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Donnerstag, 27. August 2026

Kreuzberg III - Zwischenwelten (7b+)

Schon die vierte Hitzewelle ist im Sommer 2026 angerollt, somit bleiben weiterhin nur die schattigen Wände eine Option zum MSL-Klettern. Mein Kletterpartner ist in Herisau stationiert und somit drängt sich eine Unternehmung im Alpstein auf. Eine Tour in den Nordwänden der Kreuzberge soll es werden, und für mich gibt es eine logische Wahl. Nämlich die erst im 2022 von meinen Bekannten Christof und Lukas erschlossene Zwischenwelten. Christof hatte ich an den Schweizer Kletterwettkämpfen kennen gelernt, wo er wie ich für seine Tochter als Betreuer anwesend war. Erstaunlich wenige Elternteile der Comp Kids sind Outdoor-Kletterer oder gar MSL-Aficionados nach unserem Schrot und Korn - so ist es wenig erstaunlich, dass wir einen verbindenden Draht fanden. Die Gemeinsamkeit geht auch bezüglich der hier beschriebenen Route weiter: auch für mein Gusto ist es eine Linie mit genialer Kletterei, einwandfreier Absicherung und freundlicher Bewertung.

Sicht auf die NW-Wand von Kreuzberg III (2019m) mit dem Verlauf von Zwischenwelten (rot) und Gummi (orange).

Die erste Schlüsselstelle zu dieser Tour besteht definitiv im Zustieg. Die Kreuzberge hatte ich bei den vergangenen Touren von verschiedenen Ausgangspunkten besucht: Nasseel oberhalb von Sax im Rheintal, von der Bahn auf die Stauberenchanzel und von Wildhaus über den Mutschensattel. Aufwändig sind alle diese Zugänge und welcher nun der schnellste bzw. idealste ist, hängt einerseits vom persönlichen Ausgangspunkt und der Fitness ab. In die obigen drei Möglichkeiten reiht sich der Zugang vom Parkplatz Pfannenstiel bei Brülisau ähnlich ein. Es sind ca. 6.25km in Luftlinie (Gehdistanz natürlich einiges mehr) und rund 1100 Höhenmeter. Und dies für eine Route von nur gerade fünf Seillängen - wenig erstaunlich, dass es sich um ein Unternehmen für Leute haltet, welche neben dem Klettern auch Freude am Wandern haben.

Bei der Furgglenhütte kurz vor der Bollenwees rückt die Nordwand vom Kreuzberg III ins Blickfeld.

Wir machten uns um ca. 7.50 Uhr mit minimierten Gepäck auf den Weg, waren zügigen Schrittes nach rund 1:15h bei der Bollenwees, etwa eine halbe Stunde später bei der Roslenalp, und nach gut 2:00h am Einstieg der Route. Dieser befindet sich bei zwei nicht verbundenen BH und ist mit dem Fototopo gut auszumachen. Bei angenehmer Frische erholten wir uns vom Aufstieg und starteten in der Gegend von 10.30 Uhr mit der Kletterei.

L1, 45m, 8 BH, 6b+: Ein ideales Aufwärmprogramm mit stets interessanter Kletterei, welche sich steil, anhaltend und gutgriffig präsentiert - nie sehr schwierig, nie sehr einfach. Die Tritte hingegen sind nicht ganz so üppig vorhanden und oft auch etwas glatt, so muss man immer etwas planen und schauen. Man erreicht schliesslich ein Band und teilt dort den Raumer-Bügelstand mit der Route Gummi.

L2, 45m, 10 BH, 7a: Links aus dem Stand heraus führt die Route Gummi weiter, für Zwischenwelten traversiert man ein paar Meter auf dem Band nach rechts. Es folgt eine erste Stufe mit Seitgriffrippen, wo man sich schon einmal etwas festhalten muss. Dann geht's vorerst etwas einfacher und gutgriffig dahin, bis es dann in der zweiten Hälfte mehr und mehr anzieht. Supertolle Kletterei an kleinen, meist positiven Schüppli wartet, wobei es Leisten und Seitgriffe gibt. An einer Stelle relativ kurz vor Schluss gibt's Kontakt mit dem Härzlipfad rechts und seinem antiken Kronenbohrhaken.

Hübsche und anregende Kletterei an Schüppli, Leisten und Seitgriffen trifft man in L2 (7a) an.

L3, 10m, 1 BH, 6a+: Naja, nicht das Filetstück der Route. Aber dann so speziell, dass es doch auch schon wieder Spass macht. Ich kletterte vor dem Eindruck, dass beim Stand gerade hoch die beste Option wäre. Das ist aber gar nicht mal so einfach, einfach tief nach links zum einzigen BH zu traversieren wäre laut meinem Nachsteiger die wesentlich einfachere Option. Nach dem BH quert man dann am Grasbalkon. Um auf diesen zu steigen war er mir zu abschüssig, somit also mit Coiffeurgriff tief bleibend zum Stand, welcher erneut gemeinsam mit Gummi ist.

Eher aussergewöhnliche Kletterei mit Coiffeurgriff in L3 (6a+).

L4, 35m, 10 BH, 7b+: Wow, eine Superlänge! Anhaltende, senkrechte und bisweilen sogar etwas drückende Wand, gespickt mit kleinen (Seitgriff-)Schüppli und positiven Leisten. Die Sache ist ziemlich homogen, wobei der Auftakt-Boulder, ein steile Zone in der Mitte und ein anhaltender Part im letzten Drittel herausstechen. Geduld und Fingerkraft-Ausdauer sind auf jeden Fall hilfreich, ebenso gute Fusstechnik auf kleinen Tritten und geeignetes Schuhwerk dafür. Souverän stieg Bernat das durch, was mir im Nachstieg dann ebenfalls gelang. Ob ich es auch im Vorstieg geschafft hätte? Schwierig zu sagen, dass etwas Chalk auf den Griffen war und er mir die Sequenz im schwierigeren, oberen Teil sehr gut ansagen konnte, machte womöglich den entscheidenden Unterschied.

Monumentale Wandkletterei in kompakten Fels in der Cruxlänge (L4, 7b+). Etwas Argwohn erweckt der Böögg (=Klemmblock) im Nasenloch am rechten Bildrand. Wie gut er wohl verkeilt ist?!? Die Route führt zu wenig nahe daran vorbei, als ob man es ergründen könnte.

L5, 15m, 3 BH, 6c: Ein nur noch relativ kurzes, aber schönes Hindernis auf dem Weg zum Top. Zum Klettern weder ganz einfach noch wirklich schwierig, wobei mir eine ganz objektive Einschätzung nicht so einfach fällt - denn ich wollte hier auf keinen Fall mehr die perfekte Begehung vergeigen, was ja oft ziemlich schwer am Gurt lastet. Wer sich nochmals fordern möchte, kann sich hier an die strikte Hakenlinie halten, mit etwas freierer Interpretation des Verlaufs geht's kommoder. Der Abschlusstand links um die Ecke erneut gemeinsam mit Gummi.

Eher kurz, aber ein lässiger Abschluss zur Route: L5, 6c.

Um 13.20 Uhr hatten wir nach knapp 3:00h Kletterei das Routenende erreicht und konnten tatsächlich die perfekte Team-Onsight/Flash-Begehung verbuchen. Wie immer eine geniale Sache, wenn man alle der gestellten Aufgaben sauber lösen kann. Wir machten uns noch auf den Weg zum Top: kurz über Schrofen zum Vorgipfel, rückseitig abkraxeln und dann zum Steinmann hoch. Die Aussicht ins Rheintal und rundherum war wie immer grandios und wir genossen sie eine Weile, bis es uns zu warm wurde. Somit zurück zum Routenende, von wo man sehr bequem in drei senkrechten, geradlinigen und je gegen 50m langen Strecken an den Einstieg gelangt. Da räumten wir unsere Ware dann zusammen und spazierten nochmals ausgiebig nach Brülisau zurück. Der Spirit war nach dieser Tour und dem sauberen Durchstieg natürlich sehr hoch. Auch wenn wir an dem Tag länger gewandert als geklettert sind, gelohnt hat es sich auf jeden Fall!

Das nächste Mal, wenn wir Lust auf eine ausgiebige Wandertour im Alpstein haben, nehmen wir dann die Route Parzival an der Dreifaltigkeit ins Visier ;-)

Facts

Kreuzberg III - Zwischenwelten 7b+ (6c+ obl.) - 5 SL, 150m - Dürr/Looser 2022 - ***;xxxx
Material: 2x50m-Seile, 12 Express

Tolle, bis Mitte Nachmittag schattige MSL-Sportkletterei. Nach einer guten Aufwärmlänge warten zwei richtig lässige, kleingriffig-senkrechte, crimpy Wandkletterlängen, sowie zwei kürzere, einfachere Teilabschnitte. Abgesichert ist die Route vollständig und tiptop mit rostfreien BH. Cams und Keile kann man getrost daheim lassen, im Angesicht des weiten Zustiegs schadet die Minimierung des Gepäcks sicher nicht. In der Zwischenwelten ist nicht nur die Absicherung fair, sondern auch die Bewertungen. Die Cruxlänge ist aber doch recht anhaltend, warum wohl doch so etwas im Bereich 6c+ obligatorisch ist. Dies ist nicht so einfach einzuschätzen, wenn man es durchgestiegen hat. Aber eben, anhaltend, tiptop gebohrt, keine Runouts und bedenkenloses Sturzgelände, das sind die Attribute. Wer sein Gepäck weiter reduzieren möchte (und die Route sicher hochkommt), könnte auch mit 1x50m antraben, da man auch gut zu Fuss absteigen kann. Allerdings müssen dann die Schuhe an den Gurt und ob der sehr einfachen Abseilmöglichkeit ist das Abkraxeln auch kaum schneller. Infos und Topos zur Wand befinden sich im SAC-Kletterführer Alpstein (in der mir vorliegenden 4. Auflage von 2022 ist die Route jedoch noch nicht enthalten!), im Plaisir Ost 2026 ist sie gestrichelt eingezeichnet.

Weitere Berichte zu Routen an den Kreuzbergen:

Kreuzberg II - Elysium (7b+)
Kreuzberg III - Velo (6c+)
Kreuzberg III - Blatta (7a)
Kreuzberg III - Extrameile (6c)
Kreuzberg IV - Graue Eminenz (8a)

Donnerstag, 20. August 2026

Kreuzberg III - Extrameile (6c, 6 SL, Erstbegehung)

Die Kreuzberge sind ein Mini-Gebirge im Alpstein mit 8 Gipfeln und vielen Wänden, Rinnen und Graten. Ein Blick auf's Topo zeigt, dass es hier eine Menge zu erleben gibt. Leichte MSL-Touren, Klassiker auf natürlicher Linie im 5c/6a-Bereich und auch einige MSL-Sportklettereien im 7c/8a-Level. Vergeblich suchte man aber bisher eine lange, moderne Wandkletterei mit zugänglichen, homogenen Schwierigkeiten im 6c/7a-Bereich und freundlicher BH-Absicherung. Nun, einfach herbeizaubern kann man sich eine solche Tour natürlich nicht - im Hitzesommer 2026 haben wir nun aber in der steilen Nordwand vom Kreuzberg III genau die Linie gefunden, welche das Angebot im Gebiet auf eine attraktive Art ergänzt.

Der Blick auf die Kreuzberge von der Saxer Lücke, immer wieder ein erhabener Moment!

Erschliessung

Im Vergleich zu vielen anderen meiner Neutouren handelt es sich bei der Extrameile um eine richtige Blitzgeburt. Die Idee entstand bei der Begehung von Zwischenwelten (5 SL, 7b+, Blog folgt) am 29. Juli 2026. Schon beim Sichern schweiften meine Blicke nach in den augenscheinlich noch freien Wandbereich links der Route Gummi. Das Abseilen erlaubte dann einen noch genaueren Einblick und zeigte strukturierten, soliden Fels, der nur so zum Klettern einlud. Und als wir nach der Tour die Wand von der Roslenalp betrachteten, zeigte sich umso mehr, dass hier noch eine eigenständige Hammerlinie über einen attraktiven Pfeiler möglich war. Nun, an diesem Tag war es bereits zu spät, aber so bald wie möglich wollte ich zurückkommen.

"So bald wie möglich wollte ich zurückkommen": Eine Woche später, hier bin ich. Und wow, der Blick auf die Wand!

Wie immer in dieser Situation schien die Warterei beinahe ewig. Doch es war nur genau eine Woche, bis mich Guido am 5. August 2026 zum Start dieses Projekts begleitete. Aufgrund sämtlicher Gegebenheiten folgerten wir, dass der (weite) Weg ab Brülisau auch dieses Mal der Zustieg der Wahl war. Diese Extrameile mussten wir einfach auf uns nehmen - was uns keineswegs abschreckte, dafür die Wahl des Routennamens gleich erklärt. Nach einem sehr frühen Start und ob der Hitze trotzdem bereits schweisstreibenden Zustieg standen wir um 8.00 Uhr am Einstieg - es schien sehr verlockend, umgehend loszulegen. Gewisse Unklarheiten bzgl. der im Detail zu wählenden Linie waren aber vorhanden, bot der Pfeiler doch gute 25m Platz in seiner Breite. So entschlossen wir uns, über den Normalweg zum Gipfel aufzusteigen, nochmals über Gummi abzuseilen und dabei einen konzentrierten Blick auf die vorhandenen Strukturen zu werfen. Eine genauere Vorstellung über geeignete Standplätze und den ungefähren Weg dazwischen hilft eben sehr entscheidend, ein qualitativ hochwertiges Resultat zu erzielen.

Aufstieg zum Gipfel des KIII über den Normalweg, durch diese Rinne verläuft auch der Fussabstieg.

Sehr lange hielten wir uns damit aber nicht auf. Alles schien wie gewünscht aufzugehen, so behängte ich mich reichlich mit dem schweren Material und machte mich um 10.30 Uhr auf den Weg ins Neuland. Selbst über den geneigten Wandfuss ergab sich ein lohnender und interessanter Weg (L1, 5c). Dieser war noch fast mühelos und zügig eingerichtet, bevor es steiler und fordernder wurde. Um 11.30 Uhr startete ich in den zweiten Abschnitt: 35m an kompromisslos senkrechter, ja teils leicht überhängender Kletterei. Guten Griffen sei Dank zwar nicht sehr schwierig zu klettern (L2, 6c). Aber es war ein hartes Stück Arbeit, die 9 Bolts zu platzieren. Noch dazu musste ich auch das Gelände erkunden - was war der beste Weiterweg, wo versteckten sich die guten Griffe und wie ging die Sequenz am besten auf. Sprich, oft stieg ich einige Meter hinauf und wieder zurück, probierte eine andere Alternative, um mich schliesslich für die lohnendste Variante zu entscheiden. Allem Erwägen zum Trotz: hier musste ich einen Fail-Bolt konstatieren und ihn 1.5m nach links "verschieben". Erst dachte ich, die beste Linie führe nach rechts weiter, was sich schliesslich als Irrtum entpuppte. Dank reichlich Erfahrung habe ich normalerweise ein gutes Gespür und kann solche Fehler vermeiden, doch hier trügte mich meine Intuition für einmal.

Los geht's! Hier wird gerade der allererste BH in L1 (5c) platziert. Die älteren Routen verlaufen hier in den einfacheren Rinnen links und rechts, der kompakte Fels an diesem Pfeiler im Einstiegsbereich war hingegen noch frei. Mit der roten Linie ist der weitere Verlauf in L1 und L2 markiert.

Um 15.30 Uhr, also 4:00 Stunden später, waren wir an Standplatz 2 wieder vereint. Das zeigt exemplarisch, wie viel Pfuus das Einrichten benötigt. Plus natürlich die Engelsgeduld von Guido bei der Sicherungsarbeit, wofür ich mich nur herzlich bedanken kann. Wohlgemerkt, in den vier Stunden ist seine Zeit zum ausführlichen Ausbouldern der Länge schon auch noch enthalten, ich jedenfalls war sehr froh um diese Pause. Normalerweise wäre um diesen Zeitpunkt bald die Sonne in die Wand gekommen. Nachdem schon einige Wolken aufgezogen waren, wurden wir jedoch freundlicherweise nicht gegrillt. Und es sah auch noch genügend freundlich aus, um weiterzumachen. Sehr schöne Lochkletterei (L3, 6b+) brachten mich 20m höher zu einem nächsten, bequemen Standplatz. Ob dieser schon zu nutzen war? Das wusste ich zu jenem Zeitpunkt noch nicht und zog gleich weiter. Die ersten beiden Bolts in L4 (6c) gingen sich noch aus. So langsam fehlte mir der Strom, um zu bohren - in meinen Armen, nicht im Akku! Auch hatte sich der Himmel deutlich verdunkelt. Nicht extrem bedrohlich, aber wir mussten ja nicht zwingend noch in der Wand nass werden.

Die lange und anspruchsvolle L2 (6c) einzurichten, kostete einiges an Zeit und Kraft!

Also seilten wir ab, räumten die Ware zusammen und waren bald bei der Roslenalp angelangt. Nun, es sah durchaus nach Regen aus, jedoch (noch) nicht unmittelbar. Bis zum nächsten schützenden Dach bei der Bollenwees würde es bestimmt noch reichen, spekulierten wir. Mittig zwischen Roslenalp und Saxer Lücke wurden wir eines besseren belehrt. Ein heftiger Platzregen kündigte sich an, zum Umdrehen war es bereits zu spät und so wurden wir doch noch geduscht. Nicht weiter schlimm, auf dem langen Ausmarsch blieb genügend Zeit zum Trocknen. Für den nächsten Angriff wollten wir aber besser einen wettersicheren Tag wählen. Auf dem Programm hatten wir einerseits die Vollendung der Route und idealerweise auch gleich deren komplette RP-Begehung. Auf den 14. August 2026 kündigte sich ein stabiler Prachtstag mit einer Mordshitze von bis zu 38 Grad im Tal an. Erneut starteten wir sehr früh ab Brülisau und sammelten so weitere Meilen auf dem Zustieg.

Da waren wir noch trocken und genossen ein eindrückliches Naturschauspiel... Leider blieb der heftige Platzregen nicht im Rheintal, sondern ergoss sich nur Minuten später auch über uns. Braucht man nicht unbedingt, doch während dieser Hitzeperiode war die Abkühlung auch nicht sehr unangenehm. Und schlussendlich sind es diese Erlebnisse, welche haften bleiben.

Unsere Taktik bestand darin, gleich von unten zu starten und die ersten drei Seillängen auf dem Weg zur Vortriebsstelle zu punkten. Später würde ich dann die Längen einbohren, mich wieder ablassen und sie im Anschluss noch mit leichtem Gurt rotpunkt klettern. Nachdem wir uns auf der Roslenalp mit einem einem Kreuzberge-Veteran durch einem längeren, spannenden Austausch über die Klettergeschichte des Massivs aufgehalten hatten, ging es um 8.30 Uhr mit der Kletterei los. In sehr vergnüglicher Kletterei waren die ersten drei Längen bald gepunktet. Weniger zum Vergnügen gehört jeweils das Hochhieven der Bohrausrüstung im Haulbag, wobei dieser dank der steilen Wand meist frei hing und es deshalb vergleichsweise komfortabel ging. Kurz nach 11.00 Uhr ratterte der Bohrer das erste Mal an diesem Tag. Mit frischen Kräften war die letztmalige Umkehrstelle rasch bewältigt. Der Weiterweg kostete noch ein paar Körner, aber diese waren noch reichlich vorhanden. Dann konnte ich zum vergnüglichen Part mit der Befreiung der Länge schreiten - erneut eine sehr genussvolle, homogen schwierige Sache (L4, 6c).

Weiter geht's - hier wird der Bohrer am zweiten Tag das erste Mal angesetzt (L4, 6c).

Um 13.45 ging es mit Abschnitt Nummer 5 weiter. Leicht links, leicht rechts, was war der beste Weg, der mit homogenen Schwierigkeiten und der schönsten Kletterei aufwartete? Rein optisch war es von unten nicht schlüssig zu entscheiden. Also antesten hier (und wieder abklettern), antesten dort (und wieder abklettern). Es erklärt sich von selbst, dass man derlei nur mit entsprechenden Reserven auf den geforderten Grad tun kann. Schliesslich hatte ich aber die Ideallinie gefunden und alle Bolts waren platziert. Die Schlussmeter in L5 (6b+) waren dann etwas gemütlicher und brachten uns direkt zum vorletzten Stand von Gummi mit der Wandbuchdose. Dieser Klassiker hält sich hier mit einer kurzen Wandstelle links raus und steigt dann über einen Grat oder rückseitiges Schrofengelände zum Top der Wand auf. Um hier noch auf einer eigenen Linie weitermachen zu können, war eine Kreuzung mit Gummi unvermeidlich.

An der Arbeit in L5 (6b+). Als Rechtshänder halte ich den Bohrer bevorzugt in der dominanten Hand und dementsprechend mit links am Fels - was diese Hand dann aber im Lauf eines Bohrtages doch ziemlich plättet. Wobei ich hier auf der Extrameile viele Bolts zwingend mit links bohren, einschlagen und festziehen musste (betrachtet man die Fotos bis hierher, liegt das Verhältnis bei 3 links zu 1 rechts). Vermutlich liegt es an der Felsstruktur, welche relativ oft nach rechts offene Seitgriffschuppen bietet.

Dieses Szenario war mir schon nach dem ersten Bohrtag präsent. Definitiv am liebsten ist es mir, wenn ich Neutouren komplett eigenständig und kreuzungsfrei konzipieren kann, was mir auch fast immer gelingt. Hier hätte das aber bedeutet, es am vorletzten Stand von Gummi bleiben lassen zu müssen. Vor Ort entschied ich mich, zuerst einmal die besagte 5b-Länge vom Gummi zu klettern. Es hätte ja ein vergnüglich-gemütlicher Abschluss sein können. Aber weit gefehlt: richtig geklettert wird nur an der 3m-Wandstufe zu Beginn. Achtung, der Mammut-Longlife-BH, der die Crux absichert, lässt sich zur Hälfte rausziehen und ist keine zuverlässige Sicherung! Unmittelbar danach erreicht man dann den zwar einfachen, aber etwas brüchigen Grat, welcher die Wand links/oben begrenzt. Hier steckt kein fixes Material mehr. Einige Cam-Möglichkeiten zwischen mässig solide verankerten Blöcken gibt es wohl - so richtig zuverlässige, zu 100% sichere Placements aber eher nicht. Kurzum, diese Gummi-Länge ist sowohl im Vor- wie im Nachstieg schlecht gesichert (der/dem Zweiten droht ein gefährlicher Riesenpendler nach Aushängen des BH!!!), unlohnend und einfach keine gefreute Sache. So fiel die Entscheidung leicht: wir machen eine eigene, letzte Länge, welche direkt durch die kompakte Wand zum Top führt - ein ideales und logisches Schlussbouquet für die Extrameile.

Die ersten Sonnenstrahlen streicheln uns hier um 15.51 Uhr, während es zum Start in L6 (6c) nochmals Gas geben heisst.

Diese (L6, 6c) startet gleich mit einer richtig zapfigen Stelle über den Überhang rechts hinauf. Die Abschlusswand bietet nochmals kräftige Kletterei und das Platzieren der BH forderte die letzten Reserven in der Unterarmmuskulatur. Nachdem ich das Top erreicht hatte, nahm ich aber doch gerne die Extrameile auf mich, um noch einen Rotpunkt-Go zu geniessen. Es war noch nicht ganz die letzte Aktion bei diesem Projekt: nach alpiner Tradition gehört auch der Aufstieg zum Gipfel dazu, um die Begehung dort im Buch einzutragen. Schliesslich stand uns noch eine Operation in der letzten Länge bevor: ein labiles Pfeilerlein befand sich zu nahe an der Linie, um es guten Gewissens stehen lassen zu können. Es war niemand im Sektor zugegen, so konnten wir es Stück für Stück abtragen und in die Tiefe befördern. Dann war es Zeit, denselben Weg wie die Steine zu nehmen (jedoch lieber etwas langsamer). Drei effiziente Abseilmanöver später waren wir zurück am Wandfuss. Beim langen Rückweg blieben wir dieses Mal trocken und waren höchst beglückt vom erfolgreichen Abschluss unseres Projekts - einfach eine geniale Sache!

Der Gipfel ist erreicht und das Projekt damit erfolgreich abgeschlossen!

Zustieg

Ist man einmal auf der Roslenalp, so folgt man noch ca. 100m dem Weg Richtung Mutschensattel, quert dann auf Pfadspuren Richtung Talsohle und steigt von dort auf deutlichem, in der LK verzeichnetem Pfad hinauf bis zur Felswand unter der Scharte zwischen den Kreuzbergen III/IV. Nun linkshaltend auf deutlicher Spur etwas absteigend der Wand entlang. Kurz vor dem Einstieg, der sich in Mitte der breiten Wand rechts der markanten Schlucht befindet, wartet eine kurze Kraxelstelle. Jenseitig gibt's einen bequemen Platz, um sich auf die Kletterei vorzubereiten (CH LV95: 2'749'881.88, 1'234'144.27, WGS84: 47.241202, 9.418401, Höhe: 1880m, Kartenlink). Die Kletterei startet am Stand von Gummi mit 2 BH, wir haben die Routen bei der Erstbegehung im 2026 mit Farbe angeschrieben. 

Doch wie kommt man zur Roslenalp? Dazu stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, die je nach persönlichem Gusto und Anfahrtsrichtung unterschiedlich attraktiv sein können. 

1) Von Brülisau (bzw. Parkplatz Pfannenstiel, ca. 940m, Gebühr 1 CHF/h) via Brüeltobel, Bollenwees und Saxer Lücke wartet viel Distanz und netto gut 1000hm bis zum Einstieg. Dafür kann man auf gute, bequeme Fahrstrassen bzw. Wege zählen, die morgens grösstenteils im Schatten liegen. Vergleichsweise wenig anstrengend, zudem ist es eine malerische Gegend zum Wandern. Unser Zeitbedarf zum Einstieg war ca. 2:15-2:30h.

2) Vom Parkplatz Nasseel oberhalb von Sax im Rheintal (P.814) via den markierten Wanderweg. Hier ist die Distanz viel kürzer, die rund 1100hm sind aber steil, zudem heizt da auch die Morgensonne schon richtig stark ein. Der Zeitbedarf hängt stark davon ab, wie effizient man die Höhenmeter frisst. Diejenigen mit dem grossen Appetit können sicher in 1:30-1:45h am Einstieg stehen. Wer es gemütlicher nimmt, um noch Kraft zum Klettern zu haben, braucht wohl ähnlich lang wie von Brülisau.

3) Die bequemste Variante ist die Nutzung der Stauberenbahn ab Frümsen im Rheintal. Von deren Bergstation verbleiben rund 1:15h Gehzeit und mit etwas Auf und Ab netto 350 Höhenmeter bis zum Einstieg. Auf dem Rückweg sind es nochmals ca. 250hm Aufstieg und gut 1:00h Gehzeit. Sicherlich der kleinste physische Aufwand, nimmt man Bahnfahrt und allfällige Wartezeiten hinzu, ist man u.U. nicht viel schneller als mit den anderen Optionen.

4) Für E-Biker ist der Zugang von SW aus dem Toggenburg eine Alternative (im Kanton Appenzell, d.h. ab Brülisau ist striktes Bike-Fahrverbot!). Bis hinter die Teselalp (ca. 1450m) kann man gut und legal fahren. Es folgt dann ein ziemlicher Hatscher zum Mutschensattel (2069m), rückseitig vernichtet man wieder rund 170hm, welche auf dem Rückweg nochmals erklommen werden müssen. Netto sind es auf dem Hinweg rund 700hm Aufstieg, damals bei der Begehung der Grauen Eminenz am Kreuzberg IV brauchten wir 1:55h ab dem Parkplatz in Wildhaus zu deren Einstieg (inkl. der Bikestrecke).

Hier geht's los - egal ob die Farbe schon verblichen ist oder nicht ;-)

Routenbeschreibung

Kreuzberg III - Extrameile 6c (6b obl.) - 6 SL, 150m - M. Dettling & G. Arnold, 14.8.2026
Material: 1x40m oder 2x50m-Seile, 10 Express, Cams/Keile nicht nötig und kaum einsetzbar

L1, 25m, 5c: Los geht's ca. 3m links vom 2-BH-Einstiegsstand von Gummi (im 2026 angeschrieben). Während die klassischen Linien links und rechts im gschüderigen Gelände in den Rinnen verlaufen, konnten wir über sauberen Fels mit durchaus interessanten Moves auf den gelben Turm klettern. Ist dieser erklommen, geht's auf dem grasigen Band nach rechts.

Perspektive vom Einstieg auf L1 (5c) und die Wand.

L2, 35m, 6c: Hier startet das Main Business! Gleich steil, aber dafür gut (seit)griffig geht's aus dem Stand raus. Der Puls beschleunigt sich bestimmt bald einmal, spätestens beim dritten Haken, wo man planen muss, wie man von links nach rechts kommt. Die ansteigende Rechtstraverse danach löst sich schön auf, dann aber folgt die Crux. Crimpy und knifflig zugleich zurück nach links, und nur die Füsse nicht aus den Augen verlieren! Schliesslich folgt steile Ausdauerkletterei einer Rissspur entlang, bis man auf dem Pfeilerkopf rasten kann. Zum Dessert folgt noch einfachere Kletterei zum Stand auf dem Turm - geniale Sache!

Kräftige Wandkletterei an guten Griffen in L2 (6c).

L3, 20m, 6b+: Durch ein tolles Wandstück gleich oberhalb vom Stand führt dieser Abschnitt. Der Fels ist toll mit Schlitzen, Löchern und Schuppen strukturiert. Wer es gut plant und die richtige Sequenz liest, kommt erst noch recht kommod durch - das Finish mit dem Ausstieg in einfacheres Gelände ist hier nach unserem Empfinden die Crux. Nach kurzer Rechtsquerung folgt sogleich der Stand.

Guido folgt in der relativ kurzen, aber dafür tollen L3 (6b+).

L4, 30m, 6c: Nein, den Weg zum ersten Haken habe ich nicht direkt bewältigt - möglich wäre es vielleicht, aber es ist definitiv nicht die einfachste Lösung! Dann folgt eine spannende Wand: Untergriffe und eine Rissspur ermöglichen den Fortschritt und genau da, wo es sie beim Ausstieg braucht, kommen wieder ein paar Crimpy-Schüppli, geniale Sache! Kurz etwas einfacher zu einer Wandstelle von feingriffiger Balancy-Natur. Ein Dächli wird an Seitgriffen gemeistert, gute Griffe leiten in die Wand - doch das Finish vom letzten BH zum Stand erfordert nochmals den Blick für die Optimallösung (mehr sei hier nicht verraten...).

Auch in L4 (6c) wartet lotrechte Wandkletterei in kompaktem, toll strukturiertem Fels.

L5, 20m, 6b+: Schlussendlich haben wir diese Länge wieder einen Tick einfacher eingestuft. Doch das gilt selbstverständlich nur, wenn man die Optimallinie findet. Sie verläuft durchaus etwas im Slalom zwischen den Bolts hindurch. Schüppli und kleine Crimps gibt's mancherlei, aber sie effizient in eine Sequenz zu reihen, das ist genau die freudvolle Kunst, die man hier praktizieren kann. Die letzten Meter dann einfacher hinauf zum Stand mit der Wandbuchdose. Zur Zeit der Erschliessung war sie leer. Wir haben wieder ein Büchlein und einen Stift hinterlassen, so dass man sich eintragen kann.

Ähnlichen Charakter hat auch L5 (6b+) - die hier abgebildete Passage über den letzten BH ist dann etwas einfacher.

L6, 20m, 6c: Es geht gleich mit einer kräftigen Boulderstelle über den Überhang hinweg los. Hopp und zack, so geht das (für mich) - ich hoffe, wir haben mit dem vorgeschlagenen Grad nicht zu tief gestapelt. Einmal etabliert, geht's nicht mehr ganz so kräftig an einer Rissspur vorwärts. Wobei man sich doch noch Bewegen muss, geschenkt ist das nicht. Erst auf der Zielgerade mit der finalen Rechtsquerung lassen die Schwierigkeiten dann nach.

Guido in L6 (6c), kurz vor dem Einbiegen auf die Zielgerade (das Diagonalband zum Top).

Abstieg

Vom Top der Route kann man sowohl am Seil in die Tiefe gleiten wie auch zu Fuss absteigen. Das Abseilen braucht 2x50m-Seile und geht hier ob der steilen, absatzlosen Wand bequem und zügig. Man nutzt entweder die Standplätze der Route (Top -> 4 -> 2 -> Einstieg). Achtung, die letzte Strecke beträgt volle 50m, mehr sind es aber nicht. Alternativ kann man auch über Gummi abseilen, es sind ebenfalls 3 Strecken von je 40-50m Länge. Siehe Topo für die Lage der problemlos aufzufindenden Standplätze. 

Für den Fussabstieg sollte man die Zustiegsschuhe mitführen. Ebenso legt man sein Depot dann am besten unter der Scharte III/IV und nicht am Einstieg an. Vom Top der Route kurz über ein steiles Wiesenbord hinauf zum Vorgipfel, rückseitig ca. 15m über den Grat Richtung N absteigen. Dann rechts die enge Rinne hinunter. Die schwierigste Stelle (II-III) folgt gleich zu Beginn. Vom Ende der Rinne rechts kurz in die Scharte III/IV aufsteigen und dann NW-seitig steil aber gut gestuft hinunter. Wer das nötige Selbstvertrauen hat und auf eine Rückzugsmöglichkeit aus der Route verzichtet, kann sein Gepäck bei dieser Variante auf ein 1x40m-Seil reduzieren.

Blick vom Gipfel der KIII zurück zu Guido, welcher sich am Ausstieg der Route befindet. Das Bild ist als Referenz für den Fussabstieg hilfreich. Vom Routenende hinauf zum Vorgipfel, zum Fotografen hin über den Grat runter, dann rechts abdrehen und durch die im Bild erahnbaren Rinne zwischen den beiden Felsriffen hinunter.

Charakter, Absicherung und Topo

Die Route verläuft anhaltend in steilem Gelände und bietet erstaunlich homogene Schwierigkeiten in üppig strukturiertem, griffigem und kletterfreundlichem Fels von toller Qualität. Da leichte Abschnitte und Übergangspassagen gänzlich fehlen, kann man sich trotz nur 6 Seillängen und 150 Klettermetern eine gute Weile beschäftigen. Die Route ist mit 36 rostfreien Zwischen-BH tiptop auf Niveau xxxx abgesichert, nach meinem Empfinden kann man bei Beherrschung einer dynamischen Sicherungstechnik bedenkenlos am Limit klettern. Geklettert werden muss aber: es gibt auch schwierige Stellen zwischen den Haken, ein 6c-Onsight-Niveau in der Halle und/oder in gängigen Klettergärten ist für den Vorstieg sicher empfehlenswert. Man bedenke: hier in der Extrameile muss man eher mehr (wie dort) investieren, um die beste Sequenz zu finden. Mobile Sicherungen kann man kaum und nicht gewinnbringend platzieren, d.h. die Mitnahme von Cams und oder Keilen scheint mir obsolet. 

Dafür, dass der Mann um 4 Uhr aufgestanden ist und sich auf der Extrameile befindet, sieht er eigentlich noch recht frisch aus ☺️

Die NW-Ausrichtung erlaubt auch im Hochsommer ein Klettern im Schatten bis mindestens 15.30 Uhr (bei der Erstbegehung Mitte August sogar bis kurz vor 16 Uhr). Dank der kompakten Wandkletterei trocknet die Extrameile nach Regen zügig ab. Wir sprechen hier aber von einer Nordwand auf 2000m Höhe, ideale Verhältnisse trifft man insbesondere bei sommerlich-trockenem Wetter an. Früh in der Saison kann sich im Kar der Roslenalp, unter den Wänden und auch in der Abstiegsrinne lange der Schnee halten, ebenso kann dieser die Zustiege zur Roslenalp (v.a. via Mutschensattel sowie den Direktweg von Nasseel zur Roslenalp) beeinträchtigen und allenfalls alpine Ausrüstung benötigen. Eine vollständige Übersicht zum Gebiet und den weiteren Routen an der Wand gibt's im SAC-Kletterführer Alpstein von Werner Küng (2025), die Highlights sind auch im Plaisir Ost von Sandro von Känel (2026) vertreten. Zum Schluss kommt hier nun das Topo (Download als JPG oder PDF) und es gibt noch zwei Dinge zu sagen: 1) vielen herzlichen Dank Guido für deine Mitarbeit bei diesem Projekt und 2) habt viel Spass!

Unser Topo zur Route (Download als JPG oder PDF) - habt viel Spass!

Dienstag, 11. August 2026

Croz del Rifugio - Via Classica (6b)

Zum Abschluss unserer Ferien in den Hautes-Alpes ergab sich doch noch eine MSL, wenn ich diese auch alleine im Lead Rope Solo Modus bestreiten musste. Nachdem wir unser Camp geräumt hatten, wollte sich der Rest der Familie unverzüglich auf den Heimweg machen. Das schien mir a) verfrüht und b) verkehrtstechnisch nicht optimal. Da aber Kathrin und Jerome eine Woche später mit einem zweiten Auto nachgereist waren, stand (m)einem um einige Stunden erweiterten Verbleib in der Gegend nichts im Wege. Der Entdeckungsdrang lockte mich ins zwar zu Frankreich gehörige, aber stark italienisch geprägte Vallé Étroite, wo wir nur vor vielen Jahren einmal für eine Tour an der Paroi des Militaires waren. 

Blick aus dem Vallée Étroite auf die unscheinbare Wand von Croz del Rifugio mit dem Verlauf der Via Classica, inklusive dem Abstieg mit seiner Querung über das Diagonalband und dem abschliessenden 25m-Abseiler in die Geröllhalde.

Nicht auf meinem Radar war, dass die Strasse ins Tal während der Ferienzeit von 9.00-15.30 Uhr für den Autoverkehr gesperrt ist. Dies ist insofern nicht das ultimative Hindernis, als dass man entweder per Shuttlebus fahren oder notfalls die rund 4km Distanz auch zu Fuss überbrücken könnte. Noch bequemer ist natürlich die von mir gewählte Lösung mit dem Bike. Mit diesem kann man nicht nur bis zur Bergerie fahren, wo man die Strasse verlässt und über die Brücke den Fluss überquert, sondern auch noch dem Pfad etwas flussaufwärts folgen, bis bei einem grossen Steinhaufen der steile Teil des Zustiegs beginnt. Dieser umfasst jedoch nur gute 5 Minuten. Dort, wo man an die Wand stösst, befindet sich rund 10m weiter rechts auch schon der beschriftete Start in die Route. Etwas nach 14.00 Uhr startete ich mit der Kletterei.

Die nötigen Infos findet man wenn nicht hier auf dem Blog dann gleich am Einstieg ;-)

L1, 15m, 6a: Steil geht's los, zuerst an einer Art Verschneidung, welche man entlang von einer Fuge nach links verlässt. Diese bietet gute Henkel, wegen der Trittarmut muss man sich aber doch mal kurz gut festhalten. Ist man um die Ecke gebogen, folgt nach wenig leichtem Gelände schon die Standkette.

L2, 15m, 6a: Der Auftakt bietet erst noch mässig schwierige Kletterei, aber es zieht schon bald an. An einer Kante mit kleinem Dächli wartet eine knifflige Stelle, bevor man sich athletisch die steile Verschneidung hinauf arbeitet. Wer die Übersicht behält, kann es aber recht gut wegstehen. Links kommt dann bald eine Standkette, besonders bequem ist dieser Platz aber nicht. Es gibt jedoch 5m weiter oberhalb der Blöcke einen bequemeren, zuerst nicht sichtbaren Stand mit 2 nicht verbundenen BH.

Blick vom Einstieg auf den Verlauf von L1 und L2.

L3, 20m, 6b: Zuerst am besten nicht gerade wie der Elefant im Porzellanladen über das hohl tönende Blockchaos hinweg. Die Route zieht nach rechts raus und nicht die steile Verschneidung hinauf. Die Kletterei wechselt nun zu wandartigem Charakter bei bester Felsqualität. Ein steiler Wulst will in grauem Premier Cru à la Rätikon gemeistert werden - toll! Die Passage danach sieht eindrucksvoll schwierig aus, ist aber dank schön positiven Tropflochleisten gängig. Nochmals mehr Planung fordert das Finish mit seiner Rechtsquerung, wo man auf nicht so guten Tritten steht.

Hier sieht man die obere Hälfte von L3 (6b); wo das Seil um die Ecke verschwindet, startet L4 (6a+).

L4, 20m, 6a+: Kurz nach rechts und dann hinauf, es wartet gleich eine Stelle, wo man 1x kurz kräftig ziehen muss. Dann geht's weiter mit der tollen Wandkletterei in wasserzerfressenem Fels, wie man sie von der vorangehenden Seillänge kennt. Man steigt schliesslich auf ein Bandsystem aus, der Stand befindet sich etwas rechts. Vorsicht an der etwas brüchigen Schlussstufe.

Schöner Tropflochfels in L4 (6a+), die Standkette von L3 (6b) ist auch im Bild.

L5, 30m, 5c+: Man wähnt die Wandkante schon nah und die Kletterei deutlich einfacher wie zuletzt. Beides stimmt nicht ganz: man kriegt die längste Seillänge der Route geboten, das Gelände ist steil und griffig und die Kletterei bis zuletzt vergnüglich. Einen gebohrten Stand gibt's am Ende nicht (oder dann hätte ich ihn nicht gefunden), eine solide Fichte bietet sich aber ideal an.

Am Routenende mit Blick talauswärts, die Wand rechts im Talgrund ist die Paroi des Militaires.

Etwas vor 16.00 Uhr und damit noch unter 2:00h der Kletterei hatte ich das Top das zweite Mal erreicht und konnte die Turnschuhe montieren. Nach einer kurzen Pause machte ich mich auf den Abstieg. Dazu steigt man vom Routenende noch ca. 20m auf, bevor man auf einem gut begehbaren, aber exponierten Band diagonal durch die Wand zu einer Abseilstelle quert (es stecken auf dem Band wenige BH, d.h. man könnte diese ca. 50m lange Passage sichern, falls gewünscht). Man erreicht schliesslich am Ende dieses Bandes eine Abseilstelle, wo man an 2 BH mit Kette in 1x25m den Wandfuss erreicht. Diesem entlang wird abgestiegen (und nicht etwa im grossen Geröllcouloir!). Man passiert nochmals den Einstieg und ist in Kürze retour auf dem Talboden. So nahmen auch meine Ferien ein Ende. Die Heimreise verlief smooth - bis auf die Tatsache, dass im Valle di Susa wegen einer Demo mit gewalttätigen Ausschreitungen die Autobahn auf einem Abschnitt gesperrt war und sich dort für eine Weile langsames Vorankommen ergab. Als Entschädigung kam ich dafür nachher zügig voran und auch am Gotthard herrschte freie Fahrt, so dass ich noch vor Mitternacht daheim in den Federn lag.

Facts

Croz del Rifugio - Via Classica 6b (5c+ obl.) - 5 SL, 100m - Guardia di Finanzia 2002 - ***;xxxxx
Material: 1x50m-Seil, 10 Express, Cams/Keile nicht nötig

Relativ kurze, vergnügliche Plaisirkletterei mit minimalem Zustieg. Die ersten beiden Seillängen bieten steil-griffige Kletterei entlang von Verschneidungen. Dort ist die Absicherung mit BH fast hallenmässig eng gehalten. Nachher folgen zwei Abschnitte über wasserzerfressene, senkrechte Wände. Dank der prima Struktur bleiben die Schwierigkeiten im überschaubaren Rahmen, eine tolle Sache! Dort ist die Absicherung immer noch sehr gut, wenn auch nicht mehr ganz so eng gehalten. Der Schlussabschnitt ist nicht mehr ganz so kompakt, aber doch sehr vergnüglich. Die Route erhält viel Sonnenschein und bietet sich auch für die kälteren Jahreszeiten an - im Sommer wählt man besser einen Tag mit bewölkten Himmel. Wer noch mehr braucht als diesen Blog oder weitere Routen an der Wand kennen lernen will, der konsultiere C2C, den Kletterführer Oisans Nouveau, Oisans Sauvage oder den Briançon Climbs.

Donnerstag, 6. August 2026

Hautes Alpes 2026

Wie schon seit einem Jahrzehnt sind wir auch diesen Sommer wieder in die Hautes Alpes in Frankreich gereist. In den früheren Jahren wurden die Erlebnisse blogtechnisch jeweils in die MSL-Berichte verpackt. Im 2026 sind längere Klettereien aber so spärlich ausgefallen, dass ein separater Beitrag fällig ist, um die Erinnerungen für später aufzubehalten. Ob, wann und wie der Trip überhaupt stattfinden würde, war bis kurz zuvor unbekannt und davon abhängig, für welche internationalen Wettkämpfen sich Larina selektionieren konnte. Nun, die Gelegenheit um nach Frankreich zu reisen kam und mit ihr viele tolle Klettererlebnisse - auch wenn das Geschehen vor Ort durchaus im Zeichen des Wettkampfsports stand. Aber seht selbst!

Unterwegs zu einer Nachmittagssession am dann schattigen Rocher Prat im Vallé Clarée.

Etwas Hals über Kopf reisten wir schliesslich an. Erst zu zweit, die andere Hälfte der Familie musste sich erst noch den arbeits- und schultechnischen Verpflichtungen widmen. Etwas Künstlerpech hatten wir bei der Anreise: in der Schweiz herrschte bestes, heisses und stabiles Wetter, im Süden war genau dieser Tag hingegen instabil. Generell war der Sommer 2026 natürlich auch (viel zu) trocken. Ja, in unmittelbarer Nähe zum Basecamp wütete während einer Woche sogar ein grosser Waldbrand. Nun gut, ziemlich sicher hätten man diesen behördenseitig besser managen können. Aber immerhin war er für uns weder gefährlich noch einschränkend, schade ist es vor allem für die Natur. Kurzum, der Regentropfen fielen nicht manche. Aber leider gerade am ersten Abend, als wir unser Basecamp installierten. Nicht gerade die Erfahrung, die man unbedingt braucht. Aber naja, diese Episode hatten wir natürlich bald wieder vergessen.

Blick vom Klettergebiet Rue des Masques auf den Waldbrand im Raum Freissinières - L'Argentière.

Natürlich war es auch sehr heiss, so dass nur die schattigen und idealerweise die hoch gelegenen Spots genutzt wurden. Wir schickten uns in unseren Rhythmus, welcher 1 Tag hart projektieren, 1 Tag mehr ausdauerorientierte Mileage und 1 Tag Krafttraining, aber Ruhe für die Griffel bedeutete. Wobei dies für mich mehr bzgl. dem Sichern galt, ich kletterte schliesslich wie so oft praktisch jeden Tag und halt das, was mir unter die Finger kam. Eine der ersten Adressen waren die Konglomeratüberhänge im Rue des Masques. Schon seit 3 Jahren hatten wir der Ciao Criquet (8a) immer mal wieder einen Versuch gegeben. Larina erledigte sie dieses Jahr nach dem Motto "progress is sweet" souverän im 2nd Go. Bei mir gilt hingegen erneut: maybe next year, idealerweise vielleicht mit kühl-grippigen Conditions statt einer Affenhitze. Mit der Big Bolchoï (7c) konnte ich schliesslich doch noch einen Erfolg verbuchen - verbunden mit der schon oft konstatierten Erkenntnis, dass mir die stark athletische Kletterei an den kleinen Löchli im Konglomerat eher nicht so liegt.

Dieses Foto ist nicht vom (generell eher nicht so fotogenen) Rue des Masques, sondern vom alpinen Klettergebiet in Tournoux, welches wir ebenfalls an den ersten Tagen zwecks ausdauerorientierter Mileage besucht haben. So richtig steil sind diese Wände definitiv, wie man es am linken Bildrand problemlos erahnen kann.

Ein weiterer Fixpunkt mit besserem Liegefaktor für mich ist die ebenfalls steile, klein-feine Granitwand in Entraygues. Dieses Jahr versüsst mit der Anwesenheit von Weltklasse-Athleten und tatsächlich konnten wir allerbesten Klettersport live miterleben: gleich 2x einen Send einer 9a+ und obendrein noch eine 8c+ im Flash, absolut crazy. Eindrücklich ist nicht nur der physische Level dieser Athleten, sondern sie können halt auch einfach verdammt gut moven. Diese Effizienz und Präzision auch unter höchstem Druck und am absoluten physischen Limit, crazy! Das imponiert mir sehr und während es mir klar ist, dass man mein altes Chassis nicht mehr mit den neusten, leistungsfähigsten Hardware bestücken kann, so hat man den Eindruck, dass man zumindest die Software auf ebensolche Effizienz programmieren können sollte. Aber wie man es kennt, wenn man auf einem alten Computer ein neues Betriebssystem installieren will - es funktioniert nicht immer wie gewünscht.

Das ist nicht in Entraygues (sondern am Pont d'Asfeld) und zur internationalen Spitze zählt die Kletterin auch nicht. Aber hier vollführte sie einen lupenreinen Onsight in der sehr technischen und komplexen Misanthrop'hic (7c+), das war ebenfalls sehr eindrücklich anzuschauen!

Eine Fun Story dieser Gegebenheit in Entraygues ist noch, dass die Crew einem Athleten hoch oben in der Wand eine Exe zuzuwerfen versuchte, da sie ausgetauscht werden musste. Bei den vielen Fehlversuchen landete sie mal hier und mal da auf dem Boden, und irgendwann genau in meiner Hand. "Next try is mine!", und der war gleich erfolgreich! "Nice one, I'm sure you are a basketballer" war der Kommentar. Kommt nicht von ungefähr, denn schliesslich bin ich tatsächlich mindestens einen Kopf grösser wie alle diese Spitzenkletterer. Aber nein, Basketball ist nicht mein Hobby, meine Versuche fanden in der Maudite Draperie (7c+) statt. Na gut, für 9a+ Cracks ist das vielleicht in etwa dasselbe wie Basketball 🤭 Eigentlich hätte es gehen können, aber auf den abschüssigen Leisten ging mir jedes Mal die Power aus, bevor die Cruxsequenz komplett gemeistert war. Als ich dann müdigkeitsbedingt nicht einmal mehr meinen Highpoint matchen konnte, schien mir der Send endgültig aus den Fingern zu gleiten. Doch plötzlich kam eine starke Brise auf (die schliesslich nur etwa 20 Minuten anhielt), das war der Game Changer. Nochmals los, tatsächlich fühlten sich die Griffe gleich eine Klasse besser an. Mit dem absoluten Drang nach oben pfefferte ich den Dyno auf den Sloper am Ende der Crux und blieb durchaus etwas mirakulös an der Wand. Im 6. Go des Tages noch gesendet, das war Beharrlichkeit pur.

Sorry, keine Fotos gemacht in Entraygues. C'est la vie wenn der Autor klettert und seine Frau sichert. Aber dann zeigen wir halt nicht meinen Jump zum Rettungs-Sloper in der Maudite Draperie (7c+), sondern einen von Jerome im Bikepark von L'Argentière. Auch dieser eine tolle Attraktion und immer einen Besuch wert (gratis für alle!).

Weiter auf Tuchfühlung mit (anderen) Spitzenathlet:innen waren wir bei unserem Besuch in Céüse. Für die von uns gekletterten Routen erhalten wir jedoch sicherlich keinen Orden. Aber dafür vielleicht für die Tatsache, dass wir nun 10 Jahre in Folge jeden Sommer mindestens 1x dort hinauf gepilgert sind?!? Das ist jedes Mal ein sehr schöner Ausflug und die Kletterei dort sagt mir sehr zu. Gut, auf die vielen Leute und die Politur könnte man verzichten, das Bolting ist nicht immer sehr konsumentenfreundlich. Dafür aber sicherlich für Emotionen sorgend und der Fels ist halt einfach göttlich. Da immer nur auf kurzer Visite habe ich mich dort stets nur auf zügig machbare Routen fokussiert. Auf 30 Stück zwischen 7a und 7b+ steht der Counter, inzwischen gibt's schon fast das Problem, dass die besten Touren in den Hauptsektoren auf diesem Level etwas ausgeschöpft sind. Trotzdem, nächstes Jahr kommen wir hoffentlich wieder. Ob wir erneut mit Janja und Alberto klettern und Pizza essen können ist zwar nicht garantiert, eine Menge an starken Leuten werden aber sicher trotzdem dort sein.

Dieses Jahr kletterten wir in Céüse im Sektor Grand Face.

An einer noch nie dagewesenen Menge von 2 Tagen ruhten meine Griffel komplett. Am einen davon nahm ich mit Jerome die Tour auf den Mont Chaberton (3131m) in Angriff. Das ist ein dominanter Gipfel über dem Col de Montgenevre von militärisch-strategischer Bedeutung. Deswegen wurde in der Zeit zwischen den Weltkriegen auf dem Gipfel von den Italienern eine Festungsanlage installiert, welche 1940 von den Franzosen zerstört wurde. Die verfallenden Ruinen mit all ihren Gängen und Kavernen sind im Sinne eines Lost Place zugänglich. Sportlich wie wir ja sind, reisten wir mit dem Bike hin, nahmen einige Trails und somit Extra-Höhenmeter mit und fuhren so weit wie es ging (ca. 2130m). Es blieben also noch 1000hm Ultra-Schottering über die geröllige Westflanke hinauf, wo sich die Hitze nur so staute. Spannend war's, aber streng - stattdessen einen weiteren Tag einfach Sportklettern zu gehen, hätte mich sicherlich weniger Körner gekostet. Nächstes Jahr werden die Ruhetage also wieder gestrichen.

Impression aus den Kavernen am Mont Chaberton.

Mont Chaberton: Ruinen am Abgrund.

Der Mont Chaberton ist hoch und steht isoliert. Links am Bildrand die Geschütztürme.

Einige kürzere Klettertage ergaben sich auch durch das Training von Larina. Eine coole Entdeckung war die Mur d'Escalade von Briançon, wo im 2024 das letzte Mal der Weltcup Halt machte. Zum Training für Wettkämpferinnen war's genial. Es gab viele, im Comp-Style geschraubte Routen ab 8a aufwärts. Outdoor, Wind und Schatten erlaubten gute Bedingungen (jedenfalls viel bessere als in den hitzegeplagten Hallen hierzulande!) und gerade mal 12 Euro Eintritt bezeugen schon, an welche Preisverhältnisse wir uns in der CH gewöhnt haben. Selbst kletterte ich jedoch nie am Plastik und verlegte meine Aktivität jeweils am Nachmittag an den Fels. Da gaben wir logischerweise dann einigen nach Osten exponierten Gebieten den Vorzug, die wir bis dahin noch nie besucht hatten - für ganztägige Felssessions bieten sich diese halt weniger an. So kriegten am Ende schlussendlich alle das, was sie am liebsten hatten.

Sowas wie Le Nid in Briançon nähmen wir hier auch sehr gern!

Der Höhepunkt vom Kunstwand-Klettern war dann schliesslich das Tout à Bloc. Diesen sehr populären, internationalen Boulderwettkampf kannten wir natürlich schon von den früheren Jahren bestens. Zwei Mal hatte Larina bis dato teilgenommen, nämlich im 2020 (U12) und im 2024 (U16). Rein altersmässig hätte es dieses Jahr noch für die U19 gereicht. Diese war jedoch schon ausgebucht, freie Plätze gab es nur noch bei der Elite. Aber wer an die Spitze will, darf diese Konkurrenz natürlich nicht scheuen. Es fehlten zwar die absoluten Topshots der Weltbühne, doch unter den Teilnehmerinnen waren doch etliche dabei, welche Halbfinal-Teilnahmen an Weltcups vorweisen können. Und natürlich mangelt es an talentiertem, französischem Nachwuchs auch ganz und gar nicht. Jedenfalls, 2x2.5h standen fürs Punktesammeln bei total 31 Bouldern zur Verfügung. Insbesondere das geschickte Haushalten mit der Energie und das Beobachten bzw. Ausnutzen von Beta-Finessen machten sich hier natürlich bezahlt - und dieser Strategie-Part war meine Aufgabe als Coach, das machte ich natürlich sehr gerne. Belohnt wurde der Einsatz mit sehr zufriedenstellenden 20 Tops und Rang 17 - bravo!

Die Boulder am Tout à Bloc sind zu ca. 2/3 outdoor, der Rest ist in einer Turnhalle. Mit einer Session am späten Vormittag und der zweiten gegen Abend hiess es auch, so zu planen, dass man vorwiegend am Schatten klettert. Bei Nr. 31 allerdings zwecklos, der wurde permanent bestrahlt.

Alors, c'est ça mit den Hautes Alpes 2026. Bis hoffentlich im nächsten Jahr wieder. Der Leser darf sich etwas kurzfristiger noch auf den Bericht der einzigen MSL-Kletterei von diesem Trip freuen, demnächst auf diesem Kanal.

Dienstag, 28. Juli 2026

Miroir d'Argentine - Divine Martine (7a+)

Weiter geht's mit der Hitze, also geht's weiter mit der Tour durch die schattig ausgerichteten MSL-Wände der Schweiz. Am äusserst imposanten Miroir d'Argentine hatte ich zuvor nur einen Besuch in meinen schon fast prähistorischen Zeiten vorzuweisen: anno 1995 hatte ich die Route Papagueno geklettert. Hier wieder einmal einen Go zu geben wurde verschiedentlich andiskutiert, aber doch nie ausgeführt. In der Regel scheiterte es an der Motivation der Seilpartner, den zugegeben weiten Weg zu dieser in der Ostschweiz wenig bekannten Wand auf sich zu nehmen. Aber es kam das Jahr 2026, Guido erwiderte meinen Vorschlag mit sprühender Motivation. Mit der Divine Martine, in komplett freier Kletterei eine der schwierigsten Linien der Wand, fanden wir die richtige Herausforderung.

So präsentiert sich das gewaltige Massiv des Miroir d'Argentine vom Parkplatz.

Nach smoother Anfahrt über staufreie Autobahnen und zuletzt einigem Gekurve hinauf in die Waadtländer Berge erreichten wir Solalex. Zuletzt waren wir beide zwecks Betreuung unserer Töchter an den (leider nicht mehr im Programm stehenden) Sportkletter-Wettkämpfen in Villars zugegen gewesen. Ich erinnere mich noch, wie wir damals in den Neunzigern in Solalex 2x ziemlich einsam campiert hatten. Heute scheint das maximal noch knapp geduldet, zudem ist ein Obulus von 7 CHF fürs Parking zu entrichten.

Bottom-Up-Shot vom Zustieg mit Blick auf den ungefähren Verlauf der Divine Martine.

Da der Abstieg nicht mehr am Start der Routen vorbeiführt, rüsteten wir uns bereits am Auto für die Kletterei, überquerten dann den Fluss und schlugen den Zustiegstrail ein. Dieser ist auf der Landeskarte verzeichnet und somit mit GPS-Navigation unverfehlbar. Man sei darauf hingewiesen, dass die Abzweigung im Gelände relativ wenig offensichtlich ist und man schnell einmal zu weit links hinauf gestiegen ist. Das schreibe ich natürlich aus Erfahrung... eine Bushwhack-Traverse brachte uns zurück auf die korrekte Fährte. Auf gutem Weg erreichten wir den Einstieg in einer knappen Stunde. Unterwegs waren Flugblätter ausgelegt, welche auf fallende Steine wegen Routensäuberung hinwiesen. Wir erkundigten uns telefonisch und hatten die Remy-Brothers persönlich am Apparat. Es wurde jedoch nur weiter rechts liegendes Gelände bombardiert (dies dafür massiv!) und wir konnten um 10.40 Uhr in die Divine Martine starten. Deren Einstieg ist stark verblassend mit Farbe angeschrieben.

Wir sind parat, es kann losgehen!

L1, 25m, 7 BH, 5b: Nachdem man den Wandvorbau noch seilfrei zu erkraxeln hat, geht's gleich steil los. Dank durchgehend guten Griffen konstatiert man jedoch trotzdem eine gemütliche Aufwärmlänge, welche zudem auch komfortabel mit BH abgesichert ist.

Guido folg in L1 (5b), welche eine gemütliche, gutgriffige Aufwärmlänge bietet.

L2, 30m, 10 BH, 6c: Hier geht's schon das erste Mal zur Sache an einigen Seitgriffrippen bei nicht sehr üppigem Trittangebot. Dafür stecken hier die BH sehr eng, man könnte sich falls nötig mit A0 behelfen. Der obere Teil ist hingegen deutlich einfacher, hier gibt's auch Luft zwischen den BH.

In L2 (6c) geht's das erste Mal zur Sache, die kompakte Plattenzone ob dem Climber lässt es erahnen.

L3, 35m, 7 BH, 6a: Führt einem breiten Riss entlang. An sich nicht so schwierig, aber nicht immer sehr elegant, teilweise etwas rampfig. Wiederholt stellte sich aber der Eindruck ein, dass man sich etwas ungeschickt anstellt. Aber die Strukturen sind halt doch oft etwas rund, das wird der Grund sein.

Die ganze Länge L3 (6a) führt diesem System mit einem meist breiten Riss entlang.

L4, 25m, 6 BH, 6a: Ziemlich steil zweigt man aus dem breiten Risssystem nach links hinaus ab. Risse gibt's auch da, sie sind jedoch deutlich schmaler ausgefallen. Einige Jams schienen mir ziemlich zwingend zu sein, bzw. sie stellen sicherlich die einfachste Lösung dar. Das Finish führt durch eine Verschneidung, der Stand links ausserhalb davon nicht so gut sichtbar.

Der Abzweiger aus dem breiten Riss zu Beginn von L4 (6a): steiles Jamming an dünnen Rissen, toll!

L5, 40m, 6 BH, 6a: Quert erst nach links, dann geht's hinauf  zu einer tollen Passage mit löchrigem Fels. Etwas später erreicht man ein gschüdriges Band, welches das Dreieck am Sockel beschliesst. Der Stand ist kaum sichtbar, er befindet sich rechts von einem Turm, unter der markanten Schuppe, welche die nächste Länge der Zigofolies nutzt.

Das Finish von L5 (6a) ist wenig fotogen, daher hier die schöne Verschneidung am Ende von L4 (6a).

L6, 30m, 9 BH, 7a+: Kann ab dem Stand neben dem Turm geklettert werden, eine kurze 10m-Verbindungslänge zum Fuss der Steilstufe mit der Crux ist auch nicht verkehrt. Denn dort geht es von einem Band weg gleich zur Sache, der Name ist da übrigens nochmals angeschrieben. Schon der Start ist recht physisch und sorgt für ein Anpumpen vor dem Cruxboulder. Dieser ist nur dank einem gebohrten Loch möglich, ein weiterer Griff wurde vermutlich ebenfalls aufgebessert. Tja, was ist von derlei Praktik zu halten?!? Vermutlich hätte ich es als Erschliesser nicht gemacht - ist ja eher eine verpönte Sache und die Polemik dazu erspart man sich auch lieber. War ich hingegen froh, dank den Chipped Holds doch die ganze Wand "frei" durchsteigen zu können? Das ganz sicher und definitiv... Weiter zu sagen ist: im Onsight ist es bestimmt taff, da die entscheidenden Griffe kaum zu sehen bzw. schwierig zu finden sind und man da nicht ewig rummachen kann. So scheiterte denn auch mein erster Go. Ein zweiter Rotpunkt-Angriff drängt sich hier aber auf. Da konnte ich dann reüssieren, musste aber doch ordentlich aufs Gaspedal drücken. Die zwei, drei härtesten Moves sind nicht geschenkt, 7a+ hard mein Verdikt. Mit dem Exit aus der Cruxpassage steigt man auf die grosse Platte (eben den Miroir) aus - und muss auf diesem noch das Restprogramm mit fordernder 6a-Plattenkletterei bei saftigen Hakenabständen bewältigen.

Von der Cruxlänge (L6, 7a+) gibt's nur diesen Rückblick, welcher nur die 6a-Slab zeigt. Diese ist natürlich viel einfacher wie das Geschehen am steilen Wulst an deren Fuss, wirklich geschenkt ist die Sache dann hier aber doch auch wieder nicht.

L7, 40m, 6 BH, 1 NH, 5c+: Führt zuerst über ~25m auf der diagonalen Rampe nach rechts hoch, das ist schon fast Gehgelände. Dann aber gerade hinauf, den Haken an der Ecke am besten gut verlängern. Was folgt, ist ziemlich allegro: entschlossen auf die glatte Platte stehen und zwar deutlich über den Haken! Einige Rissspuren erlauben das Platzieren von Cams und oder Keilen, wovon man sehr gerne Gebrauch macht.

On marche et ça marche... weiträumig abgesichertes, plattig-glattes Gelände in L7 (5c+).

L8, 40m, 6 BH, 5c: Da musste ich erst eine Weile sperbern, bis ich den Weiterweg fand. Dieser verläuft in Richtung 14 Uhr und nicht etwa gerade hinauf! Ein (verblasster) Farbpunkt an einer Ecke markiert die Position des ersten BH. Auch in der Folge orientiert man sich leicht rechts ansteigend (ca. Richtung 13 Uhr). Die Schwierigkeiten sind tiefer als in der vorangehenden Länge - nur eine gesuchte Stelle am Ende treibt sie nochmals etwas in die Höhe. 

Der Sonne entgegen in L8 (5c), der Farbpunkt beim ersten BH im Foto gut ersichtlich.

L9, 45m, 6 BH, 5c: Nochmals eine supercoole Plattenlänge, wobei auch hier einige Rissspuren zum Fortschritt genutzt werden. Sehr speziell an diesen ist es, dass sie teilweise in Wasserrillen auslaufen - ideales Griff- und Trittmaterial. Erneut gilt es, sich leicht rechtshaltend zu orientieren (ca. 13 Uhr). Auch hier habe ich die spärlichen BH mit mobilen Sicherungen ergänzt.

Dem finalen Steilriegel wieder ein Stück näher... die Platte ist aber noch lang. Hier L9 (5c).

L10, 40m, 4 BH, 5c: Zum Ende der vorangehenden Seillänge erreicht man ein Band. Der Weiterweg verfolgt dieses nun nicht, sondern man schlägt eine gesuchte Linksecke über eine kompakte Plattenstelle, womit ein höher gelegenes Band erreicht wird. Hinein in die folgende Wand über 2 nahe steckende BH weg, dann folgt ein längerer Runout. Wobei das Terrain hier weniger steil ist wie in den vorangehenden Längen und zudem wegen der Absenz der blauen Flechten auch die Reibung besser - passt also schon. 

Auf dem Foto ist kaum wahrzunehmen, dass man sich hier bei einem Bändersystem befindet. Der Akteur hat eben die "gesuchte Linksecke" über die kompakte Platte am Anfang von L10 (5c) bewältigt und das höhere Band erreicht. Und es warten nochmals über 100m an plattiger Kletterei hinauf zur finalen Wand des Cheval Blanc.

L11, 40m, 5 BH, 5b: Nachdem man wieder einmal einen unbequemen Remy-Trademark-Stand erdauert hat, geht's hier zuerst gerade hinauf, dann eher etwas linkshaltend weiter. "Lueg nöd zrugg", so lautet hier das Motto wegen der weiten Hakenabstände am besten (legen ist schwierig bis unmöglich). Zum Ende noch über ein Dächli hinweg und nach links zum Stand.

Am Ende von L11 (5b) reicht die Aussicht schon bis zum Genfersee!

L12, 40m, 4 BH, 4b: Der tiefere Topograd manifestiert sich im Gelände, welches sich weiter zurücklegt und zügigen Fortschritt erlaubt. Gerade hinauf zu einem BH vor dem Dächli lautet das Programm, bevor man oberhalb der diagonalen Verwerfung folgt, um den Stand unmittelbar am Fuss der Steilzone zu erreichen.

Die Aussicht auf Bier und Käseschnitt im Resti von Solalex am Ende von L12 (4b) ist auch nicht schlecht. Wobei diese Köstlichkeiten von dieser Position nicht ganz so schnell erreichbar sind. Einen Riegel und ein paar Schluck Wasser vor dem Finale der Route zu nehmen, ist aber nicht verkehrt.

L13, 30m, 8 BH, 6b+: Puh, steile Geschichte! Schon gleich zu Beginn heisst es kräftig ziehen - die BH stecken hier zum Glück deutlich näher, aber das flache Terrain darunter ist auch recht nah. Dann kann man auf einem einfacheren Abschnitt nochmals die Kräfte sammeln, um den heftigen Finish entgegen zu treten. Als "burly" würden englischsprachige dies sicher bezeichnen - von eher runden Seitgriffen muss man die Füsse an die Wand pressen im doch deutlich überhängenden Gelände und dies dann auch zwingend zwischen den Bolts.

Siehe da, der Power-Riegel hat gewirkt - er kann sogar noch Posen werfen am Anfang von L13 (6b+). Wobei es die guten Henkel zu Beginn der Seillänge noch erlauben, im Finish bleibt dann hingegen weniger Zeit für Faxen.

Hier sieht man dieses Finish von L13 (6b+): kräftige, überhängende Kletterei an runden Strukturen mit nur beschränktem Trittangebot und auch die Hakenabstände sind nicht sonderlich kurz. Da muss nochmals eine Raketenstufe gezündet werden!

L14, 25m, 7 BH, 6b: Die letzte Länge ist auch nochmals fordernd, kommt aber ein wenig zahmer daher wie ihr Vorgänger. Diagonal geht's über eine vage Rampe in sehr luftiger Position nach rechts hinaus. Dank nachträglich hinzugefügten BH ist die Sicherung hier dafür recht komfortabel. Kurz vor dem Grat schlägt die Route eine unerwartete Linksecke - ich bin da kühn gerade hinauf und 5m zu weit rechts auf die Krete gekommen.

Guido nimmt im Nachstieg von L14 (6b) den einfacheren Linkausstieg über die Rampe.

Wenige Minuten nach 19.00 Uhr war es, als auch Guido das Top erreicht hatte, was eine Kletterzeit von 8:20h ergibt. Zeit um zurückzulehnen und den Durchstieg (die Crux im 2nd go, den Rest os) zu feiern war hier aber offensichtlich nicht. Denn das Routenende befindet sich an einem exponierten Grat und der Weg ins Tal scheint von da irre weit. Wir nahmen in alsbald in Angriff, zuerst in luftigem Terrain abkraxelnd zur Lücke, wo die klassischen Routen enden. Von dort geht's wieder hinauf und mehr oder weniger dem Grat entlang, die kraftsparend horizontal in der Südflanke verlaufenden Wegspuren führen hingegen in die Irre. Nachher quert man dann auf gut sichtbarem Pfad die Südflanke vom Gipfel der Haute Corde, bevor man ansteigend die grasige Krete erreicht. 

Auf dem Abstieg, mit Blick zurück. Die Route endet auf dem rechten der drei Höcker am Grat, zuerst wartet steile Abkraxelei, bevor man dem im Vordergrund sichtbaren, einfacherem Terrain am Grat oberhalb vom Miroir folgt.

Die Gegenperspektive zum vorangehenden Foto, mit dem Gipfel von Haute Corde. Dieser könnte fakultativ mit einer weiteren Seillänge (6a+) über den Grat rechts erklettert werden. Die Alternative besteht darin, rechts in der Südflanke zu queren...

...diese Querung der Haute Corde auf Bändern mit sichtbarer Wegspur ist auf diesem Foto abgebildet.

Später heisst es dann nur noch wandern, hier beim Erreichen der grasigen Krete von Haute Corde.

Nach dem Col führt der Weg teilweise durch mannshohes Kraut, auch kann er hier sehr schmierig sein.

Fantastische Blicke auf das riesige Massiv des Miroir sind auf dem Abstieg inklusive!

Nun heisst es rückseitig in einfachem Gelände auf Wegspuren abzusteigen. Wir wählten natürlich den Direktabstieg vom Col de la Poryrette. Da es generell trocken war, entpuppte sich dies als unproblematisch. Nur ein kurzes Stück war schlammig-schmierig, aber mit teils mannshohem Kraut, steilem Geröll und ein paar exponierten Passagen ist da trotzdem für Unterhaltung gesorgt. Um 21.00 Uhr waren wir schliesslich am Parkplatz, der Miroir leuchtete gerade in grandiosem Pink. Wir warfen unsere Ware in den Kofferraum und düsten bald los, der Heimweg war ja nicht eben kurz und es galt auch, eine noch geöffnete Tankstelle anzusteuern, um sich mit Food und Getränk zu versorgen. Auf der Fahrt konnten die Speicher wieder gefüllt werden und es blieb ausreichend Zeit zur Kontemplation. Eine geniale Tour war es - natürlich un poco loco: 22 Stunden dauerte sie von Tür zu Tür, aber genau diese langen Tage bleiben im Gedächtnis haften.

Wow, was für eine Lightshow zum Abschied!

Facts

Miroir d'Argentine - Divine Martine 7a+ (6b obl.) - 14 SL, 485m - C. & Y. Remy 1993 - ***;xxx
Material: 2x50m-Seile, 12 Express, Cams 0.3-2

Ein grosses Unternehmen, welches sich nur für warme und wetterstabile Tage anbietet. Geboten wird einem klettertechnisch erstaunlich viel Abwechslung. Am überraschend steilen Wandsockel wartet vor allem rissige Kletterei. Der athletisch-fingerige Cruxwulst ist an sich nur ein kurzes, aber natürlich entscheidendes Intermezzo. Dann folgt effektiv viel plattige Kletterei über den Miroir, wo die Fussarbeit zentral ist. Das geschickte Ausnutzen von einigen Rissspuren gehört aber dazu. Das Grande Finale über die Steilmauer des Cheval Blanc ist dann das nochmals fordernde Schlussbouquet - gefolgt von einem nicht ganz kurzen und kraxligen Fussabstieg, was ingesamt einen langen Tag und eine alpine Unternehmung ergibt. Die Absicherung darf man als gut bezeichnen. An den Schlüsselstellen ist sie eng, die 7a+ geht problemlos A0. Hingegen schätze ich eine 6b in L13 als obligatorisch ein und auch auf den 5c/6a-Platten ist mancher Schritt zwingend deutlich jenseits der Sicherungen zu machen. Stürze würden da sicher nicht in jedem Fall harmlos ausgehen, die Absicherung dient da mehr dem Verhindern von einem Totalschaden. Sprich, dort muss man einfach sicher unterwegs sein. Hier im Anschluss das Originaltopo aus der historischen Schweizer Kletterzeitschrift Ravage - mit noch etwas anderen Bewertungen, insbesondere galt die Crux damals noch als 7b. Als gedrucktes Werk aus der heutigen Zeit ist der Kletterführer Jura Sud - Vaud - Chablais - Bas-Valais - Sanetsch der Gebrüder Remy die richtige Wahl.

Originaltopo aus Ravage Nr. 2, August/September 1993.