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Donnerstag, 16. Mai 2019

Rheintal Cup 2/2019

Die zweite Episode des Rheintal Cup war als Lead-Wettkampf im Ap'n Daun in Chur ausgeschrieben. Es gab vielfältige Gründe, um teilzunehmen. Sei es, um dem perfekt organisierten Anlass und allen Voluntary die Ehre zu erweisen, sei es um seine Kletterfreunde und Konkurrentinnen wieder zu treffen oder den bisherigen ersten Rang in der Gesamtwertung zu verteidigen. Draussen herrschte sowieso weitgehend das für den Frühling 2019 typische, stürmische Regenwetter... wobei wir ganz sicher auch bei eitel Sonnenschein teilgenommen hätten.


Der Wettkampf in der Kategorie U10 fand wie üblich im Toprope statt, während bei der U12 (anders als z.B. an der Zürcher Klettermeisterschaft) schon in der Qualifikation vorgestiegen werden musste. Das ist aber schon genau richtig so, denn schliesslich führt nur diese Form weiter und die gilt es zu praktizieren. Erstaunlich übrigens, wie gewieft und unerschrocken bereits die Kleinen voll angreifen und am Limit bis zum Sturz klettern - da könnte sich auch manches älteres Semester eine gehörige Scheibe abschneiden! Es lohnt sich übrigens absolut, bei einem solchen Wettkampf auch schon nur zuzusehen und sich etwas zu hinterfragen - besonders für bereits etwas ältere Semester mit einem behäbigen Old-School-Outdoor-Kletterstil.

Aufwärmen, um punktgenau voll parat und aktiviert zu sein, aber nicht schon zu müde - immer wieder ein Challenge!
In "meiner" Kategorie Open waren dieselben Routen wie in der U16 zu klettern. Doch da warten natürlich keine Kinderrouten. Sondern harte Geräte, welche die Teilnehmenden aus den nationalen und regionalen Kadern so richtig fordern sollen. In der Quali waren das 3 Stück, wovon eine "gemütliche" im Bereich 7a und die anderen beiden in der Gegend von 7c/8a. Die einfache konnte ich relativ easy toppen, die anderen beiden fand ich hingegen tough. Ich fühlte mich an diesem Tag wenig spritzig und dort wo die Griffe schlecht wurden, fand ich die (wenigen) Tritte einfach unmöglich hoch und unnütz platziert. In der blauen Route war es sogar so doof, dass ich eine Exe einfach unmöglich klippen konnte und so prompt einen gehörigen Abgang machte (siehe Video). Manch anderen ging's aber genau gleich und unter dem Strich war diese Stelle, insbesondere wegen dem Pendler in die Nachbarroute, auch nicht ganz ideal konzipiert.


Doch schlussendlich reichte es sowohl mir wie auch der Tochter für einen Finalplatz und da beginnt ja sowieso wieder alles von vorne. Im Gegensatz zu mir war sie in der Quali bestechend und auf Podestkurs geklettert, zog dann aber dafür im Final ihren High Gravity Moment ein. Eine Stelle schon ganz zu Beginn der Finalroute hatte sie falsch interpretiert und dabei die wertvollen Körner verschossen. Ohne diese schien wenig später ein an dieser Stelle unnötiger Dyno die richtige Lösung und schon war verfrüht finito (siehe Video). Tja, das hiess Rang 7 anstatt Podest, was einer gewaltigen Enttäuschung gleichkam. Das ist aber unzweifelhaft "part of the game", wie so mancher Bereich im Leben ist Wettkampfsport kein Wunschkonzert und ein Abo auf's Podest gibt's nicht. 

Podest Herren Open. Foto: SAC Regionalzentrum Sportklettern Graubünden.
Mir persönlich ging's gerade umgekehrt, d.h. der Final verlief mehr nach meinem Gusto. Diese Route (erneut ~7c/8a) mit technischen Passagen und ein paar grossen Sloper-Strukturen lag mir deutlich besser. Ich konnte das Laktat lange eingermassen unter Kontrolle halten und mich beständig Move um Move nach oben kämpfen, bis ich mich zwei Exen vor dem Top doch der Schwerkraft geschlagen geben musste. Es resultierte Rang 3 und damit nach Rätikon Bouldertag und Griffig Cup der dritte Podestplatz "de suite" :-)

Montag, 13. Mai 2019

Schweiz Plaisir West 2019

Schon 7 Jahre sind seit der letzten Ausgabe des Plaisir West vergangen, Zeit für eine neue Auflage! Diese kommt neu in 2 Bänden daher: Band 1 beschreibt die nördlichen Gebiete von den Gastlosen über das Berner Oberland bis zur Region Grimsel-Susten-Furka. Band 2 enthält die Gebiete vom Lac d'Annecy über die Region Chamonix und das gesamte Wallis. Hier und da sind neue Routen oder gleich ganze Gebiete entstanden. Vielerorts und insbesondere im Berner Oberland wurde ausgiebig saniert, wobei der Autor Sandro von Känel des Öfteren auch selber Hand angelegt hat, löblich! Ebenfalls eine Neuigkeit ist die Tatsache, dass das Susten- und das Furkagebiet neu im Plaisir West (anstatt Ost) zu finden sind.


Von den in den letzten Jahren aus der Feder von Sandro von Känel erschienen Führern ist man sich eine sehr hohe Qualität gewohnt, die auch mit den 2 neuen Bänden des Plaisir West absolut aufrecht erhalten wird. Schön und ausführlich bebildert, gute Übersichtsskizzen oder -fotos, treffende Beschreibungen ohne mit vielen Buchstaben um sich zu werfen und übersichtliche Topos. Die Gestaltung der Filidor-Führer gefällt mir ausgesprochen gut und die darin enthaltenen Infos sind aktuell und gepflegt. Einzig für die alpineren und teilweise spärlich ausgerüsteten Gebiete wie z.B. dem Eldorado sind die Topos etwas stark generalisiert, sprich da ist nicht jeder Haken eingezeichnet und der Verlauf oder entscheidende Wand-Features nicht mehr in jedem Detail präsent. Zu kaufen gibt's die Plaisir-Führer für 44 CHF pro Stück oder für 75 CHF im Doppelpack entweder direkt bei Filidor oder natürlich auch in jedem gut sortierten Bergsport-Geschäft. In jedem Buch enthalten ist auch ein Code, mit welchem sich die entsprechenden Gebiete für 3 Jahre in der Vertical Life App freischalten lassen. 

Merci Sandro - keep up the excellent work!

Donnerstag, 9. Mai 2019

Skitour Siwellen (2307m)

Dass im April bei mir daheim auf 750m nochmals eine geschlossene Schneedecke liegt, kommt alle 2-3 Jahre vor. So auch dieses Jahr, wo man anfangs dieses Monats nochmals ab der Haustüre touren konnte. Schnee im Mai ist hingegen ein wirklich seltenes Ereignis, das wohl höchstens alle 10 Jahre einmal zu haben ist - so auch im 2019. Und wenn der Schnee denn nun schon da ist, gilt es auch, ihn gebührend zu nutzen. In diesem Fall mit einem Morgentüürli im Schiltgebiet.

Blick auf Siwellen (leicht links der Bildmitte) und das Duo Schilt/Tristli (im rechten Bildviertel).
Während die Hänge vor dem Schneefall bereits bis hinauf zum Mittler Stafel (1584m) aper waren, so lag nun bereits beim untersten Parkplatz bei P.1157 wieder eine geschlossene Schneedecke, die genügend mächtig für Aufstieg und Abfahrt war. Doch weil in den Beizen weiter oben bereits die Vorbereitungen für die Sommersaison laufen, wurde die Strasse bis zum Naturfreundehaus bei P.1389 geräumt. Somit konnte die Tourenlänge nach persönlichem Gusto gestaltet werden.

Ein Versuch, die grandiose Weite in den Glarner Bergen einzufangen, inklusive Blick zum Ruchenpfeiler.
Eine Spur war bereits vom Vortag vorhanden, somit kam ich zügig voran. Diverse Gipfel im Schiltgebiet hatte ich bereits früher besucht, am Siwellen war ich hingegen immer vorbeigegangen. Und dies obwohl dieser eigentlich ein absolut logisches Ziel darstellt. Höher, zentraler, näher und mit einem rassigen Gipfelhang. Dieser wird es wohl sein, der die meisten Tourengänger abschreckt. Zudem erheischt er einigermassen sichere Verhältnisse. Das war denn auch der Grund gewesen, warum ich bisher immer vorbeigegangen war. Das ansonsten eher flache Schiltgebiet bietet sich insbesondere bei erhöhter Lawinengefahr an.

Blick auf "meine" Abfahrtshänge direkt in Bildmitte, die noch (fast) komplett unbefahren sind.
Nun denn, nach 1:20h hatte ich bereits den Gipfel erreicht, obwohl ich das letzte (S)teilstück noch selber hatte anspuren müssen. Ich genoss ein wenig den grandiosen Rundblick und machte mich 10 Minuten später zur Abfahrt bereit. Wie erwartet, traf man dabei nicht mehr auf hochwinterlich fluffigen Powder, sondern sie war geprägt durch eine dünne, oberflächliche Kruste. Mit Tempo und Technik liess es sich aber trotzdem "pulverähnlich" und genussvoll Ski fahren. Da ich zudem auf weite Strecken die erste Linie ziehen konnte, war es umso besser. Bald einmal war wieder mein Ausgangspunkt erreicht. Zusammenpacken, heimfahren, duschen und ab ins Büro war die Devise.

Nicht mehr ganz hochwinterlich lockerer Pulverschnee, aber doch "pulverähnlich" fahrbar.

Facts

Skitour Siwellen (2307m) von der Fronalp
Je nach Ausgangspunkt 950-1150hm, Ski-Schwierigkeit WS