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Montag, 16. Dezember 2019

Rheintal Cup 6/2019: Nikoloklettern in Dornbirn

Einen Tag nach Samichlaus ging der Rheintal Cup mit dem Lead-Wettkampf im K1 in seine finale Episode, es sollte auch für uns der letzte Wettkampf im 2019 sein. Team Dettling war (endlich und zum Glück) wieder vollzählig am Start. Da sich Dornbirn zwar gleich ennet der Grenze, aber doch in unserem Nachbarland Österreich befindet, dürfen wir auch die ersten internationalen Starts in unserer Karriere notieren ;-) Geboten wurde uns ein sehr interessanter, perfekt organisierter Wettkampf mit insgesamt >170 Teilnehmern und herausfordernden, aber sehr fair und selektiv geschraubten Routen.

* alle Bilder in diesem Beitrag stammen von Markus Schäpper - herzlichen Dank!!!

Qualifikation

U12: nun ist für Larina bereits das erste Jahr in der Kategorie U12 vorbei, wobei sie doch erst nach dem Wettkampf überhaupt erst 10 Jahre alt wurde. Der Start in der ersten Quali gelang ihr gut, sie scheiterte am Move zum Topgriff. In der zweiten Quali nahm die Athletin die Besichtigung etwas auf die (zu) leichte Schulter. Meistens ist das unerheblich, da Hallenrouten ja in der Regel wenig Geheimnisse bergen und die Sequenz offensichtlich ist. Hier war's für einmal anders, prompt leistete sie sich einen Verhauer und Wettkampfrouten verzeihen solche Shenanigans selten - so auch hier. Für die Final-Qualifikation reichte es trotzdem, somit war es nicht weiter tragisch. Beide Qualirouten waren übrigens im Bereich von 7a/7b einzuordnen.

Ziemlich fiese, technische Moves an Slopern schon früh in der Route (Q1 U12 bzw. Q3 U10).
Damen & Herren: beide Geschlechter hatten dieselben Routen anzupacken, dies übrigens auch gemeinsam mit der Kategorie U16. Da sich auch Teilnehmer aus den nationalen Auswahlteams eingeschrieben hatten, wurde mit dem Schwierigkeitsgrad nicht gespart. Im Bereich von 8a+ bis 8b war ein Durchstieg der beiden Qualirouten zu veranschlagen, das zeigt schon mal sehr gut die Challenge, der wir uns stellen mussten. Aber wie bereits geschrieben, waren die Routen sehr fair. Zwar vom ersten Meter an pumpig und tough, aber immerhin ohne unmögliche Bouldermoves. So konnte man auch ohne über Durchstiegsniveau zu verfügen richtig gut fighten und eine persönlich befriedigende Performance abliefern. Jedenfalls stand Kathrin nach der Quali auf Rang 1 und der Schreibende auf Rang 3, womit die Finalqualifikation gesichert war.

Q2 Damen (& Herren). Pumpige Moves an eher kleinen Griffen von Beginn weg.
Die Dachkanten, immer wieder eine Herausforderung für Grossgewachsene...
U10: der Wettkampf für die jüngeren Kinder startete trotz der sehr grossen Teilnehmerfelder erst am Nachmittag. So kam es, dass wir Jerome nur in einer einzigen seiner drei Routen beobachten und anfeuern konnten, da wir nachher bereits in die Isolation mussten. Die erste Route konnte er souverän toppen. In der zweiten erzählte er uns, dass er unglücklich vom Topgriff schlipfte und so nur mit 37+ in die Wertung kam. In der dritten Route gelangen ihm zur eigenen Überraschung noch viele Moves über den Punkt hinaus "wo ich schon tot war" - das Anfeuerungskommando von Larina (die zu diesem Zeitpunkt ihre Finalroute schon geklettert hatte und mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe betraut wurde) und dem zusammengetrommelten Fanclub ihrer U12-Freundinnen soll den Unterschied ausgemacht haben :-) Am Schluss stand so "nur" Rang 9, wäre die Hand in der Quali 2 auf dem Schlussgriff geklebt, hätte es für Rang 4 gereicht. Davon kann man sich wenig kaufen, für die persönliche Perspektive ist es aber doch wichtig. Eine minimale Verbesserung (wir reden hier von Topgriff halten statt nur betatschen, aber selbst wenn es 1-2 Moves mehr pro Route wären) scheint doch absolut machbar - denkt mal daran, mit welchem Mindset man da das nächste Mal angreift, egal ob am Wettkampf oder im Training.

Das war eben dieser verflixte letzte Move in der Quali 2...

Finals

Ich persönlich war einer der allerletzten Starter in den Finaldurchgängen, so dass ich schliesslich gut 2h in der Isolation verbringen musste, für Kathrin war es nur unwesentlich weniger. Schade ist das vor allem, weil wir so den eigenen Kindern nicht zusehen konnten und auch sonst eine Menge an tollem Klettersport verpassten. Aus dieser Hinsicht plädiere ich eigentlich dafür, auf Stufe Regio-Cup die Finals auch im Flash-Modus zu klettern. Da in umgekehrter Reihenfolge der Quali gestartet wird, hätten sich die später startenden den Vorteil vom Zusehen ja auch redlich verdient. Es würde die ganz Sache auch organisatorisch vereinfachen. Andererseits tönt 2h in der Iso zwar hart - ist aber nicht so. Wir befanden uns im Boulderraum, d.h. man kann etwas aufwärmen / klettern / trainieren, vor allem aber kann man mit den anderen plauschen. Irgendwie sitzen in der Iso alle im selben Boot, d.h. man lernt sich besser kennen und es macht die Wettkämpfe auch wirklich zu einem sozialen Event. Das ist also die positive Seite.

Sogar den Nikolo hat sie abgezockt - bravo!
Larina glückte im Final nach ihren Erzählungen keine besonders gute Begehung und sie war im Seil, bevor "es schwierig wurde und ich müde war". Nun ja, das ist meistens keine besonders gute Kombination an einem Wettkampf, Rang 9 war das Ergebnis. Kathrin machte das besser, stieg in ihrem Teilnehmerfeld am höchsten und holte sich den Sieg. Das ist umso bemerkenswerter, da sie ja am Rheintal Cup in Küblis Ende März eine schwere Knieverletzung erlitten hatte. Nun, 8.5 Monate und eine OP später war dies das Wettkampf-Comeback, bravo! Für mich persönlich resultierte in der ultrapumpigen Route Rang 3, der Kontrahent vor mir war zwar gleich weit gekommen, aber in der Qualifikation höher geklettert. Mehr als das schien von vornherein wenig realistisch, weil das Team Graubünden einen Akteur aus der Nationalmannschaft mitgebracht hatte. Und dieser operiert definitiv in einer anderen Liga - da hätte man sich schon nur an den vorgezeigten Stunts in der Iso beim "aufwärmen" entmutigen lassen können. Mich hat's natürlich nicht im Geringsten gestört, sondern es ist im Gegenteil sehr interessant und inspirierend, so hautnah miterleben zu können, mit welcher Leichtigkeit man diese für mich knüppelharten Moves auch ziehen kann. Bravo Dario, herzliche Gratulation!

Jung, jung, alter und älter!

Gesamtwertung

Im Rheintal Cup gibt's auch eine Gesamtwertung über alle 6 Events. Vor dem Nikoloklettern war ich auf Rang 2 platziert, ein Sieg am letzten Wettkampf oder ein zweiter Rang vor meinem Konkurrenten hätte den Titel bedeutet. Der Showdown war dann auch echt spannend. Mein Konkurrent hatte in der Finalroute schon früh arg zu kämpfen, rettete sich mit ein paar gewagten Moves am Limit aber tatsächlich noch bis zu der von mir erreichten Marke. Hätte ich es geschafft, von dort nur noch einen Zappler Richtung nächstem Griff machen zu können, so hätte es gereicht... manchmal sind es also wirklich nur Kleinigkeiten, die am Ende den Unterschied ausmachen. Und für mich war es einfach unmöglich, in der Finalroute das entscheidende "+" noch zu buchen. Auf jeden Fall: Gratulation Nico, du hast es verdient! Bei den Damen reichten Kathrin die Siege am ersten und am letzten Wettkampf der Serie zur Rheintal-Championne :-) Bei den Kindern gab's in der Gesamtwertung Rang 4 für Jerome und Rang 6 für Larina. Meinen herzlichen Dank an Pit und sein Team vom RZGR für die Organisation dieser Wettkampfreihe, natürlich auch den lokalen Organisatoren für die tollen Wettkämpfe sowie allen weiteren, hier nicht explizit erwähnten Beteiligten für ihren Einsatz. Wir sind nächstes Jahr sicher wieder mit dabei und freuen uns schon jetzt darauf!!!

Dienstag, 10. September 2019

Rheintal Cup 4/2019: Lead in St.Gallen

Auf in die vierte Episode des Rheintal Cup 2019, mit einem Lead-Wettkampf in der Kletterhalle St.Gallen. Die Kinder waren als Teilnehmer mit dabei und auch ich wollte aktiv mitmachen. Seit den Sommerferien waren zwar inzwischen 3 Wochen verstrichen, doch das schöne Wetter einerseits und unverzichtbare Bohrprojekte andererseits hatten mich doch immer wieder in die Berge gelockt, so dass die plastikspezifische Vorbereitung wieder einmal spärlich bis inexistent ausgefallen war. Das soll aber keine Ausrede sein - mein Verständnis vom Klettern ist so, dass man nimmt was kommt und möglichst jederzeit, in allen Situationen und jedem Gelände eine passable Figur abgibt. Immerhin herrschte am Wettkampftag trübes Wetter, der ideale Tag um wieder einmal der Pumpresistenz im überhängenden Dauerpower-Gelände Vorschub zu leisten.

Haha, der einzige der auf dem Podest noch den Klettergurt trägt, ist wieder mal aus unserer Familie (ja, ich habe extra alle Siegerfotos durchgecheckt). Aber ich kam auch direkt aus dem Einsatz: nach dem Wettkampf ist schliesslich vor dem Wettkampf. Und wenn man schon so vielen Athleten in so vielen attraktiven Routen zugeschaut hat und über den Tag erst 3 Seillängen geklettert ist, dann geht's nach dem Final erst richtig los mit dem aktiv sein ;-)
Foto: Regionalzentrum Graubünden.
Ich beendete den Wettkampf schliesslich auf dem zweiten Rang. Tönt nicht schlecht, mit meinen Darbietungen war ich aber trotzdem nicht restlos zufrieden. Sämtliche drei zu kletternden Routen (Q1 8a+, Q2 7c+, Final 8a+) waren in die steilsten Wandbereiche geschraubt - für mich wäre etwas ein bisschen technischeres natürlich wesentlich vorteilhaft gewesen. Naja, es ist halt kein Wunschkonzert und ansonsten siehe die Bemerkung in der Einleitung. So weit so gut, allerdings waren die Routen auch schlicht und einfach pickelhart, nicht nur für mich. Die erste Hälfte zwar jeweils noch machbar, wurde es dann vom einen zum nächsten Move schlagartig zäh und unnachgiebig. Kein Griff mehr vernünftig haltbar, von entspanntem Klippen gar nicht erst zu reden - so konnte es nur noch heissen "Flucht nach vorne" und vor dem unvermeidlichen Abflug noch so viele Griffe wie möglich unter sich bringen. Irgendwie ein wenig schade, es ist halt das deutlich erfüllendere Gefühl, wenn man der Route einen richtigen Fight liefern kann und schliesslich komplett gepumpt klein beigeben muss. Dafür hätten die Routen aber ein bisschen kontinuierlicher an Schwierigkeit zulegen müssen - es hätte sicher auch gereicht, über die letzten 2 Exen zum Top noch die ultimative Verteidungslinie für den Umlenker zu konzipieren, da hätte man nicht schon in der Mitte damit beginnen müssen. Ich denke, diese Einschätzung ist recht objektiv: von total 53 Go's in den drei von mir gekletterten Routen endeten nur 2 am Top. Aber nix für Ungut, Wettkampfrouten schrauben ist ein extrem diffiziles Business, im Nachhinein gute Ratschläge geben hingegen einfach.

Larina unterwegs in der Finalroute der U12.
Im Wettkampf der U12 war's dafür gerade andersrum, sprich die Routen waren leider zu einfach. Schon das Finalticket gab's nur für 2x Top in der Quali (beide Routen 7a). Mal abgesehen vom Kaltpump in der ersten Route gelang das Larina ziemlich souverän. Im Final (7b) hatte sie dann das Pech, als erste von 5 ex aequo Klassierten klettern zu müssen. Auch hier erreichte sie das Top - in aller Ruhe, unter Ausnützung der durchaus vorhandenen Ruhepunkte und das Zeitlimit von 6 Minuten bis auf 30 Sekunden ausnützend, was in dieser Situation natürlich die einzige vernünftige Strategie war. Isolation hin oder her (ist nicht schalldicht), für die folgenden Mädchen war damit klar, dass die Route zu toppen ist und die Rangierung via Kletterzeit bestimmt würde, ein absolut wesentlicher Vorteil. Drei Konkurrentinnen schafften das Top, alle waren schneller. So blieb Larina schliesslich nur der undankbare vierte Platz. Da war sie schon sehr enttäuscht... irgendwie alles richtig gemacht, alles getoppt, aber trotzdem nicht einmal auf dem Podest, bitter. Andererseits, um fair und objektiv zu bleiben, ob's denn im Wissen möglichst schnell klettern zu müssen für einen Rang unter den ersten 3 gereicht hätte, ist unsicher. Sie hätte ihre Kletterzeit um mehr als 2 Minuten senken müssen und der explosiv-dynamisch-schnelle Stil ist jetzt eher nicht so familientypisch. Kommt halt davon, wenn man viel Outdoor klettert, wo es sich meistens auszahlt, sorgfältig geplant und eher defensiv zu moven sowie die Ruhepunkte zu melken. Nichtsdestotrotz, mir schien, dass bei ihr der in den Bergen mit viel Fels und MSL verbrachte Sommer sich generell positiv auf die Performance ausgewirkt hat. In St.Gallen war die nationale Spitze in der U12 vertreten und da war sie ja vorne mit dabei. Anders als man vielleicht erwarten würde, ist es für die meisten Jugendlichen aus der Wettkampfszene unüblich, Outdoor zu klettern und erst recht, am Fels zu trainieren. Naja, das geht halt nur, wenn mindestens ein Elternteil auch voll der Fels- und Kletterfreak ist, was (erstaunlicherweise?!?) kaum vorkommt - in dieser Hinsicht sind wir einer der wenigen Ausreisser.

Dienstag, 28. Mai 2019

Rheintal Cup 3/2019: Sparta Boulder Cup

Ja, es scheint als sich die Wettkampfberichte auf diesem Blog häufen. Dem ist so, doch es entspricht schlicht und einfach der aktuellen Freizeitgestaltung. Hinter uns liegt eine intensive Periode mit Comps an (fast) jedem Weekend. Doch diese neigt sich nun dem Ende zu, erst im Herbst folgt dann die nächste Wettkampfphase. Somit soll es in der nächsten Zukunft wieder vermehrt an den Fels gehen und für diejenigen, die darauf warten, ist der erste MSL-Bericht schon in der Pipeline. Doch vorerst zur Gegenwart: die dritte Episode des Rheintal Cup war ein Boulderwettkampf im Sparta in Buchs (SG). Team Dettling war dieses Mal zwar nur mit halber Besetzung am Start, doch einen Podestplatz gab es trotzdem zu feiern.

Dieses Top war extrem wichtig und hat am Ende die Differenz gemacht. Bild: Sparta Bouldering.
Dass ich selber diesen erreichen würde, erschien im Voraus wenig realistisch. Gleich 4 Jungs aus der Nationalmannschaft, teilweise sogar mit Weltcup-Erfahrung, hatten sich neben einer Menge an weiteren starken Leuten eingeschrieben. Aber Konkurrenz belebt das Geschäft und so wollte ich nicht schon von Beginn weg die Flinte ins Korn werfen. Auch das Line-Up in der Kategorie U12 bei den Mädchen war beachtlich, 8 von den Top 13 der kürzlich abgehaltenen Schweizermeisterschaft waren präsent. Sprich für die vorderen Plätze war auch da eine absolute Spitzenleistung notwendig. Unsere Vorbereitung inkl. Standortbestimmung am Boulder Jam im Milandia am Dienstag davor war aber positiv verlaufen, somit gingen wir guten Mutes an den Start.

Yours truly am Boulder Jam im Milandia. Foto: Peter Huser.
Total waren 32 Boulder mit aufsteigender Schwierigkeit geschraubt. Jede Kategorie hatte ein Set von 16 Stück zu klettern, wofür ein Zeitfenster von 3 Stunden zur Verfügung stand. Der Wertungsmodus war wie folgt:

Flash = 4 Punkte, Top = 2 Punkte, Zone = 1 Punkt, max. 6 Versuche pro Boulder.

Aufgrund der hohen Belohnung für Flash-Begehungen und der Tatsache, dass total ~150 AthletInnen teilnahmen und gleichzeitig aktiv waren, war eine gute Taktik Pflicht. Grosstmögliche Effizienz war die Devise. Da wir frühzeitig vor Ort waren, machten wir uns einen genauen Schlachtplan, der tiptop aufging. Für mich selber war es doch eine gewisse Herausforderung, simultan als Coach und als Teilnehmer aktiv zu sein und das Geschehen von zwei Wettkämpfen im Überblick zu behalten. Doch es ging.

Das Bild gibt das Treiben in der Quali im Sparta gut wieder. Bild: Sparta Bouldering.
Für mich resultierte schliesslich Platz 12 von 21 Teilnehmern. Das wirft vielleicht die Frage auf, wie man sich bei einer solch mediokren Platzierung fühlt. Und ich kann sagen, absolutely stoked! Ich konnte 9 der 16 Boulder flashen, holte 2 weitere Tops und 3 Zonen (9F+2T+3Z). Bei einem weiteren Boulder scheiterte ich mehrmals knapp am Move zur Zone (das Top wäre nachher zu holen gewesen), nur ein einziges Problem war so schwierig, dass ich rein gar nix ausrichten konnte. Für einen Finalplatz wären 11F+4T oder 12F+1T+1Z nötig gewesen. Zwei, drei zusätzliche Flashes also, das liegt durchaus im Rahmen des Vorstellbaren. Doch natürlich, das sind Rechenspiele, man muss den Tatbeweis antreten und nicht im Nachhinein davon schreiben. Aber es steht hier auch in erster Linie um auszudrücken, wie man sich auf Platz 12 fühlt: nämlich so, dass man einen guten Wettkampf abgeliefert hat und es selbst in diesem starken Feld mit etwas mehr Power, etwas mehr Bewegungspräzision und der nötigen Portion Wettkampfglück für einen Finalplatz reichen könnte. Sprich Ambition und nicht Resignation!

Nochmal eins vom Vorbereitungswettkampf im Milandia. Foto: Vladek Zumr.
Larina hatte an ihrem Wettkampf geflasht, was zu flashen war, sowie auch noch einige Tops und Zonen geholt. Das gab den Finaleinzug ex aequo auf Rang 4 und damit die Chance, sich im Final noch aufs Podest zu bouldern. Mit etwas Fortune gelang das: sie checkte einen Versuch früher als die entscheidenden Konkurrentinnen, wie der schwierig zu lesende, erste Finalboulder überlistet werden wollte und wurde schliesslich Dritte, bravo! Somit war endgültig der Beweis erbracht, dass es auch beim Bouldern in den Final und aufs Podest reichen kann, was ich ja schon nach der Schweizermeisterschaft so geschrieben hatte. Nun ja, mit einer Medaille am Hals ist das Argument dann aber schon stichhaltiger. Wow, das war wieder ein Tag gewesen! Mit durchgekletterten Fingern, vielen Emotionen und Vorfreude aufs nächste Mal gingen wir auf den Heimweg.

Rang 3 ist "nur" der dritte Platz, aber mit den beiden schweizweit besten Girls der U12 auf dem Stockerl zu stehen ist ein toller Erfolg, bravo!

Donnerstag, 16. Mai 2019

Rheintal Cup 2/2019: Lead im Ap n' Daun

Die zweite Episode des Rheintal Cup war als Lead-Wettkampf im Ap'n Daun in Chur ausgeschrieben. Es gab vielfältige Gründe, um teilzunehmen. Sei es, um dem perfekt organisierten Anlass und allen Voluntary die Ehre zu erweisen, sei es um seine Kletterfreunde und Konkurrentinnen wieder zu treffen oder den bisherigen ersten Rang in der Gesamtwertung zu verteidigen. Draussen herrschte sowieso weitgehend das für den Frühling 2019 typische, stürmische Regenwetter... wobei wir ganz sicher auch bei eitel Sonnenschein teilgenommen hätten.


Der Wettkampf in der Kategorie U10 fand wie üblich im Toprope statt, während bei der U12 (anders als z.B. an der Zürcher Klettermeisterschaft) schon in der Qualifikation vorgestiegen werden musste. Das ist aber schon genau richtig so, denn schliesslich führt nur diese Form weiter und die gilt es zu praktizieren. Erstaunlich übrigens, wie gewieft und unerschrocken bereits die Kleinen voll angreifen und am Limit bis zum Sturz klettern - da könnte sich auch manches älteres Semester eine gehörige Scheibe abschneiden! Es lohnt sich übrigens absolut, bei einem solchen Wettkampf auch schon nur zuzusehen und sich etwas zu hinterfragen - besonders für bereits etwas ältere Semester mit einem behäbigen Old-School-Outdoor-Kletterstil.

Aufwärmen, um punktgenau voll parat und aktiviert zu sein, aber nicht schon zu müde - immer wieder ein Challenge!
In "meiner" Kategorie Open waren dieselben Routen wie in der U16 zu klettern. Doch da warten natürlich keine Kinderrouten. Sondern harte Geräte, welche die Teilnehmenden aus den nationalen und regionalen Kadern so richtig fordern sollen. In der Quali waren das 3 Stück, wovon eine "gemütliche" im Bereich 7a und die anderen beiden in der Gegend von 7c/8a. Die einfache konnte ich relativ easy toppen, die anderen beiden fand ich hingegen tough. Ich fühlte mich an diesem Tag wenig spritzig und dort wo die Griffe schlecht wurden, fand ich die (wenigen) Tritte einfach unmöglich hoch und unnütz platziert. In der blauen Route war es sogar so doof, dass ich eine Exe einfach unmöglich klippen konnte und so prompt einen gehörigen Abgang machte (siehe Video). Manch anderen ging's aber genau gleich und unter dem Strich war diese Stelle, insbesondere wegen dem Pendler in die Nachbarroute, auch nicht ganz ideal konzipiert.


Doch schlussendlich reichte es sowohl mir wie auch der Tochter für einen Finalplatz und da beginnt ja sowieso wieder alles von vorne. Im Gegensatz zu mir war sie in der Quali bestechend und auf Podestkurs geklettert, zog dann aber dafür im Final ihren High Gravity Moment ein. Eine Stelle schon ganz zu Beginn der Finalroute hatte sie falsch interpretiert und dabei die wertvollen Körner verschossen. Ohne diese schien wenig später ein an dieser Stelle unnötiger Dyno die richtige Lösung und schon war verfrüht finito (siehe Video). Tja, das hiess Rang 7 anstatt Podest, was einer gewaltigen Enttäuschung gleichkam. Das ist aber unzweifelhaft "part of the game", wie so mancher Bereich im Leben ist Wettkampfsport kein Wunschkonzert und ein Abo auf's Podest gibt's nicht. 

Podest Herren Open. Foto: SAC Regionalzentrum Sportklettern Graubünden.
Mir persönlich ging's gerade umgekehrt, d.h. der Final verlief mehr nach meinem Gusto. Diese Route (erneut ~7c/8a) mit technischen Passagen und ein paar grossen Sloper-Strukturen lag mir deutlich besser. Ich konnte das Laktat lange eingermassen unter Kontrolle halten und mich beständig Move um Move nach oben kämpfen, bis ich mich zwei Exen vor dem Top doch der Schwerkraft geschlagen geben musste. Es resultierte Rang 3 und damit nach Rätikon Bouldertag und Griffig Cup der dritte Podestplatz "de suite" :-)