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Dienstag, 30. Mai 2023

Ofenloch - im Grand Canyon der Ostschweiz

Pfingstmontag, nach 2 Tagen mit RP-Versuchen in MSL-Projekten - beim einen erfolgreich, beim anderen noch nicht ganz (Details folgen...) - ist es nötig, den Griffeln und dem Bizeps etwas Ruhe zu geben. Nach dem vielen Regen im Frühling herrscht aber bestes Vorsommerwetter, welches Jerome und ich für einen Ausflug in die Neckerschlucht nutzen wollen. Der Bach hat sich da tief in die Nagelfluhwände eingefressen, es soll viele Wasserfälle, Engstellen und gewaltige Grotten zu sehen geben - eben so, dass man vom Grand Canyon der Ostschweiz spricht. Dieses Prädikat ist auf jeden Fall absolut verdient, wir waren sehr beeindruckt von der gewaltigen Landschaft im Grenzgebiet der Kantone St. Gallen und Appenzell.

Jerome im Ofenloch, der Wasserfallkessel am linken Bildrand markiert das Ende der Neckerschlucht.

Der Ausgangspunkt für den Canyon ist der ziemlich abgelegene Ampferenboden P.1042. Dahin gelangt am einfachsten durch das Neckertal vom Hemberg her. Die breite Naturstrasse ist ab kurz vor P.895 mit einem Fahrverbot belegt, so dass ein längerer und nicht überaus spannender Marsch ins Tal hinein fällig wäre. Diesen vermieden wir, indem wir die Schluchtwanderung mit einer Biketour kombinierten und bereits bei der Mündung des Necker in die Thur ab Ganterschwil starteten - sozusagen vom Ende des Necker bis zu seinem Beginn und wieder zurück. Bis St. Peterzell muss man teilweise der Hauptstrasse folgen, abschnittweise gibt es Radwege oder Ausweichmöglichkeiten über Güterstrassen, die Landeskarte gibt Auskunft. Ab St. Peterzell folgt ein erster Trail-Abschnitt am orografisch linken Ufer des Necker. Dazu der Strasse nach Hemberg bis zum P.763 folgen und via Neckerau zu einer nächsten (der zahlreichen) nach Hemberg führenden Strassen etwas oberhalb der Schwandsbrugg zu gelangen. Auf dieser bis P.838, dann Abzweigen ins Neckertal bzw. Richtung Mistelegg und weiter hinein ins immer einsamere und tiefere Tal zum Ampferenboden, was total ca. 20km Bikestrecke entspricht.

Dem Säntis und dem Quellgebiet des Necker entgegen - eine sehr schöne Biketour ist das!

Dann geht's zu Fuss weiter, direkt im Bachbett. Man lasse sich nicht durch den Wanderweg verwirren, der nach ca. 200m abzweigt und den Hang hinauf führt. Zum Zeitpunkt unserer Begehung (nach ein paar schönen Tagen Ende Mai, jedoch in einem sehr regenreichen Frühling) konnten wir die gesamte Strecke ohne Probleme trockenen Fusses in Turnschuhen bewältigen. Wenn der Bach aber viel Wasser führt, so muss man unter Umständen geeignetes Schuhwerk (d.h. Sandalen oder Gummistiefel) mitführen. Unser Schlussfazit war, dass man einen Erlebnisparcours wohl genau so anlegen würde, wie dies in der Schlucht der Fall ist. Und zwar ist es schon von Anfang an interessant, aber mit jedem Meter in den Canyon hinein wird das Ambiente noch spektakulärer. Immer wieder tauchen Überraschungen auf und man weiss nie, was als nächstes kommt. Zu den Schwierigkeiten: die Begehung ist weitestgehend komplett unschwierig. Nur bei einigen wenigen Passagen muss minimal gekraxelt werden. An zwei, drei Stellen nutzt man für kurze Zeit relativ steile Uferpassagen, die teils mit älteren Fixseilen versehen sind. Wobei der hier schreibende, trittsichere Berggänger alles ohne je die Hände zu nutzen machen konnte. Sprich, es scheint mir für jeden bergerfahrenen Wanderer machbar - allerdings ist die Gegend sehr abgelegen und Handyempfang gibt es keinen (Stand 2023).

Manchmal muss man etwas über Blöcke oder Schwemmholz kraxeln, nirgends jedoch exponiert.

Ein Riesenüberhang direkt am Weg, der einen mit seiner Wucht fast erdrückt ("hält das alles?")

Hat jemand Mumm für eine Erstbegehung? Fels ist halt dreckig, brüchig, feucht und botanisch...

Nach dem Passieren von Engstellen, gewaltigen Überhängen, eindrücklichen Felswänden, glattgeschliffenen Kanälen und einiger idealer Badepools kommt das Highlight schliesslich ganz am Schluss: der eindrückliche Kessel, welcher den Canyon beschliesst. Wasserfälle stürzen hier von verschiedenen Seiten in die Schlucht, einen Ausweg gibt es keinen. Dafür die gewaltige Grotte des Ofenloch, absoluter Wahnsinn! Durch einen etwas exponierten Pfad (ca. T4) lässt sie sich in wenigen Minuten Aufstieg gewinnen. Die Dimensionen sind sehr eindrücklich und wenn man ganz ans hintere bzw. obere Ende klettert, so könnte man echt meinen, dein Eingang ins Innere der Erde gefunden zu haben. Gleichzeitig fühlen sich Gestein und Landschaft etwa so an wie auf dem Mars, jedenfalls war das die Einschätzung von Jerome (da kann ich leider nicht mitreden 😜). Wir konnten uns kaum sattsehen und waren einfach nur glücklich, diesen sehr aussergewöhnlichen Ort gefunden zu haben!

Blick talauswärts auf's gewaltige Ofenloch mit Standort Wasserfallkessel / Ende der Neckerschlucht.

Hinein ins Maul des Riesen. Hier hinauf in die Höhle ist etwas Trittsicherheit zwingend erforderlich!

Schliesslich machten wir uns auf den Rückweg. Dieses Mal legten wir die ca. 1.5km zum Bikedepot beim Ampferenboden deutlich schneller zurück wie auf dem Hinweg, wo wir viele Pausen einlegten und die Landschaft ausgiebig bestaunt hatten. Schliesslich sattelten wir die Bikes und genossen den Rückweg, der mit nur ein paar ganz wenigen Gegensteigungen vorwiegend abwärts führt. Auf keinen Fall verpassen sollte man den Hofladen/Besenbeiz direkt an der Veloroute beim Töshof in Brunnadern. Superfeie, selbergemachte Glacé gibt's da in ca. 20 verschiedenen Geschmacksrichtungen. Nun gut, nur zu zweit schafften wir es nicht ganz, alle Sorten durchzuprobieren - zu fünft schiene uns das aber ein durchaus realistisches Unterfangen. Unser Fazit war glasklar: das war ein super lohnender Ausflug! Schade einzig, dass die gewaltigen Wände da hinten leider zu bröcklig sind, um daran zu klettern. Wiesen doch diese Kiesbänke nur die Festigkeit jener im Elsass auf - an eindrücklichen Linien und höchsten athletischen Herausforderungen würde es ganz und gar nicht fehlen.

Der Blick von ganz oben im Ofenloch - riesig der Stollen!

Donnerstag, 3. November 2022

Wändlispitz-Traverse

Wer auf der Suche nach gehobener Kletterkost ist, mag ob diesem Beitrag vielleicht die Nase rümpfen. Kann man machen, muss man aber nicht: es kommt bestimmt der Tag, wo die Griffel schon müde sind oder für eine bevorstehende Session geschont werden müssen. Und dann lässt sich am Wändlispitz im Fluebrig-Massiv mit der Überschreitung von Schäferweg im Aufstieg und dem SE-Grat im Abstieg eine interessante und landschaftlich absolut lohnende Tour erleben. Für mich persönlich wurde der Ausflug von einem sehr schönen Gleitschirmflug gekrönt. Im perfekt anstehenden SW-Wind liess es sich in der Gipfelregion nach Belieben soaren und das Top überhöhen.

Wändlispitz vom P.1972, aus dieser Perspektive kaum zu glauben, dass man den vom Gipfel sich nach rechts herunterziehenden SE-Grat problemlos seilfrei begehen kann. Die Schwierigkeiten liegen bei ca. T5, II.

Meine Hauptmotivation für die Tour war der Fact, dass wir uns zum ab 16 Uhr stattfindenden Team-Boulder-Event im Quergang eingeschrieben hatten. Draussen herrschte tolles und rekordwarmes Herbstwetter. Irgendwie zu schade, um bis 16 Uhr einfach zu "warten", aber Klettern und die Kräfte schon verpulvern schien auch nicht das Richtige. Um 9.00 Uhr lief ich beim Klubhaus der Golfanlage im Ochsenboden P.933 los, der Strasse entlang gibt's Berggänger-Parkplätze. Schon über 26 Jahre ist es her, seit ich dem Weg nach Unterwand das letzte Mal begangen hatte. Für die Erstbegehung des Direkten S-Pfeilers (5 SL, 6a+) waren wir damals unterwegs, seither kam ich nie mehr vorbei.

Bei den Hütten von Unterwand (ca. 1430m) mit Blick auf die Wändliflue.

Die Abzweigung von der Waldstrasse bei P.1161 hin zum wenig markanten Pfad, welcher zu den Hütten auf ~1430m führt, ist leicht zu verpassen. Zwei markante Blechrohre talseitig der Strasse sind ein Indikator, sonst hilft die Kartennavigation. Bei den Hütten eröffnet sich der Blick auf die langgezogene Wändliflue, ebenso ist auch die Rampe des Schäferwegs schon prominent sichtbar. Von den Hütten führt eine klar erkennbare, teils markierte Wegspur dahin. Um sie aufzugreifen, quert man von der oberen Hütte horizontal nach links ca. 50m zu einigen Steinen, an welchen sich die erste Markierung befindet. Ab da gelangt man ohne Orientierungs- und Geländeschwierigkeiten zur Leiter am Einstieg des Schäferwegs (1515m).

Blick auf die hier stark verkürzt erscheinende Rampe vom Schäferweg. Der Einstieg befindet sich in der Grotte mittig am rechten Bildrand.

Diese hinauf (die 2.5m hohe, überhängende Stufe gäbe einen nichttrivialen Boulder her), dann ~10m weiter über plattigen Fels (Fixseil, Eisen als Tritte, bei trockenen Verhältnissen sind die Hilfsmittel nicht nötig). Bald einmal steht man wieder im Grasgelände. Es ist gut gestuft und hat ordentliche Trittspuren. Auch wenn sich die Passage vor allem zu Beginn eindrücklich luftig über einem Felsabbruch befindet, so war es doch viel einfacher, wie die kolportierte T6-Bewertung es mich im Voraus vermuten liess. Für diejenigen, die es brauchen hat es in dieser Passage auch 3 gebohrte Standplätze und einige Zwischensicherungen. Bald einmal legt sich das Gelände zurück, auf Wegspuren geht's die Rampe hinauf zu deren Ausstieg auf 1615m.

Leiter beim Einstieg, die Stufe geht frei, aber nicht trivial (ca. 6b/6c-Kletterstelle).

Nun wandert man über die nach WNW ausgerichtete Gipfelabdachung, eigentlich immer direkt an der Abbruchkante der Wändliflue. Es hat Wegspuren und ist unschwierig, offeriert aber immer wieder tolle Tiefblicke in die Flue, ebenso wie Weitblicke in die Gegend vom Sihlsee. Bald einmal kommt das Gipfelkreuz (1971m) in Sicht, einige Minuten nach 11.00 Uhr hatte ich dieses erreicht, wobei ich den Puls beim Wandern im Schonmodus bewusst nie in die Höhe getrieben hatte. Bei der Rast am Top klingelte das Handy. Ein telefonischer Beratungstermin für meine Tochter war gefragt, welche sich beim Kleidereinkauf befand. Wir Männer wissen ja, dass sich solche Dinge immer in die Länge ziehen und so war es auch hier.

Panorama auf dem Wändlispitz-Rücken, links der Sihlsee, rechts die Gipfel von Diethelm und Wändlispitz.

Meine Geduld für derlei Dinge war am Ende. So legte ich zwar nicht auf, sondern beschloss schon einmal mit dem Abstieg über den SE-Grat (T6,II) zu beginnen. Mit solcherlei Unterhaltung fallen Diskussionen mit Teenies um Klamotten deutlich leichter, ich kann es also nur empfehlen. Man kann nun unken, dass man auf einer T6-Route erstens die Hände frei haben und zweitens die Konzentration aufrecht erhalten sollte. Ersteres war dank Lautsprecherfunktion kein Thema, zweiteres auch nicht so gravierend, da auch hier die Schwierigkeiten doch merklich tiefer lagen wie erwartet. Vielerorts braucht es kaum die Hände, und höchst selten bzw. nur für ganz wenige Stellen heisst es mit beiden Pfoten zuzupacken.

Das eine der beiden Felsenfenster am Fuss des Wändlispitz SE-Grat.

Bald einmal war ich schon am Fuss des Grates bei den eindrücklichen Felsenfenstern (die Kleider waren inzwischen gekauft und mein Konto damit belastet ;-)). Da ich gut in der Zeit lag, wollte ich noch einen Erkundungsgang Richtung Südpfeiler unternehmen. Ob man nämlich vom Fuss des SE-Grats der Wand entlang querend zum Einstieg gelangen könnte, liess sich mit Luftbildern und den mir zur Verfügung stehenden Fotos nicht zweifelsfrei klären. Doch es geht, absolut problemlos sogar, und so stand ich wenig später am Punkt, wo wir damals den Bohrer angesetzt hatten. Hey, nur zu gerne wäre ich jetzt gleich stantepede in die Route eingestiegen, um meine verblassten Erinnerungen wieder aufzufrischen.

Kurz vor dem Gump, idealer, südausgerichteter Startplatz bei P.1949

Das war weder vernünftig noch möglich. Also lief ich zurück zu den Felsenfenstern, stieg zum namenlosen Gipfel P.1972 auf. Dessen Südseite ist unangenehm steil für einen Gleitschirmstart, doch etwas unterhalb dem Übergang von P.1949 sichtete ich eine prima Möglichkeit. Kurzum war ich da, breitete das Tuch aus und schwang mich in die Lüfte. Wie erwartet ging's aufwärts, an der Südflanke soarend liess sich auch mit dem kleinen Ultraleichtschirm erst der Startplatz, später sogar der von zahlreichen Wanderern besuchte Fluebrig-Gipfel überhöhen. Welch ein Genuss und schöner Tourenabschluss! Zeitig war ich nach einer Stunde Flug zurück im Tal, das ermöglichte mir vor dem anstehenden Wettkampf noch ausreichend Zeit für Verpflegung und Relaxing - perfekt war diese Tour aufgegangen! Über den Team-Boulder-Event berichte ich dann in einem Folgepost...

Dienstag, 4. Oktober 2022

Exploring the Queyras!

Es kam nochmals ein Tag mit schönstem Bergwetter in unseren Ferien. Doch mit schon viel Bewegung in den Knochen und der Heimreise vor Augen liess sich niemand mehr für eine alpine Tour, eine MSL oder eine Sportklettersession in einem nicht nahe gelegenen Gebiet begeistern. Somit durfte ich alleine Auslauf geniessen, erst spät am Vorabend konnte ich jedoch zur Planung schreiten. Ein Mix zwischen Biketour, Trailrun und Kraxelei im Kessel von Saint-Véran (scheinbar dem höchstgelegenen, ganzjährig bewohnten Dorf in den Alpen) in den Queyras-Bergen entsprach ganz meinem Gusto. Aussichtsreich, mit Felskontakt und der Möglichkeit zu fünf 3000er-Gipfeln waren die entsprechenden Argumente dazu.

In der Bildmitte mein Hauptziel der Tour, die stolze Tête de Toillies (3175m). Rechts davon zwei weitere, auf dieser Tour von mir bestiegene Gipfel, erst die Petite Tête Noir (3039m), dann der Pic de la Farnéréta (3134m). Links an die Toillies schliessen sich der braune, namenlose P.2955 und ganz am Bildrand die Rocca Bianca (3059m) an.

So viel vorweg, an Möglichkeiten, die auch in meiner, hier beschriebenen Version schon lange und konditionell fordernde Tour noch heftiger zu machen gibt es ganz gewiss viele. Eine davon wäre es gewesen, gleich ab dem Camping mit dem Bike zu starten. Das hätte rund 80km und 800hm zusätzlich mit dem Bike bedeutet, was für meinen Fitnesszustand und die Kletterambitionen am Folgetag doch etwas heftig gewesen wäre. Schliesslich warteten auch mit der automobilen Anreise noch total ~2500hm und viel zurückzulegende Distanz auf dem Programm. 

Auf der Anfahrt per Bike, hier auf dem Abschnitt zwischen Saint-Véran zur Chapelle de Clausis. Das Hauptziel meiner Tour, die Tête de Toillies (3175m), ist zwar noch weit weg, aber im Bildzentrum bereits prominent sichtbar.

Um 10.30 Uhr startete ich in Ville Vieille von Château Queyras (1380m) mit dem Bike. Zuerst hiess es, zur Chapelle de Clausis (2340m), dem Ausgangspunkt meiner Rundtour zu kommen. Dies wäre komplett über Trails machbar. Um Kraft zu sparen, hielt ich mich aber an die Strassen und fuhr via Molines-en-Queyras und Saint-Véran (bis da asphaltiert, danach Schotterstrasse). Bei der Kapelle deponierte ich mein Gefährt (11.50 Uhr) und ging per Pedes weiter. Es wäre zwar problemlos möglich, noch bis zum Refuge de la Blanche (2500m) zu fahren, was mir aber im Kontext der ganzen Rundtour weniger ökonomisch erschien.

Nun bereits etwas oberhalb vom Refuge de la Blanche (2500m), von hier wirkt die Tête de Toillies (3175m) mit ihrer Nordwand klotzig und unnahbar. Links im Profil der NE-Grat (6a), welcher die schwierigste (mir bekannte) Route am Berg darstellt. Von hier aus gesehen auf der Rückseite gelangt man einfacher zum Top.

Zu Fuss ging es weiter, die Muskeln waren bald auf die neue Art der Fortbewegung adaptiert. So gelangte ich zügig zum Col de la Noire (2955m, 12.50 Uhr), der einen Übergang in das von uns auch schon besuchte, paradiesische Vallon d'Ubaye erlaubt und den Beginn von meinem "Gang über die Krete" markierte, welcher ich im Gegenuhrzeigersinn folgen wollte. Den vom Übergang nahe gelegenen Gipfel des Pic de la Farnéréta (3134m) wollte ich aber noch mitnehmen, auch wenn ich dafür in die falsche Richtung Hin-und-Zurück gehen musste. Es gibt ganz leidliche Wegspuren, die Hände braucht man höchstens ganz kurz (T4, 13.15 Uhr). 

Blick vom Col de la Noire (2955m) in Richtung Ubaye-Tal. Wer genau weiss wo, erkennt auf dem Bild ziemlich klein und unscheinbar die Aiguille Pierre-André, auf welche wir 2 Jahre zuvor eine grandiose Klettertour gemacht hatten. Dieses vernetzen von Karte, Landschaft und persönlichen Erlebnissen ist etwas, was mir grandios Spass macht.

Bald einmal war ich zurück auf dem Col de la Noire und ging nun weiter auf meiner Rundtour. Obwohl kein offizieller Weg markiert ist, gibt es im Schutt eine ganz passable Wegspur, welche hinüber in Richtung der stolzen Tête des Toillies führt. Mit einer Extraschlaufe lässt sich auch noch der Gipfel der Petite Tête Noire (3039m, 13.40 Uhr) mitnehmen, worauf ich natürlich nicht verzichten wollte. Dieser ist komplett unschwierig zu erreichen (T3). Wegspuren sind zwar nur unmerkliche vorhanden, aber das schuttige Gelände ist trotzdem gut und wenig beschwerlich zu begehen. 

Blick vom Pic de la Farnéréta (3134m) auf die schuttige Petite Tête Noire (3039m) in der rechten Bildhälfte, mit dem gut sichtbaren Pfad durch ihre Nordflanke. Ihren Gipfel mitzunehmen erscheint aus dieser Perspektive schuttig und mühsam, entpuppte sich aber als weniger beschwerlich wie befürchtet. In Bildmitte die Tête de Toillies (3175m) mit ihrer "einfachsten Seite", der Westflanke. In der linken Bildhälfte sieht man auch meinen Weiterweg mit der Rocca Bianca (3063m).

Der Abstieg führt auf eine schöne Ebene auf ~2965m hinunter, bevor der Anstieg zum Fuss meines hauptsächlichen Ziels, der Tête des Toillies (3175m) beginnt. Dieser prominente Gipfel wirkt von jeder Seite unnahbar und ist tatsächlich von keiner Seite unschwierig zu erreichen. Am mühelosesten geht dies noch über die Westflanke, doch selbst da ist Kraxelei (T5, mit Stellen III) nötig. Auf C2C sind mehrere 'Normalwege' durch diese Flanke beschrieben, wobei man sich darum aber nicht extrem kümmern muss. Es spielt nämlich auch keine grosse Rolle, wo man entlang geht, der alpinen Spürnase nach kommt es sicher gut.

Ähnliche Perspektive wie im vorangehenden Bild (auch die zugehörigen Erklärungen von oben passen). Hier ist gleich hinter der Tête de Toillies auch noch der stolze Gipfel des Monviso (3841m) sichtbar, welchem man auch einmal einen Besuch abstatten müsste...

Noch direkter auf der Linie meiner Talumrundung lag allerdings nicht dieser Normalweg, sondern der SW-Grat. Dieser ist auf C2C jedoch als eigentliche Kletterroute beschrieben (4c, gebohrte Standplätze und Zwischensicherungen) und definitiv kein Turnschuhgelände mehr. Da aber offensichtliche Fluchtmöglichkeiten vom Grat in die Westflanke bestanden, wollte ich es mir einmal genau anschauen und montierte die dafür mitgebrachten Kletterfinken. Erst geht's wenig exponiert über Aufschwünge dahin, dann folgt eine kurz mal etwas glatte Platte (L5, 4c), bevor es luftig aber super-henklig über 2 Dächer geht (L6, 4c) und man linkshaltend an einem griffigen Riss (L7, 4c) den Ausstieg erreicht. In 20 Minuten war die Sache erledigt, ich wechselte zurück zu den Turnschuhen und ging das kurze Stück hinauf zum Gipfel (3175m, 14.30 Uhr), wo ich gerade ein französisches Paar überraschte, welches über den NE-Grat aufgestiegen war.

Bottom-Up-Perspektive vom oberen Teil des SW-Grats an der Tête de Toillies (3175m). Von hier sieht das sehr imposant und wohl eher noch schwieriger wie die 4c aus, mit welcher dieser Aufstieg bewertet ist?!? Allerdings löst sich alles prima auf und ist mehr Scrambling als echte Kletterei.

Genau dieser NE-Grat wäre die logische Fortsetzung meiner Rundtour gewesen. Da mit 6a bewertet, war dies natürlich nicht der richtige Weg für den Abstieg (wenn man ihn einbauen möchte, so geht man die Rundtour bevorzugt im Gegenrichtung an, was mir für eine Solotour aber zu heftig schien). Somit bin ich also über die Westflanke (T5, Stellen III) abgestiegen - auf welcher Route kann ich nicht wirklich sagen, eben einfach der alpinen Spürnase entlang. Es gab auch da einige Bohrhaken, welche man zur Sicherung bei den kraxligeren Stellen benutzen könnte, doch für versierte Alpinwanderer ist das wirklich überhaupt nicht nötig. 

Blick auf die Westflanke der Tête de Toillies (3175m), welcher aus dieser Froschperspektive flach und verkürzt aussieht. Abgestiegen bin ich +/- in Bildmitte (T5, III). Mein Aufstiegsweg über den SW-Grat ist hier sehr gut im Profil in der rechten Bildhälfte sichtbar.

Um etwa 14.50 Uhr war ich zurück im Sattel bei P.3088, wo ich meinen Aufstieg über den SW-Grat gestartet hatte. Ich hatte keine Beschreibung gefunden, wie ich ab hier die Rundtour fortsetzen könnte. Aufgrund der (mässig genauen, französischen) IGN-Karte dachte ich mir aber, dass es mit einem kleineren oder grösseren Umweg schon möglich sein musste. Vor Ort war es dann sogar noch einfacher als vermutet. Durch ein mergelig-loses Couloir konnte ich direkt von der Lücke ostseitig absteigen (T4) und so den Fuss der imposanten Ostwand der Tête de Toillies queren. Jenseitig gelangte ich wieder auf den Grat, den ich auf schwachen Wegspuren in angeregter Kraxelei über den namenlosen Gipfel des P.2959 bis zum Col Blanchet (2897m, 15.20 Uhr) verfolgte.

Rückblick zur Tête de Toillies (3175m) mit ihrer Nordseite, durch welche mittig die Route über den aus dieser Perspektive wenig markanten NE-Grat (6a) führt. Ich war von hier aus gesehen quasi "auf der Rückseite" auf- und abgestiegen, war dann am Fuss der Ostwand (hier links) über die Geröllfelder zurück zum Grat gequert. In der rechten unteren Bildhälfte sieht man den namenlosen Gipfel von P.2959, wer genau hinschaut erkennt 2 italienische Berggänger im Abstieg von diesem.

Da begann der Anstieg zum nächsten 3000er-Gipfel. Unschwierig geht's vorerst dem breiten Grat entlang. Weiter oben wird das Gelände direkt am Grat dann felsig, in schöner, eleganter Turnerei im dritten Grad erreichte ich den Gipfel der Rocca Bianca (3059m, 15.35 Uhr). Wie einfach dieser Punkt zu erreichen ist, da bin ich mir im Nachhinein gar nicht sicher, nahm ich doch auch im Abstieg einen Weg, welcher die Nutzung meiner Greifwerkzeuge zwingend erforderte (T5, II). Es sei erwähnt, dass auf diesen Gipfel auch mehrere MSL-Kletterrouten führen. 

Ausblick auf den letzten Abschnitt zur Rocca Bianca (3059m). Ich bin hier direkt am Grat geblieben, was zum Schluss anregende Kletterei erfordert. Links herum ausweichend geht es bestimmt einfacher, aber ob es ganz ohne Einsatz der Hände geht?!? Ich bin mir auch im Nachhinein nicht sicher...

Weiter ging es spannend, auf etwas verschlungenen Pfaden mit vielen interessanten Gesteinswechseln. Ein kurzer Abstecher führte zum markanten Kreuz auf der NE-Schulter der Rocca Bianca (3015m, 15.45 Uhr), der aber nur wenig selbständig ist und kaum als Gipfel gezählt werden kann. Vermutlich ist er aber aus dem Tal von Pontechianale prominent sichtbar. Inzwischen drückten von dieser italienischen (Lee-)Seite her Nebelschwaden gegen den Grat hoch, während die Luft in Frankreich (Luv) immer rein blieb, was für entsprechend mystische Stimmung sorgte. 

Gipfelkreuz auf der NE-Schulter der Rocca Bianca (3015m).

Der weitere Abstieg führte mich zum Col de Saint-Véran (2843m, 16.05 Uhr), von welchem auch eine bequeme Rückkehr zum Bike möglich gewesen wäre. Auch wenn ich meine Beine langsam spürte und meine Getränkevorräte erschöpft waren, wollte ich doch wie geplant noch den doppelgipfligen Pic de Caramantran (3025m) überschreiten. Um 16.25 Uhr war das geschafft und ich mir Gewiss, dass es nur noch (vorwiegend) abwärts gehen würde. 

Ausblick von der NE-Schulter der Rocca Bianca (3015m) zum Pic de Caramantran (3025m), auf welcher vom Col de Saint-Véran (2843m) ein guter Weg führt, der nur 200hm an Konditions-Fleissarbeit erforderte.
Rückblick vom Pic de Caramantran (3025m) auf den Col de Saint-Véran (2843m, unten), die NE-Schulter (3015m) und den Gipfel (3059m) der Rocca Bianca (links, umwölkt), den stolzen Zahn der Tête de Toillies (3175m, Bildmitte). Rechts von dieser dann die Petite Tête Noire (3039m) und der Pic de la Farnéréta (3134m). Ganz am rechten Bildrand wäre noch die Tête de Longet (3146m), welche ich aber nicht bestiegen habe.

Um 17.15 Uhr war ich retour bei der Chapelle de Clauzis und konnte auf's Bike steigen. Mein Downhill erfolgte über Trails und Schotterwege, wobei man sich stets links vom Fluss hält - einfach genial. Man erreicht so den Pont du Moulin unterhalb von Saint-Véran, doch auch hier kann man weiter den Trails folgen, bis man bei Molines-en-Queyras auf die Strasse gelangt. Eigentlich könnte man diese gleich wieder verlassen, um beim Pont des Achins auf den GR zu wechseln, welchem man 'trailend' bis nach Ville Vieille folgen könnte. Da nochmals etwas Aufstieg drohte und ich rechtzeitig für den Znacht und ein Bad im See zurück bei der Familie sein wollte, liess ich diesen Abschnitt aus und rollte der Strasse entlang talwärts um meine Runde schliesslich bald darauf hoch zufrieden und reichlich müde zu beschliessen.

Alternativen

Natürlich gibt es zur hier beschriebenen Tour auch Verbesserungs- und Verlängerungsmöglichkeiten. Eine davon wäre es, im Uhrzeigersinn zu gehen. So lässt sich mit dem NE-Grat (6a) der Tête de Toillies die Kingline im Gebiet mitnehmen und man kann sich konsequenter an die Krete halten. Das erfordert dann aber wohl, in Seilschaft zu gehen und eine komplette Kletterausrüstung mitzunehmen. Ebenso lässt sich die Tour beliebig verlängern. Auf der südlichen Talseite könnte man vom Pont du Moulin zum Col des Estronques gehen, womit vor dem Pic de la Farnéréta nochmals 9 Gipfel, viele Kilometer und manch ein Höhenmeter dazukämen. Auch auf der nördlichen Krete kann man die Tour weit ausdehnen, je nach Zählweise liegen auch da 7-8 zusätzliche Tops bis zum Pic de Château Renard und mit dem Rouchon sogar noch ein (fakultativer) Klettergipfel drin. Wer packt diesen Grand Raid an und berichtet mir davon?!?

Sonntag, 24. Mai 2020

Grand Arête du Raimeux

Bei der Grand Arête am Mont Raimeux handelt es sich um einen famosen Jura-Klassiker. Direkt aus der Schlucht von Moutier zieht dieser Rücken empor, nach einem plattigen Auftakt kann man direkt über seine felsige Schneide gehen. Wenn man stets dem leichtest möglichen Weg folgt, so lässt sich dieser aussichtsreiche Weg mit Schwierigkeiten bis maximal T5+, III als verschärfte Alpinwanderung auch seilfrei begehen. Wer mehr klettern möchte, findet ausreichend Gelegenheit. Über die schöne, mit Dinosaurier-Fussabdrücken drapierte Einstiegsplatte führen Wege bis zum fünften Grad. Und an den zahlreichen Aufschwüngen am Grat gibt es immer wieder die Möglichkeit, je nach Lust und Laune lässige Klettersequenzen im fünften und sechsten Schwierigkeitsgrad einzubauen. Nach gut 550hm hat man die Hauptschwierigkeiten überwunden. Ab diesem Punkt lässt sich in einer landschaftlich schönen Wanderung auch noch der Kantonshöchstpunkt des Kantons Jura, eben der Mont Raimeux erreichen.

Erst kompakte Plattenkletterei, dann ein vergnüglicher Grat, zuletzt eine Wanderung: das ist die Grande Arête du Raimeux.
An einem Tag, wo die Finger vom Sportklettern bereits müde waren, der Geist aber nach einer lässigen Bergtour lechzte, rückte die Grand Arête wieder einmal in unseren Fokus. Es kam noch hinzu, dass in den Alpen mit einer Bisen-Restlage bald wieder Quellwolken entstünden und man vielerorts wohl eher mit bibbernder Kälte und nebliger Aussicht rechnen musste. So brach die ganze Familie um 10.15 Uhr in der Schlucht auf. Von der Strasse bis zum Einstieg ist es kein weiter Weg, wir brauchten ganze zwei Minuten. Ob der zwei vorausstürmenden Kinder gelangten wir jedoch schon kurz einmal in den anaeroben Bereich ;-) Am Fuss der Platte dann liessen sich die Topos aus dem Plaisir Jura und dem SAC-Führer Berner Jura irgendwie nur durchschnittlich mit der Lage vor Ort vereinbaren. Diverse Linien waren mit Farbe markiert, teils vernünftig mit Bohrhaken abgesichert, teil nur spärlich. Nun denn, hier würden wohl alle Wege nach Rom, sprich dem oberen Ende der Platte und damit dem Weiterweg auf den Grat führen. So entschieden wir uns, in zwei Seilschaften parallel zu klettern und die Kinder im Vorstieg zu schicken. Larina entschied sich für die blaue Linie am rechten Rand, einerseits hätte dies gemäss Topo mit 4c+ die schwierigste Möglichkeit sein können, andererseits sah das Gelände schön kompakt aus und es steckten regelmässig (d.h. ca. alle 5m) Bohrhaken. So kam es dann auch und in 4 Seillängen erreichten wir das Ende der Platte. Vorsicht beim Ausstieg, da liegt eine solche Menge an losem (eher kleinem) Geröll herum, dass es absolut nicht ohne Steine auszulösen geht. Jerome folgte einer gelben, zentralen Route. Dieser war vermeintlich einfacher (4a), dafür war die Absicherung mit Abständen bis 10m eher weiträumig. Doch einmal Alpinist heisst immer Alpinist, so vereinten wir uns am Ende der Platte wieder.

Die Kinder unterwegs auf der Einstiegsplatte mit den Dinosaurierspuren.
Es folgen nun noch 3 Seillängen bis zu einem ersten Gratabsatz. Die erste davon eher kraxlig im dritten Grad durch ein paar Bäume hindurch. Die zweite in kompakterem Gelände, wo eine mittige BH-Linie mit dem Grad 5b bewertet und gar nicht mal so banal ist. Das letzte Teilstück war dann nicht mehr ausgerüstet, auf unserer Linie ca. 4a und konnte perfekt mit Cams abgesichert werden. Jerome und ich stiegen parallel voraus. Ich wies da und dort auf ein gutes Placement hin und jedes Mal kam die Frage zurück, welche Grösse passt denn? Ohne Ausnahme konnte ich die richtige Grösse ansagen, was zu grossem Erstaunen seinerseits führte. Irgendwie schon witzig, wie man über 3 Jahrzehnte eine Spürnase dafür entwickelt, wo es Placements haben könnte, wie man sie effektiv nutzt, den Seilverlauf effizient hält undsoweiter. Aber das war echtes Learning by Doing und hat ihm sicherlich einen wesentlichen Fortschritt gebracht - zumal er selber absichern echt cool findet, während ich ja bekannterweise mindestens genau so gerne Bolts klippe wie ewig mit Gerätschaften herumfummle (wobei ich ebenso bekannterweise natürlich strikte dagegen bin, gut natürlich abzusichernde Routen einzubohren, mir bedeutet Clean Climbing einfach nicht sehr viel). Um ca. 12.15 Uhr und damit nach 1:45h Kletterzeit hatten wir die ersten 7 Seillängen auf den Gratabsatz bewältigt und gönnten und bei sehr angenehmen Bedingungen an der Sonne eine Mittagspause.




Ab hier hat die Kletterei nun nicht mehr Wandcharakter, sondern man folgt wirklich dem Grat. Zunächst ist dieser einfach und bietet höchstens ein paar Zweierstellen, so dass man am kurzen Seil (oder natürlich ganz ohne) gehen kann. Der nächste markante Punkt ist die auffällige Dièdre Gallet (5b), eine kurze, doch ziemlich speckige Verschneidung. Wer sie wirklich auslassen möchte, kann auch rechtsherum im dritten Grad auf den Aufschwung kraxeln, während man links (von abschüssigem Gelände startend) in der Nordwand auch schwierigere Möglichkeiten fände. Nach einer Gehpassage folgt die Wandstufe der Bastion (5a), die anschliessend noch eine kurze 3er-Verschneidung bietet, während man rechtsherum im Gehgelände fortschreiten kann. Nach weiterem Gehgelände und einem fakultativen, kurzen 5m-Abseiler (problemlos rechtsherum umgehbar) erreicht man mit dem Donjon (5a) eine der schönsten Seillängen - prima Lochkletterei in einer fast senkrechten Wand. Auch etwas speckig, geht aber schon. Kraxlig geht's über den nächsten Grataufschwung und mit einem 5m-Abseiler (Fixseil vorhanden, wenn man rechts hält auch gut im zweiten Grad abzuklettern) zum geräumigen Platz bei der Noisette, wo man den Grat gut nach Norden verlassen und zum Ausgangspunkt zurückkehren könnte. Um ca. 14.00 Uhr hatten wir diese Stelle erreicht.

Die coole Seillänge am Donjon (5a) bietet schöne Lochkletterei, kann bei Bedarf aber rechts umgangen werden.
Wir aber wollten weiter und kraxlig über ein kurzes Gratstück erreicht man die Paroi des Pitons. Dieser steile Absatz ist (vermutlich!?!) nicht umgehbar, wohl deshalb hat man hier eine Art Klettersteig mit Eisenstiften kreiert, im Führer wird diese Stelle mit 3a bewertet. Die Stelle lässt sich ohne grössere Probleme freiklettern. Ich hätte jetzt gesagt, es sei nur unwesentlich schwieriger wie das, was wir sonst teilweise geklettert hätten und damit etwa 5c. Larina konnte diesen Abschnitt zwar auch problemlos klettern, meinte aber für sie sei das eine 6a+. Irgendwo dazwischen könnte es also sein, denke ich. Anschliessend folgt mit der Via Mala (5a+) nochmals eine richtige Kletterstelle (rechts umgehbar). Den folgenden Gratabschnitt kann man direkt einfach im Zweiergelände überkraxeln, alternativ findet man in der Südwand ein paar Seillängen zwischen 5a-6a+. In einem folgenden Sattel führt nun ein Pfad nordseitig in den Wald. Diesem folgten wir, bis uns ein paar Steinmänner in eine Scharte am Grat führten. Hier könnte man wohl südseitig noch die Länge am Petit Cervin (4c+) erreichen. Da wir aber bereits in den Turnschuhen waren, umgingen wir die Stelle nordseitig. Wahlweise kraxelnd über den Grat oder nordseitig im Gehgelände durch den Wald erreicht man schliesslich das Ende der Felsen, wo wir um ca. 15.00 Uhr und nach 4:30h vom Einstieg ankamen.

Kraxlig und genussreich, aber nie schwierig geht's weiter über den Grat.
Während Kathrin und Jerome von hier absteigen und zurück zum Ausgangspunkt gehen wollten, zog es Larina und mich noch weiter Richtung Mont Raimeux Sommet. So liesse sich noch mit wenig Zusatzaufwand ein weiterer Kantonshöchstpunkt erreichen, für mich Nr. 19 von 26. Eigentlich ist mir dieses Sammelprojekt ja nicht sonderlich wichtig, aber was gerade so am Weg liegt, nehme ich natürlich gerne mit und so wird die Sammlung eines Tages dann möglicherweise auch vollständig sein. Durch schöne Waldlichtungen geht's ab P.1172 zur SAC-Hütte (Cabane du Raimeux), wo man trotz 'Fermeture' wohl ein kühles Getränk hätte erhalten können. Wir zogen aber gleich weiter auf's sehenswerte Plateau zum Raimeux de Grandval, dann in Richtung einiger Gleitschirmflieger mit Startschwierigkeiten und schliesslich über die letzten paar Höhenmeter zum Gipfel mit seinem kleinen Turm. Um Schlag 16.00 Uhr waren wir dort, etwa 40-45 Minuten hatten wir vom Ende der Felsen an Gehzeit gebraucht. Für den Abstieg wählten wir schliesslich die Route nach Grandval. Das ist in Bezug auf Distanz und Höhenmeter etwas kürzer und vor allem schon beinahe historisches Gelände. Am Pic de Grandval und in der Combe du Geais hatten Kathrin und ich dereinst unsere erste gemeinsame Klettertour unternommen :-)

Auf dem Plateau des Mont Raimeux, eine sehr schöne Gegend von einmaliger Weite

Am Gipfel gibt's einen kleinen Turm, so dass das Panorama noch ein wenig besser ist.

Facts

Mont Raimeux - Grande Arête 3a-5b - ca. 10 SL & viel Kraxelgelände
Material: 1x30m oder 1x40m Seil, 10 Express, Camalots 0.3-2, evtl. Keile

Wer möchte, kann die Grand Arête als Alpinwandertour ganz ohne oder mit sporadischer Seilsicherung begehen. Wenn man die Kletterabschnitte vermeidet, so überschreiten die Schwierigkeiten nirgends den dritten Schwierigkeitsgrad. Wählt man den Weg direkt über die schöne, kompakte Einstiegsplatte, folgt nachher dem kompakten Fels und übersteigt einige Gratabschnitte in logischer Linienführung direkt, so ergibt sich eine genussreiche Kletterei von ca. 10 SL in Schwierigkeiten bis 5b. Wer möchte, findet unterwegs auch noch ein paar schwierigere SL bis 6a+, allerdings ist das dann eher etwas gesucht. Die Absicherung ist knapp bis genügend (Plaisir soso). Manchmal gibt's im kompakten Gelände Abstände, die man nicht entschärfen kann. Anderswo stecken dann aber wieder Bolts, wo man prima mobil an Bäumen oder mit sicheren Cam- und Keil-Placements sichern könnte. Es ist durchaus empfehlenswert, ein Set Cams und allenfalls Keile mitzunehmen, es handelt sich auch um prima Übungsgelände dafür. Auf der Platte zu Beginn kommt man mit 30-40m Seil unter Nutzung vieler Zwischenstände gerade durch. Am Grat selber hatten wir das Seil ständig verkürzt und nie mehr mehr als 20m in Gebrauch. Ein zu langes Seil ist also eher ein Hindernis denn ein Vorteil.

Montag, 23. April 2018

Bike, Hike & Fly

Tja, letzte Woche, das wäre der Zeitpunkt gewesen, um die grossen Dinger zu reissen. Nicht immer gibt's die Möglichkeit dazu, so jedenfalls für mich. Fixe Verpflichtungen verunmöglichen längere Abwesenheiten - kein Grund jedoch, den Kopf in den Sand zu stecken. Schliesslich lässt das schöne Wetter auch Ausflüge auf kleinerer Skala zu, welche durchaus ihre Attraktivität haben.

Parat zum Start: Abendflug nach einem Westwanddurchstieg am Hörnli.
Einer davon führt mich über die klassische Westwandroute (T5) auf Hörnli. Dafür kann ich mich daheim aufs Bike schwingen und in weniger als einer halben Stunde zum Ausgangspunkt radeln. Gute und absolut lesenswerte Tipps für die Kombination von Bike & Hike findet man übrigens in diesem Artikel im Bergzeit-Magazin. Nach dem sonnig-trockenen April herrschen in der Wand beste Verhältnisse, so dass ich in einer guten Stunde nach dem Aufbruch daheim bei wunderschöner Abendstimmung bereits auf dem Gipfel bin. Die befürchtete Bisentendenz bleibt eine (wenn auch präsente) Tendenz. Sprich, ein leichter Rückenwind ist fühlbar, aber ein Flug sollte möglich sein.

Anfahrt per Bike an einem wunderschönen Frühlingsabend.

Rein ins Abenteuer Bärtobel (ein bisschen steiler wird es schon noch ;-))
Nun kommt sie aus dem Sack, meine neue Flugausrüstung. Um Kraxeleien, alpine Touren und sogar echtes MSL-Klettern mit dem Fliegen zu verbinden, habe ich mir einen Sir Edmund von Skyman angeschafft. Dieser Single Skin Gleitschirm wiegt nur minimale 1.45kg. Man nehme ein String-Gurtzeug hinzu und somit hat man für unschlagbare 1.7kg ein komplettes Flugzeug auf dem Rücken. Das eröffnet definitiv Möglichkeiten, welche bisher nicht da waren. Passenden Wind und taugliches Wetter vorausgesetzt, sollten damit lange Abstiege der Vergangenheit angehören :-) Doch zurück zum konkreten Fall: mit ein paar entschlossenen Schritten war ich in der Luft und einige Minuten später beim Bikedepot gelandet. In ein paar Handgriffen alles zusammengerafft und auf den Drahtesel gestiegen. Weniger als 2h nach meinem Aufbruch hatte das Mini-Adventure zu Hause sein Ende gefunden.

Landed! Zusammenpacken und ab auf den Drahtesel.


Mein Vorsprung schwindet...

Während sich am Weekend gefühlt die halbe Schweiz aufmacht, um hohe Gipfel und steile Nordwände zu erklimmen, gibt's für mich nur die bescheidene, 30m hohe Nordwand am Schlänggen in Engelberg. Natürlich herrschen auch da beste Bedingungen und man hat die Wahl, an der schattigen Wand aktiv zu sein oder nebenan auf der Wiese in der Sonne zu fläzen. Darüber hinaus kommt der Nervenkitzel und das Adrenalin auch nicht zu kurz, auch wenn's nur wegen ein paar wenigen harten Zügen an oder über dem Limit, kaum einen Doppelmeter über dem letzten Bohrhaken ist. Die Sportkletterei ist eine Welt für sich, für mich auf jeden Fall eine spannende, an- und aufregende, erfüllende und zufriedenstellende.

Der Weg zum Ziel (again, Anfahrt per Bike, dieses Mal nicht ganz von daheim :-))
Im Schlänggen fehlen mir inzwischen nur noch wenige Routen: No Time (8a), Onan (8a+), Laserblade (natürlich natural, 8b), die OnaLater-Kombi (8b) und die beiden Toprouten Termilater und Schwarzes Glas (beide 8b+). Die spannende Frage bleibt, wie viele davon ich mir dereinst noch auf die Ticklist werde schreiben können?!? Das Potenzial ist da, aber trotz allem Bemühen ist auch das Szenario denkbar, dass es für keine einzige mehr reichen wird. Dafür hat am Weekend meine Tochter von 0 auf 1 gestellt und damit den Abstand im familieninternen Schlänggen-Ranking um eine Einheit verringert. Erster RP-Vorstieg einer Schlänggen-Route, bravo! Durchaus bemerkenswert, denn auch die auf dem Papier 'einfachen' Routen (ab 6a ist man dabei) sind komplexe Angelegenheiten und keine Geschenke. 

Schlänggen Vibes... hinten der Grassengrat und die Spannortgruppe.

Samstag, 20. Januar 2018

Arête des Sommêtres

Wer kennt das nicht auch?!? Draussen finden goldene Herbsttage statt, jedoch halten einen berufliche und sonstige weltliche Verpflichtungen davon ab, das tolle Bergwetter gebührend zu nutzen. Ja, mir geht's genau gleich. Trotzdem hatte ich für einmal Glück, führte mich doch ein Business Trip zumindest in die Nähe des Juras. Somit wollte ich auf dem Heimweg "no chli go laufe", so zumindest verabschiedete ich mich von meinen Kollegen. Mein Ziel war die Arête des Sommêtres, im neuen Plaisir Jura als sehr lohnende, 1200m lange Kletterei im Grad 3b beschrieben.

Die Arête des Sommêtres, gesehen aus dem Zustieg. Es handelt sich dabei jedoch nicht um die gesamte Kletterstrecke, sondern nur um einen Teil davon. In den Südwänden gibt's darüber hinaus auch  noch viele Klettereien, es handelt sich um einen verzweigten, etwas unbequemen Klettergarten.
Ein wenig unterschätzt hatte ich die abgelegene Lage im äussersten Nordwesten der Schweiz. Die Zugfahrt bis dahin zieht sich doch ziemlich in die Länge. Allerdings führt sie durch die äusserst sehenswerte Gegend der Freiberge/Franches Montagnes, wo ich mich bis anhin noch nie herumgetrieben hatte. Anyway, ich führte sowieso das ganze Büro mit, weshalb die Anreisezeit nebst den Blicken aus dem Fenster auch noch gut zur Arbeit genutzt werden konnte. Um 14.20 Uhr ging's schliesslich am Bahnhof von Le Noirmont los. Leider konnte ich vor Ort keine Schliessfächer entdecken und für eine Depotmöglichkeit lange herumsuchen oder -fragen wollte ich auch nicht. Somit kamen also notgedrungen Computer, Unterlagen und Arbeitsklamotten mit auf die Tour.

Die schwierigste, anhaltendste und vermutlich auch zwingendste Kletterstelle folgt unmittelbar nach dem Einstieg in dieser etwa 25m langen Verschneidung, die so im mittleren dritten Grad anzusiedeln sein dürfte. 

Rückblick auf den ersten Teil des Grats, der hier mehr nach einem bewaldeten Rücken aussieht.
Zuerst läuft man durchs Dorf in Richtung der Kirchen, um dort auf die Rue du Pylon einzubiegen (die Skizze im Plaisir Jura ist exzellent). Zügigen Schrittes ging's in die Combe von Les Sommêtres, wo schliesslich der Grat sichtbar wurde - wobei man aufgrund seiner enormen Länge von nirgends die ganze Route überblicken kann. Der Weg führt zum grössten Teil abwärts, bis man in der markanten Linkskurve oberhalb von P.815 einem ausgeprägten Trampelpfad nach links hinauf folgt. Dieser führt zum Einstieg, welcher sich im markanten Sattel zwischen P.909 und P.930 befindet. Bis hierhin war gerade eine halbe Stunde verstrichen. Während ich ein paar Kletterfinken mit dabei hatte, entschloss ich mich erst einmal mit den Trailschuhen loszusteigen - schliesslich blieb ich für die ganze Tour dabei, es ist definitiv das geeignetere Schuhwerk als die Kletterfinken.

Tiefblick hart am Abgrund ;-) Trailschuhe sind hier definitiv das bessere Schuhwerk wie Kletterfinken.

Rückblick auf einen der schwierigeren Abkletter-Boulder unterwegs. Wer möchte, kann die Stufe am Baum abseilen.
Die schwierigste und anhaltendste Kletterstelle folgt unmittelbar nach dem Beginn. Nachdem man von der Nordseite her auf den Grat gekraxelt ist, geht's über ca. 30m in einer schönen, steilen Verschneidung aufwärts. Wie mir schien, lässt sich diese 3b-Stelle auch nicht (bzw. zumindest nicht ohne grösseren Aufwand) links oder rechts umgehen. Aber eigentlich ist's ja auch ganz gut so, denn wenn man diese Stelle gemeistert hat, so wird man mit dem Rest keine Probleme haben. Danach folgen im Wechsel teils Gehgelände mit deutlichen Wegspuren, Kraxelei und hin und wieder auch ein paar Kletterstellen. Erwähnt sei, dass nach der Einstiegspassage die schwierigsten Stellen meist im Abstieg zu klettern sind. Vorwiegend handelt es sich dabei jedoch um kurze Boulder und besonders exponiert sind diese Stellen in der Regel auch nicht. Für jene, die ein Seil dabei haben, lassen sich diese Abkletterpassagen auch abseilen, meist steht genau an der richtigen Stelle ein Baum.

Ein weiterer Kraxel-Aufschwung. Vieles wäre auch linksherum in Schrofen und Wald umgehbar.

Der letzte Abschnitt des Grat mit dem berühmten, jedoch nicht sehr markanten Rasiermesser im Vordergrund.
Ich gelangte in einen tollen Kletterflow und die Stellen am Grat zogen nur so an mir vorbei. Wobei erwähnt sei, dass die markanten Passagen eben weitgehend fehlen, auch wenn man sich wie ich permanent an die Gratkante hält. Selbst das Rasiermesser kurz vor Schluss fand ich etwas enttäuschend, im Prinzip kann man sogar da fast mit den Händen im Hosensack drüberspazieren. Jedenfalls tauchte schon bald das Gipfelkreuz auf. Der letzte Aufschwung kann direkt über die linke Kante gemeistert werden (im Topo 5a, BH, m.E. deutlich einfacher), so kriegt man nochmals etwas steilen Fels unter die Finger, alternativ auch durch die einfache Rinne rechts davon. Nach 58 Minuten stieg ich über die Reling beim Aussichtspunkt und die Arête des Sommêtres lag hinter mir. Nach einem Rundblick über die schöne Gegend und einem Besuch in der schönen, heimeligen und stets offenen Hütte der GAFM unmittelbar unter dem Gipfel ging's gleich weiter Richtung Bahnhof. Gerade zwei Stunden nach meinem Aufbruch war ich wieder dort. Es reichte noch komfortabel, um sich Getränke zu kaufen und zurück in den Business-Mode zu schalten, womit ich die weite Heimfahrt erneut als Arbeitszeit nutzen konnte.

Die auf den Grat gebaute Hütte der GAFM, welche sich unmittelbar unter dem Gipfel befindet. Sie ist stets offen.

Heimelige Sache! Die Lage eignet sich aber wohl besser, um Feste zu feiern als für ernsthaften Alpinismus.

Facts

Arête des Sommêtres 3b - 1200m Kletterlänge

Langer Jura-Kraxelgrat in schönem und solidem Fels. Es handelt sich um eine Mischung von Geh-, Kraxel- und etwas Klettergelände. Länger anhaltende Stellen im Fels gibt's nur wenige und deren Schwierigkeiten sind überschaubar. Wenn man die Tour in Seilschaft angeht, kann man sich durch den ständigen Wechsel von Klettern, Gehen und Abseilen bestimmt ziemlich lange verweilen. Wer sich gar durchgehend sichern möchte (was aufgrund der oft minimalen Schwierigkeiten und nicht vorhandener Exposition definitiv nicht sinnvoll oder nötig ist), darf sich auf eine Unternehmung von 40+ Seillängen einstellen. Am lohnendsten ist es sicher, wenn man sich die Tour seilfrei zutraut. Aufgrund vom soliden Fels, der wenig anhaltenden, gut gestuften und griffigen, kontrollierbaren Kletterei ist dies definitiv kein Himmelfahrtskommando. Details und ein Topo findet man wie erwähnt im Plaisir Jura von 2017

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Chöpfenberg Ostgrat

Bei unserer Klettertour am Brüggler hatte ich gloorreich meine Kletterfinken am Ausstieg liegen gelassen. Ich hatte sie beim Nachnehmen ausgezogen und in eine Felsspalte gesteckt, damit sie nicht runterfallen. Als Kathrin dann bei mir war, wechselte sie die Schuhe und machte sich auf den Weg. Ich rollte die Seile auf und dann rasch hintendrein... bemerkt wurde das Fehlen der Finken dann leider erst zuhause. Nun denn, wie weiter?

Die Wand vom Brüggler (rechts) und der nur aus dieser Perspektive kleiner aussehende, mächtigere Chöpfenberg.
Einen grossen materiellen Wert besassen die alten, bereits durchgewetzten Treter zwar nicht mehr und aus dieser Hinsicht war ein Trip um diese abzuholen sicherlich nicht lohnenswert. Viel mehr waren es Argumente wie "nichts in den Bergen zurückzulassen" und "das eigene Versehen wieder auszuwetzen". Zudem lockte weiterhin schönstes Wetter in den Bergen und auch wenn mir das Schwändital schon gut bekannt war, so lockte doch noch der eine oder andere Erkundungstrip.

Unterwegs am schönen und luftigen Chöpfenberg Ostgrat. 
Nachdem ich auf dem Normalweg zum Brüggler gestiegen war und dort meine Finken aufgelesen hatte, machte ich mich an die Begehung des sehr lohnenden Chöpfenberg Ostgrats. Das ist eine Kraxelroute mit Bewertung T5, d.h. gehobenes Alpinwandern. Meist folgt man exakt der Gratkante, welche sehr luftig ist. Balancierendes über den Grat gehen wechselt sich ab mit leichten Kletterstellen an festem Fels, sogar ein "Thank-God-Ledge" fast wie beim grossen Vorbild gilt es zu überwinden. Im unteren Teil ab der Lücke P.1711 gibt es noch zwei, drei Legföhren, die jedoch nicht stören. 

Cumbre!
Retour ging's auf dem gleichen Weg in die Lücke, dann unter dem Brüggler durch zum waldigen Riseten und schliesslich zum Fridlispitz, dem sehr schönen Aussichtspunkt. So wurde das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden und auch wenn es für einmal keine Kletterei war, so war es doch ein hervorragender Bergtrip.