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Donnerstag, 30. Januar 2014

Cogne - Sentinel Ice (WI5+)

Nach dem Abenteuer im Tuborg am Vortag hatte es Kathrin schon etwas gefuxt, dass sie bei unseren Erfahrungen im fünften Eisgrad nicht mitreden konnte. Also musste ein adäquates Projekt her, dieses sollte sich auch zeitlich im Rahmen halten, da wir am frühen Nachmittag wieder retour sein mussten, um Jara zurück in die Schweiz zu verabschieden. Die richtige Wahl war Sentinel Ice, der Wächter des Valnontey. Er bietet bei kurzem Zustieg drei spannende, steile Seillängen und ist zudem nicht jedes Jahr gewachsen. Aufgrund von Tourenberichten im Internet war ich mir aber gewiss, dass aktuell gute Bedingungen herrschen.

Von uns gekletterter Routenverlauf mit Position der BH-Stände.
So machten wir uns auf, über eine gute Spur und tragenden, windgepressten Schnee erreichten wir den Einstieg in weniger als 30 Minuten. Aufgeschirrt waren wir bereits, und sogleich konnte es losgehen. Die erste Seillänge bietet schon wirklich spannende Kletterei mit einem kurzen Stück, das an die Senkrechte heranreicht. Wer mehr daraus machen will, kann im linken Teil fakultativ schon eine 10m-Säule klettern. Der Stand befindet sich dann rechterhand an den Felsen.

Zoom auf die erste Länge, die im Mittelteil steiler/schwerer ist wie man meinen könnte.
Die zweite Länge bietet gemütliche Kletterei (75-80 Grad) und führt unter die Abschlusssäule hoch. Standmöglichkeiten gibt es an der Lärche rechts, oder in der Nische hinter der Säule. Zum Sichern und Weiterklettern ist meines Erachtens der Baum viel vorteilhafter. Und dann eben das Prunkstück der Route: was von weitem wie eine solide Säule aussah, war in Tat und Wahrheit eine Mischung zwischen Vorhang und Zapfen. Dieses Ding reichte zwar gerade so bis zum Boden runter, allerdings war es unten komplett gerissen und somit eben doch ein freihängender Vorhang. Die ersten paar Meter waren zudem auch nicht gerade eben dick (weniger wie 50cm), wie ein Blick von der Seite zeigte.

Das ist das zweite Teilstück im Sentinel Ice, die einfachste der drei Seillängen.
Hätte ich dieses Stück Eis in jungfräulichem Zustand angetroffen, so hätte ich wohl kehrt gemacht. Notabene, für die ganz Starken gäbe es übrigens noch die massiv überhängende Drytooling-Version an Normalhaken aus der Nische raus, die sieht echt schwer aus! Item, nachdem schon etliche Seilschaften diesen Vorhang beklettert hatten und er der Belastung problemlos standgehalten hatte, so würde es für uns wohl auch reichen. Vor allem auch, weil eigentlich gar keine (heftigen) Pickelschläge mehr nötig waren: die Löcher waren schon gut ausgeschlagen, und man konnte im steilen Teil eigentlich fast durchgehend hooken. Dies war sicher eine sehr grosse Erleichterung, denn ansonsten wäre es in diesem alten, harten, glatten und etwas glasigem Eis ein hartes Stück Arbeit gewesen, die 15 sehr steilen Meter zu überwinden.

Fast wie wenn der Zapfen die Zunge rausstrecken würde... er ist mit dem Boden nicht (!) verbunden.
Auf diese Weise gelang uns beiden aber das Enchainement dieses Teilstücks, bzw. natürlich auch der ganzen Route. Lustig dabei ist immer wieder meine Hook-Paranoia, und die anschliessende rasche Gewöhnung daran, ein Phänomen das mir vom Cliffen beim Bohren bestens bekannt ist. Setzt man den Hook, so überwiegt in der ersten Sekunden das Feeling "uh, oh, wird das wohl halten, oh Mist gleich fliegt mir der ganze Scheiss um die Ohren und ich trete den Weg in die Tiefe an". Mangels Alternativen belastet man aber dann doch, und nachdem man mal eine Zeit lang daran gehangen ist, so fühlt man sich rasch wohler und wohler.

So sieht es von der Seite aus, eine delikate Sache!
Philosophieren hin oder her, wir hatten das Top vom Sentinel bereits erreicht, es wird durch einen BH-Stand an den rechten Begrenzungsfelsen markiert, etwa 15m oberhalb vom Ausstieg der Säule. Mit unseren 50m-Seilen waren dann 3 Abseilfahrten notwendig, mit 2x60m spart man sich eines der Manöver. Dennoch, rasch hatte uns der Boden wieder und innert Minuten waren wir retour in Valnontey. Es blieb sogar noch Zeit für das kleine Eltern-Wellness-Programm, d.h. rasch in Ruhe eine Cappuccino zu trinken. Dann ab nach Hause, beim Kinderhüten war Schichtwechsel angesagt und sogleich wurde man natürlich in Beschlag genommen. Von den gemütlichen Lunchs, Saunagängen und einem nachmittäglichen Nickerchen kann ich definitiv höchstens Träumen, wieder raus in die Kälte und ab auf die Piste heisst es da jeweils für mich!

Die steile Passage sauber durchgezogen und das Top erreicht, bravo Kathrin!
Facts

Sentinel Ice I WI5+ 110m
Material: 6-8 scharfe (!) Eisschrauben, 2x50m oder 2x60m geht beides gut.

Schöne Kaskade mit drei interessanten Seillängen, die am Taleingang des Valnontey wacht. Hat man nur wenig Zeit zur Verfügung, so findet man hier eine spannende Kletterei und je nach persönlichen Niveau und den Verhältnissen auch eine Herausforderung.

Zustieg: von Valnontey auf dem gespurten Wanderweg etwa 400m ins Tal hinein und bei einem im Winter verwaisten Bar-Gebäude links hinauf zum gut sichtbaren Fall, der Abzweiger ist auch ausgeschildert. Liegt eine Spur, was bei guten Verhältnissen die Regel ist, dauert der Zustieg keine 30 Minuten.

Route: L1 (35m) bietet nach gemässigtem Auftakt einige steile Meter in der Gegend von 85 Grad, je nach Gusto auch noch mehr. L2 (35m) ermöglicht nochmals entspannte Kletterei mit einer Neigung von 75-80 Grad. In L3 (40m) geht es erst am freihängenden Zapfen 15m im kompromisslosen 90-Grad-Gelände dahin, bevor die Neigung ausklingt und man zuletzt über ein Schneecouloir den letzten Stand erreicht.

Gefahren: im Gegensatz zu vielen anderen Fällen in Cogne empfiehlt es sich hier definitiv nicht, hinter einer anderen Seilschaft einzusteigen. Sämtliche losgelösten Eisbrocken fallen exakt über die Route hinunter und treffen auch den Einstieg. Bei viel (Neu)Schnee drohen auch Lawinen und/oder heftige Spindrifts.

Abstieg: Abseilen über die Route an 3 bestens eingerichteten Kettenständen.

Aussicht aufs Valnontey und dem PP bei den letzten Häusern, hinten Punta Arpisson (3035m) und Pointe Garin (3451m).

Mittwoch, 29. Januar 2014

Cogne - Tuborg (WI5-)

Frühmorgens zeigte das Thermometer in Lillaz frische -15 Grad. Ich fragte meine Begleiter, ob sie denn gerne in der Sonne oder lieber am Schatten klettern würden. Die Antwort darauf kann man sich ja denken, ergo war das SE-seitig ausgerichtete Rive Gauche des Valeille das Ziel. Hier weisen alle gängigen und rasch erreichbaren Fälle eine Bewertung von mindestens WI4+ auf, ein rechter Challenge für meine Begleiter, die erst das zweite Mal beim Eisklettern waren. Als letzte Frage verblieb mir noch, ob sie die steilen Meter lieber am Anfang oder am Ende hätten. Das Steile zum Auftakt, hiess es, also waren die Würfel gefallen. In den Tuborg sollte es gehen.

Ein frostig-kalter Traumtag im Gran Paradiso Nationalpark. Hier das Rive Droite des Valeille mit Stella Artice (WI5).
Der Anmarsch dauert je nach Qualität der vorhandenen Spur ca. 40 Minuten. Bevor dann die Eiskletterei richtig beginnt, gilt es ein Couloir hinaufzusteigen, das schon einige 65-70 Grad steile Stufen aufweist. Das ist im Aufstieg für Kletterer dieses Niveaus seilfrei zu machen, bei einer Führungstour hat man den Strick aber bereits auszupacken. Nach 50m hat es rechts einen BH zum Nachnehmen, von da sind es nochmals 60m zum BH-Stand links der steilen Länge. Eine Seilschaft war da bereits am Tun, und so hatten wir optimale Sicht auf das Geschehen.

Zwei französische Kletterer bereits in Aktion, in der Cruxlänge von Tuborg (WI5-)
Nicht nur für meine Begleiter, sondern auch für mich hiess es anschliessend tief Luft holen. Einigermassen anspruchsvoll sah die Sache nämlich aus: die Crux bestand aus dem baldigen Überwinden eines überhängenden Wulstes, danach ging es aber noch viele Meter knapp unter der Senkrechten weiter und auch eine leichte Dusche war unvermeidlich. Ich machte mich auf den Weg und konnte die Sache gut durchziehen, nach dem steilsten Teil bot sich ein No-Hand-Rest ideal zum Wechsel auf trockene Handschuhe an, und sogar ein Foto lag drin. Zügig hatte ich danach den Stand erreicht, dieser befindet sich entweder links (alter BH und NH) oder gerade oben (neue BH). Meine Begleiter hatten indes dann etwas zu kämpfen, gelangten aber schliesslich mit Stolz, Freude und Pump erfüllt an den Stand.

Tiefblick vom No-Hand-Rest nach dem Überhang der Cruxlänge.
Damit war quasi der Mist bei diesem Eisfall geführt, der Ausstieg jedoch noch lange nicht erreicht. Zunächst galt es nun einmal, mittels einer 60m langen Schneefeld-Traverse den Fuss den nächsten Aufschwungs zu erreichen (BH-Stand links im Fels). Die nächste Mauer ist anhaltend 80 Grad steil und bietet sehr schöne, etwas weniger ernste Kletterei. Zum Schluss dann in weniger steilem Gelände mit Neige Polystyrene an den BH-Stand hoch, der sich rechts in den Felsen befindet. Nun hatte auch ich zu kämpfen, und zwar beim Sichern: bei der Dusche in der Cruxlänge waren die Seile nass geworden, nun waren sie steifgefroren und es war ein harter Fight, sie durch das Sicherungsgerät zu zwingen!

Blick auf die nächste Mauer, welche auch anhaltende 80 Grad steil ist.
Zum Dessert wartet dann eine weitere Seillänge, mit einem 20m langen Aufschwung von 80-85 Grad. Das Eis war hier teilweise ziemlich dünn, so dass auch einige Grasbüschel zum Pickeln herhalten mussten. Mit etwas Rubihorn-Erfahrung macht man das ja aber liebend gerne. Nun hatten wir es also geschafft, und so konnte ich meinen Begleitern auch mitteilen, in welchem Schwierigkeitsgrad sich unsere Tour abgespielt hatte. Nur das wohlverdiente Tuborg konnte ich vor Ort leider nicht offerieren, weshalb wir uns auf den Weg ins Tal machten.

Chapeau Baba & Jara, das Eiskletterbrevet ist bestanden!
Vom Top muss man oberhalb der Abbruchkante etwas nach unten queren, um von dort an einem Baum abzuseilen. Der Rest verläuft dann über die im Aufstieg benützten Stände. Das tönt ja eigentlich recht easy, doch musste ich meine Begleiter natürlich auch auf den einfacheren Teilstücken sauber sichern bzw. ablassen, so dass total doch 6 Manöver fällig waren. Mit den total vereisten Seilen war dies einfach ein Riesenmurks und eine grosse Qual, und dementsprechend dauerte es auch viel länger, als die meisten dafür brauchen werden. Anyway, irgendwann hatten wir wieder die Schneeflanke am Einstieg unter den Füssen und machten uns schnurstracks auf den Weg retour nach Lillaz. Das Thermometer im Auto zeigte bereits wieder -12 Grad an, ein wahrhaft frostiger Tag, aber wir hatten das beste daraus gemacht!

Was ist hier falsch`?
Facts

Tuborg - II WI5- 260m
Material: 10 Eisschrauben, 2x60m-Seile

Toller Eisfall mit einer fordernden Cruxlänge, in welchem man in den späten Vormittagsstunden ideal an der Sonne klettern kann. Da diese den Fall eher von der Seite bestreicht und nicht allzu lange anhält, muss man sich bei einigermassen kalten Temperaturen keinerlei Sorgen bezüglich der Solidität machen. Nach der Crux geht's dann nicht mehr so anhaltend weiter, die obere Mauer lohnt aber den Aufstieg übers Schneefeld dazwischen bestimmt.

Zustieg:
Vom Parkplatz vor Lillaz ins Dorf hinein, und dann auf dem gespurten, ausgeschilderten Eisfall-Wanderweg ins Tal hinein. Nachdem man den Tutto Relativo und Konsorten passiert hat, überquert man die Brücke, folgt eine Weile der orografisch linken Talflanke und steigt dann (wie ausgeschildert) steil hinauf zum Beginn des Couloirs.

Route:
L1 und L2 führen über gut 100m durchs Couloir hinauf, im Schnee mit einigen Stufen von 65-70 Grad. Die Cruxlänge L3 ist auf 50m sehr anhaltend 80-85 Grad steil, am Beginn wartet über etwa 8m ein senkrechtes Stück. Danach in L4 eine 50m langes Schneefeld hochsteigen, bevor in L5 eine weitere, anhaltende Mauer von 80 Grad wartet. Zuletzt dann in L6 ein kurzer Aufschwung, der auf einigen Metern nochmals 80-85 Grad erreicht.

Abstieg:
durch Abseilen über die Route, zuoberst an einem Baum, dann an perfekten BH-Ständen.

Topo von gulliver.it

Montag, 27. Januar 2014

Mr. & Mrs. Spindrift

Über Nacht hatte es 10cm Neuschnee gegeben, aber das sollte uns nicht am Trip ins Valnontey hindern. Wenn man den Kletterführern glauben schenken mag, ist hier die ‚Mur de Patri‘ die erste Adresse. Wir wollten (und konnten schliesslich) die Patri de Gauche WI4 klettern und so bezüglich dem Schwierigkeitsgrad schon einmal eine Schippe drauflegen.

Der Zustieg war (und ist allermeistens) auch für Fussgänger gut gespurt. Warum hier allerdings die meisten zu Fuss ins Tal hineinwackeln erschliesst sich mir nicht so ganz. Wir wählten die Tourenski, was selbst auf dem Weg ins Tal hinein und auf den gespurten Pfaden einerseits schneller, und andererseits bequemer und kraftsparender ist. Je nach Fitness und Wegzustand sind zu Fuss 1.5-2h zu veranschlagen, wir waren schliesslich in 1:15h vor Ort. Ganz die ersten waren wir nicht, drei Seilschaften waren bereits eingestiegen um das Eis vom Schnee zu putzen, was uns nur recht sein konnte.

Situation kurz vor dem Einstieg. In der ersten SL gibt es mehrere Optionen, die Sache anzupacken.
Die erste Seillänge bietet eine fast 50m lange Genuss-Eiskletterei (70-75 Grad). Das Eis war optimal bissig, immer wieder hatte es auch von den vielen Begehungen am Weekend zuvor gute Tritte oder tiefe Hooks. Den Stand bezogen wir in der Höhle an Sanduhr und Schraube, es gäbe auch unbequem steckende NH und wer noch 15m weiter nach rechts raus quert findet dort einen Stand mit BH. Die zweite Länge bietet neben zwei Schneehängen einen rund 10m langen Aufschwung von 80-85 Grad, der BH-Stand befindet sich danach rechterhand gut sichtbar an einem markanten Block.

Kathrin folgt in der ersten SL, der Neuschnee war beim Klettern nicht  störend.
Ab da steigt man in weiteren rund 100 Wegmetern hinauf ins Amphitheater mit dem oberen Wandteil. Zu überwinden sind dabei zwei eher kurze Stufen im Bereich 70-75 Grad, der Rest ist meist Gehgelände. Nach dem zweiten Aufschwung befindet sich links im Fels nochmals ein BH-Stand zum Nachnehmen (nicht gut sichtbar). Nun waren wir also da: die Seilschaft vor uns aspirierte auf den schwierigeren rechten Fall (WI5), so blieb für uns die klassische Linie frei, optimal! Links packt man an, die erste Seillänge bietet wiederum sehr schöne Genusskletterei mit Steilheit von ca. 75-80 Grad. Bevor der Fall aufsteilt und enger wird, gibt es links am Fels einen gut geschützten, optimalen BH-Stand.

Die dritte Seillänge bietet oft Gehgelände und zwei kurze Eisaufschwünge.
Zu spüren war hier bereits der Spindrift. Der bei kalten Temperaturen gefallene Schnee war so locker und leicht, dass bereits ein moderater Wind genügte, um ihn das Gully der letzten Seillänge hinunterzuspülen. Die anderen beiden Vorgängerseilschaften hatten von hier ob dem garstigen Ambiente den Rückzug angetreten, doch gefährlich war die Lage keineswegs – einfach ein bisschen alpine Härte war notwendig. So wurde also die Kapuze montiert und der Kragen zugeschnürt und los ging’s. Diese letzte SL ist sowohl die schönste, spannendste wie auch schwerste. Man quert erst nach rechts hinaus, hat dann eine recht anhaltende Meter im Bereich 80-85 Grad und kommt schliesslich in eine tolle Goulotte. Eingekesselt zwischen zwei Felswänden klettert man hier in einem kaum meterbreiten Eisstreifen dem Ausstieg entgegen. Das war eine echt geniale Sache!

Nun im oberen Teil, das wäre dann die insgesamt vierte SL.
Am Ausstieg hatte ich kurz etwas Mühe, den BH-Stand zu lokalisieren. Natürlich war hier alles mit Pulverschnee zugekleistert, so dass ich sämtliche Felsen im Umkreis putzen musste. Mit etwas Spürsinn war ich aber rasch am richtigen Ort, eigentlich war es gar nicht schwierig. Es genügte mir die Frage zu stellen, wo ich die Bolts platziert hätte und tatsächlich, da waren sie. Beim Nachnehmen gab es dann die eine oder andere Dusche, der feine Pulverschnee kroch dabei in jede denkbare Ritze. Als Kathrin dann da war, hiess es nichts wie runter. Mit 2x Abseilen ist man rasch wieder unten am Fuss des Amphitheaters, von wo man (mit Blick ins Tal) rechtshaltend zu Fuss absteigen kann. 

In der Goulotte zum Ausstieg der Tour. Der Spindrift hatte für einmal kurz abestellt, so gemütlich war's nicht immer.
Es war schon erstaunlich, wie extrem auslösefreudig der frische Triebschnee war. Zum Glück waren die Mengen aber so gering, dass keinerlei Gefahr drohte. In rund 10 Minuten waren wir retour beim Depot am Einstieg. Abfellen und Aufsatteln hiess es, für den Rückweg waren wir nun gegenüber den Fussgängern definitiv im Vorteil. Zuerst gab es sogar noch einige Schwünge im Pulver, dann eine rasante Fahrt auf dem Climber’s Track und schliesslich ging es skatend und schiebend retour nach Valnontey. Nur gerade 20 Minuten braucht dies, zu Fuss dauert es mindestens 3-4x so lange!

Blick in den Talschluss des Valnontey, Teil des Nationalparks am Grand Paradiso 4061m.
Facts

Patri de Gauche II WI4 250m
Material: 6-8 Eisschrauben, 2x50m-Seile reichen gut aus

Klassischer und viel besuchter Eisfall im Valnontey. Die Kletterei ist wirklich sehr schön, die Schwierigkeiten sind nicht anhaltend und waren für die Bewertung von WI4 auch nicht sonderlich hoch. Aber gut, im Eis machen die Bedingungen natürlich immer viel aus. Besonders stimmungsvoll ist die obere Wand, mit der homogenen Startlänge und der einzigartigen Goulotte zum Ausstieg. Der ziemlich weite Zustieg ins Tal hinein kann zwar gut zu Fuss erfolgen, denn meistens ist gespurt. Insgesamt deutlich schneller und bequemer ist man aber definitiv mit den Ski.