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Samstag, 2. November 2013

Doch noch!

Eigentlich gilt ja Herbstzeit = Erntezeit, doch heute kam ich dennoch ziemlich unverhofft zum Erfolg. Nur mit etwas Glück besuchten wir überhaupt den Fels, an welchem sich mein 'Langzeit'-Projekt befindet. Schliesslich war ich schon etliche Male gescheitert und allzu oft gibt man sich dem eigenen Versagen ja auch nicht so gerne hin. Nach einigen Diskussionen und verworfenen Alternativen wurde es dann doch der Posten Sarnen, zum Glück!

Vor Ort habe ich dann wie bisher immer über die 'Rägäziit' (7a) rasch das Material eingehängt. Ok, heute ging es wirklich mühelos. Dann beim Ablassen den Cruxmove der 'Cause a Man' (8a) ein zwei, drei Mal repetiert. Ok, fühlte sich sehr gut an. Kathrin mal rangelassen, dann voller Angriff. Und irgendwie hatte ich heute einfach ein paar Prozent mehr in Bizeps und Unterarmen als sonst. Wieso und warum dem so war, da habe ich natürlich keine Ahnung. Auf jeden Fall ging das, was sonst höchstens ganz knapp ging, heute recht gut. Und das, was sonst nicht mehr ging, ging dann auch noch.


Nach einem ersten noch chancenlosen Toprope-Schnuppern im Vor- oder Vorvorjahr hatte ich die 'Cause a Man' diesen Frühling einmal seriös ausgebouldert. Da war eigentlich klar, dass es gehen muss. Der Rotpunkt-Durchstieg hatte dann bis heute allerdings doch noch etliche Tücken parat. Der Schlüsselzug, ein Schnapper von einer richtig schlechten, abschüssigen Leiste, stoppte mich bei den Versuchen eine Weile lang zuverlässig. Und als dann dort meine Erfolgsquote anstieg, so war es der letzte schwere Move, der mich insgesamt etwa 6-8 Mal noch ausbremste. Von einer zwar vernünftigen Leiste muss dort eben fast ohne Tritte nochmals massiv durchblockiert werden - da nützt weder Kämpfen und Mut zum Risiko, wer dort nicht noch ein paar Reserven im Tank hat, dem bleibt der Durchstieg verwehrt.


Heute eben, nachdem ich nun doch auch schon wieder ein paar Wochen nicht mehr in der Tour war, fühlte sich alles ein bisschen flüssiger und gäbiger an wie sonst. Es war einfach der Tag, auf den ich schon das ganze Jahr gehofft hatte. Und so konnte ich mein Projekt, nach 6 Besuchen seit dem April und insgesamt rund 20 Versuchen, glücklich abschliessen. Wobei, natürlich ist das nicht das Ende der Geschichte: es war ja noch Kletterzeit übrig, und so bin ich postwendend in die nächstschwierigere Route eingestiegen. Und ja, auch diese ist für mich möglich - die Frage ist nur wann und nach wie vielen Versuchen. Die Kinder werden also das 'Riitiseili' in einem ihrer Lieblingsgebiete sicher noch ein paar Mal besuchen können...

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