Nach einer langen 'Durststrecke' von fast 2 Monaten war in der Schweiz endlich wieder einmal ein sonniger und komplett trockener Tag angekündigt. Dieser wollte natürlich für eine tolle Tour genutzt werden. Für mich ergab sich eine Verabredung mit Christoph zum Berg-Triathlon an den Jegerstöck. Dieser sollte aus dem Zustieg, einer steilen Felstour und dem abschliessenden Gleitschirmflug zurück auf den Urnerboden bestehen. Unsere Wahl fiel auf die 14 Seillängen lange Tour Rapunzel, die ursprünglich mit 7+ eingestuft war und heute mit 6b+ bewertet wird. Nach einigen Auftaktlängen über ein paar Aufschwünge hinweg bietet sie eine steil-imposante Linie auf den markanten Felsturm am Rot Nossen. Trotz der optimalen BH-Absicherung handelt es sich um ein ganz tolles und auch sehr eindrückliches Klettererlebnis von beinahe dolomitischem Ausmass.
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| Unterwegs an die Jegerstöck, die dem Prädikat 'stotzig' auf jeden Fall genügen! Dieses Massiv ist definitiv eine Love or Hate Affair. |
Die fast 10km lange Kette der 'Jegerstögg' (wie sie im lokalen Dialekt heisst) hat es nie zu besonders grosser Beliebtheit gebracht. Einige wenige klassische Führen durchziehen sie, die aber wegen der alpinistischen Gesamtanforderung mit komplex-schwierigen Zustiegen und schlechter Absicherung nur sehr selten begangen wurden. Im Zuge der modernen Erschliessung in den 1990er- und 2000er-Jahren herrschte dann grosse Geheimniskrämerei um die Aktivitäten. Die Locals wollten keine auswärtigen Erschliesser in ihrem Revier und verzichteten auf die Weitergabe von Infos über ihre Touren. Die Situation änderte sich mit der erstmaligen Publikation des Gebiets im Führer
GLclimbs im Jahr 2009. Ab diesem Zeitpunkt herrschte während 1-2 Sommern etwas mehr Betrieb. Diese Welle ist jedoch bereits wieder verebbt, und auch im neuen Führer
Extrem Ost vom Filidor-Verlag bleibt das Gebiet unverständlicherweise aussen vor. Klar, der Zustieg an die Jegerstöck ist immer noch nicht kürzer geworden und in eigentlich jeder der längeren Routen kann man darauf zählen, auch ein paar ruppige Passagen anzutreffen. Dies unterstreicht aber nur das alpine Ambiente dieser Touren und der Erlebniswert wird deswegen auch nicht kleiner. Eines ist sicher, wer sich diesen kleinen Nachteilen stellt, wird über weite Strecken mit grandios-rauhem Hochgebirgskalk, kühnen Linien und grandiosen Tiefblicken ins Klausengebiet belohnt.
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| Zoom-Ansicht vom Zingelfad auf den steilen Gipfelturm mit den imposanten L7-L13. |
Als wir frühmorgens die Klausenstrasse hinauffuhren, schweifte unser Blick natürlich sofort nach rechts auf die Jegerstöck. Der Meteomann hatte am Vortag von Schneefällen bis gegen 2000m hinunter berichtet. Er lag eindeutig richtig, deren Spuren waren klar vorhanden, zudem waren auch alle Felsen klatschnass. Doch schliesslich ist ja erst Mitte August, und so war ich guten Mutes, dass die noch starke Sonneneinstrahlung den steilen und rauhen Fels rasch abtrocknen würde, was denn auch eintraf. Unsere Tour startete um 8.15 Uhr beim verfallenen Hotel Tell auf dem Urnerboden. Zuvor hatten wir noch mit einiger Mühe mein für dieses Vorhaben nicht optimale Flug-Equipment möglichst komprimiert, so dass es Berg-Rucksack Platz gefunden hatte. Tja, und dann ging es einfach bergauf, erst bescherten uns die durchnässten Wiesen nasse Füsse, dann ging's im Geröll-Geholper die Alpelichäle hinauf. Zum Schluss gilt es dann noch, der wenig ausgeprägten Spur auf dem Zingelfad nach rechts zu folgen. Spannend war natürlich auch die Frage, wie sich denn die aus Erinnerung, Fotos und Karte zusammengereimten Startplätze für den nachmaligen Flug tatsächlich präsentieren würden. Aber da konnten wir beruhigt sein, es taten sich nämlich gleich mehrere Möglichkeiten auf. Das Auffinden des Einstieg war für mich dann eine Formsache, da ich ihn schon bei früheren Besuchen des Gebiets ausgekundschaftet hatte. Er ist mit einer Holzplakette in 5m Höhe markiert und befindet sich gerade ennet des ersten Couloirs, welches sich rechts der Hauptwand am Rot Nossen herunterzieht. Für unseren ziemlich schwer beladenen Aufstieg (850hm) hatten wir gerade 90 Minuten gebraucht. Nachdem wir gevespert und unsere (Flug-)Ausrüstung ziemlich aufwendig vor den möglicherweise zudringlichen Geissen befestigt hatten, stieg ich um 10.15 Uhr ein.
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| Alles gut vertäut, mit den Geissen ist hier nicht zu spassen! |
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| Hier geht es los, wer genau hinschaut erkennt auch die Holzplakette. |
L1, 25m, 5c+: Steiler, griffiger Auftakt an einem Pfeiler, irgendwie in der Morgenkühle gar nicht so einfach. Danach geht's mal rechts um die Ecke, dort ist's zwar einfach, allerdings auch etwas brüchig. Zuletzt kommt man wieder auf den Pfeiler/Grat zurück, dort ist der Stand.
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| Im oberen Teil von L1 (5c+) ist das Gelände nicht eben kompakt. Passt aber scho... |
L2, 45m, 1: Grasiges Verbindungsstück im Gehgelände. Hoch bis zum BH, danach Traverse nach links.
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| Sicht auf L2 und den Weiterweg am nächsten Aufschwung mit L3 und L4. |
L3, 35m, 6a+: Schöne, plattige und bestens abgesicherte Wandkletterei in gutem Fels. Eine Stelle in der Mitte erfordert doch schon etwas Geschick beim Hinstehen und auch etwas Blockierkraft. Der Stand dann gut geschützt linkerhand unter einem Dach.
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| Schöne Plattenkletterei in L3 (6a+). Hier ist das erste Mal präzises Antreten gefragt. |
L4, 40m, 6a: Das Überwinden des erwähnten Dachs an seinem rechten Ende stellt die Crux der Länge dar. Danach folgt noch etwas steile, griffige Wandkletterei, bevor man das nächste Grasband betritt. Es ist gut begehbar, der Stand befindet sich am Fusse des nächsten Aufschwungs.
L5, 43m, 6b+: Nach klausentypischen Klötzlifels sieht dieser steile Aufschwung aus und so kommt es dann auch. Das Gestein ist allerdings viel fester, als es den ersten Anschein macht und ich hatte rein gar keine Probleme mit Griffe/Tritte ausreissen. Die Crux besteht aus einer kurzen, feingriffigen Stelle in der Mitte.
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| Christoph am Stand vor L5 (6b+). Der Klötzlifels ist hier solide und gut zu klettern, die Länge wirklich ein Genuss. |
L6, 20m, 1: Kurzes Verbindungsstück hinauf zum Sockel des grossen, abschliessenden Turms.
L7, 35m, 6b+: Zuerst einfach auf den Sockel hinauf, dann an der Quelle vorbei, welche aus der Wand entspringt und hinein in die steile Wand. Zuerst will eine knifflige Verschneidung erklettert werden, danach geht's in steiler Wandkletterei weiter. Hier sind die Schwierigkeiten anhaltend und die Sache ist ziemlich ausdauernd, der Fels oben ist einfach perfekt: rauh, griffig und mit Tropflochleisten garniert.
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| Auf geht's in den Gipfelturm. In L7 (6b+) klettert man erst noch am Sockel, dann eine steile Verschneidung und die Wand daneben. |
L8, 28m, 6b: Vom Stand nach links hinaus und dann wie gehabt in steiler Wandkletterei an rauhem, griffigem Fels bei recht anhaltenden Schwierigkeiten weiter. Hier gibt es links und rechts auch die eine oder andere hohl tönende Schuppe, man kann diesen unsicheren Strukturen aber meist problemlos ausweichen.
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| Tolle Kletterei und viel Freude am Moven in L8 (6b). |
L9, 25m, 6b: Zum ersten Haken klettert man einen ziemlichen Bogen untenrum, danach wie zuvor schöne, technisch anspruchsvolle Wandkletterei an rauhem Fels. Es geht hin und her, die richtige Linie will erkannt sein, purer Klettergenuss in atemberaubend luftiger Position!
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| Christoph folgt in L9 (6b), die Exposition an dieser Stelle ist einfach atemberaubend! |
L10, 30m, 6a+: Auf dem Band traversiert man 5m nach links und packt die schöne und einfache Verschneidung an. Auch die Wand danach wartet vorerst mit guten Henkeln auf und ist trivial. Zum Schluss wird die Sache dann aber deutlich griffärmer, in schöner, technischer Wandkletterei meistert man die Crux.
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| Schönes Lichtspiel in L10 (6a+), hinten grüsst die frisch verschneite Clariden-Nordwand. |
L11, 20m, 5c+: Über eine Wandstufe geht es nun ins Turmzimmer hinauf. Der Fels ist erst noch gut, danach ein bisschen klötzlimässig und eher lose. Aber es ist nicht schwer, und daher problemlos. Das Turmzimmer ist dann leider weder schön noch gemütlich, da hatte ich aufgrund vom Namen mehr erwartet!
L12, 25m, 6a+: Das Problem ist eben auch, dass es hier massiv tropft! Schon vom Einstieg hatten wir erkennen können, dass die Zone unter den Abschlussdächern noch feucht bis nass war. Leider scheint hier auch die Sonne nur kurz hin, so dass keine wirkliche Besserung stattgefunden hatte. Also was hilfts? Die Jacke wird angezogen und es geht rein ins Vergnügen. Irgendwie ist's ein bisschen wie beim Eisklettern, auch wenn die Temperaturen ein bisschen höher sind ist's nicht angenehmer. Die Route geht auch wirklich durch den ärgsten Streifen, wo es richtig tropft und auch der Fels ist zu Beginn etwas auf der brüchigen Seite. Die zweite Hälfte dieser Länge ist dann "nur noch feucht", die Crux ist (bei diesen Verhältnissen?!) der Mantle auf das schmale Band, wo sich der Stand befindet.
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| Wegen diesem Bizzeli Nässe schreibt der so viel? Es war unangenehmer wie es aussieht! Mit der Gore-Tex-Jacke on lead in L12 (6a+). |
L13, 30m, 6a+: Auch hier ist die Feuchtigkeit nochmals ein Thema. Die schwersten Meter bis nach dem zweiten Bolt sind komplett schwarz und vom Wasser überronnen. Die Passage mit den beiden Untergriffquerungen an den grossen Dächern ist aber echt originell und wenn man genügend fest presst, auch bei diesen Verhältnissen gut zu klettern. Dann werde ich endlich in einfacheres und trockenes Gelände entlassen, zuletzt geht's noch etwas im Gras hoch zu Stand und Wandbuch. Da holt mich ein richtig vaterländischer Kuhnagel ein, tja, genau wie beim Eisklettern ;-)
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| Mit eiskalten Händen nochmals zurück an die Sonne! Christoph entsteigt L13 (6a+), der Urnerboden weeeeit unten. |
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| L13 (6a+) führt durch die überhängende Verschneidung mit dem Doppeldach zum abseilenden Kletterer hoch. |
L14, 50m, 2: Der Weg zum Gipfel ist weder schwierig noch exponiert und kann sowohl im Auf- wie auch im Abstieg gut seilfrei begangen werden.
So binden wir uns also aus und sind innert Kürze auf dem flachen Karstplateau, welches den Gipfel des Rot Nossen (2502m) markiert. Um 16.15 Uhr schütteln wir uns die Hände und beraten das weitere Vorgehen. Zum Abseilen bin ich irgendwie mässig motiviert, und wenn man direkt zurück ins Tal wollte, dann ist der Fussabstieg via Läckipass zurück ins Alpli ziemlich sicher am schnellsten und auch am bequemsten. Selbst wenn man retour zum Einstieg muss, könnte man zu Fuss noch vergleichbar schnell sein. Wir haben aber keine Schuhe dabei und auch etwas an Ausrüstung in der Route zurückgelassen, also gibt es keine andere Option als abzuseilen. Die Probleme vermute ich darin, dass sich das Seil von den verschiedenen Graskanzeln, auf welchen sich die Stände befinden, unter Umständen nur schwerlich wird abziehen lassen. Und ein paar lose, scharfkantige Steine lungern auch in der Gegend herum und warten nur darauf, den Weg in die Tiefe anzutreten. Mir ist noch bestens in Erinnerung, wie ich bei einer früheren Tour am Gsicht ein noch neuwertiges Seil so zerstört hatte. Meine Befürchtungen sind dann allerdings unbegründet. Die ersten drei steilen Abseiler am Turm gehen zügig vonstatten, und auch weiter unten lässt sich das Seil mit den entsprechenden Massnahmen (Knoten unter die Kante legen) immer abziehen, auch wenn teilweise hoher Kraftaufwand nötig ist. Mit viel Seilpflege und Vorsicht geht schliesslich alles glatt, und wir stehen um 17.15 Uhr zurück beim Einstieg.
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| Gerade gross Werbung mache ich ja nicht fürs Abseilen über die Tour, schöne Bilder gibt's aber trotzdem! |
Hier muss ich nun Christoph auch schon wieder zur Eile antreiben. Meine Lust, die Flugausrüstung geröllholpernd wieder die Alplichäle runterzutragen hält sich sehr in Grenzen. Und weil unsere Starthänge vor etwa 10-15 Minuten das letzte Sonnenlicht gesehen haben und nun wie die gesamte Bergflanke definitiv im Schatten liegen wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis der katabatische Bergwind einsetzt und uns als Rückenwind einen Start verunmöglicht. Schnell raffe ich den Kletterkarsumpel zusammen, und fast im Laufschritt geht's auf dem Zingelfad zwei, drei Minuten nach Osten. Hier, in etwa mittig zwischen Rot Nossen und Zingelfadstock befindet sich der beste Startplatz. Er ist schön grasig und geröllfrei, die Neigung ist optimal, nur zum Abbruch an der Felskante ist's nicht allzu weit. Der Start muss also sitzen, und dementsprechend säuberlich müssen wir trotz der Eile die Schirme vorbereiten. Während sich dies bei meinem schweren Equipment zügig erledigen lässt, braucht Christophs Leichtausrüstung schon deutlich mehr Pflege. Und als wir dann endlich parat sind, kommen prompt die Geissen dahergelatscht, lecken am Schirm und trampen über die Leinen, grrrr! Zum Glück lässt sie Christoph erster Startversuch verschreckt das Weite suchen! Bald darauf ist er dann in der Luft, und ich folge unmittelbar danach.
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| Eine schöne und eindrückliche Gegend. Hier der Blick Richtung Osten zu Hausstock und Segnes/Sardona. |
An den Jegerstögg, wo der Schatten eingekehrt ist, lässt sich thermisch nichts mehr holen. Also ab auf die andere Talseite, damit habe ich sowieso noch eine Rechnung offen! Bei meinem ersten, längeren Gleitschirm-Streckenflug von Engelberg her hatte ich Vierwaldstättersee und Klausenpass erfolgreich gemeistert, dann aber genau die Querung von den Jegerstöck zum Fisetengrat zu zögerlich und wenig konsequent angegangen, so dass mein Flug prompt in Linthal geendet hatte. Nun konnte ich es besser machen, tatsächlich liess sich am Gegenhang die Höhe halten. So glitt ich noch ein paar Minuten gemütlich über die Tannen und genoss die tollen Ausblicke auf die eben erkletterten Felstürme. Mein Kamerad war indessen bereits im Tal und faltete seinen Schirm, so dass ich ihm eine Weile später folgte. Sanft setzten wir beide auf dem Urnerboden auf. Das war jetzt wirklich ein schöner und natürlich auch bequemer Tourenabschluss gewesen. Wobei man ehrlich sagen muss, dass sich die Sache rein zeitlich bei einer Route am Rot Nossen wohl kaum auszahlt, da muss man schon den Genussfaktor mit einrechnen, damit es sich lohnt! Anders sieht es sicher bei einer Route weiter östlich am Signalstock aus, weil man sich dort die eine Stunde mit horizontaler Kraxelei übers Zingelfad und der mühsamen Querung des Schneetals zumindest beim Rückweg ersparen kann.
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| Nach der Landung auf dem Urnerboden, beim Start pressierte es leider zu fest, um sich noch dem Fotografieren zu widmen... |
Facts
Rot Nossen - Rapunzel 6b+ (6b obl.) - 14 SL, 450m - Frei/Rast 2000 - ****; xxxx
Material: 12 Express, 2x50m-Seile, Keile/Friends nicht nötig und kaum einsetzbar
Imposante, beinahe schon dolomitisch anmutende Felstour, deren
Topo hier zu finden ist. Sie führt erst über einige von Grasbändern unterbrochene Aufschwünge, auch dort warten schon einige schöne und lohnende Klettermeter. Das Herzstück der Tour ist dann aber der gut 200m hohe, steile Gipfelturm. Hier führt die Kletterei in atemberaubender Position durch steilen, griffigen und angenehm rauhen Fels. Ein paar wenige Stellen mit minderer Felsqualität gibt es auch, diese sind aber bei entsprechendem Können und Erfahrung problem- und gefahrlos zu meistern. Achtung, die letzten beiden Seillängen unter den grossen Dächern bleiben bei Schneeschmelze oder nach Regenfällen vermutlich länger nass. Die Absicherung mit (fast durchgehend Inox-)BH ist tiptop ausgefallen. Es müssen keine zusätzlichen Sicherungen gelegt werden, und der obligatorische Grad könnte eventuell auch auf nur 6a+ hinunterkorrigiert werden. Auch wenn die Route zum Abseilen eingerichtet ist und dies mit etwas Vorsicht und Erfahrung gut zu meistern ist, so würde ich dennoch empfehlen, den Fussabstieg via Läckipass in Erwägung zu ziehen. Die Wanderung entlang der Krete mit tollen Tiefblicken stufe ich als genussreicher ein wie das Abseilen.
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| Die Erstbegeher haben sich beim Einrichten grosse Mühe gegeben. Herzlichen Dank für diese tolle Tour! |
Kaum zu glauben, dass diese tolle Route nur äusserst selten begangen wird. Das Routenbuch listet nur ein paar Begehungen von persönlichen Bekannten der Erstbegeher am Anfang der Nullerjahre auf. Dann kommt lange nix, bevor es 2011 und 2012 je eine einzige Wiederholung gab. Im 2013 war wieder nix los, und auch heuer notierten wir die erste Begehung. Dabei ist die Kletterei für die relativ niedrigen Anforderungen und die gute Absicherung spannend und imposant wie bei nicht vielen anderen Routen auf diesem Niveau. Aber wahrscheinlich ist die Route den Plaisirkletterern zu schwer und doch zu alpin, den Extremen fehlt das Renommee und der Challenge und für die Klassikerjäger ist die Route zu neu und zu wenig bekannt. Tja was soll's, ein paar zusätzliche Begehungen hätte die Route auf jeden Fall verdient. Ein in mancherlei Hinsicht passende Vergleichstour ist die ebenfalls sehr interessante
Forteresse du Vide an der Petite Dent de Morcles.