- -
Posts mit dem Label Elm werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Elm werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 29. November 2025

Skitour Fanenstock (2237m) & Färispitz (2178m)

Viel Neuschnee, stahlblauer Himmel und angenehme Bedingungen. Da kam es gerade gelegen, dass sich auf der Agenda keine unverrückbaren Termine befanden. Der Powder wollte für eine Tour genutzt und mit Spuren verziert werden. Zu Saisonbeginn und mit erhöhter Lawinengefahrenstufe waren die Tourenziele etwas beschränkt. Nicht zum ersten Mal bei diesem Szenario setzte ich auf den beliebten Fanenstock, mit der Option meine Tour noch in weniger frequentierte Gebiete auszudehnen.

Wunderbares Ambiente beim Aufstieg, hier eben oberhalb der Hütten von Gamperduner Stafel bei P.1772. Der Blick auf den Elmer Talkessel, mit dem Vorab links, dem Hausstock im Talschluss, während am rechten Bildrand noch der Gross Chärpf grüsst.

Um 9.25 Uhr startete ich beim alten Bahnhof von Elm (970m). In der schattigen Talsohle war es frostig kalt (-9 Grad). Und ich war genügend spät dran, dass der Spurtrupp bereits aufgebrochen war - für einen Senioren und Sportkletterer ist das durchaus als Vorteil zu werten. Schon beim Ausgangspunkt lagen ca. 35cm an frischem Powder, weiter oben noch viel mehr - hier den Graben zu pflügen war zwar bestimmt und wie immer eine freudvolle, aber eben auch sehr anstrengende Aufgabe.

Faszinierender Blick auf den Piz Sardona. Kaum zu glauben, dass er von dieser Seite als Skitour begangen werden kann! Doch diese Tour durch das Sardona-Chämi aus dem Jahr 2018 habe ich in allerbester Erinnerung. An dieser Stelle Grüsse an meinen damaligen Tourenpartner Snizi!

Ich gewann zügig an Höhe und ob dem guten Trassee konnte ich meine Blicke und Gedanken schweifen lassen. Beim Aufstieg zum Fanenstock fokussieren sich diese unvermeidlich auf Heinz. Mit ihm war ich damals als Jungspund mit wenig Tourenerfahrung hier unterwegs. Er war zu dieser Zeit schon in meinem heutigen Alter und ein richtiger Skitourenfreak. Häufig und sportlich unterwegs, bereits in den 1990er-Jahren mit einer Pin-Bindung und mit Ski Trab materialmässig leicht und innovativ am Start. Ich erinnere mich noch gut, wie wir bei dieser Gelegenheit den Aufstieg "locker" unter zwei Stunden schafften. Also "locker" in dem Sinne, dass die Uhr klar unter der gesetzten Marke stehen blieb... bei der Beschreibung meines Pulses und der Atemfrequenz kämen sicherlich andere Attribute zum Einsatz.

Schon am Gipfel - Fotos und Text passen nicht ganz zusammen. Doch im ersten Teil des Aufstiegs, welcher noch im Schatten verlief, gab es nicht allzu viele spannende Motive abzulichten. Dafür später dann umso mehr.

Mit Heinz unternahm ich noch manche Ski- und Klettertour. Aber leider nicht für allzu lange. Aus dem heiterhellen Himmel wurde er mit einer Krebserkrankung diagnostiziert und während eine erste Behandlung noch Erfolg zeigte, kam dieser einige Monate später zurück. Heinz musste wenig später von uns gehen - als kurze Zeit davor noch topfitter und kerngesunder Alpinsportler. Ehrlich gesagt fährt mir der Gedanke daran heute sogar mehr ein wie damals. Ich denke, es ist ganz natürlich, sich mit gut zwanzig noch mehr oder weniger unverwundbar zu fühlen. Doch in dem Alter, wo einiges am Körper so langsam zu klappern beginnt, sieht das anders aus. Mein Fazit beim keuchenden Aufstieg: wir müssen die schönen Tage wie den heutigen umso mehr geniessen - wer weiss schon, wie oft uns das noch vergönnt ist.

Bildmässig schon auf der ersten Abfahrt. Hinten gut sichtbar, dass es an diesem Tag die richtige Entscheidung war, sich auf mässig steiles Gelände zu beschränken - sonst nimmt der Spass dann möglicherweise ein unnötig frühes Ende.

Meine Gedanken spinnend hatte ich inzwischen die Schindelegg und damit die Sonne erreicht. Die Temperaturen stiegen schlagartig an, ein kurzer Stopp um einige Kleiderschichten im Rucksack zu verstauen war unabdingbar. Inzwischen hatte ich eine grössere Gruppe passiert und am Rastplatz noch einige weitere Tourengänger. Nur noch wenige waren weiter vorne unterwegs, so dass sich die Frage aufdrängte, ob ich wohl doch noch Spurarbeit leisten müsste. Die Antwort lautete aber nein, als ich kurz vor dem Fanenfurggeli erstmals den Gipfel erblickte, traf die Vorhut eben dort oben ein. Wohl ein paar Minuten nach 11.30 Uhr schlug ich am Top an. Die zwei Stunden blieben somit nominell ungeknackt, wobei ich damals mit Heinz beim Töniberg gestartet war, was den Aufstieg um 70hm und sicher 10 Minuten kürzer macht. Somit darf ich meine Zweifel also gerne mit "immer noch gleich schnell wie vor 30 Jahren" beruhigen, auf die Minute oder genauer muss das nicht erörtert werden.

Fantastische Einsamkeit bei meinem zweiten Aufstieg zum Färispitz. Oder wie ich auf Insta zu diesem Bild geschrieben hatte: "Somebody had to go first - I volunteered". Hinten im Bild übrigens der inzwischen (in voller Auflösung erkennbar) gut verspurte Fanenstock.

Die ersten vier Abfahrer zogen ihre Linien in den Gipfelhang - ich nahm mir die Zeit für eine Pause mit grandiosem Ausblick. Denn erstens ist der Hang mehr als breit genug, zweitens zog es meine Vorfahrer alle sehr rasch zurück zum Fanenfurggeli, auf den bequemsten Weg ins Tal. Bei mir waren hingegen Kraft, Zeit und Motivation vorhanden, noch auf eine Extratour zu gehen. Etwas nordöstlich fand ich meine eigene Linie, welche mich in tollem, absolut unberührtem Powder zu einem Punkt etwas westlich der Hütten von Chamm (ca. 1930m) führte. Da wurde wieder angefellt, nun hiess es selber eine Spur zu treten - bei schuhtiefem Einsinken zwar eine anstrengende Sache, aber in dieser einsamen, unberührten Landschaft mit dem in der Sonne glitzernden Pulver eine grandiose Sache.

Gipfelpanorama vom Färispitz - einfach grandios!

Mit durchaus etwas müden Beinen erreichte ich den Färispitz (2178m), pausierte nochmals und freute mich auf eine komplett unberührte Abfahrt. Erst über den Rücken, dann über offene Hänge und weiter unten dann mit einem Tree Run ging's hinunter zur Alpstrasse beim Eggboden auf 1600m. Über einige Kehren und nochmals etwas offenes Gelände erreichte ich schliesslich die Brücke über den Flinserbach bei P.1401. Ab hier über die flache, ungespurte Alpstrasse zurück auf die Fanenstock-Route zu kommen, hatte viel Schiebearbeit bedeutet. Da war es deutlich bequemer, nochmals rasch die Felle zu montieren und 60hm hinauf zur oberen Strasse zu steigen. Dort konnte ich von der inzwischen gut ausgefahrenen Spur der Fanenstock-Gänger profitieren. So lief es zügig, einige weitere Pulverschwünge brachten mich dem Talboden entgegen, und eine Schussfahrt über die vereiste Strasse zurück zum Ausgangspunkt. Wow, wow, wow, das war nun Winter Wonderland at its best gewesen!

Letztes Anfellen bei der Brücke P.1401

Einen kleinen Epilog zu meiner persönlichen Erinnerung gibt es auch hier: der nächste Tag präsentierte sich nochmals mit sehr guten Tourenbedingungen. Nur liess meine Agenda nicht ganz so viel Freiheit zu. Immerhin, für ein Tüürli im Züri Oberland reichte es - und was für eines: ich traf den genau richtigen Zeitpunkt für die Abfahrt, 500hm über unverspurte Hänge bei tollen Conditions. Ein richtig tolles Dessert!

Facts

Fanenstock ab Elm Station, 1270hm, Ski-Schwierigkeit WS-
Weiterweg zum Färispitz, total +300hm, Schwierigkeit WS-
Abfahrt über Färiboden, ZS-, Wildruhezone beachten!

Freitag, 27. April 2018

Piz Sardona (3056m) - Westcouloir

Meine erste Skitour im Winter 17/18 führte mich auf den Fanenstock. Da gab es wieder einmal ausreichend Gelegenheit, die schönen Hänge im Segnes/Sardona-Kessel vis-à-vis zu bestaunen. Darüber hinaus publizierte ich dieses attraktive Bild. Das war der Auslöser, warum mir Michael schrieb. Er meinte, die Skitour von Elm über diese Hänge und schliesslich durch das Westcouloir auf den Piz Sardona müsste man doch einmal angehen. Ja, warum eigentlich nicht?!? Weil es sich dabei durch und durch um eine Frühlingstour handelt, war allerdings noch etwas Geduld gefragt. Nun, Mitte April 2018 klappte es jedoch famos mit einer Begehung. Die Route via Geissegg und Westcouloir zum Piz Sardona wird als Sommertour hin und wieder begangen, man findet im Netz diverse Berichte dazu. Bevorzugt ist dazu der Frühsommer zu wählen, solange im oberen Teil und im Couloir noch kompakter Altschnee liegt. Eine Begehung nach der Ausaperung ist zwar möglich, jedoch aufgrund vom schiefrig-schuttig-brüchigen Gelände wenig erquicklich. Von einer Begehung im Winter mit Ski konnte ich nichts in Erfahrung bringen, die ersten werden wir hier jedoch kaum gewesen sein, dazu ist die Route viel zu logisch und attraktiv. 

Blick vom Harscheisen-Montagepunkt auf das noch ziemlich weit entfernte Sardona-Westcouloir.
Dank der Westexposition und der relativ kurzen Anfahrt konnten wir für eine Frühlingstour an einem >20-Grad-Tag leidlich lange im Bett lieben bleiben und starteten schliesslich erst um 7.20 Uhr vom üblichen Parkplatz der Fanenstock-Tour in Elm bei P.1037. Im Tal lag bereits kein Schnee mehr, was wir genau so erwartet hatten und keinen Nachteil darstellt. Die untersten 400hm führen durch den steilen, waldigen Bergsockel. Hier mit Ski zu Steigen ist wohl nur selten möglich, zudem vermutlich auch eher beschwerlich. Für uns konnte es hingegen bequem mit Turnschuhen auf dem markierten Wanderweg dahingehen. Grundsätzlich gibt's 2 Möglichkeiten, um zum P.1564 bei Chalberweid zu gelangen. Der direkte Weg (siehe LK) ist kürzer, führt jedoch durch steileres Gelände, ist angeblich stark verfallen und stellenweise schwierig zu finden. Wir wählten den unteren, der eben markiert und gut ausgeprägt ist. Bis auf die problemlose Querung einzelner Lawinenreste in ein paar wenigen Couloirs war er easy zu gehen. Auf 1470m konnten wir schliesslich die Ski anziehen. Ab dort lag eine geschlossene und noch mächtige Schneedecke, darunter war es praktisch komplett aper - so sehen perfekte Verhältnisse für diese Tour aus!

Blick von der Ebene auf 1700m auf das Restprogramm: erst die wenigen Meter über die Ebene im Vordergrund, dann die kurze Abfahrt zur Alp Stäfeli (nicht sichtbar). Es folgt im mittleren Bildabschnitt das Horen-Couloir. Die Alp selber, die folgende kurze Abfahrt und der untere Teil vom Geissegg-Rücken sind nicht einsehbar. Man sieht erst wieder den oberen Teil der Geissegg, der schliesslich zum Couloir führt. Der Gipfel ist aus dieser Perspektive auch nicht sichtbar.
Über enges Steilgelände, welches etliche Spitzkehren erfordert, gelangt man schliesslich auf die Ebene auf knapp 1700m über der Alp Stäfeli. Hier gilt es zu entscheiden, wie man zur eine Terrasse höher gelegenen Alp Horen (P.1947) gelangt. Der in einer grossen Schleife verlaufende Sommerweg ist eine Option, auch er erfordert jedoch die Begehung von Hängen mit über 40 Grad Steilheit. Wir wählten die Direktvariante, wo man erst ~40hm hinunter zu den Alphütten von Stäfeli vernichtet und jenseitig durch das steile Horen-Couloir (bis 40 Grad) ansteigt. Die Verhältnisse dort waren sehr gut, wir konnten alles mit den Ski gehen und schliesslich mit den ersten Sonnenstrahlen bei den Hütten von Horen P.1947 eine Pause einlegen. Hier steht man im Angesicht vom Restprogramm, welches erneut mit dem Vernichten von ~30hm beginnt. Man gewinnt den Rücken der Geissegg, welchem man erst über moderat steile (25-35 Grad) Hänge folgt. Weiter oben steilt sich das Terrain schliesslich auf, irgendwo zwischen 2400m und 2700m hat man nach rechts in die Falllinie des markanten Westcouloirs zu queren und über 40 Grad steile Hänge dessen Mündung zu gewinnen.

Steiler Aufstieg über 40 Grad steile Hänge zum Couloir hin - besser bei lawinensicheren Verhältnissen.
Das Couloir soll im Sommer eng und schuttig sein, sowie 2 senkrechte Kletterstellen aufweisen. Von all dem war zum Zeitpunkt unserer Begehung nichts zu erahnen. Hier mussten viele Meter Schnee liegen, denn die Rinne war breit und sehr gleichmässig zwischen 45 und 50 Grad steil. Die ersten Meter konnte man sogar noch mit den Fellen aufsteigen, dann folgte ein Bootpack. Der Schnee war so gut trittig, dass wir auf die Montage der mitgeführten Steigeisen verzichten können und auch die Eisgeräte im Rucksack waren bloss unnötiger Ballast. Nach 150hm Stapfen gelangt man schliesslich auf's Gipfelplateau. Von hier warten noch 130hm zum Gipfelkreuz, welches wir nach insgesamt 4:30h Aufstieg erreichten. Das Panorama war fantastisch, doch ein schneidiger Wind liess uns von einem längeren Aufenthalt absehen. Sowieso wollten wir auch nicht den Zeitpunkt verpassen, um bei Al Dente Sulz abfahren zu können.

Bootpack im Aufstieg durchs Couloir, hier noch einen Tick steiler, ca. 45-50 Grad.
Bisschen windig aber sonst super Ambiente am Gipfel (der sich nicht beim Kreuz befindet, sondern 20m daneben?!?).
Auf dem Gipfeldach konnte man an den abscheinigen Hängen sogar noch so etwas wie Pulver finden. Dann ging's hinein ins Couloir. Dieses war ohne grössere Schwierigkeiten mit den Ski zu befahren (naja, Runterpurzeln wäre trotzdem kein erbauliches Erlebnis!). Der grosse Fahrspass wurde im Couloir wie erwartet nicht geboten, dafür war der Schnee zu wechselhaft (Hartschnee, Presspulver, Knollen). Danach war's dann dafür umso besser: war der Schnee im Aufstieg noch pickelhart gefroren, war er nun perfekt aufgefirnt und bot grössten Fahrspass. Zurück zur Alp Horen hatten wir einige Höhenmeter hinaufzutretteln und stachen dann gleich die Rinne hinunter, durch welche wir aufgestiegen waren. Auch hier wartete guter Sulz und die Befahrung machte Spass. Ein weitere Wiederaufstieg ohne Felle führte uns schliesslich zum Plateau auf 1700m. 

Couloir Skiing bei super Ambiente, so macht's Spass!
Im Vorfeld hatte ich darüber sinniert, mit meiner neuen, leichten Flugausrüstung von Horen oder Stäfeli bequem ins Tal zu gleiten. Diese Tour böte sich echt für eine Ski & Fly - Kombination an. Doch leider war eine Föhntendenz prognostiziert worden, am Gipfel blies dieser auch mit rund 40-50km/h. Somit war der Verzicht aufs Fliegen (bzw. nur schon auf das Mitführen der Ausrüstung) die einzig richtige und logische Konsequenz, auch wenn man sich bei Horen oder Stäfeli dann vermutlich doch hätte raushauen können. Doch Try & Error sollte man bei dieser Aktivität lieber tunlichst vermeiden. Nun denn, auf uns warteten noch gute 200hm Abfahrt zum Turnschuhdepot in bereits tieferem Sulz. Mit gewechselten Schuhwerk trotteten wir über den Wanderweg in einer guten halbe Stunde retour zum Ausgangspunkt, keine grosse Sache also. Nun galt es nur noch, die dreckigen Schuhe am Bach zu reinigen, bevor Heimfahrt, Getränkenachschub und Nachmittagssiesta warteten. Das hatte toll geklappt mit dem Sardona-Westcouloir, viva! 

Home stretch, bei bereits sehr frühlingshaften Bedingungen und Temperaturen.
Facts

Piz Sardona (3056m) von Elm P.1037 via Stäfeli - Horen - Geissegg - Westcouloir
Rund 7km Distanz pro Weg und total (mit den Gegenaufstiegen) ca. 2200hm.
Unten mehrfach 40 Grad, Couloir auf 150hm 45 Grad, Ski-Schwierigkeit S.
Material: Skitourenausrüstung, Steigeisen, evtl. Leichtpickel

Unsere Route zum Piz Sardona. Quelle der Karte: map.geo.admin.ch

Mittwoch, 15. November 2017

Skitour Fanenstock (2236m)

Während ich mir vor einenhalb bis zwei Jahrzehnten kaum eine Schneeflocke entgehen liess, bin ich in den letzten Jahren jeweils spät und später in die Tourensaison eingestiegen. Nicht so in der Saison 2017/2018. Nachdem sich am ersten schönen Tag nach den ersten üppigen Schneefällen die Gelegenheit ergab, wollte ich diese auch packen...

Geglückter Startschuss in den Tourenwinter 2017/2018. Pics: Chris O.
Als Ziel wurde der Fanenstock in Elm auserkoren. Üblicherweise vermeide ich es ja soweit möglich, einen Gipfel oder eine Route mehrfach anzugehen, weil's schlicht und einfach viel zu viele neue und damit noch attraktivere Ziele gibt. Doch anfangs Saison, mit nur einem halben Tag, bei erheblich und ohne riesigen Aufwand zu treiben wird's natürlich langsam schwierig, noch Exklusivität zu erleben. Somit also zum dritten Mal in 25 Jahren die Normalroute rauf und runter auf den Fanenstock. Eigentlich ja auch nicht so schlimm und von 2x pro Woche sind wir ja noch weit entfernt ;-) 

Aufstieg über die flache Strasse durch den Gamperduner Wald. Hinten super der Piz Sardona.
Wir starteten um 13.45 Uhr in Elm. Es war zwar schön weiss, aber gerade üppig war die Schneelage auf den untersten Hängen nicht. Aufgrund vom Wechsel zwischen feuchtem Pflutter in den sonnigen Passagen und kaltem Powder im Schatten dauerte es wie befürchtet nicht lange, bis sich die ersten Stollen an den Fellen bildeten. Trotzdem gelang der Aufstieg zügig und problemlos, nur beim Mittler Stafel war eine kurze Pause nötig, um so gut wie's ging Fellpflege zu betreiben.

Fantastisches Ambiente beim Aufstieg - Sonne satt und unberührtes, weisses Gold :-)
Rundblick vom einsamen und windstillen Gipfel - immer wieder toll.
Bei sehr schönem Ambiente trudelten wir gerade noch unter der 2-Stunden-Marke, aber bereits wieder mit heftigen Stollen auf dem Gipfel ein, welcher sich einerseits verwaist und andererseits schön windstill präsentierte. Somit sprach nichts dagegen, die Stimmung etwas zu geniessen. Schliesslich stachen wir in den Gipfelhang, welcher sehr gute Verhältnisse präsentierte. Somit liessen wir es uns nicht nehmen, danach (etwas mühsam) auch noch zum Vorgipfel hinaufzutreten, um den folgenden Superhang optimal zu nutzen - welch ein Genuss!

Yours truly als kleiner Punkt in der weiten Winterlandschaft. Avis aux Amateurs: der Mixed-Kletterer, der zoomt erkennt am Piz Segnas ein paar ganz schöne Linien. Sowas ist ja immer verlockend, aber nein, ich werde nicht angreifen. Das ist mir dann doch etwas zu arg abgelegen und zudem in etwas heikler Umgebung. Die Kletterei sieht de visu aber hammermässig aus.
Unterhalb der Steilstufe auf 1900m musste man dann bereits die sonnenabgewandteren oder flacheren Passagen suchen, um noch auf schön fluffigen Schnee zu treffen - was aber bis zum Beginn der Waldstrasse auf 1500m gelang. Diese cruisten wir im Nu hinunter. Nun noch die letzten Hänge retour nach Elm - dank den glatten Wiesen ging's selbst auf den letzten Zentimetern Schnee ohne Probleme und Steinkontakt, auch wenn's nicht mehr der grosse Skigenuss war. Trotz der etwas grasigen Passage zum Schluss konnten wir einen höchst geglückten Auftakt in den Tourenwinter konstatieren. 

So haben wir's gern!