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Samstag, 12. April 2025

Skitour Crap Mats (2946m)

Die für den April schon fast epische Schönwetterperiode hält an und mit ihr auch die guten Bedingungen für eine Skitour. So will ich es nochmals wissen. Erneut ob all dem Alltag und der Kletterfreizeit nicht mit einer Mordstour, aber etwas Exklusives darf es schon sein. So entscheide ich mich für den Crap Mats in der Surselva. Natürlich liegt beim Ausgangspunkt in Trin auf nicht einmal 900m schon längst kein Schnee mehr. Doch an diesem Berg gibt's kaum je gute Bedingungen für einen Start von unten und so gereicht es mir nur zum Vorteil, dass sich die Schneegrenze bereits über den Waldgürtel zurückgezogen hat.

Blick zum Crap Mats (2946m, in Bildmitte) vom Plateau auf 2100m.

Direkt beim Abzweig der Strasse zur Alp Mora gibt's Parkplätze (0.50 CHF/h), ebenda sattle ich das Bike und strample los. Es wird ein ausführliches Einrollen über 9.5km und 1050hm bis Tegia Sut P.1947, welches mich ein bisschen mehr wie 45 Minuten kostet. Die Fahrt führt durch eine Wildruhezone, doch die Nutzung der meisten Strassen und Wege ist erlaubt - man muss einfach die Karte konsultieren und die richtigen auswählen, so kompliziert ist es nicht. Viel Schnee liegt auch bei Tegia Sut nicht mehr, aber ich kann beim Bikedepot auf die Ski wechseln und komme gerade durch, ohne dass ich die Bretter nochmals ausziehen muss. 

Bikedepot bei Tegia Sut. Ab hier ging es gerade noch durchgehend mit den Ski.

Vom Plateau auf ca. 2100m zeigt sich der weitere Verlauf der Tour. Dieser beginnt mit dem Vernichten von einigen Höhenmetern hinab in die Talsohle des Val Maliens. Sehr schön wird dessen vorderer Teil durchschritten, bevor man rechts abbiegt und auf rund 2400m den breiten Rücken erreicht, welcher zum Crap Mats zieht. Selbst auf dieser Höhenlage hatte es nur mehr erstaunlich wenig Schnee. An meinem Tourentag noch kein Problem, aber bald wird auch da fertig sein mit Skifahren. Es sei dann, man stehe auf Slab Climbing mit den Ski an den Füssen 😜

Zur Zeit ist Slab Climbing mit den Ski noch nicht zwingend, aber üben kann man schon mal.

War die Tour bis dahin nur moderat steil, so werden die letzten 200hm dann noch richtig 'gääch'. Gleich zuerst muss eine plattige Felsstufe durch ein Couloir überwunden werden. Das Gelände ist da 45-50 Grad steil, das erforderte einen kurzen Bootpack. Oberhalb legt sich das Terrain wieder auf 35-40 Grad zurück, aber man bewegt sich da oberhalb dieser Felsstufe. Wenn man mit den Ski geht, so ist eine saubere und sichere Steigtechnik unerlässlich - bei Hartschnee besteht Absturzgefahr. Auf der Linie des geringsten Widerstands erreicht man den Gipfelkamm, wo es noch ein wenig 'nach hinten' zum schlichten Gipfelkreuz geht, in 2:10h vom Bikedepot hatte ich dieses erreicht.

Top of Crap Mats. Hinten am Ringelspitz beginnt es bereits zu quellen.

Die Abfahrt erfüllt dann alle Hoffnungen auf Skigenuss. Schon die Gipfelflanke ist toll zu schwingen, es fühlt sich im Abfahrtsmodus deutlich weniger dicey an als im Aufstieg. Auch das Couloir ist für mich easy fahrbar und danach kann man es erst recht laufen lassen. Der Schwung wird nur durch den kurzen Gegenaufstieg aufs Plateau um 2100m gebremst, dann geht's wieder im Schuss durch die letzten Schneerinnen direkt zum Bike. Die Talfahrt mit diesem ist dann richtig bequem. Oben noch Schotter, wo man schon etwas "auf der Bremse hocken muss", aber nicht extrem steil. Ab P.1532 gibt's dann Hartbelag, da die Strasse breit, nicht extrem steil und meist schön gerade ist, kann man ohne die Finger zu krümmen laufen lassen und die geraume Menge an potenzieller Energie in Luftverwirbelungen umwandeln. Bald war ich retour am Ausgangspunkt, mit dem Fazit einer tollen Tour und einer Differenz von null zwischen meinen Vorstellungen bzw. Wünschen an diese und der angetroffenen Realität.

Das letzte Stück der (Ski-)Abfahrt nach Tegia Sut. Am Horizont in der linken Bildhälfte der Piz Beverin und das Bruschghorn, mittig prominent die Signina-Gruppe mit dem Piz Fess, rechts sind weiter weg das Rheinwaldhorn und der Piz Terri sichtbar. Weiteres Material für zukünftige Skitouren ist noch ausreichend vorhanden 😎

Montag, 7. April 2025

Barglen - Dä Burner (6c+)

Meine kürzliche Skitour auf die Barglen hatte meinen Wunsch einmal an deren Südwand zu klettern aufgefrischt. Einerseits präsentierte sich der Ofen in perfekten Climbing Conditions, andererseits war die Talabfahrt noch bis zur Stöckalp machbar. So waren die Voraussetzungen für eine Kombination von Skitour und MSL-Klettern gegeben. Nachdem mit Martin ein motivierter Mitstreiter am Start war, konnte es an einem wunderbaren Frühlingstag losgehen. Und ja, die hohen Versprechungen wurden eingehalten: perfekte, frühlingshafte Sulzverhältnisse auf der Skitour, sommerlich-angenehme Temperaturen in der Wand und eine ausgezeichnete Kletterei in bestem, wasserzerfressenem Fels.

Blick auf die Südwand der Barglen mit dem Verlauf vom Burner. Das Bild wurde nach der Kletterei aufgenommen und ist auch mit unseren Abfahrtsspuren verziert. Der Hang unter der Wand bot auch am Nachmittag noch einen perfekten Sulzgenuss.

Unsere Tour startete mit der Gondelfahrt von der Stöckalp zur Melchsee-Frutt (13 CHF pro Person mit Halbtax, plus 5 CHF Tages-Parkgebühr), wo wir um ziemlich genau 9.00 Uhr zuerst im Skatingstil starteten. Bald montierten wir aber die Felle und gingen über die perfekt gespurte Langlaufloipe bis zum Staudamm vom Tannsee (P.1973), ab da dann im freien Gelände, immer unter dem langgezogenen Felsband entlang. Es gilt, viel Distanz zurückzulegen, Höhenmeter gibt's vor allem am Ende im bis zu 40 Grad steilen Anstieg zur Wand hinauf. Nach etwa 1:50h Aufstieg hatten wir den Start der Route auf ca. 2460m erreicht. Bei sehr angenehmem Klima und schneefrei-trockenem Einstiegsgelände konnten wir gemütlich eine Pause einlegen und die Ausrüstung montieren. Um 11.30 Uhr fiel dann der Startschuss zur Kletterei.

Wie unschwer zu erkennen, hier geht's los.

L1, 30m, 6a+: Eine steile Seillänge nach der Façon, wie man sie aus den Klettergärten auf der Melchsee-Frutt kennt: quergebänderter Fels mit vielen Henkeln. Für mein Gusto ein absolut ideales Einturnen, um auch die Oberkörpermuskeln auf Betriebstemperatur zu bringen.

Los geht's, da kommt der Appetit auf das Klettern von alleine (L1, 6a+).

L2, 40m, 6b+: Wow, was für ein Abschnitt. Der Beginn ist unspektakulär in etwas gschüderigem, geneigtem Gelände, aber es sind nur wenige Meter so. Dann geht's los mit einem Boulderzug an einem Wulst, der sich harmloser wie vermutet entpuppte. Man gelangt so auf eine formidable Raspelplatte, ein absolutes Gustostücklein in technischer Plattenkletterei. Es gilt den Füssen voll zu vertrauen, wobei die Reibung nun absolut nicht besser sein könnte.

Was für eine geniale Passage über diese superkompakte Platte in L2 (6b+).

L3, 25m, 6c+: Es wartet eine nächste Steilwand, die mit betont senkrechter Kletterei startet. Die Griffe fallen vorerst stets gut bis sehr gut aus, erst nach einer Weile spitzt sich die Sache zu. An der Crux der Route heisst es über ein paar Meter, kleinere Tropflochcrimps herzhaft zuzudübeln. Der Fels ist von der Marke extrascharf, aber so haben wir es gern. Eine kurze Rechtsquerung führt zum bequemen Standplatz.

Martin krallt sich die extrascharfen Tropfstrukturen im Ausstieg aus der Crux (L3, 6c+)

L4, 20m, 6b: Ein weiterer Abschnitt mit steiler Wandkletterei. Erst noch relativ easy unter den Ansatz einer Verschneidung hinauf, welche man aber gleich nach rechts über die Seitenwand verlässt. Auch hier alles gutgriffig und mit etwas Kraftausdauer problemlos. Nur ganz am Ende vor der Rechtsquerung zum Stand hinaus kommt noch eine Stelle, die uns beiden unabhängig das Gefühl gab, dass wir uns blöd angestellt hätten.

Das ist genau die Stelle, die einem das Gefühl gibt, man habe sich dumm angestellt (L4, 6b).

L5, 30m, 6b+: Erneut athletische und leicht überhängende Wandkletterei. Es gibt keine lange Schonfrist, gleich nach dem Stand will ein erster Überhang erklommen sein, was aber bei geschickter Linienwahl keine Probleme macht. Am nächsten Aufschwung wird der Vorsteiger dann hingegen geprüft: beim BH an der Crux war bei unserer Begehung nur noch die Mutter, nicht jedoch das Plättli vorhanden. Mit ausreichend Reserve auf den geforderten Grad und dank der guten Absicherung konnte ich hier trotzdem passieren, das wird aber nicht bei jedem Anwärter so sein. Noch einige Meter geht's über den steilen Pfeiler hinauf, nach dessen Ende heisst's dann in einfachem, aber brüchig-schottrigem Gelände den Stand links oben (mit Wandbuch) zu erreichen.

Weil die Fotos sonst ja immer gleich aussähen, kommt hier von L5 (6b+) halt eines vom schottrigen Ausstieg zum Zug. Es gibt auf der Route zwei kurze Passagen dieser Art, was der Sache aber keinen Abbruch tut.

L6, 25m, 6a: Diese Seillänge gehört nominell zur Nachbartour Jesi, aber die Fortsetzung zum Top drängt sich natürlich auch für den Burner auf. Eine ganz witzige Sache hier, steil über ein paar Aufschwünge hinweg. Der Fels ist an sich gut und henklig, auf ein paar nicht so optimal verankerte Blöcke verzichtet man aber lieber - es gibt genügend solide Griffmöglichkeiten.

L7, 25m, 5b: Das kurze Abschlussstück führt über eine plattige Rampe wieder nach rechts hinaus. Bei unserer Begehung lief hier teilweise das Schmelzwasser von der Gipfelabdachung, was jedoch kein gröberes Hindernis darstellte. Hinweis: unterhalb ist das Gelände überhängend, weshalb die Tropfen den Burner nicht tangierten. Der Stand am Ende links unter dem Dach. 

Ausstieg zum Top mit Aussicht vom Gross Wendenstock bis zum Finsteraarhorn - sublime!

Knapp vor 14.00 Uhr und damit nach 2:30h der sehr genussvollen Kletterei hatten wir das Top erreicht. An diesem war ich eine Woche zuvor unbemerkt wohl nur wenige Meter vorbeigegangen. Wegen dem Schnee war ein Ausstieg auf die Gipfelabdachung nicht möglich. Wir fädelten deshalb gleich die Seile und glitten in die Tiefe. Ob dem sehr steilen Gelände geht das super bequem und zügig in 4 gestreckten Manövern (Top -> Stand 5 -> Stand 3 -> separater Abseilstand westlich der Route in L2 -> Einstieg). Gemütlich im trockenen Gras sitzend konnten wir einen weiteren Vesper geniessen und über das weitere Vorgehen beraten. Da uns daheim noch Pflichten bevorstanden, entschieden wir uns gegen eine zweite MSL. Eine Route im Klettergarten am Wandfuss lag aber noch drin. Zur Verfügung stehen inzwischen mehr Routen als in der Literatur und im Web verzeichnet (ca. 15-20 Stück mit Schwierigkeiten bis 7c). Auf die Spoks (7a) fiel unsere Wahl, sie trumpft mit ähnlichen Attributen auf: steil, griffig und in ihrem Mittelteil bisweilen pumpig. Auch hier konnte wie im Burner ein souveräner Onsight notiert werden.

Das Abseilen geht im absatzlosen Steilgelände sehr bequem und ruckzuck.

Mit weisser Weste ab auf's weisse Parkett, konnte das Motto also lauten. Wir wechselten von den Kletterfinken auf die Skischuhe, die Bekleidung konnte hingegen im Sommermodus bleiben. Obwohl die Sonne schon den ganzen Tag auf den Hang gebraten hatte, präsentierte sich der erste Steilabschnitt mit formidablem, kompakten Sulz. In der Fortsetzung wechselten sich Schrägfahrten mit schwingbaren Hängen ab. Hatten wir erst noch befürchtet, dort immer wieder Stockeinsatz geben zu müssen, so lief es weitestgehend "gratis". Erst vom Tannsee-Staudamm zurück auf der Langlaufloipe waren die Arme dann vermehrt gefordert. Mit moderatem Aufwand jedoch, in einer halben Stunde ab dem Einstieg waren wir aber zurück auf der Frutt. Mit einer fetzigen Abfahrt über die leeren Pisten waren wir weitere 15 Minuten später retour bei der Stöckalp und konstatierten ein rundum gelungenes Unternehmen. Gut gibt's an der Barglen noch viele weitere Routen, solche Tourentage werden nur zu gerne wiederholt.

Sozusagen das Motto vom Tag 😀

Facts

Barglen - Dä Burner 6c+ (6b obl.) - 7 SL, 200m - Speck/Waser 2020 - ****;xxxx
Material: 2x50m-Seile, 11 Express

Eine ausgezeichnete Route in meist hervorragendem, griffigen und bisweilen richtig scharfem Fels, der seine Ähnlichkeit zu den nur 5km entfernten Wendenstöcken nicht leugnen kann. Nur auf wenigen einfachen Abschnitten ist das Gestein weniger schön. Ob der bisher wenigen Begehungen (unsere war laut Wandbuch die fünfte) ist die Route bisher wenig abgeklettert, d.h. es brösmelet hier und da noch etwas von den scharfen "Spitzli" her. Geboten wird einem fast durchgehend steile Wandkletterei an den für das Gebiet typischen Querbänder-Henkeln und Tropflochcrimps. Die Ausnahme bildet die absolut aussergewöhnliche, kompakte Raspelplatte in L2. Die Absicherung mit rostfreien BH ist für MSL-Verhältnisse sehr gut ausgefallen. Trotzdem werden an den Vorsteiger einige Anforderungen gestellt. Dank der Kürze der Route und im Vergleich zu anderswo freundlichen Bewertungen kann man es hier aber durchaus wagen, auch wenn man noch nicht so viele Routen von ähnlicher Kragenweite gemacht hat. Super Infos und Topos von allen Routen im Gebiet findet man auf der Webseite https://www.barglen.ch.

Donnerstag, 3. April 2025

Skitour Barglen (2669m)

Meine letzte Skitour zum Rossstall lag schon einige Wochen zurück. Der trockene und milde März hatte mich definitiv vom Winter zurück in den Klettermodus verfrachtet. An diesem Freitag Ende März schien aber ein Ausflug in den Schnee definitiv noch einmal lohnend. Es stellte sich bloss die Frage wohin.  Günstige Lawinenverhältnisse liessen vieles zu, andererseits war ich mitten aus dem Familien-, Arbeits- und Trainingsleben nicht wirklich parat für einen nächtlichen Aufbruch und einen Konditionshammer. Doch auch in den Voralpen liessen sich noch exklusive, lohnende und mir unbekannte Ziele finden. So fiel meine Wahl aufs Melchtal.

Ein fantastischer Frühlings-Skitourentag! In der linken Bildhälfte der Gipfel der Barglen. Vom Fotostandort aus werden die beiden Höcker im Vordergrund mit einer Linksschleife umgangen, dann geht es durch die Barglenchäle in den Einschnitt am Grat leicht rechts unterhalb der Sonne.

Meine Tour startete bei Turrenbach P.935 zwischen dem Dorf Melchtal und der Stöckalp, der wohlbekannte Ausgangspunkt zu den Kletterouten am Ofen. Genau wie wenn es zum Klettern ginge ist die Strasse zu den Alpgebäuden bei P.1455 der erste Abschnitt. Das Gelände im Tal war schon komplett aper und war bereits das erste Grün am spriessen. So kam natürlich das Schneetaxi zum Einsatz. Das klappte wie gewünscht, bis auf 5 kurze Abschnitte wo ich wegen Schneeresten jeweils für wenige Meter vom Rad musste, war alles aper und bestens befahrbar. Auch sonst war meine Kalkulation perfekt aufgegangen: auf der Wiese bei P.1455 lag noch eine geschlossene Schneedecke, d.h. ich konnte die Bretter anschnallen, sie mussten auch bis zum Gipfel nie mehr von den Füssen. Ebenso drückte schon die Sonne durch die Nebeldecke, diese würde ich bald hinter mir gelassen haben.

Die Nebeldecke hatte ich bald einmal unter mir zurückgelassen. Hier bei den Hütten von Heufrutt.

Der Schnee war von Beginn weg kompakt und gefroren. So ging der Aufstieg zügig und ohne grosse Mühen. Erst offenes Gelände, dann relativ enge Passagen durch den Wald - hier war in einigen Abschnitten nur noch knapp Schnee vorhanden. Als ich die Bäume auf rund 1700m hinter mir liess, begann die grosse Bergherrlichkeit. Stahlblauer Himmel, kein Lüftlein ging, die Schneedecke war schön glatt wie ein Teppich, aber trotzdem griffig zum Aufsteigen. Dazu gab es ausführliche Blicke auf die fantastische Wand am Ofen, welche ich schon über ein Dutzend Mal durchklettert, doch noch nie aus dieser Perspektive betrachtet hatte. 

Ciao Amico! An der Ofenwand hätten an diesem Tag perfekte Bedingungen geherrscht. Klettern ist aber um diese Jahreszeit nicht erlaubt.

Von den Gebäuden von Heufrutt weg heisst es dann eine Schlaufe im Uhrzeigersinn um die beiden Höcker vom Chli und Gross Schinder zu machen, bevor es in die ~40 Grad steile Barglenchäle hineingeht. Hier, in steiler Nordexposition, war die Schneeoberfläche noch etwas pulvrig und nicht tragend, was mir einen bequemen Aufstieg ermöglichte. So war ich zügig am Gratkamm in der Nähe von P.2432 und es wartete die lange Zielgerade hinauf zum Top über den Gipfelrücken. Hier trug der Schnee wieder einwandfrei, in Erwartung einer tollen Abfahrt konnte ich beschwingt dem Gipfelkreuz entgegen fellen. Nach ca. 2:15h vom Bikedepot, bzw. 2:35h vom Ausgangspunkt erreichte ich dieses. Bei Top-Aussicht konnte ich eine ausführliche Pause einlegen.

Der letzte Abschnitt auf der sehr aussichtsreichen Gipfelabdachung.

Die Abfahrt war dann richtig toll: sulzige Schwünge auf kompakter Unterlage über die Gipfelabdachung. In Bezug auf die Barglenchäle war ich etwas unsicher, wie sich das wohl fahren liesse. Es zeigte sich aber: der Schnee war inzwischen etwas angefeuchtet, somit war es eine Art zäher Pulver, aber gut drehbar. Der Übergang zu perfektem Sulz danach war dann nahtlos. So ging es mit Höchstgenuss retour bis zum Waldeingang. Ab da hiess es dann hingegen mehr, geschickt zwischen den Bäumen und den Steinen zu navigieren. Das freie Gelände danach versprach dann wieder mehr Tempo, erst ganz zum Ende wurde dieses durch eine Portion faulen Bremsschnee wieder reduziert. Bis zum Bike blieben die Bretter an den Füssen. Rasch wurde dieses gesattelt, es folgte ein zügiges Auslüften auf dem Downhill retour zum Ausgangspunkt. Das Fazit kurz und klar: das war eine fantastische Tour bei genialen Bedingungen, da hatte einfach alles gepasst!

Der Blick zurück auf der Abfahrt auf den Ausgang der Barglenchäle.