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Montag, 1. Februar 2016

Trocken Drytooling

Ein grosser Vorteil vom Drytooling ist es, dass es dafür kaum je ungeeignete Bedingungen gibt. Eis braucht's keines, es kann weder zu kalt noch zu warm sein und wenn's regnet, so kümmert dies einen an den vornehmlich stark überhängenden Drytoolfelsen auch nicht weiter. Warum braucht's dann also noch Indoor-Drytooltraining? Ja, vielleicht ist's mal zu dunkel, zu weit oder doch zu grausiges Wetter um rauszugehen. So wie am vergangenen Weekend halt, Sturm und Regen herrschten, Zeit für eine Session im Keller. Hier ein paar animierte Eindrücke.


Barfuss geklettert wird übrigens durchaus mit Absicht! Nicht unbedingt, weil kürzlich bewiesen wurde, dass auch so die allerschwersten Boulder möglich sind. Mit Kletterfinken wär's zweifellos einfacher, aber ich finde, dass die Barfuss-Kletterei durchaus Ähnlichkeiten mit der Steigeisen-Kletterei draussen am stark überhängenden Fels aufweist. Mein Trainingsparcours kann natürlich beliebig erschwert und verlängert werden, ebenso ist die Ausbaustufe durch die Kellerdecke schon in fortgeschrittener Planung. Wenn's soweit ist, werde ich vielleicht nochmals ein Video herstellen. Zuletzt vielleicht noch zur Frage, warum denn überhaupt Drytooling? Wenn die Finger bereits müde trainiert sind, so ist's eine gute Session für den Oberkörper und die Blockierkraft, zudem eignet sich's auch hervorragend zum Aufwärmen fürs reguläre Klettern...

Freitag, 30. Mai 2014

Sportklettern in der Rumpelkammer

Zur Abwechslung mal einige bewegte Bilder vom Sportklettern! Mir ist schon klar, dass ich sicher derjenige bin, der am meisten Spass am folgenden Video hat (Tipp: in Youtube auf HD anschauen!). Aber man muss es sich ja nicht ansehen, wenn man nicht will. Es zeigt in 5 Minuten die Begehung der Route Pilates (7c) im Sektor Rumpelkammer im Klettergarten Bürs, der sich im österreichischen Vorarlberg befindet. Lässige Kletterei in gutem Konglomeratgestein mit Löchern und Leisten findet man dort. Gerade in der Rumpelkammer wähnt man sich beinahe im Frankenjura! 

Unser Besuch war von einem gewissen Hintergrundlärm übermalt. Immer Ende Mai findet SA/SO in der Bürser Schlucht ein Jagdschiessen statt. Leider wussten wir das nicht im Vornhinein, es gehörte eigentlich in den Kletterführer reingeschrieben. Als wir ankamen, da war der Zugang abgesperrt, ein Schild mit der Aufschrift Jagdschiessen, kein Zutritt zur Schlucht, Lebensgefahr war zu lesen. Hatten wir die Anreise vergebens gemacht? Nein, der Zugang zum Klettergarten wurde gewährt, und dort war dann nur das Gehör in Gefahr. Die ständige Knallerei trug logischerweise nicht eben zum gemütlichen Ambiente bei. Doch irgendwie ist auch noch erstaunlich, dass man zwar bei den ersten Schüssen vor Schreck noch beinahe von den Griffen abfiel. Mit der Zeit setzt aber eine Gewöhnung ein, so dass man sie fast nicht mehr wahrnahm und sich schon beinahe wie zuhause fühlte ;-)


Das Video habe ich natürlich auch nicht in erster Linie gemacht, um es auf dem Internet zu posten, sondern für die Analyse meines Kletterstils. Immerhin sehe ich mich selbst ja ziemlich selten beim Klettern... Ich begehe die Route übrigens im zweiten Go, und während ich die Sequenz im unteren Teil ganz vernünftig im Griff hatte, musste ich oben dann ziemlich improvisieren, weil es so wie ich eigentlich wollte nicht ging. Charakteristisch ist sicher mein eher langsamer, kontrollierter und statischer Kletterstil. Aber ich komme halt nur auf einen grünen Zweig, wenn ich mein Gewicht sauber auf die Füsse stellen kann. Mit langen Gliedern und vergleichsweise wenig Kraft bleibt da nicht viel anderes übrig. Übrigens, die Tritte gerade im unteren Teil sind oft ziemlich schlecht, die Füsse scheinen aber oft wie angegossen zu sitzen. Das war für mich doch eine erfreuliche Erkenntnis.

Samstag, 9. März 2013

Nicht verpassen: Video zu Change (9b+)

Es ist nicht das Ziel dieses Blogs, irgendwelche Fundstücke aus dem Internet aufzubereiten und wiederzukauen, sondern mein Fokus liegt auf eigenem Content. Für einmal mache ich aber eine Ausnahme. Das Video von Adam Ondra in seinem Meisterstück Change (9b+), ihres Zeichens die erste Route in diesem Schwierigkeitsgrad weltweit, sollte keiner verpassen, der etwas mit Klettern am Hut hat.

Während man in Klettervideos sonst oft den Eindruck hat "wo liegt denn das Problem" und erfolgreiche Begehungen generell meist "einfach" aussehen, bekommt man hier einen guten Eindruck der tatsächlichen Schwierigkeiten. Die notwendigen Bewegungen sind extrem komplex und man sieht von weitem, welche Körperspannung und Fingerkraft für die Moves erforderlich sind. Es ist sicher nicht vermessen, Adam Ondra als derzeit besten Felskletterer zu bezeichnen. Seinem Mix von Fingerkraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Persistenz und mentaler Stärke kann aktuell kein anderer das Wasser reichen.



Der beste Spruch, den ich als Replik zum Video gelesen habe: "Unterhalb stehen nun einige Häuser zum Verkauf. Die Bewohner fürchteten sich vor den blutrünstigen Trollen, die gemäss den Grunzlauten in der Grotte hausen müssen". Spannend wird vor allem sein, ob und wann eine Wiederholung (oder bloss ein Versuch davon) stattfindet. Ist Adam Ondra nur der Vorreiter einer neuen Generation von Kletterern, die alle auf diesem Niveau operieren werden? Oder ist er ein Ausnahmetalent, dessen heutige Leistungen und Routen auch in vielen Jahren noch Spitzenleistungen sind? Man kann auf jeden Fall gespannt sein. Adam Ondra selbst hat inzwischen mit der Erstbegehung von La Dura Dura (9b+) bereits nachgelegt.