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About

Dieser Blog enthält Tourenberichte, meist vom Klettern, teilweise auch von anderen alpinen Unternehmungen und Trainings rund um das Klettern. Ein sehr wichtiger Aspekt ist auch die Vorstellung von den durch mich neu erschlossenen Kletter- und Eisrouten. Hin und wieder werden auch Geschichten und Tipps rund ums Klettern präsentiert. Alle Beiträge spiegeln meine persönliche, unabhängige Meinung und mein subjektives Empfinden wieder. Sie können also durchaus von den Angaben in der Literatur und sonstigen Quellen abweichen. Die Beschreibungen erfolgen aber stets nach bestem Wissen und Gewissen, mit der Bemühung um Fairness und Objektivität. Es versteht sich aber von selbst, dass jeder gewisse Dinge, je nach Verhältnissen, Niveau und persönlichen Vorlieben, auch ganz anders wahrgenommen werden können.

Warum dieser Blog? 

Mir hat das Schreiben und Berichten schon immer grossen Spass bereitet. Beim schriftlichen Festhalten der Gegebenheiten kann ich die Tour wie ein zweites Mal aktiv erleben. Somit sind die Berichte von grossen Touren ein integraler Bestandteil meines Bergerlebnisses. Es ist auch so, dass ich zur Tourenvorbereitung selber gerne Erlebnisberichte von anderen Berggängern lese. Ein, oder auch zwei, drei gute Berichte mit informativen Fotos sind oft unendlich viel mehr wert als die meist knapp gehaltenen, nicht selten veralteten und ebenso subjektiven Angaben aus der Führerliteratur. Nicht zuletzt sollen die Berichte auf diesen Seiten inspirieren und motivieren. Zu neuen Taten, Ausflügen, oder vielleicht gar zum Training, welches diese erst möglich macht. In diesem Sinne wünsche ich allen schöne Bergerlebnisse, sei es in der Natur oder virtuell.

Bewertung der Schönheit

Bei jedem Tourenbericht gibt es neben meinen Erlebnissen auch Informationen zur Schönheit, zur Absicherung und zum benötigten Material. Generell ist meine Meinung, dass jeder beim Klettern verbrachte Tag ein guter Tag ist. Dennoch kann man Schönheit, Eleganz und Ambiente bei Klettertouren kategorisieren. Da es beim Klettern um das Meistern der Herausforderung geht, gibt es meiner Ansicht nach jedoch kaum unlohnende Kletterrouten. Mit anderen Worten: es braucht viel, bis es mir nicht mehr gefällt, und deshalb erhält selbst eine **-Route von mir noch das Prädikat "gut". Generell gilt das folgende Sternchensystem:

  • ***** Weltklasse: Diese Bewertung wird nur selten vergeben. Linie, Ambiente, Felsqualität und Art der Kletterei sind einfach perfekt, auch die Absicherung ist der Sache angemessen. Exemplarische Beispiele dieser Kategorie sind Routen wie Blaue Lagune, Sternschnuppe und Patent Ochsner an den Wendenstöcken.
  • **** Super: Man kann allerhöchsten Klettergenuss erwarten, höchstens kleine Details wie vielleicht eine kürzere Passage mit etwas Gras oder minderem Fels, bzw.  ein Schuttband o.ä. trüben den Genuss minimal. Viele der grossen Klassiker des alpinen Sportkletterns fallen in diese Kategorie.
  • *** Prima: Insgesamt ein prima Klettervergnügen, d.h. eine Route, die auf die Wunschliste jedes ambitionierten Kletterers gehören sollte. Hier kann es nun sein, dass es unter Umständen auch einige weniger lohnende Teilstücke gibt, oder einige andere Aspekte die Freude an der Route etwas einschränken.
  • ** Gut: Man zügle die Erwartungen an die Routenqualität. Anreise und Zeitinvestition für eine solche Route lohnen sich meines Erachtens für einen ambitionierten Kletterer aber immer noch. In der Regel gibt der Text weitere Hinweise darauf, warum die Route nur zwei Sterne erhält.
  • * Na ja: Das Begehen einer solchen Route bildet vielleicht Charakter und Erfahrung eines Kletterers, die meisten werden es aber nicht als Genuss empfinden. Auch diese Wertung wird nur selten vergeben, weil ich solche Touren von Vornhinein zu vermeiden versuche. Ein wesentlicher Grund dafür können objektive Gefahren sein.


Bewertung der Absicherung

Auf Mehrseillängen-Touren ist die fixe Absicherung, bzw. die Absicherbarkeit durch mobile Mittel neben dem eigenen Können und der Psyche oft der entscheidende Parameter für den Erfolg. Deshalb versuche ich mit einer Angabe der obligatorischen Schwierigkeit und einem Sternchensystem Klarheit zu schaffen. Spezielle Aspekte wie heikle Einzelstellen, schlechtes/rostiges Hakenmaterial usw. werden meist speziell im Text erwähnt. Achtung: nach meiner persönlichen Meinung ist es nicht so, dass stets gilt "mehr Bohrhaken = bessere Absicherung = mehr Klettergenuss". Am liebsten habe ich, wenn mit einer minimal nötigen Anzahl von durchdacht platzierten, soliden Bolts das Potenzial für gefährliche Stürze entschärft wird. Auch soll die Absicherung angemessen sein, d.h. an Schlüsselstellen eher etwas enger ohne erzwungene Hartmacher-Einlagen, an einfacheren Stellen mit gutem Sturzgelände durchaus etwas weiter. Problemlos selber abzusichernde Stellen sollen ohne fixe Absicherung belassen werden.

  • xxxxx Klettergarten: Durchgehend wie im Klettergarten abgesichert. D.h., die Schlüsselstellen sind eng behakt und können mit Hakenhilfe technisch 'erschwindelt' werden. Auch an einfacheren Stellen muss man nicht weit über die Haken steigen, bis wieder eingehängt werden kann. In solchen Routen kommt man auch hoch, wenn man den maximalen Grad nicht drauf hat. Beispiel: Jenelana am Bockmattli.
  • xxxx Sehr gut: Bestens abgesicherte MSL-Tour. Die Schlüsselstellen sind sehr gut gesichert, d.h. es warten keine zwingenden, schweren Stellen, zwischen den Haken will aber schon etwas geklettert werden. In einfachen Passagen gibt es hier und da auch einmal einen etwas weiteren Abstand, doch das Ganze bleibt auch dort überschaubar. Hier kann man bedenklos am persönlichen Limit klettern. Beispiel: Kamala im Rätikon
  • xxx Gut: Schlüsselstellen können auch einmal zwingend sein, sind aber noch nicht gefährlich. In leichteren Passagen kommen auch grössere Abstände vor, so dass man dort besser nicht mehr stürzt, auch wenn allzu gravierende Konsequenzen noch nicht zu befürchten sind. Man sollte den geforderten Grad (max. und obl.) draufhaben, sonst kommt man evtl. nicht hoch, und es macht auch keinen Spass mehr. Beispiel: Caminando an den Wenden.
  • xx Anspruchsvoll: Auch an schweren Stellen kommen grössere Runouts vor, wo weite Stürze bei Nichtbeherrschen der Schwierigkeit einkalkuliert werden müssen. Im leichteren Gelände ist die Absicherung so spärlich, dass bei Stürzen erhebliches Verletzungspotential besteht. Wer die geforderte Schwierigkeit (max. und obl.) nicht zuverlässig onsight draufhat, begibt sich in Gefahr. Beispiel: Amarcord im Rätikon
  • x Gefährlich: Ungenügend abgesichert, sprich Lebensgefahr durch zu spärliche fixe Absicherung bzw. Sicherungsmöglichkeiten, auch an schweren Kletterstellen. Die Route ist deshalb kaum empfehlenswert.
Praxiserfahrung zeigt mir, dass die meisten alpinen Sportkletterrouten irgendwo zwischen xxx und xxxx anzusiedeln sind. Meist gibt der Text noch weitere Details zum Charakter der Absicherung, je nachdem werden auch Zwischengrade verwendet (Notation: xxx/xxxx). Wenn in anderen Routen die Absicherung stark variiert, so kann auch ein Range angegeben werden (Notation: xx-xxxx), der Text enthält dann genauere Hinweise. Bei Touren, wo selber abgesichert werden kann/muss, wird einerseits die fix vorhandene Absicherung bewertet, mit zusätzlichen Häkchen in Klammern die Stufe, die mit dem Legen von mobilen Sicherungen erreicht werden kann (Notation: xx(xx)).

Material- und Zeitangaben

Angegeben wird die Anzahl Expressschlingen, welche ich als zweckmässig empfunden habe. Dies ist bei Bohrhakentouren in der Regel bestimmt durch die maximale Anzahl Bolts plus 1-3, bei selber abzusichernden Touren die subjektiv benötigte Anzahl. Als mobile Sicherungen verwende ich Black Diamond Camalots, die Grössenangaben gelten also für dieses Produkt. Wenn Klemmkeile eingesetzt werden können/müssen, wird darauf ebenfalls hingewiesen. Ich bin beim alpinen Sportklettern in aller Regel mit 2x50m-Halbseilen unterwegs. Nur falls dies nicht ausreicht, oder falls Alternativen bestehen, wird speziell darauf hingewiesen. Ebenso wird auf weitere selbstverständliche Ausrüstungsgegenstände (Bandschlingen, Helm, etc.) nicht eingegangen, bzw. nur dann, wenn mehr als üblich erforderlich ist.

Die von mir in Seilschaft benötigte Zeit für Zustieg, Kletterei und Abstieg sind in den allermeisten Fällen dem Text zu entnehmen. Wie immer sind diese sehr subjektiv, und sie geben einfach wieder, wie lange wir gebraucht haben. D.h., normale Pausen sind darin enthalten, ebenso Schwierigkeiten wie Seilverhänger etc., wobei grössere Ereignisse in der Regel im Text erwähnt sind. Sehr wohl ist es möglich, die von mir angegebenen Zeiten zu unterbieten. Andererseits, meine PartnerInnen und ich sind konditionell einigermassen fit, erfahren in Orientierung und Kletterei: wenn du meinen Massstab noch nicht kennst, so planst du vielleicht besser etwas Reserve ein.

Kommentare:

  1. Hoi Marcel
    Ich finde deinen Kletterbolg gut aber es fehlt meiner Meinung nach eine Rubrik "Safety-corner". Es wär doch super wenn man sich da bezüglich climbing-safety austauschen könnte, für sowas ist das Netz ja da.
    mfg
    mike

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  2. Hallo Marcel.
    Danke für die Tolle Seite!
    Ich könnte mir aber durchaus vorstellen dass es interessant sein könnte, wenn du deinen Touren-Archiv nicht nur nach Jahren und Monaten ordnen würdest, sondern auch nach: Hochalpine Touren -Fels, -Eis. Alpines Klettern, Sport Klettern. Und nach Gebiete zB.: Italien-Dolomiten-Große Miceluzzi.
    Grüße Lukas

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    1. Hallo Lukas,

      Diese Funktionalität gibt es eigentlich schon, und zwar mit Hilfe der Labels, welche sich am Ende von jedem Post befinden. Mit diesen kann man sich alle Beiträge zu einem bestimmten Thema anzeigen lassen. Alle Dolomiten-Touren gibt es z.B. unter diesem Link:

      http://mdettling.blogspot.ch/search/label/Dolomiten

      Ich versuche auch immer ein Keyword zur Aktivität zu setzen, so gibt es eigentlich alle die Kategorien schon, welche Du Dir wünschst. Bei den Regionen gibt es sogar eine noch feinere Unterteilung (Grossregion, Gebiet, Wand), so dass man auch wie gewünscht selektieren kann.

      Viel Spass und beste Grüsse, Marcel

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  3. Hallo Marcel,
    schon länger sind mir Deine immer recht sachlichen und informativen Einträge im aufgefallen. So bin ich auch auf Deinen Blog gestoßen und kann Dich nur dazu beglückwünschen.
    Es macht wirklich Spaß im Archiv zu stöbern und auch die klasse Bilder anzuschauen. Gerade bei den Bildern erinnere ich mich gerne an die eine oder andere Tour in der Zentralschweiz, vieles liegt ja schon mehr als 25 Jahre (und mehr) zurück und die guten Kletterjahre sind schon lange vorbei.
    Deine Einstufung bezüglich Absicherung und Schönheit kann ich, soweit ich selbst die eine oder andere Tour kenne gut nachempfinden, an Felsqualität sind die eidgenössischen Klettergebiete ohnehin nicht zu überbieten, (von der traumhaften Landschaft mal abgesehen)
    Auch die Beiträge zum Thema Bohrhakensicherheit oder Lawinenrisiko empfinde ich als sehr informativ und gut recherchiert. So wusste ich z. B. nicht, dass A2 als Qualität in mediterranen Gebiet wohl nicht ausreicht.
    Deshalb noch mal größte Anerkennung zu Deinem Blog, welchen ich gerne immer wieder besuche.
    Grüsse aus dem Chiemgau, derzeit ohne Schnee…
    von Hänse

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