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Dienstag, 16. Juni 2026

Goodbye Winter 25/26

Mittlerweile, beim Tippen dieser Zeilen, liegt der Event exakt 4 Wochen zurück, aber eine kleine Notiz mit Rückblick auf den Tourenwinter 2025/26 ist trotzdem angebracht. Während Trockenheit und Wärme schon im April und Anfang Mai zu MSL-Touren in höheren Lagen lockten, deponierte ein Kaltlufteinbruch um die Eisheiligen herum nochmals eine satte Portion Schnee bis unterhalb von 2000m. So ging's noch in der Nähe und dank kalter Temperaturen ohne nächtlichen Aufbruch, was mich zum Genuss von diesem Mai-Powder brachte.

Am Klausenpass wollte ich meine Spuren ziehen, aber dieser war aufgrund der Schneefälle wieder gesperrt worden. Mit dem Schneetaxi war das kein Problem: bis zur Chlus (ca. 1700m) war die Strasse aper, die Pulverauflage danach und ein paar vereiste Stellen liessen sich gut managen. So schnallte ich meine Bretter am Pass an die Füsse und schritt spurend durch den winterlichen Neuschnee. Auf den ersten Höhenmeter war der Schnee noch unregelmässig, d.h. teils verblasen und anderswo auf bereits aperen Grund gefallen. Nach ca. 150hm war es dann aber das Wintermärchen pur - bis zu 50cm lockerer Powder auf Unterlage. Welch ein Genuss, ganz alleine durch diese Landschaft zu schreiten.

Der Blick voraus: welch ein Genuss, seine Spur elegant auf diese weisse Leinwand zu legen.

Richtung Clariden führte meine Spur, doch ob ich diesen Gipfel auch erreichen würde? Mit dem vielen Neuschnee schien ein Gipfelgang aufwändig. Zudem ging in der Höhe viel Wind, welcher sich ab der Steilstufe auf 2800m bemerkbar machte, indem er einem durch die Knochen pfiff, und auch den schönen Powder verpresste. Just an diesem Punkt hatte ein weiterer Tourengänger zu mir aufgeschlossen. Er würde nun lieber abfahren und den hervorragenden Schnee geniessen, meinte er. Ich war für einen Moment hin und her gerissen zwischen der Ski- und der Gipfeloptik. Die letztere schien aber nicht allzu vernünftig und beinhaltete die Gefahr, die derzeit noch tollen Verhältnisse entweder durch Windeinfluss oder Tageserwärmung zu vergeigen.

Der Blick zurück Richtung Jegerstöck und Urnerboden mit der frisch gelegten Spur.

So zog auch ich meine Felle von den Ski und wir rauschten gemeinsam in die Tiefe. First Lines bei Top-Verhältnissen, absolut fantastisch. Etwa 150hm über der Passhöhe kamen die Bretter zum Stehen. Wir wollten mehr davon, das war absolut keine Frage. Somit gab es einen zweiten Aufstieg. Um doch noch einen Gipfel zu besuchen, stieg ich zum Rau Stöckli (2469m), mit tollem Blick auf die Clariden Nordwand (eine Pendenz, die es auch irgendwann einmal zu erledigen gilt!). Um noch etwas bessere Skimeter zu ermöglichen, stieg ich noch bis zum P.2525 am Tierälpligrat auf. Auch die zweite Abfahrt war super - wobei man schon etwas mehr darauf achten musste, nicht zu sehr sonnenexponierte Stellen zu wählen. Die hoch stehende Maisonne ist mit anhaltenden Powderverhältnissen wenig kompatibel.

Blick auf die Clariden Nordwand vom Rau Stöckli bei meinem Zweitaufstieg.

Nach dieser letzten Abfahrt im Winter 2025/26 war ich bald retour am Pass. Die Strasse war inzwischen mit dem Pfadschlitten geräumt worden, somit komplett aper und sogar trocken. Für den Autoverkehr war sie aber weiterhin gesperrt, somit blieb viel Platz für den Downhill. Absolut zufrieden mit meinem Ausflug machte ich mich auf den Heimweg und sagte mir, dass das nun ein schöner Abschluss der Tourentätigkeit gewesen sei - wenn's denn so wäre. Nun, einige Wochen später beim Tippen dieser Zeilen weiss ich, dass dies zutrifft. Auf 27 Touren und Tüürchen haben mich meine Bretter diesen Winter begleitet - ich bin sehr zufrieden mit der Ausbeute.

Montag, 4. Mai 2026

Skitouren für Spätaufsteher

Es ist nicht so, dass ich der geborene Langschläfer bin. Doch regelmässige Nachtruhe ist wichtig, und genügend Erholung auch. Insbesondere die Sportklettersessions fordern nämlich ihren Tribut. Auch wenn man dabei keine übermässigen Distanzen oder Höhenmeter zurücklegt, so fordert man doch 100% von seinem Körper ab. Und so schadet eine sonntägliche Zusatzstunde in der Horizontalen ganz und gar nicht. Jedenfalls: ich erhob mich um 8 Uhr aus dem Bett und wollte trotzdem noch ein schönes Recovery-Tüürli in sulzigem Schnee machen. Meine Pläne spielten sich im Klöntal ab. Nach dem Zmorge mit der Familie wurde das Material verladen und Nägel mit Köpfen gemacht.

Auf dem Weg dem Schnee entgegen: hinein ins schon frühlingshafte Rossmatter Tal.

Meine Tour startete um 10.15 Uhr beim Fahrverbot in Klöntal Plätz. Mit dem Schneetaxi ging es zügig hinauf nach Wärben (1385m), wo ich den Blinker stellte und den steilen Karrweg Richtung Zeinenstafel einschlug. Dieser Abschnitt mit grobem, losem Schotter ist an der Grenze der Fahrbarkeit und bei der Kehre auf 1450m war sowieso Schluss, ein Schneefeld belagerte das Trassee. Um 10.50 Uhr mogelte ich mich erst zu Fuss weiter, da ich um die nächste Ecke wieder aperes Gelände befürchtete. Das manifestierte sich genau so. Erst beim Zeinenstafel (1568m) kamen die Bretter an die Füsse, von da weg ging es dann aber durchgehend. Wobei man sagen muss: 118hm Fussmarsch sind kein Drama.

Bikedepot: dagegen ist auch mit dem Boost-Modus am E-Bike kein Kraut gewachsen.

Die Route hinauf zur Zeinenmatt war mir von der Tour auf den Hinter Gassenstock noch bestens bekannt. Und genau bei diesem Anlass hatte ich die tollen NW-Hänge am Munggenchöpfli vorbei als lohnendes Skigelände in meinen Hirnwindungen abgespeichert. Gut, das Abspeichern ist das eine, aber die Erinnerung im richtigen Moment wieder in den Kortex zu laden das andere. Hier war es mir gelungen und ich fellte bei besten Bedingungen hinauf. Im oberen Teil steilt sich das Gelände auf bis zu 40 Grad auf und stellte mit der glatten, harten Schneedecke eine gewaltige Rutschbahn dar - Harscheisen waren unabdingbar. Um 12.15 Uhr erreichte ich das Top der Rinne auf ca. 2180m. Für Fernsicht ist man da zu tief, aber die Nahblicke zur Zeinenfurggel, den Gassenstöcken und dem Bös Fulen sind nicht zu verachten.

Tolle Tourenverhältnisse in der Nähe von daheim gesucht und sie gefunden!

Nach einer kurzen Pause schnallte ich die Bretter an die Füsse. Der Zeitpunkt war genau richtig, die steilen Hänge gerade mit "al dente"-Sulz präpariert. Wie im Rausch ging's retour in die Zeinenmatt, auch die folgenden Hänge retour zum Zeinenstafel boten mehr von dem, weswegen ich gekommen war. Dann wurden die Bretter für einen kurzen Marsch geschultert, später dann auf's Bike verladen und zu Tale gebracht. Um 13.15 Uhr war ich wieder auf dem Weg nach Hause, der Plan hatte sich so materialisiert, wie ich mir das vorgestellt hatte - perfekt!

Der Bös Fulen und die Gassenstöcke, gut sichtbar meine Route zum Hinter Gassenstock von 2025.

Disclaimer: dieser Beitrag soll nicht dazu verleiten, im Frühjahr spät auf Skitouren aufzubrechen. Ein rechtzeitiger Start und eine frühe Rückkehr sind essenziell. Hier, an diesem steilen NW-Hang relativ nahe bei mir daheim ging sich die Tour ausnahmsweise ohne frühes Aufstehen aus. Ich hatte jedoch einen genauen Zeitplan, welche ich strikte einhalten konnte. Zudem war die Situation aussergewöhnlich günstig: nach einer langen Schönwetterperiode herrschte Warnstufe 1 und die Gefahr von nassen Lawinen war ebenfalls nicht sehr akut.

Montag, 27. April 2026

Skitour Chilchalphorn (3039m) & Lorenzhorn (3048m)

Das Saisonende für Skitouren naht, doch die guten Verhältnisse wollen zur Erholung vom Sportklettern nochmals ausgenutzt werden. Mit den noch nicht geöffneten Passstrassen stehen nur relativ wenige Touren mit entsprechend viel Andrang zur Verfügung. So will ich kreativ werden und eine Tour angehen, welche sich nur in Kombination mit dem E-Bike lohnt. Mit dem sehr populären Chilchalphorn ist diese identifiziert. Bei winterlichen Powder-Verhältnissen wird diese Tour von Alpinisten aus Nord und Süd überrannt. Aber jetzt, wo unterhalb von 2000m schon gar kein Schnee mehr liegt, ist man da alleine unterwegs. Die eingesparten Höhenmeter zu Beginn der Tour habe ich den Abstecher zum Lorenzhorn investiert. Einsam und abgelegen erreicht man dieses Ziel über den Fanellgletscher in sehr schöner Landschaft und exzellentem Skitouring.

Hier ist noch (fast) alles grün, und wir sind doch schon auf 2000m! Aber der Schnee kommt, und es geht wirklich vom (sich im Bildzentrum befindenden) Bikedepot weg. Links dann der Gipfel des Chilchalphorns (3039m), rechts der Wenglispitz (2841m).

Um 7.45 Uhr sattle ich das Schneetaxi unmittelbar bei der Autobahnausfahrt von Hinterrhein. Preu heisst diese Lokalität, und somit gleich wie der Informatiklehrer meiner Tochter. Nein, ich glaube dieser Computer-Nerd hätte keine Freude an einer solchen Tour. Zügig geht's über den betonierten Chilchalpweg mit dem Boost-Modus in die Höhe. Bei P.2084 überdeckt der erste Schneefleck die Strasse, mit dem Bike kann er über die Wiese umfahren werden. Nach 20 Minuten (4.4km, +500hm) bin ich bei der Brücke über den Rappierbach auf ca. 2110m. Hier ist Bikedepot und Wechselzone, ein schmaler Schneestreifen neben dem Bach erlaubt es, direkt mit den Fellen loszugehen.

Hier nebem dem Rappierbach geht's mit den Fellen los, im Visier das Chilchalphorn.

Das Gelände im unteren Teil der Tour ist schon recht stark ausgeapert. Ich habe aber Glück, finde die richtige Linie und komme komplett mit den Ski durch. Nach Belieben konnte ich mir einen Plan zurechtlegen. Erst zum Lorenzhorn? Oder erst zum Chilchalphorn? Mein Entscheid fiel auf letzteres. Mit dieser Reihenfolge vermutete ich, noch besser von den Schneeverhältnissen profitieren zu können. Und es erlaubte mir, auf dem Rückweg von der Chilchalplücke direkt gen Tal gehen zu können - was ja durchaus auch ein Faktor sein kann, bei vorherrschender Müdigkeit und Wärme. Eventfrei habe ich schliesslich den Gipfel um ca. 10.30 Uhr erreicht. Direkt am Top ging ein giftiger Nordwind, südseitig unterhalb fand ich einen bequemen, windstillen Sitzplatz - perfekt!

Top of Chilchalphorn mit Blick in die Talschaft Rheinwald.

Dann wurden die Ski angeschnallt und in die Tiefe gestochen. Ganz oben an den NE-seitig ausgerichteten Hängen fand ich sogar noch etwas lockeren Schnee auf solider Unterlage, der genussvolle Schwünge erlaubte. Die Chilchalplücke liess sich direkt ohne Aufstieg anfahren, ich wechselte auf die Westseite. Naturgemäss war der Schnee da eher auf der harten Seite. Geräuschvoll schwang ich in die Tiefe, erst im flachen Gelände auf 2550m kamen die Ski zum Stehen und es wurde angefellt. Mein Interesse war von einem Loch im Gletscher geweckt worden, welches ich unbedingt besichtigen wollte.

Der Gletschertunnel, ein sehr eindrückliches Erlebnis!

Tatsächlich war es dann ein ca. 80-100m langer Gang in der Grösse eines Strassentunnels. Ganz ungefährlich war dessen Begehung aufgrund von Einsturzgefahr sicherlich nicht. Trotzdem, diese einmalige Gelegenheit wollte ich mir dann doch nicht nehmen lassen. Sehr eindrücklich war es, schön auch, gleichzeitig aber auch traurig - das Loch ist ja nur deswegen entstanden, weil der Gletscher am Sterben ist. Schon im nächsten Sommer wird es vermutlich Geschichte sein und das verbleibende Eis des Fanellgletschers hat auch höchstens noch ein paar Jahrzehnte vor sich. Umso besser, dass ich es noch in seiner ganzen Länge bis zur Rotgrätlilücke beschreiten konnte. Es zieht sich, ist aber eine wunderbare Passage in einer abgeschiedenen Landschaft. Man fühlt sich da weit abseits der Zivilisation, fast ein wenig wie in Grönland - zumindest in Bezug auf Handy-Empfang sind die Verhältnisse gleich.

Blick zum Fanellgletscher, der Tunnel ist zu erahnen. Links der Bildmitte das Lorenzhorn (3048m).

Schliesslich erreichte ich die Lücke und beschritt die Nordhänge gegen den Gipfelkamm hinauf. Hier lag wieder ein wenig pulvriger Schnee auf kompakter Unterlage, der es einem nicht so leicht machte. Bald war ich aber da und deponierte meine Ski am Fuss des kecken Gipfelturms. Dieser erfordert zuerst plattige Kletterei, zuletzt geht's über den schmalen, exponierten Grat in leichter Kletterei zum Top. Ja, es ist richtig luftig über der überhängenden Südwand. Um ca. 12.10 Uhr hatte ich den kleinen Platz am höchsten Punkt mit seinem kümmerlichen Steinmann erreicht. Und verliess ihn nach einem Rundumblick gleich wieder - das Skidepot versprach die gemütlichere Rast.

Der kecke Gipfelaufbau vom Lorenzhorn (3048m) von unten gesehen...
Im Vordergrund der Gipfelgrat, der sich ganz schön luftig präsentiert. Am Horizont Rheinwaldhorn und Güferhorn.

Die Abfahrt zur Rotgrätlilücke war dann prima, jene in Traumsulz über den Fanellgletscher sogar exzellent. So hätte das noch ewig weitergehen dürfen, aber im flachen Gelände auf 2550m kamen die Bretter zum Stoppen und wurden wieder mit den Fellen beklebt. Es wartete die Pflichtaufgabe mit dem 260hm umfassenden Wiederaufstieg zur Chilchalplücke. Bald war diese erreicht, die Abfahrt von da bot dann auch nochmals tollen Sulzgenuss in abwechslungsreichem Gelände. Nur die letzten 100hm zum Bikedepot waren dann auf dem letzten Streifen an schon etwas faulem Schnee nicht mehr der Brüller, aber doch bis zum Zweirad fahrbar. Um 13.30 Uhr setzte ich mich auf den Sattel, zuerst müssen noch einige Höhenmeter gewonnen werden, bald heisst es dann aber die Handkraft einzusetzen, um auf der steilen Betonstrasse die potenzielle Energie in Reibungswärme zu verwandeln. Etwa so heiss wie die Bremse war diese Tour, eine geniale Sache!

Traumhafte Bedingungen mit zischendem Sulz auf dem Fanellgletscher.
Der Schnee ist auch auf dem Rückweg noch da :-) Abschwingen also direkt neben dem Bike.

Mittwoch, 8. April 2026

Frischer Pulver, alter Gneis

Zugegeben, der Titel zu diesem Beitrag macht nur in Retrospekt Sinn. Er wurde aber erst nach Ostern 2026 getippt und nimmt Bezug auf die Geschehnisse vor und an den Feiertagen. Eine winterliche Episode auf der Nordseite bescherte den Voralpen Ende März und Anfang April eine fette Ladung an Schnee und kreierte ideale Verhältnisse, wie es sie den ganzen Winter über nicht gab. Und so genoss ich noch am Gründonnerstag ein Morgentüürli mit Start auf 880müM bei winterlichem Pulver, während ich tags darauf dann an sonnengewärmten, Millionen Jahre altem Gneis im Ticino klettern konnte - ein starker Kontrast!

Die Schwyzer Voralpen in tief winterlichen Bedingungen im April 2026.

Skitour Vilan

Mit Kathrin machte ich mich auf in Richtung Bündner Herrschaft bzw. ins Prättigau. Für einmal waren die Schneekarten nicht sehr akkurat und meine ursprünglichen Pläne materialisierten sich nicht ganz wie gewünscht. Immerhin, es lag deutlich mehr Schnee wie angegeben, so "mussten" wir das Schneetaxi bald am Strassenrand deponieren und uns mit der Standardroute auf den Vilan zufrieden geben. Immer wieder schön, kann man da nur sagen - insbesondere dann, wenn wegen den Gegebenheiten nur ganz wenige Tourengänger unterwegs sind. So konnten wir im Aufstieg von einer bereits gelegten Spur profitieren (danke!), für die Abfahrt fanden wir dann auf unserer Variante komplett unverspurtes Gelände bei idealem Powder vor. Nur ganz unten war der Wassergehalt in der Schneedecke durch die intensive Einstrahlung schon hoch geworden und erforderte entsprechend Rücklage bei der Abfahrt.

Wunderbare Bedingungen am Vilan 🤗

Skitüürli im Atzmännig

Der Atzmännig ist fast bei mir vor der Haustür und grundsätzlich mit Skiliften erschlossen. Diese waren trotz einer soliden Schneedecke von 40-60cm dicke anfangs April aber natürlich nicht mehr in Betrieb, bzw. das Personal war mit Vorbereitungen für einen (erhofften) Sommerbetrieb über Ostern beschäftigt. Trotz der tiefen Höhenlage mit Startpunkt auf nur 800m hält sich der Schnee hier stets erstaunlich lange und auch wenn es nur 380hm bis zur Bergstation sind, so ist es einfach ein formidabler Hang, mit einer konstant idealen Neigung für schöne Schwünge. In einem Wetterfenster über Mittag konnte ich ein paar wunderschöne Linien ziehen - der Zauber, einen frisch verschneiten Hang zuerst durchschreiten zu können und die Spur anzulegen verliert nichts von seiner Magie!

First Line im Atzmännig, hinten Farner und Schwarzenberg.

Skitour Flüechrüz / Stockrai

Obwohl für den Abend bereits die Anreise ins Tessin geplant war, konnte ich dem fantastischen Vormittag am Gründonnerstag nicht widerstehen. Zumal es auch noch in der Nähe tollen Powder zu geniessen und eine neue Tour zu entdecken gab. Vom Parkplatz beim ehemaligen Skilift am Sihlsee bei Euthal folgte ich nicht der auf der Landeskarte eingezeichneten, etwas umwegigen Skitourenroute, sondern dem vor Ort ausgeschilderten Schneeschuhtrail. Rund 550hm sind es nur bis zum Gipfel, aber mit Spurarbeit in tiefem Schnee reichte mir das als Auftakt ins Osterweekend vollauf. Ein tolles Ambiente am Gipfel und eine richtig lässige Abfahrt belohnte den Effort. Hier im Gelände lagen 80-100cm Schnee, verrückt um diese Jahreszeit. So konnte ich der offiziellen Abfahrtsroute folgen und am Ende durch die steile Chalberstock-Schneise schwingen. Es gibt wohl nicht einmal in jedem Winter ein paar wenige Tage, wo diese richtig gut ist - an dem Tag war sie es, da hatte ich den richtigen Riecher.

Die Gunst der Stunde genutzt - im April auf nur 880m zu starten, geht definitiv nicht immer.

Somit war mein Tüürli #20 im Winter 25/26 im Kasten. Die grossen Gipfelziele oder die Touren mit vielen Höhenmetern fehlen dabei weitestgehend. Wichtiger ist es mir, die Gunst der Stunde zu nutzen und die Wintermagie beim Spuren durch die frische, weisse Decke zu spüren. Das war mir an diesen Tagen hervorragend gelungen. 

Donnerstag, 5. März 2026

Skitour Heustock (2470m)

Die Skitour von Engi durchs Mülibachtal auf den Heustock hatte ich schon früher einmal unternommen. Exakt datiert das Unternehmen auf den 24.12.2005 und somit liegt das schon länger als 20 Jahre zurück. Damals war ich in den USA wohnhaft und nur über die Feiertage in der Schweiz zu Besuch. Eigentlich verrückt, wie sich die Welt und die persönlichen Umstände seit damals verändert haben. Die Berge sind aber noch da wie immer. Trotzdem ist diese aktuelle Tour nicht einfach eine Kopie der früheren. Gab's damals frischen Powder ab Engi und wieder bis dahin zurück, so war es dieses Mal eine Bike & Ski-Frühlingstour bei Sulzverhältnissen.

Skihütte Mülibachtal

Um 8.50 Uhr trat ich beim Schneetaxi in Engi Vorderdorf beim P.772 in die Pedale und erreichte in rund 15 Minuten auf aperer Strasse den Schnee, der wie vermutet bei der Brücke beim P.1168 begann. Dort wechselt der Weg auf die Schattenseite und es lag eine geschlossene Schneedecke - ohne die Bretter nochmals abzuschnallen, ging es bis zum Gipfel hinauf. Zuerst (im Aufstiegssinn) rechts vom Bach auf der Sunnenhörnli-Abfahrtsroute bis zu den Gebäuden von Gamszinggen, dann auf dem Alpweg durch den steilen Wald hinauf zur Skihütte Mülibachtal. Bald öffnet sich das Gelände, durch lichten Wald erreicht man die Fläche der Glattmatt, wo noch rund 500hm durch den bis zu 40 Grad steilen Gipfelhang warten.

Der Gipfelhang, wer mit der Lupe schaut, findet auch meine Abfahrtsspur.

Um ca. 11.15 Uhr hatte ich den Gipfel erreicht. Der angekündigte Saharastaub befand sich noch weit im Südwesten. Doch der Wind, der ihn herbringen sollte, war im Kammbereich deutlich zu spüren. Zum Glück fand ich im Lee doch einen angenehmen Rastplatz. Die Abfahrt über die kompakte und schön aufgesulzte Schneedecke versprach dann viel - und hielt es auch. Nach vielen tollen Schwüngen war ich zurück bei der Skihütte, die im Aufstieg besichtigte Schneise zwecks Abkürzung und Fahrspass funktionierte ebenfalls. Auch im unteren Bereich war die bisweilen rumplige Piste nun nicht mehr hart gefroren, so liess es sich da ohne durchgeschüttelt werden zum Bike zurückschwingen. Mit einem kurzen Downhill ging's nach Engi, von wo der Fokus auf einen arbeitstechnisch produktiven zweiten Abschnitt des Tages gelegt wurde - schön war's!

Facts

Heustock ab Engi Vorderdorf via Skihütte Mülibachtal
1700hm, Ski-Schwierigkeit ZS-

Freitag, 20. Februar 2026

Strategic Decisions

Allzu viel in Sachen grosse Touren läuft im Moment nicht, weder für zünftige Skitouren noch zum MSL-Klettern waren die Verhältnisse so richtig geeignet. Wobei, etwas tun kann man immer. Kleinere Ausflüge mit den Tourenski, an der Sportkletterform feilen oder wie es schon längst bekannt ist: auch beim Indoor-Bouldern habe ich Spass und wenn's noch ein Wettkämpfli zum mitmachen gibt, umso besser. Darum hier ein kurzer Rückblick auf auch schon wieder einige Wochen vergangene Zeiten mit dem Leitmotto "strategische Entscheidungen".

Am Sparta Fight, die Fotos von der Halle zur Verfügung gestellt: vielen Dank!

Quadrel Rock Rodeo

Los ging's mit dem Quadrel Rock Rodeo, wo ich inzwischen das fünfte Mal de suite antreten konnte. Wie immer natürlich in der Patschifig-Kategorie, wobei es da eben nicht so easy zu und her geht, weil ein happiges Programm von 40 Bouldern zu absolvieren ist. Klar, 9 Stück davon waren wirklich einfach mit Schwierigkeitsgrad 1 und 2 (von 6), 8 weitere mit Schwierigkeitsgrad 3 muss man einfach auch bringen, aber dann wird es dann schon zäh. Schlussendlich konnte ich aber auch alle 9 Vierer punkten und auch von den Fünfern gelangen mir noch drei Stück - und die sind für mich allesamt schon richtig taff. Unter dem Strich ergibt das 29 von 40 Tops und eine sehr gute Session. Dennoch, auf der Rangliste reicht das inzwischen nirgendwo mehr hin, Rang 10 von 30 das Verdikt. Fürs Podest hätte man noch 5 weitere Boulder in den Schwierigkeiten 5 und/oder 6 ziehen müssen... era fuori dalla mia capacità!

Warum sieht es auf den Fotos eigentlich immer so aus, als ob ich die Hände nur so auf die Griffe lege, bzw. diese nur streichle, denn richtig festhalte? Einfach oder gar eine Rastposition ist das für mich wie die Beinmuskulatur zeigt, nun definitiv nicht. Wobei sanftes Greifen statt Overgripping zwar vielleicht keine strategische, aber ganz sicher eine gute Entscheidung ist.

Skitour Hinterfallenchopf

Am Folgetag fiel dann eben die strategische Entscheidung. In den Bergen lag nur wenig Schnee und die Tourenbedingungen wurden in den einschlägigen Portalen als miserabel beschrieben. Mit sorgfältiger Analyse erschloss sich aber, dass man auf unbefahrenen Südhängen in tiefen Lagen mit genussreichen Sulzverhältnissen rechnen durfte. Nach dem Engineering mit Schneekarten und Webcams wurde der Hinterfallenchopf ab Rietbad zum Ziel erkoren. Eine strategische Entscheidung auch deshalb, weil dieses Halbtagestüürli auf meinen doch etwas geschlauchten Zustand Rücksicht nahm. Vor allem aber lag wie am Vortag nochmals ein guter halber Tag an Arbeit drin. Das machte es mir möglich, in der als sonnig und mild angekündigten Folgewoche zwei Nachmittage beim Sportklettern am Fels zu geniessen - so soll es doch sein! Die Tour war dann wirklich richtig genussreich. Gerade noch ausreichend Schnee, keine Leute, schönes Ambiente und eine prima Sulzabfahrt wurden bilanziert - eine perfekte Strategie.

Eine neue Tour und Gegend entdecken, Zeit an der Sonne über dem Nebel verbringen: perfekt!

Sparta Fight

Am darauffolgenden Samstag war der Sparta Fight angesagt. Seit 2019 habe ich da bei jeder Austragung teilgenommen und da ihn Larina sowieso als Vorbereitungswettkampf für die Saison nutzen wollte, gab es noch mehr Argumente dafür. Nun, hier geriet meine oberhalb als so perfekt beschriebene Strategie ins Wanken. Müde von den Sportklettersessions, mit generell wenig Haut und wegen einem Cut komplett getaptem Finger waren die Voraussetzungen für eine gute Performance eher limitiert. Wobei es zu sagen gilt, dass meine persönliche Strategie eben der Spass-Maximierung folgt und nicht jener der Performance (an einem Wettkampf). Für einen Ü50-Amateur natürlich auch völlig logisch so.

So müde gewesen, dass es die Bürste zum Festhalten braucht?!?

Die Konsequenz war dann halt, dass die Mission mit der Titelverteidigung in der Ü40 krachend scheiterte. Es gelangen mir 30 von 46 Bouldern, was nur Rang 7 bedeutete. De fakto zog ich an dem Tag keinen einzigen Boulder, den ich auf meiner persönlichen Skala als "wirklich schwierig" beurteilt hätte... und es hätte auch nur einen einzigen gebraucht, um wenigstens das Podest zu erklimmen. Wäre ich mir dem bewusst gewesen, dann hätte ich dieses NoTex-Slab-Koordo-Ding vielleicht so lange bearbeitet, bis ich doch mal nicht weggezippt wäre. Wie auch immer, trotz nicht ganz frischen Kräften hatte es Freude gemacht und der Strategie, den Spass zu maximieren wurde ganz klar genüge getan.

Larina war stark, aber ebenso ohne Haut. Leider hat's mit Rang 7 ganz knapp nicht für die Finalquali gereicht. Immerhin hat uns Kathrin die Familienehre mit Rang 2 bei den Ü40-Damen gerettet.

Dienstag, 10. Februar 2026

Powderhamstern am Fluebrig

Nach langer Zeit hatte es endlich wieder einmal eine Portion Neuschnee gegeben, noch dazu war ein sonniger und kalter Tag angesagt. Mit müden Knochen vom Training und Bouldern passte ein Ausflug in den Schnee bestens ins Programm. Mitunter am meisten der weissen Pracht war im Wägital gefallen, somit wollte ich da mein Glück suchen. Oben wo noch eine Altschnee-Unterlage vorhanden war, rechnete ich mit Top-Verhältnissen. Unten würde es wohl eher prekär. Doch ich hoffte, zumindest einen Teil des Zustiegs mit dem Bike absolvieren zu können.

What a beautiful day in Skitoureneldorado Wägital.

Vor Ort fielen mir dann gleich zwei Dinge auf: a) viele andere Tourengänger waren auf dasselbe Ziel gekommen und b) das Bike konnte ich gleich am Auto montiert belassen, denn auch am See unten hatte es 25cm der Neuschnee gegeben, da war mit dem Zweirad kein Fortkommen. Relativ spontan änderte ich mein Tourenziel dann auf den Fluebrig, das versprach weniger Leute und mehr Sonne, zudem war ich da im Gegensatz zu Rederten/Muttri schon eine Weile nicht mehr unterwegs. Es liess sich gleich fellend aufsteigen, wobei insbesondere in den waldigen Abschnitten schon da um die Steine herumgetreten werden musste. Das rauere Steilstück im Wald ob Schlänggen und die nachfolgende Querung wiesen ebenfalls Schneemangel auf, nachher war es dann aber Wintertraum pur. Einige Tourengänger hatte ich auf dem Weg überholt, doch zwei Dreiergruppen blieben mir bis zum Skidepot voraus und erledigten die Spurarbeit, danke!

Blick auf die Berge östlich vom Wägitalersee. Von links: knapp sichtbar das Bockmattli, dann der breite Schiberg, der dreieckige Plattenberg, das Doppelmassiv mit Brünnelistock und Rossalpelispitz (wo ich im Dezember eine tolle Skitour hatte), sowie der kecke Zindelspitz.

So konnte ich mich bereits darauf fokussieren, die Optimallinie für die erste Abfahrt festzulegen. Man muss ja hier nicht gleich alle Geheimnisse preisgeben, doch wer seine Scheuklappen auf eine Distanz von mehr als 20m von der Aufstiegsspur öffnet, wird ganz viele Möglichkeiten finden. Jedenfalls, es ergab sich eine absolute Traumabfahrt in herrlich fluffigem Powder mit First Line, einfach perfekt. Vor der Querung auf 1430m zog ich meine Felle wieder auf, eine zweite Runde im Gipfelbereich war an diesem Tag unverzichtbar. Das Timing passte perfekt, um bei der noch sonnigen Alp Fluebrig eine Pause einzulegen und mit unseren Skidamen bei deren zweitem Lauf mitzufiebern. Doppelter Podestplatz, da konnte ich mich mit demselben Gerät an den Füssen nicht lumpen lassen und musste auch eine gute Spur in den Schnee zaubern [ok, ich gebe es an dieser Stelle zu: obwohl ich nur wenig TV konsumiere, für den Skirennsport habe ich eine (mir selbst etwas unerklärliche) Faiblesse...].

Einige der vielen schon vor dieser Tour vorhandenen Kratzer auf dem Skibelag sind auf diesem Foto erkennbar. Nachher waren es ganz bestimmt noch etliche mehr. Somit: diese Tour an diesem Tag war nur mit Material zu empfehlen, wo die Kratzer nicht mehr gezählt werden können/müssen.

Eventfrei lief ich wieder hoch in den Gipfelbereich, dieses Mal mit dem Ziel, noch den Turner mitzunehmen. Dort war ich zwar auf meiner Wägital-Rundtour vorbeigekommen, mit den Ski stand ich jedoch noch nie an seinem Top. Doch Project Pending heisst es immer noch: nordseitig kann man da nicht durchgehen, und südseitig war das nur knapp verschneite Gelände mit rutschigem Gras und losen Felsen ohne Steigeisen nicht mit ausreichender Sicherheitsmarge passierbar. Insofern egal, dass ich östlich von P.2058 einen idealen Einstieg in die Nordflanke fand und dort einen perfekten Hang mit einer makellosen Spur drapieren konnte. Ich muss sagen, auf diese Ästhetik von einer ideal ins Gelände gelegten, zackigen Aufstiegsspur und/oder einem perfekten Kurzschwung-Zöpfli gefällt mir schon sehr und liefert neben vielen weiteren Vorteilen auch eine Motivation, in unberührtem Gelände unterwegs zu sein. Wie mir aber scheint, ist es den meisten Tourengängern (heutzutage?) egal, welche Spuren sie zurücklassen. Wohl der Zeitgeist, denn dasselbe kann man auch abseits vom Skitouren über die Menschheit generell sagen. Und wenn wir schon dabei sind: das gedankenlose und oft komplett unnötige Zerfahren der Aufstiegsspur ist eine weitere Untugend, die sich leider immer mehr manifestiert.

Wow!

Nun denn, ich bin in die Gesellschaftskritik abgedriftet, vielleicht als Kontrast zu den absoluten Traumverhältnissen?! Der reale Weckruf aus den Skitouren-Träumen kam dann in der Querung auf 1400m, nach dem dank dünner Altschnee-Unterlage nochmals gut fahrbaren Schlänggen-Hang war dann auf 1150m definitiv fertig mit lustig, den letzten Teil stieg ich dann sogar zu Fuss ab. Himmel und Hölle lautete das Fazit des Tages ganz eindeutig, wobei man abschnittweise den Teufel sogar schon recht heftig mit seiner Gabel an den Ski kratzen spürte. Oder mit anderen Worten: gut dass ich die bereits komplett abgeschriebenen Steinski genommen hatte. Sonst wäre ich am Ende noch auf die Idee gekommen, dass dieser Schneefall nur eine Propaganda-Aktion der Sportgeschäfte und Hersteller für ihre Services und Produkte gewesen wäre.

Facts

Fluebrig ab Au / Allmeindli
1180hm (+650hm) Aufstieg, Ski-Schwierigkeit S-

Freitag, 5. Dezember 2025

Skitour Rossalpelispitz (2075m)

Obwohl die Verhältnisse nicht mehr das Winter-Wonderland der vorigen Woche versprechen, zieht es mich bei Nebel im Flachland und Sonne in der Höhe nochmals auf eine Skitour. Das Interpretieren der Tourenberichte der Vortage ist etwas kryptisch und es ist nicht einfach, daraus eine geeignete Tour herzuleiten. Eines ist sicher, unverspurt muss das Terrain sein, auf einem halbgefrorenen Acker würde man nur minimalen Spassfaktor erleben. Ein Beitrag auf hikr.org über die Durchsteigung der Rossalpelispitz Nordwand weckt mein Interesse, dieses Gemäuer aus der Nähe zu betrachten. Da sich die Anfahrt ins Wägital kurz präsentiert, das Gelände mit allergrösster Wahrscheinlichkeit unbegangen ist und mir auch die Option offen lässt, die Tour vor Ort über Nord- oder Südhänge (zum Plattenberg) verlaufen zu lassen, ist der Plan gemacht.

Brünnelistock, Rossalpelispitz und Zindelspitz mit ihren Nordwänden.

Zuerst wird aber (wie beim letzten Mal vor gut 15 Jahren) gearbeitet, wobei ich dieses Mal schon um Mittag bei Bruch P.922 starte. Über die Alpstrasse geht's hinauf zur Brücke P.1101 vor dem Aberliboden, wo ich mich entschliesse, den Weg via die Hohfläschen-Hütte zu nehmen. So kann ich an der Sonne gehen, Schnee liegt auch am Südhang noch ausreichend und eine Spur von Schiberg-Gängern gibt es obendrein. Ohne besondere Vorkommnisse laufe ich in schönem Ambiente in den Kessel von Hohfläsch, da gibt's die gewünschten Nahblicke auf die Nordwand. Diese steht heute nicht auf dem Menü, doch etwas Alpinismus ist trotzdem nötig, um die Steilstufe hinauf zur Lücke P.1990 zwischen Brünnelistock und Rossalpelispitz zu erklimmen. Eine Portage ist unumgänglich, eine gehörige Prise Exposition und Wühlerei gibt's gratis dazu.

Die Steilstufe hinauf zu P.1990. Ich weiss, ich weiss, auf diesem Foto sieht das ziemlich klein und unspektakulär aus. Die Passage ist auch nicht sehr lang (ca. 20hm), aber steiler wie es auf dem Foto den Anschein macht. Und ein Rutscher führt unweigerlich zu einem Absturz über die darunter liegende Felswand, was tunlichst zu vermeiden ist. Hinten sieht man übrigens auch die sehr steilen, letzten Meter hinauf zum Gipfel des Rossalpelispitz - auch das ist alpines Terrain.

Oben geht's dann erst nochmals mit den Ski weiter (kurz bis 40 Grad steil) bis zum Sattel auf ca. 2040m. Da heisst es Skidepot und obwohl es nur noch ein Katzensprung zum Gipfel ist, kann das noch ein Pièce de Résistance werden. Schon beim letzten Mal war das ein Heiden-Geeier mit griesigem Schnee auf glatten Felsplatten. Heute ist die Konsistenz der Unterlage zwar etwas besser. Hier und da komme ich aber trotzdem auf Steilgras und Gestein durch und es ist schwierig, für Fortschritt zu sorgen. Mit etwas Hartnäckigkeit klappt es aber schliesslich und ich erreiche das Top - im Gegensatz zu damals nun mit Kreuz und Gipfelbuch geschmückt.

Top of Rossalpelispitz - im Gegensatz zum letzten Besuch nun mit einem Kreuz geschmückt.

Der Abstieg geht dann im Nu und bald sind auch die Bretter an den Füssen. In etwas zähem, aber doch gut fahrbarem und vor allem deckelfreiem Pulver schwinge ich in die Tiefe. Die exponierte Steilstufe nehme ich auch an diesem Tag wieder mit den Ski. Zu Fuss wäre es im Abstieg nicht angenehmer oder sicherer - es erfordert aber, dass man seine Bretter richtig im Griff hat. Die folgende Abfahrt den Nordwänden von Rossalpelispitz und Zindelspitz entlang ist dann überraschend schön. Kompakte Unterlage, obenauf noch weich - ob Powder die richtige Bezeichnung ist, sei mal dahingestellt, aber Spass hat's gemacht. Später führt der direkteste Weg ins Tal durch den Aberliwald auf den gleichnamigen Boden hinunter. Für diese 100hm im 35 Grad steilen Gelände mit einigem Fallholz am Boden liegt eindeutig zu wenig Schnee für Fahrspass. Ich komme aber durch, ohne die Bretter je abzuschnallen, zische bald im Oberflächenreif über den Boden und bin wenig später retour an der Strasse. Da kann ich mir gut und gerne auf die Schulter klopfen: da hast du eine richtig gute Tour ausgesucht, Marcel!

Kein super fluffy Pow, aber doch ganz ordeli zum Fahren und erst noch mit Sonne :-)

Facts

Rossalpelispitz ab Bruch P.922
1150hm, Ski-Schwierigkeit weitestgehend ZS
Fussaufstieg in Steilstufe zu P.1990 und Gipfelhang bis zu 50 Grad steil & exponiert
Sichere Lawinenverhältnisse sind Pflicht. Pickel und Steigeisen auf jeden Fall mitführen.

Samstag, 29. November 2025

Skitour Fanenstock (2237m) & Färispitz (2178m)

Viel Neuschnee, stahlblauer Himmel und angenehme Bedingungen. Da kam es gerade gelegen, dass sich auf der Agenda keine unverrückbaren Termine befanden. Der Powder wollte für eine Tour genutzt und mit Spuren verziert werden. Zu Saisonbeginn und mit erhöhter Lawinengefahrenstufe waren die Tourenziele etwas beschränkt. Nicht zum ersten Mal bei diesem Szenario setzte ich auf den beliebten Fanenstock, mit der Option meine Tour noch in weniger frequentierte Gebiete auszudehnen.

Wunderbares Ambiente beim Aufstieg, hier eben oberhalb der Hütten von Gamperduner Stafel bei P.1772. Der Blick auf den Elmer Talkessel, mit dem Vorab links, dem Hausstock im Talschluss, während am rechten Bildrand noch der Gross Chärpf grüsst.

Um 9.25 Uhr startete ich beim alten Bahnhof von Elm (970m). In der schattigen Talsohle war es frostig kalt (-9 Grad). Und ich war genügend spät dran, dass der Spurtrupp bereits aufgebrochen war - für einen Senioren und Sportkletterer ist das durchaus als Vorteil zu werten. Schon beim Ausgangspunkt lagen ca. 35cm an frischem Powder, weiter oben noch viel mehr - hier den Graben zu pflügen war zwar bestimmt und wie immer eine freudvolle, aber eben auch sehr anstrengende Aufgabe.

Faszinierender Blick auf den Piz Sardona. Kaum zu glauben, dass er von dieser Seite als Skitour begangen werden kann! Doch diese Tour durch das Sardona-Chämi aus dem Jahr 2018 habe ich in allerbester Erinnerung. An dieser Stelle Grüsse an meinen damaligen Tourenpartner Snizi!

Ich gewann zügig an Höhe und ob dem guten Trassee konnte ich meine Blicke und Gedanken schweifen lassen. Beim Aufstieg zum Fanenstock fokussieren sich diese unvermeidlich auf Heinz. Mit ihm war ich damals als Jungspund mit wenig Tourenerfahrung hier unterwegs. Er war zu dieser Zeit schon in meinem heutigen Alter und ein richtiger Skitourenfreak. Häufig und sportlich unterwegs, bereits in den 1990er-Jahren mit einer Pin-Bindung und mit Ski Trab materialmässig leicht und innovativ am Start. Ich erinnere mich noch gut, wie wir bei dieser Gelegenheit den Aufstieg "locker" unter zwei Stunden schafften. Also "locker" in dem Sinne, dass die Uhr klar unter der gesetzten Marke stehen blieb... bei der Beschreibung meines Pulses und der Atemfrequenz kämen sicherlich andere Attribute zum Einsatz.

Schon am Gipfel - Fotos und Text passen nicht ganz zusammen. Doch im ersten Teil des Aufstiegs, welcher noch im Schatten verlief, gab es nicht allzu viele spannende Motive abzulichten. Dafür später dann umso mehr.

Mit Heinz unternahm ich noch manche Ski- und Klettertour. Aber leider nicht für allzu lange. Aus dem heiterhellen Himmel wurde er mit einer Krebserkrankung diagnostiziert und während eine erste Behandlung noch Erfolg zeigte, kam dieser einige Monate später zurück. Heinz musste wenig später von uns gehen - als kurze Zeit davor noch topfitter und kerngesunder Alpinsportler. Ehrlich gesagt fährt mir der Gedanke daran heute sogar mehr ein wie damals. Ich denke, es ist ganz natürlich, sich mit gut zwanzig noch mehr oder weniger unverwundbar zu fühlen. Doch in dem Alter, wo einiges am Körper so langsam zu klappern beginnt, sieht das anders aus. Mein Fazit beim keuchenden Aufstieg: wir müssen die schönen Tage wie den heutigen umso mehr geniessen - wer weiss schon, wie oft uns das noch vergönnt ist.

Bildmässig schon auf der ersten Abfahrt. Hinten gut sichtbar, dass es an diesem Tag die richtige Entscheidung war, sich auf mässig steiles Gelände zu beschränken - sonst nimmt der Spass dann möglicherweise ein unnötig frühes Ende.

Meine Gedanken spinnend hatte ich inzwischen die Schindelegg und damit die Sonne erreicht. Die Temperaturen stiegen schlagartig an, ein kurzer Stopp um einige Kleiderschichten im Rucksack zu verstauen war unabdingbar. Inzwischen hatte ich eine grössere Gruppe passiert und am Rastplatz noch einige weitere Tourengänger. Nur noch wenige waren weiter vorne unterwegs, so dass sich die Frage aufdrängte, ob ich wohl doch noch Spurarbeit leisten müsste. Die Antwort lautete aber nein, als ich kurz vor dem Fanenfurggeli erstmals den Gipfel erblickte, traf die Vorhut eben dort oben ein. Wohl ein paar Minuten nach 11.30 Uhr schlug ich am Top an. Die zwei Stunden blieben somit nominell ungeknackt, wobei ich damals mit Heinz beim Töniberg gestartet war, was den Aufstieg um 70hm und sicher 10 Minuten kürzer macht. Somit darf ich meine Zweifel also gerne mit "immer noch gleich schnell wie vor 30 Jahren" beruhigen, auf die Minute oder genauer muss das nicht erörtert werden.

Fantastische Einsamkeit bei meinem zweiten Aufstieg zum Färispitz. Oder wie ich auf Insta zu diesem Bild geschrieben hatte: "Somebody had to go first - I volunteered". Hinten im Bild übrigens der inzwischen (in voller Auflösung erkennbar) gut verspurte Fanenstock.

Die ersten vier Abfahrer zogen ihre Linien in den Gipfelhang - ich nahm mir die Zeit für eine Pause mit grandiosem Ausblick. Denn erstens ist der Hang mehr als breit genug, zweitens zog es meine Vorfahrer alle sehr rasch zurück zum Fanenfurggeli, auf den bequemsten Weg ins Tal. Bei mir waren hingegen Kraft, Zeit und Motivation vorhanden, noch auf eine Extratour zu gehen. Etwas nordöstlich fand ich meine eigene Linie, welche mich in tollem, absolut unberührtem Powder zu einem Punkt etwas westlich der Hütten von Chamm (ca. 1930m) führte. Da wurde wieder angefellt, nun hiess es selber eine Spur zu treten - bei schuhtiefem Einsinken zwar eine anstrengende Sache, aber in dieser einsamen, unberührten Landschaft mit dem in der Sonne glitzernden Pulver eine grandiose Sache.

Gipfelpanorama vom Färispitz - einfach grandios!

Mit durchaus etwas müden Beinen erreichte ich den Färispitz (2178m), pausierte nochmals und freute mich auf eine komplett unberührte Abfahrt. Erst über den Rücken, dann über offene Hänge und weiter unten dann mit einem Tree Run ging's hinunter zur Alpstrasse beim Eggboden auf 1600m. Über einige Kehren und nochmals etwas offenes Gelände erreichte ich schliesslich die Brücke über den Flinserbach bei P.1401. Ab hier über die flache, ungespurte Alpstrasse zurück auf die Fanenstock-Route zu kommen, hatte viel Schiebearbeit bedeutet. Da war es deutlich bequemer, nochmals rasch die Felle zu montieren und 60hm hinauf zur oberen Strasse zu steigen. Dort konnte ich von der inzwischen gut ausgefahrenen Spur der Fanenstock-Gänger profitieren. So lief es zügig, einige weitere Pulverschwünge brachten mich dem Talboden entgegen, und eine Schussfahrt über die vereiste Strasse zurück zum Ausgangspunkt. Wow, wow, wow, das war nun Winter Wonderland at its best gewesen!

Letztes Anfellen bei der Brücke P.1401

Einen kleinen Epilog zu meiner persönlichen Erinnerung gibt es auch hier: der nächste Tag präsentierte sich nochmals mit sehr guten Tourenbedingungen. Nur liess meine Agenda nicht ganz so viel Freiheit zu. Immerhin, für ein Tüürli im Züri Oberland reichte es - und was für eines: ich traf den genau richtigen Zeitpunkt für die Abfahrt, 500hm über unverspurte Hänge bei tollen Conditions. Ein richtig tolles Dessert!

Facts

Fanenstock ab Elm Station, 1270hm, Ski-Schwierigkeit WS-
Weiterweg zum Färispitz, total +300hm, Schwierigkeit WS-
Abfahrt über Färiboden, ZS-, Wildruhezone beachten!

Dienstag, 25. November 2025

Skitour Prodkamm (2006m)

Der Auftakt zur Skitourensaison 2025/2026 kam nun doch überraschend zügig. Nur eine Woche zuvor waren wir Mitte November noch im Rätikon geklettert und hatten den ersten Komplettdurchstieg meiner neusten Route im Gebiet realisieren können. Zwei Schneestürme später war daran nicht mehr zu denken, die Alpen waren flächendeckend und bis in relativ tiefe Lagen weiss verzuckert worden. Weil die Griffel wegen der jährlichen Kletterpause sowieso etwas ruhen sollten, wurden die Bretter umso lieber aus dem Keller geholt.

Hinauf zum Prodkamm! Für mehr Ambiente stiegen wir abseits der Liftanlange über den SE-Grat auf.

Da noch kaum eine Unterlage vorhanden war, orientierten wir uns zum eher sanften Gelände in mittleren Höhenlagen. Da die Lifte noch nicht in Betrieb waren, erkoren wir den Prodkamm in den Flumserbergen zum Ziel. Mit dem Sessellift hatten wir die Bergstation schon x-mal erreicht, die 61 zusätzlichen Höhenmeter zum Gipfel jedoch noch nie in Angriff genommen. Dieses Mal sollte noch etwas mehr Effort nötig sein: unsere Tour startete in Tannenheim auf 1220m. 

Unten gab es noch etwas hochnebelartige Bewölkung (die aber nur wenig störte)...

Was gibt es von der Tour zu berichten?!? Der Himmel war stahlblau, der Powder wunderbar fluffy und in ausreichender Menge vorhanden, die Temperaturen auf der eher frischen Seite (ca. -12 Grad am Gipfel). Als zwei Sportkletterer im Ruhemodus liefen wir relativ gemütlich, es war ein grosser Genuss. Nur ein Punkt verdient noch Erwähnung: unterwegs trafen wir auf einen Vater mit seinen zwei Chnoblis im tiefen Primarschulalter (oder sogar noch Kindergarten?!?). Die beiden liefen selbständig die ganze Strecke bis zum Gipfel, Chapeau! Da musste sich ja dann Larina schon richtig wie ein alter Hase fühlen - es sind nun doch schon viele Jahre, dass wir zusammen im einen oder anderen Modus auf Tour gehen. Bei dieser Gelegenheit übrigens mit der von Mama ausgeliehenen Ausrüstung, wo inzwischen Boots und Skilänge passen. Tja, die Zeit vergeht rasch - umso wichtiger, dass man sie nicht "vertöörlet", sondern sie besser für solch tolle Ausflüge nutzt. 

...oben war es dann grand beau, ein richtiges Wintermärchen.

PS: am darauffolgenden Tag konnten wir gleich nochmals nachdoppeln und das morgendliche Schönwetterfenster für eine weitere schöne Tour im Tössbergland nutzen. Es lag zwar nicht allzu viel Schnee - doch auch da ausreichend fluffiger Powder für eine sehr genussreiche Abfahrt. So darf der Winter gerne weitergehen.

Facts

Prodkamm (2006m) ab Tannenheim
800hm, Schwierigkeit L, lohnender wenn kein Skibetrieb ist.

Dienstag, 6. Mai 2025

Skitour Piz Alv (2769m)

Eine anhaltende Schönwetterperiode beschliesst einen für einmal sehr freundlichen April und es riecht noch einmal nach guten Tourenbedingungen. Selbst im Hochgebirge wäre so gut wie alles machbar, doch um dahin aufzubrechen fehlt mir einerseits die Zeit und andererseits auch das Mindset als (primär) Kletterer und Hobby-Skitüüreler. Schliesslich ist es dann so, dass ich nach einer brettharten Projektsession in einer 8a+ am Vorabend ziemlich geschlaucht bin und das Vorhaben früh aufzustehen in Frage stelle. Schlussendlich finde ich aber mit dem Piz Alv einen guten Plan mit einer relativ rasch zugänglichen, moderat langen Tour, wo die Abfahrt über NW-Hänge verläuft. Somit reicht Aufstehen um 6.00 Uhr und das ist auch nach den abendlichen Efforts bis zum Eindunkeln eine gerade noch akzeptable Grösse.

Frühlingstour bei absolut perfekten Sulzbedingungen - hier eine Impression von der Abfahrt.

Schliesslich starte ich um 8.00 Uhr ausgangs Andermatt, wo es ca. 200m vor der Abzweigung ins Unteralptal Gratis-Parkplätze gibt. Natürlich ist da längst der Frühling eingekehrt, doch das Schneetaxi bringt mich in bewährter Manier zügig über 6.5km und netto 500hm bis nach Tros auf 1900m. Wie ich vom Bericht von j_sp (welcher mich zu dieser Tour inspiriert hat, danke!) schon weiss, muss ich nur 1x kurz über einen Lawinenkegel schieben und später noch für ca. 5 Schneefelder à je 5-20m vom Rad. Von dessen Depot sind es noch zwei, drei Minuten zu Fuss, bis ich die Bretter anziehen kann und auf hart gefrorener, tragender Schneedecke über den Vermigelboden schreite.

Die verwaiste Vermigelhütte und Blick auf eine tolle Linie am Rotstock (2858m). Das war auch wieder so eine Tour, wo man nicht eine Möglichkeit weniger auf der To-Do-Liste hat, sondern mindestens fünf mehr. 

Ab da hatte ich verschiedene Tourenoptionen in petto, der Piz Alv schien mir dann die beste Wahl. Somit stieg ich über die Gätschplanggen im Bereich vom Sommerweg auf. Dies bei noch durchgehender Schneedecke, wobei die aperen Flecken in diesem Hang so langsam dabei waren, die Überhand zu gewinnen. Ab der Verflachung von Porggeren war es dann noch richtig winterlich mit einer formidablen Atmosphäre und einer schön glatten Schneedecke, wie ein Teppich. Für den Weiterweg zum Piz Alv gibt's ab da verschiedene Optionen: entlang der Tourenroute via Maighelspass, diesen abkürzend direkt zu P.2490 oder noch kürzer über eine Route, welche südlich von P.2590 passiert. 

Blick zurück in Richtung Maighelspass, bzw. Richtung Maighelshütte - fantastisches Ambiente!

So erreicht man ein namenloses Kar, welches in Richtung Passo Bornengo zieht. Von diesem gilt es noch den steilen Gipfelhang zu erklimmen, wobei man am besten in Gratnähe bleibt. Trotzdem beträgt die Neigung bis zu 35 Grad, bei guten Bedingungen ist das aber natürlich absolut problemlos. Um 10.45 Uhr war ich am Top, welches durch ein Gipfelkreuz mit Buch geschmückt ist. Ich war etwas erstaunt festzustellen, dass dieser No-Name-Gipfel doch erstaunlich häufig besucht wird. Wobei, Lage und Aussicht sind schon fabelhaft. Dazu war es windstill, mild und perfekt sichtig. Oder mit einem Wort: Traumbedingungen.

Auf dem Gipfel mit Blick zurück Richtung Unteralptal und Andermatt, wo ich herkam. Rechts der rechten Skispitze befindet sich das Sustenhorn, das nächste Massiv rechts davon bilden der fantastische Kletterberg Salbitschijen und das Rorspitzli, wo ich auch schon auf Skitour unterwegs war.

Diese traf ich wenig später auch auf der Abfahrt an: ich fuhr kurz dem Nordgrat entlang ab, bevor man nach links in die NW-Hänge abbiegen kann. Dazu sind verschiedene Optionen möglich: es gibt erst steile Couloirs ( >45 Grad), am gutmütigsten ist die Rampe auf 2700m. Doch auch dort gibt's auf der Quote von 2600m noch eine kurze, steile Stelle (40-45 Grad) in den Talgrund hinunter. Es folgten dann traumhafte Hänge bei perfekten Sulzbedingungen bis nach Porggeren. Dort galt es kurz hinüber schieben zu  P.2218, bevor die noch etwas abscheiniger ausgerichtete Gätschplangge ebenfalls Al-Dente-Schnee bis runter zum Vermigelboden bot.

Wie ein samtener Teppich, genial zu fahren!

Zuletzt war noch ein bisschen Skating und ein kurzer Fussmarsch zurück zum Bike gefragt, unterbrochen von der Beobachtung der überaus zahlreichen und aktiven Amphibien an einem eben von Schnee befreiten Tümpel. Nach der Bikeabfahrt schloss sich meine Runde schon vor Mittag beim Ausgangspunkt. Weniger später gab's in Andermatt einen Zmittag als Grundlage für einen produktiven Nachmittag. Ja, ein wenig zu faulenzen wäre schon gewesen, aber die Arbeit rief. Nach einem solchen Start in den Tag lässt sich aber auch dieser Teil des Lebens erquickt bestreiten.

Finito for the day, und vielleicht bald auch für die Saison?