- -

Samstag, 14. Januar 2017

Cascata da Cavloch (WI5)

Der Winter hatte lange auf sich warten lassen, doch just jetzt wo die Gelegenheit zum Eisklettern da war, schüttelte Frau Holle ihre Kissen wie verrückt. In weiten Teilen der Schweizer Alpen war die Lawinengefahr auf Stufe 4 und bei Neuschneemengen von bis gegen 100cm macht das Eisklettern auch nicht mehr so richtig Spass. Von diese Wetterkapriolen einigermassen ausgenommen waren die Bündner Südtaler. Hier fielen nur 10-15cm Schnee, die Lawinengefahr blieb auf Stufe 2, da ging noch was. In unserem Fall die formidable Cascata da Cavloch, sie bietet 250m genüssliches Eis und einen Couloiraufstieg von 150hm, welchen man seilfrei gehen kann.

Der Blick auf die Cascata da Cavloch (WI5), da wird dem Eiskletterer warm ums Herz!
Nun ja, das Engadin und erst recht das Val Forno liegen leider von mir daheim aus nicht gerade um die Ecke. Da aber mein Seilpartner sowieso auf dem Weg ins Engadin war, wollte ich die weite Reise anpacken. Auf der langen Bahnfahrt zurück (welche genau jetzt stattfindet), bleibt dann ideal Zeit für den Tourenbericht, das Erledigen der Korrespondenz und etwas Arbeit. Wie beschrieben, nach Maloja ist es ja eh schon ziemlich weit. Nicht kürzer wird die Fahrzeit natürlich, wenn man mit einem Wohnmobil und dann gerade noch im heftigsten Schneetreiben unterwegs ist. Das Tempo war meist beschaulich, auch sonst lief nicht alles glatt. Beim Ketten aufziehen gab's prompt einen Defekt, stecken gebliebene Fahrzeuge sorgten für weitere Verzögerung. Aber um 11.30 Uhr liefen wir dann schliesslich in Maloja los, dies notabene bei milchig scheinender Sonne.

Monochrome Töne bei unserer Wanderung in das Val Forno hinein - geniale Stimmung!
Der Zustieg wird in den Kletterführern mit 2 Stunden angegeben, eben kurz ist die Cascata auch nicht wirklich und so hiess es vor allem eins: Gas geben und Stirnlampe einpacken. Das Strässchen zum Lägh da Cavloc ist im Winter als Wanderweg und Langlaufloipe präpariert, hier kann man immer zu Fuss gehen. Nach 35 Minuten war der zugefrorene See erreicht und die Kaskade rückte ins Blickfeld. Super sah es aus, was die Motivation zum Einstieg heraufzukeuchen gleich nochmals erhöhte. Etwa 100m nach dem (geschlossenen) Restaurant verlässt man den Weg, überquert die Ebene gegen den Eisfall hin, traversiert den Fluss und dann sind es noch ca. 160hm zum Einstieg. Bei viel Schnee kann dieser Aufstieg sicher anstrengend sein, Skis oder Schneeschuhe mitzunehmen lohnt sich aber vermutlich doch eher nicht. Lawinentechnisch ist's unkritisch, die Hänge sind unter 30 Grad steil. Nach einer Stunde ab dem Parkplatz hatten wir den Einstieg erreicht. Nun hiess es aufrödeln und Achtung, Fertig, Los! Um möglichst effizient voranzukommen wollte, ich die ganze Route vorsteigen.

Die Perspektive von dort, wo es bald losgeht! Hier sichtbar die ersten 2 Seillängen, total ca. 80 Klettermeter.
L1, 40m, WI3+: der untere Teil der Cascata sieht super aus und klettert sich auch so. Extrem breit gewachsen, homogen in der Steilheit, absatzlos, super Ambiente. Es lohnt sich, bereits etwa nach 40m bei einer Verflachung Stand zu machen. Nachher kommt nicht so bald wieder eine gute Gelegenheit und bis zum Ende des ersten Abschnitts sind's vom Einstieg rund 80 Klettermeter.

Sven folgt in L1 (WI3+), super Ambiente an diesem riesigen Eismonster.
L2, 40m, WI3+: ähnlicher Charakter wie die erste Länge. Nie extrem, immer gut zu machen und ein grosser Genuss. Das Eis war von guter Qualität, der neu gefallene Schnee störte nicht gross. Je nach Linienwahl softer oder härter - aber gang geng gredi ist hier doch die richtige Strategie.

L3, 50m, WI3-4: erst ein kurzes Flachstück über Schnee, dann leichtes Eis und schliesslich ein Aufschwung. Je nachdem, ob man links herum die schwächste Linie wählt oder lohnend direkt hinaufklettert, variiert die Schwierigkeit zwischen WI3 und WI4. Stand macht man, wo das Eis aufhört und das Schneecouloir anfängt.

Ausblick auf L3, die Tigerlinie checkt bei etwa WI4 ein, mit Auskneifen ist's auch einfacher zu haben.
L4, ca. 150hm, WI2 und 40-45 Grad: Die ersten Meter von der unteren Kaskade weg können heikel sein und sind exponiert, allenfalls kann man an den Büschen rechts oben nochmals nachnehmen. Das Couloir zum oberen Abschnitt hinauf kann man bei geeigneten Verhältnissen gut seilfrei begehen. Es stellen sich 2 Eisstufen (5m, 15m) in den Weg, wo man auch sichern könnte.

Blick vom Ende von L3 auf die obere Stufe (links WI5, rechts WI4). Von hier sieht das alles bubieinfach aus und das Couloir beinahe flach. Wie so oft, die Perspektive täuscht. Wer es auf diesen 40 Grad steilen Schneehängen im Vordergrund ganz dumm anstellt, kann sogar einen nicht zu stoppenden Sturz fabrizieren.
L5, 50m, WI5: im oberen Teil gibt es 2 Varianten. Links die Kerze, welche auf etwa 20m nahezu senkrecht ist und mit WI5 bewertet wird. Die etwas weniger steile Mauer rechts geht als WI4 durch. Wir wählten die Kerze, welche an sich tiptop zu beklettern war - wobei es wie immer einen ziemlich grossen Unterschied macht, ob man eine WI5 als allererster klettert oder man wie z.B. in Kandersteg oder Cogne schon alles schön ausgehackt vorfindet. Teilweise tropfte es auch noch, ich konnte nicht immer ausweichen... und prompt gab's nasse Handschuhe und bei Temperaturen von -12 Grad prompt einen so richtig vaterländischen Kuhnagel.

Schwierig einzufangen, wie die WI5-Länge wirklich ist. Jedenfalls auf 20m kompromisslos steil!
L6, 25m, WI2: Wenn es (noch) nicht allzu viel Schnee hat, kann man noch in einfachem, gestuftem Gelände bis zum Ende des Eises klettern. Im Vergleich zu den vorherigen Seillängen fällt diese ab, andererseits ist sie auch schnell erledigt.

Wen erstaunt's, bis wir oben waren war es 17 Uhr und es ging mit dem Tageslicht natürlich schon rapide dem Ende entgegen. Das war von vornhinein klar, aber deswegen auf die Cruxlänge zu verzichten wäre auch schade gewesen, vor allem weil das Abseilen im Dunkeln jetzt ja auch kein grösseres Hindernis darstellt. Eingerichtet ist allerdings rein gar nichts, und man muss zwingend Abalakovs drehen. Einige hatte ich im Aufstieg schon vorbereiten können, trotzdem zieht es sich. Im Couloir sind wir soweit wie möglich zu Fuss abgestiegen, die beiden Eisstufen und das letzte Stück zur unteren Kaskade seilt man jedoch sinnvollerweise ab, was dann insgesamt 8 Manöver und eben auch Abalakovs ergibt. Prompt passierte der nächste Event mit leichtem Sch...-Faktor: wir hatten beide einen Draht dabei, beide sind zerbrochen. Kruzifix nochmal! Somit dauerte es halt dann doch ein bisschen länger, bis das Seil jeweils ergrübelt war. Aber spielte ja keine Rolle mehr, es war ja eh schon dunkel. Ein Hinweis noch, falls jemand demnächst hingeht: ich habe nur bei den abziehtechnisch kritischen Abseilstellen eine Schlinge gefädelt, bei den anderen haben wir das Partieseil durchgezogen.

Eine letzte Impression von der Cascata da Cavloch.
Ohne Pause und mit dem kompletten Gear auf Mann traten wir dann den Rückweg an. Der zog sich gefühlt noch ziemlich in die Länge! Schon erstaunlich, wie kurz einem der Zustieg vorkommen kann, wenn man topmotiviert und voller Vorfreude auf eine Tour ist. Aber auch den Rückweg haben wir natürlich geschafft. Blöd war dann hingegen eher, dass der Wagen nicht mehr ansprang, als der Zündschlüssel gedreht wurde. Nochmals etwas Aufregung, etwas hin und her. Schliesslich klappte es aber doch noch und wenn ab jetzt nichts mehr schiefgeht, dann lege ich mich auch bald schon gehörig müde ins Bett. Ja, heute war nicht ganz alles rund gelaufen, aber auch nichts entscheidendes schief. Der Plan mit der Cascata da Cavloch war jedenfalls super aufgegangen und hatte eine höchst zufriedenstellen Eisklettertag ergeben.

Abstrakte Kunst? Tja, heute war nicht alles rund gelaufen, nur meine Schlinge rund gefroren. Aber ein super Tag!
Facts

Val Forno - Cascata da Cavloch (TD- III WI5 45°) - 5 SL, 250m Eis + 150hm Schneecouloir - ****
Material: 2x50m-Seile, 12-16 Schrauben, Material für Abalakovs

Eher selten begangener Eisfall im landschaftlich schönen Val Forno. Dass hier nicht viele Besucher vorbeikommen, liegt natürlich an der Lage weit abseits der grossen Ballungszentren. Teilweise sind auch die Angaben in den Kletterführern etwas pessimistisch ausgefallen. Natürlich kann man auf dem Zustieg zwei Stunden verbraten, vor allem wenn sehr tiefer Schnee liegt. Eigentlich sind es aber nur gerade 250hm Aufstieg, so dass es auch in einer Stunde zu machen ist. Wenn es sehr viel und tiefen Schnee hat, ist man hier sowieso nicht unbedingt am richtigen Ort. Es handelt sich um alpines Gelände in der steilen Westflanke des Piz da la Margna (3159m). Die Exposition ist WSW, somit ist auch zu berücksichtigen, dass hier ab Mittag die Sonne diese Hänge erreicht. Darüber hinaus erachte ich die Cascata da Cavloch aber nicht überaus extrem lawinengefährdet. Die Hänge zum Einstieg und oberhalb der zweiten Stufe sind weniger als 30 Grad steil. Das Couloir dazwischen hingegen schon, überaus kritisch ist es jedoch sicher nicht. Trotzdem sollte man hier schon wissen, was man macht. Es ist sicher keine jederzeit machbare Plaisirtour unmittelbar neben der Strasse - sondern eine genüssliche Eistour in alpinem Ambiente, wo man auch für Standplätze und den Rückweg über die Tour komplett auf seine eigenen Fähigkeiten vertrauen muss.

Mittwoch, 11. Januar 2017

Jahresrückblick 2016

Während draussen gerade der erste Schneesturm im Winter 16/17 tobt, schreibe ich meinen traditionellen Jahresrückblick. Trotz teilweise ungünstigen Voraussetzungen wurde es doch ein unverhofft tolles Kletterjahr, gewürzt mit schweren Sportklettereien, lässigen MSL-Routen und herausfordernden Bohrprojekten. Touren in Schnee, Eis und mit Ski gab es aufgrund des warmen Winters und dem Fokus auf familientaugliche Aktivitäten hingegen nicht so viele. Zum Bergsteigen kam ich zwar durchaus, aber halt meist in wenig bekannten, exotischen Nordwänden. Vielleicht ist es genau das, was im 2016 in meinem Palmares am meisten fehlt - ein grosser Knaller, wo man jeder weiss, was es geschlagen hat.

Sportklettern

Dieses Jahr war es mit dem Sportklettern ein bisschen ein Kreuz: als die Saison im Februar so langsam ins Rollen kam, erwischte mich eine heftige Grippe, welche mich 4 Wochen lang vom Klettern und ernsthaften Trainieren abhielt. So war der ganze Aufbau aus dem Winter futsch, und ich konnte erst auf die Osterferien hin wieder aktiv sein. Eine brauchbare Kletterform kam zum Glück schneller zurück wie befürchtet, meine Bemühungen in den folgenden Wochen und Monaten wurden jedoch durch das regnerische Wetter stark behindert. Aufgrund der starken Niederschläge waren diverse meiner Projekte wegen durchdrückendem Wasser dauernass. Erst im Sommer und Herbst konnte man dann so richtig Gas geben, und dies gelang mir auf eindrückliche Weise: zum Jahresende stehen 1x 8b+, 1x 8a+, 5x 8a und 19 Routen im Bereich 7c/7c+ zu Buche. So erfolgreich war ich nie zuvor und wie es scheint, habe ich ein Rezept gefunden, trotz bereits langer Karriere im Klettersport und fortgeschrittenem Alter noch etwas vorwärts zu kommen. Ja richtig, darüber wollte ich eigentlich einmal noch ausführlich schreiben - aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Besonderen Dank gebührt an dieser Stelle meiner Familie und insbesondere meinem Vater, die immer dabei sind, wenn's irgendwo ein Projekt anzugreifen gilt. Sportklettertrips unternahmen wir im 2016 ins Tessin (2x), ins Ötztal, in die Dauphiné und nach Oltrefinale. Im 2017 wird's ganz sicher wieder ein paar solche Reisen geben, worauf ich mich bereits jetzt sehr freue. Ansonsten bin ich motiviert, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Was sich dann als Ernte einfahren lässt, werden wir ja sehen...

Sportklettern mit Familie: steiler Fels, sonniges Ambiente und nachher noch ein gemütliches Bad - ein Genuss!

MSL-Klettern

Wenn ich darüber reflektiere, so scheint es mir fast unglaublich, was sich in dieser Saison alles ergeben hat. Mit Start am 22. Mai und Ende am 28. Dezember konnte ich 25 MSL-Routen klettern. Viel davon verdienen eine Spezialerwähnung an dieser Stelle. Besondere Freude machte es, in der Django (7c, Gonzen), der Queen of Desert (7a+, Engelhörner) und der Duracell (7b, Titlis Nordwand) jeweils die erste Wiederholung schnappen zu können. In die Rubrik "Schwieriges Alpines Sportklettern" fallen insbesondere die Rätikon-Routen New Age (8a+) und Hannibals Alptraum (8a), sowie die bouldrige Granitroute Jack Daniels (7c+, Sandbalm) - das war die vielen Schweisstropfen mehr als wert, die es zum Erlangen des erforderlichen Kletterniveaus brauchte. Insgesamt konnte ich von meinem gesteigerten Sportkletterniveau natürlich generell für MSL-Vorhaben profitieren. So gelangen mir z.B. in den 7b-Touren Triplano (Dolomiten), Rittergold (Schlossberg), Speck-Kante (Ruchstock), Duracell (Titlis) komplette Onsight-Begehungen, die einfacheren Touren gelangen mir sowieso fast alle in diesem befriedigensten "kam, sah, kletterte" Stil. Was gilt es in dieser Rubrik noch zu erwähnen? Unsere Dolomiten-Ferien waren leider aufgrund instabiler Wetterlage gemessen an meinen Wünschen und Träumen nicht ganz so erfolgreich und liessen nur einige kürzere, aber immer noch lässige Touren zu. Weiter ertönt bei unseren Kindern immer öfter der Wunsch, bei diesen Touren auch dabei sein zu wollen. Dem wird natürlich gerne entsprochen. Während wir dabei im Moment noch auf moderate Unternehmungen im Plaisir-Bereich eingeschränkt sind, male ich mir hin und wieder aus, was für erfreuliche Zukunftsperspektiven das mittel- und langfristig noch mit sich bringen könnte...

Auch noch eine MSL aus dem 2016, wo ich es noch nicht geschafft habe, einen Blog darüber fertigzustellen. Wer erkennt's?

Bohren

Schaut man auf meiner Erstbegehungs-Seite nach, so sind dort auffallend weniger Punkte gelistet wie in den Vorjahren. Gehen also langsam die Ideen und das Felspotenzial aus? Nein, das wäre ein falscher Eindruck! Es ist eher ein Ressourcenproblem: Arbeit, Familie, Sportkletterprojekte, MSL-Wiederholungen, Eis, Bergsteigen et cetera, alles kann man einfach nicht machen. Eingebohrt habe ich im 2016 drei Klettergartenrouten (Galerie, Voralpsee, Ibergeregg), worüber auch einmal noch auf diesem Blog berichtet werden sollte. Wobei die Zahl 3 genau genommen nicht stimmt, denn eigentlich habe ich 5 Klettergartentouren eingerichtet, 2 davon konnte ich bisher jedoch noch keine RP-Begehung abringen - kommt aber hoffentlich noch. Im MSL-Bereich ist das ganz grosse Highlight sicherlich die Prix Garantie (7 SL, 7c) im Rätikon, welche sich erfolgreich abschliessen liess und dem alten Vater sogar einen Eintrag in der Rubrik "Stark & Schnell" im SAC-Monatsheft "Die Alpen" beschert hat, hihi. Noch ausstehend ist der Bericht zur Blues in my Shoes (6 SL, 7a) an der Schafbergwand im Alpstein - er folgt demnächst. Die Route bietet aber jetzt schon eine prima Steilplattenkletterei auf hervorragend rauem Fels mit Rätikon-Charakter. Sie wurde im Herbst 2016 von einigen Insidern und Bekannten bereits wiederholt, an dieser Stelle findet man die notwendigsten Infos für eine Wiederholung. Sodann habe ich zusammen mit Werner Küng eine neue Baustelle in Angriff genommen, wo man im 2017 mit einem Abschluss rechnen darf. Ebenso hoffe ich, mein immer noch ausstehendes Projekt in der Eigernordwand im 2017 finalisieren zu können.

Die eine oder andere Route hat Globi, der Felsenputzer schon hin und wieder parat! Schafbergwand, Bild: H. Tobler.

Eis- und Mixedklettern

Ohne Fleiss kein Eis, so heisst nicht nur eine der wenigen Eis-Routen, welche ich im 2016 klettern konnte (ebenfalls eine Erstwiederholung), sondern das gilt als Motto für den ganzen Winter. In der Nähe und in tiefen Lagen stellten sich nie gute Bedingungen ein. So musste man sich eben mit einer Route am Guggernüll, ein paar Metern im Tösstal und der erwähnten Tour im Brunnital zufrieden geben. Oder dann setzte man seine Eisgeräte nicht ganz bestimmungsgerecht im Fels ein. Dies taten wir einerseits mit der Dreh den Swag auf (M8+) an der Breitwangflue - wow, das war ein absoluter Oberknaller!!! Und irgendwie auch die Belohnung für ein gegenüber früher deutlich intensiviertes Drytool-Training. Des Öfteren wurde die Pickelhauen in gebohrte Löcher und schlammige Felsritzen verkeilt, was bei mir schliesslich sogar zu einer RP-Begehung einer Route im Grad M9 resultierte, eine neue persönliche Bestleistung. Hier einmal noch eine zweistellige zu knipsen, das ist auch noch so ein Lifetime Goal. Ein gutes Sportkletterniveau ist dafür sicherlich hilfreich, reicht aber für sich alleine nicht aus - vor allem wenn man wie der Autor mit viel Gewicht, langen Hebeln und beschränkter Oberarmkraft alles andere als prädestiniert für diese Aktivität ist. Ich glaube aber doch, dass es in Sachen Rumpfstabilität, Schulter- und Oberarmpower ein ideales Entwicklungsfeld für spezifische Schwachstellen ist. Somit ist es vielleicht doch nicht nur Spinnerei, sondern Spinnerei mit Nutzen, dass wir uns an den grausigsten Wintertagen in den schlammigen Tiefen irgendwelcher Grotten und Höhlen betätigt haben, anstatt sich wie die meisten anderen der Bequemlichkeit der Kletterhallen hinzugeben. Gut, meistens ging ich dann nach dem Drytooling doch noch in die Kletterhalle, als Sicherungsbimbo mit der Familie und Freunden...

Ohne (Drytooling-)Fleiss kein Preis! Das passt irgendwie perfekt zum Eisklettern 2016...

Alpines

Bergsteigen, Fehlanzeige?!? Ja wirklich, beinahe. Ausflüge ins Hochgebirge habe ich 2016 fast gar keine gemacht. Als berufstätiger Familienvater ist's halt eben deutlich einfacher, 3x1 Tag abwesend zu sein, als 1x3 Tage am Stück. Zudem bieten Touren im Hochgebirge mit ihrer langen Anreise nach meinem aktuellen Gusto auch ein suboptimales Verhältnis zwischen Aufwand und tatsächlicher Kletterei. Der alpinste Ausflug im 2016 hat Kathrin und mich auf den Gipfel der Petites Jorassses (3650m) im Gebiet von Chamonix geführt. Und zwar via die über 20 Seillängen lange Tour Anouk (6c). Darüber hinaus zu erwähnen ist dann vor allem der Nordwand-Dezember 2016: am Säntis, am Graustock und am Bös Fulen gelangen fantastische Kraxeltouren, sehr eindrückliche Erlebnisse mit teils herausfordernder Kletterei, und dies weit abseits vom Rummel der 4000er-Normalwege. Und dann natürlich noch der Knaller mit dem dunklen Turm in der Gross Ruchen Nordwand (Bericht folgt). Gilt das jetzt als Eis-, Fels-, Mixedklettern oder Bergsteigen?!? Irgendwie auch egal, Hauptsache draussen. Mal sehen, ob's im 2017 endlich einmal mit der Heckmair in der Eiger Nordwand klappt, oder mit der Allain/Leininger in der Dru Nordwand, oder mit der Ginat an der Droites Nordwand. Dass ich ganz ohne bergsteigerische Ziele wäre, das ist dann doch nicht der Fall.

Hat Spass gemacht! Bergsteigen in der Nordwand des Gross Ruchen, definitiv ein Highlight im 2016!

Skitouren

Puh, ein dunkles Kapitel! Als die oberen Abschnitte meines Jahresrückblicks geschrieben wurden, hatte ich im Winter 16/17 und damit bis zum Ende des alten Jahres noch keine einzige Skitour durchgeführt. Aber gut, es hatte ja eigentlich auch keinen Schnee - ausser künstlich erzeugten auf den Pisten. Und diesen habe ich etwa gleich oft besucht, wie ich früher jeweils auf Skitouren war. Jedoch nicht zum Aufsteigen, sondern als Pistenfuzzy zum Abfahren. Sogar eine dafür geeignete Ausrüstung mit richtig feschen Rennbrettern habe ich angeschafft. Was ist denn da passiert?!? Es liegt ganz einfach an den Kindern, die halt sehr gerne und häufig Ski fahren wollen - und es inzwischen auch sehr gut können. Ich habe da so einen kleinen Jungen zuhause, Wahnsinn wie der Fährt - Speed, Mut und Kontrolle, an nichts von dem fehlt's, man könnte beinahe das Prädikat "extraterrestre" vergeben. Und ich muss sagen, ich geniesse diese gemeinsamen Skitage auch sehr. Wie auch immer, hier geht's ja aber um Skitouren. Nebst diversen, eher kurzen Voralpen-Touren in meiner nächsten Umgebung habe ich im Winter 15/16 genau 2 Stück gemacht, wo man dafür ein LVS mitnimmt, nämlich auf den Schilt und die Silberen, was ja eigentlich auch nur kurze Halbtagestouren sind. Dann gab's in den Auffahrtsferien noch die unverhoffte Tour auf den Granatenkogl (3318m), welche im 2016 konkurrenzlos das goldene Fell gewinnt. Endgültig eingesommert wurden die Tourenski allerdings erst, nachdem ich sie am 1. Juli am Furkapass noch zum Zustieg zur Kletterroute Don Bernardo am Gross Bielenhorn benutzt hatte.

Skitouren im Züri Oberland sind auch schön. Diese hier kann ich z.B. direkt mit den Skis an den Füssen von meiner Haustür angehen.
Somit schliesse ich an dieser Stelle meinen traditionellen Rückblick auf das vergangene Bergjahr. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt - ich bin da wie immer ohne besonders konkrete Ziele, da es in aller Regel ergiebiger, stressfreier und erfolgreicher ist, dem Moment zu folgen und die Chancen zu packen, welche sicher gerade präsentieren. 

Auf ein tolles Bergjahr 2017 und mit einem herzlichen Dank an alle meine Tourenpartner im 2016!

Donnerstag, 5. Januar 2017

Bös Fulen - Nordwand (AD+ M3 50°)

Eine Tour auf den höchsten Punkt von meinem Heimatkanton Schwyz hatte ich schon lange einmal vor. Andererseits liegt der Bös Fulen (2802m) auch etwas abseits zwischen Klöntal, Glarnerland und Muotathal. So schien es mir lange nicht möglich, ihn einfach so rasch einmal zu besuchen. Ein weiteres Stück im Puzzle zu dieser Tour liegt im sehr trockenen und schneearmen Vorwinter 2016, der ideale Bedingungen für Nordwand-Touren dieser Art geschaffen hatte. Mit bereits angekündigten Schneefällen neigte sich dieses Begehungsfenster dem Ende zu und wollte noch genutzt werden. Die einzige Option die mir noch blieb, war mit einem light & swift Nachmittagstüürli am Silvester. Das tönt vielleicht etwas verwegen, schauen wir doch mal, wie es ausgegangen ist.

Darum geht's, das ist der Bös Fulen (2802m) mit seiner Nordwand, vorwinterlich mit wenig Schnee überzuckert.
So ging es um 12.10 Uhr beim Fahrverbot im Hinteren Klöntal los. Die Bergschuhe waren geschnürt und nun galt es, keine Zeit mehr zu verlieren. So zügig wie es meine Sportkletterbeine eben zuliessen, ging es das Rossmatter Tal hinauf, nach einer guten Stunde war bereits der Drägglochstafel erreicht, wo ich an die Sonne trat und eine kurze Pause einlegte. Dieser Ort ist durchaus etwas spooky: abgelegen in einem einsamen Kessel, ohne Sicht- und Handyverbindung zur Aussenwelt, da könnte man doch direkt hinter der nächsten Kuppe einige bös gesinnte Orgs vermuten. Wenig erstaunlich, dass das Dräggloch in diversen Sagen und Büchern seine Rolle spielt. Der Ort scheint einfach unweigerlich Assoziationen zu Gespenstern und unheimlichen Vorgängen hervorzurufen, umso mehr wenn man mausbeinalleine dort ist.

Kurz vor dem Drägglochstafel, auf den kurzen Umweg über die Säule habe ich aus Zeitgründen schweren Herzens verzichtet.
Nun denn, weiter ging's Richtung Brunnalpeli. Ab hier war der Boden mit einigen Zentimetern Schnee und Oberflächenreif belegt. So konnte ich in diesem weglosen, unübersichtlichen Gelände meine Fährte legen, ein Bonus für den Rückweg. Unterhalb der Hütte bei P.1910 verliess ich den Talboden und stieg gegen den Schafbüchel P.2148 hinauf - teils im steilen Gras, teils auf griffigem Schnee. Oben war es Zeit, die Steigeisen anzulegen, schliesslich stand ich nun im Angesicht der Bös Fulen Nordwand und das Gelände war durchgehend verschneit. Inzwischen war eine weitere Stunde seit meinem Aufbruch vergangen, die Anzahl zurückgelegter Höhenmeter hatte sich halbiert - was aber vermutlich weniger an meiner Kondition, als am Weg und den Bedingungen liegt. Auf einer steilen Strasse mit Hartbelag steigt's sich irgendwie effizienter, als im weglosen, verschneiten Gelände.

The Dumper and Me am Drägglochstafel, welche Bergidylle! In Bildmitte der Pfannenstock, ein cooler (Skitouren-)Berg.
Doch meine Geschwindigkeit verringerte sich noch mehr. Die Schneefelder im Schatten der Wand waren nun leider nicht mehr hartgefroren und tragend, sondern von einer relativ mühsamen Schneebeschaffenheit. Einen Schritt schuhtief, einen Schritt tragend, dann wieder knietief einbrechend. Immerhin gab es bezüglich der Routenwahl keine Fragezeichen. Die Nordwandroute folgt einer naturgegebenen Diagonale durch die Wand und es gilt zuerst, ein nach links ziehendes Schneeband zu erreichen. Nach harter Arbeit war der Fuss der oben begrenzenden Felswand erreicht und ich konnte etwa 2.5 Stunden nach Aufbruch im Klöntal in die Wand einsteigen.

Hier habe ich die Steigeisen angezogen. War der Schnee bis zu diesem Punkt perfekt tragend und griffig, so waren die Verhältnisse ab dieser Stelle reichlich wechselhaft und ich brach öfteres mal bis zu den Knien ein. So war's noch ein zünftiges Stück Arbeit bis zum Wandfuss hinauf. Die Linie durch die Wand ist dem Kennerblick hier wohl offensichtlich!
With a pumping heartbeat, I reached the base of the rock face... Es gäbe in dieser Wand sicherlich noch das Potenzial für schwierige, direkte Linien - ernsthafte, steile und trockene Kletterei bei einer Felsqualität, welche sorgfältige Griffwahl erfordert. Umsonst heisst der Berg nicht Bös Fulen...
Das etwa 40 Grad steile Diagonalband ist vorerst noch unschwierig zu begehen, zuletzt geht's dann etwas steiler und bereits etwas exponierter links gegen einen ersten Turm hinauf. Man steigt rechts von diesem hinauf, hier waren einige Felsen zu erklettern. Sofort zeigte sich, dass das Gestein in dieser Wand ziemlich plattig und ungünstig geschichtet ist. Auch wenn das Gelände nicht sonderlich steil ist, so muss man hier doch absolut sicher auf den Steigeisen stehen, hat man doch bereits eine gehörige Exposition gewonnen - und auch Sicherungsmöglichkeiten, wenn man denn nicht alleine unterwegs wäre, sind wohl eher schwierig zu finden.

In der linken Bildhälfte der von der Sonne beschienene, erste Turm am Ende des Diagonalbands. Man steigt rechts von dessen Basis im Kraxelgelände hinauf. Die Schwierigkeiten sind dabei moderat (~M3), die Felsen jedoch ziemlich plattig und abschüssig.
Das ist der Tiefblick von derselben Stelle zurück. Bis dahin war das Gelände eigentlich ziemlich einfach, trotzdem pfeift's schon reichlich in die Tiefe. Die Exposition ist in dieser ungestuften Wand immer gegeben, Fehler mag es keine leiden.
Ich befand mich nun im grossen Trichter, den die Wand im zentralen Teil bildet. Hier gab es zum Glück wieder recht guten Trittschnee und ich konnte direkt hinaufsteigen. Anzuzielen gilt es dabei den rechtesten von drei Türmen, welche oberhalb in der Wand stehen. Ein Couloir, welches rechts an ihm vorbeiführt, vermittelt dabei den Durchschlupf nach weiter oben. Hier gilt es, drei felsige, nur wenige Meter hohe Stufen zu erkraxeln. Der Fels ist auch hier etwas abschüssig, aber ich konnte in diesen Schlüsselstellen von idealem Styroporschnee und teils sogar etwas Eis profitieren, wo sich die Eisgeräte tiptop verankern liessen.

Im grossen Trichter unterhalb der drei Türme, von welchen hier der zweite (links, sonnig) und der dritte (rechts im Schatten, mit spitzem Gipfelturm) zu sehen sind. Die Route führt rechts am dritten Turm vorbei, der Einstieg ins diagonal nach links oben verlaufende Couloir in der rechten Bildhälfte lässt sich gut erahnen.
In diesem Couloir rechts am dritten Turm vorbei. Die Perspektive täuscht hier stark, es ist in Realität doch ein ganzes Stück steiler, wie es auf diesem Foto den Anschein macht! Vor allem kann man auch die Exposition überhaupt nicht fühlen, denn wie bereits erwähnt, unterhalb geht's absatzlos 350hm in die Tiefe und ein Sturz wäre fatal.
Oberhalb vom Turm legt sich das Gelände wieder etwas zurück und leitet einen automatisch nach links. Man erreicht schliesslich eine Art Abbruchkante und folgt dieser Rippe aufwärts. Sie verliert sich schliesslich in der Wand, und um einigen steileren Felsen auszuweichen, quert man erneut etwas diagonal nach links hinauf. Der Grat war zwar schon sicht- und fühlbar nahe, aber es wartete noch eine ziemlich heikle Stelle. Die plattigen Felsen waren hier nur von griesigem Schnee bedeckt, welcher keinen zuverlässigen Halt bot, und das bei gehöriger Exposition. Bald aber waren diese 20 Höhenmeter geschafft und ich erreichte den langen Gipfelgrat etwa in dessen Mitte.

Zügigen Schrittes ging ich dem Gipfelkreuz entgegen, wo ich schliesslich um 16.00 Uhr und somit 3:45 Stunden nach Aufbruch im Klöntal anschlug. Die Sonne neigte sich schon stark dem Horizont entgegen. Ja, viel Tageslicht würde im Jahr 2016 nicht mehr bleiben. Somit beschränkte sich mein Aufenthalt auf dem Bös Fulen auf einen Eintrag im Gipfelbuch, dem Genuss der fantastischen Rundsicht und einem Snickers, den schliesslich stand mir ja noch ein ziemlich langer Rückweg ins Tal bevor. Als erstes ging's den Gipfelgrat zurück (WS, II). Einige durchaus luftige Kraxelstellen sind dabei zu meistern. Aus dem Gebiet von Braunwald kommende Spuren waren vorhanden und wiesen mir den Weg.

Geschafft! Super Stimmung und tolle Fernsicht auf dem Gipfel des Bös Fulen (2802m). Wie man sieht, neigt sich die Sonne schon bedenklich dem Horizont entgegen. Es gilt, ihre letzten Strahlen im 2016 noch richtig aufzusaugen!
So war es kein Problem, die Rampe aufzufinden, welche die SE-Wand diagonal durchquert. Sie vermittelt den einfachsten Abstieg und ist eigentlich problemlos zu begehen. Doch auch hier, ein Fehltritt mit einem Ausrutscher liegt nicht drin, sonst würde man ins Bösbächital hinunter stürzen. Bald nachdem die Exposition gebannt war, verliess ich die zum Bützi führende Spur. Für mich galt es nun, unter dem Grisset hindurch zu queren. Der Schnee war erneut ziemlich wechselhaft, einmal tragend, einmal durchbrechend, so dass es schwierig war, so richtig Tempo zu machen. Eine Stunde nach Aufbruch auf dem Gipfel überschritt ich schliesslich die Brunnalpelihöchi. Die Dämmerung begann hereinzubrechen, aber immerhin ging's nun nur noch (mehrheitlich) abwärts Richtung Klöntal.

Ich konnte vom letzten Tageslicht profitieren, um durch das unübersichtliche, coupierte Karstgelände zu navigieren. Gerade in dem Moment, wo es endgültig Zeit wurde, die Stirnlampe einzuschalten, hatte ich den Abzweigepunkt unterhalb vom Büchel und damit meine Fussspur wieder erreicht. Nun war's im Prinzip nur noch Fleissarbeit zurück zum Automobil. Mit langsam müden Knochen war diese dann um 19:15 Uhr erledigt (3:15 Stunden vom Gipfel, 7 Stunden Totalzeit). Tja, so weit, ca. 25km Distanz und 2000hm hinauf und hinunter war ich schon länger nicht mehr gelaufen. Aber ein super eindrücklicher Raid durchs vorwinterliche Gebirge war's gewesen, und zufrieden konnte ich die letzten Stunden des Jahres 2016 im Kreis der Familie geniessen.

Facts

Bös Fulen - Nordwand (AD+ M3 50°) - 500hm ab Wandfuss
Material: Steigeisen, 2 Eisgeräte, Sicherungsmaterial schwierig einzusetzen

Eindrückliche, aber wenig bekannte und selten begangene Route durch die am Zürcher Alpenpanorama sichtbare Wand, welche dennoch ziemlich abgelegen zwischen Glarnerland und Muotathal liegt. Sie ist im SAC-Führer Glarner Alpen nicht einmal beschrieben und die erste Begehung verbleibt unbekannt. Die Bös Fulen Nordwand ist sicherlich viel angenehmer zu begehen, wenn Schnee liegt. Ideal im Herbst, nachdem es in der Höhe bereits etwas, aber noch nicht allzu viel gegeben hat, oder dann im Spätfrühling und Vorsommer bei Altschnee. Im aperen Zustand dürfte die Wand eher geröllig, steinschlägig und heikel sein. Ebenso zu beachten ist die Gefahr von Lawinen und Schneerutschen, welche in diesem Steilgelände sofort fatal sein können. Die Schwierigkeiten sind zwar nicht allzu hoch, meist handelt es sich um 45-50 Grad steiles Schneegelände mit einigen Kraxelstellen. Die Felsen dort sind eher plattig und ungünstig geschichtet, sicheres Steigeisengehen ist unerlässlich. Nach Sicherungsmöglichkeiten habe ich bei meiner Solobegehung naturgemäss nicht ganz so genau geschaut, üppig sind sie aber mit Sicherheit nicht. Wenn, dann lässt sich wohl am ehesten mit kleinen Klemmgeräten oder Schlaghaken etwas ausrichten.

Routenbeschreibung

Aus dem Klöntal, vom Pragelpass, von Braunwald oder der Glattalp über die Brunnalpelihöchi oder aus dem Muotathal über das Chratzerenfurggeli zu diesem Punkt unterhalb der Hütten von Büchel, alle diese Zugänge sind ziemlich weit. Von dort weglos hinauf zum Schafbüchel P.2148 und weiter unter die Wand auf 2300m. Die Route folgt einer naturgegebenen Diagonal durch die Wand und ist einfach zu finden. Man wählt das markante, nach links ziehende Band am Fuss der steilen Felsen und folgt diesem, bis man an dessen Ende rechts von einem ersten Turm in einen grossen Trichter aufsteigt. In diesem hinauf zu den 3 in der Wand stehenden Türmen. Rechts am rechtesten dieser Türme durch ein von unten wenig ersichtliches Couloir hinauf. Oberhalb leitet einen das Gelände nach links zu einer Abbruchkante bzw. Rippe. Dort empor, wo es schwierig wird man erneut etwas nach links geführt und erreicht schliesslich den Gipfelgrat ungefähr in seiner Mitte. In wenigen Minuten nach rechts (SW) zum höchsten Punkt.

Bös Fulen Nordwand mit dem Routenverlauf