Ich haderte mit meiner Teilnahme am Zigerschwitz 2025, denn schliesslich war es schon Ende März: die Saison für Outdoor-Projekte an den Blöcken und beim Sportklettern war schon wieder voll im Gange, zudem hatte ich auch bereits schon wieder MSL angepackt. Die staubigen Boulderhallen lagen hinter mir zurück, sozusagen. Ich überlegte mir kurz eine Volksinitiative, die Ausführung von solchen Wettkämpfen auf die Monate November bis Februar einzuschränken. Dann besann ich mich wieder meiner Situation: die war nicht ganz optimal. Erst hatte ich wegen einer Erkältung kürzer treten müssen. Als diese kein wesentlicher Faktor mehr war, so lockte unmittelbar vor dem Zigerschwitz draussen bestes Wetter. Solches konnte ich mir nicht entgehen lassen und warf je eine Session im Bouldern und am Seil ein - was vor allem die Haut auf den Fingerbeeren schon einmal Richtung null brachte.
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Nr. 43, einer der easy von der Hand ging. Foto by Martin Knobel. |
Hinzu kam am Tag der Austragung ebenfalls outdoortaugliches Wetter, die Verabredung zum RP-Versuch in der Milzbrand am Gonzen für den Folgetag (Blog folgt) und ein Blick auf das starke Teilnehmerfeld verhiess auch nicht unbedingt die Versprechung, die tollen Erlebnisse mit den Finalteilnahmen von den beiden Vorjahren (2023, 2024) wiederholen zu können. Viele gute Gründe (ok, der letztere ist natürlich definitiv keiner!) um die Flinte ins Korn zu werfen. Schliesslich besann ich mich eines anderen und fuhr trotzdem Richtung Näfels, und zwar ohne das Felsgear im Gepäck. Um 13.00 Uhr fiel der Startschuss für die gut 100 Teilnehmer:innen. Während 4:30h Qualifikationszeit galt es bei 46 Bouldern möglichst viele Zonen und Tops zu holen, die Anzahl Versuche dabei wurde für die Rangliste hingegen nicht berücksichtigt.
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Nr. 14, auch dieser war zügig im Flash erledigt. Foto by Martin Knobel. |
Ich kam gleich zügig voran, die Auswahl aus augenscheinlich machbaren Bouldern war gross und dieser visuelle Eindruck täuschte nicht. Top um Top im Flash fand Eingang auf das Laufblatt und ob dem guten Fortschritt konnte ich mir jedesmal eine längere Pause gönnen, wenn ein Problem doch einen gewissen physischen Effort erfordert hatte. Schliesslich stand ich bei 37 Tops, wovon ich 33 Boulder hatte flashen können. Bei den restlichen vier hatte ich 1x den machbaren Flash doof verschenkt, 2x erforderte eine etwas schwierigere Slab ein bisschen Tuning und einen Swing Jump löste ich schliesslich mit einem Beta Break. An den restlichen 9 Bouldern gelang mit trotz genügend Zeit- und Kraftreserven kein Top mehr, ja nicht einmal eine Zone. Dass ich mangels Haut zu diesem Zeitpunkt mit komplett getapten Griffeln agieren musste, spielte mir zwar nicht in die Karten. Aber de fakto waren diese Boulder auch einfach zu schwierig für mich. Wobei sie tatsächlich auf einem sehr hohen Level waren: auch von den Elite-Cracks konnte niemand mehr als 42 Stück lösen, vier blieben im Rahmen des Wettkampfs unbezwungen.
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Nicht wirklich cool, so klettern zu müssen. Aber manchmal halt unumgänglich... |
Das Ranglisten-Verdikt lautete schliesslich Platz 14 und damit deutlich ausserhalb des 5er-Finals. Wie oben schon erwähnt, war dies schon aufgrund vom starken Teilnehmerfeld schon im Voraus absehbar und sowieso: die Platzierung ist mir nicht sonderlich wichtig, bzw. vorne sein zu können ist nicht der Antrieb zum Mitmachen. Schwerer wog da schon die persönliche Emotion, eigentlich nur eine Session mit "ein paar einfachen Bouldern" gemacht zu haben, um dann noch gute 2 Stunden an ein paar "unmöglichen" Problemen seine mangelnden Fähigkeiten demonstriert zu erhalten. Ich gebe zu, dieser letzte Satz ist nun gar drastisch formuliert. Er soll auch keine Kritik am Event darstellen, sondern er widerspiegelt nur meine persönliche Emotion nach Abschluss der Quali - andere haben hoffentlich anders empfunden und ich nehme mir nicht den Anspruch raus, dass der Wettkampf nach meinem Gusto konzipiert sein müsste. Aufgegeben habe ich übrigens keine Sekunde vor Ablauf der Qualizeit, Spass hatte es mir dennoch sehr gemacht und auch den Wert vom Erlebnis, im Wettkampfsetting vor solchen schwierigen bzw. unmöglichen Bouldern "nicht einfach weglaufen zu können" ist nicht zu unterschätzen. Hin und wieder aufgezeigt zu erhalten, dass es noch diverse Hausaufgaben zu erledigen gibt, ist doch das Öl im Getriebe, das die Sache am Laufen hält 😎.
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Unfruitful Effort bei Nr. 40. Links steht auf gar nichts, rechts auf einem ultraglatten Mini-No-Tex und dann sollte so wohl ein Paddle Dyno eingeleitet werden 🤨. Hätte ich jetzt nicht schreiben müssen, das Foto sieht ja noch halbwegs gekonnt aus, auf einem Video sähe es wohl anders aus... Foto by Martin Knobel. |
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