Zugegeben, der Titel zu diesem Beitrag macht nur in Retrospekt Sinn. Er wurde aber erst nach Ostern 2026 getippt und nimmt Bezug auf die Geschehnisse vor und an den Feiertagen. Eine winterliche Episode auf der Nordseite bescherte den Voralpen Ende März und Anfang April eine fette Ladung an Schnee und kreierte ideale Verhältnisse, wie es sie den ganzen Winter über nicht gab. Und so genoss ich noch am Gründonnerstag ein Morgentüürli mit Start auf 880müM bei winterlichem Pulver, während ich tags darauf dann an sonnengewärmten, Millionen Jahre altem Gneis im Ticino klettern konnte - ein starker Kontrast!
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| Die Schwyzer Voralpen in tief winterlichen Bedingungen im April 2026. |
Skitour Vilan
Mit Kathrin machte ich mich auf in Richtung Bündner Herrschaft bzw. ins Prättigau. Für einmal waren die Schneekarten nicht sehr akkurat und meine ursprünglichen Pläne materialisierten sich nicht ganz wie gewünscht. Immerhin, es lag deutlich mehr Schnee wie angegeben, so "mussten" wir das Schneetaxi bald am Strassenrand deponieren und uns mit der Standardroute auf den Vilan zufrieden geben. Immer wieder schön, kann man da nur sagen - insbesondere dann, wenn wegen den Gegebenheiten nur ganz wenige Tourengänger unterwegs sind. So konnten wir im Aufstieg von einer bereits gelegten Spur profitieren (danke!), für die Abfahrt fanden wir dann auf unserer Variante komplett unverspurtes Gelände bei idealem Powder vor. Nur ganz unten war der Wassergehalt in der Schneedecke durch die intensive Einstrahlung schon hoch geworden und erforderte entsprechend Rücklage bei der Abfahrt.
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| Wunderbare Bedingungen am Vilan 🤗 |
Skitüürli im Atzmännig
Der Atzmännig ist fast bei mir vor der Haustür und grundsätzlich mit Skiliften erschlossen. Diese waren trotz einer soliden Schneedecke von 40-60cm dicke anfangs April aber natürlich nicht mehr in Betrieb, bzw. das Personal war mit Vorbereitungen für einen (erhofften) Sommerbetrieb über Ostern beschäftigt. Trotz der tiefen Höhenlage mit Startpunkt auf nur 800m hält sich der Schnee hier stets erstaunlich lange und auch wenn es nur 380hm bis zur Bergstation sind, so ist es einfach ein formidabler Hang, mit einer konstant idealen Neigung für schöne Schwünge. In einem Wetterfenster über Mittag konnte ich ein paar wunderschöne Linien ziehen - der Zauber, einen frisch verschneiten Hang zuerst durchschreiten zu können und die Spur anzulegen verliert nichts von seiner Magie!
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| First Line im Atzmännig, hinten Farner und Schwarzenberg. |
Skitour Flüechrüz / Stockrai
Obwohl für den Abend bereits die Anreise ins Tessin geplant war, konnte ich dem fantastischen Vormittag am Gründonnerstag nicht widerstehen. Zumal es auch noch in der Nähe tollen Powder zu geniessen und eine neue Tour zu entdecken gab. Vom Parkplatz beim ehemaligen Skilift am Sihlsee bei Euthal folgte ich nicht der auf der Landeskarte eingezeichneten, etwas umwegigen Skitourenroute, sondern dem vor Ort ausgeschilderten Schneeschuhtrail. Rund 550hm sind es nur bis zum Gipfel, aber mit Spurarbeit in tiefem Schnee reichte mir das als Auftakt ins Osterweekend vollauf. Ein tolles Ambiente am Gipfel und eine richtig lässige Abfahrt belohnte den Effort. Hier im Gelände lagen 80-100cm Schnee, verrückt um diese Jahreszeit. So konnte ich der offiziellen Abfahrtsroute folgen und am Ende durch die steile Chalberstock-Schneise schwingen. Es gibt wohl nicht einmal in jedem Winter ein paar wenige Tage, wo diese richtig gut ist - an dem Tag war sie es, da hatte ich den richtigen Riecher.
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| Die Gunst der Stunde genutzt - im April auf nur 880m zu starten, geht definitiv nicht immer. |
Somit war mein Tüürli #20 im Winter 25/26 im Kasten. Die grossen Gipfelziele oder die Touren mit vielen Höhenmetern fehlen dabei weitestgehend. Wichtiger ist es mir, die Gunst der Stunde zu nutzen und die Wintermagie beim Spuren durch die frische, weisse Decke zu spüren. Das war mir an diesen Tagen hervorragend gelungen.












