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Dienstag, 28. Februar 2012

Grandes Jorasses - Neues Topo zum Crozpfeiler

Bei uns ist die Eisklettersaison seit dem letzten Weekend definitiv gelaufen. Zeit, um nach vorne zu schauen und nächste Pläne zu schmieden. In den nächsten Monaten geht im Hochgebirge ganz sicher noch etwas, und das Zentrum der Eiskletterei in den hohen Bergen ist eindeutig Chamonix. Bei Recherchen auf dem Internet entdeckte ich ein solch tolles Foto von der Grandes Jorasses Nordwand, dass ich gleich ein Topo zum von uns begangenen Crozpfeiler anfertigen musste!


In noch besserer Auflösung steht das Topo auch als PDF-Dokument zur Verfügung. Interessant ist auch das Wandfoto an sich, ohne die eingezeichnete Linie, siehe unten. Es sei hier angemerkt, dass ich das Foto auf der Webseite www.guides06.com gefunden habe, welche eine spannenden Bericht über eine kürzliche Winterbegehung des Walkerpfeilers in der Grandes Jorasses Nordwand bereithält.


Und all denjenigen, die ihn noch nicht kennen, möchte ich an dieser Stelle herzlich den packenden Tourenbericht von meinem Seilpartner Walter empfehlen. Hier ein kleiner Ausschnitt, der zeigt, was den Leser erwartet: ..."nun erkannten wir auch den Gipfelgrat, welcher sich klar und deutlich im Sonnenlichtlicht abhob. Der Weg über den Croz-Pfeiler schien klar vorgezeichnet und zeitlich überschaubar zu sein. So waren wir uns recht sicher, dass es keine größeren Hindernisse in Richtung Gipfel mehr geben dürfte. Ein Irrglaube, denn erst jetzt begann die schwierige Mixedkletterei. Über dünn vereiste Felsplatten musste ich fast eine ganze Seillänge nach rechts queren, ohne dabei auch nur eine einzige Sicherung legen zu können. Eine Anspannung, die nicht nur bei mir höchste Konzentration forderte, sondern auch für Marcel meinen Nachsteiger großen Mut abverlangte. An einen Fehltritt durften wir gar nicht denken…".

Ich meinerseits möchte ich den nächsten Wochen gerne einen Ausflug nach Chamonix zum Nordwand- bzw. Eisklettern machen. Touren wie das Gabarrou-Albinoni-Couloir am Mont Blanc du Tacul, oder die Schweizerführe in der Courtes Nordwand sind weit oben auf meiner Wunschliste - aber alle anderen einschlägig bekannten Touren natürlich auch. Interessierte und motivierte Seilpartner mögen sich gerne bei mir melden!

Montag, 20. Februar 2012

Skitour zum Tschuggen, P.1881

Die Ausgangslage war alles andere als einfach: in den Bergen lockte der Pulverschnee, ebenso gut hätte man aber in den schattigen Tälern Eisklettern können, an einer sonnigen Wand bei milden Temperaturen felsklettern, oder gar mit dem Gleitschirm die ersten Thermikansätze der neuen Saison geniessen. 

Ob dieser Qual der Wahl fiel unsere Entscheidung auf die Skitour, für Nicht-Frühaufsteh-Fans (bzw. mit den Kids Nicht-Frühaufsteh-Taugliche) wie uns neigt sich da die Saison langsam aber sicher schon dem Ende entgegen, wenn die Februarmitte vorbei ist. Doch auch in Sachen Skitouren war es nicht ganz einfach: erhebliche Lawinengefahr der heimtückischen Sorte herrschte vor. 

Steile, effiziente Aufstiegsspur; oder dann, gemütliches Zickzack.
Dementsprechend war eine Tour gesucht, die sicher war, aber nicht langweilig. Lohnend, aber nicht überlaufen. Sonnig, aber mit tollem Pulverschnee. Schnell erreichbar, aber trotzdem nichts Altbekanntes. Von einer gewissen Länge, aber nicht langfädig. Wie man sieht, der Planer wird da ganz schön gefordert. Entschieden haben wir uns dann eben für den Tschuggen, den Skigipfel neben dem Gonzen. 

Es war ein ganz vergnüglicher Tag: ausschlafen bis 8 Uhr, mit den Kindern frische Gipfeli kaufen und gemütlich zmörgelen, um 10 Uhr mal los zuhause, zum Nani, und von da so eben vor 11 Uhr weiter. Punkt mittags der Start mit den Ski, ein super sonniger Aufstieg, im T-Shirt, ohne je Kappe und Handschuhe getragen zu haben. Den Gipfel etwas nach 14 Uhr erreicht, gemütliche Gipfelrast mit Panorama, Tiefblick ins Seeztal und Köstlichkeiten aus der Lieblingsbäckerei. 

Traumwetter und Panorama totale über das Rheintal.
Dann zuerst ein toller, weiter Gipfelhang, um die Abfahrt zu starten, dann mit Kennerblick auf die Karte die Hänge identifiziert, die uns bis auf eine dreistellige Höhenmeterzahl hinunter seidenfeinen Pulverschnee bescherten. Dann, ganz zum Schluss noch etwas Zwieback-Schnee, für die Herausforderung und um zu sehen, wie es in (noch) sonnigeren Expositionen gewesen wäre. Um 16 Uhr sind wir zurück beim Automobil, um 17 Uhr bereits wieder bei den Kindern. 

Stolze Gauschla, can you see the line?
Seeztal und Walensee vom Gipfel.
Zwar für einmal nicht das grosse Abenteuer, aber dennoch, so wie heute ist es einfach prima!

Sonntag, 19. Februar 2012

Eisbulletin Seeztal und Walensee

Nach dem frühlingshaften Samstag (18.2.2012) ist es wohl definitiv vorbei mit der Eiskletterei an den tief gelegenen, südlich exponierten Fällen im Seeztal und am Walensee. Eine Skitour in der Gegend erlaubte mir eine gute vorher/nachher-Perspektive. Während um 11.30 Uhr bei der Anreise noch alles in bester Ordnung war, die meisten Fälle sind eher Richtung SW exponiert, sah es am späten Nachmittag dann ganz anders aus:

  • Katzenbachfall: weggebrochen
  • Rüfibachfälle: Cavaliere weggebrochen, Contessa massiv ausgedünnt
  • Ragnatscherbach: weggebrochen
  • Milchbachfall: stand noch, stark ausgedünnt, sah abgelöst aus
  • Schattenbachfall: Zapfen abgebrochen, Rest stand noch
  • Seerenbachfall 2: dieser massive Eispanzer stand noch scheinbar unverändert

Es versteht sich von selbst, dass auch die noch stehenden Fälle nach dieser massiven Wärmeeinwirkung mit äusserster Vorsicht behandelt werden sollen. Die für die folgende Woche angekündigten Plustemperaturen mit Sonnenschein dürften aber sowieso auch dem noch vorhandenen Eis den Rest geben. Dafür, auf der Schattenseite im Gäsi, wo die Fälle überhaupt keine Sonne erhalten, sah es auch abends (aus der Ferne) noch gut aus. Hier noch 2 Fotos:

Ragnatscherbachfall links, Rüfibachfälle rechts: beide weggebrochen. Die Sonne hatte heute wohl einen 'Buffalo' zu viel intus...

Bei den Seerenbachfällen hat der sowieso nicht bekletterte Nr.3 gelitten, Nr.2 steht (aus der Ferne) noch stolz da.