- -

Mittwoch, 30. Juli 2025

Eintrittspreise Kletterhallen Schweiz

Weil wir gerade eine Diskussion darüber geführt haben und deren Resultat möglicherweise für viele andere nützlich ist, hier eine Übersicht zu den aktuellen Eintrittspreisen in die Kletterhallen in der Schweiz - absolut passend als Beitrag zum "Sommer"wetter Ende Juli 2025. Berücksichtigt wurden alle mir bekannten grösseren Kletterhallen mit einem vollwertigen Angebot.

Larina an der Zürcher Klettermeisterschaft im 6aplus. Bild: Vladek Zumr / 6aplus

Tabelle der Eintrittspreise

Halle Preis Kletterfläche Bemerkungen
K1 Dornbirn 16.20 Euro 1800m2 Günstiger Familientarif (36.50 Euro)
Kletterhalle Haslital 20.00 CHF 730m2
Günstiger Familientarif (40 CHF)
K7 Basel 20.00 CHF 1550m2
Ermässigt: MO-FR 12-16h (16 CHF)
Klettertreff Thun 22.00 CHF 964m2

Kraftreaktor Lenzburg 25.00 CHF ???Geschätzte Kletterfläche ~2500m2
Magnet Niederwangen 25.00 CHF 2300m2

Vertic Saxon 25.00 CHF 1500m2

Ap 'n Daun Chur 26.00 CHF 2000m2

Aranea Schaffhausen 26.00 CHF 1840m2

Grimper.ch Villeneuve 26.00 CHF 4500m2

Grimper.ch Echandens 26.00 CHF 2500m2

O'bloc Ostermundigen 27.00 CHF 5000m2

Appenzeller Park Herisau 28.00 CHF 3300m2

Grimper.ch Meyrin-Satigny 28.00 CHF 4500m2

Pilatus Indoor Root 28.00 CHF 2600m2

Kletterhalle St. Gallen 30.00 CHF 2400m2

Lintharena Näfels 30.00 CHF 1560m2
Ermässigt: vor 16h (27 CHF)
Griffig Uster 33.00 CHF 5700m2
Ermässigt: bis 18h (30 CHF)
6aplus Winterthur 33.00 CHF 3300m2

Gaswerk Schlieren 41.90 CHF 3522m2
Ermässigt: SA, MO-FR vor 16h (35.40 CHF) 
Gaswerk Greifensee 41.90 CHF 3063m2
Ermässigt: SA, MO-FR vor 16h (35.40 CHF)
Gaswerk Wädenswil 41.90 CHF 6081m2
Ermässigt: SA, MO-FR vor 16h (35.40 CHF)

Stand: 29. Juli 2025

Bemerkungen

  • Die Preise sind für einen Einzeleintritt für eine erwachsene Person, ohne allfällige Rabatte. Falls es zeitliche Vergünstigungen gibt, so sind diese unter Bemerkungen aufgeführt. Die Angaben wurden von den Webseiten der Betreiber entnommen. Die Tabelle wird nur periodisch nachgeführt. Falls eine Angabe nicht mehr aktuell sein sollte, schreibe bitte einen Kommentar unten!
  • Interessant wären sicher auch die Preise für Kinder und Jugendliche. Hier gibt es nämlich auch sehr grosse Unterschiede nicht nur beim Grundpreis, sondern auch bei der Ermässigung gegenüber dem Erwachsenenpreis. Diese Arbeit habe ich hier nicht auf mich genommen und der Vergleich ist auch nicht ganz einfach übersichtlich zu gestalten, weil die Alterssegmente nicht einheitlich gestaltet sind.
  • Die Angaben zu den Kletterflächen entsprechen dem, was ich auf den Webseiten oder mit einer Google-Suche auf die Schnelle gefunden habe. Meistens (bzw. immer dann, wenn ich die Wahl hatte) habe ich die gesamte Kletterfläche, d.h. inklusive Outdoorwände und insbesondere die Boulderwände angegeben. Für einen einzelnen Besuch ist die Kletterfläche m.E. aber auch nicht der entscheidende Parameter: alle Halle sind gross genug, um müde Arme zu bekommen.

Persönliche Einschätzung

Für mich verblüffend, wie stark die Variation in den Eintrittspreisen ist! Während im tiefen Preissegment schon eher die kleineren und älteren Hallen dominieren, so dünken mich aber die Unterschiede beim Einbezug der Qualität des Angebots immer noch unglaublich gross. Als lobende Beispiele seiner hier die grossen und modernen Hallen von Grimper.ch in Villeneuve und das O'bloc mit ihren relativ moderaten Preisen erwähnt. Oder dann der Vergleich vom ebenfalls sehr preiswerten Kraftreaktor Lenzburg mit dem Preis-Rekordhalter Gaswerk Schlieren. Als seltener Besucher dünkt mich das Angebot da in etwa auf der vergleichbaren Seite, während der Eintritt im Gaswerk um 67.6% teurer ist. Und die beiden Hallen liegen gerade einmal 20km voneinander entfernt!

Scheinbar gibt es also nur wenig oder gar keinen Preiswettbewerb, sonst würden solche Unterschiede kaum auftreten? Was natürlich auch die Frage aufwirft, was die Kundschaft denn als fairen oder akzeptablen Preis für eine Indoor-Session am Seil betrachtet. Jedenfalls scheint mir der Druck zur Zeit eher klein, die Eintrittspreise tief zu halten. Im Gegenteil, es findet eher ein "Wettrüsten" mit immer teureren und grösseren Griffen und grossen Volumen statt oder es werden Umbauten durchgeführt (mit aus meiner Optik zweifelhaften Kosten-Nutzen-Verhältnis). Aber vielleicht bin ich da als Outdoor-Gruftie einfach aus der Zeit des modernen Indoor-Klettersports gefallen. Mir persönlich genügt es zum (seltenen) Indoor-Training am Seil halt auch, eine persönlich harte, homogen-ausdauernde Route mit schlechten Tritten und "ratty crimps" oder üblen Slopern älteren Datums zu machen. Stattdessen in der gleichen Schwierigkeit nur an teuren und grossen Macros zu klettern, bringt mir da wenig Mehrwert. Ich bin gespannt, ob meine "weniger wäre mehr"-Optik mehrheitsfähig ist und freue mich über Kommentare dazu.

Donnerstag, 24. Juli 2025

Chaiserstock - Cyndarella (6c+)

Die Route Cyndarella führt in 6 kurzen Seillängen durch die kleine Westwand am Chaiserstock. Sie wurde 1990 von den Gebrüdern Müller eingerichtet und fiel danach kaum bekannt in einen Dornröschenschlaf. Wenige Wochen vor meiner Tour wurde sie von den Erstbegehern mit modernem Material und einigen zusätzlichen Bohrhaken saniert. Der Bericht auf rauchquarz.ch lockte mit vielversprechendem Text und anmächeligen Bildern. Das war genau die richtige Tour für diesen Freitagnachmittag, für mich quasi eine Zeitreise durch die Jahrzehnte.

Blick auf den Chaiserstock mit seiner Westwand und dem Verlauf der Route Cyndarella (6c+)

Es war nämlich schon über 30 Jahre her, seit ich mit meiner damaligen Freundin am Chaiserstock die Verschlossene (5c) und den Kaminpfeiler (6a) klettern konnte - Erinnerungen für die Ewigkeit. Später kamen dann noch in Verbindung mit einer Skitour S'chli Träumli (6b) und Via Fantastika (6a+) hinzu, zuletzt war es dann Rinderwahn (6c). Die letztere Tour fand vor bald 16 Jahren statt, als Kathrin mit Larina schwanger war. Und diese Larina spielte auch für die Gestaltung der hier beschriebenen Tour eine wesentliche Rolle. Vor ihrem Aufbruch an den EYC in Bologna wollte ich vormittags mit ihr noch die Aktivierung bestreiten und Zmittag essen. Danach war ich frei, doch mit dieser Tagesplanung und eher exotischen Ideen mit einem Bike, Hike & Climb-Triathlon gelang es mir an diesem Freitagnachmittag in den Sommerferien nicht, eine Begleitung zu organisieren. Doch ohne zu hadern machte ich mich alleine auf den Weg.

Wunderschön die Aussicht auf der Bike-Zufahrt von Morschach ins Riemenstaldental.

Meine Tour startete in Brunnen und führte mich zuerst per Bike nach Morschach, dann hoch über dem Vierwaldstättersee in aussichtsreicher Lage auf teilweise coolen Trails ins Riemenstaldental und schliesslich nach Käppeliberg (13km, +900hm). Von der Luftseilbahn nach Spilau machte ich gerne Gebrauch, ich konnte unmittelbar einsteigen und wenige Minuten später meine Wanderung zum Chaiserstock starten (3.5km, +600hm). Diese kam mir nicht eben kurz vor: trotz zügigen Schrittes brauchte ich schliesslich 70 Minuten, bis ich am dank Wandbild und dem BH mit Raumer-Plättli und Bächli-Logo problemlos zu identifizierenden Einstieg anschlug. Nun war erst einmal eine Pause fällig. Um ca. 15.45 Uhr bepuderte ich das erste Mal meine Hände im Chalkbag und legte kurz darauf los.

Begegnung am Wegesrand unterwegs zum Chaiserstock.

L1, 25m, 6c+:  Der erste Schritt ist gleich der schwierigste der ganzen Route. Wirklich, das Abheben vom Boden ist nicht trivial (5C/6A bloc), könnte aber falls nötig per Textilgriff entschärft werden. Sorgfältig hatte ich alle Griff- und Trittmöglichkeiten vom Boden aus abgescannt und eine Beta visualisiert. Diese konnte ich dann sauber ausführen. Hat man einmal die Henkel für den Klipp des zweiten BH in der Hand, so kommt die Sache deutlich zahmer daher. Erst heisst es noch etwas dranbleiben an wasserzerfressenem Fels, was man aber recht gut wegstehen kann. Bald lässt es definitiv nach, man quert nach rechts und erreicht durch eine einfachere Verschneidung den Stand.

Durch diese einfachere Verschneidung führt der obere Teil von L1 (6c+).

L2, 25m, 6a: Auf einem Band geht's ein paar Meter nach rechts, dann folgen 15m an Top-Kletterei in exzellentem Premier-Cru-Fels à la Rätikon. Gut abgesichert, wobei die schwierigste Stelle doch recht zwingend zu meistern ist!? So kam es mir jedenfalls vor. Schon zu bald erreicht man ein nächstes Bändersystem, der zuerst nicht sichtbare Stand befindet sich gerade voraus.

Weil die Sonne fehlt, kommt es auf dem Foto nicht so zur Geltung. Doch in diesem Abschnitt von L2 (6a) ist der Fels von der Marke Extraklasse!

L3, 30m, 5c: Dieser Abschnitt hat den Charakter von einem Überführungsstück. Erst über durchzogenes Gelände leicht linkshaltend hinauf, etwas gesucht über eine Steilstufe hinweg in wiederum gestuftes Terrain. Dann entweder direkt über das Grasband oder mit einer kleinen Zusatzaufgabe links zum nächsten bequemen Stand. Um meinen Füssen eine Pause zu gönnen, habe ich diese Seillänge im Nachstieg mit den Turnschuhen geklettert, was problemlos ging - von mir aus gesehen leichtverdaulich für 5c.

Da wird sich manch einer denken: sieht auf dem Foto besser aus, wie der Text beschreibt. Zudem stecken die Haken in L3 (5c) etwas links vom Seilverlauf (in voller Auflösung sind sie erkennbar). Hier war es aber wegen dem Verlauf deutlich günstiger, die Exen beim Abseilen schon auszuhängen.

L4, 25m, 6a+: Die kompakte Platte zu Beginn ist eines der Highlights der Route. Einige gute Griffe und ein Mantle führen noch recht kommod zum zweiten Klipp. Für den dritten muss man sich dann schon ein wenig anstrengen und gescheit auf die Füsse stehen (oder notfalls auf den zweiten BH). Nachher folgt dann ein weiter Hakenabstand, wo zwingend über die Platte geschritten werden muss. Ohne zu viel verraten zu wollen: Augen auf, der einfachste Weg ist nicht jener in direkter Hakenlinie. Und auch wenn es etwas einschüchternd aussieht: hat man den Haken einmal überstiegen, so lassen die Schwierigkeiten nach, es geht dann schon. Ist der nächste BH geklippt, geht's dann leichter diagonal nach rechts zum baldigen Stand. Ich würde sagen, die Platte ist der forderndste Abschnitt der Route, wobei die 6a+ im Vergleich zu meinen kürzlichen Erfahrungen an der Handegg allerdings deutlich gutmütiger ist. Caveat: ich klettere auf Reibung lieber im rauen Kalk als im glatten Granit, zudem sollte man Handegg-Bewertungen besser nicht als Referenz verwenden. Zuletzt ein Hinweis: wie es im Bericht von Bruno geschrieben steht, wer die Platte nicht packt, kann mit einem Pendler in den Riss rechterhand auskneifen.

Rückblick auf die kompakte Platte, über welche L4 (6a+) verläuft. Der längere Abstand gut sichtbar.

L5, 15m, 5c: Achtung Verhauergefahr, die gut sicht- und erreichbaren BH rechts gehören zum Westwandpfeiler, Cyndarella führt relativ unscheinbar links über den Riegel hinweg, welche durch eine Art Verschneidung in 3d-Manier erstaunlich einfach erklommen wird. Bald danach kommt schon der Stand, wer sich sicher fühlt, kann die ebenfalls recht kurze folgende SL gleich anhängen. 

Blick auf die 3d-Verschneidung in L5 (5b), unten wo die Ecke im Seilverlauf ist, befindet sich der Stand nach L4 (6a+). Im Ropesolo-Modus liessen sich diese beiden Abschnitte problemlos verbinden (ca. 35m Kletterstrecke). Das geht sicher auch in Seilschaft mit Verwendung einer langen Exe am Stand, wobei sich der Link L5/L6 noch deutlich mehr anbietet.

L6, 20m, 6b: Nochmals ein sehr schöner Abschnitt mit rätikonartigem Fels und Steilplattenkletterei. Die mit 6b (oder 6a A0) angegebene Stelle im ersten Drittel konnte ich so nicht nachvollziehen. Dazu müsste man schon übertrieben direkt in Hakenlinie klettern. Links gibt's hingegen gute Griffe, von welchen man die Bolts problemlos klippen kann (selbst das ursprüngliche, noch 20cm weiter rechts steckende Exemplar). Denke mehr wie 6a ist das nicht?! Weiter geht's direkt aufwärts, ganz am Ende wird der Fels etwas rund und staubig, kurz vor dem Ausstieg kann wohl drückende Nässe ein Problem darstellen.

Ausblick auf die letzte Seillänge (L6, 6b), die nochmals tollen Fels bietet.

Etwas vor 18.30 Uhr und damit nach rund 2:45h Kletterei hatte ich das Top in einer einwandfreien Onsight-Begehung erreicht. Im Topo ist nur das Abseilen beschrieben. Doch meine Vermutung, dass man nach oben aussteigen kann und dann zu Fuss weiter, bestätigte sich zum Glück (20m rechts vom Ausstieg beginnt zudem die Rampen-Abseilmöglichkeit bei einer Eisenstange). Nachdem ich mein Material gepackt hatte, lief ich die wenigen Schritte hoch zum markierten Bergweg, über welchen man in ein paar Minuten das Gipfelkreuz erreichen kann. Eine absolut fantastische Aussicht bei einer Top-Abendstimmung erwartete mich - welch ein Genuss, dem ich mich gerne hingab! Natürlich hätte man diesen noch bis zum Eindunkeln zelebrieren können, doch es wartete ja noch ein ziemlich weiter Weg retour nach Brunnen. 

Panorama vom Ausstieg der Route, was für ein wundervoller Abend.

Um 19.00 Uhr ging ich am Gipfel los, stieg über den mit Drahtseilen versicherten Steig via Chaisertor in die Nähe vom Einstieg ab und ging dann ohne übertriebene Eile zurück zur Lidernenhütte (20.00 Uhr). Die Bahn war schon nicht mehr in Betrieb, so dass ich durch das Proholz zu Fuss absteigen musste. Das hatte ich bisher noch nie so gemacht, wobei dies sehr zügig in ~30 Minuten geht und im Vergleich zu einer Bahnfahrt insgesamt kaum zusätzliche Zeit kostet. Es blieb noch der Downhill mit dem Bike, was meist in rauschender Fahrt passiert - wobei zwei Gegensteigungen mit +200hm die Beine nochmals fordern. Um 21.00 Uhr hatte sich der Kreis schliesslich geschlossen. Was für eine geniale und genussvolle Tour war das gewesen!

Fantastisches Ambiente mit tollen Verblauungen am Gipfel des Chaiserstock.

Facts

Chaiserstock - Cyndarella 6c+ oder 6a+ A0 (6a obl.) - 6 SL, 140m - B. & K. Müller 1990 - ***;xxxx
Material: 1x60m oder 2x50m-Seil, 10 Express, Cams/Keile nicht nötig

Sehr schöne, kurze und gut abgesicherte Route mit Plaisircharakter in fantastischer Umgebung. Es gibt drei kurze Stellen (gleich am Einstieg, die Platte in L4, sowie im ersten Drittel von L6) die etwas höhere Schwierigkeiten bieten, jedoch auch mit Hakenhilfe oder einem Pendelquergang umgangen werden können. Der Rest bietet genussvolles Steigen, welches sich meist im fünften Franzosengrad abspielt. Seit der Sanierung durch die Erschliesser im 2025 ist die Route mit rostfreiem Material prima abgesichert, mobiles Material ist nicht nötig. Mit 2x50m-Seilen kann ich 4 Manövern über die Route abgeseilt werden, mit 1x60m und Nutzung jedes Standplatzes (d.h. 6 Manöver) sollte es auch möglich sein. Bequem und zügig ist auch der Fussabstieg über den markierten Steig via Chaisertor. Das Topo zur Route findet man auf der Seite vom Erschliesser Bruno Müller. Vielen Dank für eure Arbeit!

Freitag, 18. Juli 2025

What a Magic day!

Aus absolut erfreulichem Grund (mehr dazu ein anderes Mal...) heisst es Change of Plan für die Sommerferien. So bleiben wir vorerst in der CH und Trips, Ziele und Ausflüge müssen ein wenig improvisiert werden. Nicht immer klappt es mangels Partnern für spannende und neue MSL, aber es gibt ja auch sonst eine Menge zu tun. An diesem Tag alleine unterwegs, entschied ich mich die grosse Bildungslücke im Magic Wood ein wenig weiter zu befüllen. Es wurde ein magischer und sehr erfolgreicher Tag.

Endurance-Bouldering in La Traversatta (7A+).

Der grosse Vorteil meiner Unkenntnis des Gebiets: ich brauche meine 3 Pads nur bis zu den ersten Blöcken zu buckeln, welche da am Wegesrand stehen. Nach einigen Turnübungen und dem Vorheizen der Finger geht's los mit der tricky Kante des Goodmorningcorner (5+ ⚡). Für die lapidare Bewertung ist die aber gar nicht so einfach zu haben. Viel schwieriger fiel mir henklig-athletische Zombie Light (6B ⚡) mit ihrem Campus-Hangel am Ende da auch nicht. Mein Hauptziel an diesem Block war dann die Dyno-Version vom Zombie (7B+ 🔴), welche mir erstaunlich leicht fiel und sehr zügig erledigt war. Ob der Grad zutreffend ist bleibe dahingestellt, ich nehme ihn aber gerne. Zu sagen ist: mit meiner Grösse geht der Boulder sicher einfacher. 

In der Dyno-Version von Zombie (7B+)

Mein zweitlängstes Projekt an diesem Tag war Rotzkiebel (6C 🔴). Da gibt's einen steilen Start, wo man entweder kleine Leisten richtig gut zukneifen muss, mit geschickten Hooks für Stabilität sorgt oder die Reichweite auspackt. Mit von allem ein bisschen ging es dann. Es folgt nur noch das hohe Topout. Dank einem kunstvoll gebauten Landepodest gibt's noch eine Weile lang eine "Fluchtmöglichkeit", am Ende sollte man dann aber besser wissen, was man tut... Bouldering meets MSL-Mindset, kann man da nur sagen.

Nach einer kurzen Verschiebung war die lange Traverse von Madame Etoile (6B+ ⚡) an der Reihe, welche mich als Kletterer natürlich besonders anspricht. So viele Flashes von Bouldern >6B konnte ich bisher noch nicht holen. Doch beim Praktizieren dieser Disziplin bin ich meist alleine unterwegs, mit nur 3 Pads und ohne Spotter scheint es da oft nicht der richtige Ansatz, ohne ein gewisses Befühlen und Abchecken gleich ohne Rücksicht auf Verluste anzugreifen. Da aber ging's und ich sicherte mir im Anschluss noch die direkten Linien von Starman (6A+⚡) und Ziggy Stardust (6B⚡). Die Ethikkommission relativiert die letzteren beiden Flashes übrigens, weil ich da ja vorher in der Querung (quasi am Exit der direkten Boulder) schon einmal drübergestiegen war.

Noch ein Shot aus La Traversatta (7A+). Diese 15m lange Querung schien mir zuerst mit nur 3 Pads und ohne Spotter bzw. Mattenschieber mässig realistisch. Nach etwas Practice hatte ich dann aber ein genügend gutes Gespür für die Moves, so dass ich es trotzdem für Durchstiegsversuche wagen konnte.

Ein "Muss" für einen meiner ersten Magic-Revisits war die La Traversatta (7A+ oder laut Darth Grader: 7c hard 🔴). Diese ca. 15m lange Querung mit >20 Moves ist eigentlich mehr eine bodennahe Kletterroute und zu sowas habe ich eine besondere Affinität. Das war bestimmt auch der Grund, warum ich mich damals bei meinem ersten und bis zu diesem Jahr einzigen Besuch im Magic Wood, genau dort probierte. Doch damals, nach unserer Kletterwoche im Bergell mit dem Pizzo Badile, blieb ich völlig chancenlos auf einen Durchstieg, da fehlte der Pfupf bei Weitem. Auch dieses Mal musste ich ein wenig Tüfteln, bis für alle Sektionen eine effiziente Lösung beisammen war. Danach flutschte es aber gut. Die Begehung war stabil und unter dem Aspekt von Genuss und Training konnte ich sie sogar gleich nochmals wiederholen. Da kann man nur sagen: es macht besonders Freude, heute mit Ü50 Boulder zu ziehen, wo man in jungen Jahren noch zu schwach dafür war. Damit liess ich es an diesem Tag gut sein, bald bin ich gerne zurück für mehr!