Die gegen 200m hohe Wand im Canyon de Foiòi wurde erst 2008 zum Klettern entdeckt und bietet mit der Filo a piombo ein Trad-Gustostücklein erster Güte. Weitgehend clean, mit nur wenigen, strategisch platzierten Bolts gewinnt man hier entlang von Rissen und Verschneidungen an Höhe. Das Gelände ist eindrücklich steil, die Wand im Schnitt überhängend und weitgehend vor Regenfällen geschützt. Die Kletterei folgt dem natürlich-logischen Weg und fragt viele verschiedene Styles ab: nebst vortrefflichen Jam-Rissen gibt es Layback-Verschneidungen, gewürzt ist das Ganze mit einigen kniffligen Wandstellen. Sicherlich ein Highlight im Schweizer Gneis!
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| Die Wand im Canyon di Foiòi mit dem Verlauf von Filo a piombo (7c oder 5.11 C1). |
Vorgeschichte
Der Wettkampfsport fordert wieder einmal seinen Tribut, ein Familientrip liegt an Ostern 2026 wegen dem Selektionswettkampf im Bouldern nicht drin. Wenn auch schade, so gilt es keinen Trübsal zu blasen: ich kann mit Viktor gemeinsame Sache machen. Es soll für 3 Tage ins sonnige Tessin gehen, um gneisige MSL zu attackieren. Wir entscheiden uns für das abgelegene Val Bavona, welches wir bisher noch nie im Rahmen eines Tagestrips angesteuert haben. Während wir vorab ausgiebig über Ziele und Strategien diskutieren, so bleibt uns auf der etwas Sitzleder und Geduld erfordernden Anreise am Gründonnerstag genügend Zeit, um nochmals alle Optionen durchzuspielen. Nach einer mässig gemütlichen Nacht auf einem Autobahnparkplatz legen wir die letzten Kilometer zurück und erhalten die gelobten Wände zu Gesicht. Das was wir wollen ist trocken und scheinbar in Top-Conditions. Also gehen wir, solange wir noch im Vollbesitz der Kräfte sind, gleich aufs Ganze und setzen auf die Filo a piombo.
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| Da wird es einem gleich warm ums Herz, wenn man ins Little Yosemite of Switzerland einbiegt. Hier im Blick die majestätische Cascata di Foroglio, gleich oberhalb die Wand von Puntid im Val Calnègia, welche eine plattige MSL-Challenges bereithält. Wir blieben stehen und überlegten, ob wir gleich hier schon attackieren sollten - schliesslich hatte ich mit der Tis-sa-ack weiter hinten in diesem Seitental sehr gute Erfahrungen gemacht. Doch es zog uns schliesslich weiter... |
Zustieg
Wir stationieren bei der Brücke nach Faedo, exakt von da startet auch der Zustieg. Um 10.30 Uhr liefen wir schliesslich los, d.h. überquerten die Brücke und folgten der Bavona rund 500m talaufwärts. Nachdem man das (oft trockene) Bett des aus dem Foiòi kommenden Bachs traversiert hat und kurz vor der Lichtung von La Sertà zweigt man rechts ab auf den Pfad, der ins Foiòi führt. Am Eingang des Canyons 50 Höhenmeter weiter oben gibt es eine kurze Stelle mit Eisenbügeln und Kette, dann folgt man weiter dem Weg, bis dieser auf ca. 915m kehrt macht und nach links hinauf zur berühmten Treppenpassage führt. Zum Einstieg der Filo a piombo geht's hingegen noch ca. 50m geradeaus weiter der Wand entlang nach rechts. Der Start ist nicht näher bezeichnet, er befindet sich kurz bevor man auf das Geröllfeld käme, die ersten 2 BH der Route sind gut sichtbar. Der Zustieg hatte uns knapp 30 Minuten in Anspruch genommen. Während ein schneidig-kühler Bergwind durch die Schlucht pfiff, machten wir uns bereit und packten uns dementsprechend ein. Ob der Verhältnisse hatten wir uns für einen Blockvorstieg entschieden, ich legte um 11.30 Uhr los.
Routenbeschreibung
L1, 30m, 7a: Der Eindruck vom Einstieg überzeugt auf den ersten Blick nicht wahnsinnig. Die Wand wirkt am Sockel ziemlich botanisch und der Fels etwas dreckig. Schlussendlich ist das aber eine Täuschung, schon dieser erste Abschnitt bietet lässige Kletterei. Die Crux mit einem kniffligen Boulder wartet gleich zu Beginn. Mit den 2 BH ist sie fair gebohrt. Aufmerksam sichern muss man trotzdem, denn man kann da schon abgeworfen werden... so geht's mir. Beim Restart kann ich rp passieren. Nach leichterem und etwas durchzogenem Gelände folgen schöne und nicht allzu schwierige Risse, die mit eher kleinem Gear zu sichern sind. Der Stand auf der markanten Schuppe muss dann selbst eingerichtet werden. Z.B. mit den Camalots 2 und 3, zusätzlich habe ich so hoch wie möglich einen weiteren 3er als Dummy Runner für die nächste SL mit einbezogen. Zum Glück ist der Wind auf dieser Höhe nicht mehr fühlbar und bald kommt beim Nachsichern die Sonne und es wird wohlig warm.
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| Der Auftakt ist nicht so mega-mega, das Finish von L1 (7a) an diesem Riss ist aber toll. |
L2, 25m, 6b+: Den Faustriss jammend geht's steil und zackig die Rissverschneidung hinauf auf die Schuppe, dann folgt eine coole Hangelquerung an grossen Slopern nach links. Die Stelle, wo man nach oben abzubiegen hat, ist gar nicht mal so offensichtlich. Ich wurde mir erst 5m zu weit drüben gewahr, dass der Weg da nicht weiterführt und musste wieder ein Stück retour klettern. Die mit einem BH abgesicherte, griffige Wandstelle ist nicht ganz trivial, aber doch gut machbar. Wenige Meter später steigt man auf ein Band aus und findet den Stand.
| Steile Jamming-Passage an dieser Schuppe zum Auftakt in L2 (6b+). |
L3, 15m, 7a+: Zuerst über ein paar Stufen hinauf zur kompakten Wand, wo sich der nächste Abschnitt in einem seichten Winkel abspielt. Zuerst mit ein paar artistischen Verrenkungen über den ersten BH hinweg, wenn man den bald folgenden zweiten geklippt hat, heisst es dann sich Übersicht zu verschaffen, sich eine gute Strategie zurechtzulegen und diese dann gekonnt auszuführen. Bisschen Zauberei an kleinen Griffen, die Balance und gutes Antreten sowie eine Portion Committment verlangt. Mit dem Ausstieg auf das Band ist schon der Stand da. Voll im Schwung liess ich diesen aus und hängte den nächsten Abschnitt gleich an, was gut möglich ist. Auch zu erwähnen: vermutlich könnte man diesen Abschnitt komplett linksherum in einfachem Gelände umgehen (de visu, von uns nicht verifiziert).
L4, 30m, 6c: Zu Beginn scheinen mehrere Möglichkeiten zu existieren. Durch den kolossal rostigen Schlaghaken links der Rampe reduziert sich das aber rasch. Schliesslich in cooler Wandkletterei an einem BH vorbei zu einem weiteren NH, wo man sehr cool an einer sloprigen Rampe die Füsse von links nach rechts zu schwingen hat. Das Finale besteht aus einer seichten Verschneidung mit zwei dünnen Rissen und ist neben einem BH selbst mit kleinen Cams oder gar Micros zu sichern - cool stemmen und den Füssen vertrauen heisst die Losung, die einen auf die sehr bequeme Stand-Terrasse führt.
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| Tolle und sehr fotogene Sektion zum Ende von L4 (6c), die mit Micro-Cams abzusichern ist. |
L5, 25m, 7c oder 5.11a C1: Wenn man sich den Freikletterpunkt holen will, dann heisst es nun Guzzi geben! Diese Länge wurde tatsächlich von Könnern schon onsight geklettert. Für einen Menschen wie mich, der 7c pro Jahr unter Idealvoraussetzungen in einem soften Sportklettergebiet höchstens 1-2x pro Jahr in diesem Stil schafft, war das Spiel schon vor dem Start entschieden. Einen Versuch mit der Einstellung "es ist eh aussichtslos" schon im Vornhinein zu verwerfen kann man als mutlos verurteilen, doch aus meiner Perspektive war das einfach purer Realismus. Also machte ich mich auf, diesen cleanen Abschnitt (es ist nur in der Mitte 1 alter Fixkeil vorhanden) mit Cams und Keilen zu techen. Das geht geschmeidig, ist wenig mühsam und macht durchaus Spass - straightforward and easy aid! Grundsätzlich ist diese Passage aber sicher kletterbar: erst ein stark überhängender Fingerriss, dann etwas "Erholung" an ein paar Fist Jams, knifflig an einem dünnen Flake, zuletzt bringen einen Wand- und Gegendruck-Moves zu ein paar Henkeln. Gerade hinauf ginge es von da nahtlos mit der 7a+ weiter. Der Stand befindet sich aber ca. 7m links auf einem Band und ist mit einer obligatorisch zu kletternden Traverse im 6c-Bereich anzuklettern - da liegt kein Gear mehr, die Absicherung ist aber sowohl für den Vor- wie auch den Nachstieg gut.
| Die Cruxlänge L5 (7c) von unten, mit dem Akteur bereits am Standplatz. |
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| Die Gegenperspektive in L5 (7c), Viktor in der Gegendruck-Passage. |
L6, 30m, 7a+: Eine Hammerlänge! Die Topos zeigen zwar ein etwas anderes Bild, aber de fakto klettert man hier zuerst die 7m lange Traverse genau gleich zurück zu den Henkeln ob dem 7c-Riss. Dann kräftig hinauf an einer Schuppe. Wenn man einmal auf dieser steht, kann man sich kurz etwas sammeln, bevor es mit kräftigem Gegendruck eine Rissverschneidung im besten Yosemite-Style hinaufgeht. Ein paar Jams sowie gelegentliche Möglichkeiten das Gewicht ein wenig auf die Füsse zu stellen, sorgen für etwas Entlastung. Das Finish nach links hinaus auf die nächste Terrasse ist dann nicht mehr so schwierig, aber doch etwas knifflig und v.a. nässeanfällig (bei uns war es zum Glück zu 98% trocken). Zuletzt noch ein Strategie-Tipp: da wir L5 und L6 im Wechselvorstieg gemacht haben (und den 7c-Riss eh geaidet haben), hat sich Viktor die hin-und-her-Traverse an den Stand geschenkt und ist direkt hinauf. Wer genügend Gear hat, wenig legt oder ausreichend Backcleaning macht, kann die beiden Abschnitte auch im Vorstieg gut verbinden.
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| Kräftiger Layback in L6 (7a+), die folgenden Meter ab diesem Sammelpunkt sind die Crux. |
| Die Gegenperspektive, Marcel am "Buckeln" im entscheidenden Abschnitt von L6 (7a+). |
L7, 15m, 6a: Kurze, horizontale Traverse nach links. Sie nimmt im ersten, einfacheren Teil etwas Gear, im schwersten Abschnitt ist dann ein BH vorhanden. Also ehrlich gesagt ist die Kletterei etwas mühsam und unter dem Dach saftet es auch oft raus. Andererseits ist es herrlich luftig, exponiert und super fotogen, dann muss man sich erst klein machen und unters Dach quetschen und am Ende an einem Henkelband hangeln - so verbleibt das Fazit am Schluss dieses Verbindungsabschnitts doch bei "leider geil".
| Eigentlich ist L7 (6a) nur ein Verbindungsstück - trotzdem fotogen und cool. |
L8, 25m, 6b: Das letztgenannte Prädikat vergibt man hier gerne schon im Voraus. Der Splitter in Faustbreite auf der luftigen Rampe ist schlicht und einfach genial - und weder richtig schwierig noch richtig einfach (umso mehr wohl für diejenigen mit filigranen Händen). Der Schluss dann etwas spooky an Klemmschuppe und -block, den man zudem auch noch voll auf Gegendruck aus der Wand zu hebeln versucht. Was Millionen von Jahren an Schwerkraft und schon Dutzende von Climbers versucht haben, ist uns aber auch nicht gelungen (zum Glück natürlich...). Der Stand dann um die Ecke auf der Rampe an 2 BH vor dem Wachholder-Gebüsch (Hinweis: die älteren Topos wie z.B. im Extrem Sud weisen diesen Abschnitt als 2 SL aus, das war für uns im Gelände aber nicht nachvollziehbar).
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| Toller Faust-Splittercrack in L8 (6b), der einen elegant über steiles Gelände hinwegbringt. |
L9, 30m, 6c: Zuerst durchs Gebüsch, dann die Verschneidung mit dem breiten (Offwidth-)Riss hinauf, hier sind die 4er-Cams nötig! Je nachdem wie gerne man rampft, wird die Wahrnehmung der Schwierigkeit wohl stark unterschiedlich sein. Man kommt dann in eine Ecke, wo man sich fast kaminartig verklemmen kann, bevor es links über die Rampe hinausgeht. Bevor man den BH klippen kann, ist das mal rasch nicht so günstig gesichert (aber einfach). Auch die Rampe selbst geht dann (sofern nicht nass, was hier öfters der Fall sein könnte) gut, man entsteigt so dem steilsten Wandteil - oberhalb ist der Fels wiederum nicht mehr gleich kompakt und schön.
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| Die Rissverschneidung von L9 (6c) mit einer Offwidth-Passage an der Stelle mit dem Akteur. |
L10, 30m, 6c: Hinauf an Rissspuren unter das erste Dach, dieses nach links unterqueren und hinauf ans rechte Ende des zweiten Dachs. Hier sind die Topos nicht so eindeutig. Viktor ist im Vorstieg schliesslich rechts vom zweiten Dach hoch und ist oberhalb nach links gequert. Das hat gut funktioniert, der Fels wirkte aber etwas brösmelig und ungeputzt. Vermutlich wäre es im Sinne des Erfinders (und mutmasslich schwieriger), hier unterhalb vom zweiten Dach zu queren und an dessen linkem Ende steil am Riss hochzuklettern. Schlussendlich führen aber beide Wege nach Rom, bzw. kommen wieder zusammen und bald darauf ist der Stand auf einer Terrasse erreicht.
| Nachstieg in L10 (6c), hier pfeift's luftig bis weit in den Canyon hinunter! |
L11, 30m, 6a: Der Originalausstieg bietet botanisches Abenteuergelände, ist nicht ganz einwandfrei abzusichern, zudem war der Anfang auch noch nass (aber trotzdem gut kletterbar). Ist man einmal um die erste Ecke, erreicht man einen Grasfleck und quert auf einem überwucherten Thank-God-Ledge etwas absteigend nach links um die nächste Ecke (nicht vom Grasfleck direkt die Verschneidung hinauf!). Hier ist die Sicherung eher schlecht... ist man um die zweite Ecke gequert, geht's dann an Rissspuren hinauf, zuletzt warten nochmals ein paar steile aber griffige Meter, bis man die Wand verlässt und oberhalb vom markanten, in die Wand herausragenden Baum Stand macht.
| Der letzte Abschnitt (L11, 6a) ist botanisch, unlohnend, mässig gesichert und etwas heikel. |
Alternativ könnte man nach L10 auf dem Band auch nach rechts queren und dort die rechte Ausstiegsvariante (hinzugefügt 2019, mit 2 SL à 7c, 5c) klettern. Der erste Abschnitt führt zuerst über eine Dachzone hinweg, welche boulderig aber doch recht griffig aussieht, der weitere Verlauf ist nicht einsehbar. Das noch zu probieren lag aber aus zeitlichen Gründen gar nicht erst drin... Bis wir die Route komplettiert hatten, schlug es bereits 20.00 Uhr und das Tageslicht war zügig am Schwinden. Das macht also 8:30h an Kletterei, das Schneckentempo sei mit viel selbständigem Absichern und dem Reorganisieren von 3 Komplett-Racks an jedem Standplatz und dem Haulen erklärt. Rein vom Klettern her war es aber prima gelaufen, bis auf die 7c hatte ich die ganze Route punkten können, somit absolut zufriedenstellend.
Vom Baum am Ausstieg sind es noch ca. 40-50m an Traverse auf die Wegspur von/nach Terasc. Das Gelände ist exponiert und das dürre, rutschige Gras sowie Laub erheischen Vorsicht und Seilsicherung. Einmal auf dem Pfad konnten wir die Sachen aber ablegen, zusammenpacken und dann loslaufen. Der Weg führt durch eindrückliches Steilgelände, ist aber gut zu verfolgen und wo nötig mit Drahtseilen oder aufwändig gebauten Steintreppen gut hergerichtet (die Story dazu gibt's dann im Folgebeitrag). Man kommt nochmals in 50m Distanz am Einstieg vorbei und kann dort deponierte Sachen abholen. Insgesamt brauchten wir ca. 40 Minuten Gehzeit vom Ausstieg bis zum Parkplatz, wo wir hungrig und müde eintrafen. Das war jetzt aber ein genialer Auftakt gewesen - dass uns diese auf dem Papier so richtig anforderungsreiche und einschüchternde Route so gut gelungen war, erfüllte uns mit viel Freude.
Facts
Canyon di Foiòi - Filo a piombo 7c (5.11 C1, 6c obl.) - 11 SL, 280m - Auguadri/Mazzuchelli 2008 - ****;xxxx
Material: 1x50m-Seil plus Tagline, 12 Express, 2 Sets Cams von Micro bis Grösse 4, Keile
Tolle und etwas abenteuerliche, aber doch gut machbare, freundliche Trad-Route auf einer natürlichen Linie durch eine eindrücklich steile Wand. Die Felsqualität ist dabei weitestgehend sehr gut, wobei es am Anfang und Ende etwas Botanik gibt. Einige Abschnitte können nach intensiven Regenperioden oder der Schneeschmelze nass sein, extrem anfällig ist die Route aber nicht (den markanten dunklen (Wasser)streifen in L6 lässt man knapp links liegen). Achtung, obwohl nach Süden exponiert, erhält die Route im engen Canyon nicht so viel Sonne. Anfang April ist der Einstieg ab etwa 13 Uhr besonnt, die Wand oberhalb schon etwas früher, die Sonne bleibt dann bis um ca. 17.30 Uhr in der Wand. Im Herbst. Gerade im Herbst dürfte das Sonnenfenster nur sehr kurz sein. Die Bewertungen schienen uns fair und realistisch. Obwohl nur 10 BH als Zwischensicherungen in 11 SL stecken, darf man hier auch als Normalo einsteigen. Die Bolts sind fair und sinnvoll platziert, den Rest kann man mit Cams meist sehr gut absichern. "Gfürchige" Stellen mit schlechter Sicherung gibt es eigentlich nicht, bzw. höchstens im einfachen Gelände ganz am Ende. Als Minimalanforderung würde ich eine 6c obl. bzw. ein 7a-Onsight-Niveau sehen. Die deutlich schwierigere Cruxlänge kann man damit natürlich nicht freiklettern. Die Route lohnt sich aber absolut auch (und ist ein tolles Erlebnis), wenn man diese 20m am steilen Riss technisch begeht. Bei uns ist dieser Stil halt wenig geläufig, im Yosemite wäre die Route wohl ein sehr gesuchtes Ziel mit einer Bewertung von 5.11 C1. Als Material braucht es für Normalos sicher zwei volle Sätze Cams von sehr klein bis Grösse 4 plus einen Satz Keile. Von den Grössen 0.3-3 noch ein drittes Exemplar mitzuführen vereinfacht das Techen der Cruxlänge weiter. Zum Abseilen ist die Route nicht eingerichtet und auch nicht so geeignet, sowieso ist der Fussabstieg schneller und bequemer. Die Standplätze sind bis auf denjenigen nach L1 mit BH ausgerüstet (meist 2 Stück, tw. 1 BH, 1 NH). Falls ein Rückzug nötig ist, kommt man schon wieder runter. Ein Topo zur Route findet man im SAC-Kletterführer Tessin oder im Extrem Sud (Achtung, dieses zeigt nicht den neusten Stand). Die Bemerkung in Klammern gilt auch für das Originaltopo der Erschliesser, welches via picalciot.ch abzurufen ist.








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