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Freitag, 14. April 2023

Ostern 2023 im Ticino

Es gibt zwar nichts sonderlich Spektakuläres zu vermelden, an dieser Stelle aber trotzdem für meine persönliche Erinnerung eine Notiz zum Ostertrip 2023. Nach dem üblichen Hin und Her sowie Abwarten bis zum Schluss fiel die Entscheidung wieder einmal aufs Tessin. Schliesslich sollte dort das Wetter (in vernünftiger Fahrdistanz von daheim) in Summe über die 4 Tage am schönsten und wärmsten sein. Zur Verfügung stand uns eben tatsächlich nur das minimale Zeitfenster von Karfreitag früh bis Ostermontag spät. Und wenn man der Schweizer Presse vertraut hätte, schien es aufgrund düsterster Stauprognosen doch eine reichlich verwegene Idee, zu diesen Zeitpunkten eine Alpenüberquerung mittels motorisiertem Individualverkehrsmittel versuchen zu wollen.

In der Corridoio Bo (4 SL, 5c+) im Sektor Nostrano in Avegno.

Wobei all diese Berichte ehrlich gesagt viel mehr über die Funktionsweise der Medien aussagen wie über die tatsächliche Situation auf der Strasse. Etwas sensationslüstern mit Rekordzahlen umherwerfen und der grossen Mehrheit der daheim gebliebenen das Gefühl geben, es genau richtig gemacht zu haben, so ist man sich der Leserzahlen und dem Wohlwollen der Kundschaft sicher. Natürlich, mit ungeschickter Routenwahl und Zeitplan hätte man schon einige Stunden anstehen müssen. Aber unsere Realität war eine andere: mit Abfahrt um 7 Uhr morgens am Karfreitag gab's grad so total 30 Minuten Zeitverlust auf der Hinreise, einen Zeltplatz in Avegno erhielten wir als grössere Gruppe mit mehreren Parteien auch ohne Schwierigkeiten und selbst die Felsen waren nicht überfüllt. Sportgeklettert sind wir schliesslich ausschliesslich in unmittelbarer Nähe unseres temporären Domizils: im Underzero und im Ostsektor von Ponte Brolla. 

In der Corridoio Bo (5c+), mit Wechselführung geklettert - bravo Jerome!

Meine Highlights dieser Reise:

  1. Mir lief es am steilen Fels super, jeden Tag gab's mindestens einen Rotpunkt in einer für mich schwierigen Route (>=7c). Dazu der grosse Fight in der genialen 35m-Ausdauerroute Karmagheddon (7c), auch wenn mir am Ende doch noch der Onsight entwischte. Den kniffligen Einstiegskamin hatte ich souverän erledigt, mich dann sauber jeden Ruhepunkt nutzend über manch eine schwierige Stelle entschlossen vorwärts kletternd nach oben gekämpft, um es am Ende doch hergeben zu müssen. Da kann man nur wieder einmal das Zitat "Sport de merde, mais pour ça on l'aime tant" hervorholen. 
  2. Mit Jerome gab es zwei MSL-Quickies: einerseits eine Speedbegehung nach dem Sportklettern auf der Südseite in Ponte Brolla bis auf den Rovine del Castelliere mit Fussabstieg. Andererseits ein kurzer, morgendlicher Umweg beim "Gipfeliholen" in den Sektor Nostrano zur 4-SL-Plattenroute Corridoio Bo (5c+), die uns  ebenfalls sehr zügig gelang.
  3. Wie Larina für jede schwierige Route und noch so unmögliche Kletterstelle eine kreative Beta entwickeln konnte, die eine Begehung möglich machte. So stark zu sein und einfach alles "niederknüppeln" zu können ist schon nice, die schwierigen Passagen aber schlicht und einfach  "auszutricksen" aber noch nicer.
Komplett selbstgebaute Naturhütte der Kids - nur fast nicht Platz für alle gleichzeitig 😁

Und natürlich, hier nun ohne Nummer, einfach die gute gemeinsame Zeit draussen und am Fels mit Family & Friends. Nur ging es viel zu schnell zu Ende - nach einem gemütlichen Abschlussznacht vor Ort gab's dann auch auf dem Heimweg freie Fahrt, bevor am nächsten Tag der Weg zurück "in den Stollen" wartete.

Donnerstag, 10. November 2022

Avegno / Torbeccio - Zufolandia (7b)

Nach dem tollen Klettertag in ihrer Schwester Anima Ribelle im Dezember 2021 waren wir gleichzeitig hoch motiviert wie auch gespannt, was uns wohl in der ca. 50m weiter rechts durch die Wand verlaufenden Zufolandia erwarten würde. Diese wurde im 2003, d.h. 1 Jahr vor der Anima Ribelle fertiggestellt, war dereinst mehr im Gespräch und hat bestimmt häufiger von Kletterteams Besuch erhalten. Allerdings ist sie auch schon seit Jahren in Vergessenheit geraten und wird in den heutigen Topos nicht mehr aufgeführt. Ein einziger Internetbericht von 2015 berichtet von einer Begehung bei wuchernder Vegetation, auch der Erschliesser hatte uns in ähnlicher Hinsicht Bedenken gemeldet. Davon wollten wir uns nicht abhalten lassen, an solchen Orten selber nachzuschauen und auf Schatzsuche zu gehen ist ja umso spannender. Es wurde tatsächlich ein bisweilen grüner Klettertag, der aber auch tolle Moves bereithielt.

Sicht auf die Wand von Torbeccio mit dem Verlauf der Zufolandia.

Tageszeitlich hielten wir uns an den Zeitplan vom letzten Mal, wo die Sonne um Punkt 9.30 Uhr am Wandfuss erschienen war. Das war aber 6 Wochen später im Jahr, als wir heuer wenige Minuten nach 9.00 Uhr beim Ausgangspunkt eintrafen, war die Wand bereits hell erleuchtet. Dank den mit 14 Grad mild angesagten Temperaturen war es aber kein Problem, auf diese Weise schon kostbare Sonnenstrahlen verschenkt zu haben. Wir machten uns auf den kurzen Zustieg über die Hängebrücke und hinauf zum Wandfuss. Exakt da wo der Zustiegspfad zum Underzero-Sektor auf den Wandfuss trifft, beginnt das marode Fixseil. Es führt leicht rechtshaltend über ~35m hinauf zum Einstieg. Wohlweislich hatte ich Gartenschere und Baumsäge mit eingepackt, doch was sich uns hier präsentierte, war noch weit schlimmer wie angenommen.

Pic of the Day! Die Zustiegsrampe komplett überwuchert, ohne Werkzeug unpassierbar 😂

Der ganze Zustieg war dick mit Gestrüpp und Brombeerdornen überwuchert. Ohne die Gartenwerkzeuge wäre es nicht möglich gewesen, überhaupt zum Einstieg zu kommen. Auch mit diesen Hilfsmitteln war es eine ziemlich undankbare und vor allem zeitaufwändige Sache, bis alles genügend freigeschnitten und passierbar war. Ebenfalls sehr nützlich wären dornenfeste Schutzkleidung und vor allem Handschuhe gewesen - die Alternative dazu waren manche Kratzer, etwas Blutzoll und einige lautstarke Verwünschungen der stachligen Flora. Also definitiv Type II Fun, rückblickend betrachtet war es irgendwie doch noch cool ;-) Wir setzten in dieser Passage übrigens auf Seilsicherung, das Gelände ist doch exponiert und das Fixseil bedenklich verrottet. Nach einer guten Stunde an "Zustieg" hatten wir den leidlich bequemen Platz am Start der Route erreicht und starteten um 10.30 Uhr mit der Kletterei.

Nachstieg zum Start der Route - sieht zwar nicht so aus, aber da ist das Grünzeug schon geräumt!

L1, 25m, 6c+: Auf los geht's los! Man trifft von Beginn weg auf interessante Kletterei in recht kompakten Fels mit Schuppen, Rissspuren und kleinen Rippen. Die Sache spitzt sich im oberen Teil zu, man finde die rettenden Slots im Riss zwischen den spriessenden Grasbüscheln. Der Fels hat etwas Brösmeli-Belag, ist aber ansonsten völlig in Ordnung. 

Lässige Kletterei in L1 (6c+), im Vergleich zum Rest noch kaum botanisch.

L2, 20m, 7b: Diese Seillänge beginnt mit einer coolen Steilplatte, die mit ein paar weit voneinander entfernt liegenden Leisten gewürzt ist. Gewusst (oder erkannt) wie ist hier der Trumpf, ein paar gekonnte Aufsteher der Schlüssel zur freien Passage. In einer Rechtsquerung pirscht man sich an eine steilere Zone heran, wo man alsbald auf die Crux trifft. Diese erfordert gute Fusskontrolle und vor allem viel Beinkraft. Mit Compression tritt man auf einem abschüssigen Reibungstritt an und muss dann aus sehr tiefem Kniewinkel kontrolliert und die offene Tür vermeidend das Bein strecken, um die rettende Leiste zu erhaschen. Mir fehlte da die nötige Leg Power deutlich, beim Ex-Leichtathleten Viktor sah es wohl deutlich besser aus, doch auch ihm gelang der Move nicht ganz. Bald darauf erreicht man den Stand, somit ist diese Länge etwas ein One-Mover - aber doch hart für 7b, die Sportkletterroute Baby Aspis (7b) am Wandfuss ist jedenfalls nach meiner Ansicht um Welten einfacher. Der Fels ist in dieser Seillänge weitgehend vegetationsfrei und von guter Qualität. Teils hat es etwas Brösmelibelag und Moos, das würde sich sicher bessern, wenn mehr geklettert würde.

Knifflige Wandkletterei in L2 (7b), sehr eng geboltet.

L3, 30m, 7a: Meiner Meinung nach die schönste Seillänge der Route! Sie bietet viel Abwechslung, sowie sauberen und kaum von der Vegetation durchsetzten Fels. Die Reise beginnt mit einem unscheinbar aussehenden, aber durchaus kniffligen Seitgriffboulder. Eine weitere Tüftelpassage endet mit einem "Crossing the Midline"-Move an eine gute Schuppe, bevor eine witzige Untergriffquerung die letzte Verteidigungslinie vor dem finalen, athletischen Teilstück darstellt. Dieses an meist guten Seitgriffen hoch, das mässige Trittangebot macht es fordernd. Die Crux ist der Ausstieg ins weniger steile Gelände darob, wobei der Stand schon da und geklippt ist, wenn man das zu 85-90% erledigt hat. Wer sportlich einwandfrei punkten will, müsste fast bis zum ersten Zwischenhaken von L4 weiterklettern.

L3 (7a) ist eine coole Seillänge, die v.l.n.r. die bewachsenen Zonen geschickt umgeht.

L4, 20m, 6b+: Ab hier ist die Sache nicht mehr so erbaulich, das sieht man auf den allerersten Blick. Eigentlich wären die Moves an einer Kante, bzw. bisweilen deren linke Verschneidung nutzend durchaus witzig. Jedoch ist der Fels von unzähligen Flechten überzogen, so ist die Reibung miserabel und man findet teilweise kaum Halt. Dass überall noch Grasbüschel spriessen, macht es auch nicht besser, jedoch stören diese im Vergleich zu den Flechten nicht halb so stark.

Hier in L4 (6b+) sind die weissen Flechten das Hauptproblem...

L5, 30m, 6b: Die schlechte Nachricht ist, dass es bezüglich der Vegetation noch schlimmer wird. Diese Seillänge gleicht nun echt einem Gemüsegarten und ist komplett mit Gras und Sträuchern überwuchert. Allerdings, das muss man den Erschliessern schon zu Gute halten: die Route wählt hier durchaus die bestmögliche Passage, grob einer Kante entlang. Direkt auf dieser ist der Fels auch ok, daneben gibt es aber auch schlechteres Gestein und sogar auch Blöcke, die man in die Tiefe senden könnte (Vorsicht!!!). Am Ende kann man nur konstatieren, dass es eine ziemlich aussergewöhnliche Sache war. Um dem gerecht zu werden, sollte man vielleicht besser mit einem T7+ (oder so...) bewerten, ein paar nichttriviale Moves die der 6b gerecht werden gibt's durchaus. Immerhin ist die Absicherung eng (wenn man die Bolts im Gestrüpp alle findet).

À la Willhelm Tell: "Durch dieses Gestrüpp muss er kommen". In der herzhaft vegetativen L5 (6b).

L6, 30m, 7b: Glücklicherweise wird der Fels wieder deutlich kompakter. Auch legt das Gelände wieder an Steilheit zu, doch de visu würde man dieser Seillänge vom Stand aus keine 7b attestieren. Es kann nur bedeuten, dass es weniger bzw. schlechtere Griffe und Reibung hat, wie man es erwartet. Genau so kommt es. Der Auftakt an einer kurzen Piazverschneidung geht noch easy, die folgende Wandstufe hat dann aber nur abschüssige (Seitgriff-)Leisten und miese Tritte, die wegen dem Flechtenbelag grausam rutschig sind. Nach einem Ruhepunkt folgt eine längere, knifflige Passage einer Kante entlang. Auch hier ist man stark von Slopern/Reibung abhängig, die aber einfach miserabel ist. Insgesamt ein unschöner Abschnitt, eine freie Begehung gelang uns nicht, aber meine Motivation dafür war ehrlich gesagt auch sehr schnell verflogen.

In L7 (7b) hat es weniger Gras, dafür stört der Flechtenbelag bei dieser Art der Kletterei sehr.

L7, 30m, 7a+: Wer in den unschönen L4-L6 durchgehalten hat, wird hier nochmals mit einer lässigen Pitch belohnt. Sie beginnt mit einer kniffligen Plattentraverse in bester "Modern Style Bouldering"-Manier. Ein klitzekleiner Untergriff, wo man mit den Daumen nach oben presst, ein paar sonstige Ministrukturen und vor allem geschickte Gewichtsverlagerung auf Reibungstritten machen die Passage möglich - geil! Das bringt einen zur markanten Verschneidung. Diese ist vorerst nicht allzu schwierig und auch etwas bewachsen, wobei dies nicht allzu störend ist, da man meist im sauberen Fels ausspreizt. Die Struktur endet mit einem Abschlussdach, welches athletisch an Rissen mit ein paar wohldosierten Klemmern passiert werden muss - sehr hübsch! Bald darauf ist Stand, endlich einmal einer der halbwegs bequem ist.

Ausstieg aus der noch coolen und nicht extrem botanischen L7 (7a+) - naja, nicht wirklich sichtbar.

L8, 20m, 6c: Eine kurze Seillänge, aber VORSICHT! Gleich oberhalb vom Stand hat es eine Schuppe (2m hoch x 1.5m breit x 0.3m dick), die kaum mit der Wand verwachsen ist. Die Stelle ist leider kaum zu passieren, ohne dass man diese Struktur benutzt, zudem steckt auch noch BH #2 darin. Eines ist sicher, wenn diese Schuppe kommt, dann sieht es für die ganze Seilschaft sehr schlecht aus (ganz egal, ob der Bolt geklippt ist oder nicht). Nach diesem Hindernis wartet vorerst die Passage eines Feigenbaums, der den ansetzenden Riss weitverzweigt blockiert. Die nächste Challenge erfolgt in Form eines ca. 1m ausladenden Dachs, dank einem sauberen Faustriss geht das aber tatsächlich erstaunlich gut und durchaus im angegebenen Grad. Kurz darauf erreicht man den leider sehr unbequemen Stand, da wäre es 2m weiter oben deutlich besser gegangen.

Faustrissdach mit leicht botanischem Ausstieg (im Vergleich zum Rest der Route) in L8, 6c.

L9, 25m, 7a+: In dieser Seillänge existieren 2 Varianten, die linke davon soll eine 7c sein, während man rechts mit 7ab (Originaltopo der Erstbegeher) bzw. 7a+ (SAC-Führer, Ausgabe 2006) durchkommt. Aus dem linken Riss spriessen viele Grasbüschel, zudem sieht die Absicherung deutlich weiter aus als alles, was wir bisher erlebt haben. Und da wir die 7c eh kaum werden klettern können, setzen wir lieber auf die rechte Variante. Allerdings ist diese total zugewachsen: aus dem Riss spriessen mehrere zu richtigen Bäumen entwickelte Birken und haufenweise Gras. Eine Herausforderung der anderen Art also... nach dem Motto "alles gilt" kämpfe ich mich nach oben. Die Bolts stecken wohl etwas enger als auf der linken Variante, aber sie sind auch weiter voneinander entfernt wie auf den unteren Längen. An einer Stelle bin ich sogar echt froh, einen Camalot 2 platzieren zu können. Schliesslich ist das Routenende erreicht. Dieses befindet sich noch mitten in der Wand an einem super unbequemen Platz mitten im überhängenden Gelände. Sehr antiklimaktisch also, aber der Riss läuft da eben aus und der Fels wird obermoosig, daher ist es schon ein logischer Endpunkt. Ich bitte Viktor, mich gleich wieder zum unteren Stand abzulassen, der immerhin nur "sehr unbequem" ist. Er, der Riss-Liebhaber kämpft sich mit jeder Körperfaser im bisweilen breiten Riss klemmend tatsächlich rotpunkt bis zum Stand durch und befindet die Seillänge als 'easy for the grade' - jedem Tierchen sein Plaisirchen, kann man da nur sagen ;-)

Baum-, Gras- und Felskletterei am breiten Riss in L9 (7a+).

Um 16.30 Uhr und damit nach rund 6:00 Stunden Kletterei haben wir es geschafft. Es war ein Erlebnis der anderen Art, aber irgendwie muss man diese Abwechslung ja schätzen, sonst würde es irgendwann auch langweilig. Ganz sicher aber waren wir gefordert, und um das Meistern der Herausforderung geht es ja beim Klettern. Ebenso waren auch schöne Klettermoves dabei, kein Grund also, um unzufrieden zu sein. Die Route ist mit 30m-Abseilstellen ausgerüstet, so sind aber viele Manöver nötig. In weiser Voraussicht haben wir die 60m-Halbseile dabei. Damit reicht es in 4 Manövern gerade bis auf den Boden, wobei sich die letzte Teilstrecke mit dem dornengespickten Vorbau als lästig erweist. Der diagonalen Zustiegsrampe zu folgen ist abseilend eher schwierig, so dass es nochmals ein paar zusätzliche Kratzer und lautstarke Fluchworte absetzt. Schliesslich stehen wir aber auf dem Boden, das Seil kommt zum Glück auch ohne Verhänger zu uns. Es dunkelt schon ein, wir packen zusammen und machen uns vom Acker. Tja, nun bleibt uns in dieser Wand noch die obskure Bala Balengo - ob sich das wohl lohnt, oder ob wir an Ort und Stelle besser auf einen Sportklettertag im Sektor Underzero setzen?!? Wie 99.99999% des Klettervolks diese Frage beantworten, wissen wir ja... Wie unsere Antwort ausfällt, wird die Zukunft zeigen 😎

Facts

Avegno / Torbeccio - Zufolandia 7b (6b+ obl.) - 9 SL, 220m - Bassi/Stein 2003 - **;xxxxx
Material: 2x60m-Seile, 15 Express, evtl. Camalot 2

Von der absolut lohnenden Anima Ribelle 50m links begeistert, stiegen wir voller Hoffnung in diese Route ein. Sie ist aber deutlich weniger schön und lohnend als ihre Schwester. Die besten Passagen findet man auf den ersten 3 SL, nachher wird das Gelände zunehmend von der Vegetation durchsetzt. Es spriessen viel Gras und Sträucher, dies auch unmittelbar auf der Linie, dort wo der Fels geschlossener ist, ist er oft echt störend flechtig und man trifft nur noch auf einzelne, lohnende Kletterstellen. Das tönt jetzt wie ein vernichtendes Urteil und ist möglicherweise der definitive Todesstoss für die sowieso schon fast vergessene Route. Nun ja, ein Abenteuer in Talnähe, welches grundsätzlich fast ganzjährig begehbar wäre, ist es auf jeden Fall. Zu beachten ist, dass vom 1.1.-15.9. ein Kletterverzicht aufgrund von Vogelschutz gilt. Das Material mit rostfreien BH ist noch top in Schuss und steckt in hoher Dichte. Obligatorische Passagen gibt es kaum, vermutlich käme auch ein 6a-Kletterer mit A0 bis zum Top. Das macht freilich keinen Sinn, eine 7a sollte man schon gut drauf haben, damit man hier auch noch etwas Kletterspass hat. Unten das Originaltopo der Erschliesser, vielen herzlichen Dank für eure Arbeit. Auch wenn wir der Route (und v.a. ihrem jetzigen Zustand) nicht das beste Zeugnis ausstellen, so ist das kein Angriff auf die Erstbegeher - wie immer wissen wir ihre Arbeit sehr zu schätzen!

Das Originaltopo der Erschliesser - vielen herzlichen Dank!


Dienstag, 28. Dezember 2021

Avegno / Torbeccio - Anima Ribelle (7b)

Am Torbeccio in Avegno ist wohl manch ein Kletterer schon vorbeigekommen. Sei es auf dem Weg ins Maggiatal, zum Klettern auf den Anfängerplatten an seinem rechten Ausläufer, für die tolle MSL der Viso di Luna oder für die kürzlich erschlossenen Sportklettersektoren Zio Fiasco, Underzero, Aspis oder Zufolo. In den letzten Jahren hatte ich diese kennen und schätzen gelernt. Der gefaltete Gneis von bester Qualität verspricht Tessiner Kletterei der allerbesten Güteklasse. Durch die rund 250m hohe Wand führen auch 3 Routen, welche vor und nach der Millenniumswende eingerichtet wurden: Bala Balengo, Anima Ribelle und Zufolandia. Populär geworden sind sie nie und die Suche nach Informationen bringt nur gerade den empfohlenen Kletterverzicht von 1.1.-15.9. eines jeden Jahres hervor. Zugegeben, aus der Distanz sieht die Wand eher vegetativ und mässig lohnend aus. Aber das trifft eben auch auf die doch so formidablen Sportklettersektoren zu. Und so konnte der logische Schluss nur lauten, dass hier einmal ein Besuch mit dem MSL-Gear überfällig wäre...

Wintersonne im Maggiatal - che bello!

Unmittelbar vor dem kürzesten Tag im Jahr machte ich mit Viktor auf den Weg ins Tessin. Angesagt war ein ruhiger Hochdrucktag mit 10 Grad Höchsttemperatur, somit sollten die Bedingungen passen. Etwas Sonne gibt's auch, das Fenster dauert von exakt 9.30 Uhr (am Einstieg) bis ca. 13.30 Uhr, je nach Wandpartie. Für die ganze Route reicht das nur, wenn man richtig zügig und/oder mit Verzicht auf Freikletterambitionen unterwegs ist - wie bekannt ist das weniger unser Ding und so nahmen wir eben einen Haulbag mit allerhand warmen Kleidern, Zwischenverpflegung und warmen Getränken mit. Ein paar Minuten nach 9.00 Uhr liefen wir bei der Hängebrücke los, im Gegensatz zu den Osterferien musste man um einen Parkplatz nicht besorgt sein ;-) Im Talboden war es eisig gefroren und schlipfrig, bereits wenige Meter oberhalb war man aus der Kaltluftschicht draussen. Nachdem ich im Frühling bei einem Sportkletterbesuch bereits den Einstieg ausgecheckt hatte, war es natürlich kein Problem, diesen direkt anzulaufen. Doch hier die Beta: dort, wo der Zustiegspfad an die Wand trifft, beginnen die hinauf nach rechts führenden Fixseile zur Zufolandia. Ziemlich genau 15m links davon geht's über den Vorbau hinauf zur Anima Ribelle. Auch da ist ein (schon beinahe kompostiertes!) Fixseil, sollte es irgendwann fehlen, hilft ein BH zur Identifikation der entsprechenden Stelle. Vorsicht, Stand Dezember 2021 ist das Seil an einer Stelle bis auf 2 Litzen durch, man vertraue sich ihm nicht blind an. Unser Timing ging perfekt auf, um 9.30 Uhr ging's mit den ersten Sonnenstrahlen los.

Die Wand mit der Route (die viel besser ist, wie man es aufgrund vom Foto denkt!)

L1, 25m, 7a: Mit vielen Fragezeichen, was uns hier erwartet, steigen wir ein, "wird schon gehen" ist der naheliegende Gedanke. In Tat und Wahrheit sind dann schon die ersten, de visu noch fast trivial eingestuften Meter bis unter das Dächli hinauf ziemlich fordernd. Subito heisst es, kleine Leisten und Seitgrifflein zu bedienen und ohne Vertrauen in die Füsse geht gar nichts. Am Dächlein wird es dann erst recht zäh, erst kräftig auf Gegendruck an Untergriffen, dann mit Power, Entschlossenheit und einer Prise Zauberei darüber hinweg. Was wir jetzt schon bemerken: die Absicherung ist definitiv sehr eng gehalten und A0 kein Problem, die Haken aus der Kletterstellung aber auch zu klippen manchmal durchaus. Der zweite Teil der Länge ist dann mit Benutzung einer auffälligen Kante gutmütiger zu haben. Ob jetzt L1 tatsächlich wie von uns wahrgenommen die zweitschwierigste Stelle der Route bietet oder ob's mangels Aufwärmen, langer Abstinenz vom Fels und noch längerer vom Tessiner Gneis nur so schien?!? Tja, wenn wir das wüssten...

Brain to eyes: "Search for footholds". Eyes to brain: "Search negative". Echt so, an dieser Stelle in L1 (7a).

L2, 30m, 7a: In diesem Abschnitt kommt die Wandneigung etwas gutmütiger daher und hier will nun der Punkt einfach im ersten Anlauf geholt werden. Mit einer 7a macht "man" in den Sportklettersektoren hier ja auch jeweils kurzen Prozess. Doch der Flow will sich auch hier nicht gleich einstellen: zwar stecken die Bolts auch hier eng, die ersten Schritte aus dem Stand raus fordern aber dennoch etwas Committment, denn die Moves spielen sich etwas links der Hakenlinie ab und wer fällt, kollidiert mit dem Sicherungspersonal. Naja, extrem schwierig ist diese Stelle nicht und bis auf einen heiklen Schritt mittig in der Länge geht's vorerst recht gut dahin. Anspruchsvoll wird's dann am Ende mit technisch-kniffliger Wandkletterei, die bouldrig-geniale Moves fordert. Mehrmals musste ich mich so bewegen (und vor allem im Kopf dazu überwinden), dass ich dachte "geht nicht, hält nicht" - tat es aber und genau das macht eben die Faszination von dieser Art Kletterei aus.

Hervorragende Steilplattenkletterei, oft an Steigriffleisten am Ende von L2 (7a).

L3, 20m, 6b: Kurzer Abschnitt, nachdem wir nun ja schon auf höhere Schwierigkeiten vorkonditioniert waren, sollte der uns vermeintlich leicht von der Hand gehen. Schon bald einmal stellt sich aber eine ziemlich schwierige, aber sehr originelle Stelle mit einem kleinen Mono-Loch in den Weg. Damit ist es nicht ganz gegessen, wartet doch am Ende noch eine knifflige Reibungsstelle. Steht man in eine Trittschlinge bzw. steht auf den BH, so geht's auch hier sicher A0, klettert man auf dem einfachsten Weg frei und somit etwas um die Haken rum, so ist doch Vertrauen in die Füsse nötig.

L4, 25m, 7a+: Eine leicht überhängende Wand mit speziell gefaltetem Fels stellt sich hier in den Weg, sehr originell und herausragend! Fingerkräftig-ausdauernde Kletterei wird hier gefordert, vorerst geht's an vertikalen Schlitzen bzw. Rissspuren noch ganz ordentlich voran. Doch es ist nicht nur die (Laktat)uhr die hier tickt, je weiter man kommt desto rarer werden die Tritte und längst nicht mehr jeder Griff hängt schön an. Unweigerlich stellt sich auch die Frage, ob man die nahende Kante links in die Beta einbauen soll oder nicht - eine Frage, die wir auch im Rückblick nicht ganz schlüssig beantworten können (und sonst würde ich es an dieser Stelle nicht tun, hehe ;-)). Mein Onsight-Versuch endete mit einem vom Tritt zippenden Fuss, doch möglicherweise wäre mir irgendwann noch der Saft ausgegangen. Aufgrund der Unübersichtlichkeit bestimmt eine harte 7a+ ohne Vorkenntnisse.

Der Charakter von L4 (7a+) kommt auf diesem Foto nicht extrem gut zur Geltung.

L5, 20m, 6b+: Nachdem der Stand nach L4 eher unbequem ist und das nach L5 zu erreichende Band schon zum Greifen nah scheint, habe ich diese Länge gleich an L4 angehängt. Das geht problemlos und es war auch mit den 15 mitgeführten Exen möglich, indem ich ein paar Mal nach dem Klippen die letzte wieder mitnahm. Zum Klettern warten nicht wirklich die grossen Schwierigkeiten, d.h. es kam uns nicht unbedingt schwieriger wie L3 vor: eine etwas rutschig-brösmelige, reibungslastige Stelle gleich zu Beginn, dann wird es einfacher. Bestimmt aber ist's die qualitativ schlechteste Länge der Route, v.a. am Ende ist der Fels ziemlich moosig und um auf's Band zu kommen, muss auch noch an Grasbüscheln gezogen werden.

Das Finish von L5 (6b+) ist ziemlich bewachsen, es ist die schlechteste Passage der Route.

L5', 15m, 2a: Um die folgende L6 zu klettern, muss auf jeden Fall der Stand rechts auf dem Band bezogen werden. Möglicherweise kann man das gleich an L5 anhängen, wenn man den Stand nach L4 bezieht. Die Querung ist unschwierig, aber kein Gehgelände - hinderlich waren v.a. das Totholz und ein paar weitere, morsche Gehölze. Wir haben ein wenig aufgeräumt, um für richtig Ordnung zu sorgen, wären aber Rasenmäher, Gartenschere und Säge nötig.

L6, 30m, 7a: Es sind nur gerade knappe 30m zu klettern hier, die sich aber doch wie eine kleine Reise anfühlen, v.a. auch weil man definitiv die Sicht- und möglicherweise auch die Hörverbindung zum Kameraden verliert. Los geht's mit athletischen Zügen an Henkeln und positiv-scharfen Leisten an einer 5m hohen, überhängenden Stufe - kräftig, aber gewusst wie nicht bösartig. Über eine geneigte Platte schleicht man an die nächste Aufgabe heran. Eine Stufe mit einer Art Verschneidung will mit 3D-Moves durch Spreizen und Stemmen bewältigt werden. Auch hier sind die Haken nahe beisammen, ein Sturz führt aber aufgrund der ganzen Anlage ziemlich sicher zu einem fürs Geläuf heiklen Aufprall auf der Platte. Zuletzt bietet die Länge dann noch ein drittes Problem, nämlich einen Wulst, wo an Slopern mit der nötigen Entschlossenheit operiert werden muss.

Mega schöne Felsstruktur in L6 (7a).

L7, 15m, 6c+: Rein metermässig eine Mini-Seillänge, wo man aber trotzdem etwas geboten kriegt und durchaus Kraft verballern darf. Die ersten 2-3 Haken stecken zwar nahe beisammen, aber deutlich rechts der Kletterlinie, was wiederum die Gefahr eines Techtelmechtels mit dem Sicherungspartner bietet. Zum Glück ist's da noch nicht so schwierig. Es ist hier nicht zu viel verraten, wenn ich schreibe, dass die Crux erst nach der Rechtsquerung folgt. Der Wulst ist zwar tatsächlich so gutgriffig, wie man sich das aus der Distanz erhofft. Allerdings auch stark überhängend, ohne etwas Reserven und dem geschickten Einsatz aller Körperteile für den Fortschritt bzw. gegen die Schwerkraft geht's kaum! Uns dünkte diese Länge als gerade so schwierig wie L6.

Kurz, aber definitiv nicht schnurz: L7, 6c+

L8, 20m, 7b: Eine Dächerzone wartet direkt oberhalb vom Stand, doch die Route sucht sich einen einfacheren Ausweg rechtsherum. Über eine erste, verschneidungsähnliche Stufe und eine Plattenquerung kommt man in einen Winkel, wo es steil wird. Was auf den ersten Blick gar nicht so schwierig aussieht, wird durch die glatte, trittarme Wand rechts und die Sloprigkeit der Griffe mehr kompliziert, als einem lieb sein könnte. Die Crux ist kurz, aber doch reichlich knifflig. Wer kurze Hebel aufweist, kann sich möglicherweise geschickt im Winkel platzieren, für uns ging es schliesslich nur mit einer innovativen, aber wenig offensichtlichen, komplizierten Beta frei. Zuletzt dann noch ein paar athletische Züge an den eher unbequemen Stand, wo es wie beim Eisklettern von oben tropfte.

Im noch einfacheren, unteren Teil der nominellen Cruxlänge (L8, 7b).

L9, 25m, 7a+: Der Auftakt in diese Länge begeistert wenig. Der Fels ist feucht, etwas bewachsen und über die ersten paar Meter von nur durchschnittlicher Qualität. Immerhin bietet dieser Abschnitt nur wenige Schwierigkeiten. Man wird dann aber doch noch reichlich dafür entschädigt, dass man sich auf diese letzte Seillänge begeben hat. Mittig folgt eine richtig coole Steilplatte mit Zangengriffen und Slopern, wo man sich sehr ausgewählt zu bewegen hat. Den Abschluss findet die Route mit einer kniffligen Linksquerung und einem athletischen Ausstiegswulst, ein richtig cooles Finale. 

Nochmals grandiose Kletterei zum Abschluss in L9 (7a+).

Um 15.45 Uhr und damit nach 6:15h Kletterei waren wir am Top. Zwar hatten wir die Punktebuchhaltung nicht komplett ins Reine gebracht, aber doch immerhin alle Stellen in freier Kletterei entschlüsselt und es waren nur L1 und L8 ohne einen stilreinen Durchstieg von Standplatz zu Standplatz geblieben. Die Sonne hatte uns bereits etwas nach 13.30 Uhr verlassen, doch nachdem es windstill und mild war und wir auch noch vom bereits aufgewärmten Fels profitieren konnten, waren die Bedingungen weiterhin gut. Viel zu tun gibt's am Ende der Route nicht, sie endet nämlich bereits ca. 2 Seillängen vor dem Top. Wir konnten nur darüber rätseln, warum dem so ist. Gewisse Indizien sind schon sichtbar, linkerhand wäre es wohl gut gangbar, der Fels aber dafür bewachsen und die Kletterei daher beschränkt attraktiv. Eher rechts hinauf hätte es zwar durchaus noch sauberen, kompakten Fels, aber dafür würden vielleicht hohe Schwierigkeiten warten?!? Naja, vermutlich haben die Erschliesser ja schon einen weisen und informierten Entscheid getroffen. Wir fädelten unsere 2x50m-Seile, mit 4 Manövern (à 50+, 35, 35, 50 Metern) waren wir zurück am Einstieg. Von da war es nur ein kurzer Weg zurück zum Ausgangspunkt. Bald hatten wir Caffè und Dolce in der Hand und konnten heimwärts fahren. Ja, heute hatten wir wieder einmal eine verborgene Perle entdeckt und einen grandiosen Klettertag bestritten. Wir waren uns einig, dass wir einen solchen Event baldmöglichst wiederholen sollten.

Facts

Torbeccio - Anima Ribelle 7b (6b+ obl.) - 10 SL, 225m - M. Bassi 2004 - ***;xxxxx
Material: mind. 1x70m oder 2x40m-Seile, 15 Express, Keile/Friends nicht nötig

Kaum bekannte, aber echt lohnende, sportliche MSL-Route in Talnähe, welche vom 1.1.-15.9. eines jeden Jahres aufgrund von Vogelschutz mit einem Kletterverzicht belegt ist. Die Moves sind sehr abwechslungsreich, von Steilplatten welche gute Fusstechnik erfordern, über vertikale Wandkletterei an Leisten und Seitgriffen, typischen Tessiner Boulderproblemen bis hin zu athletisch-henkligen Überhängen wird vieles geboten. Schon von weitem erkennt man, dass in der Wand da und dort Bäume wachsen und Graspolster spriessen. Die Route führt aber fast ausschliesslich durch kompakte Zonen und der raue, hautfressende Gneis ist auf der Linie zum grössten Teil sauber und frei von Bewuchs (eine höhere Frequentierung schadet der Sache aber bestimmt nicht). Die Absicherung mit Inox-BH ist sehr üppig, mit Verwendung einer Trittschlinge geht vermutlich die ganze Route A0. Aus der Kletterstellung sind aber nicht alle Bolts mühelos zu klippen und so fühlt es sich subjektiv schon nach 6b/6b+ obl. an. Die Bewertungen schienen uns im MSL-Kontext stimmig, in den Klettergärten am Wandfuss fallen mir dieselben Grade jedoch typischerweise deutlich leichter (woran es auch immer liegen mag...). Ein Topo zur Route findet man nur noch in älteren Ausgaben des SAC-Kletterführers Tessin, in der neusten Version ist es nicht mehr enthalten. Nach längerer Zeit habe ich nun zum Glück doch noch eine Kopie des Originaltopos erhalten (danke Joachim!). Ich stelle es hier gerne als PDF-Download zur Verfügung.