- -
Posts mit dem Label Bergell werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bergell werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 3. September 2019

Pizzo Frachiccio - Forza Bregaglia (6b)

Auf zu einem weiteren Abenteuer im Bergell. Schon das dritte Mal in Folge starten wir unseren Sommertrip hier. Das hat mannigfaltige Gründe: erstens herrschte beim Aufbruch immer top Wetter, so dass wir die schönen Tage nicht mit weiten Autofahrten verbringen mochten. Zweitens sind die granitige Kletterei und das alpine Ambiente einfach grandios, für uns aber doch ausserhalb vom Bereich für Tagestouren. Diese Mal wollen wir es mit einer 2017 durch die Lokalmatadoren Guido Lisignoli und Bernhard Falett neu erschlossenen Route probieren. Wie erwartet kriegt man beste Bergeller Kletterei mit ein paar fordernden Plattenpassagen geboten.

Sicht von der Albignahütte auf den gewaltigen Pizzo Frachiccio, an dessen P.2622 sich die Route befindet.
Gewitter mahnen uns an diesem Tag zu einem frühem Aufbruch, so dass wir bereits um 7.45 Uhr die Albignabahn nehmen (Betrieb wäre ab 7.00 Uhr). Der Zustieg über den Cacciabellaweg kostete uns genau die auf dem Topo verzeichneten 40 Minuten. Der Einstieg befindet sich tatsächlich am tiefsten Punkt vom Fels direkt am Weg. Derzeit ist der Routenname mit roter Farbe angeschrieben, aber vermutlich wird diese nicht ewig halten. Nach den üblichen Vorbereitungen geht's um 8.45 Uhr bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen los.

Ambiente beim Wärterhaus am Albigna-Stausee, grandios! Der Pizzo Frachiccio am rechten Bildrand schon besonnt.
L1, 6b: Eine währschafte Knallerplatte wie sie im Buche steht! Der Auftakt zum hoch steckenden ersten BH ist noch trivial. Doch dann nehmen die Schwierigkeiten stetig zu, spätestens dort, wo der grosse Linksbogen beginnt, kann man die Sache als äusserst knifflig bezeichnen. Und dann, wenn die Moves an der äussersten Abrutschgrenze gelungen sind, stellt man am letzten BH fest, dass es zum Stand hin nochmals einen Tick steiler und schwieriger wird. Doch irgendwie ging dann selbst das! Die Absicherung im oberen, schwierigen Teil ist gut, aber (insbesondere wegen dem querenden Verlauf) komplett zwingend. Nachdem ich am Stand ein wenig mein Mütchen gekühlt hatte, kommt die Tochter nach. Unglaublich, wie gut sie auf den Füssen steht, es scheint mühelos zu gehen. Ihr lapidarer Kommentar: "Papi, hast du das jetzt echt so schwierig gefunden, wie es ausgesehen hat?". Ähm, haben wir das nicht schon einmal gehört?!?

Im Bild die veritable Knallerplatte von L1 (6b) - fordernd und im oberen Teil sehr anhaltend!
L2, 6b: Nein, einfacher wird es nicht. Die Steilzone gleich nach dem Stand hält einen kniffligen Boulder auf Lager. Zwei kleine Crimps heftig blockieren, auf nichts antreten und dann gefühlvoll manteln. Die Plattenstelle danach ist auch nicht von schlechten Eltern, bei Nichtbeherrschung wäre man zurück auf Feld 1. Danach wirs es dann etwas einfacher, der Fels hält coole Wasserlöcher bereit. Dann noch ein Aufschwung und Stand.

Da sind die bouldrigen Auftaktschwierigkeiten in L2 (6b) bereits gemeistert, die Platte ist etwas einfacher als in L1.
L3, 6b: Gleich nochmals ein heftiger Plattenboulder nach dem Stand. Durchaus morpho, mir ging der recht gut und es war für mich die einfachste der 6b's. Für Larina war die Stelle hingegen nicht frei kletterbar. Der Rest der Seillänge bietet dann deutlich geringere Schwierigkeiten, zuletzt übers Grasband zu Stand.

L4, 5a: Einfaches Überführungsstück, das sich die felsigen Passagen sucht. Erst eher linkshaltend, bevor man dann nach dem vierten BH den Stand sehr deutlich rechts suchen muss. Für Verwirrung kann auch eine alte Route (wohl die 'Annamaria'?!?) sorgen, deren Verlauf man hier berührt. Aber einfach den alten Grümpel ignorieren und die schönen Inoxbolts suchen!

Der Mittelteil der Route ist im Rückblick nicht so fotogen, da sich die Stände auf bequemen Jardins befinden. So zeigen wir an dieser Stelle nochmals ein Bild aus dem Zustieg. Aus dieser Perspektive hat der P.2622 des Pizzo Frachiccio schon richtig Schwung und wirkt auch als eigenständiger Gipfel, obwohl er eigentlich nur eine Nebenerhebung ist. Nun ja, für uns Kletterer ist dies ja alles sowieso nicht so wichtig, solange tolle Moves warten.
L5, 5c: Während die schwierigen Einstiegslängen über knapp strukturierten, hellen und sauberen Fels führen, ist der Charakter hier anders. Der Fels ist dunkel, mit griffigen Schuppen versehen, dafür auch etwas flechtig. Die Kletterei ist aber absolut genussreich, ideal kann man hier in die Höhe turnen.

L6, 5c: Mit ähnlichem Charakter wie in der Länge zuvor geht's hier in die Höhe. Die Bohrhaken sind nicht entlang der grössten Schuppe zu suchen, sondern rechts davon, wo das Gelände noch griffiger ist. Zuletzt geht's dann über einen steilen Riss auf den Turm, den Frachiccio Spire.

Schöne, für den oberen Teil der Route typische, griffige Schuppenkletterei in L6 (5c)
L7, 6a: Nochmals etwas höhere Schwierigkeiten auf einer von einem seichten Riss durchzogenen Platte, welche sonst kaum (gute) Griffe aufweist. Die Herausforderungen liegen eher im ersten Teil der Länge, oben raus wird es einfacher.

Ankunft auf dem Frachiccio Spire, hinten die Staumauer. Die Bahn endet etwas unterhalb der Staumauer.
L8, 5b: Auf der Kante und teils sogar links davon klettert man auf dieser gemutlichen Abschlusslänge in die Höhe. Die Route endet rund 50m unter dem Grat, welcher über einfaches Schrofengelände erreicht werden könnte (um dann rückseitig die Abseilstellen der Via Kaspar zu nutzen).

Victory! Das Routenende ist erreicht, es beginnt bereits rundherum zu quellen. Die Gewitter kamen aber erst in der Nacht.
Nach 3:45h vergnüglicher Kletterei sind wir um 12.30 Uhr am Top. Der für MSL noch nicht wieder ganz einsatzbereite Teil der Familie ist schon wieder auf dem Rückweg von der Wanderung zur Albignahütte, somit halten auch wir uns nicht lange auf und fädeln die Seile in den Abseilring. Wir verfügen heute über 2x60m, so reicht es gerade in 5 Manövern zum Einstieg (Stände 8-6-5-4-2, Achtung beim Überspringen langt es jeweils nur ganz knapp!). Der Rückweg zur Bahn ist dann Formsache und bald sind wir im Tal. Im nahen Italien gibt's in bereits bekannter und beliebter Bar Gelati und Caffè, bevor sich Kathrin und Jerome noch ein wenig am Sasso del Drago die Finger lang ziehen.

Auf dem Heimweg greift dann der noch nicht MSL-fitte Familienteil noch an.


Facts

Piz Frachiccio - Forza Bregaglia 6b (6b obl.) - 8 SL, 320m - Lisignoli/Quilt/Falett 2017 ***;xxx
Material: 2x50m-Seile, 10 Express, evtl. kleine bis mittlere Cams z.B. 0.3-1

Tolle Granitkletterei an sonniger Lage in alpinem Ambiente, die aber dank der Albignabahn trotzdem einen kurzen Zustieg aufweist. Geboten werden einem zuerst 3 anspruchsvolle 6b-Seillängen, die sich für Nichtspezialisten in fordernder Reibungskletterei auch eher hart bewertet anfühlen werden. Danach geht's dann etwas gemütlicher und auch griffiger weiter, dafür ist der Fels in den oberen Seillängen etwas flechtig. Die Absicherung mit sinnvoll platzierten Inox-Bohrhaken ist auf Stufe "Plaisir gut". Konkret sind die Schlüsselstellen gut aber anspruchsvoll geboltet, das einfachere Gelände weist etwas weitere Abstände auf. Da die Schwierigkeiten v.a. in der ersten Seillänge sehr anhaltend sind, ist der geforderte Grad zwingend zwischen den Haken zu klettern. In den einfacheren Seillängen könnte man punktuell noch mit kleinen bis mittleren Cams ergänzen. Allzu viele gute Placements gibt's aber nicht und aufgrund der guten Grundabsicherung mit Bohrhaken ist es auch nicht zwingend. Nähere Infos zu den anderen Routen am Berg gibt's im Plaisir Süd oder im SAC-Führer Graubünden. Die Forza Bregaglia ist noch nicht in gedruckter Literatur publiziert, daher unten das hervorragende Topo der Erstbegeher.   

Das super Topo der Erstbegeher. Quelle: campingacquafraggia.com

Donnerstag, 26. Juli 2018

Piz Frachiccio - Schildkröte (6a)

Wunderbares Wetter war zum Ferienauftakt angesagt, zu schade um weit in den Süden oder zum Sportklettern zu fahren. Somit war eine Tour gefragt, welche ein grosses, aber doch geeignetes Ziel für die Familie hergab. Im Plaisir Selection gibt's definitiv das eine oder andere derartige zu finden. Die Wahl fiel schliesslich auf die Schildkröte im Bergell mit ihren 500m an plattiger Granitkletterei. Hier gibt's die volle Dosis an alpinem Ambiente, trotzdem ist der Zustieg relativ kurz und die ganze Tour doch auch von einer gewissen Gutmütigkeit.

Aus dieser Perspektive hat er schon Schwung, der Piz Frachiccio. Über die hier sichtbaren Platten verlaufen die Routen.
Nach einer geruhsamen Nacht im Zelt starteten wir den Tag mit einem gemütlichen Frühstück und nahmen die Bahn um 8.00 Uhr hinauf bis unter die Albigna-Staumauer. Zuerst geht's hinauf zum Wärterhaus, wo man den etwas versteckten und nicht ausgeschilderten Pfad zum Cacciabella-Pass wählt, welcher (zurückhaltend) weiss-blau-weiss markiert ist. Schon bald kommen die Wände des Piz Frachiccio in Sichtweite, der Wanderweg verläuft schliesslich direkt an den Einstiegen der Touren im rechten Sektor (Via Roland, Arcobaleno, Forza Bregaglia, Tetti Neri, Via Kaspar) vorbei. Die Schildkröte liegt noch weiter links, dazu muss zuerst das grosse Couloir gequert werden. Zuerst steigt man an Ketten und Eisenbügeln hinauf (T4), dann traversiert man glattgeschliffene Granitplatten. Vorsicht wegen Steinschlag und im Frühsommer liegt hier noch Schnee, was alpine Gerätschaften unabdingbar machen kann. Wir mussten (Mitte Juli) jedoch nur etwa 3m über Schnee gehen, was problemlos war. 

Zmorgebuffett im grossen Couloir am Piz Frachiccio.
Nach einem kurzen Abstieg erreicht man schliesslich den Start der Schildkröte. Dieser befindet sich etwas links vom tiefsten Punkt der Felsen am linken Sektor. Ein blasser roter Pfeil ist auf ca. 8m über Grund vorhanden, die Bohrhaken sind jedoch eher schwierig auszumachen. Wir hatten es im Aufstieg relativ gemütlich genommen und gerade 1:00h gebraucht (Angabe im Kletterführer 0:45h, das ist realistisch). Um ca. 9.20 Uhr stieg ich schliesslich ein.

Eine Seilschaft schien über längere Zeit im Einstiegsbereich der Schildkröte blockiert. Ich fragte mich warum wohl?!? Von nahem zeigte sich dann, dass das Anklettern des ersten Bohrhakens tatsächlich eine heikle Geschichte war.
L1, 5c+: Der erste Haken steckt ca. 12m off-the-deck nicht eben bodennah und ist auch alles andere als einfach zu erreichen, nachdem sich den Spuren nach zu urteilen ein Ausbruch von ca. 2m x 2m ereignet hat. Somit klettert man eine der nominell schwierigsten Stellen (5c+) noch bevor eine Sicherung eingehängt werden kann. Ein Sturz auf die Schneereste oder das Geröll am Einstieg wäre sicherlich äusserst schmerzhaft. Der Rest von L1 (5c+) läuft dann gut vom Stapel, die Kletterei ist hier definitiv einfacher wie selbst in den 5b-Längen der 'Bruni Chue' am Räterichsbodensee. Nachtrag von September 2023: die erste Seillänge wurde saniert und dabei mit zusätzlichen BH ausgerüstet. Man kann nun 11x einhängen, der Absicherungsstandard ist als "gut+" zu werten, die heiklen Stellen sind entschärft.

Schöne Plattenkletterei in strukturiertem Granit in L1 (5c+).
L2, 5b und L3, 4b: Schön strukturierte Plattenkletterei ohne verrückte Schwierigkeiten, aufregend für die Nachsteiger ist hingegen der ungesicherte 8m-Quergang am Schluss der zweiten Seillänge zum Stand hinüber. Die dritte Länge schien mir nicht wesentlich einfacher wie die zweite (oder umgekehrt). Was man hier definitiv schon merkt: die Routenfindung ist nicht trivial, denn meistens könnte man ziemlich überall durchklettern und wegweisende Bohrhaken hat's nicht allzu viele, zudem sind diese nicht gut sichtbar.

Quergang am Ende von L2 (5b).
L4, 5b: Beginnt zur Abwechslung mit einem griffigen Überhang, dann geht's links die Rampe hinauf und zum grossen Spiegel. Über die eindrückliche Platte führt diagonal nach links hinauf ein erstaunlich einfacher Weg.

L5 bis L8, 4ab: Die nächsten Seillängen lassen sich gut gemeinsam abhandeln. Das Gelände wird nun ein bisschen weniger steil, hier und da klettert man auch am einen oder anderen Grasbüschel vorbei. Der Fels jedoch ist auch hier allererste Sahne: prima Bergeller Granit, gespickt mit Warzen und Noppen, so macht's trotz der geringen Schwierigkeiten grosse Freude. Die relativ kurzen L7 und L8 lassen sich mit 50m-Seil gerade so verbinden, sofern man die Sicherungen grosszügig verlängert und/oder der Strick noch nicht geschrumpft ist.

Die Plattenzone im Mittelteil. Trotz den Grasbüscheln schöne Kletterei!

Top Ambiente am Ende von L8.
L9, 4b: Auf der Kante geht's entlang von griffigen Seitschuppen bei recht weiträumiger Absicherung hinauf. Beim vierten Bohrhaken gilt es, die Abzweigung nach links nicht zu verpassen (ziemlich offensichtlich, der nächste BH links ist gut sichtbar). Nun in leicht absteigender Querung zu Stand in einer Grasrinne, die sich für eine Pause anbietet. In L10 wird die Grasrinne im Gehgelände 20m nach links zur grossen Platte hinüber gequert.

L11, 5b: Nur 5b, aber oho! Die Platte sieht nicht nur eindrücklich glatt aus, sondern klettert sich auch nicht ganz so einfach. Meines Erachtens eine der anspruchsvollsten Längen der Route. Über weite Strecken hilft ein Riss beim Fortkommen, der allerdings auch meist eher rund und nicht so griffig ausgefallen ist. Gesagt sei, dass hier auf 50m Kletterstrecke gerade mal 6 Sicherungspunkte vorhanden sind - wohl die Crux der Route für den Vorsteiger.

Eindrückliche Platte in L11 (5b).
L12, 4b und L13, 6a: Die zwölfte Länge kann man als Überführungsstück zum nächsten Abschnitt bezeichnen. Die Schwierigkeiten sind moderat, der zweite Teil ist sogar etwas grasig. Dafür geht's dann im folgenden, steilen Abschnitt zur Sache. Schon die ersten Meter sind nicht so einfach, dann quert man nach links in die steile, abdrängende Wand. Ein paar griffige Schuppen sind aber vorhanden, kulminieren tut die Sache in einem Überhang. Hier stecken 2 BH in 1m Abstand, notfalls hilft also der Textilgriff, allerdings ist die 6a-Bewertung für die freie Passage hier gutmütig ausgefallen.

L14, 5b: Nun hat man es schon bald geschafft: zuerst ein paar steil-griffige Meter zum Grat hinauf, wo sich nach ein paar einfachen Metern noch ein Boulder an einem überhängenden Gratabsatz in den Weg stellt. Der offizielle Stand befindet sich südseitig am höchsten Punkt des folgenden Gratabschnitts. Es macht jedoch im Gesamtkontext mehr Sinn, nordseitig auf einem Band gleich in die folgende Scharte zu queren und an einem Zacken Stand zu machen, weil dort der Abstiegspfad beginnt.

Um 15.30 Uhr war schliesslich die ganze Familie am Top. Somit hatte die Kletterei ziemlich genau 6:00h in Anspruch genommen, als Viererseilschaft mit den Kindern sicher eine gute Zeit für 14 SL und 500 Klettermeter. Gleichzeitig hiess das aber auch, dass nur noch 1:15h bis zur letzten Fahrt der Albignabahn blieben. Ich war der Meinung, dass dies wohl nicht reichen würde. Mit der nötigen Vorsicht stiegen wir im exponierten T5-Gelände zur Abseilstelle ab, wo man mit 2x25m über steile Felsen in einfaches Gelände gelangt.

Ambiente in der Albigna.
Nun hiess es erst, über die Blockhalde zum Cacciabella-Weg abzusteigen. Es war klar, dass nun ordentlich auf's Gaspedal gedrückt werden musste. Behände sprangen die Kinder über die Blöcke, später ging es dann im Trailrunning-Modus mit etwas Auf und Ab der Bergstation entgegen. Ich war sehr erstaunt darüber, welche Kräfte die Kids mobilisieren konnten und mit welchem Tempo wir unterwegs waren. Natürlich war es vor allem die schlechten Aussichten auf 1000hm zusätzlichen Fussabstieg statt gemutlicher Gondelei, welche hier den Ausschlag gaben. Doch der Effort wurde belohnt: just in time waren wir an der Bahn und konnten bequem zu Tale schweben 😀

Samstag, 31. März 2018

Albigna: Wassersinfonie (5a+) & Torre dal Päl Piccolo (5b)

Ein Nachtrag unserer Chiavenna-Ferien im Sommer 2017, von welchen es ja bereits diverse Tourenberichte gibt (1,2,3). Nachdem wir das Leben in der Capanna da l'Albigna im Rahmen der SRF-Sendung Hüttengeschichten ausgiebig verfolgt hatten, drängte sich ein Besuch in derselben natürlich auf. Wegen dem instabilen Wetter wollten wir auf eine Übernachtung verzichten und setzten auf einen Tagesausflug. Was drängte sich da mehr auf, als den Hüttenzustieg teilweise kletternd via die plattige Wassersinfonie (5 SL, 5a+) zurückzulegen?!? Und da gleich oberhalb der Hütte noch mehr Fels zur Verfügung steht, gab's zum Dessert die Piccolo am Torre dal Päl (6 SL, 5b).

Wunderschöne Bergeller Bergwelt, gesehen von der Staumauer des Albigna-Sees.
Mit der neuen Seilbahn ging's hinauf bis unter die Staumauer und die Installationen der Arte Albigna bestaunend darüber hinweg. Nun auf dem Hüttenweg weiter, bis an offensichtlicher Stelle über einen Trampelpfad durch Kraut und Gebüsch in ein paar Minuten zuerst absteigend und dann wieder leicht aufsteigend zu den Einstiegen der Hüttenplatten traversiert werden kann. Inzwischen stehen auf diesen Platten 3 Routen zur Auswahl, wir wollten uns an die traditionelle Wassersinfonie (5 SL, 5a+) halten. Die Kletterei ist von plattiger Natur, bietet aber trotzdem Abwechslung und ist im rauen Bergeller Granit kurzweilig. Man lasse sich von den tiefen Bewertungen nicht täuschen. Diese sind vergleichsweise hart ausgefallen, die Ansprüche sind deutlich höher wie z.B. in der Fontana di Giovinezza oder der Condotta Libera. Ebenso stecken zwar regelmässig Bohrhaken, dazwischen ist jedoch durchaus Engagement gefragt. Für blutige Anfänger und sanfte Vorstiegsgemüter sind die Anforderungen m.E. zu hoch und die Kinder hätte ich hier auch keinesfalls vorsteigen lassen mögen.

Zupfige Plattenkletterei bei nicht ganz kurzen Hakenabständen in der Wassersinfonie (5a+).

Impressionen aus den Hüttenplatten, hinten der Piz Frachiccio, an welchem sich auch prima klettern lässt. 

Blick vom Top zurück, hinten die Spazzacaldeira, an deren Fuss sich (nicht sichtbar) die Seilbahnstation befindet.
Nun denn, im Nachstieg wurde die Route von der ganzen Familie aber flugs absolviert, das benachbarte Team schaffte in derselben Zeit kaum mehr als eine einzige Seillänge. Bald waren wir am Ausstieg, von wo man in ein paar Minuten die Hüttenterrasse erreicht. Während der eine Teil der Familie vom Mittagsmenü und den Spielmöglichkeiten um die Hütte sehr angetan war, zog ich mit der Tochter noch weiter zum Torre das Päl - von der Hütte ein richtig stolzer Zacken, jedoch trotzdem mit moderaten Schwierigkeiten zugänglich. Zum Einstieg sind's rund 10-15 Minuten. Klettern wollten wir die Route Piccolo (5b), welche entlang der Westkante in die Höhe führt. Was einen in der ersten Seillänge erwartet, war mir a priori nicht ganz klar - in vielen Kletterführern zeigen die Topos eine 6a-Seillänge. Dies ist jedoch irreführend bis falsch. Die einfachste, logische und auch gut abgesicherte Linie über die Einstiegsplatte checkt nur im oberen vierten Grad ein. Von deren Stand erreicht man problemlos (mit BH gesichert) den zunächst einfachen Grat, welchen man über 2 Seillängen verfolgt. Man querst schliesslich ein Couloir (durch welches man auch rückseitig im Schrofengelände zusteigen könnte) und erreicht den Schlussaufschwung.

Blick zum Torre dal Päl vom kleinen See wenig unterhalb der Capanna da l'Albigna. Piccolo führt der linken Kante entlang.

L1 von Piccolo, die logische Variante in der kleinen Verschneidung checkt bei ~4b ein, die Platten daneben sind schwieriger.

In L2 von Piccolo, welche nach der Einstiegsplatte etwas kraxlig zum Grat hinaufführt.
Nun wird die Wand wieder kompakter. Über wunderbar griffiges Gelände im dritten und vierten Grad gelangt man unter die steilere Abschlusspartie. Das luftige Finish befindet sich direkt an der runden Kante und ist mit 5b bewertet. Diese Einstufung ist jedoch deutlich gutmütiger wie die Bewertungen in der Wassersinfonie, zudem stecken die BH hier auch in enger Abfolge. Meine Tochter konnte die ganze Route problemlos in freier Kletterei zügig nachsteigen und erreichte den schmalen Gipfel stolz wie Oskar. Nun galt es nur noch, wieder in die Tiefe zu gelangen. Am effizientesten geht dies mit einem Abseilmanöver über die Südwand (Achtung, 1x50m-Seil ist zu kurz, zwingend 1x60m erforderlich!). Ein Trampelpfad führt dann zurück zur Hütte oder wahlweise auch zum Einstieg. Allerdings verzögerte sich unser Rückweg doch noch ein wenig. Die selbsternannte Kletterratte "musste" am Weg noch die diversen Boulderblöcke bezwingen. Alles in allem also ein höchst gelungener Tag in schöner Berglandschaft mit vielen Klettermetern für Gross und Klein.

Nun bereits im Schlussaufschwung zum Torre dal Päl. Erst eine geneigte und noch sehr gemütliche Seillänge...

...dann schon etwas steiler, dafür sehr griffig...

...und zuletzt das Finish an der runden Kante (5b). Nicht schwierig genug, als dass es nicht für ein paar Faxen reichen würde.
Facts

Hüttenplatten - Wassersinfonie 5a+ (5a obl.) - 5 SL, 150m
Material: 1x50m Seil, 8 Express

Kurze aber verngüngliche Plattenkletterei mit westseitiger Exposition unmittelbar unter der Hütte. Sehr guter Fels und abwechslungsreiche Kletterei machen diese Route lohnend. Die Bewertung ist vergleichsweise hart ausgefallen. Die Absicherung mit BH ist eher auf der knappen Seite und fordert Beherrschung der Schwierigkeiten - für Kindervorstieg und Anfänger weniger geeignet. Mobile Sicherungsmittel lassen sich kaum anbringen.

Torre dal Päl - Piccolo 5b (4a obl.) - 6 SL, 180m
Material: 1x60m Seil, 8 Express

Schöne und gutmütige Kletterei, welche unmittelbar über der Capanna da l'Albigna auf den stolzen Zacken des Piz dal Päl führt. Die Absicherung mit BH ist gut ausgefallen. Die Kletterei ist wenig anhaltend, die 5b-Schlüsselstelle lässt sich A0 entschärfen und dank dem griffigen Gestein darf man von einem gutmütigen Unternehmen sprechen, welches auch für fortgeschrittene Anfänger tauglich ist. Hier und da könnte man mobile Sicherungsmittel einsetzen, was mir jedoch nicht zwingend nötig erscheint.

Montag, 13. August 2012

Pizzo Badile - Via Cassin (6a)

Im Sommer 2008 konnte ich mit Kathrin Ricardo Cassins berühmte Route durch die NE-Wand des Pizzo Badile begehen. Ein unvergessliches Erlebnis und ein perfekter Tag. Selber mit diversen Topokopien unterwegs, und mit keiner davon restlos zufrieden, fertigte ich in den Tagen danach selbst eine Skizze an. Wir hatten mit eigenen Augen einen üblen 20m-Sturz mit anschliessender Helikopter-Rettung beobachten müssen, weil sich eine Seilschaft in ungutes Gelände verstiegen hatte. Meine Hoffnung war ein Stück weit, derlei Missgeschick zukünftig verhindern zu können, und dem Kletterer eine möglichst akkurate Vorstellung des Routenverlaufs zu geben. Auch heute noch ist diese Toposkizze aktuell und immer wieder erreicht mich ein dankendes Feedback dafür.  Darum präsentiere ich an dieser Stelle gerne nochmals mein Topo (neue Version vom 25.7.2022, alte Version vom 17.8.2008) zur Cassin-Route am Pizzo Badile. Viel Spass Euch allen, die Cassin ist echt eine Traumroute, welche eine Begehung auf jeden Fall lohnt!

Topo (neue Version, alte Version) zur Cassin-Route am Pizzo Badile

Update vom Sommer 2020: lange Jahre war mein Fotoreport unserer Begehung der Cassin auf einer alten Website einsehbar. Das ist nun schon eine Weile nicht mehr so. Da die Popularität dieser Route und auch dieses Blogbeitrags ungebrochen ist, wird der alte Report an dieser Stelle reaktiviert. Der Text ist ganz offensichtlich auf Englisch und wurde im 2008 verfasst. Es kommt immer erst jeweils das Bild und unterhalb die zugehörige Beschreibung.


That's where it all starts: the Capanna Sasc Furä. In 2008 it could be quickly reached from the end of the road above Bondo in about one hour of hiking over a steep, but very well maintained trail. As you may be well aware, this is no longer the case after the big rockslide from Piz Cengalo... and it now takes much more effort to get to Sasc Furä. The hut itself is nice and the wardens were very friendly, just the dorm beds were quite narrow. Behind you already see our goal: Pizzo Badile. The north ridge separates the sunny NW-face from the shady NE-face. The Cassin route leads through the latter.


And that's when it all starts. We set the alarm clock to 4am and left the hut by around 4.40am. We did the first 700m of elevation gain to P.2590 still in the dark. The terrain is mostly easy up to that point, just at the end some scrambling is required. There is no well established trail, but it's not too difficult to find your way: just head straight up all the time.

From P.2590, which we reached around 6am, you have to traverse some ledges towards the center of the NE face. This involves some sketchy downclimbing and a first rappel. Then, you have to traverse over smooth and wet slabs under a big neve. That's quite delicate, so that we belayed a pitch there (the day after our climb, a Russian climber fell about 60m there and suffered from life threatening injuries). Also, there is always the slight risk that the neve either collapses or slides down just in the very moment you are under it... this has also led to accidents in the past.

After the neve, some more traversing/scrambling is required, but the terrain gets a little easier and less exposed again. However, there was a quite competitive atmosphere, since everybody wanted to get on the route first... That's also the reason why I don't have any pictures of the traverse. Finally, at  around 7.15am we started with the first pitch.


There were five parties in front of us and around seven or eight more following. The crowds all seemed to do the Rebuffat diedre, a (nowadays common) variation to the original start of Ricardo Cassin. So it was logical for us to choose the Cassin start, which is a bit harder. The first couple of moves into the crack are in the 5c range. They are protected by 2 old pegs.
 
Here Kathrin is following our second pitch. Still off of the nowadays common route, I took a direct up some slabs. They were smoother than I first thought (maybe 5a/5b) and protection was marginal. But it paid off in the sense that at belay 2 of the nowadays common route, we had bypassed two parties and had advanced to position 4 in the queue.


We then simu-climbed until the first 5c+ pitch, which follows a steep dihedral. Not really hard, but not overly simple either. Some old pegs are in-situ there, but a few pieces have to be placed. As this is the first harder/steeper bit after some easy terrain, expect a bunch-up there. So it was the case and actually 3 parties were simultaneously leading the pitch. So never say that speed climbing is an unimportant skill! Fortunately, everybody was in good humour and all went well.


The last 2 parties that were in front of us then took a wrong turn. After the first 5c+ pitch, they first climbed too high towards Cassin's first bivy site. Then, they overcompensated their mistake with a long traverse to the left a definitely got off route. So after only 4 pitches of climbing, we had taken the lead and from now on could enjoy the route in solitude, without ever sharing a belay station with another party again!

However, be aware of the fact that routefinding in the NE face of Pizzo Badile is far from easy. The terrain looks (and actually is) climbable just about everywhere. There is hardly any in-situ gear that guides you, and if you find fixed gear, you are not necessarily on route. The bolted belays, they don't help with routefinding at all. They are each at least 50m apart and often hidden, too.


One of the two Polish climbers who used to be in front of us and then traversed off route took a bad fall and had to be rescued by helicopter. It wasn't half an hour earlier that I had still small talked to him on the belay in a good mood. To be quick, he lead in a rather bold style, almost without placing pro at all. I even had made a remark about how dangerous his climbing was, but he overplayed it. He then either slipped or broke a hold, so that he fell for about 20m. I watched it and it looked truly horrible, because he tumbled and hit the rock multiple times, totally out of control. We feared the worst, but fortunately the climber had no life threatening injuries.


We continued, and this is Kathrin following in pitch 8, graded 5a. The climbing in the Cassin route is not overly hard on "our" sport climbing scale. It's more an alpinistic challenge: routefinding, marginal protection, the length of the route. The rock is of good, sometimes even excellent quality. But nevertheless, there is one or the other loose flake and each ledge holds some "missiles". It wasn't an issue for us who were leading the pack at that point, but I guess with careless climbers above, rockfall could be problematic.


One then reaches the big ledge (called "Cengia Mediana"). Don't fool yourself that this is the halfway mark, it's at most at one third from the start to the summit and the climbing above is harder. Some advice for routefinding: you have to traverse the ledge almost to its left end, i.e. straight under the big roof, which is about 50m above. The belay is then about 10m higher at the beginning of the obvious dihedral.

The following pitch is the crux (6a). First, some old pitons can be clipped, then some cams are required. Finally, the dihedral has to be left early enough (after about 25m of climbing) towards the right. Don't go too high, even though there is more in-situ gear!

You then have to follow a faint ramp that traverses up and right. Climb over a tiny dihedral system and towards the obvious, big and steep corner. The bolted belay station is at its beginning and is not visible before you are there. Note that this pitch is close to 50m long.



The second pitch after "Cengia Mediana" follows the steep and impressive corner that nevertheless passes quite easily (several old pitons, 5b). After it ends, you again follow some sort of ramp (see Kathrin doing it) to the right and up. The belay bolts again are not visible from below, and the pitch is again 50m.


As mentioned, the rock quality is often excellent with very textured and structured granite. The slab routes here on the NE face of Pizzo Badile must be awesome to climb! However, the Cassin route mostly follows a classical line with dihedrals, cracks and chimneys. But I bet that "Another Day in Paradise" in the same face must be stellar...


This is Kathrin following the 4th pitch after "Cengia Mediana". It first takes a horizontal crack to the left. Then you have to head up, more or less taking the way of least resistance (no in-situ gear). The tower to the left and below Kathrin is the second bivy site of Cassin.

Note that the bolted belay isn't there (where you would maybe expect it), but about 15m higher, pretty much straight above. I found it to be a little "off route", i.e. to the right of the easiest line of climbing. The length of this pitch is again almost exactly 50m.


From the belay above the 2nd Cassin bivy, the route is obvious. Just follow the crack line towards the infamous chimney system. It starts with a benign crack (visible to the left of Kathrin's legs). Although there were some intermediate belay possibilities on pitons (really old and crappy ones, though), we decided to simu-climb for about 20-30m, such that I could make it to the next bolted belay. It's on the right of the crack and just before the start of the V-shaped section, about 70-80m from the last one...

The first pitch in the chimney that Kathrin is climbing here is quite awkward. It's the V-shaped part and if you stay in its ground, you will inevitably get jammed, stuck the rope and struggle. On the other hand, staying on the outside might be easier, but the you cannot place any protection at all... really I wish I had a movie of myself doing it, though it could well have a parental advisory mark ;-)



After the first belay in the chimney (which is an OK bivy site), it gets wider. The climbing is steep with bulges to pass, but surprisingly easy (a few pitons, around 5a/b), and it's again almost 50m to the next bolts. Not that this was the only pitch that we were in the shade. Here, it was quite chilly, but for the entire rest of the route, we were in the sun and (certainly for a north face), it was nicely warm, such that we could climb in T-shirts.


From the belay after the bulges pitch, there is another half of a pitch in the chimney (pitons, 5b). After about 20m you reach a narrow ledge, from where you can find pitons in really every direction. Note the climber below Kathrin just shortly before reaching that ledge. The "correct" route (i.e. the one which has bolted belays) goes straight up after the chimney and first offers face climbing, aiming for a prominent fissure. 


After the exit from the chimney, it's about 100 more climbing meters to reach the ridge, followed by another 4-5 pitches of easier climbing to the summit. The ambiance here was absolutely stellar, we felt closer to the sky than to earth. It had taken us a bit less than 8 hours to tackle the ~25 pitches from the start of the Cassin route to the summit. 


Almost down again! We descended over the south side which involves some exposed scrambling first and later some rappels from the prominent shoulder above Kathrin. Apparently, one can also abseil over the sunny slabs from higher up, but this requires 2x60m ropes (which we did not have). The downclimb to the Gianetti hut took us around 2.5 hours.


Many parties try to (or have to) head home after an ascent of Pizzo Badile as quickly as possible. That's a bit of a pain in the ass, since the way back from the south side to Bondo is long and quite laborious, no matter which option you choose. It's certainly much nicer if you have some extra time and do not need to rush. There are some excellent climbing objectives from Rifugio Gianetti, so it certainly pays off to spend a couple of extra nights there. That was exactly our plan and for the day after the Cassin, we had the objective of scaling this sawtooth named Dente della Vecchia.


The route we chose is named Polident (6a+, 7 pitches). It offers leisurely and well protected climbing in excellent rock. For is it was the ideal choice to savour our ascent of the Cassin even more. The approach is short, the climbing pleasant and the summit offers an ideal place for a long rest.


This very characteristic quartz vein is another prominent feature of the Polident route. In case you were still hungry after only 7 pitches of climbing, there are a couple of more routes on Dente della Vecchia (see the Plaisir Sud guidebook).


This is shortly before reaching the top on Polident. Other objectives from the Gianetti hut involve climbing Punta Torelli, Pizzo Cengalo or even Pizzo Badile again over one of the routes on the south side. So many things still to do there...


The area around Rifugio Gianetti also offers some cool blocs for bouldering. Of course I couldn't resist to pull some hard moves as well. This project with a sit start kept me busy for a little longer, I would guesstimate it around Fb 7A. Just in time for dinner I managed a successful ascent, maybe even a first ascent?!?


We spent a second night at Rifugio Gianetti and then, due to a poor weather forecast, decided to head back to Bondo/Switzerland again. It's quite a long hike in mountain terrain over the two passes Porcellizzo and Trubinasca. However, we did not just want to walk, but do some climbing again. A very nice option to shorten the hike is to climb the route Castelli Romani (6b, 5 pitches) in the SE face of Pizzo Porcellizzo (the one in the left half of the picture above!). From the top of this route, it's just a short scramble down the backside and you are already at Passo Porcellizzo. What better than this?!? Rather than hiking the pass, we climbed it!




Some impressions from Castelli Romani, I cannot recall all details after that much time. In any case, it's a nice route in good rock with adequate bolt protection and homogeneous difficulties. It had been opened just a few days before our ascent, I had spotted the freshly drawn topo in the logbook at Rifugio Gianetti. So perhaps we did even the first repetition of the route.


This picture was taken in Val Codera, must have been somewhere in the vicinity of the Bivacco Pedroni. The Castelli Romani route led to the ridge in the left half of the picture. We then downclimbed to the V-shaped dip in the ridge which is Passo Porcellizzo. The downclimb on its north side (i.e. the snow line in the couloir) is quite rugged. Early in the season, it may even require crampons and an ice axe. On the day of our descent, we could avoid any snow contact, so in fact we had hauled the alpine gear over Pizzo Badile in vain (but we had just followed the inaccurate advice from the hut keeper at Sasc Furä...). However, even if you don't have to touch snow on the descent from Porcellizzo, it's alpine terrain which is steep with lots of loose scree, instable blocks and the like... not exactly the most fun part of a Badile ascent and return.


This is the contuation towards Passo Trubinasca. Though it looks quite demanding from this perspective, there is a well-worn trail and you get to the V-shaped dip quite easily. 


This is the last part to Passo Trubinasca. As you can see, it's well marked and there are even some chains and cables.


At this point, we were already approaching the Sasc Furä again and watch the impressive NW face of Pizzo Badile. It also hosts a number of routes which are only rarely done. However, I'm sure that a route such as Ringo Starr would provide a faboulous challenge! It's supposed to be of similar difficulties than the Cassin, but without bolted belays and certainly without the crowds of the Cassin route. The disadvantage of the NW face however is that it's shady and cold in the morning.


After coming back from the mountains, we checked into a hotel in Soglio. After some long climbing and walking days and some nights in the dorm beds of mountain huts, this was exactly the right decision. We refuelled at the breakfast buffett, then took a few leisurely hours and made plans...


And the plan was to hike to the Sciora hut on the very same afternoon to spend the night there and climb on the famous Bügeleisen on the next day. Unfortunately, after the big rockslide the hut is now closed, the access to it via Valle Bondasca is off limits and even climbing at Bügeleisen does not seem like a good idea any longer.


Here's the Bügeleisen on the Pizzi Gemelli. Our objective was Cuore di Ferro, a recent sport route that leads through the shady NE face, directly to the summit of Bügeleisen. Much more popular at those times was the normal route on Bügeleisen, leading over the sunny arete.


However, with an early start, also the NE face of Bügeleisen provides ample sunshine and cozy temperatures, at least for what is called a north face in alpine environment at more than 3000m of elevation. As you can see here, the rock is textured and structured - superb!


We had great pleasure in the route and managed a free ascent. You can find my original report (in German) here. In short summary, it praises the beauty of this 14 pitch route with 530 meters of climbing an difficulties up to 6c, but also states that the bolt protection is rather sparse. 


'nuff said, that was just a stellar trip!