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Sonntag, 23. August 2015

Graue Wand - Eisbrecher (6b+)

Wenn es ums Granitklettern geht, so ist die im Becken des Tiefengletschers am Furkapass situierte Graue Wand eine der ersten Adressen in der Schweiz. Neben der klassischen Niedermann, der Conquest mit ihrem berühmten Super-Fissure und der wenig bekannten, aber schönen El Niño wollte ich nun eine weitere Tour kennenlernen. Die Wahl fiel dabei auf den Eisbrecher, einer Route von Martin Scheel, Thomas Müller und Roli Heer aus dem Jahre 1982. Im Plaisir Ost erhält diese zwar schlechte Presse nach dem Motto "zu gefährlich für Plaisirkletterer, zu langweilig für Extremkletterer", doch selber nachschauen macht immer schlauer. Und tatsächlich entpuppte sich der Eisbrecher als Weltklasse-Granittour mit steiler Kletterei an griffigen Rissen und schön strukturierten Platten sowie stimmiger Absicherung.

Die Graue Wand in Bildmitte. Der Eisbrecher verläuft mitten in der Wand zur kleinen Scharte zwischen dem Doppelgipfel.
Unsere Tour begann um 9.15 Uhr beim Parkplatz Tätsch (P.2272), den man nach löhnen einer Maut von 7 CHF pro Tag (Taxautomat, Kleingeld bereithalten!) mit dem Auto anfahren darf. An einem weiteren, wunderschönen Sommertag zogen wir die sehenswerte Landschaft geniessend bis unter die Albert-Heim-Hütte hinauf. Beim kleinen See unter der Hütte (P.2480) muss man sich auf dem Pfad etablieren, welcher auf der für die Wasserleitung gebauten Mauer gegen das Gletschhorn zieht. Bis über die Steilstufe auf 2600m hinauf gibt es noch Wegspuren, danach betritt man Firn oder ewiges Eis. Alternativ kann man sich auch ans Geröll rechterhand halten. Um zum Eisbrecher zu gelangen, muss dann die steile Schneezunge gegen das Zentrum der Wand hinaufgestiegen werden. Hier ist es steil (40-45 Grad), bei ungünstigen Verhältnissen braucht man nicht nur einen Pickel, sondern auch Steigeisen. Während wir im Schnee auf eine gute, weiche Auflage trafen, war das Gelände ab Mitte des Couloirs ausgeapert. Dort wartet unerquickliches Geröll, welches sehr rasch in Bewegung kommt. Sind hier mehrere Partien zu Gange, so ist grösste Vorsicht angebracht! Um 11.15 Uhr hatten wir den höchsten Punkt vom Couloir beim Pfeilerkopf und damit den Einstieg erreicht. Nach einer viertelstündigen Pause konnte es um 11.30 Uhr losgehen.

L1, 35m, 5c: Die eigentlich logische Einstiegsvariante wäre der gerade Riss, der zur Route Accept gehört und direkt zum ersten Stand hinauf- und in der zweiten Seillänge weiterführt. Der Einheit wegen hielt ich mich jedoch an den etwas einfacheren, originalen Eisbrecher-Einstieg, welcher in einem System von mehreren Rissen etwa 10m rechts verläuft. Die Kletterei an sich ist relativ gutmütig, Sicherungsmöglichkeiten gibt es hingegen nicht à discretion. Doch immer bevor es heikel wird, findet sich wieder ein gutes Placement. Mit vier Klemmgeräten und einem zur Accept gehörenden Bolt lässt sich dann doch guten Mutes steigen.

Schöne und fast komplett selbst abzusichernde Kletterei bereits hier in L1 (5c). Nur in der abgebildeten Linksquerung kann ein nachträglich gesetzter Bolt der kreuzenden Remy-Route Accept geklippt werden. 
L2, 35m, 6a+: Hoppala, hier geht's gleich ziemlich knackig los. Der erste BH steckt erst in 15m Höhe und der steile Fingerriss nach dem Stand will ehrlich geklettert und selber abgesichert werden. Weil am Vorabend noch ein Schauer durchgezogen ist, ist der Riss etwas feucht und glitschig. Ich verstaue zwei, drei Gerätschaften und ziehe dann in schwerer Wandkletterei durch, den rutschigen Klemmern mag ich mich nicht anvertrauen. Der obere Teil zum Stand hinauf ist dann nicht mehr ganz so schwer und mit zwei BH abgesichert, wobei der erste eher etwas hoch steckt und leicht unangenehm zum Klippen ist.

Der coole, steile Handriss von L2 (6a+) hier nicht sichtbar, im oberen Teil geht's etwas weniger steil der seichteren Rissspur entlang.
L3, 40m, 6b+: Anspruchsvolle Plattenkletterei an schön strukturiertem Fels, kein reiner Schleicher. Die Absicherung mit Bohrhaken ist hier löblich gut ausgefallen, dennoch sind die Moves zwingend zu klettern. Sicherlich kann man es sich hier auch schwerer machen wie es tatsächlich ist, den einfachsten Weg zu finden erfordert jedoch durchaus ein geübtes Auge. Nach der Hauptschwierigkeit folgt dann eine einfachere Traverse, hier war das erste Mal der sandige Strahler-Aushub (siehe unten) störend. Am Ende noch wenige Meter zum Stand hinauf.

Die erste Cruxlänge (L3, 6b+) mit ihrer einfacheren Querung am Ende. Hier auch gut sichtbar der Dreck vom Aushub der Strahler. Wer hier meint "ist ja nicht so viel, stört ja nicht" bedenke, dass der klebrige Sand genau auf allen guten Tritten und Griffen liegt, bzw. die schön griffigen Schüppchen aufgefüllt hat.
L4, 35m, 5c+: Eine problemlose Sequenz, nach meinen Dafürhalten sogar (bis auf den Ausstieg über die Niedermann) die einfachste Seillänge der ganzen Tour. Der Anfang bietet plattige Kletterei und ist mit zwei BH gut abgesichert. Danach steckt und liegt nicht mehr viel, allerdings warten auch keine schweren Moves mehr.

L5, 35m, 6a: Hier ist gleich nach dem Start ein erster Mantle zu bewältigen, und zwar noch vor eine Zwischensicherung eingehängt werden kann. Das Wändchen sieht aber schwerer aus, wie es ist. Danach klettert man eine leichte Rechtsschleife zu einem alten, nicht sanierten Ringhaken, um dann in einfacherem Cruising-Gelände zum Stand zu klettern. Wer will, kann die folgende L6 gleich noch anhängen.

L6, 15m, 6a+: Linksquerung vom Stand weg und den ersten, durch die Remy-Brüder für eine ihrer Routen hinzugefügten, tief steckenden Haken auslassen, sonst gibt's Seilzug. Der wäre in der folgenden Reibungspassage nämlich durchaus hinderlich, da man schon fein hinstehen muss. Überaus fordernd ist's aber nicht, v.a. wenn man bedenkt, dass diese Stelle im Scheel-Originaltopo mit 7+ bewertet war - bestimmt jedoch noch ohne Stealth-Gummi.

Das ist die feingriffige Reibungsstelle am Ende von L6 (6a+), wir hängten diese gleich noch an L5 an - geht prima.
L7, 35m, 6b: Nun ist man in der steilen Headwall angelangt und es wartet eine Seillänge der allerersten Güte. Vorsicht, hier nicht einen Verhauer in die A1-Bohrhakenpiste der kreuzenden Remy-Route Artilium produzieren! Um einen ersten Aufschwung geht's links herum in einen steilen, kräftigen Piazriss, der von einer henkligen Traverse nach rechts abgeschlossen wird, super! Dann einige Meter rechts bei der einfachsten Möglichkeit hochsteigen, dabei den Artilium-BH wegen Seilzug auslassen.

Tolle, steile und kühne Risskletterei in L7 (6b), ein Highlight!
L8, 35m, 6b+: Gleich nach dem Stand wartet die Vorstiegscrux der Route. Nachdem der erste BH geklippt ist, gilt es sich an feinen Seitschuppen höher zu arbeiten, die Füsse treten auf Reibung an. Über ein paar Meter bleibt es anhaltend schwer und man sieht sich einem möglicherweise harten Sturz mit Faktor >1 ausgesetzt, wirklich gefährlich ist's aber nicht. Nachdem man erst eine Schlinge ums Köpfl gelegt hat, folgen dann bei etwas einfacherer Kletterei auch zwei BH. Zuletzt dann eine anspruchsvolle Passage in die Verschneidung hinein und horizontal nach rechts raus - schade wurde der BH bei der Sanierung nicht an die rechte Wand verlegt.

Nach einem anspruchsvollen, kühnen Start wartet am Ende von L8 (6b+) noch eine bouldrige Verschneidungsstelle.
L9, 30m, 6a: Auf den ersten Metern werden gleich steile, aber super griffige Risse geboten, die willig Cams aufnehmen. Nachdem man nach etwa 8m einen BH zur Orientierung geklippt hat, geht es geradeaus in anhaltender, komplett selbst abzusichernder Risskletterei weiter, absolutement génial! Achtung, Verhauergefahr nach links in die Artilium, wo zwar zwei BH stecken, die Absicherung aber anscheinend schlecht ist. Erst nachdem man alles geradeaus dem Riss entlang auf ein Band mit einer ausgebeuteten Kristallkluft gelangt (Köpfl für Nachsteiger nicht vergessen) quert man an der Höhle vorbei nach links und zuletzt ein paar Meter aufwärts zum Stand.

L10, 40m, 6a: Eine weitere Hammer-Seillänge an steilen, selber abzusichernden Rissen komplett ohne fixes Material, den in der Mitte gut sichtbaren Remy-Bohrhaken lässt man gescheiter links liegen. Vor allem der Mittelteil ist hier allererste Sahne, beim kräftigen Rissüberhang kann man die Schlüsselstelle perfekt mit einem 0.4er Cam absichern und durchziehen, bald danach kommen im Riss wieder Schubladen-Griffe der allerersten Güteklasse. Von solchen Seillängen träumt man danach noch lange!

Hammergeniale, steile und komplett cleane Risskletterei in L10 (6a).
L11, 40m, 5c+: In gemässigter Kletterei hinauf, bis wieder einmal ein BH geklippt werden kann. Die folgende Stelle wird etwas rechtsrum geklettert, und nach einem weiteren BH beginnt bald das grosse Rätselraten. Es gibt 3 mögliche Varianten, nämlich a) den Graspolster-Riss links, b) die steile Rissverschneidung gerade hinauf oder c) eine Querung rechts ums Türmli und die Rampe hinauf. Obwohl ich 3 Topos dabei habe bleibt völlig unklar, welches der korrekte Weg ist. Wahrscheinlich gehen jedoch alle, ich habe mich schliesslich für a) entschieden, da ich den Stand links vermutete. Er ist aber gerade oben, und aus allen Varianten gut erreichbar.

Point of Decision in L11 (5c+). Links der Klettererin Variante b) in der Rissverschneidung, rechts a), der Graspolster-Riss.
L12, 40m, 5a: Mit einer einfachen Traverse von wenigen Metern erreicht man die Niedermann-Führe, welcher man über zwei weitere BH nach rechts hinauf folgt. Dann ist der Grat erreicht, welchem man hintenrum (d.h. nordseitig) leicht zum Gipfel (P.3172) der Grauen Wand folgt.

Am Top der Grauen Wand, hinten erst das Gletschhorn (3305m), dann der Galenstock (3583m).
Die durchgehend steile, anspruchsvolle und über weite Strecken selber abzusichernde Kletterei hatte durchaus Zeit in Anspruch genommen. Die Uhr war bereits auf 17.45 Uhr vorgerückt, somit hatte uns die Route 6:15 Stunden beschäftigt. Weil zudem in Richtung Grimsel auch noch ein hochaufgeschossener Giftpilz am Himmel thronte, machten wir uns sogleich an die Abseilfahrt. Bereits nach zwei Teilstücken liess sich dann das Rätsel der über die ganzen Wand gespannten Fixseile lösen. Während ich erst einen Zusammenhang mit der Sanierung der Remy-Route Kalypso vermutete, zeigte sich, dass die aufwendige Einrichtung von Strahlern vorgenommen wurde. Ganz offensichtlich waren diese im oberen Wandteil mit dem Ausbeuten einer Kluft beschäftigt. 

Grundsätzlich gönne ich ja jedem Tierchen sein Plaisirchen und bin gegen grundsätzliche Einschränkungen und für Freiheit in den Bergen. Hier allerdings stelle ich mir schon die Frage, ob es statthaft und sinnvoll ist, eine Fixseilpiste in einem vielbesuchten Klettersektor einzurichten. Die Seile interferieren mit den Routen Accept, Eisbrecher, Kalypso, Niedermann sowie auch der Abseilpiste. Damit nicht genug, um die Fixseile zu befestigen wurden sogar ein paar zusätzliche Bohrhaken hinzugefügt. Noch viel störender ist jedoch aktuell der Punkt, dass der Aushub in der Menge von 2-3 Kleintransportern, einfach über die Wand hinuntergekippt wurde. Beim Eisbrecher waren wir zum Glück nur auf 1.5 Seillängen betroffen, doch die Route Kalypso dürfte aktuell wenig geniessbar sein. Der sandig-feuchte Dreck bleibt dabei auf jedem etwas mehr der Horizontale zugeneigten Griff oder Tritt kleben und füllt alle Schuppen auf - bestimmt wird er auch nicht mit dem ersten Regen einfach weggewaschen.

Beschädigter Stand der Abseilpiste. Wenig erstaunlich, wenn oberhalb ganz Klüfte ausgehoben werden.
Nun denn, wir seilten weiter ab. Bereits beim Zustieg hatte ich festgestellt, dass in der Einstiegslänge der Kalypso neue Bohrhaken stecken. Da sich diese Route durchaus auf meiner Projektliste befindet, inspizierte ich beim Abseilen die Änderungen genau. Was ich sah, rief bei mir aber schon einige Fragezeichen hervor! Bei der angeblichen "Sanierung" durch die Erstbegeher wurde nicht etwa das alte Material ersetzt. Nein, an allen schweren Stellen, wo schon früher BH steckten, klettert man weiterhin am 30-jährigen Material, selbst an den Ständen hat's wohl keine neuen Haken. Was wurde dann überhaupt getan? An einfacheren oder früher selbst abzusichernden Stellen wurden zusätzliche Bolts gesetzt. Wie nötig oder sinnvoll diese sind, kann ich ohne die Route zu klettern natürlich nicht beurteilen. Gemäss dem Bericht von meinem Kletterkollegen Hans, der die auf gleiche Weise "aufgebesserte" Conquest geklettert hat, sind Nutzen und Sinn von diesen Zusatzhaken jedoch eher anzuzweifeln.

Der ganzen Sache den Deckel auf setzt jedoch die Tatsache, dass die Brüder hier im Urgestein tatsächlich weiterhin entweder komplett verzinkte Ware oder dann die wegen galvanischer Korrosion noch kurzlebigere Variante mit verzinkten Ankern und rostfreien Plättli einsetzen. Dieser Sachverhalt sollte inzwischen wirklich jedem bekannt sein, der eine Bohrmaschine besitzt. Bei selbsternannten Erschliesser-Profis sollte man das erst recht erwarten können. Aber naja, mit einem solchen Pfusch demaskiert man sich ja in erster Linie selber. Um diese etwas ernüchternden Erkenntnisse reicher standen wir um 19.00 Uhr wieder am Wandfuss. Die Bergschuhe wurden wieder geschnürt und der vorsichtige Abstieg durch steinschlägige Couloir und das mit schmierig-aufgeweichtem Schnee bestückte Firnfeld konnte beginnen - Steine kommen hier wie erwähnt rasch ins Rollen und ein Rutscher im Schnee könnte schmerzhaft enden. Nach diesem Teilstück konnte die Anspannung jedoch abfallen, und die Wanderung retour zum Tätsch bei schöner Abendstimmung war nur noch purer Genuss.

Tolle Abendstimmung auf dem Rückweg mit Blick aufs Skitourengebiet von Lucendro, Stotzigen Firsten, Rotondo und Stotzig Muttenhorn.
Facts

Graue Wand - Eisbrecher 6b+ (6b obl.) - 12 SL, 420m - Scheel/Heer/Müller 1982 - *****;x(xx)
Material: 2x50m-Seile, 12 Express, Camalots 0.3-2 plus 1 kleinerer, evtl. Keile

Für mich ist der Eisbrecher eine Weltklasse-Granittour mit viel Abwechslung in bestem Gestein, das fast komplett frei von Gras und Flechten ist. Mir hat die Route sogar noch besser gefallen wie andere hochgelobte Granittouren der Zentralschweiz (z.B. Motörhead, Via Hammerbruch, Conquest). Nach meines bisherigen Erfahrungen bezeichne ich sie gerne als beste ihres Genres in der Region, meines Erachtens kann sie sogar mit den Touren im Mont-Blanc-Gebiet mithalten. Obwohl die Maximalbewertung von 6b+ passt und somit ganz schwere Kletterstellen fehlen, so stellt die Route doch einen recht hohen Anspruch. Einen Hinweis darauf erhält man vielleicht, wenn man die Originaltopos von Martin Scheel zu Supertramp und Eisbrecher vergleicht - da gibt es von den nominell angegebenen Schwierigkeiten her keinen grossen Unterschied. Die Absicherung der Route kann man als gut bezeichnen, wobei teils aber wie im Text erwähnt ganze Seillängen mit Klemmgeräten auszustatten sind. Überall wo nötig stecken jedoch solide Inox-Bohrhaken, überhaupt erachte ich die von Dani Luthiger, Franz Zürcher und Stefan Helfenstein ausgeführte Sanierung als sehr professionell. Im Vergleich zum Originalzustand wurden (in Absprache mit den Erstbegehern) nur 2 zusätzliche fixe Sicherungen gesetzt, welche vormals echt gefährliche Stellen entschärft haben. Zu erwähnen ist auch noch, dass man mit Cams und dem Auge diese zu legen auf eine solide xxx-Absicherung kommt. Ganz nach Belieben und à discretion kann man jedoch meistens nicht selber absichern. Die Schuppen und Risse sind an manchen Stellen "flared" und nehmen daher nicht überall zuverlässige mobile Sicherungen auf. Somit ist der Eisbrecher definitiv keine Plaisirroute, für alle die sich mehr zutrauen, ist's aber definitiv eine sehr lohnende und auch sichere Tour!

Topo

Neben dem nicht mehr ganz aktuellen Originaltopo von Martin Scheel gab es im Plaisir Ost von 2007 ein Topo. Allerdings sind dort die Sicherungssymbole teilweise fehlerhaft und teilweise gar nicht vorhanden, ebenso ist die Linienführung stark generalisiert. Im neusten Plaisir Ost wird der Eisbrecher nicht mehr beschrieben, im Extrem Ost hingegen schon - allerdings komplett ohne Sicherungssymbole mit einem Topo, welches die Linienführung nur sehr rudimentär zeigt und auch die teils kreuzenden Remy-Routen nicht enthält. Langer Rede kurzer Sinn: diese geniale Route hat ein adäquates, detailliertes Up-to-Date-Topo verdient, hier steht es zum Download zur Verfügung. Eine ebenfalls sehr gute Alternative stellt das Topo im Kletterführer Alpen, Band I von Topoguide dar. Es ist auch als Einzelstück käuflich erwerbbar.


Kommentare:

  1. Hallo Marcel,
    was hat Dich daran gehindert auf unser Topo zu verweisen?
    Im Gegensatz zu allen anderen ist dies das einzig stimmige und up to date.
    Und die Schwierigkeitsangaben und Anforderungen sind ja immer etwas subjektiv.
    Die würden wir wahrscheinlich heute auch etwas anheben.
    Viele Grüße aus der Fränkischen Schweiz
    topoguide.de
    Volker

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    1. Hallo Volker,

      Grosses Sorry, das war keine bewusste Unterlassung, hatte nur nicht präsent, dass die Route in eurem Band I enthalten ist. Habe mir das Topo eben angesehen, es passt wie immer sehr gut und stellt damit eine ideale Alternative dar. Darum habe ich im Haupttext noch einen Hinweis angebracht. Die Schwierigkeitsangaben habe ich aus dem Extrem Ost übernommen, fand ich durchgehend stimmig so. Eure Bewertungen sind ja +/- ähnlich, nur da und dort einen Tick tiefer - wo die Wahrheit liegt ist immer eine gute Frage und liegt im Auge des Betrachters.

      Beste Grüsse, Marcel

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  2. Hallo Marcel
    Als einer der Strahler, der die von Dir erwähnte, ausgeräumte Kluft bearbeitet hat, möchte ich noch ein paar klärende Informationen anbringen:
    Entdeckt hatten wir diese Stelle 1987 bei der Winterbegehung von "Eisbrecher". Wir füllten damals unsere Magnesiabeutel und Hosentaschen mit Quarzspitzen und vergassen diese Stelle schon bald wieder. Vor vier Jahren besuchten wir dieses Loch erneut und stellten fest, dass noch mehr Material vorhanden war. Bei unseren Besuchen kletterten wir stets via "Niedermann" zur Stelle und räumten äusserst vorsichtig den Schutt raus. Die losen Steine warfen wir in die westlich angrenzende Schlucht rüber, so dass keine Route tangiert wurde. Beim Abseilen reinigten wir stets die darunter liegenden Seillängen so gut wie möglich.
    In diesem Frühjahr war nun ein weiteres Strahlerteam, welches von unserem Fund gehört hatten, in der Wand tätig. Leider wurde dabei wenig Rücksicht genommen und viel Dreck über die Wand geschaufelt. Die Fixseile stammen ebenfalls von diesem Team. Ich habe den betreffenden Leuten bereits im Juni gesagt, dass sie auf die beginnende Strahlersaison hin die Seile demontieren und die Routen reinigen sollen - leider ohne Erfolg.
    Es ist mir ein Anliegen, dass wir mit dieser unschönen Geschichte nicht in Zusammenhang gebracht werden. Da ich auf meiner Website ab und zu von einer Strahlertour in der Grauen Wand berichtet habe, lag dieser Schluss wohl vielen nahe. Als aktive Kletterer und Erstbegeher haben wir aber stets versucht, die Wand und deren Routen so zu verlassen, wie wir sie gerne bei einer Klettertour antreffen würden. Das Verhalten der anderen Strahlerteams kann ich leider nicht beeinflussen, aber ich werde erneut versuchen, dass in dieser Hinsicht nun etwas Bewegung in die Sache kommt.
    Der letzte Abseilstand wurde aber - dies sei fairerweise erwähnt - durch natürlichen Steinschlag aus dem oberen Wandteil beschädigt, wie wir bei einer ersten Tour im Frühling erkennen mussten. Die Steinschlagspuren waren auch an den damals schon vorhandenen Fixseilen deutlich erkennbar.
    Deine Mengenangaben bezüglich dem ausgeräumten Humus scheinen mir auch extrem übertrieben. Bedenkt man, dass ein Kubik Erde etwa 15 Schubkarren entsprechen scheint es mir fragwürdig von Aushub in der Menge von 2-3 Kleintransportern zu reden. Aber eine Sauerei war es auf jeden Fall und dies hat auch uns gewaltig gestört.
    Ich hoffe nun, dass diese unrühmliche Geschichte bald vergessen ist, die Fixseile ausgeräumt werden und und der Regen / Schnee wieder für saubere Verhältnisse sorgt.
    Liebe Grüsse
    Bruno Müller, Attinghausen

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    1. Hallo Bruno,

      Vielen Dank für die klärenden Worte!

      Was die Menge an Aushub betrifft, haben wir uns wohl falsch verstanden, bzw. ich mich inkorrekt ausgedrückt. An Stelle von "Kleintransporter" wäre "Raupentransporter" der richtige Ausdruck gewesen. Dort kann die Schaufel je nach Grösse ca. 0.5-1 Kubikmeter Material aufnehmen. Das ergäbe dann total so 1-3 Kubikmeter Aushub, so viel schien es mir beim Blick in die (grosse!) Kluft durchaus zu sein.

      Beste Grüsse, Marcel

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