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Mittwoch, 9. Oktober 2019

Wendenstöcke - Sawiris (7a+)

Bei der Sawiris (9 SL, 7a+) handelt es sich um eine exklusive Linie im oberen Wandteil des Reissend Nollen. Viele Begeher hat sie in der Dauer ihres bisher 12-jährigen Bestehens noch nicht gesehen, laut dem Wandbuch sind es nur 15 Seilschaften. Doch soweit bekannt kehrten alle hellauf begeistert zurück und sprachen von der oder zumindest einer der schönsten Routen an den Wendenstöcken. Soviel vorweg, meine Einschätzung fällt genau gleich aus. Der Fels ist wirklich von einer unglaublichen Kompaktheit und Güte, die Position weit über dem Tal herausragend, die Kletterei auf jedem Meter anspruchsvoll und die Moves durchgehend homogen schwierig im Bereich von 6b-7a. Jedoch gilt es, sich das Vergnügen erst zu verdienen. Abgesehen von der Titlis Südwand handelt es sich bei der Sawiris um die Wendenroute, welche den aufwändigsten Zustieg erfordert - dieser lohnt sich jedoch absolut.

Die grandiosen Wände des Reissend Nollen mit der Sawiris (9 SL, 7a+). Das Foto stammt nicht vom Tag der Begehung.
Wenige Minuten vor 8.00 Uhr liefen wir auf der Wendenalp los, wie so oft im Herbst leuchteten die Wände golden über uns - immer wieder ein tolles Erlebnis. Auf dem bestens bekannten Pfad ging's in Richtung Reissend Nollen, am Einstieg der Zambo vorbei (bis hierher 50-60 Minuten) und dann links hinaus. Die folgende Plattenzone erheischt auf den ersten Blick gehörigen Respekt. Quert man sie auf der Linie des geringsten Widerstands von links nach rechts, so geht's aber ganz leidlich (T6, II). Man kreuzt nochmals die Linie der Zambo in L6 und steigt dann nach links hinauf zum Beginn der As de Coeur. Von hier entlang des markanten Risses wieder etwas nach rechts hinauf auf die Bänder, welche den "Gipfel" von Spasspartout und Zambo markieren (II, kurze Stelle III, derzeit mit Fixseil entschärft). Nun gilt es noch, ein Stück horizontal bzw. leicht aufsteigend nach rechts zu traversieren, um dann am Ende nochmals 40m in gestuftem Gelände zum Beginn der Route hinaufzuklettern (I-II). Die in der Literatur angegebene Zustiegszeit von 2:30h ist sicher grosszügig bemessen, m.E. sind die ca. 900hm mit Ortskenntnissen bei sportlich-zügigem Gehen gut in 1:30-1:45h zu machen. Um ca. 10.00 Uhr waren wir nach einem Imbiss bereit und kletterten los.

Impressionen aus dem Zustieg: die golden leuchtenden Wände von Mähren, Pfaffenhuet und Gross Wendenstock.
Rückblick auf den heiklen Zustiegsteil (T6, II), der zum Einstieg von Caminando, Millenium und As de Coeur führt. Man beachte den Akteur ziemlich exakt in Bildmitte - sieht erschreckend aus, aber wenn man den einfachsten Weg findet, so löst sich doch alles ganz ordentlich auf.
L1, 6b, 25m, 3 BH: schon die ersten Meter sind kein Gehgelände mehr und bereits am und über den zweiten Haken spielt die Musik. Feines Antreten und runde Strukturen oder kleine Käntchen geschickt belasten ist das erste, aber längst nicht das letzte Mal gefragt. Aber es schadet sowieso nicht, sich gleich einmal gut mit dem Reibungskoeffizienten zwischen Schuh und Fels vertraut zu machen. Die zweite Hälfte dann einfacher aufs Band hoch.

L2, 6b+, 25m, 5 BH: schöne Plattenkletterei, zwischendurch gibt's auch noch ein paar originelle, runde Löcher. Ich fand diese Sequenz einfacher wie L1, auch die Haken stecken einen Tick näher beisammen. Meines Erachtens könnte man hier auch 6b und in L1 6b+ geben. Spielt ja aber dann auch keine solch grosse Rolle.

Auf den ersten Seillängen der Sawiris wartet technische Plattenkletterei bei grandioser Felsqualität!
L3, 6c+, 40m, 8 BH: nun geht's richtig los, wie mein französischer Kollege so schön schreibt "avec des pas très obligatoires en dalle". Die ersten Meter geht's wie bisher gehabt noch mehr oder weniger gemässigt dahin, doch die Hauptschwierigkeiten folgen bald: sie fordern extreme Steilplattenmoves und mutig-prekäres Antreten auf Reibung, und sind zwischen den Haken zwingend zu meistern - für mich Adrenalin pur! Nach dieser ~10m langen Cruxsequenz lässt's dann wieder etwas nach, die Haken sind auch wieder etwas dichter und freundlicher platziert, nur zuletzt gibt's nochmals einen nicht ganz trivialen Runout zum Stand hinauf.

Das Finish von L3 (6c+) ist nochmals fordernd. Nicht ganz so schwierig, aber der Abstand zum Stand ist einfach weit.
L4, 7a, 30m, 9 BH: langsam steilt's etwas auf. Nach einem ersten Wanderl mit schönen Leisten und Tropflöchern folgt nochmals eine etwas geneigte, nicht ganz so schwierige Zone, bevor es in die leicht überhängende Abschlusswand hineingeht. Die Griffe sind zwar da, aber so richtig gute oder positive Henkel fehlen dann eben doch. So pumpt's ordentlich und es wird im etwas unübersichtlichen Schlussteil vom letzten Haken zum Stand geprüft, wie viel Saft und Entschlossenheit zum Vorwärtssteigen noch übriggeblieben ist.

Göttlich das Gestein und athletisch die Kletterei in L4 (7a). Das Attribut 'unübersichtlich' für dieses Slopermeer passt.
L5, 7a, 25m, 6 BH: die offensichtlich ziemlich glatte Zone gerade oberhalb wird mit einem Linksquergang umgangen. Das geht vorerst ganz gut, wobei man sich hier bereits in überhängendem Gelände befindet und etwas angeplättet wird. Dort wo's dann wieder hinauf geht, gilt's dann über ein paar Meter, eine Schippe draufzulegen. Wie fast überall in der Wand gibt's fast unzählige Möglichkeiten, um auf Reibung anzutreten und sloprige Strukturen um sich in die Höhe zu schieben hat's ebenfalls viele. Nur die richtig guten Griffe/Tritte, wo man sich rasch vorwärts wuchten und auch wieder erholen kann, die fehlen eben mehrheitlich. So gilt's stets abzuwägen, ob man sich nun an dem, was man gerade hat einmal aufwärts schiebt, um dann möglicherweise in eine Sackgasse zu geraten, oder ob man weiter nach einer besseren Lösung sucht. Der Laktatpegel in dem Armen wird einem dabei möglicherweise die zu wählende Strategie diktieren.

Wenn der Fotograf den Apparat schön gerade gehalten hätte, so wäre der Beginn von L5 (7a) leicht überhängend.

Unglaublich kompaktes Gestein am Ende von L5 (7a). Gut gesichert zwar schon, aber trotzdem sehr verpflichtend!
L6, 6b+, 35m, 8 BH: hier legt sich die Wand nochmals ein wenig zurück und die Griffe sind mindestens gleich gut wie bis anhin, so klettert sich dieser Abschnitt genussreich und im Vergleich zu vorher und nachher schon beinahe erholsam. Undankbar darum wird manch einer nicht sein!

Vorzügliches Gestein auch in der etwas einfacheren Seillänge Nr. 6 (6b+).
L7, 7a+, 40m, 10 BH: es folgt nun nämlich eine richtige Monsterlänge mit anhaltenden Schwierigkeiten im ortstypischen Gelände, noch gewürzt mit einem athletischen Ausstieg. Die Wandkletterei zu Beginn ist betont senkrecht, man bedient dabei Seitgriffschlitze, scharfe Leisten, Tropflöcher und auch ein paar etwas staubige Schlitze, wobei wirklich fast jeder Meter voll fordernd ist. Wie bereits erwähnt spitzt sich die Sache am Ende zu. Über den unübersichtlichen Wulst am Ende muss man einfach noch hinweg, wobei die Griffe oberhalb zwar gross, aber eben auch sloprig-abwärtsgeschichtet sind. Hier geht mir doch tatsächlich 2 Moves vor der Rettung noch der Saft aus... schade!

So good, simply awesome! Die Cruxlänge (L8, 7a+) ist anhaltend fordernd, luft, steil & scharf.
Muss man das jetzt schon als grasigen Bruchfels bezeichnen?!? Endlich aus der steilen Zone in L7 (7a+) draussen.
L8, 7a, 35m, 9 BH: die kompakte Wand zu Beginn mit den Nahe steckenden Haken lässt vermuten, dass es hier gleich zur Sache geht. Und so ist's dann auch: am Anfang lassen sich die Schwierigkeiten noch geschickt überlisten, doch am dritten Bolt ist dann ein richtig kniffliger Mantle gefragt. Der Rest der Seillänge präsentiert sich dann ungleich griffiger und führt im 6b-Gelände genussreich zum Stand, wo sich auch das Wandbuch befindet.

Taffer Auftakt an kompaktem Fels in L8 (7a), wenig später lassen die Schwierigkeiten dann nach.
L9, 5b, 45m, 4 BH: die Erstbegeher schreiben auf dem Topo, die letzte Seillänge sei "nur alpinistisch interessant". Für mich keine Frage, dieser Abschnitt wird auf jeden Fall geklettert. Wobei, im Hinterkopf sind da dunkle Erinnerungen an die "alpinistisch interessante" Zusatzlänge der Tsunami, welche uns damals ziemlich in die Bredouille gebracht hat. Allerdings sieht der Fels hier deutlich kompakter aus, Bohrhaken sind sichtbar und die Abseilmöglichkeit vom Top ist ebenfalls gegeben, so zögere ich dennoch nicht. Der erste Teil der Seillänge bietet nochmals vergnügliche Kletterei, die gar nicht mal so einfach ist - vielleicht eher 6a als 5b?!? Danach wird das Gelände einfacher und die "losen Steine" kommen tatsächlich noch - mit etwas alpiner Erfahrung aber kein Thema. Der Stand befindet sich übrigens wirklich erst ganz oben auf dem Pfeilerkopf, den Einzelbolt mit Maillon muss man überklettern!

Ambiente am Top mit dem neu erbauten Gipfelsteinmann. Hinten die 3500er Sustenhorn, Gwächtenhorn und Tierberge.
Um 16.30 Uhr und damit nach rund 6:30 Stunden Kletterei sind wir auf dem Pfeilerkopf. Wie schon a priori erwartet, hatten die "nur" 9 Seillängen doch einiges an Zeit gekostet. Wir hatten zwar nirgends grosse Schwierigkeiten, doch die Kletterei ist sehr anhaltend anspruchsvoll und oft sehr tüftelig. Wer sauber Freiklettern will (wozu es sowieso meist keine Alternative gibt!), der braucht einfach Geduld und Zeit, um sich Übersicht zu verschaffen, die Moves zu planen und auszuführen. Da wir aber mit genügend Zeitreserve geplant hatten und das Wetter einwandfrei war, sprach auch nichts dagegen. Auf dem Pfeilerkopf kann man sich frei bewegen und stolz auf das Geleistete sein. Das Ambiente ist fantastisch, auch der Gipfel von Caminando bzw. Millenium befindet sich keine 100m entfernt und liesse sich über die Bänder querend erreichen. Ich nahm mir die Musse, den Punkt mit einem grossen Steinmann zu verzieren. Der Weiterweg hinauf zum Gipfel des Reissend Nollen sah gar nicht mehr einmal so übermässig weit und schwierig aus. Für diesen Tag war's keine Option, aber irgendwie ist's eben doch reizvoll... ich glaube, eines Tages muss ich einmal ganz hinaufsteigen (es sind noch ca. 300hm, teils Geh- und Kraxelgelände I-II, an der Schlusswand ein paar Seillängen IV bis V).

Hier könnte man noch weiter hinauf. Blick auf das einfache Gelände im Vordergrund, welches zur Gipfelwand führt.
Nach einer halbstündigen Pause machten wir uns an die Abseilfahrt. Die oberste Seillänge präsentiert dabei ziemlich suboptimales Abseilgelände. Wir machten diese in 2 Etappen an nur einem, doppelt genommenen Seilstrang - sonst besteht die Gefahr von Steinschlag und das Seil liesse sich vermutlich nur sehr schwer oder gar nicht abziehen. Auch die unteren Seillängen warfen bei mir a priori ob dem steilen Gelände und dem stets etwas nach links traversierenden Verlauf einige Bedenken auf. Schlussendlich ist das dann aber keine Sache und es ging flott voran, nach 5 weiteren Manövern waren wir zügig zurück am Einstieg. Aber natürlich ist die Sache hier noch keineswegs gegessen und der Weg ins Tal ist noch lange. Wir entschieden uns schliesslich, entlang der uns beiden unbekannten Remy-Routen Rockmantic und später dann Virus direkt über die Vorbauwand in die Tiefe zu gelangen (30m absteigen, 2x abseilen, 40m absteigen, 5x abseilen). Da die Routen teilweise spärlich ausgerüstet sind, sind der Verlauf bzw. die nächstfolgende Standplatz nicht immer ganz einfach zu finden. Schlussendlich brauchten wir so vom Einstieg der Sawiris zurück zum Parkplatz gerade gut 2:00h und damit länger wie für den Aufstieg - nicht ganz optimal. Folgende Optionen wären wohl besser:

Auf Spaziergang am Top der Sawiris. Der Ausstieg von Millenium/Caminando ist problemlos erreichbar.
  1. Abseilen über Sawiris, dann zu Fuss zurück über die Bänder und den Aufstiegsweg. Nachteil: viel heikle Abkletterei mit Schwierigkeiten bis T6/III. Kann entschärft werden, indem man 1-2x an Einzelbolts zum Einstieg von As de Cour abseilt und den unteren Vorbauteil 3x50m über Spasspartout.
  2. Wechsel vom Top von Sawiris zum Ausstieg von Caminando/Millenium, über die dortige Piste abseilen. Vom Einstieg dieser Routen kurz zu Fuss absteigen und dann noch 3x50m über den unteren Teil von Spasspartout abseilen. Nachteil: man kommt nicht mehr am Einstieg der Sawiris vorbei und muss mit Haulbag klettern.
  3. Wenn man schon direkt über den Vorbau abseilen will, so wechselt man nach dem ersten Teil (30m absteigen, 2x abseilen, 40m absteigen) sicherlich besser von der Rockmantic in die Via Italia, da die Abseilerei über den steilen Vorbauteil dort deutlich effizienter gestaltet werden kann (siehe Beschreibung). Das Top der Via Italia ist mit einer 20m-Querung auf Bändern gut erreichbar. 
Anyway, auch wenn der Weg ins Tal für einmal etwas Geduld und Ausdauer brauchte und es bereits gegen 20 Uhr und am Eindunkeln war, als wir auf der Wendenalp eintrafen: auch meine 36. Wendenroute war ein richtiges Highlight gewesen, von dem ich noch lange zehren konnte!

Facts

Reissend Nollen - Sawiris 7a+ (6c obl.) - 9 SL, 300m - Wicky/Krummenacher/Dollinger 2006 - *****;xxx
Material: 2x50m-Seile, 12 Express

Kaum eine Route an den Wendenstöcken erfordert mehr Aufwand im Zustieg wie die Sawiris. Trotzdem lohnt sich ein Besuch absolut, das Gestein und die Kletterei sind einfach fabelhaft - hier wackelt einfach gar nichts, 5 Sterne, keine Frage! Wer das Verhältnis von Lauf- zu Kletterzeit verbessern möchte, könnte alternativ auch über eine Vorbauroute starten. Ein sicherlich sehr lohnendes Unterfangen, das jedoch nur für starke und schnelle Seilschaften realistisch ist. Abgesichert ist die Sawiris gut, ja für Wendenverhältnisse stecken die Bolts sogar ziemlich üppig. Um trotzdem keinen falschen Eindruck zu vermitteln: die Kletterei ist anhaltend schwierig, geschenkte Meter gibt's fast keine. So muss man sich dennoch engagieren und immer wieder auch zwischen den Haken schwierige Moves klettern. Ich vergebe hier trotz der soliden Absicherung aufgrund vom Gesamtanspruch nur xxx, jedoch bestimmt an der oberen Grenze. Für mobiles Sicherungsmaterial konnte ich keinen nennenswerten Einsatzzweck erkennen, wir hatten dieses gleich daheim gelassen - dies kann man m.E. auch getrost so machen. Nähere Infos zu den anderen Touren am Berg und ein Topo findet man im Schweiz Extrem West.

Freitag, 4. Oktober 2019

Ailefroide - Cascade Blues (6a)

Vor der langen Heimreise und dem Stillsitzen auf dem Polster wollten wir noch eine Route in Ailefroide klettern um ein wenig Bewegung zu erhalten und die schöne Berggegend ein letztes Mal zu geniessen. Die Wahl fiel auf die Paroi de la Draye, die mit minimalem Zustieg und vormittäglichem Schatten auftrumpft. Ebenso dünkten mich die Touren an dieser Wand auch nicht ganz so stark frequentiert wie jene an der Poire, im Palavor-Sektor oder bei der Fissure, aber möglicherweise hatten wir auch einfach Glück. Erwähnt sei aber auch, dass die Routen an der Draye vielleicht auch nicht ganz so homogen gut wie die beliebteren Ziele sind, sie bieten aber trotzdem lässige Kletterei. Meinen kleinen Mann konnte ich insbesondere damit locken, dass auf dieser Tour auch noch 2 Wasserfälle (wovon 1 aber ausgetrocknet) überschritten werden mussten. Zudem konnte er dank dem Mix von einfacheren und schwierigeren Seillängen auch die Hälfte der Route vorsteigen.

Ansicht der Paroi de la Draye, Sektor Cascade von der Strasse, mit dem Verlauf von Route, Abseilständen und Fussabstieg.
Nachdem wir das Zelt getrocknet und verräumt sowie unser ganzes Hab und Gut eingepackt hatten, waren wir erst am frühen Nachmittag startbereit. Unmittelbar Ausgangs Ailefroide beim Ortsschild gibt's ein paar wenige Parkplätze, ein wenig bergaufwärts startet auch der Pfad, der in wenigen Minuten zur Wand führt. Eine Seilschaft hatte eben schon den Gipfel erreicht, sonst war niemand zugegen, umso besser für uns! Um 13.10 Uhr stiegen wir ein, die Sonne hatte vor kurzem die Wand erreicht - an heissen Tagen begeht man die Tour also vorzugsweise am Vormittag, für uns herrschten jedoch auch an der Sonne angenehme Bedingungen.

L1, 6a: Schöne Seillänge mit griffiger Kletterei, wobei im oberen Teil mit ein paar athletischen Zügen über eine Kante hinweg nach rechts geklettert werden muss. Einige mit der Bohrmaschine modellierte und mit Sika ausgekleidete Griffe erleichtern dies. Sie können aber problemlos vermieden werden, nach meinem Empfinden ändert der Schwierigkeitsgrad dabei kaum. Wer voll am Limit ist, empfindet dies vielleicht anders?!? Doch auch dann: ist es wirklich sinnvoll, Routen auf diese Art zu präparieren?

Schöne Kletterei mit ein paar unnötigen, modellierten Griffen in L1 (6a).
L2, 5c: Durch den Gemüsegarten geht's zur nächsten Wandstufe. Von weitem sieht diese niedlich aus, aus der Nähe ist's dann gar nicht mal so popelig. Die Stelle ist zwar gut abgesichert, aber aufgrund vom Gelände ist hier doch ein heikler Bodensturz gar nicht so unwahrscheinlich. Tja, die Nerven von einem Vater, der seinen Kleinen vorsteigen lässt. Er meistert es aber souverän. Im Zweifel besser am Fuss der Wand einen improvisierten Stand machen. 

L3, 6a: Sehr schöne Kletterei mit der Ailefroide-typischen Mischung von Platte/Wand einer Art Rampe entlang aufwärts. Zum Schluss einige feine Moves an einer runden Plattenkante mit grossen Slopern, das fand ich sehr elegant. Hier wurde die Absicherung verbessert (Haken versetzt/ergänzt), so dass man perfekt gesichert steigen kann.

Nach meinem Empfinden die schönste, schwierigste und beste Kletterstelle der Route, das Finish von L3 (6a).
L4, 4b: Die erste Wasserfallquerung. Quergang nach links, dann eher zum Bach hinab. Wer seinen Aufenthalt im Spritzbereich minimieren will, nimmt wohl gerne die Seilstücke links und rechts zur Hand. Puristen können auch freiklettern, wobei das Gestein natürlich schon etwas glitschig ist. Ich bin die Stelle barfuss geklettert, die Finken bleiben sonst garantiert nicht trocken.

Er hat die Wasserfallquerung in L4 (4b) geschafft, den folgenden Plattenbuckel von L5 (5c+) kann man gut im Profil sehen.
L5, 5c+: An eher kleinen Griffen gleich aus dem Stand raus ein bisschen kräftig über die Stufe, danach plattige Kletterei. Um den angegeben Grad zu klettern, muss man an entscheidender Stelle eine kurze, aber entschiedene Rechtsquerung einleiten. Wer den Gummi testen will, kann auch gerade hinauf (dann schwieriger wie 5c+).

Die Cascade, die dem ganzen Sektor und der Route den Namen gibt.
L6, 5a: An dieser Stelle könnte man das nächste (zum Zeitpunkt unserer Begehung ausgetrocknete) Bachbett schon queren. Vor allem auch sind links davon Haken sichtbar, obwohl es laut meinen Topos dort (noch) keine Route gibt. Das wäre aber der falsche Weg: es geht geradeaus über die einfache, geneigte Zone und durch die schöne, steilere Wand. Hier ist die Absicherung für einen Kindervorstieg eher grenzwertig (Abstände etwas grösser und die Bolts stecken unangenehm hoch).

L7, 4b: Nun folgt die zweite Bach(schlucht)querung. Einfach den Bohrhaken entlang nach links und etwas absteigend in die Schlucht. Die Haken stecken hier sehr eng und auch freundlich für schwächere Nachsteiger. Jenseits dann im Gehgelände hinüber zum letzten Aufschwung. Stand entweder im flachen Gelände schon davor oder (besser) direkt an dessen Fuss, da sonst zu Beginn der schwierigen Kletterei auch wieder die Gefahr von einem Bodensturz droht. 

Sieht mehr ein bisschen nach T6-Wandern aus... der Fels ist aber gut und solide (L7, 4b).
L8, 6a: Am letzten Felskopf gab's zur Zeit unserer Begehung 2 Linien. Welche davon wirklich die Cascade Blues ist, konnte ich nicht entschlüsseln. Nach den Topos wäre es die Linie ganz rechts, allerdings steckte dort quasi taufrisches Hakenmaterial und mir schien es, als wäre das eine neue Route oder Variante. Somit überliess ich meinen Sohn die Entscheidung, er entschied sich für die (wohl etwas schwierigere) linke Variante. Nochmals sehr schöne Steilplattenkletterei, prima Abschluss!

Top erreicht! Der Auftakt in L8 (6a) ist nochmals fein, am Ende geht's dann griffiger zuher.
Am Top gibt's nicht viel neues zu holen und zu sehen, zudem wartet auf uns noch ein langer Heimweg. So verweilen wir nicht lange und fädeln die Seile nach ca. 2:45h Kletterei gleich in den Abseilring. Ja, extrem schnell waren wir heute nicht gewesen, eine ziemlich gute Zeit ist's trotzdem -  Kindervorstieg braucht jedoch immer etwas Geduld, ist ja auch genau richtig so. Direkt runter (im Aufstiegssinn links vom Bach und der Route) geht's 45m runter, man muss eher etwas nach NW halten! Das Seilabziehen klappt und so machen wir uns gleich auf die nächste, nun 50m lange Etappe. Von dort kann man zu Fuss entlang von einem Pfad (T5) abkraxeln, dann noch den Bach überqueren und man ist zurück am Einstieg. Bald sind wir zurück an der Strasse, wo wir nach Ailefroide schlendern, um zum Ferienabschluss noch ein kühles Getränk und ein Glacé zu geniessen. Dann machen wir uns auf den Weg, es dauert nicht lange, bis alle friedlich schlafen und sich von den Anstrengungen erholen, während Daddy am Steuer die Arbeit erledigt.

Facts

Ailefroide - Cascade Blues 6a (5b obl) - 8 SL, 240m - J.M. & S. Cambon 1992 - ***;xxxx
Material: 2x50m-Seile, 12 Express

Hübsche, abwechslungsreiche Plaisirtour, auf welcher kompakte Platten im 5c/6a-Bereich durch ein paar einfachere Abschnitte verbunden werden. Diese haben nicht unbedingt und überall Premium-Qualität, sind aber problemlos machbar. Sehr originell ist die unumgängliche Querung des Wasserfalls (2x, wohl meist 1x ausgetrocknet). Die Absicherung mit BH ist sehr gut ausgefallen (Plaisir gut+), vor nicht allzu langer Zeit wurden noch einige Runouts entschärft, andere Haken versetzt und die Stände mit rostfreiem Material teilsaniert. Original steck(t)en wie bei JMC üblich nur verzinkte Haken, welche aber meist noch akzeptablen Zustand aufweisen.

Montag, 30. September 2019

Tête de Sanglier - Les Jardins d'Amadine (6a)

Erneut war ein grandioser Bergtag mit stabilem Wetter angekündigt, den wir für eine Tour und das Kennenlernen neuer Berge und Täler in der französisch-italienischen Grenzregion nutzen wollten. Eine relativ zugängliche, aber trotzdem lange und eindrückliche Plaisirtour findet man an der Tête de Sanglier im Vallon d'Ubaye. Über eine Strecke von fast 500 Klettermetern findet man hier schön griffigen, festen Quarzit. Geht man so wie wir nach der Tour zum Gipfel und steigt zu Fuss durch das Vallon des Houerts ab, so ergibt sich eine tolle, landschaftlich sehr schöne Überschreitung. Nachdem das gebrochene Schlüsselbein gut verheilt ist und die Schwierigkeiten den Grad 6a nicht überschreiten, kommen an diesem Tag beide Kinder mit. Nur die Mama muss sich leider immer noch mit einer Wanderung im Talgrund begnügen, um die Batterien vom Sportklettern wieder aufzuladen.

Die aus griffigem Quarzit bestehende E-Wand der Tête de Sanglier im Vallon d'Ubaye weist doch beachtliche Dimensionen auf! Die Route 'Les Jardins d'Amadine' (6a) führt immer rechts der markanten Verschneidung in Bildmitte durch die Wand. Einstieg und Top der Route sind je mit einem roten Punkt markiert. Bildquelle: Aurelien Quiri, camptocamp.org.
Die Anfahrt führt von Guillestre über den Col de Vars nach St-Paul-sur-Ubaye und ist alleine schon sehenswert. Vom Ort geht's ins auf schmaler Strasse ins verlassene Tal hinein, der Parkplatz befindet sich 300m vor dem Weiler La Barge. Nun nicht gleich zu Beginn einen Verhauer leisten: der Pfad startet undeutlich links vom Bachbett (Steinmann vorhanden. Achtung, auch rechts vom Bach beginnt ein Pfad, der führt jedoch woanders hin!), wird dann aber bald besser und führt entlang von Steinmauern diagonal links aufwärts über Kuhweiden Richtung Wand. Später geht's dann durch die Bäume, man überquert die grosse Runse und steigt zum Wandfuss hinauf. Wenn man den Anfang des (richtigen) Pfades einmal gefunden hat, so wird man ihn nicht mehr verfehlen, er ist tiptop ausgetreten.

Vallon d'Ubaye. Der Ausgangspunkt zur Tour in Bildmitte am unteren Bildrand gerade knapp zu sehen.
Wir haben auf einen späten Start gesetzt und sind erst um 12.20 Uhr vom Auto los. Dank dem stabilen Wetter und wegen den hohen Temperaturen klettern wir lieber erst am Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr so stark in diese Ostwand brennt oder gar schon um die Ecke verschwunden ist. Diese Strategie ging schliesslich perfekt auf. Anyway, vom Wandfuss geht's noch links diagonal über die Rampe hinauf. Der wenig empfehlenswerte Originaleinstieg unserer Route befindet sich rechts des schwarzen Wasserstreifens. Jener war im trockenen Sommer 2019 kaum erkennbar, auch die grüne Schrift ist nicht mehr lesbar und nur noch mit Spürsinn zu erahnen. Wir gehen aber sowieso weiter zum gebräuchlichen und schöneren Linkseinstieg. Der befindet sich wenige Meter vor dem breiten Riss, welcher in die Riesenverschneidung hinaufführt (keine Markierung vorhanden, aber dank ausgetretenem Geröllplatz erkennbar, wenn man späht, wird man auch die ersten BH erkennen). Nach 30 Minuten Zustieg sind wir vor Ort, wohl ein paar Minuten nach 13.00 Uhr starten wir die Kletterei.

Erster Aufschwung

L1, 45m, 5b: plattig, schön griffiger Quarzit
L2, 40m, 5c: ähnlicher Charakter, bisschen schwieriger
L3, 25m, 6a: es wird steiler, kurz aber anhaltend fordernd
L4, 45m, 6a: nochmals steil und griffig, zuletzt links raus
L5, 45m, 6a: überhängender und henkliger Start, dann ein schöner Riss
L6, 35m, 5c+: Knifflige Verschneidung, gefolgt von etwas unlogischer Links-Rechts-Schleife
L7, 45m, 4b: Einfaches Teilstück der Rippe entlang, zuletzt kurz links an steilerer Wand (BH)

Zwei schnelle Nachsteigende = wenig Zeit, um Kletterfotos zu machen. Hier am Ende von L4 (6a).
An dieser Stelle hat man den ersten Teil der Wand bezwungen und man könnte (wie vermutlich auch schon nach L6) rechtshaltend über Bänder in die grosse, geröllige Runse queren und durch diese zum Ausganspunkt absteigen. Wir wollen aber natürlich weiter zum Gipfel und machen uns daher auf, den oberen Teil zu erreichen. 

L8, ca. 70m, 2a: zuerst 3m links hinauf, dann horizontale Traverse nach links, schliesslich auf einem Band diagonal abkletternd. Wegen der querenden Natur, da sich drüben am Beginn des zweiten Aufschwungs kein Stand befindet und es unterwegs kaum Möglichkeiten für Zwischensicherungen gibt, ist dieser Abschnitt heikel, wenn man ihn als Seillänge begeht. Darum besser seilfrei bzw. am kurzen Seil gehen. Der Start vom oberen Routenteil befindet sich fast drüben bei der Verschneidung in weissem Fels, zur Zeit unserer Begehung befand sich ein Steinmann beim Startpunkt. Wie so oft an diesem Berg sind die Haken aber nur schwierig sichtbar.

Zweiter Aufschwung

L9, 45m, 5b: Super griffige Genusskletterei, Dächli am Ende, dann ansetzende Verschneidung
L10, 45m, 5c: Links der Verschneidung, dann steil und griffig, vor dem zweitletzten Bolt lose Blöcke
L11, 40m, 5c+: Steilzone an rechten Ende griffig überqueren und wieder eher links haltend hinauf
L12, 30m, 4a: Gerade hinauf zum Top. Oben findet man 2 BH und Abseilmöglichkeit

Panorama aus der Wand
Um 17.30 Uhr sind wir nach 4:30h Kletterei am Top und haben eben eine Seilschaft aufgeholt, welche lange vor uns gestartet ist. Für den Weg ins Tal gibt's mehrere Möglichkeiten. Eine besteht darin, über die Route abzuseilen. Das wären zu dritt 11 Strecken plus die Querung in Wandmitte. Zieht man zusätzlich den strukturierten Fels in Betracht, so hätte dies wohl eine geraume Zeit gedauert und wäre wenig spassig gewesen. Somit zogen wir den auch nicht ganz kurzen Fussabstieg vor, welcher über den Gipfel und später westwärts ins Vallon des Houerts führt. Dazu steigt man über Platten und Schrofen (T5, II) ca. 80hm weiter auf bis zu einem flachen Vorgipfel. Von diesem wenige Meter absteigen und durch die folgende Wand hinauf mit etwas Kraxelei über Stufen und Bänder (T4+). Zuletzt kann man sich nach links in einen grasigen Sattel (ca. 2600m) drängen lassen, von wo es zum fakultativen Gipfel der Tête rechts weitere 50hm sind. Vom Top der Route bis zum Sattel sind es ca. 200hm und eine knappe halbe Stunde Aufstieg. 

Da wir schon dabei sind, lassen wir den Gipfel natürlich nicht aus, rasten dann aber kurz im Sattel und verpflegen uns. Der Abstieg von dort führt über alpine Wiesen etwas rechtshaltend hinab. Das Gelände ist problemlos begehbar (T3), aber Wegspuren gibt's absolut keine. Der Weg ist jedoch logisch und gut zu finden. Weiter unten zielt man dann in Richtung der Schäferhütte aus Stein, die sich auf dem letzten flachen Wiesenboden im Vallon des Houerts (ca. 2300m) befindet. Dort trifft man auf den Weg, der zurück ins Tal führt. Recht steil und erstaunlich weit (600hm) geht's abwärts, bis wir auf die Strasse treffen, wo wir um 19.30 Uhr ankommen. Das waren jetzt doch auch 2 Stunden ab Routenende bzw. 1:30 Stunden für die 1000hm Abstieg vom Gipfel. Wir haben Glück und die Mama ist bereits da, um uns aufzuladen. Sonst würden nämlich noch 2km und 150hm Aufstieg zurück zum Ausgangspunkt warten, welche den Rückweg zusätzlich verlängern. Wir tuckern zurück über den Col de Vars zu unserem Zelt, um einen wunderbaren Klettertag durch eine grosse Wand in einer eindrücklichen Gegend reicher. 

Auf dem Fussabstieg ins Vallon des Houerts. In der linken Bildhälfte der Sommet Rouge, wo man auch klettern kann.
Nur eine Frage bleibt bis heute ungeklärt: die Seilschaft, die wir am Routentop angetroffen hatten, verfügte über keinen Plan für den Abstieg. Ich erklärte ihnen den von uns geplanten (und gewählten) Fussweg. Sie machten sich wenige Minuten vor uns aufsteigend auf den Weg, doch wir bekamen sie nie mehr zu Gesicht. Da sie zuvor nicht durch Schnelligkeit brillierten, wir nicht herumtrödelten und man im Gelände später immer wieder weit voraus sieht, ist es kaum denkbar, dass die beiden wirklich den Westabstieg wählten. Sie mussten sich entweder verhauen haben oder wählten schliesslich doch eine andere Option. Aber welche?!? Ich hoffe, die beiden kamen trotzdem gut vom Berg - die Kinder beschäftigten sich jedenfalls noch tagelang mit dem Schicksal dieser Seilschaft. Letzteres ist für mich gut nachvollziehbar: es war ja doch eine wilde Gegend, ein isolierter Gipfel und ein wenig offensichtlicher, etwas komplizierter Abstieg. Kein Wunder, dass es für die Kids einen ziemlichen Alptraum darstellt, dort oben verloren zu gehen!

Facts

Tête de Sanglier - Les Jardins d'Amadine 6a (5c obl.) - 12 SL, 450m - Chevalier/Fiaschi/Golé 1994 - ****;xxx
Material: 1x oder 2x50m-Seil, 12 Express, Keile/Friends nicht nötig

Plaisirkletterei mit alpinem Touch: kurzer Zustieg, gut abgesicherte, moderat schwierige, gutmütig bewertete und schön griffige Quarzit-Kletterei, die aber trotzdem durch eine grosse Wand und auf einen richtigen Gipfel führt. Insgesamt ein ausgefülltes Erlebnis, das zusammen mit dem langen Abstieg doch etwas Kondition erfordert. In diesem Schwierigkeitsgrad auf jeden Fall eine grosse Tour, für mich ohne Zweifel 4 Sterne wert! Wie bereits erwähnt, ist die Absicherung als freundlich und auf Stufe "Plaisir gut+" einzuschätzen, einzig in den einfachsten Abschnitten sind die Abstände grösser. Für mobile Sicherungen verspürte ich keinen Bedarf, viele Möglichkeiten zu deren Platzierung gibt's obendrein auch nicht. Es stecken verzinkte Haken mit Fixé-Plättli, leider ein ungeeignetes Material für diese Umgebung. Die Bolts sind teils schon ordentlich korrodiert und haben sich in ihrer Farbe dem Fels angeglichen. Zusammen mit der Felsstruktur und dem typischen Gegenlicht sind sie oft schwierig zu erkennen. Somit braucht's trotz der guten Absicherung durchaus etwas Spürsinn für den Routenverlauf. Meist geht's aber ziemlich geradeaus und wenn das nicht zutrifft, eher nach links wie nach rechts. Ein Topo befindet sich im Topoguide Band II oder auch in lokalen Kletterführern (z.B. Escalade en Ubaye). Hinweis: es gibt im Vallon d'Ubaye keinen Handy-Empfang (Stand Sommer 2019), d.h. weder am Ausgangspunkt noch in der Wand hat man Verbindung.