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Montag, 27. Mai 2024

Sommerskifahren am Brisi (2279m)

Pfingsten 2024 steht im Hause Dettling zuerst im Zeichen des Sportkletterns, zwei Tage wird im steilen Konglomerat in Bürs gemovt. Am dritten Tag widmet sich Larina wieder dem gewohnten Plastik, während Marcel seinen Knochen lieber etwas Ruhe gönnt und sich einem Alternativprogramm besinnt. Ein früher Aufbruch liegt nicht drin, somit stehen die Zeichen auf Bike statt Ski. Aber nur solange, bis mir der Gedankenblitz mit dem Brisi durch die Hirnwindungen schiesst: plötzlich ändert die Losung auf Bike & Ski.

Sicht von Stein SG auf Zuestoll, Brisi und Frümsel - noch fast durchgehend schneebedeckt.

Den Schneekarten und den sehr guten Webcams sei Dank ermittle ich da nämlich, dass der Brisirücken noch eine fast durchgehende Schneedecke aufweist und es sich auf geeigneter Linie noch bis in die Nähe der Strasse fahren lässt. Um die Mittagszeit starte ich schliesslich in Unterwasser mit dem Bike und radle den Churfirsten entgegen. Es sei an dieser Stelle explizit erwähnt, dass eine solch späte Aufbruchszeit für eine Skitour im Mai sehr anachronistisch ist und meist nicht funktioniert, ja man sich so unter Umständen sogar in Lebensgefahr begibt. Nicht so an diesem Tag am Brisi, da war ich mir schon im Vornhinein absolut sicher und genau so traf es ein: von den kompakten Altschneefeldern ging keine Lawinengefahr aus.

Bei sommerlichen Bedingungen geht's mit dem Schneetaxi zur Wechselzone.

Meine Wechselzone befand sich bei einer Strassenkurve auf 1560m bei der auf der LK mit Thurtalerstofel beschrifteten Rinne/Rücken. Nur rund 20hm mussten die Bretter getragen werden, dann konnte ich fellend steigen. Einzig der Einstieg auf den Brisirücken erforderte eine kurze Portage von ca. 50hm auf dem aperen Wanderweg. Danach ging's wieder mit Ski weiter, zweimal trat ich noch ein paar Meter übers Gras, die Bretter blieben aber bis zum Gipfel an den Füssen. Ungespurt war die Route im Übrigen nicht: es sah danach aus, dass in den Tagen zuvor etliche andere Tourengänger auf dieselbe Idee gekommen waren. Weiter teilte ich den Gipfel mit mehreren Wanderern, die den Gipfel in Turnschuhen erklommen hatten. Auf ihrer Ideallinie hätte es nicht übermässig viel Schneekontakt gegeben, berichteten sie. 

Auf dem Foto fast noch winterlich anmutende Schneedecke auf dem Brisirücken. Dabei habe ich die gesamte Tour in den kurzen Hosen bestritten - definitiv eine Premiere auf Skitour. Hitzestau an den Beinen gibt's so nicht, allenfalls sogar (un)erwünschte Kühlung. V.a. in der Abfahrt fällt der Schnee unweigerlich in die Schuhe...

Dann war es Zeit zum Skifahren: wie erhofft ergaben sich im kompakten Schnee mit seiner ziemlich glatten, nun prima aufgeweichten Oberfläche schöne Schwünge. Vermutlich wäre es tageszeitlich früher, nach einer Strahlungsnacht eher schlechter, da rumpliger und unregelmässiger. Ich rauschte bis ans Ende des grossen Schneefeldes, wo ich mich nach links orientierte und mit einer kurzen Portage ein NW-Couloir erreichte, über welches man ~40 Grad steil vom Rücken ausfahren konnte - coole Linie! Auf 1800m wieder in flachem Gelände stehend reizte mich der Abstecher ins ebenfalls noch perfekt eingeschneite Frümseltal - die 250hm zur Obersäss Nideri waren zügig erledigt. Auch hier waren die Verhältnisse mit der kompakten Schneedecke ideal. Was dafür nur heisst, dass ich zu schnell wieder retour am Bike war. Dieses brachte mich zügig und mit Fahrspass retour ins Tal, wo ich konstatierte, dass dies nun ein hervorragend zugebrachter (Kletter-)Ruhetag war - und vielleicht die letzte Skitour der Saison 23/24?!?

Hoppsla, nicht alle Tore richtig passiert beim Riesenslalom um die Blöcke im Frümseltal.

Facts

Brisi ab Selamatt, 700hm (+250hm für das Frümseltal), Ski-Schwierigkeit ZS

Mittwoch, 15. Mai 2024

Hundstein - Buuchfrei (6c)

Buuchfrei, das hört sich nach einem Thema für Teenage Girls an. Ist es aber nicht, denn die meisten weiblichen Geschöpfe dieser Altersstufe würden sich mit der hier beschriebenen Route ganz bestimmt keinen Gefallen tun. Viel mehr spricht sie vermutlich ältere Herren an. Ob das mit den genannten Kleidungsstücken nicht eigentlich genauso der Fall ist, ist eine Frage, wo man auf dieser Tour ganz bestimmt die Gelegenheit zur Erörterung findet. Denn wenn man die Route mit einem Attribut beschreiben müsste, so wäre dieses mit Sicherheit "lang". Mit 25 Seillängen an Kletterei und einem selbst bei flottem Marschtempo gegen zweistündigen Zustieg kann man sich auf eine 16+ Stunden Tour gefasst machen. Aber wenn man so etwas gerne macht, dann lohnt es sich sehr, das sei ganz klar bemerkt!

Blick von der Bollenwees auf den Fählensee und den Hundstein, mit dem Verlauf der Monster-Klettertour Buuchfrei (25 SL, 6c) im Profil. Kleiner Spoiler: man beachte die Schneefelder rechts vom Gipfel. Die sollten im Lauf unserer Tour noch eine Rolle spielen...

Die Tour startet beim Parkplatz Pfannenstil hinter Brülisau (Taxe 5 CHF/Tag, bezahlbar per Münzen oder mit Twint). Wer das straffe Programm nicht in einem Tag absolvieren möchte, findet diverse Möglichkeiten zur Unterkunft. Das Gasthaus Bollenwees (mit Hotelkomfort) oder die urige Variante im Matrazenlager der Fählenalp (derzeit noch nicht geöffnet) bieten sich am meisten an. Bis zur Bollenwees sind es rund 5km und netto 600hm auf einer breiten Fahrstrasse: erst steil hinauf durchs Brüeltobel, dann mit Höhenvernichtung am Sämtisersee vorbei und bei wechselnder Steigung zum Fählensee. Selbst wenn man sich hart ranhält, muss man gegen 1.5h kalkulieren. 

Fast schon wie ein Gemälde, diese Morgenstimmung am Fählensee: fantastisch!

Von der Bollenwees sind es dann nochmals rund 20 Minuten flach dem See entlang zur Fählenalp bzw. eine halbe Stunde zum Einstieg. Nur für marschtüchtige Kletterer also, das kann man mit Sicherheit sagen. Um 7.45 Uhr stiegen wir in die Route ein, wer also Reverse Engineering betreibt um die Aufstehzeit zu ermitteln, wird möglicherweise gleich vom Grauen gepackt. Die ist etwa dann, wenn die bösen Buuchfrei-Girls vom Ausgang heimkommen 😁 Als weitere Unannehmlichkeit (zumindest für jemanden wie mich, der zu 95% entweder sportklettert oder bouldert) lastet dann mit Cams, Schuhen und ausreichend Getränken/Verpflegung für einen solch langen Tag so viel Gepäck an Gurt und Schultern, wie es höchstens fürs Training, nicht aber zum freien Moven willkommen ist. Naja, man wächst hoffentlich an seinen Aufgaben...

Sicht von der Fählenalp auf die Riesenwand am Hundstein mit dem ungefähren Verlauf von Buuchfrei. Gewisse Teile (im Mittelteil der Route) sind verdeckt und nicht einsehbar. Ebenso führt der Quergang im Gipfelbereich so weit nach links, dass man eine weitere, von diesem Punkt noch gar nicht einsehbare Wand erreicht. Kurzum, die Route ist lang! Die Sonne bescheint den Einstieg um diese Jahreszeit (Mitte Mai) schon sehr früh (ab ca. 6.30 Uhr). Im Herbst hingegen könnte das erst viel später der Fall sein (not sure though!).

L1, 35m, 6b+: Fulminanter Auftakt, steil-athletisch an Unter- und Seitgriffen bei nicht so üppigem Trittangebot, das kann gleich heftig in die noch nicht zum Einsatz gekommenen Arme fahren! In der zweiten Hälfte dann Kletterei an distant verteilten, guten Griffen auf der gutmütigeren Seite der Senkrechten mit einer plattigen Challenge kurz vor Schluss.

In L1 (6b+) kommt man zügig auf Betriebstemperatur!

L2, 50m, 5c+: Erst weit in grasigem T6-Gelände ohne wirklich gute Sicherungsmöglichkeiten hinauf zum Pfeiler, welcher dann in schönem Fels und guter Kletterei erklommen wird. Möglichst direkt an dessen Kante zu bleiben bietet die attraktivsten Moves. Auf der Suche nach dem einfachsten Weg pendelt man mehr hin und her.

Pfeilerkletterei in L2 (5c+).

L3, 30m, 6a: Es geht noch kurz am Pfeiler weiter, bevor dieser markant einfacher wird und sich zurücklegt heisst es etwas unlogisch und nicht gut sichtbar nach links abzweigen. Man wird dafür mit prima Fels und guten Moves entschädigt. Die Crux mit einem Strecker zu gutem Griff gar nicht mal so einfach.

L4, 40m, 5c: Eine wenig begeisternde Länge, bei der Stufe zu Beginn ist der Fels nicht so top und die Kletterei etwas murksig. Hier aber dafür recht gut gesichert. Dann der Ausstieg auf ein grasiges Band und über dieses hinauf zu Stand.

L5, 45m, 6a: Super Seillänge über eine plattige Rampe mit hervorragendem Fels à la Rätikon, teils mit seichten Wasserrillen versehen. Die Sicherungsabstände sind weit (5 BH plus 1 SU) und erfordern einige Unerschrockenheit. Immerhin stecken die Bolts genau dort, wo es ohne Sicherung dann echt unangenehm zu werden begänne.

Hat ein paar Grasbüschel, aber trotzdem super Kletterei in prima Fels: L5 (6a).

L6, 45m, 5b: Dito wie L5. Einfach ein bisschen einfacher, dafür nur noch 4 BH. Mega cool, hier einfach auf direkter Linie in diesem Premium-Fels zu moven. Macht man aber vermutlich nur im Nachstieg so (und geht super!). Der (=mein) Vorsteiger mäandriert da gerne deutlich mehr, um nicht so kompromisslos über die Platten zu müssen und vielleicht irgendwo noch ein Klemmgerät platzieren zu können.

Tolle Kletterei, weiträumig gesichert in L6 (5b).

L7, 30m, 6a: Durchzogener Beginn (Achtung, grosse lose Schuppe direkt auf der Linie, linksrum umgehbar). Zum Ende eine cooler Boulder mit feiner Wandstelle. Jedoch eher 6A bloc als 6a Route und zwar mit 2 BH gesichert - wer stürzt, den pfeffert es vermutlich trotzdem unangenehm ins flache Gelände. Vielleicht war's auch nur das, was mein Schwierigkeitsempfinden so hochgetrieben hat?!?

L8, 40m, 6a: Sehr schöner Auftakt an super Wasserrillen, wobei der erste BH eher hoch steckt und einen doch noch zupfigen Boulder über dem Grasband erfordert (es wird nicht von der Mitnahme eines Crashpads abgeraten 😁). Die zweite Wandstufe ist dann ok aber kein Highlight, der zweite Teil der Seillänge besteht aus einer einfachen Graswanderung.

Fantastische Rillen am Anfang von L8 (6a).

L9, 40m, 6b: Eine Wandstufe mit lässiger Kletterei. Lange geht's gut, aber die 6b wird wohl kommen. Nach den Erfahrungen von L7 mache ich mich auf etwas gefasst - tatsächlich ist es ein zwar kurzer, aber heftig technischer Plattenboulder. Ich würde sagen voll zwingend - aber gut gesichert, da kann man voll riskieren.

Zuerst geht L9 (6b) gut, die 6b-Stelle kommt im kompakten Wandstück rechts oben im Bild.

L10, 30m, T4: Einfache, horizontale Querung auf Grasband nach links.

L11, 40m, 5c: Erneut schöne Wasserrillen zum Auftakt, dann genussreiche, plattige Wandkletterei. Man muss sich aber sicher sein was man tut, 4 BH auf diese Kletterstrecke sind keine üppige Absicherung. Geht aber schon, die Kletterei ist gut kontrollierbar und man bringt auch noch die eine oder andere mobile Sicherung unter. 

In L11 (5c): Grasbüschel hat's mehr wie Bohrhaken. Trotzdem, prima Kletterei.

L12, 40m, 5c+: Ähnlicher Charakter wie L11. Schön kompakter Fels, weite Abstände (auch hier stecken nur 4 BH). Schlussendlich löst sich doch alles recht gut auf, wobei mich die Bolts in diesem Abschnitt nicht ganz so perfekt platziert dünkten (Seilzug und man klettert irgendwie komisch darum herum).

Kompakte Plattenkletterei mit weiten Hakenabständen auch in L12 (5c+).

L13, 45m, T5: Grasiger Abschnitt, steiler als in L10, aber immer noch unproblematisch in den Kletterfinken zu machen. Gleich links runter dürfte einfacher sein, wie erst dem Sporn zu folgen und erst oben zu traversieren. 

Damit war der erste Routenteil abgeschlossen. Es war schon 13.15 Uhr, somit hatte dieser Abschnitt doch 5:30h gebraucht und damit viel länger wie gedacht. Eine mögliche Erklärung ist unsere Ineffizienz, andererseits sind es doch 500 Klettermeter da rauf. Auch wenn es sich meist um Fünfer- oder unteres Sechsergelände handelt, so kann man doch nicht einfach so hochspulen. Dafür ist die Absicherung zu spärlich, d.h. man muss sich oft weit über dem letzten Bolt im plattigen Gelände sorgfältig bewegen und/oder nach mobilen Absicherungsmöglichkeiten suchen. Aber item: während Viktor dafür plädierte, dass wir nun über die Cassiopeia (8 SL, 7b max, 7a+ obl) weitergehen sollten, fand ich das keine gute Idee. Nach kurzer Nacht, weitem Zustieg, schon etlichen Stunden Kletterei in den Knochen und mit dem ganzen Geraffel an Gurt/Rücken schien es mir wenig plausibel, die gleich mehreren harten Seillängen mit laut Beschreibung anspruchsvoller Absicherung noch souverän zu klettern, bzw. einfach so rasch wegzuspitzen. Das Unternehmen Cassiopeia hätte wohl mindestens den Zeitplan gesprengt, die Vermutung dass es zum völligen Waterloo geworden wäre, lässt sich auch nicht von der Hand weisen. Somit lautete die Devise also, die Buuchfrei sauber onsight zum Top zu bringen: auch das war noch Aufgabe genug...

Marcel am Start vom oberen Teil von Buuchfrei und La Mushkila, ebenso der Start der Abseilpiste über den Wandsockel. Für Felix 😉, sonstige Anwärter und damit ich es selbst nicht vergesse: beim blauen Fass kann man wohl ganz leidlich biwakieren. Relativ schmal aber ebener Platz.

L14, 40m, 6a+: Sorry, not sorry: eine grauenhafte Seillänge! Ich will niemanden abschrecken, aber gerade die erste Hälfte nach rechts raus in die Nische ist ein furchtbarer Bruch. Der zweite Teil, der gerade hinauf führt, ist dann nicht mehr ganz so schlimm - dafür steiler und schwieriger, so dass man halt an teils dubiosem Material richtig ziehen muss, und nicht mehr einfach mit Stützen und Schieben durchkommt. Es stecken BH, die fachmännisch platziert wurden. Sprich im besten verfügbaren Fels, hohl dröhnen tut allerdings auch der. Wird aber im Falle des Falles schon halten... Die Seillänge ist nur etwas für Leute, die sich in solchem Gelände zu bewegen wissen. Allem übel zum Trotz: wir konnten die Länge beide ohne Sturz, Griff- oder Trittausbruch bewältigen, es geht also schon. Und sie ist die Eintrittskarte für den fantastischen oberen Teil - es lohnt sich, durchzubeissen. Im Wissen drum was folgt, würde ich sie auch nochmals klettern. Sonst alternativ 2 SL über die Muskhila (7b+, 7a) wobei das Gelände zu Beginn de visu nicht erbaulicher aussieht.

Sieht supercool aus, zum Klettern aber... abschreckend (L14, 6a+).

L15, 30m, 6c: Mit einer splittrigen Querung nach links hinaus erreicht man guten Fels. Leisten und scharfes, wasserzerfressenes Material wartet. Super Kletterei mit guter Absicherung im schwierigsten Abschnitt, oben raus bei nachlassenden Schwierigkeiten (6a+/6b) heisst es dann mutig weit über die Bolts zu steigen - Wendenvibes kommen auf! Aber die Griffe sind da (und werden es auch bleiben 😁).

Auf der Suche nach gutem Fels - jetzt kommt er dann gleich (L15, 6c).

L16, 30m, 6b: Gerade voraus ginge es im superkompakten Fels in eine 7b der Mushkila. So gesehen kann man froh sein, dass Buuchfrei einen kleinen Umweg rechtsrum macht. Dort ist kurzzeitig nochmals etwas Lottergelände angesagt - nicht so schlimm allerdings. Nach dem ersten Drittel dann prima Fels mit steiler, athletischer und harter 6b-Kletterei. Knapp mit BH gesichert - wer die Reserven hat, steigt da einfach drüber. Wer sie nicht hat, beginnt vermutlich mit Cams hier und da zu fummeln, was den Akku dann noch schneller leersaugt - choose wisely! Das Finale dann wieder mehr technisch nach rechts hoch.

L17, 20m, 6b: Tolle Seillänge in steilem Gelände mit prima Fels, welche einer Reihe von mehreren Löchern und Nischen folgt. Hier ist die Absicherung mit BH im Vergleich zu den Längen davor und danach nach meinem Empfinden um einiges grosszügiger ausgefallen, somit ein vergleichsweise leichtverdauliches Teilstück.

Sieht nicht so berauschend aus, ist aber eine tolle Seillänge (L17, 6b).

L18, 40m, 6a+: Ein mega Killerviech von einer Seillänge, absolut genial mit Premium-Fels und Kletterei. Nur bei der Bewertung kann es sich bloss um einen Scherz handeln. Rein von der Qualität her passt dieser Abschnitt problemlos an die Wendenstöcke - nur die Bewertung würde selbst die dortigen Massstäbe sprengen (und es gilt ja gemeinhin das Motto "man spasse nie mit einer Wenden-6a+ !!!"). Die 6 BH sind (bei anhaltenden Schwierigkeiten) gut platziert, dazwischen wartet einiges an Raum für die freie Kletterei. Nach unserer Einschätzung sicher 6b+ (und zwar im Bewertungskontext von Buuchfrei, in Kalymnos wohl eher 7a+).

Moooonster-Pitch L18 (laut Topo 6a+, man stelle sich besser auf 6b+/6c ein).

L19, 45m, 4b: Jetzt heisst es queren. Eine solch lange Traverse im Grad 4b mit nur 3 BH lässt unterschwellig meist Gehgelände vermuten. Das manifestierte sich so ganz und gar nicht. Es muss geklettert werden und zwar richtig. Der Fels ist super, die Sicherungsabstände sind weeeeiiiiit. Ob nur das Angesicht eines Wahnsinnspendlers ins Leere die empfundene Schwierigkeit auf 5bc (oder sowas) hochgetrieben hat?!?

L20, 45m, 5b: Weiter geht's mit Quergang - super Fels mit extrascharfen Wasserrillen, sehr eindrücklich. Hier stecken 4 BH, zwei, drei mobile Sicherungen bringt man unter. Aber nicht nach Belieben und was ein Pendelsturz in diesem ultrarauen, scharfkantigen Fels bedeuten würde - man will es sich nicht ausmalen. Für die Person am hinteren Seilende trotzdem etwas angenehmer wie die 4b, da es hier schon wieder etwas mehr hinauf und nicht nur horizontal geht.

Da legt die Route dann eben mal 150m Quergang hin. Hier schon L21 (5c+).

L21, 50m, 5c+: Noch mehr Quergang, wobei es hier v.a. am Ende definitiv schon mehr hoch als hinüber geht. Man befindet sich hier nicht mehr direkt in der Tropfzone unter dem oberen Bauch, weshalb der Fels nicht mehr ganz so gut, ja am Ende schon wieder etwas durchzogen ist. Mit immerhin 7 BH etwas freundlicher geboltet als die beiden vorangehenden und gefühlt nicht wirklich schwieriger?!?

L22, 45m, 6c: Gespannt waren wir, was uns hier als Schlussbouquet präsentiert wird. Es ist eine geniale Seillänge mit betont senkrechter Kletterei in perfektem Fels, gespickt mit kleinen Schuppen, die als Untergriffe, Seitgriffe und lochartige Leisten daherkommen. Im steilen Teil gut eingebohrt, aber doch recht zwingend. Und wo sich das Gelände dann zurücklegt, heisst es im steilplattigen Gelände beherzt voranzuschreiten. 

Das Foto wird der Güte der Kletterei nicht ganz gerecht: grandioses Schlussbouquet in L22 (6c).

L23, 20m, 5a: Das Dächli gleich oberhalb vom Stand ist die Crux. Direkt, rechtsrum oder deutlich einfacher linksrum, make your choice. Danach folgt schrofiges Gelände zu Stand an einem Einzelbolt.

L24, 50m, 6a: Laut Topo quert die Route nun noch für zwei Seillängen etwas gesucht nach links rauf Richtung Gipfel. Der logische und schnellere Weg führt direkt hoch zum Grat. Den wählen wir, denn es schien nun definitiv nicht unweise, uns noch etwas Zeitreserven zu gönnen...

Somit waren wir um 19.45 Uhr nach 'a whopping' 12:00h Kletterzeit am Gipfel. Sagen wir doch 'in climbing it's not the speed that counts, but getting to the top'. Schlussendlich war es im Schnitt auch nur eine Halbstunde pro Seillänge - trotzdem schreibe ich das alles etwas beschämt, denn irgendwie sollte es eigentlich schon ein wenig schneller gehen, so sagt mir mein unterschwelliges Gefühl. Jedoch ist es nicht so, dass mich die Route überfordert hätte. Ich konnte alles souverän im Onsight klettern, was das vorrangige Ziel war. Für mich ist es das ultimative Erlebnis, komplett frei durch eine solche Wand zu steigen und zu "beweisen", dass es das Seil und die Bohrhaken (zumindest theoretisch 😉) nicht bräuchte. Das Gefühl es auch wirklich geschafft zu haben, war wie immer grandios. De fakto war es nach dem Alpsteinmarathon und der Roten Freiheit schon die das dritte Mal, dass ich dieses super eindrückliche Riesengemäuer durchstiegen habe, ohne das Seil je belastet zu haben. 

Es hat seine geraume Weile gedauert. Aber: doch noch oben!

Diese Gedanken um den Style gehen mir jetzt im Nachhinein beim Sinnieren über die Stimmung am Top durch den Kopf. Vor Ort drehte sich das Kopfkino vor allem darum, möglichst effizient wieder vom Berg zu kommen. Eigentlich keine Sache, der T4-Wanderweg vom Hundstein bringt einen wenn's pressiert in 45 Minuten zur Bollenwees, von wo man weitere 1:15h ins Tal wackelt. Doch da war noch was: während die Schneekarten und die Situation auf den Webcams südseitig bis auf die Höhe vom Hundstein-Gipfel grossmehrheitlich apere Verhältnisse zeigten, so war mir bewusst, dass in solch exponiertem Gelände schon nur ein kleines Schneefeld am falschen Ort ein Showstopper sein könnte. Nach dem Blick von der Bollenwees frühmorgens (siehe Titelfoto) und der Tatsache, dass man mit zunehmendem Aufstieg immer mehr Weiss um sich herum sieht (während von ganz unten her gesehen alles grün schien) beschlich mich im Lauf des Tages je länger je mehr das Gefühl, dass der Fussabstieg nicht ginge (dies auch der Grund, in L24 direkt und ohne den Umweg von L25 nach links zum Gipfelgrat zu klettern). Und so war es: grossmehrheitlich aper war schon richtig, aber die erste exponierte Querung unter den Widderalpstöck wäre selbst mit alpiner Vollausrüstung ein sehr gewagtes Unternehmen gewesen. Und nur mit den Turnschuhen definitiv ein Himmelfahrtskommando.

Zum Glück hatte ich mir alle andere Optionen schon längst zurechtgelegt gehabt. Nun mussten sie mit dem vollen Überblick über die Lage im Gelände und der zur Verfügung stehenden Zeitreserve nur nochmals durchgerattert und in eine Entscheidung umgemünzt werden. Ich verzichte nun an dieser Stelle auf die Auflistung aller Pläne C, D, E, ... und fokussiere auf Plan B, welcher schlussendlich reibungsfrei und auch zügig funktioniert hat.

  1. Ich spielte schon nach der 6c in L22 mit dem Gedanken von dort abzuseilen. Dies im Bewusstsein darum, dass der Weg vom Gipfelgrat zurück dahin umständlich und zeitraubend sein könnte. Oder dass wir im schlimmsten Fall über eine andere Route abseilen müssten. In der Kombination von Gipfeldrang und der Hoffnung auf den Fussabstieg fiel trotzdem der Entscheid weiterzugehen.
  2. Tatsächlich gibt's oben, 2m unterhalb vom Gipfelgrat in idealer Position einen neueren Einzelbolt mit Maillon - ganz bestimmt von den Buuchfrei-Erschliessern, die so zurück auf ihre Route gekommen sind. Er befindet sich direkt oberhalb vom Stand nach L22, bis dahin sind es in direkter Linie ca. 50m Abseilstrecke. Wer sich im Gelände gut orientieren kann, wird den Abseilbolt zweifellos finden. 
  3. Über den oberen Wandteil, d.h. die eigentliche Hundstein-Südwand, haben wir dann die im SAC-Buuchfrei-Topo verzeichnete Abseilpiste gewählt. Vom Gipfelgrat wie erwähnt 50m zu einem Irniger-Abseilstand wenig neben Stand 22, dann sind es 45m in mässig steilem Gelände (schon etwas westwärts haltend, der Irniger-Abseilstand ist westlich vom Graben/Kamin). Der folgende 30m-Abseiler ist dann sehr respekteinflössend und erfordert es, das Abseil-Einmaleins perfekt zu beherrschen. Nach 15m steht man an der Kante vom Bauch, die Seile baumeln unten im luftleeren Raum, der Abseilstand befindet sich mindestens 5m weit seitlich versetzt und scheint unerreichbar. Tipp: mit einem Cam 0.75 lässt sich ein sicheres Directional legen. Der Seilzweite entfernt dieses und schaut dann, dass er ohne Pendler und sonstigen Landschaden den Stand erreicht. Zuletzt sind es noch 55m freihängend 'back to the ground', d.h. in steiles Schrofengelände am Fuss der Südwand. Um auf diese Abseilmöglichkeit zurückgreifen zu können, hatte ich an diesem Tag die 60er-Seile genommen (mache ich sonst nie, wenn es sie nicht zwingend braucht). Mit 50er-Stricken geht's wohl wirklich nicht, ohne die letzten Meter abzuspringen...
  4. Am Fuss der Südwand befindet man sich auch mehr oder weniger im Niemandsland. Fussabstieg via Rotturmsattel und das Mörderwegli wäre eine Option. Dabei handelt es sich zumindest zu Beginn um steiles T5/T6-Absturzgelände. Suboptimal ohne Ortskenntnisse, bei noch plattgedrückt-glattem Gras und vor allem gab's da drüben auch noch Schneereste, welche den Optimallinie möglicherweise unter sich bedeckt hielten. Das wollten wir nicht riskieren.
  5. Der mit Abstand beste und sicherste Weg vom Wandfuss der Hundstein-Südwand zurück zur Fählenalp ist die relativ neue Abseilpiste von Andy Trunz und Werner Küng vom Oktober 2022, auf Eastbolt würde darüber berichtet. Dafür hiess es erst einmal, zurück zum Stand 13 von Buuchfrei zu kommen, was einen weiteren 15m-Abseiler über eine Felsstufe und die Querung von exponiertem Schrofengelände erfordert (tw. Fixseile und einige BH vorhanden). Die Abseilpiste bietet dann 8 Manöver à meist 45-50m und funktioniert wirklich hervorragend. Steile Felsstufen wechseln sich mit grasigem Gelände ab. Selbst das grasige Terrain ist aber genügend steil, wenig strukturiert und es liegen auch kaum Steine herum. So braucht's erstaunlich wenig Seilpflege und das Risko von Steinschlag beim Seilabziehen ist auch im grünen Bereich. Noch dazu sind die Standplätze geschickt platziert.
Freihängender 55m-Abseiler an den Fuss der Südwand. Wie man sieht, dort wartet keine flache Wiese.

Das tönt jetzt alles, wie wenn der Weg zurück an den Einstieg eine halbe Ewigkeit gedauert hätte. Das ist aber nicht der Fall, 90 Minuten waren es vom Gipfel zurück zum Einstieg - nicht schlecht für total 14 Abseilmanöver in unbekanntem Gelände und noch eine exponierte Querung zu Fuss dazwischen. Naja, 'immerhin runter sind sie schnell', könnte man sagen. Profitiert habe ich dabei von der exzellenten Skizze von Werner. Die Geländefeatures zum Auffinden der Standplätze weisen exakt den richtigen Detaillierungsgrad auf und vor allem stimmen die Meterangaben perfekt. Als Gold wert haben sich natürlich auch die (selbst angebrachten) 15m, 30m und 45m-Markierungen am Seil erwiesen. So habe ich selbst bei schwindendem Tageslicht alle Standplätze subito und ohne zu Suchen identifizieren können. Vielen Dank, Werner!!!

Den haben wir unterwegs noch gefunden. Da steckt wohl auch eine Geschichte dahinter...

Tja, das war's schon fast. Von der Fählenalp gab's nun noch einen Heimweg, der sich durchaus noch etwas in die Länge zog. Die erste Schwierigkeit bestand darin, dass dem Fählensee entlang reger Froschverkehr herrschte - eine unglaubliche Vielzahl an Amphibien war da unterwegs. Von der Bollenwees weg war's dann hingegen einfach noch eine lästige Pflichtaufgabe. Aber nach einem solchen Tag nimmt man die natürlich gerne in Kauf - aussergewöhnliche Erlebnisse bedingen halt auch aussergewöhnlichen Einsatz. Die letzte Stunde vor Mitternacht war schon angebrochen, bis wir zurück am Parkplatz waren - froh drum, aufs Polster sitzen zu können und das Bett daheim nicht mehr allzu fern zu wissen.

Mein Fazit: entweder hat Viktors Iphone eine genial gute Kamera oder mit meinen Augen stimmte etwas nicht mehr. Nach meinem persönlichen Eindruck war es nämlich langsam 'pitch black', als wir die Seile aufrollten.

Bleibt noch der Epilog zur Tour: am nächsten Tag war ich dann mit dem Teenage Girl am Voralpsee. Hört sich nach einer solchen Monstertour vielleicht ziemlich verrückt an, aber versprochen war versprochen. Und es ging tatsächlich gut - naja, 'gut' ist vielleicht ein wenig optimistisch, aber zumindest konnte ich solide performen und ich habe dabei nicht heftiger aufs Dach bekommen, wie dies am Voralpsee selbst bei optimaler Vorbereitung jeweils der Fall ist. Wobei das schon eine gewisse Logik hat. In der MSL-Tour wurden v.a. die Körperteile unterhalb der Buuchfrei-Grenze hart beansprucht, während es am Voralpsee in erster Linie jene oberhalb davon waren. Jedenfalls bei meinem Trainingsstand, your mileage may vary 🤗

Facts

Hundstein - Buuchfrei 6c (6b+ obl.) - 25 SL, 950m - Angst/Wälti 2019 - ****;xxx
Material: 2x60m-Seile (!!!), 12 Express, Cams 0.2-2, evtl. Keile

Eine wahre Monstertour! Der untere Teil ist wie bei den benachbarten Routen auch: felsige Stufen zwischen grasigen Bändern, die Erschliesser haben den schönen Fels gesucht und ihn weitgehend auch gefunden. Spannende Kletterstellen wechseln sich mit Graspassagen ab. Durchaus lohnend, aber nicht super eindrücklich und insgesamt mehr ein Kletterzustieg zum wesentlichen, oberen Teil. Nachdem man sich mit einer (mehr als nur teilweise) brüchigen Einstiegslänge dort das Ticket gelöst hat, wird man dann mit vielen herausragenden Längen in oft fantastischem Fels belohnt. Alles in allem, mit Routenlänge, Erlebniswert, Ambiente und der Anzahl an schönen Metern gebe ich gerne 4 Sterne. Wer negativ denkt und für Gras, Bruch und Quergänge Abzüge von der Höchstnote macht, kommt vermutlich zu einem anderen Ergebnis. Die Absicherung mit rostfreien Bohrhaken ist OK. Die schwierigen Kletterstellen >6a sind fast immer gut abgesichert. Im einfacheren Gelände sind die Abstände oft weit, dies auch bei ungutem Sturzgelände (z.B. über Bändern). Da muss man einfach sicher klettern. Kurzum, ab 6b gebe ich xxxx, unterhalb von 6a dafür nur xx, dazwischen und im Schnitt xxx. Teilweise ist es möglich, mobil abzusichern, aber nicht immer und überall. Wir hatten ein Set Cams von 0.2-1 dabei, welches regelmässig zum Einsatz kam. Es ging gut ohne die Grösse 2, für welche man aber durchaus Einsatzmöglichkeiten findet. Keile haben wir nur 2-3x eingesetzt, die würde ich als fakultativ bezeichnen. Ein gutes Zeitfenster für die Route zu finden ist gar nicht mal so einfach: wir hatten Mitte Mai optimale Bedingungen zum Klettern, dafür war der Fussabstieg wegen Restschnee noch nicht machbar (das Abseilen ist aber recht gut möglich und kostet gegenüber dem Abstieg nur ca. 1h zusätzlich, wenn alles glatt läuft). Im Sommer ist es tendenziell eher zu heiss, v.a. im unteren Teil kann man da schon richtig gebraten werden. Und der üppige Grasbewuchs kann auch störend sein. Ab Mitte August kann die schrumpfende Tageslänge dann zum Nachteil werden. Wichtig: man bewegt sich im alpinen Gelände, das Gelände um die Hundstein Südwand ist extrem steil und schrofig. Man informiere sich über Rückzugsmöglichkeiten und bereite sich entsprechend vor. Im unteren Teil ist der Handyempfang eher unzuverlässig, oben hat man dann freie Sicht nach Österreich und entsprechend Netz. Topos und weitere Infos findet man im hervorragenden SAC-Kletterführer Alpstein von Werner Küng. Man führe auf jeden Fall auch die (im Führer noch nicht enthaltene) Skizze zur Abseilmöglichkeit von der Südwand mit. 

Dienstag, 23. April 2024

Gastlosen - Ground Zero (7b+)

Wenn man (wie er) nur sporadisch zum Klettern komme, dann müsse es eine richtig kernige Tour sein, so war die Logik meines Kletterpartners. Meinerseits war ich viel mehr eingelullt im Sportklettern und den dortigen Projekten, so hätte ich mich vermutlich auch mit einem gemütlichen Sonntagsausflug zufrieden gegeben. Umso besser, wenn man Kollegen hat, die einem sagen, was zu tun ist 😁 Denn auf meiner Projektliste figurierte die im 2021 erschlossene Ground Zero natürlich auch: sie ist eine der längsten Routen an der Gastlosenkette und die Namen der Erschliesser bürgen für eine "Top Büez", wie wir zuletzt im Gantrischmassiv in Erfahrung bringen konnten.

Blick auf die Marchzähne an den Gastlosen mit dem Verlauf von Ground Zero.

In höchst freudiger Erwartung fuhren wir der Destination entgegen, endlich wieder einmal auf Felskontakt plangend (Viktor) bzw. "gut aufgewärmt" von den Efforts am Vortag (Marcel). Interessant auch, dass wir quasi gleich nebenan mit der Nikita unsere erste gemeinsame Tour unternommen hatten. Die Anfahrt zum Ausgangspunkt beim Parkplatz Oberberg an der Kantonsgrenze BE/FR (ca. 1490m, Taxe 7 CHF/Tag, bezahlbar mit Münzen oder Twint) war zwar weit, verlief aber smooth. Also eigentlich bis auf die Tatsache, dass unten beim Abzweig (P.1133) ein offenbar ganz neues Schild steht, welches ein Fahrverbot für Motorfahrzeuge im Winterhalbjahr (bis am 15.4.) verheisst. Sollte dies mehr als nur eine Empfehlung sein, so müsste beim nächsten Mal das E-Bike mit - denn die etwa 5km und fast 400hm auf der geteerten Strasse betrachtet wohl niemand als willkommenes Fitnesstraining beim markant verlängerten Zustieg. Dieser beträgt nämlich normal nur 20 Minuten, welche aber zum Schluss über loses Geröll doch noch etwas mühsam werden. Eine weitere Erschwernis besteht potenziell durch einen Felssturz, welcher sich im 2023 an der Glattewandspitze ereignet hat. Wir konnten im Gelände aber weder sehen wo, noch waren bei unseren Zustieg irgendwelche Trümmer sichtbar (die Route Ground Zero ist mit Sicherheit nicht betroffen bzw. gefährdet). Um 9.15 Uhr hatten wir uns dick mit Sonnencrème eingeschmiert und die weiteren Vorbereitungen abgeschlossen, so dass wir bei sehr sommerlichen Temperaturen loslegen konnten.

Unzweifelhaft, hier geht's los!

L1, 20m, 5b: Kurze Zustiegslänge zum wesentlichen Business, welche zur Toto Pépone gehört. Der Fels ist eher unschön-splittrig, so dass sich auch die Absicherung als distanter anfühlt, wie sich beim Anblick von unten präsentiert. Zudem hätte ich eher mit 6a bewertet - aber alledem zum Trotz, dieser Abschnitt wird für ernsthafte Anwärter kein Showstopper sein.

Bisschen ein alpiner Start in die Tour, der Anseilplatz da am Auslauf der Schlucht ist durchaus etwas spooky, um diese Jahreszeit befindet sich ein grosser Schneekegel gleich daneben und die erste Länge (5b) spricht dann auch gleich noch eher die rustikalen Gemüter an.

L2, 40m, 7a+: Was für eine Seillänge! Los geht's gleich mal steil-athletisch, der Fels ist mit oft diagonalen Strukturen garniert, so dass man sich sauber zu positionieren und anzupressen hat. Mittig folgen dann ein Piazriss (welcher mir wie man es schon fast erwartet trotz nicht extremer Schwierigkeiten doch einen Seufzer provoziert hat) und einen Riss an einer Rampe, wo ein paar Jams nicht schaden. Das Schlussbouquet ist dann in jeder Hinsicht die Krönung: es kommt eine Passage an Sinterbobbeln wie in Kalymnos und dann die Crux. Da heisst es erst einmal die richtige Beta zu erkennen und auch noch über die Körner zu verfügen, um sie auszuführen. Wobei dabei zusätzlich noch das Seilgewicht nach unten zieht, gut verlängert zu klippen zahlt sich bestimmt aus. Alles in allem dünkte mich dies für den Vorstieg die anspruchsvollste und zwingendste Seillänge. Aber wer weiss, vielleicht hatte ich mich danach einfach wieder an die Materie gewöhnt.

Steile Wandkletterei höchster Güteklasse mit taffem Finish in L2 (7a+).

L3, 25m, 7b+: In ähnlichem Stil geht's weiter: steile, fordernde Wandkletterei an strukturiertem Fels, wo man stets nach den Griff- und Trittmöglichkeiten zu suchen hat. Einfach vielleicht noch einen Tick schwieriger wie unten, dafür enger abgesichert. Oder war es nur die Bewertung, welche mir dies suggeriert hat?! Die Crux jedenfalls folgt bei der Überwindung des Dachs, wo ich bald einmal klein beigab. Man muss sich da an eher abschüssigen Strukturen auf Gegendruck geschickt positionieren und vor allem den richtigen Plan haben, noch dazu ohne zu wissen, wo und wie oberhalb vom Dach die Griffe kommen. Sprich, sicherlich sackschwer zum Onsighten. Nachher folgen dann noch die "einzigen 5m an klassischer Südwand-Plattenkletterei". Für meinen Teil hat das gut ausgereicht - super schlabbrig an sloprigen Vertikalstrukturen ist da das Motto.

Die super-schlabbrigen 5m an klassischer Südwand-Plattenkletterei am Ende von L2 (7b+).

L4, 35m, 6c+: Wenn man vom Standplatz aufwärts blickt, so bietet sich rechterhand eine knapp senkrechte Wand mit bestem Plattenkalk an. Links ist das Gelände steiler: ein paar grosse Löcher zieren die dortige Wand, augenscheinlich sind die Schwierigkeiten aber dort höher. Die Realität dürfte aber gerade andersrum sein und so haben die Erschliesser hier wohlweislich den linken Weg gewählt. Erst ein paar Meter einfach hinauf in die Ecke, dann sind die grossen Löcher wirklich so griffig wie erhofft (oder sogar noch besser). Dass der Ausstieg ins flachere Gelände darob aber dann ohne extreme Schwierigkeiten aufgeht, da hat wohl doch ein wenig das Glück mitgespielt. Ein seichter Schlitz an der richtigen Stelle hilft, sonst wäre es wohl gleich eine ganze Ecke schwieriger. Ganz so leicht habe ich mich da nicht getan - lag womöglich daran, dass es sehr warm war und für die sloprigen Strukturen nicht ganz optimal. In anregend-anhaltendem 6b/+ Gelände klettert man dann noch gute 15m zum nächsten Stand.

Sieht gemütlich aus, ist auch nicht so schwierig: das Finish von L4 (6c+).

L5, 35m, 6c: Insgesamt die "klassischste Seillänge". Erst verbleibt die Route in moderner Linienführung für 2 Haken noch in der rechten Wand, bevor man linkerhand den breiten Riss bzw. dessen linke Begrenzungskante gewinnt. Mich dünkte das die Crux, mein Seilpartner meinte danach, mit Offwidth-Technik (Stacked Hands) am Riss sei das "einfach". Nein, Herr Dettling hat das natürlich "ganz normal" gelöst, geht auch. Von einer Terrasse weg folgt dann ein Riss - die Felsqualität da nicht superduper. Aber doch ganz ok, der Riss klettert sich entgegen erster Befürchtungen auch sehr gutmütig, da mit scharfer Kante sehr griffig und wegstehen kann man meist auch optimal. Wenn man L5 auf 6c einstuft, so müssen die deutlich anspruchsvolleren L4 und L6 auf 7a hoch (oder umgekehrt L5 auf 6b/+ runter).

Kante oder Offwidth-Riss - jeder nach seinem Gusto! Im Bild der Start von L5 (6c).

L6, 30m, 6c+: Old-School-Kletterei versprechen die Erschliesser für diesen letzten Abschnitt hinauf zum Mini-Matterhorn. Nun, wenn eine Boulderhalle so etwas verspricht, dann beginnen meine Augen gleich zu leuchten. Hier vor Ort gar nicht mal so sehr: der wesentliche Abschnitt bietet nämlich trittarme Gegendruck-Kletterei auf eher glattem Fels, was bekanntlich eher mein Antistyle ist. Kurzzeitig heisst es auch mal ziemlich entschlossen zu riegeln, allerdings lässt es auch recht schnell wieder nach. Das technische Positionieren ist hingegen schon sehr cool! Der obere Teil ist dann einfacher und leitet hinauf zum Spitz, den bequemeren (und für die Fortsetzung idealeren) Stand findet man hingegen im Sattel gleich rechts (Fixseil und BH).

Die letzten Meter auf den Turm in Wandmitte bieten einfache Kletterei: L6 (6c+).

L7, 30m, 5c+: Die Traverse zum nächsten Stand verläuft südseitig, d.h. links und unterhalb vom Grat. Erst fast noch Gehgelände, braucht es später schon die Hände zum Festhalten und der letzte Move um die Ecke zum Stand verdient die 5c+ dann durchaus. 

Rückblick vom Stand nach L7 (5c+) auf den Turm, mit super Panorama in die Berner Alpen.

L8, 35m, 6c: Eine super schöne, luftige und extrem genussreiche Turnerei an super strukturiertem Fels. Zur Abwechslung taucht mittig noch ein wie gefräst aussehender Fingerriss auf, wo man nicht nur einige Jams platzieren kann, sondern diese wohl tatsächlich auch die kommodeste Lösung darstellen. Nur die letzten 3m hinauf zum Stand auf dem Pfeilerkopf sind dann nicht erste Sahne, da ist bei der Griffwahl etwas Umsicht nicht verkehrt und man klettert wohl besser rechtsrum über die Kante als links in die Verschneidung.

Super genussreiche Kletterei erwartet einen in L8 (6c).

Am Stand läutet das Telefon, am Draht ist die (Ruhetag haltende) Tochter. Wir hätten doch abgemacht, den Final vom Lead-WC in Wujiang zusammen zu schauen. Der sei schon im Gang und jetzt klettere dann gleich Sascha Lehmann. Ich erkläre, mit schauen sei es eher schwierig, aber radiomässiger Livestream per Telefon, das wäre jetzt beim Nachsichern durchaus machbar. So lief das und Athlet um Athlet kam an die Reihe. Ich schreibe hier jetzt aber mit Absicht nicht, wie viele ihren Final während der Zeit absolvierten, während Viktor L7 nachgestiegen ist 😁

L9, 25m, 7b+: Irgendwann ist er aber da, somit ist die Reihe wieder an mir und noch ist die Entscheidung in China nicht gefallen. Aufhängen kommt aber nicht in Frage und somit klettern Toby Roberts und Daddy zeitgleich. Den ersteren verfolgt die Tochter am Video, der zweite kann ja mündlich live berichten, wie es so geht. Bestimmt ist die Weltcup-Route sauschwer, von daher sollte Daddy mit seiner 7b+ eigentlich ein leichtes Spiel haben. Doch der Leser wird es vermuten, meine Begehung kommt deutlich schneller ins Stocken wie jene des jungen Engländers. Aber gut, der hat auch nicht gleich zu Beginn die 3pa-Stelle, welche die Crux markiert. Eine heikle, sehr griffarme, überhängende Kante wo sich bestimmt jeder Anwärter mit Blick nach oben die Strategie "Hooken" vornimmt. Es ist nicht so, dass die falsch wäre... nur ist das mit dem Hooken deutlich leichter gedacht wie getan. Sonst hilft der Griff zum Textil hier bequem zum henkligen Querriss, welcher super luftig links hinaus auf die Nase führt - spektakulär! Einmal um die Ecke rum, legt sich das Gelände stark zurück und es geht hinauf zum Stand auf einem Klemmblock über dem grossen Spalt. Als ich da ankomme, ist der gute Toby schon beim Siegerinterview.

Ab da geht's jetzt dann gleich zur Sache mit der 7b+ Crux in L9.

L10, 25m, 3a: Einfache, horizontale Traverse: zuerst verläuft dieser Abschnitt "im Berg", dann quert man wieder ausserhalb auf dem Band. Meist Gehgelände, zudem gut mit BH abgesichert.

Durch die dunkle hohle Gasse kam er: Horizontaltraverse in L10 (3a).

L11, 30m, 7a: Nun gilt's aber nochmals ernst: los geht's rechterhand mit einem breiten Riss. Im Angesicht der Tropflöcher rundherum hat (soweit ich weiss) sogar Viktor im Nachstieg auf die Stacked Hands verzichtet. Später ist fertig Riss und die Steilheit legt nochmals eine Schippe zu. Ein Wanderl verlangt ein paar anhaltende Moves an fetzenscharfen Tropflöchern à la Rothorn. Geilo, da wird geprüft, wie viel Energie noch im Tank ist! Schliesslich verlässt man diese Passage zu Gunsten der breiten Rinne rechts - für den Nachsteiger kurz gar nicht mal so optimal gesichert, da bei den schwierigen Moves ein etwas unangenehmer Pendler droht. Einmal drüben dann relativ easy zum Stand, wo noch ein etwas ätzender und zwingender Move wartet.

Die im Text erwähnte Stelle in L11 (7a), welche für den Nachsteiger nicht ganz so angenehm ist. Schon vor der Kante nicht einfach, darum herum erst recht nicht - und wenn's nicht gelingt, so gibt's einen zwar nicht gefährlichen, aber irgendwie doch ungeschmeidigen Pendler.

L12, 35m, 7a: Nochmals steil geht's los, die Unterarme werden aber nicht einer ganz so harten Prüfung unterzogen wie befürchtet. Man befindet sich in einer Art Winkel und kann es gut wegstehen, zudem hat's super griffige Strukturen und ein paar megacoole Löcher. Vermeintlich geht's dann um die Ecke in sich zurücklegendes Gelände. Nicht ganz falsch, aber die Schwierigkeitsreduktion gibt's nicht so wie erhofft. Erst nochmals steil und doch etwas pumpig an Seitgriffen, zuletzt an einem Wulst die Füsse raufbringen und um die Ecke auf die wasserrillige Abdachung kommen, das stellt die Cruxzone dar. Das geneigte, wasserzerfressene Gipfeldach klettert sich dann easy (~5b), erst aufwärts, dann stark nach rechts traversierend (strategisch klippen, sonst starker Seilzug). Der letzte Stand befindet sich an einem Turm rechts von einem Grascouloir, etwas rechts um die Ecke.

Nach L12 (7a) ist der Gipfel erreicht - trotz Schneeresten im Background, es war alles andere als kalt.

Um 17.45 Uhr sind wir nach 8:30h Kletterei am Top. Tönt jetzt nicht gerade nach einer Speedbegehung, aber dass es gleich so lange gedauert hat, hätte ich subjektiv nicht gedacht. Sprich, es lief eigentlich alles ganz flott. Der amerikanisch geprägte Optimist würde von einem 99% Free Ascent sprechen, de fakto waren es nämlich effektiv ca. 4m (auf 400m), welche mir nicht auf Anhieb gelungen sind. Diese beiden 7b+ Stellen sind aber schon harte Knacknüsse, alles andere als onsightfreundlich und zudem noch komplett ohne Kletterspuren. Weil dieser Grad selbst bei optimalen Voraussetzungen im Klettergarten so in etwa First-Go-Limit darstellt, würde es schon eher an ein Wunder grenzen, das im MSL-Setup einfach gleich so rasch mal wegzuspitzen... Somit wartet die Route weiterhin auf die erste komplette RP- oder gar Onsight-Begehung aller Seillängen an einem Tag. Trotzdem trugen wir mit Freude und Stolz die 7. Begehung ins Routenbuch ein, machten noch den kurzen Abstecher zum Gipfel des Grand Grenadier und warfen dann bald einmal die Seile aus, um in die Tiefe zu gleiten. 

Sowieso eine fantastische Gegend und dann haben wir noch einen absoluten Traumtag erwischt!

Im oberen Routenteil vollzieht sich dies über eine routenunabhängige Piste. Deren erste Zwischenstation befand sich nach 45m eher weiter rechts (facing the wall, d.h. Richtung NE) als ich gedacht hätte. Vor dem Seilabziehen beschlich uns dann ein etwas mulmiges Gefühl. Bliebe es irgendwo hängen, so wären wir da, abseits von einer anderen Route und mit der nächsten Station 45m weiter unten, subito in der Patsche und kämen kaum mehr ohne fremde Hilfe vom Berg. Aber es ging alles glatt und ich konnte mich auf die Suche nach der nächsten Station machen. Nun ja, meistens werden Abseilpisten auf diesem Blog nicht so ausführlich mit Absätzen gewürdigt und so mag sich der Leser schon denken, was nun kommt. Jedenfalls bin ich mal 45m abgefahren und es war kein Stand in Sicht. Die Konsultation des Topos hiess mich, weiter nach links (d.h. Richtung SW) zu pendeln. Und tatsächlich, da steckten zwei nackte Dübel. Mein Gedanke: "so ein schräger Abseiler ist ja doch eher ungünstig, also wurde dieser Abseilstand wohl an einen besseren Ort verlegt". Doch alles Suchen half nichts, eine Weile später war ich mir schliesslich sicher, dass es tatsächlich keinen anderen Stand gibt. Das bestätigte mir unmittelbar darauf auch der Erschliesser Adrian mit seinem Rückruf. Die nackten Dübel seien der richtige Ort, da müsse jemand den Stand willentlich demontiert haben 😨

Hm ja, das war jetzt wirklich eine ziemlich suboptimale Situation...

Zum Glück baumelte die Lösung zu diesem Dilemma am Gurt: der Grübler, der mit einer M10-Lochung (behelfsmässiger 17er-Schlüssel) ausgestattet ist. Die Strategie war klar: am oberen, kompletten Stand ein Plättli mit Mutter mitnehmen und unten montieren. Das klappte wie gewünscht, trotz etwas Nervosität und leicht zitternder Hand trat auch weder Mutter noch Lasche den befürchteten Weg in die Tiefe an. Auch das nochmals heikle Seilabziehen verlief eventfrei und so waren wir wenig später "back on track", d.h. zurück am Mini-Matterhorn in Routenmitte und konnten ab da über die Route zurück zum Einstieg seilen, wo wir schliesslich um 19.30 Uhr den Fuss auf den Boden setzten. Nun war es nur noch ein Katzensprung retour zum Parkplatz, bevor noch ein langer Heimweg wartete. Die Kehle musste noch eine Weile durstig bleiben (Tankstellenshops sind im Kt. Fribourg sonntags ab 19.00 Uhr zu 😬), aber bald fuhren wir in Berner Gefilden und konnten wie gewünscht hydrieren. Wow, das war ein echt cooler Auftakt in die seriöse MSL-Saison 2024 gewesen!

Ohne den Grübler mit der M10-Lochung wären das Abseilen an den Prusikschlingen oder der Helikopter wohl so in etwa die gängigsten Optionen gewesen. Oder hätte sich vielleicht doch noch eine andere Möglichkeit ergeben... Gut, dass wir dies nicht ergründen mussten.

Hinweis: die Erschliesser sind über die inkompletten Abseilstände informiert und wollen die Sache so bald wie möglich in Ordnung bringen. Da es sich um Locals handelt, wird das sicher bald der Fall sein. Sprich, bevor die nächste Seilschaft in der Route klettert. Ich werde an dieser Stelle informieren und sowieso: nachdem wir ein Plättli umplatziert haben, ist das Abseilen möglich. 2x halt nur an einem Einzelbolt, aber es handelt sich um moderne, rostfreie BH welche in solidem Fels stecken, ein überschaubares Risiko also. A propos, ein "Notfallkit" (Grüber mit M10-Lochung, Plättli, Mutter, Messer und etwas Reepschnur) wiegt nur wenig und bietet in Fällen wie oben noch Optionen, wo sonst potenziell nur noch die Rettung hilft. Immerhin war bei uns mit dem Grübler der wichtigste Teil dabei... den Rest werde ich zukünftig wieder konsequenter mitnehmen.

Update vom 27.5.2024: Wie schon im Kommentar von Christian vom 10.5.2024 erwähnt, sind die Abseilstände nun wieder komplett ausgerüstet - vielen herzlichen Dank dafür. Beim zweiten Abseiler gibt es einen Zwischenstand, um diese Strecke in zwei Etappen aufzuteilen und so das Risiko eines Seilverhängers beim Abziehen zu minimieren. Entscheide selber, ob du diesen nutzen willst. Hier der Link zum neusten Routentopo, das ich von Erschliesser Adrian zugesandt erhalten habe. Der erwähnte Zwischenstand zum Abseilen ist dort eingezeichnet. Ebenso wurde der Text leicht angepasst, zudem wurden einzelne Bewertungen geändert (L5 von 6c zu 6b+, L6 von 6c+ zu 7a, L12 von 7a zu 6c+). Mein Blog bleibt jedoch in der Originalfassung, da er eine Momentaufnahme unseres Erlebens repräsentiert.

Facts

Gastlosen/Grand Grenadier - Ground Zero 7b+ (6c obl.) - 12 SL, 400m - A.Voegeli & A.Klaus - ****;xxxx
Material: 2x50m-Seile, 16 Express, evtl. Cams 0.3-1

Super lässige, genussreiche und imposante MSL-Sportkletterroute mit hervorragender Absicherung. Durch die sonnige und relative tiefe Lage ein ideales Ziel für früh oder spät in der Saison. Die Kletterei ist meist steil, griffig und bietet viel Abwechslung: Leisten, Löcher, Aufleger, scharfer Tropflochfels, Tufas, Risse und Verschneidungen trifft man unterwegs an. Die Absicherung mit rostfreien BH ist einwandfrei. Die Abstände sind nie weit, trotzdem muss man auch einmal ein wenig klettern zwischen den Haken. Hier und da könnte man schon etwas legen - wirklich nötig ist es nicht, wir führten keine Cams mit und haben sie nicht vermisst. Das V2-Version vom Fototopo der Erschliesser ist hier unterhalb abgebildet. Inzwischen gibt es eine neuere Version V3, das man hier als PDF beziehen kann.

Das Topo der Erschliesser, vielen herzlichen Dank für eure Arbeit!