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Sonntag, 1. Januar 2012

Pulvertraum im Prättigau

Nachdem es gestern an Silvester noch für eine Tour in 40cm pflüttrigem Pulver im Züri Oberland gereicht hat, ist die weisse Pracht nun bereits wieder weggeregnet und das einzige was bleibt, ist die Erinnerung an vergangene Abenteuer. Zum Glück muss das Gehirn da nur einige wenige Tage zurückspulen: die beste Tour des Winter 11/12 ist bis anhin ganz eindeutig unsere Skisafari durch das Prättigau.

Nachdem sich die enormen Neuschneemassen gesetzt hatten und das Lawinenbulletin nur noch ein "mässig" vermeldete, zogen wir Dienstags los. Von St.Antönien Platz ging es erst neben den Wildschutzgebieten her, dann durch die Lawinenverbauungen durch auf das Chüenihorn. Der Aufstieg war noch ungespurt, der Schnee tief und bei der intensiven Sonneneinstrahlung bereits etwas angefeuchtet. So war ich bald wieder einmal mit heftigen Stollen als Mr. Bleifuss unterwegs, dementsprechend anstrengend war es. Vom Gipfel ging es dann runter über die steile, jungfräuliche NW-Flanke. Hier einige animierte Impressionen von Aufstieg und Abfahrt.


Unsere Tour war nach dieser ersten Abfahrt aber noch nicht zu Ende, wie auch die letzten Bilder aus dem Video zeigen. Es folgte ein nächster Aufstieg auf den Schafberg (P.2443), von wo sich erneut eine fantastische N-Abfahrt ins Falzip ergibt. Auch hier war noch alles ungespurt, was einen weiteren strengen Aufstieg und dafür eine umso stiebendere Abfahrt bedeutete. 

Unter der riesigen Südwand der Drusenfluh brachten wir unsere Skis zum Stehen. Es wartete der letzte Aufstieg auf den Hurscher (P.2001). Erneut war strenge Spurarbeit angesagt, den hier unten, an windgeschützter Exposition, lag der Schnee wirklich metertief. Um 15:06 Uhr erreichten wir nach total 1800hm anstrengender Spurarbeit den letzten Gipfel, und fragten uns, ob das wohl reichen würde, um den Zug um 16:00 Uhr in Schiers zu erreichen.

Zu unserem Vorteil waren hier nun bereits etwa 10-12 Spuren vorhanden, was auf der langen Talfahrt durch das Schraubachtobel nur von Vorteil ist. Um 15:15 Uhr gaben wir den Skis schliesslich die Sporen und wollten es versuchen. Rasant und stiebend ging es über das Muttner Egg runter, gefolgt von der Gleiterpassage ins Tobel, und schliesslich einem Stock- und Skatemarathon à la Cologna nach Schiers hinaus. Zuletzt ein Patrouille-mässiger Sprint an den Bahnhof, und um 15.58 Uhr waren wir 2 Minuten vor Abfahrt da. So konnten wir bequem einsteigen, und auf der Rückfahrt bereits in Erinnerungen an diese geniale Tour schwelgen.

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