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Donnerstag, 26. Februar 2026

Rätikon Saison 2026

Obwohl es zur Zeit noch zu früh für das Klettern an den Rätikon-Wänden ist, hier eine wichtige Mitteilung zur Planung der Saison 2026. Weil der erste Abschnitt der Strasse von Schuders zum Grüscher Älpli (bis zur Abzweigung Richtung Schuderser Maiensäss) erneuert wird, gibt es wochentags Sperrungen, d.h. die Zufahrt ins Rätikon ist nicht bzw. nur eingeschränkt möglich.

Im Vordergrund der Alpweg von Schuders zum Grüscher Älpli, im Hintergrund die Drusenfluh.

Ganz konkret:

  • Die Bauzeit dauert von März bis Mitte Oktober 2026, d.h. die ganze Saison
  • Werktags von 7.00-17.00 Uhr kann die Baustelle nur zu Fuss oder per Bike (mit allenfalls kurzen Wartezeiten) passiert werden. Mit anderen Fahrzeugen ist keine Durchfahrt möglich.
  • Werktags zwischen 17.00-7.00 Uhr ist die Durchfahrt für landwirtschaftliche Fahzeuge und solche mit 4x4-Antrieb gewährleistet.
  • Am Wochenende (d.h. von Freitag 17.00 Uhr bis Montag 7.00 Uhr) ist die Durchfahrt mit sämtlichen Fahrzeugen möglich.
  • Vom 6. bis zum 19. Juli gibt es eine Pause der Bauarbeiten, d.h. die Durchfahrt ist für alle Fahrzeuge möglich.
Alle diese Angaben stammen aus mir zur Verfügung gestellten Informationen welche direkt von der Bauleitung kommen. Ob allfällige Änderungen bei den Terminen und Bedingungen auch zeitnah zu mir gelangen ist unklar - in diesem Sinne sind die Angaben ohne letzte Gewähr.

The way to go!

Zusammenfassend kann man folgendes sagen: am Weekend ist die Kletterei nicht eingeschränkt, wochentags hingegen eher schwierig. Die beste Lösung wird an dieser Stelle schon seit längerer Zeit propagiert und von mir gewählt: die Zufahrt per Bike von Schuders zum Grüscher Älpli. Spart die Taxe, entledigt einem aller Parkplatzsorgen und länger dauern tut es auch nicht.  

Freitag, 20. Februar 2026

Strategic Decisions

Allzu viel in Sachen grosse Touren läuft im Moment nicht, weder für zünftige Skitouren noch zum MSL-Klettern waren die Verhältnisse so richtig geeignet. Wobei, etwas tun kann man immer. Kleinere Ausflüge mit den Tourenski, an der Sportkletterform feilen oder wie es schon längst bekannt ist: auch beim Indoor-Bouldern habe ich Spass und wenn's noch ein Wettkämpfli zum mitmachen gibt, umso besser. Darum hier ein kurzer Rückblick auf auch schon wieder einige Wochen vergangene Zeiten mit dem Leitmotto "strategische Entscheidungen".

Am Sparta Fight, die Fotos von der Halle zur Verfügung gestellt: vielen Dank!

Quadrel Rock Rodeo

Los ging's mit dem Quadrel Rock Rodeo, wo ich inzwischen das fünfte Mal de suite antreten konnte. Wie immer natürlich in der Patschifig-Kategorie, wobei es da eben nicht so easy zu und her geht, weil ein happiges Programm von 40 Bouldern zu absolvieren ist. Klar, 9 Stück davon waren wirklich einfach mit Schwierigkeitsgrad 1 und 2 (von 6), 8 weitere mit Schwierigkeitsgrad 3 muss man einfach auch bringen, aber dann wird es dann schon zäh. Schlussendlich konnte ich aber auch alle 9 Vierer punkten und auch von den Fünfern gelangen mir noch drei Stück - und die sind für mich allesamt schon richtig taff. Unter dem Strich ergibt das 29 von 40 Tops und eine sehr gute Session. Dennoch, auf der Rangliste reicht das inzwischen nirgendwo mehr hin, Rang 10 von 30 das Verdikt. Fürs Podest hätte man noch 5 weitere Boulder in den Schwierigkeiten 5 und/oder 6 ziehen müssen... era fuori dalla mia capacità!

Warum sieht es auf den Fotos eigentlich immer so aus, als ob ich die Hände nur so auf die Griffe lege, bzw. diese nur streichle, denn richtig festhalte? Einfach oder gar eine Rastposition ist das für mich wie die Beinmuskulatur zeigt, nun definitiv nicht. Wobei sanftes Greifen statt Overgripping zwar vielleicht keine strategische, aber ganz sicher eine gute Entscheidung ist.

Skitour Hinterfallenchopf

Am Folgetag fiel dann eben die strategische Entscheidung. In den Bergen lag nur wenig Schnee und die Tourenbedingungen wurden in den einschlägigen Portalen als miserabel beschrieben. Mit sorgfältiger Analyse erschloss sich aber, dass man auf unbefahrenen Südhängen in tiefen Lagen mit genussreichen Sulzverhältnissen rechnen durfte. Nach dem Engineering mit Schneekarten und Webcams wurde der Hinterfallenchopf ab Rietbad zum Ziel erkoren. Eine strategische Entscheidung auch deshalb, weil dieses Halbtagestüürli auf meinen doch etwas geschlauchten Zustand Rücksicht nahm. Vor allem aber lag wie am Vortag nochmals ein guter halber Tag an Arbeit drin. Das machte es mir möglich, in der als sonnig und mild angekündigten Folgewoche zwei Nachmittage beim Sportklettern am Fels zu geniessen - so soll es doch sein! Die Tour war dann wirklich richtig genussreich. Gerade noch ausreichend Schnee, keine Leute, schönes Ambiente und eine prima Sulzabfahrt wurden bilanziert - eine perfekte Strategie.

Eine neue Tour und Gegend entdecken, Zeit an der Sonne über dem Nebel verbringen: perfekt!

Sparta Fight

Am darauffolgenden Samstag war der Sparta Fight angesagt. Seit 2019 habe ich da bei jeder Austragung teilgenommen und da ihn Larina sowieso als Vorbereitungswettkampf für die Saison nutzen wollte, gab es noch mehr Argumente dafür. Nun, hier geriet meine oberhalb als so perfekt beschriebene Strategie ins Wanken. Müde von den Sportklettersessions, mit generell wenig Haut und wegen einem Cut komplett getaptem Finger waren die Voraussetzungen für eine gute Performance eher limitiert. Wobei es zu sagen gilt, dass meine persönliche Strategie eben der Spass-Maximierung folgt und nicht jener der Performance (an einem Wettkampf). Für einen Ü50-Amateur natürlich auch völlig logisch so.

So müde gewesen, dass es die Bürste zum Festhalten braucht?!?

Die Konsequenz war dann halt, dass die Mission mit der Titelverteidigung in der Ü40 krachend scheiterte. Es gelangen mir 30 von 46 Bouldern, was nur Rang 7 bedeutete. De fakto zog ich an dem Tag keinen einzigen Boulder, den ich auf meiner persönlichen Skala als "wirklich schwierig" beurteilt hätte... und es hätte auch nur einen einzigen gebraucht, um wenigstens das Podest zu erklimmen. Wäre ich mir dem bewusst gewesen, dann hätte ich dieses NoTex-Slab-Koordo-Ding vielleicht so lange bearbeitet, bis ich doch mal nicht weggezippt wäre. Wie auch immer, trotz nicht ganz frischen Kräften hatte es Freude gemacht und der Strategie, den Spass zu maximieren wurde ganz klar genüge getan.

Larina war stark, aber ebenso ohne Haut. Leider hat's mit Rang 7 ganz knapp nicht für die Finalquali gereicht. Immerhin hat uns Kathrin die Familienehre mit Rang 2 bei den Ü40-Damen gerettet.

Dienstag, 10. Februar 2026

Powderhamstern am Fluebrig

Nach langer Zeit hatte es endlich wieder einmal eine Portion Neuschnee gegeben, noch dazu war ein sonniger und kalter Tag angesagt. Mit müden Knochen vom Training und Bouldern passte ein Ausflug in den Schnee bestens ins Programm. Mitunter am meisten der weissen Pracht war im Wägital gefallen, somit wollte ich da mein Glück suchen. Oben wo noch eine Altschnee-Unterlage vorhanden war, rechnete ich mit Top-Verhältnissen. Unten würde es wohl eher prekär. Doch ich hoffte, zumindest einen Teil des Zustiegs mit dem Bike absolvieren zu können.

What a beautiful day in Skitoureneldorado Wägital.

Vor Ort fielen mir dann gleich zwei Dinge auf: a) viele andere Tourengänger waren auf dasselbe Ziel gekommen und b) das Bike konnte ich gleich am Auto montiert belassen, denn auch am See unten hatte es 25cm der Neuschnee gegeben, da war mit dem Zweirad kein Fortkommen. Relativ spontan änderte ich mein Tourenziel dann auf den Fluebrig, das versprach weniger Leute und mehr Sonne, zudem war ich da im Gegensatz zu Rederten/Muttri schon eine Weile nicht mehr unterwegs. Es liess sich gleich fellend aufsteigen, wobei insbesondere in den waldigen Abschnitten schon da um die Steine herumgetreten werden musste. Das rauere Steilstück im Wald ob Schlänggen und die nachfolgende Querung wiesen ebenfalls Schneemangel auf, nachher war es dann aber Wintertraum pur. Einige Tourengänger hatte ich auf dem Weg überholt, doch zwei Dreiergruppen blieben mir bis zum Skidepot voraus und erledigten die Spurarbeit, danke!

Blick auf die Berge östlich vom Wägitalersee. Von links: knapp sichtbar das Bockmattli, dann der breite Schiberg, der dreieckige Plattenberg, das Doppelmassiv mit Brünnelistock und Rossalpelispitz (wo ich im Dezember eine tolle Skitour hatte), sowie der kecke Zindelspitz.

So konnte ich mich bereits darauf fokussieren, die Optimallinie für die erste Abfahrt festzulegen. Man muss ja hier nicht gleich alle Geheimnisse preisgeben, doch wer seine Scheuklappen auf eine Distanz von mehr als 20m von der Aufstiegsspur öffnet, wird ganz viele Möglichkeiten finden. Jedenfalls, es ergab sich eine absolute Traumabfahrt in herrlich fluffigem Powder mit First Line, einfach perfekt. Vor der Querung auf 1430m zog ich meine Felle wieder auf, eine zweite Runde im Gipfelbereich war an diesem Tag unverzichtbar. Das Timing passte perfekt, um bei der noch sonnigen Alp Fluebrig eine Pause einzulegen und mit unseren Skidamen bei deren zweitem Lauf mitzufiebern. Doppelter Podestplatz, da konnte ich mich mit demselben Gerät an den Füssen nicht lumpen lassen und musste auch eine gute Spur in den Schnee zaubern [ok, ich gebe es an dieser Stelle zu: obwohl ich nur wenig TV konsumiere, für den Skirennsport habe ich eine (mir selbst etwas unerklärliche) Faiblesse...].

Einige der vielen schon vor dieser Tour vorhandenen Kratzer auf dem Skibelag sind auf diesem Foto erkennbar. Nachher waren es ganz bestimmt noch etliche mehr. Somit: diese Tour an diesem Tag war nur mit Material zu empfehlen, wo die Kratzer nicht mehr gezählt werden können/müssen.

Eventfrei lief ich wieder hoch in den Gipfelbereich, dieses Mal mit dem Ziel, noch den Turner mitzunehmen. Dort war ich zwar auf meiner Wägital-Rundtour vorbeigekommen, mit den Ski stand ich jedoch noch nie an seinem Top. Doch Project Pending heisst es immer noch: nordseitig kann man da nicht durchgehen, und südseitig war das nur knapp verschneite Gelände mit rutschigem Gras und losen Felsen ohne Steigeisen nicht mit ausreichender Sicherheitsmarge passierbar. Insofern egal, dass ich östlich von P.2058 einen idealen Einstieg in die Nordflanke fand und dort einen perfekten Hang mit einer makellosen Spur drapieren konnte. Ich muss sagen, auf diese Ästhetik von einer ideal ins Gelände gelegten, zackigen Aufstiegsspur und/oder einem perfekten Kurzschwung-Zöpfli gefällt mir schon sehr und liefert neben vielen weiteren Vorteilen auch eine Motivation, in unberührtem Gelände unterwegs zu sein. Wie mir aber scheint, ist es den meisten Tourengängern (heutzutage?) egal, welche Spuren sie zurücklassen. Wohl der Zeitgeist, denn dasselbe kann man auch abseits vom Skitouren über die Menschheit generell sagen. Und wenn wir schon dabei sind: das gedankenlose und oft komplett unnötige Zerfahren der Aufstiegsspur ist eine weitere Untugend, die sich leider immer mehr manifestiert.

Wow!

Nun denn, ich bin in die Gesellschaftskritik abgedriftet, vielleicht als Kontrast zu den absoluten Traumverhältnissen?! Der reale Weckruf aus den Skitouren-Träumen kam dann in der Querung auf 1400m, nach dem dank dünner Altschnee-Unterlage nochmals gut fahrbaren Schlänggen-Hang war dann auf 1150m definitiv fertig mit lustig, den letzten Teil stieg ich dann sogar zu Fuss ab. Himmel und Hölle lautete das Fazit des Tages ganz eindeutig, wobei man abschnittweise den Teufel sogar schon recht heftig mit seiner Gabel an den Ski kratzen spürte. Oder mit anderen Worten: gut dass ich die bereits komplett abgeschriebenen Steinski genommen hatte. Sonst wäre ich am Ende noch auf die Idee gekommen, dass dieser Schneefall nur eine Propaganda-Aktion der Sportgeschäfte und Hersteller für ihre Services und Produkte gewesen wäre.

Facts

Fluebrig ab Au / Allmeindli
1180hm (+650hm) Aufstieg, Ski-Schwierigkeit S-