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Freitag, 10. April 2026

Canyon di Foiòi - Filo a piombo (7c oder 5.11 C1)

Die gegen 200m hohe Wand im Canyon de Foiòi wurde erst 2008 zum Klettern entdeckt und bietet mit der Filo a piombo ein Trad-Gustostücklein erster Güte. Weitgehend clean, mit nur wenigen, strategisch platzierten Bolts gewinnt man hier entlang von Rissen und Verschneidungen an Höhe. Das Gelände ist eindrücklich steil, die Wand im Schnitt überhängend und weitgehend vor Regenfällen geschützt. Die Kletterei folgt dem natürlich-logischen Weg und fragt viele verschiedene Styles ab: nebst vortrefflichen Jam-Rissen gibt es Layback-Verschneidungen, gewürzt ist das Ganze mit einigen kniffligen Wandstellen. Sicherlich ein Highlight im Schweizer Gneis!

Die Wand im Canyon di Foiòi mit dem Verlauf von Filo a piombo (7c oder 5.11 C1).

Vorgeschichte

Der Wettkampfsport fordert wieder einmal seinen Tribut, ein Familientrip liegt an Ostern 2026 wegen dem Selektionswettkampf im Bouldern nicht drin. Wenn auch schade, so gilt es keinen Trübsal zu blasen: ich kann mit Viktor gemeinsame Sache machen. Es soll für 3 Tage ins sonnige Tessin gehen, um gneisige MSL zu attackieren. Wir entscheiden uns für das abgelegene Val Bavona, welches wir bisher noch nie im Rahmen eines Tagestrips angesteuert haben. Während wir vorab ausgiebig über Ziele und Strategien diskutieren, so bleibt uns auf der etwas Sitzleder und Geduld erfordernden Anreise am Gründonnerstag genügend Zeit, um nochmals alle Optionen durchzuspielen. Nach einer mässig gemütlichen Nacht auf einem Autobahnparkplatz legen wir die letzten Kilometer zurück und erhalten die gelobten Wände zu Gesicht. Das was wir wollen ist trocken und scheinbar in Top-Conditions. Also gehen wir, solange wir noch im Vollbesitz der Kräfte sind, gleich aufs Ganze und setzen auf die Filo a piombo.

Da wird es einem gleich warm ums Herz, wenn man ins Little Yosemite of Switzerland einbiegt. Hier im Blick die majestätische Cascata di Foroglio, gleich oberhalb die Wand von Puntid im Val Calnègia, welche eine plattige MSL-Challenges bereithält. Wir blieben stehen und überlegten, ob wir gleich hier schon attackieren sollten - schliesslich hatte ich mit der Tis-sa-ack weiter hinten in diesem Seitental sehr gute Erfahrungen gemacht. Doch es zog uns schliesslich weiter...

Zustieg

Wir stationieren bei der Brücke nach Faedo, exakt von da startet auch der Zustieg. Um 10.30 Uhr liefen wir schliesslich los, d.h. überquerten die Brücke und folgten der Bavona rund 500m talaufwärts. Nachdem man das (oft trockene) Bett des aus dem Foiòi kommenden Bachs traversiert hat und kurz vor der Lichtung von La Sertà zweigt man rechts ab auf den Pfad, der ins Foiòi führt. Am Eingang des Canyons 50 Höhenmeter weiter oben gibt es eine kurze Stelle mit Eisenbügeln und Kette, dann folgt man weiter dem Weg, bis dieser auf ca. 915m kehrt macht und nach links hinauf zur berühmten Treppenpassage führt. Zum Einstieg der Filo a piombo geht's hingegen noch ca. 50m geradeaus weiter der Wand entlang nach rechts. Der Start ist nicht näher bezeichnet, er befindet sich kurz bevor man auf das Geröllfeld käme, die ersten 2 BH der Route sind gut sichtbar. Der Zustieg hatte uns knapp 30 Minuten in Anspruch genommen. Während ein schneidig-kühler Bergwind durch die Schlucht pfiff, machten wir uns bereit und packten uns dementsprechend ein. Ob der Verhältnisse hatten wir uns für einen Blockvorstieg entschieden, ich legte um 11.30 Uhr los.

Ja, genau an dieser Stelle startet die Route. Die Crux von L1 (7a) besteht darin, das Dach zu überwinden. Ein richtiger Kaltstart also, der zudem durch die vorherrschenden Verhältnisse noch akzentuiert wurde. Die Route führt dann mehr oder weniger direkt oberhalb vom Kletterer durch die Wand hinauf.

Routenbeschreibung

L1, 30m, 7a: Der Eindruck vom Einstieg überzeugt auf den ersten Blick nicht wahnsinnig. Die Wand wirkt am Sockel ziemlich botanisch und der Fels etwas dreckig. Schlussendlich ist das aber eine Täuschung, schon dieser erste Abschnitt bietet lässige Kletterei. Die Crux mit einem kniffligen Boulder wartet gleich zu Beginn. Mit den 2 BH ist sie fair gebohrt. Aufmerksam sichern muss man trotzdem, denn man kann da schon abgeworfen werden... so geht's mir. Beim Restart kann ich rp passieren. Nach leichterem und etwas durchzogenem Gelände folgen schöne und nicht allzu schwierige Risse, die mit eher kleinem Gear zu sichern sind. Der Stand auf der markanten Schuppe muss dann selbst eingerichtet werden. Z.B. mit den Camalots 2 und 3, zusätzlich habe ich so hoch wie möglich einen weiteren 3er als Dummy Runner für die nächste SL mit einbezogen. Zum Glück ist der Wind auf dieser Höhe nicht mehr fühlbar und bald kommt beim Nachsichern die Sonne und es wird wohlig warm.

Der Auftakt ist nicht so mega-mega, das Finish von L1 (7a) an diesem Riss ist aber toll.

L2, 25m, 6b+: Den Faustriss jammend geht's steil und zackig die Rissverschneidung hinauf auf die Schuppe, dann folgt eine coole Hangelquerung an grossen Slopern nach links. Die Stelle, wo man nach oben abzubiegen hat, ist gar nicht mal so offensichtlich. Ich wurde mir erst 5m zu weit drüben gewahr, dass der Weg da nicht weiterführt und musste wieder ein Stück retour klettern. Die mit einem BH abgesicherte, griffige Wandstelle ist nicht ganz trivial, aber doch gut machbar. Wenige Meter später steigt man auf ein Band aus und findet den Stand.

Steile Jamming-Passage an dieser Schuppe zum Auftakt in L2 (6b+).

L3, 15m, 7a+: Zuerst über ein paar Stufen hinauf zur kompakten Wand, wo sich der nächste Abschnitt in einem seichten Winkel abspielt. Zuerst mit ein paar artistischen Verrenkungen über den ersten BH hinweg, wenn man den bald folgenden zweiten geklippt hat, heisst es dann sich Übersicht zu verschaffen, sich eine gute Strategie zurechtzulegen und diese dann gekonnt auszuführen. Bisschen Zauberei an kleinen Griffen, die Balance und gutes Antreten sowie eine Portion Committment verlangt. Mit dem Ausstieg auf das Band ist schon der Stand da. Voll im Schwung liess ich diesen aus und hängte den nächsten Abschnitt gleich an, was gut möglich ist. Auch zu erwähnen: vermutlich könnte man diesen Abschnitt komplett linksherum in einfachem Gelände umgehen (de visu, von uns nicht verifiziert).

Nicht so das Hammer-Foto von L3 (7a+). Ich habe aber leider nur das. Wie man sieht, die beiden BH sind geklippt. Nun heisst es die beste Lösung finden und sie dann ausführen. Die Route führt dann durch das steile Gelände oberhalb weiter. Zuerst rechts der Bildmitte, später dann links.

L4, 30m, 6c: Zu Beginn scheinen mehrere Möglichkeiten zu existieren. Durch den kolossal rostigen Schlaghaken links der Rampe reduziert sich das aber rasch. Schliesslich in cooler Wandkletterei an einem BH vorbei zu einem weiteren NH, wo man sehr cool an einer sloprigen Rampe die Füsse von links nach rechts zu schwingen hat. Das Finale besteht aus einer seichten Verschneidung mit zwei dünnen Rissen und ist neben einem BH selbst mit kleinen Cams oder gar Micros zu sichern - cool stemmen und den Füssen vertrauen heisst die Losung, die einen auf die sehr bequeme Stand-Terrasse führt.

Tolle und sehr fotogene Sektion zum Ende von L4 (6c), die mit Micro-Cams abzusichern ist.

L5, 25m, 7c oder 5.11a C1: Wenn man sich den Freikletterpunkt holen will, dann heisst es nun Guzzi geben! Diese Länge wurde tatsächlich von Könnern schon onsight geklettert. Für einen Menschen wie mich, der 7c pro Jahr unter Idealvoraussetzungen in einem soften Sportklettergebiet höchstens 1-2x pro Jahr in diesem Stil schafft, war das Spiel schon vor dem Start entschieden. Einen Versuch mit der Einstellung "es ist eh aussichtslos" schon im Vornhinein zu verwerfen kann man als mutlos verurteilen, doch aus meiner Perspektive war das einfach purer Realismus. Also machte ich mich auf, diesen cleanen Abschnitt (es ist nur in der Mitte 1 alter Fixkeil vorhanden) mit Cams und Keilen zu techen. Das geht geschmeidig, ist wenig mühsam und macht durchaus Spass - straightforward and easy aid! Grundsätzlich ist diese Passage aber sicher kletterbar: erst ein stark überhängender Fingerriss, dann etwas "Erholung" an ein paar Fist Jams, knifflig an einem dünnen Flake, zuletzt bringen einen Wand- und Gegendruck-Moves zu ein paar Henkeln. Gerade hinauf ginge es von da nahtlos mit der 7a+ weiter. Der Stand befindet sich aber ca. 7m links auf einem Band und ist mit einer obligatorisch zu kletternden Traverse im 6c-Bereich anzuklettern - da liegt kein Gear mehr, die Absicherung ist aber sowohl für den Vor- wie auch den Nachstieg gut.

Die Cruxlänge L5 (7c) von unten, mit dem Akteur bereits am Standplatz.

Die Gegenperspektive in L5 (7c), Viktor in der Gegendruck-Passage.

L6, 30m, 7a+: Eine Hammerlänge! Die Topos zeigen zwar ein etwas anderes Bild, aber de fakto klettert man hier zuerst die 7m lange Traverse genau gleich zurück zu den Henkeln ob dem 7c-Riss. Dann kräftig hinauf an einer Schuppe. Wenn man einmal auf dieser steht, kann man sich kurz etwas sammeln, bevor es mit kräftigem Gegendruck eine Rissverschneidung im besten Yosemite-Style hinaufgeht. Ein paar Jams sowie gelegentliche Möglichkeiten das Gewicht ein wenig auf die Füsse zu stellen, sorgen für etwas Entlastung. Das Finish nach links hinaus auf die nächste Terrasse ist dann nicht mehr so schwierig, aber doch etwas knifflig und v.a. nässeanfällig (bei uns war es zum Glück zu 98% trocken). Zuletzt noch ein Strategie-Tipp: da wir L5 und L6 im Wechselvorstieg gemacht haben (und den 7c-Riss eh geaidet haben), hat sich Viktor die hin-und-her-Traverse an den Stand geschenkt und ist direkt hinauf. Wer genügend Gear hat, wenig legt oder ausreichend Backcleaning macht, kann die beiden Abschnitte auch im Vorstieg gut verbinden.

Kräftiger Layback in L6 (7a+), die folgenden Meter ab diesem Sammelpunkt sind die Crux.
Die Gegenperspektive, Marcel am "Buckeln" im entscheidenden Abschnitt von L6 (7a+).

L7, 15m, 6a: Kurze, horizontale Traverse nach links. Sie nimmt im ersten, einfacheren Teil etwas Gear, im schwersten Abschnitt ist dann ein BH vorhanden. Also ehrlich gesagt ist die Kletterei etwas mühsam und unter dem Dach saftet es auch oft raus. Andererseits ist es herrlich luftig, exponiert und super fotogen, dann muss man sich erst klein machen und unters Dach quetschen und am Ende an einem Henkelband hangeln - so verbleibt das Fazit am Schluss dieses Verbindungsabschnitts doch bei "leider geil".

Eigentlich ist L7 (6a) nur ein Verbindungsstück - trotzdem fotogen und cool.

L8, 25m, 6b: Das letztgenannte Prädikat vergibt man hier gerne schon im Voraus. Der Splitter in Faustbreite auf der luftigen Rampe ist schlicht und einfach genial - und weder richtig schwierig noch richtig einfach (umso mehr wohl für diejenigen mit filigranen Händen). Der Schluss dann etwas spooky an Klemmschuppe und -block, den man zudem auch noch voll auf Gegendruck aus der Wand zu hebeln versucht. Was Millionen von Jahren an Schwerkraft und schon Dutzende von Climbers versucht haben, ist uns aber auch nicht gelungen (zum Glück natürlich...). Der Stand dann um die Ecke auf der Rampe an 2 BH vor dem Wachholder-Gebüsch (Hinweis: die älteren Topos wie z.B. im Extrem Sud weisen diesen Abschnitt als 2 SL aus, das war für uns im Gelände aber nicht nachvollziehbar).

Toller Faust-Splittercrack in L8 (6b), der einen elegant über steiles Gelände hinwegbringt.

L9, 30m, 6c: Zuerst durchs Gebüsch, dann die Verschneidung mit dem breiten (Offwidth-)Riss hinauf, hier sind die 4er-Cams nötig! Je nachdem wie gerne man rampft, wird die Wahrnehmung der Schwierigkeit wohl stark unterschiedlich sein. Man kommt dann in eine Ecke, wo man sich fast kaminartig verklemmen kann, bevor es links über die Rampe hinausgeht. Bevor man den BH klippen kann, ist das mal rasch nicht so günstig gesichert (aber einfach). Auch die Rampe selbst geht dann (sofern nicht nass, was hier öfters der Fall sein könnte) gut, man entsteigt so dem steilsten Wandteil - oberhalb ist der Fels wiederum nicht mehr gleich kompakt und schön.

Die Rissverschneidung von L9 (6c) mit einer Offwidth-Passage an der Stelle mit dem Akteur.

L10, 30m, 6c: Hinauf an Rissspuren unter das erste Dach, dieses nach links unterqueren und hinauf ans rechte Ende des zweiten Dachs. Hier sind die Topos nicht so eindeutig. Viktor ist im Vorstieg schliesslich rechts vom zweiten Dach hoch und ist oberhalb nach links gequert. Das hat gut funktioniert, der Fels wirkte aber etwas brösmelig und ungeputzt. Vermutlich wäre es im Sinne des Erfinders (und mutmasslich schwieriger), hier unterhalb vom zweiten Dach zu queren und an dessen linkem Ende steil am Riss hochzuklettern. Schlussendlich führen aber beide Wege nach Rom, bzw. kommen wieder zusammen und bald darauf ist der Stand auf einer Terrasse erreicht.

Nachstieg in L10 (6c), hier pfeift's luftig bis weit in den Canyon hinunter!

L11, 30m, 6a: Der Originalausstieg bietet botanisches Abenteuergelände, ist nicht ganz einwandfrei abzusichern, zudem war der Anfang auch noch nass (aber trotzdem gut kletterbar). Ist man einmal um die erste Ecke, erreicht man einen Grasfleck und quert auf einem überwucherten Thank-God-Ledge etwas absteigend nach links um die nächste Ecke (nicht vom Grasfleck direkt die Verschneidung hinauf!). Hier ist die Sicherung eher schlecht... ist man um die zweite Ecke gequert, geht's dann an Rissspuren hinauf, zuletzt warten nochmals ein paar steile aber griffige Meter, bis man die Wand verlässt und oberhalb vom markanten, in die Wand herausragenden Baum Stand macht.

Der letzte Abschnitt (L11, 6a) ist botanisch, unlohnend, mässig gesichert und etwas heikel.

Alternativ könnte man nach L10 auf dem Band auch nach rechts queren und dort die rechte Ausstiegsvariante (hinzugefügt 2019, mit 2 SL à 7c, 5c) klettern. Der erste Abschnitt führt zuerst über eine Dachzone hinweg, welche boulderig aber doch recht griffig aussieht, der weitere Verlauf ist nicht einsehbar. Das noch zu probieren lag aber aus zeitlichen Gründen gar nicht erst drin... Bis wir die Route komplettiert hatten, schlug es bereits 20.00 Uhr und das Tageslicht war zügig am Schwinden. Das macht also 8:30h an Kletterei, das Schneckentempo sei mit viel selbständigem Absichern und dem Reorganisieren von 3 Komplett-Racks an jedem Standplatz und dem Haulen erklärt. Rein vom Klettern her war es aber prima gelaufen, bis auf die 7c hatte ich die ganze Route punkten können, somit absolut zufriedenstellend.

Fussabstieg auf dem "Weg", welcher im Gelände oft nicht viel besser ersichtlich ist, wie hier auf dem Foto. Wer jedoch nicht zum ersten Mal in alpinem Gelände bzw. in den steilwaldigen Tessiner Bergsockeln unterwegs ist, wird da keine Probleme haben, die Passage zu finden.

Vom Baum am Ausstieg sind es noch ca. 40-50m an Traverse auf die Wegspur von/nach Terasc. Das Gelände ist exponiert und das dürre, rutschige Gras sowie Laub erheischen Vorsicht und Seilsicherung. Einmal auf dem Pfad konnten wir die Sachen aber ablegen, zusammenpacken und dann loslaufen. Der Weg führt durch eindrückliches Steilgelände, ist aber gut zu verfolgen und wo nötig mit Drahtseilen oder aufwändig gebauten Steintreppen gut hergerichtet (die Story dazu gibt's dann im Folgebeitrag). Man kommt nochmals in 50m Distanz am Einstieg vorbei und kann dort deponierte Sachen abholen. Insgesamt brauchten wir ca. 40 Minuten Gehzeit vom Ausstieg bis zum Parkplatz, wo wir hungrig und müde eintrafen. Das war jetzt aber ein genialer Auftakt gewesen - dass uns diese auf dem Papier so richtig anforderungsreiche und einschüchternde Route so gut gelungen war, erfüllte uns mit viel Freude.

Facts

Canyon di Foiòi - Filo a piombo 7c (5.11 C1, 6c obl.) - 11 SL, 280m - Auguadri/Mazzuchelli 2008 - ****;xxxx
Material: 1x50m-Seil plus Tagline, 12 Express, 2 Sets Cams von Micro bis Grösse 4, Keile

Tolle und etwas abenteuerliche, aber doch gut machbare, freundliche Trad-Route auf einer natürlichen Linie durch eine eindrücklich steile Wand. Die Felsqualität ist dabei weitestgehend sehr gut, wobei es am Anfang und Ende etwas Botanik gibt. Einige Abschnitte können nach intensiven Regenperioden oder der Schneeschmelze nass sein, extrem anfällig ist die Route aber nicht (den markanten dunklen (Wasser)streifen in L6 lässt man knapp links liegen). Achtung, obwohl nach Süden exponiert, erhält die Route im engen Canyon nicht so viel Sonne. Anfang April ist der Einstieg ab etwa 13 Uhr besonnt, die Wand oberhalb schon etwas früher, die Sonne bleibt dann bis um ca. 17.30 Uhr in der Wand. Im Herbst. Gerade im Herbst dürfte das Sonnenfenster nur sehr kurz sein. Die Bewertungen schienen uns fair und realistisch. Obwohl nur 10 BH als Zwischensicherungen in 11 SL stecken, darf man hier auch als Normalo einsteigen. Die Bolts sind fair und sinnvoll platziert, den Rest kann man mit Cams meist sehr gut absichern. "Gfürchige" Stellen mit schlechter Sicherung gibt es eigentlich nicht, bzw. höchstens im einfachen Gelände ganz am Ende. Als Minimalanforderung würde ich eine 6c obl. bzw. ein 7a-Onsight-Niveau sehen. Die deutlich schwierigere Cruxlänge kann man damit natürlich nicht freiklettern. Die Route lohnt sich aber absolut auch (und ist ein tolles Erlebnis), wenn man diese 20m am steilen Riss technisch begeht. Bei uns ist dieser Stil halt wenig geläufig, im Yosemite wäre die Route wohl ein sehr gesuchtes Ziel mit einer Bewertung von 5.11 C1. Als Material braucht es für Normalos sicher zwei volle Sätze Cams von sehr klein bis Grösse 4 plus einen Satz Keile. Von den Grössen 0.3-3 noch ein drittes Exemplar mitzuführen vereinfacht das Techen der Cruxlänge weiter. Zum Abseilen ist die Route nicht eingerichtet und auch nicht so geeignet, sowieso ist der Fussabstieg schneller und bequemer. Die Standplätze sind bis auf denjenigen nach L1 mit BH ausgerüstet (meist 2 Stück, tw. 1 BH, 1 NH). Falls ein Rückzug nötig ist, kommt man schon wieder runter. Ein Topo zur Route findet man im SAC-Kletterführer Tessin oder im Extrem Sud (Achtung, dieses zeigt nicht den neusten Stand). Die Bemerkung in Klammern gilt auch für das Originaltopo der Erschliesser, welches via picalciot.ch abzurufen ist.

Freitag, 7. November 2025

Furka / Sunnig Berg - Via Matthias (6b+) & Kein Bockmist (6b+)

Noch nie war ich bisher am eleganten Winterstock im Furkagebiet geklettert, noch weniger am kaum bekannten Sunnig Berg, welcher sich unweit davon und im selben Kessel befindet. Viktor hatte im Sommer 2025 die Via Matthias saniert, wollte sein Werk nochmals überprüfen und machte mir so eine Begehung schmackhaft. Als zusätzliche Motivation lockten die Erstbegehung einer direkten Linie im oberen Teil der Route, sowie eine Verlängerung an Felstürmen oberhalb. Der Tag wurde ein voller Erfolg: lässige Semi-Trad-Kletterei in der Via Matthias, das Eröffnen von einem neuen, logischen Direkausstieg zu dieser und eine formidable 2-SL-Trad-Erstbegehung an einem Felsturm unweit vom Top der Via Matthias.

Wunderbar die Wand vom Sunnig Berg, durch welchen die Via Matthias verläuft.

Wir fuhren hinauf zum Furkapass bis Tiefenbach, nahmen da die taxpflichtige Strasse Richtung Tätsch und verfolgten diese bis zum Fahrverbot bei Gspenderboden P.2263, wo es 2-3 Parkplätze gibt. Diese waren frei, so liefen wir in sehr schönem Bergambiente ins Tal des Lochbergbachs, durch welches man in 50-60 Minuten den Einstieg erreicht. Dieser ist farblich markiert, zudem ist die gebogene Verschneidung von L1 sehr markant. Am bequemen Wandfuss bereiteten wir uns auf die Kletterei vor und legten um 10.50 Uhr schliesslich los - mit reichlich Cams am Gurt und dem Bohrzeug im Haulbag.

Tolles Bergambiente im einsamen Tal des Lochbergbachs.

Via Matthias mit Direktausstieg (7 SL, 6b+)

L1, 25m, 6b: Achtung, je einen BH gibt's hier nur am Anfang und am Ende, das ist nicht dort, wo die Kletterei am schwierigsten ist. Im zentralen Teil kann gut, aber nicht überall nach Belieben selbst abgesichert werden. Die Sache fühlt sich doch etwas committing an: die Seitenwände sind recht glatt, der Riss nicht immer super griffig und bei der Crux zusätzlich noch abdrängend. Das brachte mich jetzt nicht grad in Nöte, aber durchaus an den Rand meiner Komfortzone.

Sehr ästhetische Kletterei in L1 (6b), gerade in der persönlich als Crux der Route empfundenen Stelle.

L2, 20m, 6a+: Durch eine nach rechts offene Verschneidung gilt es sich in recht komplexer 3d-Manier in die Höhe zu schieben, eine spannende Sache. Dies ist selbst abzusichern, was jedoch nach meinem Gusto komfortabel möglich ist, es steht ein idealer Riss oberhalb der Verschneidung zur Verfügung. Das einfachere Finish dann eher wandartig und mit einem BH gesichert.

Die dettling'sche Tendenz zum Hinliegen beim Klettern scheint System zu haben (L2, 6a+).

L3, 20m, 6b+: Der Hauptact ist hier die powerig-athletische Stufe gleich zu Beginn, welche mit Schuppen, Leisten und Rissspuren aufwartet. Es stecken 2 BH, die Crux riegelt man jedoch dazwischen und sogar recht zwingend durch, gesichert von einem kleinen Cam. Nachher folgt dann gestuft-griffigeres Gelände mit tieferen Schwierigkeiten.

Nein, die kräftig-athletische Crux in L3 (6b+) geht weder im Schlaf noch im Liegen 😁

L4, 25m, 6b+: Die erste Hälfte der Seillänge ist die einfachere, die enge Verschneidung lässt man links liegen und klettert vorbei an einem BH durch die plattige Wand und später über einen Aufschwung zum Kernstück der Länge. Steil geht's erst neben und dann in der Verschneidung, zuletzt an den Henkel an der Kante links. Dieser Abschnitt ist sehr eng mit BH gesichert und ging mir leicht von der Hand (im Vergleich zu L1), er könnte aber etwas grössenabhängig sein. Zuletzt gibt's dann noch eine coole Stelle an einer Untergriffschuppe zum Stand.

Wer diesen Henkel in L4 (6b+) hat, der hat gut Lachen - der ist mehr als die halbe Miete hier.

L5, 25m, 6b+: Hier kommt die Crux gleich am Anfang. Bis zur Sanierung wurde sie A1 geklettert, d.h. nicht in freier Kletterei. Nachdem die dünnen Risse jedoch geputzt wurden, ist das gut machbar. Ein paar kräftige Züge auf Gegendruck bzw. mit Compression, dann ist es gegessen. Es stecken 2 BH, dazwischen legt man gerne noch einen kleinen Cam. Der obere Teil legt sich dann zurück, in gestuftem Gelände erreicht man den Stand auf der Rampe.

Die ehemalige A1-Stelle am Anfang von L5, dank geputztem Riss nun gut kletterbar (6b+).

L6, 50m, 6a+: Die Route verläuft hier plattig auf der etwas grasigen Rampe. An sich nicht schwierig (5b), ein paar Schritte sind aber doch nicht ganz easy und nebst den 2 BH legt man besser noch etwas dazu, wobei die super Placements nicht üppig sind. Die originale Route biegt beim prominent platzierten dritten BH dann um die Ecke nach rechts raus zu Stand, hier zweigt die Direktvariante ab, welche wir an diesem Tag eröffneten. Es geht links hinauf an Schuppen unterhalb von einer dachartigen gestuften Verschneidung. Erst griffig und gemütlich, am Ende wird die Struktur dann zu einer kaminartigen Schuppe, wo ein kurzer Squeeze wohl die beste Lösung ist, bevor man am Ende ausspreizen kann. Dieser neue Teil ist komplett mobil zu sichern (gut möglich), der Stand auf dem Band ist gebohrt.

Viktor bei der Erstbegehung des neuen Direktausstiegs (L6, 6a+). Die Originalroute der Via Matthias quert beim hellorangen Wandstück rechts um die Ecke herum und wurde bei der Sanierung im August ebenfalls mit BH ausgerüstet.

Etwas verklemmt am Ende des neuen Teilstücks in L6 (6a+).

L7, 35m, 5a: Grundsätzlich "der Nase nach", d.h. das gestufte einfache Gelände bietet wohl mehrere Optionen. Die für uns logischste Linie geht vom Stand nach rechts und dann hinauf, wo man auf den Schlussstand einer unbekannten Route trifft (diese verläuft unten rechts der Via Matthias und kreuzt sie wohl irgendwo im zweiten Teil des Quergangs von L6). Schliesslich erreicht man das Top mit seinem sehr bequemen Plateau.

Wer kann sachdienliche Hinweise hierzu liefern? Es ist der finale Stand der nirgendwo in der Literatur oder im Netz verzeichneten Route, welche rechts der Via Matthias verläuft. Wer hat ihn platziert und/oder kann mehr Infos zu dieser Route liefern? Oder weiss jemand zumindest, wer solche Standplätze produziert hat? Eventuell bringt uns das ja einen Schritt weiter.

Kurz vor 15.00 Uhr und damit nach knapp 4:00h der Kletterei mit zwei neu eröffneten Seillängen waren wir da. Wir hielten nur kurz inne und richteten den Blick gleich nach vorne. Viktor hatte mir schon lange von seinem Projekt "Vier gewinnt" geschwärmt - ein attraktiver Off-Width-Riss (wenn es so etwas überhaupt gibt 🤪) etwas zurückversetzt an einem Felsturm. Mit einer kurzen, grundsätzlich unschwierigen und gut auch in Kletterfinken machbaren Traverse in etwas schuttig-labilem Gelände gelangt man an dessen Fuss. 

Marcel unterwegs zum hinteren Felsturm mit dem markanten Offwidth.

Schon aus der Ferne und noch viel mehr aus der Nähe schien mir der angepeilte Shaft aber abschreckend, schwer absicherbar und auch sauschwierig. Mein Statement dazu: "Looks good, you can go first!". Mein erster Eindruck täuschte in keiner Hinsicht: die beiden mitgeführten 5er-Cams waren deutlich zu klein, somit war an mobile Sicherung nicht zu denken. Nach zähem Ringen und zwei gesetzten BH musste Viktor schliesslich das Handtuch werfen - die Zeit war schon fortgeschritten und es war im Schatten (zumindest beim Sichern) empfindlich kühl geworden. Trotzdem, das Risssystem links war einfach zu attraktiv, um es unversucht zu lassen und nach Hause zu gehen. Aus diesem Vorhaben wurde schliesslich...

Kein Bockmist (2 SL, 6b+, Trad, Erstbegehung)

Man könnte jetzt sagen, die Namensgebung komme daher, dass im Bereich zwischen der Via Matthias und dem oberen Felsturm eine erstaunliche Menge an Bockmist präsent war, den man dann auf der Route endlich wieder los war (offenbar nutzen Tiere dieses Gelände als Lagerplatz, nicht jedoch zum Zeitpunkt, wo wir dort waren). Die alternative Interpretation der Namensgebung überlasse ich jetzt gerne der Fantasie der Leser... Jedenfalls, ich machte mich auf den Weg und dieser entpuppte sich durchaus als eine Perle.

L1, 25m, 6b+: Gar nicht mal so einfach über die Einstiegsverschneidung hinauf, zur steilen Stufe mit dem markanten Riss rechts. Kurz an diesem hinauf, die sich verbreiternde Fortsetzung wäre evtl. auch kletterbar. Mir schien es jedoch günstiger, nach links in den eleganten Fingerriss abzubiegen. Immer dünner werdend und zuletzt in der Platte auslaufend war aber die Frage, ob ich mich da nicht in eine Sackgasse begeben hatte. Mit einigem Herzflattern arbeitete ich mich vorwärts, legte den 0.3er-Cam ins letzte Placement... und dann?!? Zwei beherzte Züge an sich genau an der richtigen Stelle befindlichen Leisten später war die Sache geritzt. Ich erreichte eine Nische, wo sich ein bequemer Stand anbot (mit 2 BH ausgerüstet).

Kurz vor Erreichen des Standplatzes in L1 (6b+).

L2, 30m, 6b: Der Blick nach oben zeigte es: die grossen und schweren Cams waren nicht vergebens mitgekommen. Der Start dieser zweiten Länge bietet auch wieder Optionen: links ein steiler und breiter  Jam-Riss (ca. Camalot 3 oder 4) oder rechts eine Layback-Verschneidung, wo an sehr breiten Rissen gesichert werden muss (Camalot 4 oder 5). Mit den grossen Gerätschaften am Gurt entschied ich mich für den Layback, der kommoder und einfacher wirkte. Es ist nicht so schwierig, mit etwas Courage kommt man vermutlich sogar mit nur einem Camalot 4 aus?!? So erreicht man einen Absatz, bei welchem man links um die Ecke biegt und über eine Steilstufe eine Schuppe erreicht. Dieser griffig entlang, als letzter Challenge wartet dann jedoch noch ein kniffliger Mantle auf die abschliessende Platte zum Stand, welcher ebenfalls mit 2 BH ausgerüstet ist. 

Im Ausstieg noch ein Platten-Mantle...

Um etwa 18.30 Uhr waren wir zwar noch nicht auf dem Gipfel des Felsturms, jedoch am logischen Routenende. Das eher blockig-labil aussehende Gelände zu dessen Top schien unlohnend. Während dem Erstbegehen der beiden Kein Bockmist-Längen waren meine schlotternden Glieder zum Glück wieder auf Betriebstemperatur gekommen. Doch trotzdem, es war Zeit, den Heimweg anzutreten, Viktors Offwidth-Projekt würde vielleicht irgendwann in der Zukunft seine Vollendung erfahren. Die beiden Längen am Turm lassen sich mit 2x50m-Seilen gerade in 1 Strecke bewältigen, vom Top der Via Matthias ist man in 4 weiteren Manövern zurück am Einstieg. Mit der nötigen Vorsicht konnten wir unsere Finken frei vom Bockmist halten, sie sorgenlos im Rucksack verstauen und frohen Mutes zum Parkplatz absteigen. Ein toller und auch abenteuerlicher Tag im Urner Granit war's gewesen, davon nehmen wir immer gerne mehr.

Facts

Sunnig Berg - Via Matthias 6b+ (6a+ obl.) - 7 SL, 200m - Fodor/Skinner 1988, saniert 2025 - ***;xxxx
Material: 2x50m-Seile, 10 Express, Cams 0.2-3, evtl. Keile und/oder Cams 0.2-0.5 zusätzlich

Spannende Semi-Trad-Kletterei in solidem Fels, der unten sehr sauber, oben dann etwas mehr mit Flechten bewachsen ist. Meistens klettert man entlang von Verschneidungen oder Schuppen, teilweise gibt es etwas Wandkletterei dazu, Jam-Risse kommen hingegen kaum vor. Die Route muss über einen substanziellen Teil der Strecke mobil abgesichert werden, was an den entsprechenden Stellen gut möglich ist. Wo die guten Placements fehlen, trifft man auf eine gute Absicherung mit Inox-BH. Dank den kurzen Seillängen kommen versierte Kletterer vermutlich mit einem Set Cams aus. Ein zweites Set bis zu den mittleren Grössen und/oder Keile bietet zusätzlichen Spielraum. Zu erwähnen ist noch: die Verschneidungen sind eigentlich alle nach rechts (Norden) offen, somit klettert man in dieser Ostwand relativ früh komplett im Schatten. Dadurch mit Einstieg auf 2500m eher ein Ziel für die warme Jahreszeit. Weitere Infos zur Route und zur Sanierung im 2025 findet man auf dem Blog von Viktor, hier geht's zum PDF-Download vom Topo.

Das Topo zur Via Matthias, (c) by Viktor.

Sunnig Berg - Kein Bockmist 6b+ (6b obl.) - 2 SL, 50m - M.Dettling/V.Wegmayr, 24.8.2025
Material: 2x50m-Seile, 10 Express (teils verlängerbar), Cams 0.2-5, evtl. lieber doppelt

Kurze Trad-Route, welche sich ideal als Ergänzung zur nicht überaus langen Via Matthias anbietet. Die Schwierigkeiten sind an sich nicht höher als dort, da aber ausser an den Standplätzen gar keine BH stecken, ist die Sache doch etwas fordernder und aufregender. Auf dem Programm stehen Risse aller Breiten von sehr dünn bis zur Offwidth-Breite. Der Fels ist an sich top und sehr solide mit tollen Splitter Cracks, teilweise jedoch mit Flechten bewachsen. Wer dem Gear vertraut und dementsprechend über die Sicherungen steigt, kann die Route wohl mit einem Set Cams klettern. Ein grosses Gerät (mindestens 4, besser 5) ist aber zwingend - und ein Doppelset von klein bis gross bietet sicherlich mehr Marge. Hier unten bzw. als PDF-Download das Topo zu dieser Route - wir wünschen viel Spass und freuen uns auf die ersten Wiederholer!

Das Topo zur Verlängerung mit dem Namen "Kein Bockmist".

Donnerstag, 14. Juli 2022

Zervreilahorn - Nightcrawler (6c, 7 SL, Erstbegehung)

Jetzt ist es soweit: mit der Publikation von Nightcrawler wird unsere Neutouren-Trilogie in der Zervreilahorn SE-Wand definitiv abgeschlossen. Mit der Erschliessung der hier beschriebenen Route haben wir im 2020 begonnen und sie im 2021 abgeschlossen und mit der Rotpunkt-Begehung gekrönt. Wie ihre beiden Schwestern (oder Brüder ;-)) handelt es sich um eine Linie im Semi-Trad-Stil. Sprich, über weite Strecken kann und muss die Route mit mobilem Material selber abgesichert werden. Um diese Abschnitte in lohnender Kletterei miteinander zu verbinden führt die Route über einige Wandpassagen, welche ebenso wie die Standplätze mit soliden, rostfreien BH eingerichtet wurden. Viele eindrückliche Kletterstellen erwarten euch auch auf dieser Route, geht hin und geniesst es!

Erschliessung

Die Geschichte unserer Trilogie begann im Sommer 2019 mit einem langen Tag, an welchem wir die Maverik komplett begehen und einrichten konnten. Schon gegen den Herbst hin waren wir vor Ort, um die Maverik rotpunkt zu klettern. Danach blieb Zeit, um mit der ersten Seillänge unserer nächsten Linie, der Holy Smoke zu beginnen. Der Winter kam dazwischen, die Fortsetzung erfolgte im Sommer 2020, wo wir zusammen mit Larina an einem erneut sehr langen Tag die Holy Smoke bis zum Gipfel klettern konnten. Die noch offene Rotpunkt-Begehung holten wir uns Mitte September 2020. An diesem Tag hatten wir erneut das schwere Gepäck mit dabei, denn den Plan für eine weitere Linie links der Holy Smoke hatten wir bereits früher ausgeheckt und dazu wollte an diesem Tag bereits der Startschuss gelegt werden.

Immer wieder ein erhabener Anblick, das Zervreilahorn vom Ausgangspunkt bei der Kapelle gesehen.

Erschwert wurde dies vorerst einmal durch einen Regenschauer, den wir mehr schlecht als recht am Wandfuss aussitzen mussten. Tja, am Wandfuss des Zervreilahorns gibt's leider nicht üppig Überhänge und Grotten. Zum Glück war die Sache von relativ kurzer Dauer und die Radar-Animation gelobte für den Rest des Abends trockenes Wetter. Den logischen Einstieg in den Nightcrawler hatten wir bald gefunden, er war auch gut mobil abzusichern. Im oberen Teil der ersten Seillänge waren die durchaus vorhandenen Risse jedoch mit Vegetation gefüllt. Sollte es schnell und 'billig' entlang dieser vorwärts gehen? Oder war hier der Weg über die kompakten Platten mit BH-Absicherung und qualitativ hochwertiger Kletterei die logische Wahl? Wir erwogen die Argumente und entschieden uns gegen die grasigen Strukturen, auch wenn uns dies einige Bohrhaken kostete - im Rückblick war es der absolut richtige Entscheid. Nach zwei Seillängen ging uns das Tageslicht aus, in der schon dunklen Dämmerung seilten wir ab und kehrten in stockfinsterer Nacht nach Zervreila zurück.

Regenschauer aussitzen am Wandfuss nach dem RP in Holy Smoke und vor dem Start in Nightcrawler.

Zur Fortsetzung kam das Projekt erst nach einem weiteren Winter am 14. August 2021. Um 7.00 Uhr brachen wir wie immer mit den Bikes von Zervreila auf und hievten die schweren Säcke mit doppeltem Camset, Bohrer und ausreichend vielen Haken an den Einstieg. Um 9.00 Uhr hatten wir das Material sortiert und die Kletterfinken geschnürt, es konnte losgehen. Die erste Aufgabe bestand darin, die beiden bereits eingerichteten Seillängen zu klettern, ja nein so richtig zu geniessen und ihnen auch gleich einen Rotpunkt-Durchstieg abzuknöpfen. Bei Schwierigkeiten im 6b-Bereich gelang uns dies ziemlich mühelos und bald hatten wir die Vortriebsstelle erreicht, von wo es ins Ungewisse weiterging. Durch einen etwas versteckte, kaminartige Verschneidung liess sich eine steile Wand bezwingen, eine Wandpassage mit 3 BH brachte mich zu einem schönen Riss an den Fuss einer langen Verschneidung mit Splitter Crack im Grund, die wir schon von Weitem als die Ideallinie identifiziert hatten.

Start in den langen Erstbegehungstag am 14. August 2021 - hier auf den allerersten Metern in L1 (6a+).

So war's dann auch, ohne den Bohrer zu zücken liess sich dieses Prunkstück einwandfrei absichern und onsight klettern, so war bald der nächste, bequeme Stand am Fuss einer steileren Wandpartie erreicht. Der logische Weg zur Überwindung dieses Hindernisses war mit einer Verschneidung vorgegeben. Wie sich zeigte, war der zu Beginn vorhandene Riss bald geschlossen, die Seitenwände schienen sehr glatt und zudem machte ein hängender Block den weiteren Weg durch diese Struktur unangenehm. Einigen Henkeln sei Dank liess sich in der Wand rechts eine in jeder Hinsicht bessere Alternative finden. Zwei Bohrhaken mussten an dieser Stelle platziert werden, bald geht's jedoch wieder mobil sichernd weiter. Nach Platzierung der Bolts liess ich mich nochmals zum Stand ab, um die Seillänge gleich Punkten zu können. Sie brachte uns zu einer markanten Schuppe in einer orangen Wand, die wir auch schon vorab als ein Prunkstück unseres Projekts identifiziert hatten.

Die Kletterei an der cleanen Schuppe in L6 (6b) ist ein wahrer Leckerbissen dieser Route!

Genau so war es dann auch - die Schuppe bietet eine super kühne Linie, lässt sich komplett mobil absichern und ist ein richtiger Trad-Leckerbissen. Bei einer Schwierigkeit um 6b gelang uns auch hier die Onsight-Erstbegehung der Seillänge. Diese führt in einen gestuften Bereich unter dem finalen Wandabschnitt. Auch hier waren wir uns rasch einig: durch mässig attraktive Rinnen hätte man das Gipfelplateau zügig und einfach erreichen können. Doch wir wollten unserer Route ein richtiges Schlussbouquet verpassen und die attraktivst-mögliche Linie zum markanten Turm wählen. Etwas Kraxelgelände brachte mich an die Wand, welche wie erhofft so richtig gute Kletterei bot. Auch da liegt viel mobiles Gear, Wandstellen dazwischen erforderten allerdings die Installation von 4 BH. Da wir bis zu dieser Stelle alles gepunktet hatten, musste ich mich ranhalten. Eine Onsight-Erstbegehung der Länge war das Ziel. Dieses konnte ich gut erreichen, dank dem die Haken aus jeweils guten Positionen gebohrt werden konnten. Um 18.15 Uhr abends hatten wir es nach gut 9:00 Stunden geschafft - der Nightcrawler war geboren und sogar auch schon komplett gepunktet!

Geschafft! Auch die letzte Seillänge bietet nochmals tolle Kletterei mit steilem Riss zum Abschluss!

Wir gönnten uns eine gütliche Rast auf dem Gipfelplateau und machten Kassensturz über die verbrauchten Bohrhaken. Genau 17 Stück hatten wir auf den 7 Seillängen als Zwischensicherung verwendet und waren damit exakt im selben Rahmen wie in Maverik (18 Stück) und Holy Smoke (17 Stück) geblieben (als informative, nicht wertende Angabe sei erwähnt, dass in der Braveheart doppelt so viele Zwischenbolts vorhanden sind). Schliesslich machten wir uns dann ans Abseilen über unser Werk. Es gab noch diverse Verbesserungsarbeiten an den Standplätzen zu erledigen, an einigen Stellen nahmen wir Reinigungsarbeiten vor und bis die Route am Einstieg auch noch angeschrieben war, war es längst dunkel. Erneut bei Nacht schlichen wir zurück nach Zervreila, mit viel Zufriedenheit im Herzen. Über den Routennamen mussten wir aufgrund der beiden nächtlichen Rückkehraktionen nicht lange nachdenken, da waren doch einfach zwei richtige Nightcrawler am Werk :-)

Zustieg

Per Auto oder öV auf kurvenreicher Strasse von Chur via Ilanz nach Vals und weiter nach Zervreila zum Parkplatz bei der Kapelle (P.1984). Nun der mit Fahrverbot für Motorfahrzeuge belegten Schotterstrasse entlang ca. 2.7km zum Beginn des Wanderwegs nach Furggelti, dabei vernichtet man rund 130 Höhenmeter. Es ist sehr empfehlenswert, für diesen Abschnitt ein Bike zu verwenden. Die Zeitersparnis auf dem Hinweg beträgt ca. 30 Minuten, auf dem Rückweg ca. 15-20 Minuten. Dann zu Fuss dem Wanderweg entlang bis zu dieser Stelle auf ca. 2240m (Steinhaufen, Eisenstange mit weiss-rot-weisser Markierung), wo man diesen nach rechts verlässt.

Da kommt Vorfreude auf - euer Sack hoffentlich nicht ganz so schwer wie der mit Bolts und Maschine gefüllte des Autors ;-)

Die Pfadspur zum Zervreilahorn ist ganz am Anfang nicht sehr ausgeprägt, wird aber bald deutlicher. Sie verläuft später am Fuss des markanten, diagonal verlaufenden Felsbands - im Zweifel einfach in diese Richtung gehen. Man erreicht schliesslich den flachen Boden (Biwakplatz) auf ca. 2420m und wenig später übers Geröllfeld den Fuss der Wand. Von dort auf Pfadspur links aufwärts und über den Graskegel zur Kraxelstelle, die aufs grasige Einstiegsband leitet. Auf diesem noch ca. 200m nach links, man passiert dabei die Einstiege von Medea, Nanouk und Braveheart. Ca. 25m links der letzteren befinden sich die angeschriebenen, unmittelbar beieinander liegenden Einstiege von Holy Smoke (links) und Maverik (rechts) auf einer etwas erhöhten Terrasse, ein Fixseil führt dahin. Man quert unterhalb davon durch, um ca. 35m links vom Braveheart-Einstieg den Start vom Nightcrawler (mit BH und Aufschrift) zu finden. Alternativ und einen Tick schneller kann man auch unterhalb der Wand gut begehbar übers Geröllfeld queren und erst hinten über die Stufe direkt zum Einstieg der Braveheart hinauf (Fixseil vorhanden). Unser totaler Zeitbedarf von der Kapelle bis zum Start der Route belief sich jeweils (mit Bike, zügiges Gehen, inkl. der Bohrausrüstung im Gepäck) auf ca. 1:15 Stunden. In der Literatur steht 2:30h, man kalkuliere also selbst.

In dunkler Nacht frisch gestrichen :-)

Routenbeschreibung

Zervreilahorn - Nightcrawler 6c (6b obl.) - 7 SL, 250m - Marcel Dettling, Viktor Wegmayr 2021

L1, 35m, 6a+: Der Einstieg ist mit einem einzelnen BH markiert und zudem angeschrieben. Über einige Stufen hinweg geht es, Cams in Querschlitzen platzierend, gegen ein Dacherl hinauf. Unterhalb von diesem befindet sich der erste BH. Hat man diese Zone passiert, so führt die Route nicht hinauf in die grasigen Risse, sondern zieht rechts hinaus in die plattige Wand mit ihren 'Grattons' (kleine Strukturen). Über einige Meter heisst es sorgfältig Moven, bevor die Schwierigkeiten nachlassen und man hinauf zu bequemem Stand auf einer Terrasse klettert.

Viktor folgt auf dem Plattenrücken in L1 (6a+), definitiv besser wie grasgefüllte Risse zu klettern!

L2, 35m, 6b: Auch hier entschieden wir uns für den direkten Weg. Entlang von einer wenig ausgeprägten Schuppe mit eher runden Griffen und dürftigem Trittangebot klettert man mit ziemlich kniffligen Moves über 3 BH, bis man in eine einfachere Zone entlassen wird. Die restlichen Meter im 5ab-Bereich bis zum Stand sind nicht das Filetstück der Route. Es steckt ein weiterer BH zur Orientierung, den Rest kann man gut mit Klemmgeräten absichern.

Viktor im Auftakt zu L2 (6b), der eher schwieriger zu klettern ist, wie es das Foto den Anschein macht.

L3, 35m, 6b: Achtung, links über die Platte mit gut sichtbaren BH führt die Route Alphornklänge. Der Nightcrawler führt gerade hinauf, der selber abzusichernden, kaminartig abstehenden Schuppe entlang. An deren Ende folgt mit BH gesicherte Wandkletterei, die dank ein paar Leisten super aufgeht. Nach der zweiten fixen Sicherung folgt man dem Pfad des geringsten Widerstands, d.h. nach links um die Ecke (weiterer BH). Auf einem Band angelangt, präsentieren sich zwei Risse. Der linke ist durchaus kletterbar und sogar einfacher wie der rechte, jedoch nur mässig gut absicherbar. Wir empfehlen ganz klar den rechten Splitter, der einige Jams erfordert und Cams in der Grösse 0.75 willig aufnimmt. Auf dem nächsten Band dann kurze Querung nach links zum Stand.

In L3 (6b) klettert man zuerst an einer kaminartig abstehenden Schuppe. Rechts am Bildrand führt übrigens die cleane L3 (6c) der Holy Smoke durch die Verschneidung, der Standplatz ist am rechten Bildrand sichtbar.

L4, 30m, 6b: Hier gibt es keine Fragen zum Routenverlauf - der kleinen Verschneidung geht's auf der ganzen Strecke entlang. Dank diverser Risse ist eine einwandfreie Absicherung mit ausschliesslich mobilem Material nötig. Nach genialer Turnerei erreicht man den nächsten Stand erneut auf einem bequemen Band.

Die tolle, cleane Verschneidung in L4 (6b) - Viktor auf Onsight-Erstbegehung :-)

L5, 30m, 6c: Steiler Auftakt, erst noch an Gear, dann zu BH. Nach diesem in Wandkletterei nach rechts aus der Verschneidung raus zu weiterem BH. Achtung, in der Verschneidung drin sitzt ein wackliger Block - diesen vorteilhaft nicht berühren (allerdings liess er sich von uns nicht entfernen, sein wahres Gefahrenpotenzial dürfte daher nicht sehr gross sein, zumal er gut erkennbar ist und nicht genutzt werden muss!). Man gelangt zu einem steilen Riss, der mit kleinem Gear mobil gesichert werden muss, v.a. der Fontainebleau-Mantle auf die nächste Terrasse ist ziemlich zwingend und erfordert etwas Zutrauen! Auf der Terrasse geradeaus zum nächsten Riss, ein paar Meter hinauf, dann horizontal nach rechts zur Rampe und hinauf zum Stand - das ist der günstigste und am besten absicherbare Weg (diese Stelle rechtsrum zu umgehen ist nicht empfehlenswert, Seilzug und schlechte Absicherung!)

Der obere Teil von L5 (6c) - herrliche, cleane, rissige Kletterei an orangefarbenem Gestein.

L6, 35m, 6b: Eindrückliche Passage, denn die Wand ist steil, die markante Schuppe wirkt sehr herausfordernd und es muss die ganze Länge mobil gesichert werden! Es stehen aber optimale Placements zur Verfügung und die besten Griffe sind genau da, wo es sie am meisten braucht. Es braucht aber zwingend grosse Cams (bis Grösse 3, Grösse 2 am besten doppelt). Ist man dem steilen Gelände einmal entstiegen, so halte man sich nicht fälschlicherweise nach links an den Abseilstand von Alphornklänge. Die richtige Station vom Nightcrawler befindet sich etwas rechts oberhalb von einer Stufe.

Geniale Clean-Kletterei entlang einer Schuppe durch die steile orange Wand in L7 (6b).

L7, 45m, 6b+: Über die Terrasse geht's an den Fuss der Schlusswand, welche vorerst mit interessanter Leistenkletterei wartet. Diese Stelle ist mir 2 BH gut gesichert, ob dem flachen Gelände darunter ist trotzdem Umsicht geboten. Nachher kommen die Cams wieder zum Zug, bevor ein weiterer kompakter Wandabschnitt bouldrig überwunden werden will. Über einen Block geht's heran an den finalen, orangen Turm. Athletische Moves führen an einen steilen Riss, der nochmals mobil gesichert wird. Der Stand befindet sich unmittelbar am Gipfelplateau. 

Herrliche Kletterei in L7 (6b+), abzusichern mit einem Mix von Bolts und Cams.

Abseilen

Hierzu gibt es verschiedene Optionen. Man kann direkt über die Route abseilen, allenfalls im unteren Teil mit Nutzung von Standplätzen der benachbarten Holy Smoke. Da viele der Seillängen gerade so um die 35m-Marke messen, kann man jedoch kaum Stände überspringen und braucht 6-7 Manöver. Alternativ kann man - und falls andere Seilschaften in der Route bzw. im Sektor sind sogar sinnvollerweise - über das Gipfelplateau zu grossem Steinmann absteigen und dort die Piste über die Fahnenroute bzw. Nanouk benutzen. Dort kommt man mit 2x50m-Seilen in 5 Manövern wieder auf den Boden und es ist sogar möglich, in 10x22m mit einem Einfachseil abzuseilen.

Blick aus der Wand zum Zervreilasee, mit einer Seilschaft am zweiten Stand von Maverik.

Material

Unverzichtbar ist 1 Set Cams 0.1-3, dazu 1 weiteres Set 0.3-3 und ein Set an kleinen bis mittleren Klemmkeilen. Im Topo haben wir angegeben, welche Grössen in welchem Abschnitt der Route bevorzugt zum Einsatz kommen. Wie immer sind solche Angaben natürlich ohne letzte Gewähr (à la "da steht 0.3-0.5, ich habe aber ein super Placement für einen 1er gefunden"), sondern mehr zur groben Planung und zur Vermeidung von bösen Überraschungen gedacht. Seile sind  2x50m nötig. Mit 10 Exen (wovon mind. 4 verlängerbare Alpine Draws) sollte man gut durchkommen, wenn man dort wo durch geraden Seilverlauf möglich/sinnvoll die Cams direkt und ohne Exe klippt. Risshandschuhe sind ab L3 durchaus bequem, wenn auch nicht zwingend erforderlich.

That's why we do weighted deadhangs - Gewicht vom Gurt auf Erstbegehung gegen 15 kg ;-)

Topo

Hier gibt's rein visuell Wandbild und Topo als Bilddatei, letzteres kann man auch als PDF runterladen. Zusätzlich gibt es auch ein PDF mit der Gesamtdokumentation aller 3 von uns erschlossenen Routen inkl. der Infos zu Zustieg und der Seillängen. Zuletzt der wichtige Hinweis: der Nightcrawler ist genau so wie Maverik und Holy Smoke nur dort mit BH gesichert, wo es keine mobilen Möglichkeiten gibt. Es müssen zwingend Cams gelegt werden, auch an schwierigen Kletterstellen, einzelne Seillängen sind sogar komplett clean. Kenntnisse und Erfahrung im Umgang mit mobiler Absicherung sind unerlässlich, ebenso wie die nötige Erfahrung fürs Klettern in alpinem Gelände. Ist beides vorhanden, ist die Route aber sehr gut gesichert und ein Genuss! Zu erwähnen ist auch noch, dass es sich beim Nightcrawler mit einer Bewertung von maximal 6c nominell um die einfachste unserer drei Routen handelt. Das erklärt sich v.a. durch die Absenz von bouldrig-kurzen 7a-Einzelstellen wie in L2 von Maverik und L1 bzw. L4 von Holy Smoke. Die Gesamtanforderungen der drei Routen sind ansonsten vergleichbar (wobei die Holy Smoke wohl das härteste Gerät darstellt).

Topo von Nightcrawler, für bessere Auflösung das PDF herunterladen!
Routenverlauf vom Nightcrawler.