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Donnerstag, 5. März 2026

Skitour Heustock (2470m)

Die Skitour von Engi durchs Mülibachtal auf den Heustock hatte ich schon früher einmal unternommen. Exakt datiert das Unternehmen auf den 24.12.2005 und somit liegt das schon länger als 20 Jahre zurück. Damals war ich in den USA wohnhaft und nur über die Feiertage in der Schweiz zu Besuch. Eigentlich verrückt, wie sich die Welt und die persönlichen Umstände seit damals verändert haben. Die Berge sind aber noch da wie immer. Trotzdem ist diese aktuelle Tour nicht einfach eine Kopie der früheren. Gab's damals frischen Powder ab Engi und wieder bis dahin zurück, so war es dieses Mal eine Bike & Ski-Frühlingstour bei Sulzverhältnissen.

Skihütte Mülibachtal

Um 8.50 Uhr trat ich beim Schneetaxi in Engi Vorderdorf beim P.772 in die Pedale und erreichte in rund 15 Minuten auf aperer Strasse den Schnee, der wie vermutet bei der Brücke beim P.1168 begann. Dort wechselt der Weg auf die Schattenseite und es lag eine geschlossene Schneedecke - ohne die Bretter nochmals abzuschnallen, ging es bis zum Gipfel hinauf. Zuerst (im Aufstiegssinn) rechts vom Bach auf der Sunnenhörnli-Abfahrtsroute bis zu den Gebäuden von Gamszinggen, dann auf dem Alpweg durch den steilen Wald hinauf zur Skihütte Mülibachtal. Bald öffnet sich das Gelände, durch lichten Wald erreicht man die Fläche der Glattmatt, wo noch rund 500hm durch den bis zu 40 Grad steilen Gipfelhang warten.

Der Gipfelhang, wer mit der Lupe schaut, findet auch meine Abfahrtsspur.

Um ca. 11.15 Uhr hatte ich den Gipfel erreicht. Der angekündigte Saharastaub befand sich noch weit im Südwesten. Doch der Wind, der ihn herbringen sollte, war im Kammbereich deutlich zu spüren. Zum Glück fand ich im Lee doch einen angenehmen Rastplatz. Die Abfahrt über die kompakte und schön aufgesulzte Schneedecke versprach dann viel - und hielt es auch. Nach vielen tollen Schwüngen war ich zurück bei der Skihütte, die im Aufstieg besichtigte Schneise zwecks Abkürzung und Fahrspass funktionierte ebenfalls. Auch im unteren Bereich war die bisweilen rumplige Piste nun nicht mehr hart gefroren, so liess es sich da ohne durchgeschüttelt werden zum Bike zurückschwingen. Mit einem kurzen Downhill ging's nach Engi, von wo der Fokus auf einen arbeitstechnisch produktiven zweiten Abschnitt des Tages gelegt wurde - schön war's!

Facts

Heustock ab Engi Vorderdorf via Skihütte Mülibachtal
1700hm, Ski-Schwierigkeit ZS-

Donnerstag, 26. Februar 2026

Rätikon Saison 2026

Obwohl es zur Zeit noch zu früh für das Klettern an den Rätikon-Wänden ist, hier eine wichtige Mitteilung zur Planung der Saison 2026. Weil der erste Abschnitt der Strasse von Schuders zum Grüscher Älpli (bis zur Abzweigung Richtung Schuderser Maiensäss) erneuert wird, gibt es wochentags Sperrungen, d.h. die Zufahrt ins Rätikon ist nicht bzw. nur eingeschränkt möglich.

Im Vordergrund der Alpweg von Schuders zum Grüscher Älpli, im Hintergrund die Drusenfluh.

Ganz konkret:

  • Die Bauzeit dauert von März bis Mitte Oktober 2026, d.h. die ganze Saison
  • Werktags von 7.00-17.00 Uhr kann die Baustelle nur zu Fuss oder per Bike (mit allenfalls kurzen Wartezeiten) passiert werden. Mit anderen Fahrzeugen ist keine Durchfahrt möglich.
  • Werktags zwischen 17.00-7.00 Uhr ist die Durchfahrt für landwirtschaftliche Fahzeuge und solche mit 4x4-Antrieb gewährleistet.
  • Am Wochenende (d.h. von Freitag 17.00 Uhr bis Montag 7.00 Uhr) ist die Durchfahrt mit sämtlichen Fahrzeugen möglich.
  • Vom 6. bis zum 19. Juli gibt es eine Pause der Bauarbeiten, d.h. die Durchfahrt ist für alle Fahrzeuge möglich.
Alle diese Angaben stammen aus mir zur Verfügung gestellten Informationen welche direkt von der Bauleitung kommen. Ob allfällige Änderungen bei den Terminen und Bedingungen auch zeitnah zu mir gelangen ist unklar - in diesem Sinne sind die Angaben ohne letzte Gewähr.

The way to go!

Zusammenfassend kann man folgendes sagen: am Weekend ist die Kletterei nicht eingeschränkt, wochentags hingegen eher schwierig. Die beste Lösung wird an dieser Stelle schon seit längerer Zeit propagiert und von mir gewählt: die Zufahrt per Bike von Schuders zum Grüscher Älpli. Spart die Taxe, entledigt einem aller Parkplatzsorgen und länger dauern tut es auch nicht.  

Freitag, 20. Februar 2026

Strategic Decisions

Allzu viel in Sachen grosse Touren läuft im Moment nicht, weder für zünftige Skitouren noch zum MSL-Klettern waren die Verhältnisse so richtig geeignet. Wobei, etwas tun kann man immer. Kleinere Ausflüge mit den Tourenski, an der Sportkletterform feilen oder wie es schon längst bekannt ist: auch beim Indoor-Bouldern habe ich Spass und wenn's noch ein Wettkämpfli zum mitmachen gibt, umso besser. Darum hier ein kurzer Rückblick auf auch schon wieder einige Wochen vergangene Zeiten mit dem Leitmotto "strategische Entscheidungen".

Am Sparta Fight, die Fotos von der Halle zur Verfügung gestellt: vielen Dank!

Quadrel Rock Rodeo

Los ging's mit dem Quadrel Rock Rodeo, wo ich inzwischen das fünfte Mal de suite antreten konnte. Wie immer natürlich in der Patschifig-Kategorie, wobei es da eben nicht so easy zu und her geht, weil ein happiges Programm von 40 Bouldern zu absolvieren ist. Klar, 9 Stück davon waren wirklich einfach mit Schwierigkeitsgrad 1 und 2 (von 6), 8 weitere mit Schwierigkeitsgrad 3 muss man einfach auch bringen, aber dann wird es dann schon zäh. Schlussendlich konnte ich aber auch alle 9 Vierer punkten und auch von den Fünfern gelangen mir noch drei Stück - und die sind für mich allesamt schon richtig taff. Unter dem Strich ergibt das 29 von 40 Tops und eine sehr gute Session. Dennoch, auf der Rangliste reicht das inzwischen nirgendwo mehr hin, Rang 10 von 30 das Verdikt. Fürs Podest hätte man noch 5 weitere Boulder in den Schwierigkeiten 5 und/oder 6 ziehen müssen... era fuori dalla mia capacità!

Warum sieht es auf den Fotos eigentlich immer so aus, als ob ich die Hände nur so auf die Griffe lege, bzw. diese nur streichle, denn richtig festhalte? Einfach oder gar eine Rastposition ist das für mich wie die Beinmuskulatur zeigt, nun definitiv nicht. Wobei sanftes Greifen statt Overgripping zwar vielleicht keine strategische, aber ganz sicher eine gute Entscheidung ist.

Skitour Hinterfallenchopf

Am Folgetag fiel dann eben die strategische Entscheidung. In den Bergen lag nur wenig Schnee und die Tourenbedingungen wurden in den einschlägigen Portalen als miserabel beschrieben. Mit sorgfältiger Analyse erschloss sich aber, dass man auf unbefahrenen Südhängen in tiefen Lagen mit genussreichen Sulzverhältnissen rechnen durfte. Nach dem Engineering mit Schneekarten und Webcams wurde der Hinterfallenchopf ab Rietbad zum Ziel erkoren. Eine strategische Entscheidung auch deshalb, weil dieses Halbtagestüürli auf meinen doch etwas geschlauchten Zustand Rücksicht nahm. Vor allem aber lag wie am Vortag nochmals ein guter halber Tag an Arbeit drin. Das machte es mir möglich, in der als sonnig und mild angekündigten Folgewoche zwei Nachmittage beim Sportklettern am Fels zu geniessen - so soll es doch sein! Die Tour war dann wirklich richtig genussreich. Gerade noch ausreichend Schnee, keine Leute, schönes Ambiente und eine prima Sulzabfahrt wurden bilanziert - eine perfekte Strategie.

Eine neue Tour und Gegend entdecken, Zeit an der Sonne über dem Nebel verbringen: perfekt!

Sparta Fight

Am darauffolgenden Samstag war der Sparta Fight angesagt. Seit 2019 habe ich da bei jeder Austragung teilgenommen und da ihn Larina sowieso als Vorbereitungswettkampf für die Saison nutzen wollte, gab es noch mehr Argumente dafür. Nun, hier geriet meine oberhalb als so perfekt beschriebene Strategie ins Wanken. Müde von den Sportklettersessions, mit generell wenig Haut und wegen einem Cut komplett getaptem Finger waren die Voraussetzungen für eine gute Performance eher limitiert. Wobei es zu sagen gilt, dass meine persönliche Strategie eben der Spass-Maximierung folgt und nicht jener der Performance (an einem Wettkampf). Für einen Ü50-Amateur natürlich auch völlig logisch so.

So müde gewesen, dass es die Bürste zum Festhalten braucht?!?

Die Konsequenz war dann halt, dass die Mission mit der Titelverteidigung in der Ü40 krachend scheiterte. Es gelangen mir 30 von 46 Bouldern, was nur Rang 7 bedeutete. De fakto zog ich an dem Tag keinen einzigen Boulder, den ich auf meiner persönlichen Skala als "wirklich schwierig" beurteilt hätte... und es hätte auch nur einen einzigen gebraucht, um wenigstens das Podest zu erklimmen. Wäre ich mir dem bewusst gewesen, dann hätte ich dieses NoTex-Slab-Koordo-Ding vielleicht so lange bearbeitet, bis ich doch mal nicht weggezippt wäre. Wie auch immer, trotz nicht ganz frischen Kräften hatte es Freude gemacht und der Strategie, den Spass zu maximieren wurde ganz klar genüge getan.

Larina war stark, aber ebenso ohne Haut. Leider hat's mit Rang 7 ganz knapp nicht für die Finalquali gereicht. Immerhin hat uns Kathrin die Familienehre mit Rang 2 bei den Ü40-Damen gerettet.