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Freitag, 13. Oktober 2017

Schweiz plaisir JURA 2017

Diese Woche steckte er frisch ab Presse im Briefkasten - der nach dem extrem JURA zweite, noch fehlende Kletterführer aus dem Filidor-Verlag für die Flühe, Grätli und Platten im Nordwesten der Schweiz. Die letzte Auflage des plaisir JURA datierte aus dem Jahr 2008, auch schon wieder ein Weilchen her. Seit da gibt's selbst im bereits bestens ausgekundschafteten Jura noch diverse Neuheiten oder Neuentdeckungen, dazu wie immer sanierte Gebiete, neue Parkplätze oder aktualisierte Hinweise in Sachen Naturschutz. Somit ohne Zweifel ein Führer, den es sich zu kaufen lohnt!

plaisir JURA und extrem JURA, beide topaktuell aus dem Jahr 2017.
Wie man es sich vom Autor Sandro von Känel gewohnt ist, glänzt das im handlichen Kleinformat erschienene Büchlein durch Übersichtlichkeit, Klarheit und sehr ansprechende Gestaltung. Es ist schon ein Meisterwerk, wie man alle nötigen Infos ohne viel Text und Raum darstellen kann - und doch ist alles vorhanden, was es braucht und gut lesbar ist es obendrein! Gegenüber der letzten Auflage ist die Anzahl Gebiete von 62 auf 67 angestiegen. Neu gibt's auch für jede Region eine Übersichtstabelle zur jahreszeitlichen Eignung der Gebiete und deren Kindertauglichkeit - eine vorbildliche Sache. Eine weitere Neuerung für einen Filidor-Führer stellt die Zusammenarbeit mit Vertical Life dar. Im Buch ist ein Code enthalten, mit welchem man alle Jura-Gebiete in der Vertical Life App auf dem Smartphone freischalten kann. Ist das die Zukunft der Kletterführer?!? Ich bin nicht sicher. Einen sauber recherchierten und ansprechend gestalteten auf Papier gedruckten Führer in der Hand zu halten, macht einfach Freude - da gibt eine App definitiv nicht dasselbe Gefühl. Zumal für mich bei der elektronischen Version einfach immer ein Rest von Unübersichtlichkeit vorhanden ist.

Gebietsübersicht aus dem plaisir JURA, oben rechts der noch verborgene Code für die Vertical Life App.
Dieser Beitrag wäre nicht komplett, wenn ich nicht auch noch einen kritischen Punkt anbringen würde. Gut, im vorliegenden Fall ist das aufgrund der sehr hohen Qualität nun wirklich nicht ganz einfach. Gewisse Schwierigkeiten bringt die Trennung des Jura-Führers in Extrem und Plaisir mit sich. So sind etliche Gebiete absolut korrekterweise in beiden Werken beschrieben, jeweils mit dem Fokus auf die schwierigeren oder einfacheren Touren (z.B. Pelzli, Falkenflue, Eptingen). Andere sind nur in einem der beiden Führer enthalten, so z.B. das Hombergflüeli im Plaisir und die Muggenberg-Grotte im Extrem. Soweit ebenfalls alles perfekt, gibt's doch im  einen Gebiet nix über 6b und im anderen nix unter 7c. Doch es gibt halt auch Grenzfälle. So ist der Klettergarten in Vingelz nur im Plaisir aufgeführt, obwohl er auch dem Hardmover einiges zu bieten vermag. Andersrum ist der Chuenisberg im Basler Jura ein Gebiet, das nur im Extrem figuriert, obwohl es dort durchaus auch lohnende Routen im Plaisirbereich gibt. Insgesamt finde ich die Gebietsauswahl für beide Führer aber absolut in Ordnung. Das von mir erwähnte Dilemma hätte man nur lösen können, indem man beide Werke in einem einzigen, dicken, teuren und unhandlichen Führer vereint hätte. Eine andere Alternative wäre eine regionale Trennung in Südost- und Nordwest-Teil gewesen,  was aber noch gewichtigere Nachteile mit sich gebracht hätte. Mir verbleibt, an dieser Stelle Sandro von Känel herzlich für seinen immensen Einsatz zu danken. Klettern ohne gute Topos wäre deutlich erschwert und würde nicht halb so viel Spass machen! Weitere Infos zum plaisir JURA hier!

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