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Montag, 5. September 2016

Rätikon / Schweizereck - New Age (8a+)

Die im Jahr 1988 von Beat Kammerlander und Gefährten eingerichtete und ein Jahr später schliesslich Rotpunkt gekletterte Route am Schweizereck gilt als grosser Klassiker und Meilenstein im Rätikon. Das liegt neben der kompromisslosen Linie vor allem daran, weil die freie Überquerung des grossen Daches in Wandmitte den zehnten Grad verlangt (UIAA 10-, bzw. eben F8a+). Dieser gilt auch heute noch als Massstab fürs Extreme, und so wollte sich auch mein Kletterpartner Dani der Herausforderung New Age stellen. Für mich als "Old Ager" (ich bin doch immerhin fast eine Generation älter als die Route) würden da zwar wohl nicht allzu viele Punkte zu holen sein, aber um einen Eindruck von diesem Meilenstein war ich natürlich höchst gespannt.

Das Schweizereck mit der von uns gekletterten Linie. Erst 3 Seillängen über Schweizerzoo, danach die New Age. Mit den orangefarbenen Punkten ist auch der alternative, bzw. originale Zustieg mit Einqueren von links her eingezeichnet.
Ein bisschen speziell an der New Age ist, dass sie erst in Wandmitte anfängt. Keine Ahnung, warum hier Beat Kammerlander seine Linie nicht am Wandfuss begonnen hat. Schliesslich herrschte zu der Zeit im unteren Teil noch komplett freie Bahn, und die ersten drei Seillängen der Schatila oder vom Schweizerzoo bieten jetzt durchaus lohnende und herausfordernde Kletterei, welche die Linie der New Age ideal komplettiert hätten. Klar, es warten dort keine eindrücklichen Dächer, sondern "nur" fordernde, technische Steilplattenklettereien - aber trotzdem. Auf mich wirkt die Linie der New Age auf diese Weise etwas kastriert, allerdings lässt sich der Start heute ja problemlos über eine der benachbarten Routen erreichen, somit gibt's eigentlich nicht viel zu motzen.

Im Zustieg zur New Age, das ist die anhaltende und geniale erste Länge von Schweizerzoo (7a).
Original gelangt man zum Einstieg der New Age jedoch, indem man von links her über exponierte Grasbänder quert. Es handelt sich zumeist um nicht allzu schwieriges Kraxelgelände, allerdings wartet auch eine Viererstelle und Seilsicherung ist angezeigt. Wie wir eine Woche später dann herausfinden konnten (story to follow...), ist man mit Einqueren auch nicht wesentlich schneller wie mit einem Einstieg von unten. Nun denn, wie in diversen Kletterführern empfohlen, wollten wir also die als "ideale Aufwärmlängen" beschriebenen drei Startsequenzen der Route Schweizerzoo (7a) klettern. Meine Aufgabe bestand darin, den Lead bis zum Einstieg der New Age zu übernehmen und den Sack zu haulen.

Dani folgt in L1 von Schweizerzoo (7a). Zähe, technische Kletterei in senkrechtem, knapp strukturiertem Fels. Super!
Wobei an dieser Stelle gesagt sei, dass man in meinem Fall bei diesen drei Seillängen im Schweizerzoo eher schon von einem Überhitzen denn von einem Aufwärmen sprechen musste. Besonders die erste Länge ist anhaltend und eine (geniale!) Pumpkröte erster Güte, da hatte ich schon Körner verschossen, welche weiter oben noch gut zu gebrauchen gewesen wären. Für Könner ist das vermutlich aber weniger akut - höchstens besteht die Gefahr der psychischen Verweichlichung, stecken doch in der New Age nachher deutlich weniger Bolts. Weil ich den Schweizerzoo wenige Zeit später komplett durchsteigen konnte (Beitrag folgt...), verzichte ich an dieser Stelle auf eine detaillierte Beschreibung der Einstiegslängen und fokussiere auf die New Age, mit welcher wir um 10.45 Uhr und somit 2 Stunden nach Aufbruch am Wandfuss starteten.

Unterwegs in L3 (6b) von Schweizerzoo, welche zuerst fantastische graue Platten mit einer etwas fiesen Crux bietet.
L1, 30m, 7a: Puh, am Fuss der irre glatten Platte, wo die Route beginnt, sieht man nur weit in der Ferne die Kabel von Fixkeilen aus einem Riss ragen, sonst ist kein fixes Equipment sichtbar. Es geht aber erst rechtsrum in noch einfachem Kraxelgelände. Dann beginnt die richtige Kletterei: erst sind Cams (0.3-0.5) zu legen, dann kommt ein Schlaghaken (bis hier 6b), gefolgt von dem mit dem Hammer in den Riss gedroschenen Fixkeilen (6c) und schliesslich geht's los: zwei Bolts stecken in relativ kurzem Abstand, hier warten technische 7a-Moves. Vor allem nach dem zweiten Bolt lässt's nicht gleich nach, erst zuletzt wird's griffig, bevor nach einem 10m-Runout der Stand kommt.

Die irre glatte Platte am Anfang von L1 (7a) in der New Age wird rechts umgangen. Super Ambiance!
Yours truly im Nachstieg in L1 (7a), den vorzüglichen Tropflochfels entgeht dem Blick des Kenners ganz bestimmt nicht.
L2, 15m, 7c: Der Stand ist reichlich unbequem, wohl dem, dessen Vorsteiger hier zügig durchsteigt. Das ist aber auf den ersten Metern alles andere als einfach. Bereits der erste BH ist so richtig zäh anzuklettern, sehr technisches Gelände praktisch ohne Tritte, es ist alles andere als einfach, den nötigen Gegendruck aufzubauen. Vom guten Klippgriff folgt dann gleich der nächste, technische Boulder zum zweiten Haken, unmittelbar nach diesem ist's in Bezug auf die Schwierigkeit gegessen. Nun sind es nur noch 10 einfachere Meter (ca. 6b) hinauf zum Stand, ein Cam lässt sich noch legen.

Die entspannt im Plaisirmodus zu kletternden Meter sind eher in der Minderzahl, aber es gibt einige wenige...
Zum Zeitpunkt unserer Begehung steckte noch das alte Hakenmaterial. Im unteren Teil waren das Kronenbohrhaken, die wie dieser häufig etwas von der Wand abstanden. Ab dem Dach handelte es sich um ältere Einschlaganker. Das ist jedoch alles passé, kurze Zeit nach unserer Begehung hat Dani die Route in Absprache mit Beat Kammerlander die Route saniert, d.h. die alten Bohrhaken 1:1 mit Inoxmaterial ausgetauscht. Normalhaken und Fixkeile wurden auf Wunsch des Erstbegehers wie ursprünglich belassen.
L3, 20m, 8a+: Aus dem Stand raus wartet kurz eine feine Stelle (~6c), dann geht's aber im Prinzip easy bis unters Dach hinauf. Aus dem Untergriff im Dachwinkel klippt man den dritten und letzten Bolt dieser Seillänge knapp vor der Dachkante, dann geht's los mit der schweren Kletterei. Eigentlich ist's nur ein kurzer Boulder. Fussklemmer im Winkel, an zwei mässigen Griffen im Dach rauslangen zu einem Schlitz fürs erste Fingerglied oberhalb der Kante - das geht noch recht gut. Nun aber die Füsse kommen lassen, rechts im Nichts auf Gegendruck antreten und links hinauf auf eine kleine Leiste schnappen, die Schwerkraft zieht dabei heftig am Allerwertesten. Anstrengend die Füsse rauf übers Dach und dann im 7a-Gelände in einem 8m-Runout an den Stand.

Auf diesem Bild lässt sich die Dimension des Dachs (L3, 8a+) gut erkennen. Genau ab hier wird's schwierig...

Anspannung total beim Überqueren des Dachs... Griffgrösse und deren Qualität lassen sich wohl ziemlich gut erahnen.
Crimp as crimp can. Immer noch die Crux der Route (8a+) mit der Überquerung des Dachs. Bald wird's einfacher...
L4, 30m, 7a: Die vier Haken stecken schön in einer Linie, die einfachste Kletterei macht jedoch den einen oder anderen Bogen darum herum. Am schwersten dünkte es mich im Prinzip gleich aus dem Stand raus zum ersten Haken, danach geht's dann für die 7a-Bewertung ganz ordentlich, es handelt sich um senkrechte Kletterei an mit Tropflöchern garniertem Fels, schön! Achtung, vom letzten Bolt geht's dann nicht diagonal nach rechts hinauf zum Stand, sondern nach links, um schliesslich ein grasiges Band zu gewinnen. Für den Nachsteiger ist dann (ausser der Vorsteiger finde oben links eine Möglichkeit für eine zuverlässige, mobile Sicherung) nur der direkte Weg diagonal rechts hoch über die Platte möglich, ansonsten droht der ultimative Pendler. Die Platte wird immer ärmer an Struktur, am härtesten sind die letzten Moves zum Grasband hinauf (ca. 7b, diese Stelle befindet sich 6-7m über dem letzten BH und ist daher höchstens für ganz abgebrühte Vorsteiger eine Option).

Sehr schöne, senkrechte Tropfloch-Kletterei wartet in L4 (7a).
Unterwegs in der immer glatter werdenden Nachsteiger-Direktvariante (7b) im oberen Teil von L4 (7a).
L5, 30m, 7a+: Sehr einschüchternd sieht's vom Stand aus - erst eine noch nicht allzu schwierige Stufe, welche noch ohne Zwischensicherung bei unklarer Routenführung mit reichlicher Kratergefahr geklettert sein will. Weiter oben sind in weitem Abstand dann Bolts erkennbar. Wie ich mir habe sagen lassen, stecken diese genau an den richtigen Stellen und sichern die schwersten Moves dieser überhängenden Kletterei in der angedeuteten Verschneidung ab. Dazwischen muss man selber absichern, und auch mal einen gewagten Move im 6c/7a-Bereich deutlich über der letzten Sicherung tätigen, vor allem der letzte 5-7m lange Abstand zum Stand hin habe es nochmals in sich.

Um noch ein bisschen schwieriger zu klettern (...;-)) wählen wir die 7b-Ausstiegslänge der Schatila.
...und erreichen hiermit nach langem Kampf und von der Sonne ziemlich ausgedorrt das Grasband am Ende der Route.
In Bezug auf die letzte Seillänge schreibe ich hier Second-Hand-Infos, ohne die Länge selber begangen zu haben. Bei unserem Ausflug waren Kräfte und Psyche des Vorsteigers bereits etwas angekratzt und ich konnte/wollte definitiv nicht in die Bresche springen. Deshalb wechselten wir nach rechts zum gut erreichbaren Ausstieg der Schatila. Damit hatten wir ja sowieso noch ein Hühnchen zu rupfen. Damals, bei unserer Begehung jener Route, war genau auf dieser Höhe eine Passage total nass und schleimig gewesen, so dass wir nicht durchkamen. Der Zufall wollte es nun, dass wir die Kletterei in der Schatila exakt genau an jenem Ort fortführen konnten. Hmm, schon im trockenen Zustand war der Runout zum nächsten Bolt hinauf nicht ganz unbedenklich. Einfaches Gelände im Prinzip, nur halt etwas unschön, heikel und mit Potenzial für einen schmerzhaften Sturz. Nun denn, wir kletterten noch die sogar mit 7b bewertete Ausstiegslänge der Schatila, welche echt harte Plattenmoves in etwas glattem und einfach nicht ganz so schönem Fels bietet, ein zähes Testpiece! Dafür ist die Absicherung dort deutlich enger und nervenschonender gehalten wie in der New Age.

Um 17.00 Uhr hatten wir den Ausstieg erreicht. Waren wir bis und mit der Dachseillänge bei angenehmen Temperaturen im Schatten geklettert, schlauchten uns hingegen die letzten beiden Sequenzen in der Sonne. Es fühlte sich schon beinahe in Kalymnos an, wo man sich jeweils an den Strand verzieht, sobald man geröstet wird. Das war hier nicht möglich, und dementsprechend platt und verdorrt waren wir am Top. Die Mission war ebenfalls nicht ganz erfüllt: Dani hatte hier auf eine komplette RP-Begehung in einem Tag spekuliert. Während die erste Länge noch onsight gelang und die zweite im Second Go fiel, zeigte sich das Dach dann widerspenstig. Es dauerte schon eine geraume Weile, bis eine tragfähige Lösung ausgebouldert war - leider scheiterte der alles entscheidende Versuch dann knapp. Danach, in der Sonne, schienen weitere Versuche der Cruxlänge von vornhinein aussichtslos, so dass wir einfach noch bis zum Top klettern wollten. Zur Ergänzung: bei seinem zweiten Besuch in der Route fiel der Rotpunkt dann, in dessen Zuge wurde die Route auch mit soliden Inoxbolts saniert.

Fussabstieg zum Schweizertor. Turnschuhe sicherlich keine schlechte Idee, wir gingen's mit Kletterfinken, auch möglich.
So blieb für uns nur noch der Abstieg: ein Abseilen über die Route ist gut machbar, im unteren Teil geht's über Schatila (bevorzugt) oder Schweizerzoo dem Wandfuss entgegen. Wir hingegen bevorzugten den Fussabstieg. Über ein Grasband quert man nach links hinunter. Das Gelände wird immer steiler, sieht jedoch von oben schlimmer aus, als es ist. Mit etwas Kraxelei (ca. T5, II) gelangt man auch ohne Seilhilfe in ca. 10 Minuten zum Schweizertor - zumindest solange es nicht noch Schneereste oder zuvor stark geregnet hat und Restfeuchte die Sache heikel macht. Eine Alternative zum Abkraxeln besteht darin, der Kante der Wand entlangzugehen, bis es definitiv zu steil wird. Hier steckt (leider nur ein einziger, aber solider) Bolt, an welchem man 50m über die Steilstufe bis in einfaches Gelände abseilen kann. Das ist sicher auch im Frühjahr und bei Nässe gut durchführbar. Zuletzt geht's dann zurück über die Landesgrenze und auf dem Steig retour zum Einstieg.

Meine Getränkevorräte sind schon längst erschöpft, so dass ich mich an diesem heissen Sommertag total dehydriert und wie in der Sahara fühle. Vom Melkplatz rollen wir talwärts, schon das Aussteigen als Beifahrer um die Gatter zu öffnen fordert einen Effort. Linderung kommt schliesslich in Schiers, wo ich an der Tanke einen Getränkevorrat für fast eine ganze Familie bunkere. Es verschwindet jedoch alles in meiner Kehle. Abends und selbst am nächsten Morgen beim Aufstehen fühle ich mich platt - ja gar so richtig platt, wie schon länger nicht mehr. Abgemacht ist aber abgemacht, und so geht's am Tag darauf trotzdem mit der Familie in den Klettergarten. Mein Erwartungslevel ist tief, was mich aber mit den Erinnerungen an solche MSL-Erlebnisse nicht weiter stört. Doch es kommt schliesslich ganz anders, der Klettersport verblüfft wieder einmal mit einer unerwarteten Wendung. In meinem 8a-Projekt, wo ich über ein Dutzend Mal zuvor bei deutlich idealeren Voraussetzungen gescheitert bin, fällt doch tatsächlich der rote Punkt!

Weitere Kletterimpression aus der New Age (L3, 8a+).
Und das in was für einer denkwürdigen Begehung: schon beim ersten schweren Move bleiben meine Finger nur ganz knapp am Zielgriff hängen, bei jedem der folgenden 8 Cruxmoves bin ich knapp vor dem Sturz. Doch irgendwie gelingt es mir, anders als sonst, mich doch noch irgendwie zu stabilisieren und festzukrallen. Schliesslich habe ich den Griff in den Händen, von wo die Kletterei etwas einfacher wird und man den Durchstieg nicht mehr herschenken sollte. Aber das waren natürlich Planspiele, ausgedacht in ausgeruhtem Zustand, und nicht mit einem solch deftigen Pump wie aktuell. Das Problem beginnt schon damit, dass ich den nächsten Bolt gar nicht klippen kann, so viele Reserven um das Seil hochzuziehen habe ich nicht mehr. Doch obwohl ich sonst eher der Schisser bin, an diesem Punkt mit der einmaligen Chance auf den Durchstieg vor Augen, kann ich den mentalen Schalter umlegen. Somit lasse ich das Klippen sein, klettere im pumpigen Gelände weiter und kämpfe mich durch - ich bin vollkommen im Tunnel, es gibt nur noch den Weg nach vorne, den drohenden Abflug kann ich wie sonst nie ausblenden! Noch 2-3x bin ich kurz vor dem Abkippen, die Präzision der Bewegungen lässt logischerweise nach, aber auf dem allerletzten Blatt wird die Umlenkung geklippt und der Durchstieg ist Tatsache. Das setzt den Schlusspunkt auf ein geniales Weekend: MSL und Sportklettern vom Feinsten, es ist einfach beides eine tolle Sache und ein besseres Weekend kann man sich kaum wünschen!!! 

Facts

Schweizereck - New Age 8a+ (7b obl.) - 5 SL, 130m - Beat Kammerlander et al. 1989 - *****;xx(x)
Material: 1x60m-Seil, 8 Express, Camalots 0.3-1, evtl. Keile

Ein grosser Klassiker mit sehr schöner, eindrücklicher Kletterei durch den oberen Wandteil am Schweizereck. Obwohl eigentlich nur fünf kurze Seillängen warten, werden sich die meisten hier einen ganzen Tag beschäftigen, zumal auch noch der klassische Weg mit Einqueren zum Einstieg (ca. 3 SL, 4a), oder dann drei Seillängen über Schweizerzoo (7a/6a+/6b) oder Schatila (6c/7a/7b) erledigt sein müssen. Zusammen mit dem gloorreichen Nimbus reicht's für die Höchstnote von fünf Sternen, und tatsächlich reisen ja auch Leute aus der ganzen Welt an, um hier nach dem roten Punkt zu jagen. Die Hauptschwierigkeiten der Route beschränken sich auf eine etwa 5m lange, technisch-bouldrige 7c-Passage am Anfang von L2, sowie den kurzen Boulder (8a+) übers Dach von L3. Der Rest der Route spielt sich grossmehrheitlich im 7a-Bereich ab. Die Absicherung ist nicht ganz so wild, wie es nach meiner Wahrnehmung suggeriert wird. Die Schlüsselstellen sind alle gut und fair eingebohrt, nur muss man da und dort halt 6c/7a auch 3 Meter über dem Haken noch sauber klettern können. Sowas ist dann doch eher selten, bzw.. aussergewöhnlich und erfordert natürlich schon, dass man sowohl mental wie technisch einiges auf dem Kasten hat. Da und dort kann man mit mobilen Sicherungen noch etwas ergänzen, zu Beginn von L1 ist dies sogar zwingend notwendig. Seit der Sanierung im September 2016 stecken nun solide Inox-BH, das zuvor altersschwache Material wurde mit Segen & Haken vom Maestro Beat Kammerlander 1:1 ersetzt. Ich wage jetzt einmal zu behaupten, dass die Route ein relativ dankbares Rotpunkt-Ziel abgibt. Sie ist nicht allzu lang, die beiden schweren Sequenzen sind kurz und lassen zahlreiche Versuche pro Tag zu und der Rest (wenn man ihn einmal kennt) sollte auf diesem Niveau nicht mehr das grosse Problem darstellen. Die an sich leichteren Via Acacia oder Hannibal's Alptraum erfordern wohl bestimmt nicht weniger Einsatz für einen stilreinen Gesamtdurchstieg. Die Route ist bis um ca. 13.00 Uhr im Schatten - zuvor ist es ausser an sehr heissen Tagen oft kühl, windig und fröstelig. Andererseits ist's ausser an herbstlich kühlen Tagen eher zu warm, wenn man an der Sonne klettern muss.

Topo

Die Route ist natürlich in diversen Führerwerken enthalten, z.B. im Panico-Führer zum Rätikon, dem Extrem Ost oder dem 94er-Extrem aus dem Filidor-Verlag oder dem SAC-Kletterführer Graubünden. Alle diese zeigen die Linie sehr generalisiert, wo man genau langklettern muss, bleibt an ein paar entscheidenden Stellen komplett im Dunkeln, bzw. wird sogar falsch suggeriert. Ein Beispiel ist das Ende von L4 - hier interpretiert man die meisten Topos so, dass vom letzten Haken direkt zum Stand geklettert wird. Erst geht das, während das Gelände dann 4-5m über dem letzten Haken immer schwerer wird. Eine richtige Falle also... der Erstbegeher hat hier definitiv einen anderen (d.h. den linken) Weg gewählt und hätte rechts einen Bolt gesetzt, wenn er dort durchgeklettert wäre. Aus diesem Grund hat Dani nach der Begehung ein stimmiges Topo angefertigt, herzlichen Dank dafür! Hier geht's zum PDF-Download in voller Auflösung.

Stimmiges Topo zur New Age. Man klicke hier für einen PDF-Download in voller Auflösung.


1 Kommentar:

  1. Wow, cool!
    freue mich auf die beschreibung von Schweizerzoo. Eher in mein Bereich :)

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