Das hier läuft noch unter Zustieg... die letzten 50m zum eigentlichen Beginn der Route sind steil und bereits etwa ein Vierer.
L1, 45m, 6b: Schöne Kletterei über eine Art Vorbau-Wändchen. Immer wieder erleichten gute, positive Leisten das Fortkommen und ein paar schöne Löcher und Schlitze hat es auch. Das Finish dann plattig und easy, zu gemeinsamem Stand mit dem Albatros (6b+). Während dieser links weiterzieht (Equipment ist allerdings nur mit dem Fernglas zu erspähen), folgt die Queen of Desert gerade hinauf der Bohrhakenreihe mit der Bezeichnung "T.".

Jetzt geht's endgültig los mit der Kletterei, das ist L1 (6b).
L2, 45m, 6a+: Vorerst gemütliche, geneigte Plattenkletterei mit überschaubaren Schwierigkeiten, dies sind aber bis zum Ende der Route die letzten einfachen Meter! In Mitte der Seillänge fordert eine Stelle etwas geschicktes Antreten, das Finale dann steiler und überaus henklig - vielversprechend für den weiteren Verlauf, denn hier ist man nun endgültig am Fuss der steilen Westwand angekommen.

Kurz vor dem Stand in L2 (6a+), gutgriffige und gutmütige Henkelkletterei, auch wenn's nicht so aussieht.
L3, 30m, 6c: Der Blick hinauf verrät's, hier gibt's eine pumpige, überhängende Ausdauerlänge. Gute, henklige Griffe sind auch vorhanden, also los. Mein Kletterpartner wird im Vorstieg schon gleich nach dem ersten BH durch einen Griffausbruch gestoppt - die verführerische, vorstehende Zacke war der Belastung nicht gewachsen. Im zweiten Versuch geht's dann etwas weiter, bis kurz vor dem Klippen des fünften Hakens dieses Mal ein weiter Abgang wegen Griffausbruch erfolgt. Bei einer längeren, schöpferischen Pause wird das weitere Vorgehen erörtert. Schliesslich einigen wir uns auf die Option, dass wir die Kletterei fortsetzen und ich den kompletten Vorstieg übernehme.

Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe zur Kletterei hoffentlich nicht! So angetroffen vor Ort...
L4, 40m, 6b: "La paroi se couche un peu" heisst es im französischen Jargon, d.h. es geht nicht mehr ganz so steil wie in der Länge zuvor weiter. Sprich, nicht mehr überhängend und henklig, sondern in senkrechter Wandkletterei an gutem, griffigem Fels. Hier tritt nun auch die sehr charakteristische Felsstruktur der Wand zutage. Alles ist von links unten nach rechts oben geschichtet, Flachstücke oder Bänder sucht man vergebens.

Prima Kletterei an rauhem, wasserzerfressenem Fels in L4 (6b), dem Bruchriss am Bildrand folgt ein alter Versuch.
L5, 30m, 6c: Im gleichen Stil geht's weiter, formidable, anhaltende Wandkletterei an gutem, rauhem Fels. Auf einigen Metern folgt man hier einem alten Versuch - nimmt mich Wunder von wann und wem, kühne Gesellen mit einem Gottvertrauen in ihre wackligen Schlaghaken müssen das gewesen sein! Bei der Crux muss man dann schon ein wenig beherzt vorwärts steigen, die Absicherung mit soliden, perfekt platzierten Inoxbolts ist aber tadellos!

Keep on Moving! Sehr anhaltende Kletterei wartet in den oberen Seillängen, das hier ist das Finish von L5 (6c).
L6, 40m, 6b+: Es wird nochmals etwas steiler und geht dem Ausstieg entgegen. In einem grossen Bogen steigt man auf dieser eindrucksvollen Seillänge bei stellenweise etwas minderer Felsqualität aufwärts. Es hat in dieser Länge auch das eine oder andere etwas fragile Schüpplein, so dass bei der Griffauswahl ein gut geschultes alpines Auge hilft. Mir schien das gut machbar, ich habe nach meinem Erachten nur solide Griffe belasten müssen.

"Stand, chasch cho!". Wackliger Stand, ein Relikt aus vergangenen Zeiten am Ende von L4 (6b).
L7, 30m, 7a+: Nun kommen die beiden steilen Abschlusslängen! An der Felsqualität gibt's nun rein gar nix mehr zu meckern, es wartet beste Crimperei bis hinauf zum Gipfel. Mit Fluss und Selbstvertrauen geht's erst famos aufwärts, doch die Climax folgt gegen den Stand hin. Es wird brutal trittarm und an den diagonalen Strukturen gibt's nur noch wenige, nicht so gut erkennbare, kleine Leisten. Um alles abzutasten bleibt nicht ewig Zeit und irgendwann geht bei mir kurz vor dem Ziel das Licht aus... schade! Alles gegeben, gut gemacht, der Durchstieg im Onsight bleibt leider doch verwehrt. Zufrieden bin ich trotzdem!

Es lohnt sich hinzugehen! Hier das zähe Finish von L7 (7a+), die Crux der Route.
L8, 20m, 7a: Die Tatsache,  dass in dieser Abschlusslänge am meisten BH pro Klettermeter stecken weist schon darauf hin, dass hier nochmals anhaltend und anspruchsvoll geklettert werden muss. Wenige Meter rechts vom Albatros-Ausstieg geht's vertrackt an den üblichen, diagonalen Strukuren hinauf, wobei hier im Gegensatz zur Länge davor auch mal ein Rastpunkt das Gewinnen von Übersicht und das Planen der nächsten Moves erlaubt.

Vom Ausstiegsstand sind es nur wenige Meter zum Gipfel der Gertrudspitze (2633m), die lasse ich mir nicht entgehen, auch wenn es oben bis auf einen kümmerlichen Steinmann nicht allzu viel zu sehen gibt. So bald werde ich auf der Gertrudspitze wohl kaum wieder vorbeikommen, und besonders viele Menschen betreten diesen Punkt nicht. Klar, da wäre noch das ambitiöse Projekt mit dem Hufeisen, d.h. der Gesamtüberschreitung der Engelhornkette... aber das ist dann vielleicht etwas fürs nächste Leben, denke ich mir vor Ort. Umso erstaunlicher aber, dass der mir bekannte Lorenzo am selben Tag (aber ein paar Stunden früher) denselben Punkt bei einer Teilüberschreitung der Engelhorn-Kette erreicht hat. Seine Zeilen und Fotos, die ich 2 Tage nach der Tour zu Gesicht bekomme, machen dann doch wieder Appetit auf das Hufeisen, oder zumindest Teile davon. Zur Planungshilfe übrigens noch, der Gipfel wurde um 18:45 Uhr erreicht, somit hatte die Kletterei vom eigentlichen Einstieg gerade 5:00 Stunden in Anspruch genommen.

Nicht so das Top-Foto, aber: CUUUUMBRE! Wow!
Nun galt es noch, wieder sauber und effizient vom Berg zu kommen. Ein alpiner Abstieg vom Gipfel via Vorderspitze und Simelisattel wäre möglich, da er aber auch Abseilstrecken und exponierte Kraxelei erfordert, bringt das gegenüber einem Abseilen über die Route vermutlich kaum grosse Vorteile. Im oberen Teil gestaltet sich die Abseilerei über die Queen of Desert ob der steilen, absatzlosen Wand sehr effizient. Man sei ausdrücklich gewarnt, dass mehrere Abseilstrecken nahe an die 50m heran- oder sogar etwas darüber hinausreichen. Mit unseren praktisch neuen 2x50m-Seilen ging das gut auf, mit älteren, etwas geschrumpften Stricken kommt man aber in die Bredouille! Von R0 seilten wir noch 3x50m + 1x25m an den Beginn der Querung ab. Hier mussten 25m in Seilschaft gesichert werden, bevor die Fixseilpassage zurück in etwas weniger exponiertes Gelände leitet. Nach etwas Abstieg dann noch ein weiterer 25m-Abseiler in der Schlucht, so dass wir etwas vor 21.00 Uhr, d.h. in rund 2:00 Stunden vom Gipfel, wieder den sicheren Boden vom Ochsental betreten. An der schwach frequentierten Engelhornhütte vorbei geht's raschen Schrittes zurück nach Grossrychenbach, wo sich der Kreis schliesst.

Wenn alle Wegkreuzungen in den Bergen so gut markiert wären, dann gäbe es bestimmt weniger Verhauer...
Ab Meiringen bin ich dann alleine unterwegs auf der Fahrt ins heimische Bett. Das Radio überträgt live vom Open Air in Frauenfeld, aus dem Lautsprecher dröhnen fette und harte Rap-Beats. Nachdem ich ohne Mitfahrer unterwegs bin, kann ich das Volumen den Gegebenheiten entsprechend anpassen und beschwingt über die Strassen cruisen. Der Party-Sound (hier kann man ein Ohr voll nehmen) passt perfekt zu meiner Stimmung: die Queen of Desert hatte mich voll begeistert, mich in einsames, abenteuerliches Gelände geführt und sportlich herausgefordert. Noch dazu konnten wir uns mit der ersten Wiederholung sogar noch mit alpinem Ruhm und Ehre bekleckern. Mich würde es aber nicht erstaunen, wenn das nicht alle so sehen. Die ganz pessimistische Interpretation wäre dann so: "eine brüchige Route am Arsch der Welt, mit mühsamem, weitem und gefährlichem Zustieg, wo sonst kein Mensch zum Klettern hingeht". Das ist eben der Unterschied zwischen MSL-Sportklettern à la Hintisberg und alpinem Klettern sportlicher Prägung - make your choice!

Facts

Gertrudspitze - Queen of Desert 7a+ (6c obl.) - 8 SL, 280m - Anker/Romang 2015 - ***;xxxx
Material: 2x60m-Seile, 12 Express

Diese Route muss man sich zwar mit einem längeren Zustieg verdienen, dieser führt jedoch in einen sehr spannenden, einsamen Winkel der Engelhorn-Gebirges. Aficionados werden das grandiose Ambiente im einsamen, exponierten Kar unter der Gertrudspitze Westwand zu schätzen wissen! Zudem hat die Wand richtig Schwung und Steilheit, beim Zustieg droht sie einem quasi "auf den Kopf zu fallen" und wirkt so richtig unnahbar. Aus dieser Perspektive ist es kaum zu glauben, dass ein solch moderat schwerer Weg durch sie hindurchführt. Die Route bietet eine prima alpine Kletterei sportlicher Prägung an überwiegend guten Griffen und Tritten. Der Fels ist meist von guter bis sehr guter Qualität, stellenweise trifft man aufgrund der charakteristischen diagonalen Schichtung auch einmal auf ein fragiles Schüppchen oder einen wackligen Henkel. Mit etwas Umsicht lässt sich das aber gefahrlos beklettern, zumal auch in Sachen Absicherung alles im grünen Bereich bleibt. Es stecken solide Inoxbolts in humanen Abständen. Zwischendurch darf und muss man durchaus etwas Steigen zwischen den Haken, es ist jedoch nie gefährlich oder psychisch besonders anspruchsvoll. Man kann vor der grandiosen Arbeit der Erstbegeher nur den Hut ziehen, Chapeau! Zu erwähnen ist auch, dass die Schwierigkeiten in dieser Route sehr anhaltend sind und es praktisch keine leichten, geschenkten Meter gibt. Ab L3 findet sich kaum mehr ein Move, der leichter als 6b ist! So kommen einem die "nur 8 Seillängen" dann auch nicht unbedingt als Kurzprogramm vor. Zuletzt noch ein paar Hinweise: erstens, die Route ist üblicherweise nur im Hochsommer und Frühherbst zugänglich, wenn überhaupt kein Schnee mehr liegt. Zweitens, wer hier oben in einen Wettersturz kommt, gerät in Probleme! Ein Rückzug dauert und ist gefährlich, Schutz gibt es unterwegs oder am Gipfel so gut wie keinen. Drittens, die im Topo empfohlenen Klemmgeräte hatte ich nicht mitgeführt, ich konnte weder gute Einsatzmöglichkeiten erkennen, noch empfand ich sie als nötig.

Topo

Das Topo der Erstbegeher zu dieser tollen Route! Merci vielmals dem Team Anker/Romang!

Kommentare:

  1. Hallo Marcel, Danke für den Bericht. Auf diese Route wäre ich sonst wohl nie gestossen...aber was soll auch diese Einrichtung für 2 x 55m? Wohl 60 mit etwas Spielraum einberechnet. Ich bin gerade dabei mir neue Halbseile zu kaufen und bin die letzten 10 Jahre mit 2 x 60m unterwegs gewesen. Nun, ich kann mich wirklich kaum erinnern, dass ich die 60m mal gebraucht hätte. Und das Zusatzgewicht plus jeweils >10m mehr durchziehen auch. Natürlich, hie und da konnte ich beim Abseilen wohl einen Stand überspringen - aber auch das kommt selten vor. Du hast ja nicht wenig geklettert - wie sind deine Erfahrungen? Bist du mit 2x60 oder 2x50 unterwegs? Viele Grüsse.

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    1. Hallo Tom,

      Zur QoD: ohne beim Einrichten dabei gewesen zu sein, kann ich dir aber doch ziemlich genau schildern, wie es kommt, dass eine Abseilstrecke etwas länger als 50m ist. Um die stark überhängende L3 beim Abseilen zu Umgehen braucht's zwingend einen separaten Abseilstand. Der kommt nach knapp 50m und ist absolut sinnvoll platziert. Nun wollte es der Zufall, dass es bis zum nächsten (erreichbaren) Stand darunter (der nach L1) halt eher gute 50m sind. Dass die Erstbegeher da nicht nochmals einen Zusatzstand zum Abseilen gebohrt haben, kann ich verstehen, zumal der auch unbequem irgendwo in der Platte liegen würde. Wie in meinem Text beschrieben, uns hat's mit neuen 2x50er-Seilen auch bei dieser Abseilstelle gereicht. Notfalls hätte es ja auch noch die Möglichkeit gegeben, mit Schlingen etwas zu tricksen, deshalb liessen wir die 60er mit Absicht daheim.

      Sonst, generell: ich habe lange Jahre keine 60er-Halbseile besessen, zum MSL-Klettern finde ich die kaum nötig. Inzwischen habe ich (v.a. zum Eisklettern) halt beides, so dass ich wenn nötig auch einmal auf die 60er zurückgreifen kann. Standardmässig (mit wirklich nur ganz wenigen Ausnahmen) benütze ich auch heute 2x50m.

      Beste Grüsse, Marcel

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  2. Aha - ja das macht absolut Sinn. Danke auch für die Infos. Ich glaube ich kauf dieses Mal 2 x 50m. Ich kenne ja genug Leute mit 2 x 60 :) Gute Touren weiterhin!

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    1. Würde ich so machen. Vor allem, wenn deine bisherigen 2x60 noch brauchbar sind. Falls es wirklich mal nötig ist, kannst du ja vielleicht immer noch auf diese zurückgreifen.

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