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Sonntag, 10. September 2017

Nordgalerie News

Der Klettergarten auf der Nordgalerie am Walensee ist dank seiner tagsüber schattigen Lage, dem bequemen Zugang und den lässigen, bis zu 40m langen Routen der beliebteste Sommersektor in der Region Weesen geworden. Anno 2013 wurde das Gebiet im Extrem Ost das erste Mal publiziert. Seither haben sich im Routennetz noch einige Änderungen ergeben, welche an dieser Stelle nun publiziert werden.

Das Topo aus dem Extrem Ost vom Filidor-Verlag mit allen Updates.


Clessidra 6b+ (FA: Anna Enrich)

Lange Route mit meist grossgriffiger Kletterei und luftiger Linie. Benützt denselben Einstieg wie Odi et Amo und Corazon Negro, quert dann ganz nach links. Ganz direkt über die Haken geklettert sicher deutlich schwieriger wie 6b+, man finde den einfachsten Weg.

Odi et Amo 7c (FA: Anna Enrich)

Die Hauptschwierigkeiten konzentrieren sich auf das erste Drittel, wobei die Crux aus einer trittarmen Gegendruck-Passage an kleinen, diagonalen Leisten besteht, wo man danach noch über ein paar Meter dranbleiben muss. Im oberen Teil griffige Genusskletterei im 6c/7a-Bereich

Corazon Negro 7b (FA: Anna Enrich)

Schon bald nach dem Einstieg warten knifflige Züge, welche in einen einfacheren Mittelteil überleiten. Gegen oben hin folgt nochmals eine steile Wandpassage mit ein paar kleinen Leisten und dem charakteristischen, herzförmigen Griff. Dieser ist natürlich, musste aber dereinst in einer chirurgischen Operation wieder eingefügt werden.

Das Ambiente auf der Nordgalerie, gleich gegenüber am Walensee die klassischen Galerie-Sektoren.

Bubak Verlängerung 6c (FA: Mike Schwitter)

Die absolut logische, linke Fortsetzung von Bubak, welche weiter die Verschneidung hinaufführt. Unterwegs passiert man auch noch den Stand der Zahir. Gegen oben hin wird's athletischer, mit ein paar kniffligen Moves um die Ecke am Schluss.

Dea Dia 7a (FA: Mike Schwitter)

Ebenfalls eine Fortsetzung von Bubak. Die beiden Verlängerungen verlaufen erst gemeinsam, Dea Dia zieht dann direkt gerade hoch durch die steile Wand. Erst wartet athletische Kletterei an grossen Griffen, bevor zum Schluss einige kleine Leisten geriegelt werden wollen.

Unerwartete Reise 7c (FA: Th. Götz (?))

Diese Route zweigt nach ca. 10m von der unendlichen Reise nach rechts ab. Ich habe diese Route noch nicht ausprobiert, sie soll jedoch bei 7c oder 7c+ einchecken. Sie ist teilweise sehr nahe an die Azasch (7b) gebohrt. Je nachdem wie eigenständig man die Route klettert, soll der Grad variieren.

Lindberg  7c+ (FA: Th. Götz (?))

Die Route über die steile Nase war lange Zeit ein ungeklettertes Projekt mit dem Namen Chain Reaction. Inzwischen ist (mindestens) ein Rotpunkt-Gorilla vorbeigekommen. Heikle Moves direkt an der Nase verlangen den Grad 7c+.

Diese Baustelle ist keine mehr! Bei der Erstbegehung der Cristallina konnte ich dabei sein.


Luftschiff 7b (FA: Anna Enrich)

Die ganze rechte Wand wurde früher vernachlässigt, aber nach dem für die Nordgalerie typischen Putzaufwand sind auch hier  sehr schöne Routen entstanden. Das Luftschiff überzeugt dabei mit abwechslungsreicher Kletterei, schwierigere Sequenzen und Ruhepositionen wechseln sich ab. Die Crux ein weiter Move oder Dynamo am Beginn der Schlusswand.

Cristallina 7c (FA: Anna Enrich)

Kurz, kleingriffig und knackig - so lässt sich die Route gut umschreiben. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich v.a. eine dazu auch noch trittarme Passage in der Mitte als grosse Herausforderung. Kleingriff-Spezialistin Anna hat die Route vorerst vorsichtig mit 7c bewertet - nach meinem Empfinden könnte da man eventuell auch ein + hinzufügen.

Radix Magica L1 6c, L1 & L2 7b+ (FA: Anna Enrich)

Start an einem unerwartet kniffligen Riss, danach die grossgriffige Verschneidung hinauf. Bis zum Stand unter dem Dach ist's 6c. Danach steile, athletische Moves zuerst an guten, dann an sloprigen und zuletzt an Unter- bzw. Seitgriffen.   

Sonntag, 28. Juli 2013

Nordgalerie - Arcimboldo (6b/+) und Routenliste

Nach den Ferien (Berichte folgen) konnte ich den halben Tag bei grosser Hitze und noch vor den vermeintlichen Gewittern dazu nutzen, mein Projekt auf der Nordgalerie fertigzustellen. Und dazu natürlich auch noch meine neue Bohrmaschine zu ihrem ersten Einsatz zu bringen. Sie hat sich bewährt und die entstandene Route gefällt mir auch prima. Es handelt sich vermutlich um die einfachste Tour auf der Nordgalerie, somit dürfte sie regen Zuspruch erfahren.

Jetzt kann man es wieder rattern lassen...
Getauft ist die Route auf den Namen 'Arcimboldo' und wenn man nicht weiss, wer das ist, dann kann man es auf Wikipedia nachlesen. Problem ist allerdings, dass unser Bub der Spezies Arcimboldus Maximus Cheibus dort noch nicht erwähnt ist. Die Länge beträgt knappe 25m, und 10 Bohrhaken säumen den Weg. Geboten wird einem erst teilweise knifflige Wandkletterei an Leisten, Auflegern und Untergriffen. Im oberen Teil wartet dann eine athletische, griffige Rissverschneidung, welche ebenfalls spannende Moves bereithält. Mit der ersten Rotpunktbegehung hatte ich erwartungsgemäss keine Probleme, und auch die ersten Wiederholer liessen nicht lange auf sich warten. Zur Bewertung: beim Ausprobieren hatte ich mir 6b+ gedacht, was im Toprope und in noch nicht geputztem Zustand aber natürlich immer schwer zu sagen ist. Sie ist aber womöglich etwas leichter wie die 'Bubak' (6b+), daher evtl. auch nur 6b. Somit gilt für den Moment 6b/+, d.h. 6b oder 6b+. Sachdienliche Hinweise zur korrekten Bewertung sind natürlich erwünscht, irgendwann werden wir uns dann auf das eine oder andere festlegen.

Interessante, schwarzgelbe Felsstruktur. Im Bild die erste Wiederholung der Route.

Facts

Der rechte Hauptsektor der Nordgalerie befindet sich auf dem Dach der Autobahn A3, die von Chur nach Zürich führt. Er ist sehr schattig gelegen (wenig Sonne nur frühmorgens und abends ab 18.30 Uhr) und somit ein interessantes Ziel für warme Tage. Das Ambiente am Südufer des Walensees ist genussreich, auch wenn man effektiv über der stark befahrenen Autobahn klettert. Erreicht wird der Sektor in ca. 15 Minuten horizontalem Fussmarsch vom Strandbad Gäsi bei Weesen. Ein Topo mit allen Routen findet man im Schweiz Extrem Ost. Weil fast alle Routen angeschrieben sind, reicht aber auch die folgende Routenliste aus. Einige weitere, eher selten begangene Routen gibt es auch im linken Teil auf der Galerie, sowie beim Holzpodest, das man beim Zustieg passiert.

Abendstimmung auf der Nordgalerie.
Routenliste

Die Routen werden hier von links nach rechts aufgeführt und mit einem Kommentar versehen. Zusätzlich ist die Länge der Route angegeben, (wo mir bekannt) die Anzahl BH die steckt und die offizielle Bewertung aus dem Schweiz Extrem Ost. Bei den Routen, die ich selber schon rotpunkt begangen habe, gebe ich nach dem Beschreibungstext einen persönlichen Schwierigkeitsgrad in Klammern an, da ich mit der offiziellen Version doch in einigen Punkten nicht übereinstimme. Die Routen sind eigentlich alle schön und lohnenswert, so dass ich nicht einzelne davon mit einer Sternchenbewertung herausheben will.

1 Projekt Mike (35m, NR)
Sieht interessant aber schwierig aus, dürfte eine der härtesten Routen im Sektor werden.

2 Corazon Negro (35m, 7b)
Knifflige und kräftige Sequenz auf den ersten 10m, danach Genusskletterei im 6c/+ Bereich (7a+).

3 Samsum's Traum (35m, 14 BH, 7a)
Technisch interessantes Bewegungsproblem am Wulst nach 10m, danach einfacher (7a).

4 Captain Barbossa (35m, 14BH, 6c+)
Sehr schöne, anhaltende Genusskletterei mit ein paar interessanten, bouldrigen Stellen (6c).

5 Captain Jack Sparrow (35m, 14 BH, 7a)
Weitgehend gemütliche Kletterei entlang einer Rissspur mit bitterem, suboptimal gesichertem Schlusswulst (7a+).

6 Rumborak (35m, 16 BH, 6c)
Super Kletterei an oft erstaunlichem, sintrigem Fels. Athletische Crux in der Mitte, und feine Stelle zum Schluss (6c+).

7 Duha (35m, 7b)
Unten steil, oben plattig.

8 Zahir (28m, 12BH, 7a)
Boulderstelle unten links umgehen. Oben erst kühne Ausdauer (BH suboptimal) mit plattig-schwerer Schlussstelle (7a).

9 Bubak 2(5m, 11 BH, 6b+)
Abwechslungsreiche Wandkletterei mit nicht zu unterschätztender Leistencrux im zweiten Drittel (6b+).

10 Unendliche Reise (44m, 7c)
Soll eine fantastische Reise sein. Unterer Teil bis Bubak-Stand 7b, oben ein athletischer und ein plattiger Boulder.

11 Azasch (32m, 14 BH, 7b)
Tolle Tour, gemässigter Beginn, kräftige Crux in Wandkletterei und kniffliges Mantle-Problem zum Schluss (7a+).

12 Walking in Blood (25m, 6b+)
Entlang der Verschneidung bis unters Dach. Selten geklettert, da weite Abstände und angeblich weniger lohnend.

13 Grün ist die Hoffnung (35m, 15 BH, L1 6c, L2 7b)
Unten technisch (6c+) zum Zwischenstand, Boulder übers Dach, Ruhepunkt und schweres Finish in weisser Wand (7b+).

14 Secondo (25m, 10 BH, 6c)
Anspruchsvolle, technische Wandkletterei. Schlüsselstellen zu Beginn und nach Routenmitte (6c+).

15 Kreziano (33m, 13 BH, 7a+)
Unten Wandkletterei, Bouldercrux am Dach und plattig-anspruchsvolles Finish. BH stecken eher suboptimal (7b).

16 Riding on the Storm (35m, 7c+)
Unten etwas gesuchte, bereits schwere Wandkletterei, harte Boulderstelle am Dach, dann Ausdauer.

17 Arcimboldo (25m, 10 BH, 6b+)
Erst knifflige Wandkletterei an Leisten, Auflegern und Untergriffen, dann athletische, griffige Rissverschneidung (6b).

18 Mammon (35m, 7b+)
Sehr lange Route, soll super Kletterei bieten.

19 Chain Reaction (25m, NR)
Hartes Projekt, evtl. bereits geklettert? Status unbekannt.